E 13, A 11, gehobener Dienst: Entgelt- und Besoldungsgruppen
Jede Ausschreibung im öffentlichen Dienst trägt ein Kürzel wie E 9a, S 8b oder A 11. Was die Buchstaben bedeuten, wie Gruppe und Stufe zustande kommen und welche Laufbahn dahintersteht.
Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht · Aktualisiert
Das Wichtigste in Kürze
E, S, P und Kr stehen für Entgeltgruppen der Tarifbeschäftigten, A, B, W und R für Besoldungsgruppen der Beamten. Die Gruppe folgt aus den Tätigkeitsmerkmalen der Stelle und ist nicht verhandelbar, die Stufe aus der einschlägigen Berufserfahrung. Nach § 16 Abs. 3 TVöD dauert der Aufstieg ein Jahr in Stufe 1, dann zwei, drei, vier und fünf Jahre. E 13 Stufe 1 im TVöD VKA sind rund 4.901 Euro, A 11 Stufe 1 beim Bund rund 4.296 Euro Grundgehalt.
„Die Stelle ist nach E 11 TVöD bewertet.“ „Besoldung bis A 13 möglich.“ „Wir suchen Sie für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst.“ Drei Formulierungen aus echten Ausschreibungen, drei Kürzel, hinter denen jeweils ein Gehalt, eine Zugangsvoraussetzung und ein Aufstiegsweg stehen. Wer sie liest, weiß vor der Bewerbung, was die Stelle zahlt und ob der eigene Abschluss reicht.
Was sagen die Buchstaben E, S, P, Kr und A, B, W, R?
Der Buchstabe verrät das Bezahlsystem. E, S, P und Kr stehen für eine Entgeltgruppe aus einem Tarifvertrag und damit für Tarifbeschäftigte mit Arbeitsvertrag. A, B, W und R stehen für eine Besoldungsgruppe aus einem Besoldungsgesetz und damit für Beamtinnen und Beamte.
Im Tarif bilden E 1 bis E 15 die allgemeinen Entgeltgruppen des TVöD bei Bund und Kommunen sowie des TV-L in den Ländern. E 9 ist in E 9a und E 9b aufgefächert, im TVöD zusätzlich in E 9c. Daneben stehen drei Spartentabellen mit eigenen Beträgen: S 2 bis S 18 für den Sozial- und Erziehungsdienst, also Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Kita-Leitungen; P 5 bis P 16 für Pflegekräfte in kommunalen Kliniken; Kr 7 bis Kr 19 für die Pflege im TV-L an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern.
In der Besoldung trägt A die aufsteigenden Ämter mit Erfahrungsstufen, von der Justizwachtmeisterin bis zum Ministerialrat. B steht für Festgehälter ohne Stufen, etwa für Abteilungsleitungen in Ministerien oder Präsidentinnen von Bundesbehörden. W gilt für Professuren, R für Richterinnen und Staatsanwälte. Die Zahl hinter dem Buchstaben ist keine Note, sondern die Bewertung der Tätigkeit: Je anspruchsvoller die Aufgabe, desto höher die Zahl.
Wo beginnt die Besoldungsordnung A?
Beim Bund mit A 3. Anlage I des Bundesbesoldungsgesetzes führt die Besoldungsgruppe A 2 ausdrücklich als weggefallen; das niedrigste Amt ist damit A 3 mit Ämtern wie Oberaufseher oder Hauptamtsgehilfe, gefolgt von A 4 mit dem Amtsmeister. Anlage IV, die Tabelle der Grundgehaltssätze, beginnt ebenfalls bei A 3 und weist acht Erfahrungsstufen aus.
Die 16 Länder haben seit der Föderalismusreform eigene Besoldungsgesetze und weichen davon ab. Wer sich auf eine Landesstelle bewirbt, liest deshalb das Landesbesoldungsgesetz und nicht die Bundestabelle. Die Beträge unterscheiden sich bei gleicher Amtsbezeichnung zwischen den Ländern spürbar.
Wie entsteht meine Entgeltgruppe?
Bei Tarifbeschäftigten über die Tarifautomatik: Die Entgeltordnung beschreibt für jede Gruppe Tätigkeitsmerkmale, etwa Tätigkeiten, die gründliche und vielseitige Fachkenntnisse erfordern, oder Tätigkeiten, die ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium erfordern. Der Arbeitgeber zerlegt die Stelle in Arbeitsvorgänge, prüft, welches Merkmal sie überwiegend erfüllt, und leitet daraus die Gruppe ab. Ihr Abschluss ist die Eintrittskarte, entscheidend ist die übertragene Aufgabe. Deshalb steht die Gruppe schon in der Ausschreibung und ist im Auswahlgespräch nicht verhandelbar. Wie der Arbeitgeber dabei vorgeht, beschreibt der Beitrag zur Eingruppierung nach Tätigkeitsmerkmalen.
Bei Beamten läuft es umgekehrt. Bewertet wird nicht die Person, sondern der Dienstposten, der einer Besoldungsgruppe zugeordnet ist. Beamte werden in ein Amt ernannt und steigen durch Beförderung auf, sofern eine Planstelle frei ist. Eine Ausschreibung „A 9 bis A 11“ bedeutet: Der Dienstposten ist gebündelt bewertet, Sie starten mit dem Amt, das Sie mitbringen, und können bis A 11 befördert werden.
Welche Stufe bekomme ich, und wie schnell steige ich auf?
Innerhalb einer Entgeltgruppe bestimmt die Stufe den Betrag. Ohne einschlägige Berufserfahrung beginnen Sie in Stufe 1. Mit mindestens einem Jahr einschlägiger Erfahrung erfolgt die Einstellung in Stufe 2, mit mindestens drei Jahren in Stufe 3. Welche Nachweise dafür zählen, behandelt der Beitrag zur Stufenzuordnung bei Neueinstellung.
Danach steigen Sie nach festen Zeiten auf. § 16 Abs. 3 TVöD nennt sie ohne Spielraum, beim Bund steht derselbe Wortlaut in § 16 Abs. 4:
| Aufstieg in | Nach ununterbrochener Tätigkeit von | Jahre seit Stufe 1 |
|---|---|---|
| Stufe 2 | 1 Jahr in Stufe 1 | 1 |
| Stufe 3 | 2 Jahren in Stufe 2 | 3 |
| Stufe 4 | 3 Jahren in Stufe 3 | 6 |
| Stufe 5 | 4 Jahren in Stufe 4 | 10 |
| Stufe 6 | 5 Jahren in Stufe 5 | 15 |
Wer in Stufe 1 einsteigt und in derselben Gruppe bleibt, erreicht die Endstufe 6 also nach fünfzehn Jahren. Von Stufe 4 an hängt der Aufstieg zusätzlich von der Leistung ab; bei erheblich über dem Durchschnitt liegender Leistung kann die Zeit nach § 17 Abs. 2 TVöD verkürzt werden. Die Entgeltgruppe 1 folgt einer eigenen Regel: Sie umfasst fünf Stufen, der Einstieg erfolgt in Stufe 2, und die nächste Stufe wird jeweils nach vier Jahren erreicht. Beamte kennen ein ähnliches Prinzip mit Erfahrungsstufen; die Bundesbesoldungsordnung A hat davon acht. Die Einzelheiten des Tarifaufstiegs stehen im Beitrag zur Stufenlaufzeit im TVöD und TV-L.
Welche Gruppe gehört zu welcher Laufbahn?
Das Beamtenrecht teilt alle Ämter in vier Laufbahngruppen, maßgeblich ist der für den Zugang vorausgesetzte Bildungsabschluss. Bund und einige Länder sprechen inzwischen von Laufbahngruppe 1 und 2 mit je zwei Einstiegsämtern, in Ausschreibungen halten sich die alten Begriffe. Für Tarifbeschäftigte gibt es formal keine Laufbahnen, doch die Entgeltgruppen lassen sich nach denselben Abschlusserfordernissen zuordnen. Die Besoldungsspalte zeigt die Bundeswerte; Landesbesoldungsordnungen weichen ab.
| Laufbahn | Zugang | Besoldung (Bund) | Tarif (Entsprechung) | Beispielberufe |
|---|---|---|---|---|
| Einfacher Dienst | Hauptschulabschluss, ggf. kurze Ausbildung | A 3 bis A 5 | E 1 bis E 4 | Justizwachtmeister, Hausmeister, Botendienst |
| Mittlerer Dienst | Mittlerer Schulabschluss plus Ausbildung oder Vorbereitungsdienst | A 6 bis A 9 | E 5 bis E 9a | Verwaltungsfachangestellte, Polizeimeister, Finanzwirte, Techniker |
| Gehobener Dienst | Bachelor, Diplom (FH) oder duales Studium | A 9 bis A 13 | E 9b bis E 12 | Diplom-Verwaltungswirte, Polizeikommissare, Steuerinspektoren, Sozialarbeiter |
| Höherer Dienst | Master, Diplom (Uni), Staatsexamen | A 13 bis A 16 | E 13 bis E 15 | Juristen, Amtsärztinnen, Lehrkräfte am Gymnasium, Referenten |
Zwei Gruppen tauchen doppelt auf. A 9 ist das Spitzenamt des mittleren und zugleich das Eingangsamt des gehobenen Dienstes, A 13 die Schnittstelle zwischen gehobenem und höherem Dienst. Welche Laufbahn gemeint ist, sagt der Text der Ausschreibung.
Was bedeuten die Gruppen in Euro?
Drei Beispiele als Bruttogrundbetrag pro Monat in Stufe 1, gerundet, ohne Zulagen und Jahressonderzahlung. E 9a im TVöD VKA sind rund 3.659 Euro, typisch für Verwaltungsfachwirte oder Technikerinnen in der Kommunalverwaltung. E 13 im TVöD VKA sind rund 4.901 Euro, die Einstiegsgruppe für Juristinnen, Ingenieure mit Masterabschluss oder Referentinnen. A 11 in der Bundesbesoldung sind rund 4.296 Euro Grundgehalt, ein Beförderungsamt des gehobenen Dienstes für Regierungsamtmänner oder Polizeioberkommissarinnen.
Der Vergleich allein über die Gruppe führt in die Irre. A 11 liegt brutto unter E 13, doch vom Grundgehalt der Beamtin gehen keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab, dazu kommen Familienzuschlag und Beihilfe. Was das unter dem Strich bedeutet, rechnet der Beitrag Beamte oder Tarifbeschäftigte vor. Alle Werte mit Quelle stehen unter TVöD VKA, TVöD Bund, TV-L und Besoldung Bund.
Was in einer Ausschreibung wirklich zugesagt ist
Viele Bewerberinnen und Bewerber vergleichen die Gruppe einer kommunalen Stelle mit der einer Landesstelle und wundern sich über die Differenz. TVöD und TV-L sind verschiedene Tarifverträge mit eigenen Tabellen und eigenen Laufzeiten; auch Bund und Kommunen zahlen in E 9a bis E 9c unterschiedlich. Eine E 11 beim Land ist deshalb nicht dieselbe Zahl wie eine E 11 in der Stadtverwaltung. Der Beitrag TVöD oder TV-L stellt beide Systeme gegenüber.
Der zweite Punkt betrifft die Stufe. Steht in der Anzeige nur „E 11“, ist damit kein Betrag zugesagt, sondern eine Spanne von Stufe 1 bis Stufe 6. Fragen Sie im Auswahlgespräch nach der vorgesehenen Stufe und legen Sie Zeugnisse über einschlägige Tätigkeiten bei, bevor der Vertrag geschrieben wird. In der Stellensuche lässt sich nach Entgeltgruppe filtern, etwa auf E 9b im TVöD VKA, sodass Sie Stellen derselben Bewertung direkt nebeneinander sehen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen E 13 und A 13?
E 13 ist eine Entgeltgruppe des TVöD oder TV-L und gilt für Tarifbeschäftigte mit Arbeitsvertrag. A 13 ist eine Besoldungsgruppe der Bundes- oder Landesbesoldungsordnung und gilt für Beamtinnen und Beamte. Beide stehen für Aufgaben, die ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium voraussetzen. Die Beträge und die Abzüge unterscheiden sich deutlich, weil von der Besoldung keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgehen.
Kann ich die Entgeltgruppe verhandeln?
Nein. Die Entgeltgruppe ergibt sich aus den Tätigkeitsmerkmalen der Stelle und steht in der Ausschreibung fest. Verhandelbar ist die Stufe, wenn Sie einschlägige Berufserfahrung nachweisen, sowie in engen Grenzen eine Vorweggewährung nach § 16 Abs. 6 TVöD zur Deckung des Personalbedarfs. Klären Sie beides vor der Vertragsunterschrift, danach lässt sich die Stufenzuordnung kaum noch korrigieren.
Wie lange dauert der Aufstieg in die nächste Stufe?
§ 16 Abs. 3 TVöD nennt feste Laufzeiten: Stufe 2 nach einem Jahr in Stufe 1, Stufe 3 nach zwei Jahren, Stufe 4 nach drei Jahren, Stufe 5 nach vier Jahren und Stufe 6 nach fünf Jahren in der jeweils vorangegangenen Stufe. Von Stufe 4 an kann die Zeit bei erheblich überdurchschnittlicher Leistung verkürzt werden. Von Stufe 1 bis zur Endstufe 6 vergehen damit fünfzehn Jahre in derselben Entgeltgruppe.
Gibt es die Besoldungsgruppe A 2 noch?
Beim Bund nicht mehr. In Anlage I des Bundesbesoldungsgesetzes ist A 2 als weggefallen ausgewiesen, die Bundesbesoldungsordnung A beginnt mit A 3. Die Länder haben eigene Besoldungsordnungen und teilweise noch eigene Eingangsämter im einfachen Dienst. Prüfen Sie deshalb bei einer Landesstelle immer das jeweilige Landesbesoldungsgesetz und nicht die Bundestabelle.
Was bedeutet gehobener Dienst bei Tarifbeschäftigten?
Laufbahngruppen gibt es nur im Beamtenrecht. In Ausschreibungen wird der Begriff aber auch für Tarifstellen verwendet, die ein Bachelor- oder Fachhochschulstudium voraussetzen. Das entspricht etwa den Entgeltgruppen E 9b bis E 12. StaatsJobs ordnet Tarif- und Beamtenstellen nach diesem Schema derselben Laufbahn zu, damit Sie beide Gruppen mit einem Filter finden.
Quellen und Stand
Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.
- Bundesbesoldungsgesetz, Anlage I (Bundesbesoldungsordnungen A und B) · Abruf 7.9.2026
- Bundesbesoldungsgesetz, Anlage IV (Grundgehaltssätze, 8 Erfahrungsstufen) · Tabelle gültig ab 1.3.2024
- TVöD Allgemeiner Teil, VKA-Lesefassung (§ 16 Stufen, § 17 Stufenlaufzeit) · Stand 1.1.2026
- Art. 33 Abs. 2 Grundgesetz (Bestenauslese) · Abruf 7.9.2026
- Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json) · Tarifeinigung 6.4.2025, Tabelle ab 1.5.2026
- Grundgehalt Bundesbesoldung A (data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json) · BMI-Rundschreiben 3.9.2025, vorläufig, ab 1.5.2026