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Verwaltungsfachangestellte: Aufgaben, Gehalt, Einstieg

Verwaltungsfachangestellte sind der Kernberuf in Rathäusern, Landratsämtern und Behörden. Was sie tun, wie die duale Ausbildung abläuft, welche Entgeltgruppe nach dem Abschluss wartet und welche Wege zum Verwaltungsfachwirt, ins Studium oder ins Beamtenverhältnis führen.

Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht · Aktualisiert

Das Wichtigste in Kürze

Verwaltungsfachangestellte bearbeiten Anträge, erlassen Bescheide und beraten Bürgerinnen und Bürger. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre; das Ausbildungsentgelt nach TVAöD beträgt seit 1. Mai 2026 zwischen 1.368,26 und 1.464,02 Euro im Monat. Nach dem Abschluss ist bei Kommunen E 5 oder E 6 üblich, bei eigenständiger Sachbearbeitung E 8 oder E 9a, also 3.124 bis 3.659 Euro brutto in Stufe 1. Der Verwaltungslehrgang II öffnet E 9b bis E 11.

7.137 junge Menschen haben 2025 einen Ausbildungsvertrag als Verwaltungsfachangestellte abgeschlossen. Damit steht der Beruf auf Rang 19 der bundesweiten Rangliste des Bundesinstituts für Berufsbildung, direkt hinter Elektronikerinnen für Betriebstechnik. Wer im Rathaus einen Personalausweis beantragt, ein Gewerbe anmeldet oder Wohngeld bezieht, hat es fast immer mit diesen Beschäftigten zu tun.

Was machen Verwaltungsfachangestellte?

Sie bearbeiten Verwaltungsvorgänge auf Grundlage von Gesetzen, Verordnungen und Satzungen: Anträge prüfen, Bescheide erlassen, Bürgerinnen und Bürger beraten, Haushaltsmittel verwalten, an Personalangelegenheiten mitwirken. Der Rechtsstoff ist der Kern der Arbeit, nicht das Beiwerk. Wer Formulare für Bürokratie hält, wird in diesem Beruf unglücklich.

Die Ausbildungsordnung kennt mehrere Fachrichtungen, die sich vor allem im Rechtsstoff unterscheiden. Die Kommunalverwaltung ist die größte und deckt Städte, Gemeinden, Landkreise und Zweckverbände ab; Stellen finden Sie unter Arbeitgeber Kommune. Die Landesverwaltung umfasst Ministerien, Regierungspräsidien, Landesämter sowie die Polizei- und Justizverwaltung, zu sehen unter Arbeitgeber Land. Die Bundesverwaltung reicht von den Ministerien bis zu nachgeordneten Behörden wie der Bundesagentur für Arbeit oder dem Zoll, nachzulesen unter Arbeitgeber Bund. Daneben existieren die Fachrichtungen Kirchenverwaltung sowie Handwerksorganisation und Industrie- und Handelskammern mit eigenem Dienst- und Arbeitsrecht.

Unabhängig von der Fachrichtung ähneln sich die Einsatzfelder. Im Bürgerservice sind es Meldewesen, Pass- und Ausweiswesen, Kfz-Zulassung und Wohngeld. Im Personalamt Ausschreibungen, Einstellungen, Eingruppierung und Bezügeabrechnung. In der Kämmerei Haushaltsplanung, Kasse, Steuern und Vergabe. Im Ordnungsamt Gewerbeanmeldungen, Gaststättenrecht und Bußgeldverfahren.

Wie läuft die duale Ausbildung ab?

Die Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz und der Verordnung über die Berufsausbildung zum Verwaltungsfachangestellten dauert drei Jahre und findet an drei Lernorten statt.

  1. Ausbildungsbehörde: Praktische Ausbildung in wechselnden Ämtern, meist im Rotationsprinzip durch Bürgerbüro, Personalamt, Kämmerei, Sozialamt und Ordnungsamt.
  2. Berufsschule: Blockunterricht oder Teilzeitunterricht in Verwaltungsrecht, Rechnungswesen, Wirtschaftslehre und Kommunikation.
  3. Verwaltungsschule oder Studieninstitut: Die dienstbegleitende Unterweisung vertieft das Verwaltungsrecht und bereitet auf die Abschlussprüfung vor, die je nach Land vor der Verwaltungsschule oder der zuständigen Stelle abgelegt wird.

Bei guten Leistungen lässt sich die Ausbildungszeit auf Antrag verkürzen. Bewerberinnen und Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur starten häufig mit einer um sechs oder zwölf Monate kürzeren Dauer.

Das Berufsbildungsgesetz schreibt keinen Schulabschluss vor. In der Praxis erwarten die meisten Arbeitgeber einen mittleren Schulabschluss. Wichtiger als das Zeugnis ist der Einstellungstest, den fast alle Kommunen und Länder einsetzen: Rechtschreibung, Textverständnis, Grundrechenarten, logisches Denken, Allgemeinwissen. Ein Führungszeugnis wird bei der Einstellung verlangt, weil Verwaltungsfachangestellte hoheitliche Aufgaben wahrnehmen.

Wie viel verdiene ich in der Ausbildung?

Auszubildende der Kommunen und des Bundes werden nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes vergütet. § 8 des Besonderen Teils BBiG nennt feste Monatsbeträge, die zum 1. Mai 2026 um jeweils 75 Euro gestiegen sind:

Ausbildungsjahrbis 31. März 2025ab 1. April 2025ab 1. Mai 2026
Erstes1.218,26 €1.293,26 €1.368,26 €
Zweites1.268,20 €1.343,20 €1.418,20 €
Drittes1.314,02 €1.389,02 €1.464,02 €
Viertes1.377,59 €1.452,59 €1.527,59 €

TVAöD, Besonderer Teil BBiG, § 8 Abs. 1, Lesefassung der VKA. Für den Bereich des TVöD Besonderer Teil Sparkassen gilt eine abweichende Regelung. Hinzu kommen Jahressonderzahlung, Lernmittelzuschuss und eine Abschlussprämie bei bestandener Prüfung. Offene Plätze stehen unter Ausbildung im öffentlichen Dienst.

Welche Entgeltgruppe erwartet mich nach dem Abschluss?

Verwaltungsfachangestellte sind Tarifbeschäftigte. Bei Kommunen gilt der TVöD VKA, beim Bund der TVöD Bund, bei den Ländern der TV-L. Die Entgeltgruppe hängt nicht vom Abschluss ab, sondern von der übertragenen Tätigkeit; wie das im Einzelnen funktioniert, erklärt der Beitrag Eingruppierung und Tätigkeitsmerkmale. Üblich sind nach der Ausbildung E 5 oder E 6, bei eigenständiger Sachbearbeitung E 8 oder E 9a.

Typische TätigkeitEntgeltgruppeStufe 1Stufe 6 (Endstufe)
Einfache Sachbearbeitung, Bürgerbüro, RegistraturE 53.124 €3.783 €
Sachbearbeitung mit gründlichen FachkenntnissenE 63.240 €3.926 €
Sachbearbeitung mit vielseitigen FachkenntnissenE 83.486 €4.231 €
Eigenständige Sachbearbeitung mit selbständigen LeistungenE 9a3.659 €4.980 €

TVöD VKA, Tabelle gültig ab 1. Mai 2026, brutto pro Monat, auf volle Euro gerundet. Alle Gruppen und Stufen stehen in der TVöD-VKA-Tabelle. Hinzu kommen Jahressonderzahlung, betriebliche Zusatzversorgung und in vielen Kommunen Leistungsentgelt.

Die Stufe richtet sich nach der Berufserfahrung. Wer direkt nach der Ausbildung übernommen wird, beginnt in Stufe 1. Die Ausbildungszeit selbst zählt nicht als einschlägige Berufserfahrung im Sinne des § 16 TVöD; welche Zeiten anerkannt werden, steht im Beitrag Stufenzuordnung bei Neueinstellung.

Aufstieg über Lehrgang oder Studium

Der wichtigste Karriereschritt ist der Verwaltungslehrgang II, vielerorts noch Angestelltenlehrgang II genannt, mit dem Abschluss Verwaltungsfachwirtin oder Verwaltungsfachwirt. Er läuft berufsbegleitend an einem Studieninstitut, dauert zwei bis drei Jahre und wird vom Arbeitgeber finanziert, häufig mit einer Bindungsklausel. Der Abschluss gilt als Voraussetzung für Tätigkeiten der Entgeltgruppen E 9b bis E 11: Sachgebietsleitung, schwierige Sachbearbeitung in Bauverwaltung, Sozialrecht oder Vergabe. E 9b beginnt bei 3.780 Euro und endet bei 5.313 Euro, E 11 reicht von 4.270 bis 6.327 Euro.

Wer weiter will, studiert. Die Hochschulen für öffentliche Verwaltung der Länder bieten Bachelorstudiengänge wie Public Management, Allgemeine Verwaltung oder Bachelor of Laws an, teils berufsbegleitend, teils als Vorbereitungsdienst mit Anwärterbezügen. Der Abschluss öffnet den gehobenen Dienst: als Tarifbeschäftigte E 9b bis E 12, als Beamte die Laufbahngruppe des gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienstes. Für Verwaltungsfachangestellte mit Berufserfahrung ist der Hochschulzugang auch ohne Abitur möglich, die Bedingungen legen die Länder fest.

Der Verwaltungslehrgang I steht Quereinsteigenden offen. Viele Kommunen stellen Kaufleute für Büromanagement, Rechtsanwaltsfachangestellte oder Bankkaufleute in der Sachbearbeitung ein und lassen sie den Lehrgang nachholen. Er endet mit einer Prüfung, die dem Abschluss der Verwaltungsfachangestellten gleichgestellt ist. Eingruppiert wird zunächst nach der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit. Einzelheiten stehen im Beitrag Quereinstieg in den öffentlichen Dienst.

Verbeamtung als Alternative

Dieselben Aufgaben nehmen in vielen Behörden auch Beamtinnen und Beamte wahr. Das Gegenstück zur Ausbildung ist der Vorbereitungsdienst für den mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst mit dem Abschluss Verwaltungswirtin oder Verwaltungswirt. Die Laufbahn beginnt in der Besoldungsgruppe A 6 und reicht regulär bis A 9.

Beamte zahlen keine Beiträge zur Sozialversicherung und erhalten Beihilfe und Pension, sind dafür an Höchstaltersgrenzen und die amtsärztliche Eignung gebunden. Als Orientierung dient die Bundesbesoldungstabelle; die Länder haben eigene Besoldungsgesetze mit abweichenden Beträgen. Ob Beamtenverhältnis oder Tarif für Sie günstiger ist, rechnet der Beitrag Beamte oder Tarifbeschäftigte durch. Bereits ausgebildete Verwaltungsfachangestellte können bei vielen Dienstherren nach einer Anerkennung ihrer Qualifikation in das Beamtenverhältnis wechseln.

Worauf es bei der Bewerbung ankommt

Kommunen schreiben Ausbildungsplätze oft ein Jahr vor Beginn aus, und die genannte Frist ist eine Ausschlussfrist: Wer sie versäumt, ist aus dem Verfahren, unabhängig von der Qualifikation. Ein Blick auf die Kennziffer der Ausschreibung lohnt ebenfalls, weil viele Portale ohne sie keine Zuordnung vornehmen. Den Ablauf beschreibt der Beitrag Bewerbung im öffentlichen Dienst.

Über die Einladung entscheidet in der Regel der Einstellungstest, nicht das Anschreiben. Prozentrechnung, Textaufgaben, Logikreihen und Rechtschreibung lassen sich üben, und genau das unterscheidet die Eingeladenen von den Abgelehnten. Ein Praktikum im Rathaus oder ehrenamtliche Tätigkeit hilft im Gespräch, ersetzt aber kein Testergebnis.

Die Wahl der Fachrichtung legt Sie nicht auf Lebenszeit fest, prägt aber die ersten Jahre. Die Kommunalverwaltung bietet die meisten Stellen und die breiteste Aufgabenpalette, Bund und Land die spezialisierteren Zuschnitte. Ein späterer Wechsel zwischen Kommunen ist ohne Verlust der Stufe möglich, solange die Beschäftigung im öffentlichen Dienst nicht unterbrochen wird. Aktuelle Ausschreibungen stehen unter Verwaltung.

Häufige Fragen

Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten?

Das Berufsbildungsgesetz schreibt keinen bestimmten Abschluss vor. In der Praxis verlangen die meisten Arbeitgeber einen mittleren Schulabschluss, viele Bewerberinnen und Bewerber bringen inzwischen die Fachhochschulreife oder das Abitur mit. Entscheidend sind gute Noten in Deutsch und Mathematik sowie das Abschneiden im Einstellungstest, den fast alle Kommunen und Länder einsetzen.

Wie viel verdiene ich als Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten?

Nach § 8 des TVAöD in der Fassung des Besonderen Teils BBiG beträgt das monatliche Ausbildungsentgelt seit dem 1. Mai 2026 im ersten Ausbildungsjahr 1.368,26 Euro, im zweiten 1.418,20 Euro und im dritten 1.464,02 Euro. Ein viertes Ausbildungsjahr wird mit 1.527,59 Euro vergütet, kommt bei diesem Beruf aber nur nach einer Verlängerung vor. Hinzu kommen Jahressonderzahlung und vermögenswirksame Leistungen.

Wie viel verdienen Verwaltungsfachangestellte nach der Ausbildung?

Die Eingruppierung richtet sich nach der übertragenen Tätigkeit, nicht nach dem Abschluss. Nach dem Abschluss ist bei den Kommunen die Entgeltgruppe E 5 oder E 6 üblich, mit eigenständiger Sachbearbeitung E 8 oder E 9a. Das Tabellenentgelt der E 6 beginnt nach dem TVöD VKA bei 3.240 Euro brutto im Monat in Stufe 1 und erreicht in der Endstufe 3.926 Euro.

Kann ich als Verwaltungsfachangestellte verbeamtet werden?

Ja, über den Wechsel in den mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst. Dafür ist ein Vorbereitungsdienst oder eine Anerkennung Ihrer Qualifikation durch den Dienstherrn erforderlich. Außerdem müssen Sie die Höchstaltersgrenze Ihres Landes einhalten und die amtsärztliche Untersuchung bestehen. Viele Kommunen bieten geeigneten Beschäftigten diesen Weg aktiv an, weil sie damit Personal binden.

Was bringt der Verwaltungslehrgang II?

Er führt zum Abschluss Verwaltungsfachwirtin oder Verwaltungsfachwirt und gilt als Voraussetzung für Tätigkeiten der Entgeltgruppen E 9b bis E 11, also Sachgebietsleitung und schwierige Sachbearbeitung. Der Lehrgang läuft berufsbegleitend an einem Studieninstitut, dauert je nach Land zwei bis drei Jahre und wird vom Arbeitgeber finanziert, häufig verbunden mit einer Bindungsklausel über mehrere Jahre.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.

  1. TVAöD Besonderer Teil BBiG i. d. F. des Änderungstarifvertrags Nr. 14, § 8 Ausbildungsentgelt (VKA-Lesefassung) · Lesefassung Stand 1.7.2025, Beträge ab 1.5.2026
  2. Entgelttabelle TVöD VKA ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json) · Stand 1.5.2026, Laufzeit bis 31.3.2027
  3. BIBB, Rangliste 2025 der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen (Tabelle 67, Deutschland) · Stand der Daten 5.12.2025, Stichtag 30.9.2025
  4. Verordnung über die Berufsausbildung zum Verwaltungsfachangestellten (VerwFAngAusbV) · Fassung vom 22.2.2022