Berufsfeuerwehr: Einstellung, Laufbahn, Sporttest, Besoldung
Der Einstieg in die Berufsfeuerwehr führt nicht über eine Bewerbung auf eine Stelle, sondern über einen Vorbereitungsdienst im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Welche Schulabschlüsse zählen, wie lange die Ausbildung dauert und was am Ende auf dem Gehaltszettel steht.
Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht · Aktualisiert
Das Wichtigste in Kürze
Berufsfeuerwehren stellen fast ausschließlich Beamtinnen und Beamte ein, und zwar über einen Vorbereitungsdienst. In Nordrhein-Westfalen dauert er im mittleren Dienst 18 Monate, im gehobenen Dienst drei Jahre und im höheren Dienst zwei Jahre. Die Ämter des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes reichen beim Bund von A 7 (Brandmeisterin) über A 8 bis A 9. München verlangt Mindestgröße 165 Zentimeter, Führerschein Klasse B und ein Höchstalter von 43 Jahren, Berlin ein Schwimmabzeichen in Silber.
Eine Berufsfeuerwehr sucht keine fertigen Feuerwehrleute. Sie sucht Menschen mit einem Handwerksberuf und stellt sie als Beamtinnen und Beamte auf Widerruf ein, um sie selbst auszubilden. In Nordrhein-Westfalen dauert dieser Vorbereitungsdienst im mittleren Dienst ein Jahr und sechs Monate, im gehobenen Dienst drei Jahre. Die Bewerbung zielt also auf eine Ausbildung, nicht auf eine Stelle.
Wer stellt bei der Berufsfeuerwehr ein?
Berufsfeuerwehren sind kommunale Einrichtungen. Sie gehören zu den Städten, in Nordrhein-Westfalen zusätzlich zu den Kreisen für Aufgaben des vorbeugenden Brandschutzes und der Gefahrenabwehr. Das Land selbst betreibt Feuerwehreinrichtungen und mit dem Institut der Feuerwehr NRW die zentrale Ausbildungsstätte. Anders als bei Polizei oder Zoll gibt es keine Bundesfeuerwehr: Der Bund führt in seiner Besoldungsordnung zwar die Ämter des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes, ein eigener gehobener oder höherer feuerwehrtechnischer Dienst kommt dort nicht vor.
Praktisch bedeutet das: Sie bewerben sich bei einer einzelnen Stadt. Deren Ausschreibung nennt Termine, Zugangsweg und Höchstalter, während die Laufbahn selbst im Landesrecht steht. Eine Bewerbung bei mehreren Städten lohnt sich, weil Einstellungstermine und Auswahltermine nicht abgestimmt sind. Offene Ausschreibungen finden Sie unter Stellen bei Feuerwehr und Sicherheit und bei den kommunalen Arbeitgebern.
Neben den Berufsfeuerwehren beschäftigen Werkfeuerwehren von Industriebetrieben, Flughäfen und Chemieparks hauptamtliche Kräfte. Die Laufbahnverordnung in Nordrhein-Westfalen erkennt deren Ausbildung ausdrücklich an: Wer die Prüfung zur Werkfeuerwehrfrau oder zum Werkfeuerwehrmann bestanden hat, kann ohne den kommunalen Vorbereitungsdienst in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen werden.
Welche Laufbahnen gibt es im feuerwehrtechnischen Dienst?
Drei Einstiege stehen offen, und sie unterscheiden sich vor allem durch die geforderte Vorbildung. Die folgenden Angaben stammen aus der Laufbahnverordnung Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen; andere Länder regeln das ähnlich, aber nicht identisch.
| Laufbahn | Vorbildung | Vorbereitungsdienst | Dienstbezeichnung |
|---|---|---|---|
| Mittlerer Dienst (Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt) | Hauptschulabschluss und geeignete Gesellenprüfung oder Berufsausbildung; alternativ Fachoberschulreife mit handwerklicher Vorausbildung nach der Stufenausbildungsverordnung | 1 Jahr 6 Monate | Brandmeisteranwärterin, Brandmeisteranwärter |
| Gehobener Dienst (Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt) | Bachelor oder gleichwertiger Abschluss aus einem technischen, naturwissenschaftlichen oder anderen für die Feuerwehr geeigneten Bereich | 3 Jahre, davon bis zu 12 Monate durch Studienzeiten angerechnet | Brandoberinspektoranwärterin, Brandoberinspektoranwärter |
| Höherer Dienst (Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt) | Diplom oder Master einer Universität oder technischen Hochschule aus einer geeigneten Fachrichtung | 2 Jahre | Brandreferendarin, Brandreferendar |
Auf den Vorbereitungsdienst lassen sich Vorerfahrungen anrechnen. Im mittleren Dienst sind es bis zu acht Monate, in beiden Laufbahnen der Laufbahngruppe 2 bis zu zwölf Monate, jeweils für berufliche, nebenberufliche oder ehrenamtliche Tätigkeiten sowie für feuerwehrtechnische und rettungsdienstliche Kompetenzen. Jahre in einer Freiwilligen Feuerwehr zahlen sich hier unmittelbar aus. Sie verkürzen auch die Probezeit: Diese beträgt regelmäßig drei Jahre und kann bei hauptberuflichen Angehörigen Freiwilliger Feuerwehren und von Werkfeuerwehren auf ein Jahr herabgesetzt werden.
Welche Voraussetzungen prüfen die Städte?
Neben Schulabschluss und Ausbildung verlangt die Laufbahnverordnung zwei Dinge: Volljährigkeit und ein amtsärztliches Gutachten, das die Eignung für den Dienst in der Feuerwehr feststellt. Alles Weitere legen die Städte in ihren Ausschreibungen fest, und dort werden die Anforderungen konkret.
Die Landeshauptstadt München verlangt für ihren Weg 112 Klassisch einen erfolgreichen Haupt- oder Mittelschulabschluss, eine anerkannte Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren, eine Mindestkörpergröße von 165 Zentimetern, den Führerschein der Klasse B und ein Höchstalter von 43 Jahren bei der Einstellung. Nachzuweisen sind außerdem das Deutsche Sportabzeichen und das Deutsche Schwimmabzeichen jeweils in Bronze. Die Berliner Feuerwehr verlangt ein Schwimmabzeichen in Silber, das nicht älter als zwei Jahre sein darf, und begrenzt den Body-Mass-Index auf einen Bereich zwischen 18 und 27,5.
Die Mindestkörpergröße überrascht viele Bewerber. Sie ist keine Schikane, sondern folgt aus der Bedienbarkeit von Fahrzeugen und Geräten und aus der Passform der Schutzausrüstung. Sie steht in der Ausschreibung, nicht im Gesetz, und weicht deshalb von Stadt zu Stadt ab.
Wie läuft das Auswahlverfahren ab?
Die Laufbahnverordnung schreibt vor, dass die Prüfung der körperlichen Eignung auf sportliche und physische Übungen zur Eignungsfeststellung beschränkt bleibt. Der Sporttest ist damit rechtlich verankert, seine Ausgestaltung liegt bei der einstellenden Stadt. In der Praxis folgt das Verfahren dieser Reihenfolge:
- Formale Prüfung: Schulabschluss, Berufsausbildung, Führerschein, Schwimm- und Sportabzeichen. Fehlt ein Nachweis zum Stichtag, endet das Verfahren hier.
- Schriftlicher Test: Rechtschreibung, Textverständnis, Rechnen, technisches Verständnis und Konzentration, überwiegend am Bildschirm.
- Sporttest: Ausdauer, Kraft, Koordination und Schwindelfreiheit, häufig ergänzt um einen Parcours unter Atemschutz.
- Amtsärztliche Untersuchung: Vorgeschrieben durch die Laufbahnverordnung, sowohl vor der Einstellung in den Vorbereitungsdienst als auch vor der Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe.
- Vorstellungsgespräch: Einzelgespräch vor einer Kommission, teils mit Gruppenübung.
Ein nicht bestandener Sporttest schließt nicht dauerhaft aus; in vielen Städten ist eine erneute Bewerbung zum nächsten Termin möglich. Die Nachweise für Schwimmen und Sport haben oft ein Ablaufdatum, in Berlin zwei Jahre, sodass sie rechtzeitig erneuert werden müssen. Wie Auswahlkommissionen im öffentlichen Dienst allgemein arbeiten, steht im Beitrag Bewerbung im öffentlichen Dienst; die vergleichbaren Verfahren bei Polizei und Justiz beschreibt Einstieg bei Polizei und Justiz.
Was verdienen Beamtinnen und Beamte der Feuerwehr?
Der mittlere feuerwehrtechnische Dienst umfasst in der Bundesbesoldungsordnung A drei Ämter: Brandmeisterin und Brandmeister in A 7, Oberbrandmeisterin und Oberbrandmeister in A 8, Hauptbrandmeisterin und Hauptbrandmeister in A 9. Weil Berufsfeuerwehren kommunal sind, gilt für sie aber das Besoldungsgesetz des jeweiligen Landes, nicht die Bundestabelle. Als Größenordnung dient die Bundesbesoldung: Das Grundgehalt in A 7 Stufe 1 liegt dort bei rund 3.138 Euro brutto im Monat, in A 9 Stufe 1 bei rund 3.552 Euro, jeweils gerundet und ohne Zulagen und Familienzuschlag. Die vollständige Tabelle steht unter Besoldung Bund.
Zum Grundgehalt kommt eine Stellenzulage für den Einsatzdienst. In Nordrhein-Westfalen regelt sie § 50 des Landesbesoldungsgesetzes: Beamtinnen und Beamte in Ämtern der Landesbesoldungsordnung A im Einsatzdienst der Feuerwehr erhalten sie, und zwar unter denselben Voraussetzungen auch Anwärterinnen und Anwärter. Abgegolten werden damit ausdrücklich die Besonderheiten des Einsatzdienstes, insbesondere der Aufwand für Nachtdienst und Verzehr. Die Höhe legt jedes Land in seiner Besoldungstabelle selbst fest und weicht deutlich voneinander ab, weshalb sich kein bundesweiter Betrag angeben lässt.
Einen Teil der Feuerwehrarbeit erledigen Tarifbeschäftigte, etwa in Leitstellen, Werkstätten und Verwaltung. Für sie gilt der TVöD, ergänzt um besondere Regelungen für den kommunalen feuerwehrtechnischen Dienst. Was Beamtenverhältnis und Tarifbeschäftigung praktisch trennt, steht im Beitrag Beamte oder Tarifbeschäftigte.
Der Aufstieg innerhalb der Feuerwehr
Wer im mittleren Dienst anfängt, bleibt nicht dort. Die Laufbahnverordnung kennt zwei Aufstiegswege in die Laufbahngruppe 2. Der reguläre Aufstieg setzt ein Personalauswahlverfahren voraus, eine Einführungszeit von zwölf Monaten und eine Aufstiegsprüfung, die der Laufbahnprüfung des gehobenen Dienstes entspricht. Die Beförderungsämter der Laufbahngruppe 1 müssen dabei nicht durchlaufen werden. Zugelassen wird, wer entweder den geforderten Bachelorabschluss hat oder die Ausbildung zur Gruppenführerin oder zum Gruppenführer abgeschlossen und mindestens drei Monate an einer Feuerwehrschule oder in Hospitationen die Ausbildungsinhalte vertieft hat.
Daneben gibt es einen beschränkten prüfungsfreien Aufstieg bis zur Besoldungsgruppe A 11. Er führt ohne Aufstiegsprüfung in das erste Einstiegsamt der Laufbahngruppe 2, endet aber bei A 11. Wer aus diesem Weg kommt und in A 10 angekommen ist, kann anschließend noch zur regulären Aufstiegsausbildung zugelassen werden. Wie Aufstiegsverfahren im Beamtenrecht allgemein funktionieren, erklärt der Beitrag Aufstieg vom mittleren in den gehobenen Dienst.
Die Rettungsdienstqualifikation im Auswahlverfahren
Berufsfeuerwehren fahren mehr Rettungseinsätze als Brände. Die Ausbildung trägt dem Rechnung: München bildet im Weg 112 Klassisch neben der feuerwehrtechnischen Qualifikation zur Rettungssanitäterin oder zum Rettungssanitäter und zur Rettungsschwimmerin oder zum Rettungsschwimmer aus und lässt den Führerschein der Klasse C erwerben. Berlin führt mit 112 Medic einen eigenen Zugangsweg für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter, dessen Vorbereitungsdienst entsprechend länger dauert.
Eine Vorbereitung allein auf den Sporttest greift deshalb zu kurz; die medizinische Seite kommt spätestens im Vorstellungsgespräch zur Sprache. Nützlich ist deshalb der Blick auf die konkrete Ausschreibung: Sie nennt, welche Rettungsdienstqualifikation im Vorbereitungsdienst erworben wird und welche bereits mitgebracht werden kann, was die Ausbildung verkürzt. Zeiten in einer Freiwilligen Feuerwehr gehören mit Bescheinigung in die Bewerbung, weil sie auf Vorbereitungsdienst und Probezeit angerechnet werden können.
Häufige Fragen
Welchen Schulabschluss brauche ich für die Berufsfeuerwehr?
Für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst genügt in Nordrhein-Westfalen ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer für den Feuerwehrdienst geeigneten Gesellenprüfung oder Berufsausbildung. Alternativ reicht die Fachoberschulreife, wenn eine handwerkliche Vorausbildung nach der Stufenausbildungsverordnung Feuerwehr absolviert wurde. Der gehobene Dienst setzt einen Bachelorabschluss aus einer technischen, naturwissenschaftlichen oder anderen für die Feuerwehr geeigneten Fachrichtung voraus.
Wie lange dauert die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr?
In Nordrhein-Westfalen dauert der Vorbereitungsdienst im mittleren Dienst ein Jahr und sechs Monate, im gehobenen Dienst drei Jahre und im höheren Dienst zwei Jahre. Auf den Vorbereitungsdienst können berufliche, nebenberufliche oder ehrenamtliche Zeiten angerechnet werden, im mittleren Dienst bis zu acht Monate, in den beiden Laufbahnen der Laufbahngruppe 2 bis zu zwölf Monate. München bildet in seinem Weg 112 Klassisch zwölf Monate lang aus.
Wie alt darf ich bei der Bewerbung zur Feuerwehr höchstens sein?
Das entscheidet jede Kommune und jedes Land für sich. Die Landeshauptstadt München nennt für den Weg 112 Klassisch ein Höchstalter von 43 Jahren zum Zeitpunkt der Einstellung. Die Laufbahnverordnung Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen selbst nennt kein Höchstalter, sondern verlangt nur Volljährigkeit und ein amtsärztliches Gutachten. Die eigentliche Grenze ergibt sich dort aus dem allgemeinen Laufbahnrecht des Landes.
Muss ich für die Feuerwehr eine Lehre abgeschlossen haben?
Nicht mehr überall. Der klassische Weg verlangt eine abgeschlossene Berufsausbildung, meist im handwerklich-technischen Bereich. Nordrhein-Westfalen lässt daneben Bewerber mit Fachoberschulreife und einer handwerklichen Vorausbildung nach der Stufenausbildungsverordnung Feuerwehr zu. Berlin bietet mit den Wegen 112 Direkt und 112 Direkt Plus Zugänge ohne vorherige Lehre an, dort ist die handwerkliche Grundausbildung Teil des Vorbereitungsdienstes.
Was verdient man bei der Berufsfeuerwehr?
Der mittlere feuerwehrtechnische Dienst umfasst in der Bundesbesoldungsordnung A die Ämter Brandmeisterin in A 7, Oberbrandmeisterin in A 8 und Hauptbrandmeisterin in A 9. Die Kommunen zahlen nach Landesbesoldungsrecht, das je nach Land über oder unter der Bundestabelle liegt. Hinzu kommt eine Stellenzulage für den Einsatzdienst, die in Nordrhein-Westfalen § 50 des Landesbesoldungsgesetzes regelt und die auch Anwärterinnen und Anwärter erhalten.
Quellen und Stand
Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.
- Verordnung über die Laufbahnen der Beamtinnen und Beamten des feuerwehrtechnischen Dienstes im Land Nordrhein-Westfalen (LVOFeu), Paragrafen 3, 4, 7, 8, 9, 13, 15, 16 · Fassung vom 15.3.2017, zuletzt geändert 22.6.2021, abgerufen 8.9.2026
- Besoldungsgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (LBesG NRW), § 50 Zulage für Beamtinnen und Beamte der Feuerwehr · Fassung gültig ab 1.1.2026, abgerufen 8.9.2026
- Bundesbesoldungsgesetz, Anlage I (Bundesbesoldungsordnung A), Ämter Brandmeister A 7, Oberbrandmeister A 8, Hauptbrandmeister A 9 · abgerufen 8.9.2026
- Landeshauptstadt München, Ausbildung 112 Klassisch (Zugang, Höchstalter, Mindestgröße, Sport- und Schwimmabzeichen, Dauer) · abgerufen 8.9.2026
- Berliner Feuerwehr, Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst (Einstiegswege 112 Classic, 112 Direkt, 112 Medic, Schwimmabzeichen Silber) · abgerufen 8.9.2026
- Bundesbesoldungsordnung A, Grundgehaltssätze A 7 und A 9, Tabelle in data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json · vorläufige Tabelle, gültig ab 1.5.2026