Zivil bei der Bundeswehr: Berufe, Tarif, Verbeamtung
Rund 81.000 zivile Beschäftigte arbeiten bei der Bundeswehr, die meisten als Tarifbeschäftigte in Verwaltung, Technik, IT und Infrastruktur. Welche Laufbahnen offenstehen, welche Zugänge es gibt und wo die Verbeamtung möglich ist.
Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht · Aktualisiert
Das Wichtigste in Kürze
Die Bundeswehr beschäftigt rund 81.000 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Mehrzahl davon als Tarifbeschäftigte. Drei zivile Laufbahnen stehen offen: der mittlere Dienst mit zweijährigem Vorbereitungsdienst, der gehobene Dienst über duales Studium oder Direkteinstieg mit Bachelor und anderthalb Jahren Berufserfahrung sowie der höhere Dienst mit Master. Der größte zivile Organisationsbereich ist die Infrastruktur, daneben stehen Personal, Ausrüstung sowie Cyber- und Informationsraum.
Rund 81.000 zivile Expertinnen und Experten arbeiten nach Angabe des eigenen Karriereportals bei der Bundeswehr. Sie bauen keine Panzer und tragen keine Uniform, sondern verwalten Liegenschaften, beschaffen Material, betreiben Netze, rechnen Bezüge ab und beraten Bewerber. Die Mehrzahl des Zivilpersonals gehört zur Statusgruppe der Tarifbeschäftigten.
Was machen zivile Beschäftigte bei der Bundeswehr?
Die Bundeswehr gliedert ihre zivilen Aufgaben in Organisationsbereiche. Der Bereich Personal umfasst das Bundesamt für das Personalmanagement mit 18 Karrierecentern und 110 Karriereberatungsbüros. Dort arbeiten Personalsachbearbeitung, Bezügewesen, Eignungsdiagnostik und Karriereberatung.
Der Bereich Ausrüstung verantwortet Beschaffung, Rüstungsprojekte und technische Prüfung. Ingenieurinnen, Vergabejuristen und kaufmännische Sachbearbeitung sitzen hier. Der Bereich Infrastruktur ist nach eigener Darstellung der größte zivile Organisationsbereich und deckt Liegenschaften, Bauunterhalt, Umweltschutz und Dienstleistungen ab. Der Cyber- und Informationsraum bündelt IT-Betrieb, Netze und Informationssicherheit.
Daneben besteht die klassische Bundeswehrverwaltung mit Wehrverwaltung, Rechtsangelegenheiten, Haushalt und Truppenverwaltung. Wer aus einer Kommune oder einem Landesamt wechselt, findet dort die vertrauteste Arbeitsumgebung, nur mit Bundesrecht statt Landesrecht. Hinzu kommen der Sanitätsdienst mit zivilem Pflege- und Laborpersonal in den Bundeswehrkrankenhäusern sowie Forschungseinrichtungen wie die Wehrtechnischen Dienststellen, die Wissenschaftlerinnen und Prüfingenieure beschäftigen.
Welche Laufbahnen und Zugänge gibt es?
Das Karriereportal unterscheidet drei zivile Laufbahnen. Sie unterscheiden sich in Zugangsvoraussetzung, Ausbildungsweg und Endamt.
| Laufbahn | Zugang | Weg |
|---|---|---|
| Mittlerer Dienst | Mittlere Reife oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung | Zweijähriger Vorbereitungsdienst mit neunmonatigem Praktikum und Englischausbildung; Direkteinstieg mit passender Ausbildung und mindestens anderthalb Jahren Berufserfahrung |
| Gehobener Dienst | Fachhochschulreife oder Hochschulreife für das duale Studium; Bachelor oder Master für den Direkteinstieg | Duales Studium; Direkteinstieg mit anderthalb Jahren Berufserfahrung; Traineeprogramme ohne Vorerfahrung |
| Höherer Dienst | Masterabschluss, bei Juristen erste und zweite juristische Staatsprüfung | In der Regel zweieinhalb Jahre Berufserfahrung; Traineeprogramme für technische Masterabsolventen ohne Vorerfahrung |
Angaben nach dem Karriereportal der Bundeswehr, abgerufen im September 2026. Die Traineeprogramme sind der interessanteste Zugang, weil sie die sonst übliche Hürde der Vorerfahrung ausdrücklich entfallen lassen. Wer direkt von der Hochschule kommt, sollte gezielt nach ihnen suchen.
Tarifbeschäftigung oder Verbeamtung?
Beide Statusgruppen kommen nebeneinander vor, oft auf vergleichbaren Dienstposten. Für Tarifbeschäftigte des Bundes gilt der TVöD in der Fassung für die Bundesverwaltung; die Eingruppierung folgt der Tätigkeit, nicht dem Abschluss.
| Typische Zuordnung | Tarif (TVöD Bund) | Beamte (BBesO A) |
|---|---|---|
| Mittlerer Dienst, Sachbearbeitung | E 6: 3.240 € bis 3.926 € | A 6 bis A 9: 3.000 € bis 4.535 € |
| Gehobener Dienst, Einstieg | E 9b: 3.834 € bis 5.298 € | A 9: 3.552 € bis 4.535 € |
| Gehobener Dienst, herausgehoben | E 11: 4.270 € bis 6.327 € | A 12: 4.589 € bis 6.157 € |
| Höherer Dienst, Einstieg | E 13: 4.901 € bis 7.026 € | A 13: 5.343 € bis 6.806 € |
TVöD Bund ab 1. Mai 2026 und Bundesbesoldungsordnung A ab 1. Mai 2026, brutto pro Monat, jeweils Stufe 1 bis Endstufe, auf volle Euro gerundet. Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar, weil Beamte keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen, dafür aber Beiträge zur privaten Krankenversicherung. Die vollständigen Tabellen stehen unter TVöD Bund und Bundesbesoldung; die Abwägung führt der Beitrag Beamte oder Tarifbeschäftigte durch.
Die Verbeamtung setzt neben der Laufbahnbefähigung die Höchstaltersgrenze des Bundes und die gesundheitliche Eignung voraus. Innerhalb der Bundeswehrverwaltung ist der spätere Wechsel vom Tarifverhältnis ins Beamtenverhältnis üblich, wenn die Laufbahnbefähigung nachträglich erworben wird.
Ausbildung und duales Studium
Die Bundeswehr bildet zivil in mehreren Dutzend anerkannten Ausbildungsberufen aus, von der Verwaltungsfachangestellten über Fachinformatik und Elektronik bis zu Kfz-Mechatronik und Fachkraft für Lagerlogistik. Ausgebildet wird an den Standorten der Verwaltung, der Instandsetzung und der Depots.
Auszubildende im zivilen Bereich sind Tarifbeschäftigte, nicht Soldaten, und werden nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes vergütet. Der Weg über die Ausbildung ist der leiseste Zugang zur Bundeswehr und führt regelmäßig zur Übernahme, weil die Behörde in der Fläche Personal sucht. Die Grundlagen dazu stehen im Beitrag Ausbildung im öffentlichen Dienst, offene Plätze unter Ausbildung.
Wie läuft die Bewerbung ab?
Zivile Stellen laufen über das Bewerbungsportal der Bundeswehr, viele parallel über die Stellenbörse des Bundes. Der Ablauf folgt der Bestenauslese wie in jeder Behörde, mit einem zusätzlichen Schritt.
- Bewerbung mit Kennziffer: Ohne die Kennziffer der Ausschreibung ordnet die Personalstelle die Unterlagen nicht zu.
- Vorauswahl nach Anforderungsprofil: Geprüft wird, ob die formalen Voraussetzungen der Laufbahn oder der Entgeltgruppe erfüllt sind.
- Auswahlverfahren: Strukturiertes Interview vor einer Kommission, bei technischen und IT-Stellen häufig mit Fachteil.
- Sicherheitsüberprüfung: Je nach Dienstposten Ü1, Ü2 oder Ü3 nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz. Sie ist der Grund, warum Verfahren bei der Bundeswehr oft länger dauern als anderswo.
- Beteiligung der Personalvertretung und Einstellungszusage.
Den allgemeinen Ablauf beschreibt der Beitrag Bewerbung im öffentlichen Dienst. Wer aus der Privatwirtschaft kommt, findet die Anschlussstellen im Beitrag Quereinstieg in den öffentlichen Dienst.
Für wen sich der Schritt lohnt und für wen nicht
Die Bundeswehr ist bundesweit an Hunderten Standorten präsent, auch in Regionen ohne andere große Arbeitgeber. Für Ingenieure, IT-Fachkräfte und Vergabejuristen ist das der stärkste Vorteil: Wohnortnahe Stellen im gehobenen und höheren Dienst gibt es dort, wo sonst nur das Landratsamt bliebe. Die Rüstungsprojekte sind fachlich anspruchsvoll und langfristig finanziert.
Dagegen stehen die Sicherheitsüberprüfung, ein spürbar formaler Umgangston und Standorte, die häufig außerhalb der Städte liegen. Wer Versetzungsbereitschaft für den gehobenen Dienst zusagt, sollte das ernst nehmen: In der Bundesverwaltung ist der Ortswechsel Teil der Laufbahn, nicht die Ausnahme. Offene Stellen stehen unter Arbeitgeber Bund und über die Suche nach Bundeswehr.
Häufige Fragen
Wie viele zivile Beschäftigte hat die Bundeswehr?
Die Bundeswehr nennt auf ihrem Karriereportal rund 81.000 zivile Expertinnen und Experten. Sie arbeiten neben den Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehrverwaltung und in den Organisationsbereichen Personal, Ausrüstung, Infrastruktur sowie Cyber- und Informationsraum. Der Bereich Infrastruktur ist dabei nach eigener Angabe der größte zivile Organisationsbereich.
Muss ich bei einer zivilen Stelle bei der Bundeswehr Soldat werden?
Nein. Zivile Beschäftigte tragen keine Uniform, leisten keinen Wehrdienst und werden nicht in Auslandseinsätze kommandiert, sofern sie sich nicht freiwillig melden. Sie arbeiten als Tarifbeschäftigte oder Beamte in Verwaltung, Technik, IT, Medizin oder Infrastruktur. Die Sicherheitsüberprüfung ist allerdings Standard und dauert je nach Stufe mehrere Monate.
Welche Laufbahnen gibt es für zivile Beschäftigte bei der Bundeswehr?
Das Karriereportal nennt drei: den mittleren Dienst mit mittlerer Reife oder Hauptschulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung, den gehobenen Dienst mit Fachhochschulreife für das duale Studium oder Bachelorabschluss plus anderthalb Jahre Berufserfahrung für den Direkteinstieg, sowie den höheren Dienst mit Masterabschluss und in der Regel zweieinhalb Jahren Berufserfahrung. Für Juristen gelten beide Staatsprüfungen.
Was verdient man als ziviler Beschäftigter bei der Bundeswehr?
Für Tarifbeschäftigte gilt der TVöD in der Fassung für den Bund. Nach der Tabelle ab 1. Mai 2026 liegt E 6 zwischen 3.240 und 3.926 Euro, E 9b zwischen 3.834 und 5.298 Euro und E 13 zwischen 4.901 und 7.026 Euro brutto im Monat. Beamte des gehobenen Dienstes beginnen nach der Bundesbesoldungstabelle in A 9 mit 3.552 Euro.
Kann ich bei der Bundeswehr zivil verbeamtet werden?
Ja. Die Bundeswehrverwaltung führt eigene Vorbereitungsdienste für den mittleren und den gehobenen nichttechnischen sowie technischen Dienst. Der mittlere Dienst umfasst einen zweijährigen Vorbereitungsdienst mit neunmonatigem Praktikum und Englischausbildung. Für den gehobenen Dienst führt der Weg über ein duales Studium. Es gelten die Höchstaltersgrenzen des Bundes und die gesundheitliche Eignung.
Quellen und Stand
Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.
- Bundeswehr Karriere, Arbeitgeber Bundeswehr (zivile Beschäftigte, Organisationsbereiche) · abgerufen am 8.9.2026
- Bundeswehr Karriere, Laufbahnen zivil (mittlerer, gehobener und höherer Dienst) · abgerufen am 8.9.2026
- Entgelttabelle TVöD Bund ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_Bund-2026-05-01.json) · Stand 1.5.2026, Laufzeit bis 31.3.2027
- Besoldungstabelle Bund, Besoldungsordnung A ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json) · BMI-Rundschreiben vom 3.9.2025, vorläufig