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Duales Studium in der Verwaltung: Bezüge und Übernahme

Drei Jahre, sechs Semester, Gehalt ab dem ersten Tag und am Ende ein Bachelor mit Laufbahnbefähigung. Welche Hochschulen Bund und Länder betreiben, in welchem Status Sie studieren und was danach kommt.

Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht · Aktualisiert

Das Wichtigste in Kürze

Das duale Verwaltungsstudium ist rechtlich ein Vorbereitungsdienst: Nach § 16 der Bundeslaufbahnverordnung dauert er in der Regel drei Jahre, besteht aus Fachstudien und berufspraktischen Studienzeiten und schließt mit einem Bachelor ab. Studierende stehen dabei im Beamtenverhältnis auf Widerruf und erhalten Anwärterbezüge; die Zollverwaltung nennt für den gehobenen Dienst 1.846,85 € brutto, vorläufig und unter Vorbehalt. Wer einen Anwärtersonderzuschlag erhält, muss nach § 63 BBesG mindestens fünf Jahre im Dienst bleiben.

„Bezahltes Vollzeitstudium, Regelstudienzeit 3 Jahre“ steht auf der Studiengangsseite der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen. Das ist keine Werbung, sondern eine Rechtsfolge: Das duale Verwaltungsstudium ist kein Studium mit Praxisanteil, sondern ein Vorbereitungsdienst, der als Hochschulstudiengang durchgeführt wird. Deshalb gibt es Bezüge statt Studiengebühren und am Ende die Laufbahnbefähigung statt nur eines Abschlusses.

Was ist das duale Verwaltungsstudium rechtlich?

Ein Vorbereitungsdienst nach § 16 der Bundeslaufbahnverordnung. Die Vorschrift regelt drei Punkte knapp: Der Vorbereitungsdienst für den gehobenen Dienst dauert in der Regel drei Jahre, er besteht aus Fachstudien und berufspraktischen Studienzeiten, und er wird als Hochschulstudiengang durchgeführt, der mit einem Bachelor oder einem Diplomgrad mit dem Zusatz Fachhochschule abschließt. Die Bundeslaufbahnverordnung stammt vom 11. März 2026 und ist seit dem 17. März 2026 in Kraft; sie hat die Fassung von 2009 ersetzt.

Wer bereits einen Bachelor mitbringt, kann verkürzen. Nach § 16 Abs. 4 BLV ist eine Verkürzung bis auf ein Jahr möglich, wenn die erforderlichen wissenschaftlichen und methodischen Grundkenntnisse durch ein abgeschlossenes Bachelorstudium oder einen gleichwertigen Abschluss nachgewiesen werden. Eine Verkürzung allein auf Fachstudien oder Lehrgänge ist ausdrücklich unzulässig; berufspraktische Studienzeiten müssen bleiben. Die Länder regeln ihre Vorbereitungsdienste in eigenen Laufbahnverordnungen, folgen aber demselben Muster.

Welche Hochschulen bieten das an?

Der Bund unterhält die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit eigenen Fachbereichen je Behörde, die Länder betreiben eigene Verwaltungshochschulen. Träger ist jeweils die öffentliche Hand, ein privater Anbieter ist nicht beteiligt.

HochschuleStudiengang und AbschlussAufbauStatus und Bezüge
Hochschule des Bundes, Fachbereich Bundeswehrverwaltung, MannheimBachelor of Public Administration, Bachelor of Laws (LL.B.)sechs Semester: vier Theoriesemester mit 20 Fachmodulen, zwei Praxissemester mit vier PraxismodulenNachwuchsbeamtinnen und -beamte; Laufbahnbefähigung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst
Hochschule des Bundes, Fachbereich Finanzen, Münster und RostockZolldienst des Bundes, Bachelor of Laws (LL.B.)drei Jahre, sechs Semester: drei Semester Fachstudien, drei Semester PraxisstudienAnwärterbezüge, für den gehobenen Dienst 1.846,85 € brutto, vorläufig unter Vorbehalt
Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen LudwigsburgPublic Management, Bachelor of Arts (B.A.), 180 ECTSsechs Monate Einführungspraktikum, drei Semester Grundlagenstudium, 14 Monate Praxisphase, VertiefungssemesterBeamtin oder Beamter auf Widerruf, Anwärterbezüge rund 1.550 € brutto
Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, zehn StandorteKommunaler Verwaltungsdienst, Bachelor of Laws (LL.B.)Regelstudienzeit drei Jahre, Studienbeginn jährlich zum 1. September, Theorie- und Praxisphasen im WechselBeamtinnen und Beamte auf Widerruf oder Beschäftigte der Einstellungsbehörde; Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt

Die Hochschule des Bundes führt daneben weitere duale Studiengänge, darunter Verwaltungsinformatik, Sozialversicherungsrecht und den Kriminalvollzugsdienst im Bundeskriminalamt. Für den Aufstieg in den höheren Dienst bietet sie den Master of Public Administration an, der sich an Beschäftigte des gehobenen Dienstes und vergleichbare Tarifbeschäftigte richtet und am Zentralen Lehrbereich in Brühl stattfindet.

Was zahlen Bund und Länder während des Studiums?

Anwärterbezüge, keine Ausbildungsvergütung und kein Tarifentgelt. Der Anwärtergrundbetrag bemisst sich beim Bund nach § 61 BBesG und der Anlage VIII. Diese Anlage steht auf gesetze-im-internet.de weiterhin in der Fassung mit dem Vermerk gültig ab 1. März 2024 und nennt 1.744,22 € für den gehobenen und 1.473,37 € für den mittleren Dienst. Die Zollverwaltung weist demgegenüber 1.846,85 € und 1.560,06 € aus, jeweils mit dem ausdrücklichen Zusatz, dass die Beträge vorläufig unter Vorbehalt einer späteren gesetzlichen Regelung gelten. Die Differenz erklärt sich daraus, dass die Erhöhungen als Abschlag gezahlt werden, solange kein Anpassungsgesetz in Kraft ist.

Zwei Zuschläge kommen hinzu. § 62 BBesG gewährt einen Anwärtererhöhungsbetrag von 10 Prozent des Anwärtergrundbetrags, wenn die Zulassung zum Vorbereitungsdienst eine erweiterte Sicherheitsüberprüfung mit Sicherheitsermittlungen vorausgesetzt hat. § 63 BBesG erlaubt bei einem Mangel an qualifizierten Bewerbern Anwärtersonderzuschläge von bis zu 90 Prozent des Anwärtergrundbetrags, allerdings nur, soweit das Anfangsgrundgehalt des Eingangsamts dadurch nicht erreicht wird. Der Familienzuschlag ergänzt die Bezüge je nach Familienstand. Wie sich die Besoldung nach dem Studium zusammensetzt, zeigt der Beitrag zum Aufbau der Besoldung.

Was passiert nach dem Studium?

Auf die bestandene Laufbahnprüfung folgt die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe. Die Zollverwaltung formuliert das so: Sie werden in der Regel in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen, und wenn Sie sich in dieser Probezeit bewähren, werden Sie zur Beamtin beziehungsweise zum Beamten auf Lebenszeit ernannt. Das Eingangsamt im gehobenen Dienst ist A 9; nach oben reicht die Laufbahn bis A 13.

Der Anwärtersonderzuschlag bindet Sie an den Dienst. Nach § 63 Abs. 2 BBesG besteht der Anspruch nur, wenn Sie nicht vor dem Abschluss des Vorbereitungsdienstes oder wegen schuldhaften Nichtbestehens der Laufbahnprüfung ausscheiden und unmittelbar im Anschluss an die Prüfung mindestens fünf Jahre als Beamtin oder Beamter des Bundes oder als Soldat tätig sind. Werden diese Voraussetzungen aus Gründen nicht erfüllt, die Sie zu vertreten haben, ist der Zuschlag nach Absatz 3 in voller Höhe zurückzuzahlen. Für den Anwärtergrundbetrag selbst sieht das Gesetz keine solche Rückzahlung vor.

  1. Die Zielbehörde vor der Hochschule wählen. Sie bewerben sich nicht an der Hochschule, sondern bei der Einstellungsbehörde; diese entsendet Sie in den Studiengang.
  2. Die Bewerbungsfrist prüfen. Sie liegt oft ein Jahr vor Studienbeginn, in Ludwigsburg vom 1. September bis 15. Juli, in Nordrhein-Westfalen mit Studienbeginn jeweils zum 1. September.
  3. Die Laufbahnvoraussetzungen abgleichen: Hochschulzugangsberechtigung nach § 17 Abs. 4 BBG, Staatsangehörigkeit nach § 7 BBG, dazu die landesrechtliche Altersgrenze für die Verbeamtung.
  4. Vor der Unterschrift klären, ob ein Anwärtersonderzuschlag gezahlt wird, und die Fünfjahresbindung des § 63 BBesG einplanen.

Bindung an die Behörde und Grenzen der Verkürzung

Das duale Verwaltungsstudium ist ein Dienstverhältnis mit Studienanteil, kein Studium mit Nebenjob. Sie unterliegen den Pflichten des Beamtenverhältnisses, sind an die Einstellungsbehörde gebunden und können den Studienort nicht frei wählen; die HSPV NRW ordnet ihn nach dem Einzugsbereich der Einstellungsbehörde zu. Ein Wechsel des Studiengangs bedeutet in der Regel eine neue Bewerbung bei einer anderen Behörde.

Auch die Verkürzung hat Grenzen. Ein bereits vorhandener fachfremder Bachelor führt nicht automatisch in ein einjähriges Verfahren; § 16 Abs. 4 BLV verlangt, dass die für die Laufbahnaufgaben erforderlichen wissenschaftlichen und methodischen Grundkenntnisse nachgewiesen sind. Für den Einstieg als Tarifbeschäftigte mit späterem Aufstieg stehen die Wege im Beitrag zur Weiterbildung für Tarifbeschäftigte. Die kürzeren Wege in den mittleren Dienst beschreibt der Beitrag zur Ausbildung im öffentlichen Dienst, und freie Studien- und Ausbildungsplätze listet die Übersicht unter Ausbildung und duales Studium.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man im dualen Studium in der Verwaltung?

Sie erhalten Anwärterbezüge, keine Ausbildungsvergütung. Der Anwärtergrundbetrag bemisst sich beim Bund nach § 61 BBesG und Anlage VIII; dort steht für den gehobenen Dienst weiterhin die Fassung mit 1.744,22 € und dem Vermerk gültig ab 1. März 2024. Die Zollverwaltung weist aktuell 1.846,85 € aus, ausdrücklich vorläufig und unter Vorbehalt einer späteren gesetzlichen Regelung. In Baden-Württemberg nennt die Hochschule Ludwigsburg rund 1.550 € brutto.

Welche Voraussetzungen brauche ich für das duale Verwaltungsstudium?

Für die Laufbahnen des gehobenen Dienstes verlangt § 17 Abs. 4 BBG mindestens eine zu einem Hochschulstudium berechtigende Schulbildung oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand. Hinzu kommen die allgemeinen Voraussetzungen des § 7 BBG: die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU- beziehungsweise EWR-Staates sowie die Gewähr, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung einzutreten. Einzelne Hochschulen lassen auch die Fachhochschulreife genügen.

Bin ich während des dualen Studiums verbeamtet?

In der Regel als Beamtin oder Beamter auf Widerruf. Die Hochschule Ludwigsburg weist diesen Status für den Bachelor Public Management ausdrücklich aus, die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen ebenfalls, dort alternativ als Beschäftigte der Einstellungsbehörde. Das Widerrufsbeamtenverhältnis endet mit dem Bestehen der Laufbahnprüfung; danach folgt in der Regel die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe.

Muss ich nach dem dualen Studium im öffentlichen Dienst bleiben?

Der Anwärtergrundbetrag selbst ist nicht rückzahlbar. Wer aber einen Anwärtersonderzuschlag erhalten hat, muss nach § 63 Abs. 2 BBesG unmittelbar nach der Laufbahnprüfung mindestens fünf Jahre als Beamtin oder Beamter des Bundes oder als Soldat tätig sein; sonst ist der Zuschlag nach Absatz 3 in voller Höhe zurückzuzahlen. Für Aufstiegsqualifizierungen gilt § 49 BLV mit einer Bindung vom dreifachen Umfang der Ausbildung.

Was ist der Unterschied zwischen dualem Studium und Ausbildung?

Das duale Studium führt in die Laufbahnen des gehobenen Dienstes und endet mit einem Bachelor, die Ausbildung führt in den mittleren Dienst oder in einen anerkannten Ausbildungsberuf. Nach § 16 BLV dauert der Vorbereitungsdienst für den gehobenen Dienst in der Regel drei Jahre und wird als Hochschulstudiengang durchgeführt. Der Vorbereitungsdienst für den mittleren Dienst ist kürzer und vermittelt keinen akademischen Grad.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.

  1. Bundeslaufbahnverordnung vom 11. März 2026, §§ 7, 13, 16, 18, 49 · BGBl. 2026 I Nr. 67, in Kraft seit 17.3.2026
  2. Bundesbeamtengesetz, § 7 Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses und § 17 Zulassung zu den Laufbahnen · abgerufen 8.9.2026
  3. Bundesbesoldungsgesetz, § 61 Anwärtergrundbetrag, § 62 Anwärtererhöhungsbetrag, § 63 Anwärtersonderzuschläge · abgerufen 8.9.2026
  4. Bundesbesoldungsgesetz, Anlage VIII (zu § 61) Anwärtergrundbetrag · Fassung gültig ab 1. März 2024, BGBl. 2023 I Nr. 414, S. 18
  5. Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Bachelor of Public Administration · abgerufen 8.9.2026
  6. Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Studiengänge und Master of Public Administration · abgerufen 8.9.2026
  7. Zollverwaltung, Duales Studium im gehobenen Zolldienst · abgerufen 8.9.2026
  8. Zollverwaltung, Besoldung und Vergütung während Ausbildung und Studium · abgerufen 8.9.2026, vorläufig unter Vorbehalt einer späteren gesetzlichen Regelung
  9. Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg, Public Management (B.A.) · abgerufen 8.9.2026
  10. Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, Kommunaler Verwaltungsdienst (LL.B.) · abgerufen 8.9.2026
  11. Bundesbesoldungsordnung A, Grundgehalt (data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json) · Stand 1.5.2026, vorläufig