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TV-L 2026/27: Was die Tarifeinigung der Länder bringt

Drei Erhöhungsschritte bis Januar 2028, ein Mindestbetrag von 100 €, höhere Schichtzulagen und ein schnellerer Stufenaufstieg für übernommene Auszubildende. Die Beträge für E 9b und E 13 im Zeitverlauf.

Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht

Das Wichtigste in Kürze

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder und die Gewerkschaften haben sich am 14. Februar 2026 geeinigt. Die Tabellenentgelte des TV-L steigen zum 1. April 2026 um 2,8 %, mindestens um 100 €, zum 1. März 2027 um 2,0 % und zum 1. Januar 2028 um 1,0 %. E 9b Stufe 1 liegt seit April 2026 bei 3.620,10 €, E 13 Stufe 1 bei 4.759,37 €. Ab Juli 2026 verdoppeln sich Wechselschicht- und Schichtzulage nahezu, Auszubildende erhalten pauschal 150 € mehr. Die Tabellen sind frühestens zum 31. Januar 2028 kündbar.

Eine Sachbearbeiterin in E 9b Stufe 1 im Landesdienst bekam im März 2026 noch 3.520,10 € brutto im Monat. Seit April sind es 3.620,10 €. Das sind genau 100 € mehr, obwohl der Tarifabschluss 2,8 Prozent vorsieht. Der Grund ist ein Mindestbetrag, der in den unteren Gruppen und Stufen mehr bringt als der Prozentsatz. Am 14. Februar 2026 hatten sich die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und die Gewerkschaften ver.di und dbb auf diesen Abschluss geeinigt. Er gilt für 15 Länder, denn Hessen verhandelt seinen TV-H getrennt.

Was wurde am 14. Februar 2026 vereinbart?

Drei Erhöhungsschritte über 27 Monate: 2,8 Prozent, mindestens 100 €, zum 1. April 2026, weitere 2,0 Prozent zum 1. März 2027 und 1,0 Prozent zum 1. Januar 2028. Die Entgelttabellen sind nach § 39 Abs. 4 Buchst. g TV-L frühestens zum 31. Januar 2028 kündbar.

Der Vertragstext dazu ist der Änderungstarifvertrag Nr. 14 vom 14. Februar 2026. Er setzt zunächst die zum 1. Oktober und 1. November 2025 gekündigten Regelungen wieder in Kraft und hängt die neuen Tabellen als Anlage B an. Der TdL-Vorsitzende Andreas Dressel nannte das Ergebnis einen „gut vertretbaren Kompromiss“. Die TdL beziffert die Kosten für den Tarifbereich mit 4,11 Milliarden Euro; rechnet man die Übertragung auf Beamtinnen, Beamte, Richter und Versorgungsempfänger hinzu, sind es 12,34 Milliarden Euro.

TerminMaßnahmeRechtsgrundlage
1. November 2025Gekündigte Regelungen treten wieder in Kraft; Tabelle bleibt bis 31. März 2026 unverändertÄTV Nr. 14, §§ 1 bis 3
1. März 2026Übernommene Auszubildende mit Note „Befriedigend“ oder besser erreichen Stufe 2 nach sechs Monaten§ 16 Abs. 3a TV-L
1. April 2026Tabellenentgelte +2,8 %, mindestens +100 ۀTV Nr. 14, Anhang 1
1. Juli 2026Wechselschichtzulage 200 € statt 105 €, Schichtzulage 100 € statt 40 €; an Unikliniken 250 € Wechselschichtzulage§ 8 Abs. 7 und 8, § 43 Nr. 5 TV-L
1. Januar 2027Unkündbarkeit nach § 34 Abs. 2 gilt auch im Tarifgebiet Ost; Arbeitszeit an Unikliniken Ost sinkt auf 39,5 Stunden§ 34 Abs. 2, § 6 Abs. 1 TV-L
1. März 2027Tabellenentgelte +2,0 %ÄTV Nr. 14, Anhang 1
1. Januar 2028Tabellenentgelte +1,0 %; Arbeitszeit Unikliniken Ost 39,0 Stunden (ab 2029: 38,5)ÄTV Nr. 14, Anhang 1; § 6 Abs. 1 TV-L
31. Januar 2028Frühester Kündigungstermin der Entgelttabellen§ 39 Abs. 4 Buchst. g TV-L

Wie wirkt der Mindestbetrag von 100 €?

Der Mindestbetrag greift überall dort, wo 2,8 Prozent des bisherigen Entgelts weniger als 100 € ergeben, also bei Tabellenwerten unter 3.571,43 €. Das betrifft E 9a und E 9b in Stufe 1, E 8 in den Stufen 1 und 2, E 7 und E 6 bis Stufe 3, E 5 bis Stufe 5 und alle Stufen von E 1 bis E 4.

Zwei Rechnungen zeigen den Unterschied. E 9b Stufe 1: 3.520,10 € mal 1,028 wären 3.618,66 €; die Tabelle weist 3.620,10 € aus, weil der Mindestbetrag von 100 € höher ist. E 13 Stufe 1: 4.629,74 € mal 1,028 ergibt 4.759,37 €, und genau dieser Wert steht in der Tabelle. Wer die vollständige TV-L-Tabelle ab 1. April 2026 durchgeht, findet in den Stufen 4 bis 6 fast aller Gruppen den reinen Prozentsatz, in den Eingangsstufen der unteren Gruppen den Festbetrag. Über die drei Schritte zusammen ergibt sich zwischen November 2025 und Januar 2028 ein Plus von 5,90 Prozent in den höheren Gruppen und bis zu 7,25 Prozent in E 1 Stufe 2.

Was bekommen E 9b und E 13 in den einzelnen Schritten?

Die folgende Tabelle zeigt beide Gruppen in den Stufen 1, 3 und 6, brutto pro Monat, für alle vier Tabellenstände des Änderungstarifvertrags. Die Werte für Januar bis Februar 2027 entsprechen denen ab April 2026; nur E 1 Stufe 2 wird zum 1. Januar 2027 gesondert auf 2.585,18 € angehoben.

Gruppe und Stufebis 31.3.2026ab 1.4.2026ab 1.3.2027ab 1.1.2028
E 9b Stufe 13.520,10 €3.620,10 €3.692,50 €3.729,43 €
E 9b Stufe 33.925,17 €4.035,07 €4.115,77 €4.156,93 €
E 9b Stufe 64.878,28 €5.014,87 €5.115,17 €5.166,32 €
E 13 Stufe 14.629,74 €4.759,37 €4.854,56 €4.903,11 €
E 13 Stufe 35.220,71 €5.366,89 €5.474,23 €5.528,97 €
E 13 Stufe 66.580,44 €6.764,69 €6.899,98 €6.968,98 €

Ein Beispiel für die Wirkung im Jahr: Eine Beschäftigte in E 13 Stufe 3, etwa eine wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Hochschule, erhält ab April 2026 monatlich 146,18 € mehr als im März, ab März 2027 weitere 107,34 € und ab Januar 2028 noch einmal 54,74 €. Zwischen März 2026 und Januar 2028 wächst ihr Tabellenentgelt damit um 308,26 € im Monat. Hinzu kommt die Jahressonderzahlung nach § 20 TV-L, die in E 12 und E 13 46,47 Prozent eines Monatsentgelts beträgt, in E 9a bis E 11 74,35 Prozent und in E 5 bis E 8 88,14 Prozent. Wie diese Sätze im Vergleich zum TVöD ausfallen, steht im Beitrag zur Jahressonderzahlung im TVöD und TV-L.

Welche Regeln ändern sich neben der Tabelle?

Der Abschluss enthält vier Änderungen, die für einzelne Gruppen mehr wert sind als die Prozente. Erstens erreichen ehemalige Auszubildende, die ihre Ausbildung mindestens mit „Befriedigend“ abgeschlossen haben und vom Land übernommen werden, seit dem 1. März 2026 die Stufe 2 bereits nach sechs Monaten statt nach einem Jahr (§ 16 Abs. 3a TV-L). Das gilt auch für dual Studierende nach dem TVdS-L. Zweitens steigt die Wechselschichtzulage zum 1. Juli 2026 von 105 € auf 200 € im Monat, die Schichtzulage von 40 € auf 100 €; an Universitätskliniken beträgt die Wechselschichtzulage dann 250 €. Drittens werden die Ausbildungsentgelte nach den Tarifverträgen für Auszubildende der Länder pauschal um 150 € angehoben; den Termin nennt die TdL in ihrer Mitteilung nicht, er steht in den Änderungstarifverträgen zum TVA-L. Viertens wird die Arbeitszeit an Universitätskliniken im Tarifgebiet Ost von 2027 bis 2029 in drei Schritten auf 38,5 Stunden abgesenkt.

Wer neu in den Landesdienst kommt, sollte die Stufenzuordnung im Blick behalten. Wie beim TVöD zählt einschlägige Berufserfahrung: ein Jahr für Stufe 2, drei Jahre in der Regel für Stufe 3. Die Einzelheiten und eine Musterformulierung für die Bewerbung stehen im Beitrag zur Stufenzuordnung bei Neueinstellung. Für die Gehaltsverhandlung ist wichtig, dass die neue Tabelle automatisch gilt; verhandelbar sind allein Stufe und Zulagen, nicht der Tabellenwert.

Wo liegt der TV-L jetzt im Vergleich zum TVöD?

Der TVöD für Bund und Kommunen hatte seine zweite Erhöhungsstufe von 2,8 Prozent zum 1. Mai 2026 bekommen. In den meisten Gruppen bleibt die Landestabelle darunter: E 9b Stufe 1 kostet eine Kommune nach TVöD VKA 3.779,84 €, ein Land nach TV-L 3.620,10 €. In E 13 Stufe 1 stehen 4.901,11 € bei der VKA gegen 4.759,37 € im TV-L. Der TV-L kennt zudem kein E 9c, dafür gelten dort andere Prozentsätze bei der Jahressonderzahlung. Wer zwischen einer Landes- und einer kommunalen Stelle wählt, findet die vollständige Gegenüberstellung unter TVöD oder TV-L.

Ein häufiger Irrtum betrifft die Beamtenschaft: Die Tarifeinigung gilt nur für Tarifbeschäftigte. Landesbeamtinnen und -beamte erhalten die Erhöhung erst, wenn ihr Landtag ein Besoldungsanpassungsgesetz beschließt. Die Länder entscheiden das einzeln, und die Termine weichen voneinander ab. Offene Stellen der Landesverwaltungen, Hochschulen und Landesbetriebe stehen unter Stellen bei den Ländern; in der Ausschreibung steht meist die Entgeltgruppe, aus der sich mit der Tabelle oben das Einstiegsgehalt ablesen lässt.

Häufige Fragen

Wie viel mehr Gehalt gibt es im TV-L 2026?

Zum 1. April 2026 stiegen die Tabellenentgelte um 2,8 %, mindestens aber um 100 € im Monat. In E 9b Stufe 1 wirkt der Mindestbetrag: Das Entgelt stieg von 3.520,10 € auf 3.620,10 €. In E 13 Stufe 1 greift der Prozentsatz: von 4.629,74 € auf 4.759,37 €. Zwei weitere Schritte folgen am 1. März 2027 mit 2,0 % und am 1. Januar 2028 mit 1,0 %.

Wie lange läuft der Tarifvertrag der Länder nach der Einigung 2026?

Die Entgelttabellen des TV-L können nach § 39 Abs. 4 Buchst. g frühestens zum 31. Januar 2028 gekündigt werden. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder nennt eine Laufzeit von 27 Monaten von April 2026 bis Januar 2028. Die nächste Tarifrunde der Länder beginnt damit voraussichtlich im Herbst 2027 mit der Forderungsaufstellung der Gewerkschaften.

Gilt die TV-L-Erhöhung auch für Beamtinnen und Beamte der Länder?

Nicht automatisch. Beamtinnen und Beamte werden nach dem Besoldungsgesetz ihres Landes bezahlt, und jeder Landtag entscheidet selbst, ob und wie er das Tarifergebnis überträgt. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder beziffert die Kosten des Abschlusses einschließlich der Übertragung auf Beamte, Richter und Versorgungsempfänger mit 12,34 Milliarden Euro, das Tarifergebnis allein mit 4,11 Milliarden Euro.

Gilt der TV-L in Hessen und an Universitätskliniken?

Hessen ist nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder und hat mit dem TV-H einen eigenen Tarifvertrag mit eigenen Tabellen und Terminen. Die Universitätskliniken der übrigen 15 Länder wenden den TV-L an; für Ärztinnen und Ärzte dort gilt der TV-Ärzte der TdL. Beschäftigte an Universitätskliniken im Tarifgebiet Ost bekommen ab 2027 schrittweise die kürzere Arbeitszeit des Westens.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.

  1. TdL, Pressemitteilung „Tarifeinigung im öffentlichen Dienst der Länder“ · Fassung vom 14.2.2026
  2. Änderungstarifvertrag Nr. 14 zum TV-L mit Entgelttabellen (Anhang 1) · Fassung vom 14.2.2026
  3. TV-L in der Fassung des ÄTV Nr. 14 (§ 16, § 20, § 34, § 39) · Fassung vom 14.2.2026
  4. TdL, Übersicht Tarifverträge TV-L mit Entgelttabellen · Stand 7.9.2026