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Bewerbung

Auswahlverfahren beim Zoll: Ablauf, Fristen, Bezüge

Bis zum 15. Oktober 2026 läuft die Bewerbung für den Einstieg zum 1. September 2027. Was im schriftlichen Teil von bis zu 3,5 beziehungsweise vier Stunden abgefragt wird, was der mündliche Teil verlangt und wie hoch die Anwärterbezüge sind.

Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht · Aktualisiert

Das Wichtigste in Kürze

Der Zoll stellt einmal jährlich ein. Für den Start am 1. September 2027 endet die Bewerbungsfrist am 15. Oktober 2026, für Ausbildung und Studium gleichermaßen. Das Auswahlverfahren hat einen schriftlichen Teil von bis zu 3,5 Stunden im mittleren und bis zu vier Stunden im gehobenen Dienst, danach folgt ein mündlicher Teil mit Gruppenübung, Rollenspiel und Interview. Die Anwärterbezüge nennt der Zoll mit 1.560,06 Euro im mittleren und 1.846,85 Euro im gehobenen Dienst, ausdrücklich vorläufig und ohne Gewähr.

Ein Datum, zwei Laufbahnen: Bis zum 15. Oktober 2026 nimmt der Zoll Bewerbungen für den Einstieg zum 1. September 2027 entgegen, für die Ausbildung im mittleren Dienst wie für das Studium im gehobenen Dienst. Wer diesen Tag verpasst, wartet ein Jahr. Und wer sich fragt, ob er mit 45 noch anfangen kann: Die Altersgrenze liegt bei grundsätzlich 49 Jahren bei Ausbildungs- oder Studienbeginn, deutlich höher als bei jeder Landespolizei.

Wer kann sich beim Zoll bewerben?

Die Zollverwaltung ist eine Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesfinanzministeriums. Sie stellt in beiden Laufbahnen ins Beamtenverhältnis auf Widerruf ein, mit Anwärterbezügen vom ersten Tag an. Die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich vor allem beim Schulabschluss.

MerkmalMittlerer Dienst (Ausbildung)Gehobener Dienst (Studium)
SchulabschlussRealschulabschluss oder gleichwertig anerkannter Bildungsstand; auch Hauptschulabschluss mit mindestens zweijähriger BerufsausbildungAbitur oder ein zu einem Hochschulstudium berechtigender Bildungsabschluss
Höchstaltergrundsätzlich nicht älter als 49 Jahre bei Ausbildungsbeginngrundsätzlich nicht älter als 49 Jahre bei Studienbeginn
Dauerzwei Jahre, Abschluss mit der Laufbahnprüfungdrei Jahre, sechs Semester, davon drei Fach- und drei Praxissemester
Schriftlicher Testbis zu 3,5 Stundenbis zu vier Stunden
Anwärtergrundgehalt1.560,06 € brutto im Monat, vorläufig1.846,85 € brutto im Monat, vorläufig
Bewerbungsschluss15. Oktober 2026 für den 1. September 202715. Oktober 2026 für den 1. September 2027

Für beide Laufbahnen gilt dieselbe Staatsangehörigkeitsregel: Deutsche im Sinne des Artikels 116 Grundgesetz oder Staatsangehörige eines anderen EU-Mitgliedstaats sowie Islands, Liechtensteins, Norwegens oder der Schweiz. Verlangt werden außerdem keine Vorstrafen, geordnete wirtschaftliche Verhältnisse und die Bereitschaft zu Dienstkleidung, zum Tragen einer Waffe und zum Schichtdienst. Die gesundheitliche Eignung stellt eine amts- oder betriebsärztliche Untersuchung fest.

Was steht im schriftlichen Teil?

Beide Laufbahnen prüfen dieselben Grundfähigkeiten, der gehobene Dienst legt eine Ebene darauf. Im mittleren Dienst dauert der schriftliche Teil bis zu 3,5 Stunden und deckt Sprach-, Logik- und Zahlenverständnis, Textanalyse, eine Arbeitsprobe und Allgemeinbildung als Wissenstest ab. Beim gehobenen Dienst sind es bis zu vier Stunden, und zusätzlich kommen Rechtsfälle hinzu.

Im Rechenteil geht es nicht um höhere Mathematik. Abgefragt werden mathematische Grundregeln, Dreisatzrechnung, Prozentrechnen und Zinsberechnungen. Ein nicht programmierbarer Taschenrechner ist bei der Lösung der Aufgaben zugelassen. Bei Rechtschreibung und Grammatik hilft kein Hilfsmittel, hier zählt Vorbereitung.

Die Arbeitsprobe unterscheidet den Zolltest von reinen Intelligenztests: Statt abstrakter Aufgaben bearbeiten Sie eine Aufgabe, wie sie im Dienst vorkommt. Mit dem Unterschied zwischen einem Wissenstest und einem Eignungstest im Kopf bereiten Sie sich gezielter vor. Wie andere Behörden ihre schriftlichen Verfahren aufbauen, zeigt der Beitrag Einstellungstest Polizei.

Was passiert im mündlichen Teil?

Zum mündlichen Verfahren wird in der Regel eingeladen, wer den schriftlichen Teil bestanden hat. Es besteht aus mehreren Bausteinen, in denen Sie in Gruppen und einzeln beobachtet werden.

  1. Gruppenübung mit Diskussionsbeiträgen. Beobachtet werden Argumentation, Zuhören und der Umgang mit abweichenden Meinungen, nicht die Durchsetzung um jeden Preis.
  2. Rollenspiel. Eine gespielte Gesprächssituation, in der Sie eine Rolle übernehmen und auf ein Gegenüber reagieren.
  3. Kurzvortrag. Nur im gehobenen Dienst: Sie stellen einen Sachverhalt dar und erläutern ihn.
  4. Interview. Fragen zur Person und zur Motivation, dazu Wissen über den Zoll selbst. Wer nicht sagen kann, welche Aufgaben die Zollverwaltung neben der Grenzkontrolle hat, fällt hier auf.

Der letzte Punkt ist der am leichtesten vorzubereitende und der am häufigsten unterschätzte. Die Zollverwaltung erhebt Einfuhrabgaben und Verbrauchsteuern, bekämpft Schmuggel und Produktpiraterie, kontrolliert mit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Mindestlohn und Sozialabgaben und vollstreckt Forderungen des Bundes. Grundsätzliches zu strukturierten Interviews in Behörden steht im Beitrag Vorstellungsgespräch in der Behörde.

Wie viel verdienen Anwärterinnen und Anwärter?

Der Zoll beziffert das Anwärtergrundgehalt für den mittleren Vorbereitungsdienst mit 1.560,06 Euro und für den gehobenen Dienst mit 1.846,85 Euro brutto im Monat, gezahlt monatlich im Voraus. Beide Beträge stehen unter einem ausdrücklichen Vorbehalt: Der Zoll bezeichnet sie als vorläufig unter Vorbehalt einer späteren gesetzlichen Regelung und ohne Gewähr. Hintergrund ist, dass die Bundesbesoldung derzeit auf Grundlage eines Rundschreibens als Abschlag gezahlt wird und das Anpassungsgesetz noch aussteht. Kalkulieren Sie mit diesen Zahlen, rechnen Sie deshalb mit Korrekturen.

Zur Einordnung nach der Ausbildung: Das Grundgehalt der Besoldungsgruppe A 9 in Stufe 1 liegt beim Bund bei rund 3.552 Euro brutto im Monat, gerundet und ohne Zulagen und Familienzuschlag. Die vollständige Tabelle steht unter Besoldung Bund. Was Besoldung von Tarifentgelt unterscheidet, erklärt der Beitrag Beamte oder Tarifbeschäftigte.

Welche Unterlagen gehören in die Bewerbung?

Beworben wird online über das Bewerbungsportal des jeweiligen Hauptzollamts; ausnahmsweise ist eine schriftliche Bewerbung möglich. Das Anschreiben lässt sich während der Online-Bewerbung unmittelbar digital ausfüllen. Dazu kommen ein tabellarischer Lebenslauf und Kopien sämtlicher Schulabgangs- und Berufsabschlusszeugnisse.

Für die Ausbildung im mittleren Dienst gehört der Nachweis des Deutschen Sportabzeichens mindestens in Bronze zu den einzureichenden Unterlagen. Für den gehobenen Dienst verlangt der Zoll ihn nur bei Bewerbungen auf Positionen auf einem Zollboot oder Zollschiff bei den Hauptzollämtern Itzehoe und Stralsund; dort ist er bis spätestens zum 15. Juni des Einstellungsjahres vorzulegen und darf zum Vorlagezeitpunkt nicht älter als zwölf Monate sein. Minderjährige Bewerberinnen und Bewerber legen eine Einverständniserklärung des gesetzlichen Vertreters bei. Ein Schwerbehindertenausweis oder Gleichstellungsbescheid und Zeugnisse beruflicher Tätigkeiten kommen hinzu, soweit vorhanden.

Der Fehler, der ein ganzes Jahr kostet

Der Zoll stellt einmal jährlich ein, und die Frist endet fast elf Monate vor dem Einstellungstag. Wer im Frühjahr 2027 auf die Idee kommt, sich zu bewerben, findet keinen offenen Zugang mehr für September 2027, sondern erst wieder für September 2028. Das Sportabzeichen verschärft das: Eine Prüfung im Sportverein braucht Termine, Trainingszeit und eine berechtigte Prüfstelle. Wer im September mit dem Training beginnt und die Bewerbung bis Mitte Oktober abgeben will, hat sich verrechnet.

Ebenfalls unterschätzt wird das Höchstalter von 49 Jahren. Es klingt großzügig und ist es auch, hat aber eine Kehrseite: Der Vorbereitungsdienst dauert zwei beziehungsweise drei Jahre, und die Verbeamtung auf Lebenszeit setzt eine anschließende Probezeit voraus. Wer spät einsteigt, sollte prüfen, welche Auswirkungen das auf die spätere Versorgung hat. Der Beitrag Quereinstieg in den öffentlichen Dienst ordnet die Alternativen für Berufserfahrene ein.

Häufige Fragen

Wie läuft das Auswahlverfahren beim Zoll ab?

In zwei Teilen. Zuerst schreiben Sie einen schriftlichen Test, im mittleren Dienst bis zu 3,5 Stunden, im gehobenen Dienst bis zu vier Stunden. Geprüft werden Sprach-, Logik- und Zahlenverständnis, Textanalyse, eine Arbeitsprobe und Allgemeinbildung, im gehobenen Dienst zusätzlich Rechtsfälle. Bei bestandenem Test folgt in der Regel die Einladung zum mündlichen Teil.

Wie viel verdient man als Zollanwärter?

Der Zoll nennt für den mittleren Vorbereitungsdienst ein Anwärtergrundgehalt von 1.560,06 Euro und für den gehobenen Dienst 1.846,85 Euro brutto im Monat. Beide Beträge sind auf zoll.de ausdrücklich als vorläufig unter Vorbehalt einer späteren gesetzlichen Regelung und ohne Gewähr gekennzeichnet. Gezahlt wird monatlich im Voraus.

Welchen Schulabschluss brauche ich für den Zoll?

Für die Ausbildung im mittleren Dienst genügt mindestens der Realschulabschluss oder ein gleichwertig anerkannter Bildungsstand. Auch ein Hauptschulabschluss reicht, wenn eine mindestens zweijährige Berufsausbildung hinzukommt. Für das Studium im gehobenen Dienst brauchen Sie das Abitur oder einen anderen Bildungsabschluss, der zu einem Hochschulstudium berechtigt.

Wie alt darf ich beim Zoll höchstens sein?

Der Zoll setzt eine ungewöhnlich hohe Grenze: Sie dürfen bei Ausbildungs- oder Studienbeginn grundsätzlich nicht älter als 49 Jahre sein. Damit steht der Einstieg auch Menschen offen, die bei Landespolizeien wegen Altersgrenzen zwischen 30 und 40 Jahren längst ausscheiden. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist keine Voraussetzung, wenn der Schulabschluss passt.

Bis wann muss ich mich beim Zoll bewerben?

Bis zum 15. Oktober 2026 für den Einstieg zum 1. September 2027, und zwar für die Ausbildung im mittleren Dienst wie für das Studium im gehobenen Dienst. Beworben wird online über das Bewerbungsportal des jeweiligen Hauptzollamts. Das Deutsche Sportabzeichen in Bronze reichen Sie im mittleren Dienst mit den Bewerbungsunterlagen ein.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.

  1. Zoll, Auswahlverfahren Ausbildung mittlerer Dienst (schriftlicher Teil bis zu 3,5 Stunden, Inhalte, mündlicher Teil mit Gruppenübung, Rollenspiel und Interview) · abgerufen 7.9.2026
  2. Zoll, Auswahlverfahren Studium gehobener Dienst (schriftlicher Teil bis zu vier Stunden, Rechtsfälle, mündlicher Teil mit Kurzvortrag) · abgerufen 7.9.2026
  3. Zoll, Voraussetzungen Ausbildung mittlerer Dienst (Realschulabschluss, Hauptschulabschluss mit Ausbildung, Höchstalter 49 Jahre, Staatsangehörigkeit, Deutsches Sportabzeichen bis 15. Juni) · abgerufen 7.9.2026
  4. Zoll, Voraussetzungen Studium gehobener Dienst (Abitur oder gleichwertiger Abschluss, Höchstalter 49 Jahre, gesundheitliche Eignung, Bereitschaft zu Dienstkleidung, Waffe und Schichtdienst) · abgerufen 7.9.2026
  5. Zoll, Bewerbungsverfahren Ausbildung mittlerer Dienst (Frist 15. Oktober 2026 für den 1. September 2027, Unterlagen, Online-Bewerbung) · abgerufen 7.9.2026
  6. Zoll, Bewerbungsverfahren Studium gehobener Dienst (Frist 15. Oktober 2026 für den 1. September 2027, Unterlagen) · abgerufen 7.9.2026
  7. Zoll, Besoldung und Vergütung (Anwärtergrundgehälter 1.560,06 € und 1.846,85 €, vorläufig unter Vorbehalt einer späteren gesetzlichen Regelung, ohne Gewähr) · abgerufen 7.9.2026, Angabe vom Zoll als vorläufig gekennzeichnet
  8. Zoll, Ausbildung mittlerer Dienst (Dauer zwei Jahre, Abschluss mit der Laufbahnprüfung) und Studium gehobener Dienst (drei Jahre, sechs Semester) · abgerufen 7.9.2026
  9. Bundesbesoldungsordnung A, Grundgehaltssätze (A 9 Stufe 1), Tabelle in data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json · vorläufige Tabelle, gültig ab 1.5.2026