Besoldung beim Bund: dbb mahnt Gesetzentwurf zur Alimentation an
dbb-Chef Volker Geyer hat im Bundeskanzleramt auf einen überfälligen Gesetzentwurf zur Übertragung des Tarifergebnisses auf Bundesbeamtinnen und -beamte gedrängt.
Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht · Aktualisiert
Das Wichtigste in Kürze
Beim Treffen mit Kanzleramtschefin Nina Warken am 27. Oktober 2026 hat dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer die ausbleibende Übertragung des Tarifergebnisses auf Bundesbeamtinnen und -beamte kritisiert. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte die Umsetzung bereits Anfang 2026 angekündigt, ein Kabinettsbeschluss liegt bislang nicht vor. Geyer verwies zudem auf hohe Arbeitsbelastung und zunehmende Anfeindungen gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Daneben äußerte er sich zur geplanten Reform der Autobahn-GmbH-Finanzierung und lehnte eine Ausweitung öffentlich-privater Partnerschaften im Betriebsdienst ab.
Gesetzentwurf zur Besoldung lässt weiter auf sich warten
Beim Treffen mit Kanzleramtschefin Nina Warken am 27. Oktober 2026 hat dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer die fehlende Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten des Bundes bemängelt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte die entsprechende Gesetzesinitiative bereits zu Beginn des Jahres 2026 in Aussicht gestellt. Ein Kabinettsbeschluss liegt nach Angaben des dbb bis Ende Oktober jedoch nicht vor, ebenso wenig ein abgestimmter Gesetzestext.
Geyer machte deutlich, dass die Betroffenen das Warten satthätten: „Die Geduld der Kolleginnen und Kollegen ist am Ende.“ Für Beschäftigte beim Zoll, bei der Bundespolizei und in der Bundesverwaltung bedeutet die Verzögerung, dass eine ihnen gerichtlich zugesprochene amtsangemessene Bezahlung weiter aussteht. Wer sich über aktuelle Besoldungsstufen informieren möchte, findet einen Überblick unter Besoldungstabellen Bund.
Belastung im öffentlichen Dienst als zweites Thema
Außerdem sprach Geyer die gestiegene Arbeitslast in Behörden an und den Personalmangel, der sich auf allen Ebenen bemerkbar macht, ob beim Bund, in den Ländern oder in den Kommunen. Er verwies auf Studien, wonach Beschäftigte des öffentlichen Dienstes regelmäßig verbalen Anfeindungen ausgesetzt sind, und forderte mehr Schutz sowie Präventionsangebote für Betroffene.
Autobahn-Finanzierung und öffentlich-private Partnerschaften
Ein weiteres Thema des Gesprächs war die geplante Reform der Finanzierung der Autobahn GmbH, die künftig eigene Kredite aufnehmen soll. Geyer begrüßte das Ziel einer auskömmlichen Finanzierung, forderte aber zugleich Verbesserungen bei den Einnahmen und eine verlässliche Haftungszusage des Bundes für etwaige Verbindlichkeiten. Eine Ausweitung öffentlich-privater Partnerschaften im Betriebsdienst lehnte er dagegen ab: „Essentielle Infrastruktur gehört in die öffentliche Hand, Punkt.“
Was die Verzögerung für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet
Für Beamtinnen und Beamte des Bundes bleibt die konkrete Höhe der nächsten Bezügeanpassung bis zu einem Kabinettsbeschluss offen. Wer sich für eine Stelle im Beamtenverhältnis interessiert, sollte die weitere Entwicklung im Blick behalten. Tarifbeschäftigte des Bundes sind von der Verzögerung nicht betroffen, ihr Tarifergebnis ist bereits umgesetzt. Einen Vergleich zu Beschäftigten im Tarifbeschäftigungsverhältnis bietet unter anderem die TVöD-VKA-Tabelle. Offene Stellen beim Bund, in Ländern und Kommunen finden Interessierte gesammelt unter aktuelle Stellenangebote.
Häufige Fragen
Worum geht es bei der angemahnten Alimentation?
Es geht um die Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten des Bundes. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte dies Anfang 2026 angekündigt. Bis Ende Oktober 2026 fehlten laut dbb jedoch sowohl ein Kabinettsbeschluss als auch ein abgestimmter Gesetzentwurf, weshalb der dbb-Vorsitzende Volker Geyer die Verzögerung kritisierte.
Wen betrifft die ausbleibende Gesetzesänderung konkret?
Betroffen sind Bundesbeamtinnen und -beamte, etwa beim Zoll, bei der Bundespolizei und in der Bundesverwaltung. Tarifbeschäftigte des Bundes sind nicht betroffen, da für sie das Tarifergebnis bereits gilt. Für Beamtinnen und Beamte steht die Übertragung auf die Besoldung noch aus.
Was fordert der dbb zusätzlich zur Besoldungsfrage?
Der dbb-Vorsitzende Volker Geyer forderte mehr Schutz und Prävention für Beschäftigte, die zunehmend verbalen Anfeindungen ausgesetzt sind. Er sprach zudem die hohe Arbeitsbelastung durch Personalmangel an, die Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen betrifft.
Wie positioniert sich der dbb zu den Plänen rund um die Autobahn GmbH?
Geyer unterstützte grundsätzlich eine auskömmliche Finanzierung der Autobahn GmbH über Kreditaufnahme, forderte aber auch höhere Einnahmen und eine verlässliche Haftungsübernahme des Bundes. Eine Ausweitung öffentlich-privater Partnerschaften im Betriebsdienst lehnte er klar ab.
Quellen und Stand
Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.
- dbb beamtenbund und tarifunion · Stand 27.10.2026