dbb-Chef verteidigt Berufsbeamtentum in TV-Talkshow
Bei „Hart aber fair“ hat dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer das deutsche Berufsbeamtentum verteidigt und vor einer Einbeziehung der Beamten in die Rentenversicherung gewarnt.
Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht
Das Wichtigste in Kürze
In der ARD-Sendung „Hart aber fair“ vom 19. Oktober 2026 hat dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer das Berufsbeamtentum als Garant für einen funktionsfähigen Staat verteidigt. Er wies den Vorwurf übermäßiger Privilegien zurück und verwies auf zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Eine Einbeziehung der Beamtinnen und Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung lehnte er unter Verweis auf den Bericht der Rentenkommission ab. Zudem forderte er Aufgabenkritik, Bürokratieabbau und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um dem Personalmangel zu begegnen.
In der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ ist am 19. Oktober 2026 erneut über den Sinn des deutschen Berufsbeamtentums diskutiert worden. Zu Gast waren unter anderem der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer, der hessische Innenminister Roman Poseck sowie der frühere Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle.
Beamtentum als Stabilitätsanker
Geyer begründete die besondere Rechtsstellung von Beamtinnen und Beamten mit der Notwendigkeit eines handlungsfähigen Staates. Er sagte: „Die Frage ist doch: Möchte ich einen handlungsfähigen Staat oder möchte ich ein Gerechtigkeitsgefühl bedienen?“ Das System sei gerade in krisenanfälligen Bereichen unverzichtbar.
Er verwies zudem auf die Vereidigung auf die Verfassung. Beamtinnen und Beamte seien dadurch ein Schutzwall gegen extremistische Einflussnahme, etwa wenn politische Mehrheiten versuchen würden, Lehrkräften bestimmte Unterrichtsinhalte vorzuschreiben. Wer sich für eine Stelle mit Verbeamtung interessiert, sollte diese Unabhängigkeit als zentrales Merkmal des Status kennen.
Privilegien-Debatte und Gewalt gegen Beschäftigte
Dem Vorwurf, Beamtinnen und Beamte seien übermäßig privilegiert, widersprach Geyer deutlich. Er nannte die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes als Gegenbeispiel. Vorurteile gegenüber Beamtinnen und Beamten gebe es seit jeher, verschwänden aber häufig, sobald die konkrete Leistung von Polizei oder Lehrkräften sichtbar werde.
Keine Einbeziehung in die Rentenkasse
Zur wiederkehrenden Forderung, Beamtinnen und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen, verwies Geyer auf den Bericht der Rentenkommission. Dieser stelle klar, dass eine solche Reform für den Steuerzahler teurer würde, weil gleichzeitig neue Ansprüche entstünden. „Das ist simple Mathematik“, so Geyer. Für Beschäftigte, die aktuell zwischen einer Stelle im Beamtenverhältnis oder einer Tarifstelle abwägen, bleibt die Besoldung des Bundes damit eine eigenständige Systematik neben Tarif und gesetzlicher Rente.
Vorschläge gegen den Personalmangel
Mit Blick auf den anhaltenden Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst nannte Geyer vier Ansatzpunkte: eine Überprüfung staatlicher Aufgaben, Bürokratieabbau, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie eine folgenbewusste Gesetzgebung. Als Beispiel führte er neue Steuern wie die Zucker- und die Plastiksteuer an, die mehrere hundert zusätzliche Stellen erforderlich machten. Er forderte eine öffentliche Debatte darüber, welche Aufgaben der Staat künftig noch übernehmen solle.
Für Bewerberinnen und Bewerber im öffentlichen Dienst bleibt die Grundsatzfrage relevant, ob eine Stelle bei Bund, Land oder Kommune im Beamtenverhältnis oder nach Tarif angeboten wird. Wer sich einen Überblick über laufende Stellenausschreibungen verschaffen möchte, findet diese unter aktuellen Jobangeboten.
Häufige Fragen
Warum lehnt der dbb eine Einbeziehung von Beamten in die Rentenversicherung ab?
dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer verweist auf den Bericht der Rentenkommission. Darin steht, dass eine Einbeziehung für den Steuerzahler teurer würde, weil gleichzeitig neue Rentenansprüche entstehen. Der Rentenversicherung selbst würde das zusätzliche Beitragsaufkommen nicht nützen, da es die Ausgaben ebenfalls erhöht.
Welche Lösungen schlägt der dbb gegen den Personalmangel vor?
Volker Geyer nannte vier Punkte: eine Überprüfung staatlicher Aufgaben, Bürokratieabbau, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie eine Gesetzgebung, die keinen zusätzlichen Verwaltungsaufwand verursacht. Als Beispiel führte er neue Steuern an, für die laut Geyer mehrere hundert zusätzliche Stellen nötig wären.
Was bedeutet die Vereidigung von Beamten auf die Verfassung konkret?
Laut Geyer verpflichtet die Vereidigung Beamtinnen und Beamte auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Das soll verhindern, dass politische Mehrheiten, etwa eine künftige Landesregierung, einseitig Einfluss auf dienstliches Handeln nehmen, etwa bei Unterrichtsinhalten an Schulen.
Quellen und Stand
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- dbb beamtenbund und tarifunion · Stand 20.10.2026