dbb fordert vom Bund rasche Lösung bei der Beamtenbesoldung
dbb-Chef Volker Geyer hat im Bundesinnenministerium auf eine zügige Umsetzung des Verfassungsgerichtsurteils zur amtsangemessenen Alimentation gedrängt.
Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht
Das Wichtigste in Kürze
Nach dem Verfassungsgerichtsurteil zur Berliner Besoldung Ende 2025 wächst der Druck auf den Bund. dbb-Chef Volker Geyer traf am 4. November 2026 die Parlamentarische Staatssekretärin Daniela Ludwig und forderte eine zeitnahe Anpassung der Beamtenbezüge. Er verwies auf steigende Arbeitsbelastung, höhere Lebenshaltungskosten und zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Für Beamtinnen und Beamte des Bundes bleibt die Frage der Nachzahlungen und künftigen Besoldungshöhe offen.
Gespräch im Bundesinnenministerium
Am 4. November 2026 traf der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Daniela Ludwig. Thema war die seit Längerem umstrittene Höhe der Beamtenbesoldung. Geyer machte deutlich, dass die Belastung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst gestiegen sei, während die Bezüge aus seiner Sicht nicht ausreichend angepasst wurden. Er sprach von wachsendem Druck durch höhere Lebenshaltungskosten und zunehmende Übergriffe gegen Mitarbeitende in Behörden.
„Die Geduld der Kolleginnen und Kollegen ist erschöpft. So geht man nicht mit denen um, die das Land jeden Tag am Laufen halten“, sagte Geyer laut Mitteilung des dbb.
Hintergrund: Urteil zur Berliner Besoldung
Ende 2025 hatte das Bundesverfassungsgericht die Besoldung in Berlin für verfassungswidrig erklärt. Die Entscheidung betrifft nach Einschätzung des dbb nicht nur das Land Berlin, sondern hat Signalwirkung für weitere Länder und den Bund. Geyer verwies darauf, dass Beamtinnen und Beamte einen Eid auf die Verfassung leisten müssten, während der Bund selbst mit einer verfassungswidrigen Besoldung agiere. Er bezeichnete die Umsetzung eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts als rechtsstaatliche Pflicht von Regierung und Parlament.
Was bedeutet das für Beschäftigte im öffentlichen Dienst?
Für Beamtinnen und Beamte des Bundes bleibt zunächst unklar, wann und in welcher Höhe die Besoldung angepasst wird. Wer sich für eine Beamtenlaufbahn interessiert oder bereits im Bundesdienst arbeitet, sollte die weitere Entwicklung verfolgen. Die aktuellen Besoldungstabellen des Bundes finden Sie unter Besoldung Bund. Tarifbeschäftigte sind von der Thematik nicht unmittelbar betroffen, da für sie eigene Tarifverträge gelten, etwa der TVöD oder der TV-L.
Stellen im Bund, in Ländern oder Kommunen unterscheiden sich in der Vergütungssystematik erheblich. Eine Übersicht aktueller Ausschreibungen finden Interessierte unter Stellenangebote im öffentlichen Dienst, gegliedert unter anderem nach Bund, Land und Kommune. Wer eine Verbeamtung anstrebt, sollte die Entwicklung der Besoldungsgesetze im Blick behalten, da gerichtliche Vorgaben zur Mindesthöhe der Alimentation direkte Auswirkungen auf künftige Gehaltstabellen haben können.
Wie geht es weiter?
Der dbb kündigte an, den Druck auf die Bundesregierung aufrechtzuerhalten. Eine konkrete gesetzliche Neuregelung oder ein Zeitplan für Nachzahlungen wurde bei dem Treffen nicht genannt. Für Beschäftigte im Bundesdienst bleibt daher abzuwarten, welche Schritte Regierung und Parlament als Reaktion auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts einleiten.
Häufige Fragen
Worum geht es bei dem Treffen zwischen dbb und Bundesinnenministerium?
dbb-Chef Volker Geyer traf am 4. November 2026 die Parlamentarische Staatssekretärin Daniela Ludwig, um auf eine rasche Umsetzung des Verfassungsgerichtsurteils zur Beamtenbesoldung zu drängen. Er kritisierte, dass die Bezüge nicht amtsangemessen seien und forderte den Bund als Arbeitgeber auf, verfassungsgemäß zu handeln.
Welches Urteil bildet den Hintergrund der Forderung?
Das Bundesverfassungsgericht hatte Ende 2025 die Besoldung in Berlin für verfassungswidrig erklärt. Der dbb sieht darin eine Signalwirkung für andere Länder und den Bund, weshalb er auch von der Bundesregierung eine Anpassung der Beamtenbezüge erwartet.
Betrifft die Forderung auch Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst?
Nein, die Alimentationsdebatte bezieht sich auf Beamtinnen und Beamte, deren Bezüge gesetzlich geregelt sind. Tarifbeschäftigte erhalten ihr Gehalt nach Tarifverträgen wie dem TVöD oder dem TV-L, die unabhängig von Besoldungsgesetzen verhandelt werden.
Was können Beschäftigte und Bewerber derzeit tun?
Da eine konkrete gesetzliche Neuregelung noch aussteht, bleibt nur, die weitere Entwicklung zu beobachten. Wer eine Verbeamtung plant oder bereits verbeamtet ist, sollte aktuelle Besoldungstabellen und Ankündigungen der zuständigen Ministerien im Blick behalten.
Quellen und Stand
Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.
- dbb beamtenbund und tarifunion · Stand 4.11.2026