Innenstadt-Studie 2026/27: Was sie für Kommunen bedeutet
Eine neue CIMA-Studie zeigt: Zeitmangel statt Online-Handel hält Menschen von der Innenstadt fern. Für Stadtplanung und Verwaltung ergeben sich daraus neue Aufgaben.
Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht
Das Wichtigste in Kürze
Die CIMA hat die dritte Deutschlandstudie Innenstadt vorgelegt. Hauptgrund gegen Innenstadtbesuche ist demnach Zeitmangel, nicht mehr der Online-Handel. Die Studie fordert das Leitbild der Wohlfühlstadt, benennt Defizite bei Wohnraum und Angeboten für Jugendliche und Ältere sowie Unterschiede im nächtlichen Sicherheitsempfinden zwischen Frauen und Männern. Für Beschäftigte in Stadtplanung, Wirtschaftsförderung und kommunaler Verwaltung liefert sie Grundlagen für künftige Projekte.
Dritte Auflage der Innenstadt-Studie
Die CIMA hat mit der „Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27“ zum dritten Mal nach 2022 und 2024 ein bundesweites Meinungsbild zur Innenstadt erhoben. Befragt wurde die Bevölkerung ab 15 Jahren, aufgeschlüsselt nach Alter, Geschlecht, Wohnort, Stadtgröße und Wohnzufriedenheit. Neu hinzugekommen sind Fragen zur Akzeptanz Künstlicher Intelligenz, zum Sicherheitsempfinden bei Tag und bei Dunkelheit sowie zur Wirkung von City-Gutscheinen.
Zeitmangel verdrängt Online-Handel als Hauptgrund
Laut Studie meiden Menschen die Innenstadt inzwischen seltener wegen des Online-Handels oder schlechter Erreichbarkeit. Ausschlaggebend ist heute vor allem fehlende Zeit durch Beruf und andere Verpflichtungen. Die Studienautoren leiten daraus das Leitbild der „Wohlfühlstadt“ ab: Innenstädte sollen künftig nicht nur zum Einkaufen dienen, sondern Begegnung, Erholung und Erlebnis bieten.
Zur Einordnung der Ergebnisse führt die Studie den sogenannten „Visitor-Journey-Circle“ ein. Er unterscheidet eine rationale Ebene mit Fakten und Nutzen, eine emotionale Ebene mit Erlebnis und Stimmung sowie eine symbolische Ebene, auf der Werte und Erwartungen an Stadtmarketing und Stadtplanung verhandelt werden.
Wohnraum und Generationenfrage als Schwachstellen
Als Zukunftsaufgaben benennt die Studie vor allem das Wohnungsangebot sowie fehlende Angebote für Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren. Diese Bereiche werden in der Befragung vergleichsweise kritisch bewertet. Die Studienautoren lesen darin den Wunsch nach einer Innenstadt, die für alle Generationen dauerhaft belebt ist.
Der Handelsverband Deutschland ergänzt die Erhebung mit eigenen Zahlen: 42 Prozent der befragten Unternehmen schätzen ihre Geschäftslage als schlecht ein. Erstmals untersucht die Studie zudem die geschlechtersensible Stadtentwicklung. Frauen empfinden nachts demnach deutlich häufiger Unsicherheit als Männer, obwohl sie nicht häufiger tatsächlich unsichere Situationen erleben.
Bedeutung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst
Für Beschäftigte in Stadtplanung, Wirtschaftsförderung und Ordnungsämtern liefert die Studie Argumente für künftige Projekte zur Innenstadtentwicklung. Wer in der kommunalen Verwaltung arbeitet oder dort einsteigen möchte, findet entsprechende Stellen unter Jobs bei Kommunen. Positionen in Planungs- und Sicherheitsthemen werden sowohl im Beamtenverhältnis als auch im Tarifbeschäftigungsverhältnis ausgeschrieben. Einen Überblick über aktuelle Ausschreibungen bietet die Übersicht unter offene Stellen.
Häufige Fragen
Was ist die Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27?
Es handelt sich um eine repräsentative Befragung der CIMA zur Wahrnehmung von Innenstädten in Deutschland. Sie wurde bereits 2022 und 2024 durchgeführt und liegt nun zum dritten Mal vor. Befragt wurden Menschen ab 15 Jahren zu Themen wie Besuchsgründen, Sicherheitsempfinden und Akzeptanz Künstlicher Intelligenz.
Welche Rolle spielt die Studie für die kommunale Verwaltung?
Die Ergebnisse liefern Kommunen Grundlagen für Stadtplanung, Wirtschaftsförderung und Sicherheitskonzepte. Themen wie Wohnraummangel, fehlende Angebote für Jugendliche und Ältere sowie das nächtliche Sicherheitsempfinden können in künftige Projekte und Stellenprofile einfließen.
Was bedeutet das Leitbild „Wohlfühlstadt“?
Das Leitbild beschreibt Innenstädte, die über den reinen Einkauf hinaus Mehrwert bieten. Dazu zählen laut Studie Orte der Begegnung, Erholung, Inspiration und des Wohlbefindens, da Zeitmangel inzwischen der häufigste Grund gegen einen Innenstadtbesuch ist.
Quellen und Stand
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- Deutscher Städte- und Gemeindebund · Stand 9.10.2026