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NKR-Bericht 2026: Bürokratieabbau kommt im Alltag kaum an

Der Nationale Normenkontrollrat zieht Bilanz: Der Erfüllungsaufwand sinkt rechnerisch, die tatsächlichen Bürokratiekosten steigen. Der dbb fordert mehr Beteiligung der Beschäftigten.

Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht

Das Wichtigste in Kürze

Der Jahresbericht des Nationalen Normenkontrollrats 2026 attestiert der Bundesregierung Fortschritte bei Staatsmodernisierung und Bürokratieabbau, bemängelt aber mangelnde Wirkung im Alltag. Der jährliche Erfüllungsaufwand sank um rund 6,8 Milliarden Euro, vor allem durch künftig vermiedene Belastungen aus dem Gebäudemodernisierungsgesetz. Gleichzeitig stiegen die jährlichen Bürokratiekosten um rund 1,3 Milliarden Euro. dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer forderte, Bund, Länder und Kommunen müssten das Bestandsrecht gemeinsam überprüfen und Beschäftigte früher in Gesetzgebungsprozesse einbinden.

Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) hat seinen Jahresbericht 2026 vorgelegt. Das Fazit fällt zwiespältig aus: Die Bundesregierung habe Staatsmodernisierung und Bürokratieabbau politisch priorisiert, spürbare Entlastungen für Beschäftigte und Bürgerinnen und Bürger blieben aber selten.

Sinkender Erfüllungsaufwand, steigende Bürokratiekosten

Laut Bericht ist der jährliche Erfüllungsaufwand um rund 6,8 Milliarden Euro zurückgegangen, der niedrigste Wert seit 2020. Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer ordnete diesen Rückgang jedoch ein: Er beruhe vor allem auf künftig vermiedenen Belastungen durch das Gebäudemodernisierungsgesetz und sei im Alltag kaum wahrnehmbar. Gleichzeitig stiegen die jährlichen Bürokratiekosten um rund 1,3 Milliarden Euro. Für Beschäftigte in Behörden bedeutet das: Rechnerisch verbessert sich die Statistik, der Arbeitsalltag bleibt davon häufig unberührt.

Was Geyer kritisiert

„Eine Entlastung, die nur auf dem Papier stattfindet, hilft weder den Bürgerinnen und Bürgern noch den Beschäftigten in den Behörden“, sagte Geyer am 8. Oktober 2026 in Berlin. Er begrüßte zugleich, dass der Bürokratieabbau politisch weit oben steht, da unnötige Verwaltungslast Arbeitskraft binde, die an anderer Stelle im öffentlichen Dienst fehle.

Bestandsrecht als Gemeinschaftsaufgabe

Der NKR fordert, bestehende Gesetze systematisch zu überprüfen statt nur neue Regelungen zu vermeiden. Geyer unterstützte diese Linie und verlangte, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam Beiträge leisten müssten. Überholte Regelungen sollten konsequent abgeschafft werden, so seine Forderung.

Instrumente werden zu zögerlich genutzt

Digitalchecks, Praxischecks, Bürgerchecks und Evaluierungen bewertet der NKR grundsätzlich als sinnvolle Werkzeuge für bessere Gesetze. Problematisch sei, dass sie bislang zu selten, zu spät oder gar nicht angewendet würden. Geyer forderte, Beschäftigte, die Regelungen in der Praxis umsetzen, früher in Gesetzgebungsprozesse einzubeziehen. „Gute Gesetze entstehen nicht unter Zeitdruck“, betonte er.

Bedeutung für Beschäftigte

Für Mitarbeitende in Verwaltung, bei Beamtenverhältnissen oder im Tarifbeschäftigungsverhältnis bleibt die Lage vorerst unverändert: Solange Bürokratieabbau nur statistisch wirkt, ändert sich an Arbeitsbelastung und Verfahrensaufwand wenig. Wer beim Bund oder in Behörden arbeitet, die mit komplexem Bestandsrecht ringen, dürfte die Kritik des dbb aus eigener Erfahrung kennen. Der Bericht liefert zumindest einen Beleg dafür, dass die Diskrepanz zwischen politischer Ankündigung und Praxiswirkung auf oberster Ebene wahrgenommen wird.

Häufige Fragen

Was zeigt der NKR-Jahresbericht 2026 konkret?

Der Bericht dokumentiert einen Rückgang des jährlichen Erfüllungsaufwands um rund 6,8 Milliarden Euro, den niedrigsten Stand seit 2020. Gleichzeitig stiegen die jährlichen Bürokratiekosten um rund 1,3 Milliarden Euro. Der NKR bewertet die Richtung bei Staatsmodernisierung und Bürokratieabbau grundsätzlich positiv, sieht aber zu wenig spürbare Verbesserungen im Alltag von Beschäftigten und Bürgerinnen und Bürgern.

Warum kritisiert der dbb den gesunkenen Erfüllungsaufwand?

Laut Volker Geyer beruht der Rückgang vor allem auf künftig vermiedenen Belastungen durch das Gebäudemodernisierungsgesetz. Diese Entlastung sei im Arbeitsalltag kaum spürbar und helfe weder Bürgerinnen und Bürgern noch Beschäftigten in den Behörden unmittelbar, so seine Einschätzung in der Stellungnahme vom 8. Oktober 2026.

Was fordert der dbb beim Bürokratieabbau?

Geyer verlangt, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam am Bürokratieabbau arbeiten und das Bestandsrecht systematisch überprüfen. Zudem sollten Beschäftigte, die Regelungen in der Praxis anwenden, frühzeitig in Gesetzgebungsprozesse eingebunden werden, damit Gesetze praxistauglicher werden.

Welche Instrumente nennt der NKR für bessere Rechtsetzung?

Der Bericht nennt Digitalchecks, Praxischecks, Bürgerchecks und Evaluierungen als grundsätzlich geeignete Werkzeuge. Sie würden bislang aber zu zögerlich, zu spät oder häufig gar nicht eingesetzt, weshalb ihr Nutzen in der Praxis begrenzt bleibe.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.

  1. dbb beamtenbund und tarifunion · Stand 8.10.2026