dbb-Chef Geyer fordert Bürokratieabbau und mehr Vertrauen in Beschäftigte
dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer fordert im Interview Aufgabenkritik, Digitalisierung und mehr Eigenverantwortung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst.
Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht
Das Wichtigste in Kürze
Im Interview mit der Saarbrücker Zeitung benennt dbb-Chef Volker Geyer den Personalmangel im öffentlichen Dienst als zentrale Herausforderung der kommenden Jahre. Er fordert Bürokratieabbau, mehr Digitalisierung und mehr Vertrauen in die Eigeninitiative der Beschäftigten. Zugleich verteidigt er das Berufsbeamtentum gegen politische Infragestellung und kritisiert den Umgang der Dienstherrn mit Gerichtsurteilen zur Besoldung.
Der öffentliche Dienst steht vor einem Personalproblem, das sich in den kommenden Jahren noch verschärfen wird. Das macht Volker Geyer, Bundesvorsitzender des dbb beamtenbund und tarifunion, in einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung deutlich.
Demografischer Druck und fehlende Fachkräfte
Nach Angaben Geyers werden in den nächsten zehn Jahren rund 1,4 Millionen Beschäftigte altersbedingt aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden. Schon jetzt fehlten laut dbb-Zahlen mehr als 630.000 Menschen in Verwaltung, Schulen, Kliniken und anderen Bereichen des Staates. Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das: Die Chancen auf eine Einstellung bleiben gut, egal ob bei
Häufige Fragen
Was fordert dbb-Chef Geyer konkret von der Politik?
Geyer verlangt eine klare Aufgabenkritik: Die Politik müsse festlegen, welche Aufgaben der Staat künftig noch übernehmen kann. Zudem fordert er Bürokratieabbau, mehr Digitalisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Verwaltung. Beschäftigte sollten zudem mehr Freiraum erhalten, um aus Eigeninitiative Veränderungen voranzutreiben.
Warum verteidigt Geyer das Berufsbeamtentum?
Geyer sieht im Berufsbeamtentum eine Garantie für einen handlungsfähigen und streikfreien Staat sowie einen Schutz gegen Extremismus. Zugleich bezeichnet er es als Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb um Fachkräfte. Kritik an der Institution hält er in Teilen für ideologisch statt faktenbasiert.
Was kritisiert Geyer an der Besoldung?
Er bemängelt, dass Bund und Länder immer wieder vor dem Bundesverfassungsgericht zur amtsangemessenen Besoldung verurteilt werden. Zudem dauere die Umsetzung solcher Urteile teils Jahre. Das empfänden Beschäftigte als ungerecht und schade dem Vertrauen in den Dienstherrn.
Was bedeutet der Personalmangel für Bewerberinnen und Bewerber?
Da laut dbb bereits über 630.000 Stellen unbesetzt sind und demografiebedingt weitere Abgänge folgen, bleiben die Einstellungschancen im öffentlichen Dienst hoch. Das betrifft sowohl Stellen bei Bund, Ländern und Kommunen als auch verschiedenste Berufsfelder innerhalb der Verwaltung.
Quellen und Stand
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- dbb beamtenbund und tarifunion · Stand 8.10.2026