Finanzvermögen der öffentlichen Hand wächst 2025 um 5,9 Prozent
Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung besaßen Ende 2025 zusammen 1,2 Billionen Euro Finanzvermögen. Das zeigt eine neue Statistik des Statistischen Bundesamts.
Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht
Das Wichtigste in Kürze
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg das Finanzvermögen des Öffentlichen Gesamthaushalts Ende 2025 auf 1.199,1 Milliarden Euro, ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber 2024. Der Bund legte um 6,4 Prozent zu, die Länder um 8,2 Prozent, Kommunen um 1,9 Prozent und die Sozialversicherung um 6,6 Prozent. Zwischen den Bundesländern gab es große Unterschiede: Bremen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen verzeichneten starke Zuwächse, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Schleswig-Holstein Rückgänge.
Öffentliche Hand mit mehr finanziellen Reserven
Der Öffentliche Gesamthaushalt aus Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung verfügte zum Jahresende 2025 über ein Finanzvermögen von 1.199,1 Milliarden Euro gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich. Das teilte das Statistische Bundesamt am 22. September 2026 mit. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 5,9 Prozent oder 66,8 Milliarden Euro. Zum nicht-öffentlichen Bereich zählen unter anderem Banken sowie private Unternehmen im In- und Ausland.
Unterschiede zwischen Bund, Ländern und Kommunen
Der Bund steigerte sein Finanzvermögen um 6,4 Prozent auf 457,2 Milliarden Euro. Grund waren laut Destatis eine höhere Liquiditätsreserve sowie eine Eigenkapitalerhöhung bei der Deutschen Bahn AG.
Bei den Ländern wuchs das Finanzvermögen um 8,2 Prozent auf 307,5 Milliarden Euro. Die Entwicklung fiel regional sehr unterschiedlich aus. Bremen verzeichnete mit 28,0 Prozent den stärksten Anstieg, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 25,0 Prozent und Niedersachsen mit 21,3 Prozent. In Bremen lag das vor allem an angelegten Barsicherheiten aus Derivat-Geschäften. Rückläufig war das Finanzvermögen dagegen in Nordrhein-Westfalen (minus 6,0 Prozent), Berlin (minus 4,0 Prozent) und Schleswig-Holstein (minus 0,9 Prozent). In Nordrhein-Westfalen wurde Finanzvermögen zur Kredittilgung eingesetzt, in Berlin fiel die BEN Berlin Energie und Netzholding GmbH aus dem Sektor Staat heraus.
Die Kommunen und Gemeindeverbände kamen auf ein Plus von 1,9 Prozent auf 252,8 Milliarden Euro. Schleswig-Holstein legte mit 10,2 Prozent am stärksten zu, während Hessen als einziges Bundesland einen Rückgang von 2,6 Prozent verzeichnete.
Die Sozialversicherung erhöhte ihr Finanzvermögen um 6,6 Prozent auf 181,6 Milliarden Euro.
Was das für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bedeutet
Die Zahlen beschreiben Vermögenswerte wie Bargeld, Einlagen, Wertpapiere und Beteiligungen, nicht direkt die Verhandlungsspielräume bei Gehältern. Dennoch geben sie einen Hinweis auf die finanzielle Lage der Arbeitgeber im öffentlichen Dienst. Wer sich für eine Stelle bei Beamten- oder Tarifstellen interessiert, findet in solchen Statistiken einen Anhaltspunkt für die Stabilität des jeweiligen Arbeitgebers. Destatis weist darauf hin, dass Finanzvermögen und Schuldenstand zusammenhängen können, etwa wenn liquide Mittel zur Schuldentilgung verwendet werden. Aktuelle Vergütungstabellen finden Sie unter TVöD-VKA, TV-L und Besoldung Bund. Offene Stellen im öffentlichen Dienst listet die Übersicht unter /jobs.
Häufige Fragen
Was zeigt die Statistik zum Finanzvermögen konkret?
Sie zeigt, welche Vermögenswerte Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich besitzen, etwa Bargeld, Einlagen, Wertpapiere und Beteiligungen. Zum Jahresende 2025 lag dieser Wert laut Destatis bei 1.199,1 Milliarden Euro, ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bedeutet das steigende Finanzvermögen höhere Gehälter im öffentlichen Dienst?
Nicht direkt. Die Statistik beschreibt Vermögenswerte, keine unmittelbaren Verhandlungsspielräume für Tarif- oder Besoldungsrunden. Sie gibt aber einen Hinweis auf die finanzielle Verfassung der jeweiligen Arbeitgeber im öffentlichen Dienst.
Warum unterscheiden sich die Bundesländer so stark?
Die Ursachen sind sehr unterschiedlich. In Bremen stiegen angelegte Barsicherheiten aus Derivat-Geschäften, in Nordrhein-Westfalen wurde Finanzvermögen zur Schuldentilgung genutzt, und in Berlin fiel ein Unternehmen aus dem Sektor Staat heraus, wodurch dessen Vermögen nicht mehr mitgezählt wird.
Quellen und Stand
Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.
- Statistisches Bundesamt · Stand 22.9.2026