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Psychotherapeutenkammer fordert Vorsorge für Krisenfälle

Die Bundespsychotherapeutenkammer fordert frühzeitige Vorbereitung der psychosozialen Notfallversorgung. Für Beschäftigte in Gesundheitsamt, Pflege und Rettungsdiensten könnte das neue Aufgaben bedeuten.

Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht

Das Wichtigste in Kürze

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat ein Impulspapier zur psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) im Bevölkerungsschutz veröffentlicht. BPtK-Präsidentin Dr. Andrea Benecke fordert im Interview mit dem Behörden Spiegel eine frühzeitigere, besser koordinierte Vorsorge, auch über Einsatzkräfte hinaus. Sie benennt Lücken bei der Vernetzung der Beteiligten und beim Übergang von Akuthilfe zu Regelversorgung. Von einem geplanten Gesundheitssicherstellungsgesetz erhofft sich die Kammer einen verbindlichen Rahmen. Für den öffentlichen Dienst in Gesundheitsämtern, Rettungsdiensten und Sozialverwaltung ergeben sich daraus mögliche neue Zuständig

Kammer sieht Lücken bei der Krisenvorsorge

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat im Sommer 2026 ein Impulspapier zur psychosozialen Notfallversorgung im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz vorgelegt. Im Gespräch mit dem Behörden Spiegel erläutert BPtK-Präsidentin Dr. Andrea Benecke die Beweggründe. Als Auslöser nennt sie Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie, der Flutkatastrophe im Ahrtal, aus Anschlägen und dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Diese Ereignisse hätten gezeigt, wie stark Krisen die Psyche vieler Menschen belasten, oft über den akuten Vorfall hinaus.

Benecke verweist zudem auf steigende Risiken durch Extremwetter, Cyberangriffe, Sabotage und hybride Bedrohungen. Das Gesundheitssystem müsse auf große Krisen vorbereitet sein, um im Bedarfsfall schnell viele Menschen versorgen zu können. Sie betont: „Versorgung darf auch im Krisenfall nicht dem Zufall überlassen werden.“

Aktuelle Struktur und benannte Schwachstellen

Nach Darstellung der BPtK-Präsidentin steht für die Akuthilfe ein belastbares Netzwerk bereit, getragen von Hilfsorganisationen wie Deutschem Rotem Kreuz, Johannitern, Maltesern, Arbeiter-Samariter-Bund sowie der kirchlichen Notfallseelsorge. Kriseninterventionsteams und speziell geschulte Fachkräfte der psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte ergänzen dieses System. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten unterstützen bei Bedarf zusätzlich.

Defizite sieht Benecke vor allem an den Schnittstellen: bei der Vernetzung zwischen Berufsgruppen, der Abstimmung der Beteiligten und beim Übergang von der Akuthilfe in die psychotherapeutische Regelversorgung. Es fehlten einheitliche Dringlichkeitskriterien, krisenfeste Versorgungskonzepte und ein transparenter Überblick über verfügbare Kapazitäten.

Was die Kammer vorschlägt

Die BPtK schlägt vor, Gruppenangebote und videogestützte Versorgung auszubauen und zusätzlich Sonderbedarfszulassungen, Ermächtigungen sowie geprüfte digitale Tools einzubeziehen. Ergänzend fordert sie ein datengestütztes Lagebild, das verfügbare PSNV-Kapazitäten abbildet. Vom geplanten Gesundheitssicherstellungsgesetz erhofft sich die Kammer einen konzeptionellen Rahmen für den gesundheitlichen Bevölkerungsschutz.

Bedeutung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Für Mitarbeitende in Gesundheitsämtern, im Rettungsdienst, in der Sozialverwaltung und bei Hilfsorganisationen könnte eine Neuausrichtung der PSNV zusätzliche Aufgaben und Schulungsbedarf bedeuten. Wer im Gesundheitsamt oder in der Pflege tätig ist oder dort eine Stelle sucht, findet passende Angebote unter Jobs bei Kommunen oder Jobs bei Ländern. Eine Übersicht aller aktuellen Stellen im öffentlichen Dienst bietet die Jobbörse von StaatsJobs.com. Wer tarifliche Eingruppierung und Bezahlung im Gesundheits- und Sozialwesen prüfen möchte, findet Orientierung in den Tabellen zum TVöD-VKA oder zum TV-L.

Häufige Fragen

Was fordert die Bundespsychotherapeutenkammer konkret?

Die BPtK fordert in ihrem Impulspapier eine frühzeitigere, besser koordinierte psychosoziale Notfallversorgung. Dazu zählen ein Ausbau von Gruppenangeboten, videogestützte Versorgung, Sonderbedarfszulassungen und ein datengestütztes Lagebild verfügbarer Kapazitäten, wie BPtK-Präsidentin Dr. Andrea Benecke erläutert.

Welche Lücken sieht die Kammer in der bestehenden Versorgung?

Benecke benennt Defizite bei der Vernetzung zwischen Berufsgruppen, bei der Abstimmung der Beteiligten und beim Übergang von Akuthilfe zu psychotherapeutischer Regelversorgung. Zudem fehlten Dringlichkeitskriterien und ein transparenter Überblick über Versorgungskapazitäten.

Welche Rolle spielt das geplante Gesundheitssicherstellungsgesetz?

Von dem Gesetz erhofft sich die BPtK einen konzeptionellen Rahmen für den gesundheitlichen Bevölkerungsschutz. Details zum Inhalt des Gesetzes nennt die Vorlage nicht abschließend, das Interview wurde dazu nicht vollständig wiedergegeben.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.

  1. Behörden Spiegel · Stand 1.10.2026