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5 Prozent mehr Lohn in der Milchindustrie Ost: Was bedeutet das für den öffentlichen Dienst?

Ein neuer Tarifabschluss in der ostdeutschen Milchindustrie bringt 5 Prozent mehr Lohn bis 2028. Was Beschäftigte im öffentlichen Dienst daraus für eigene Gehaltsverhandlungen ablesen können.

Redaktion StaatsJobs.com· Veröffentlicht

Das Wichtigste in Kürze

In der Milchindustrie in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde ein Tarifabschluss mit gestaffelten Lohnerhöhungen von insgesamt 5 Prozent bis Ende März 2028 erzielt. Vorausgegangen waren Proteste und eine Lohnpetition von über 1.000 Beschäftigten. Auch Ausbildungsvergütungen und Fahrtkostenerstattung wurden verbessert. Der Beitrag ordnet ein, was diese privatwirtschaftliche Tarifrunde für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bedeutet.

Worum geht es bei dem Abschluss

In der Milchindustrie in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Die Löhne steigen rückwirkend zum 1. September 2026 um 2,8 Prozent. Zum 1. Mai 2027 und zum 1. November 2027 folgen jeweils weitere 1,1 Prozent. Insgesamt ergibt das ein Plus von rund 5 Prozent. Der Vertrag läuft bis zum 31. März 2028.

Auch Auszubildende profitieren. Ihre monatliche Vergütung steigt zum 1. September 2026 um 50 Euro, zum 1. November 2027 um weitere 25 Euro. Fahrtkosten zur Berufsschule werden künftig bis zur Höhe eines Azubi- oder Deutschlandtickets erstattet.

Wie es zu dem Ergebnis kam

Dem Abschluss gingen Proteste und Informationsaktionen der Beschäftigten voraus. Mehr als 1.000 Mitarbeitende unterzeichneten eine Lohnpetition, nachdem die Arbeitgeberseite zunächst nur 2,3 Prozent angeboten hatte. Der Druck aus der Belegschaft trug offenbar dazu bei, das Ergebnis zu verbessern. Weitere Betriebe der Branche orientieren sich laut Vorlage an diesem Abschluss.

Was das für den öffentlichen Dienst bedeutet

Der Tarifvertrag betrifft private Milchbetriebe und hat keine direkte Wirkung auf Tarifverträge im öffentlichen Dienst wie den TVöD-VKA oder den TV-L. Dennoch liefert er einen Anhaltspunkt für die allgemeine Tariflandschaft in Ostdeutschland.

Für Beschäftigte in Tarifbeschäftigung bei Bund, Ländern oder Kommunen zeigt der Fall, dass organisierter Druck aus der Belegschaft Verhandlungsergebnisse verbessern kann. Auch die verbesserten Konditionen für Auszubildende, etwa bei der Fahrtkostenerstattung, können als Vergleichsmaßstab dienen, wenn eigene Ausbildungsvergütungen zur Debatte stehen.

Wer eine Stelle im öffentlichen Dienst sucht, findet aktuelle Ausschreibungen bei StaatsJobs.com, sortiert unter anderem nach Kommunen, Ländern und Bund. Für Beamtinnen und Beamte gelten ohnehin eigene Regeln der Besoldung statt tariflicher Lohnerhöhungen.

Häufige Fragen

Gilt der Tarifabschluss der Milchindustrie auch für den öffentlichen Dienst?

Nein. Der Abschluss betrifft private Milchbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für den öffentlichen Dienst gelten eigene Tarifverträge wie der TVöD oder der TV-L, die separat verhandelt werden.

Was können Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst aus dem Fall lernen?

Der Abschluss zeigt, dass eine Lohnpetition und öffentlicher Druck aus der Belegschaft ein ursprüngliches Angebot verbessern können. Über 1.000 Beschäftigte hatten unterschrieben, bevor sich die Arbeitgeberseite von 2,3 auf letztlich rund 5 Prozent bewegte.

Betrifft die Erhöhung auch Beamtinnen und Beamte?

Nein. Beamtinnen und Beamte erhalten keine Tariferhöhungen, sondern eine Besoldung, die über eigene Gesetze angepasst wird. Der Abschluss aus der Milchindustrie hat darauf keinen Einfluss.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.

  1. DGB Tarifmeldungen · Stand 15.9.2026