# StaatsJobs.com – Ratgeber im Volltext > 106 Artikel zum öffentlichen Dienst in Deutschland: Tarif und Besoldung, Bewerbung und Auswahlverfahren, Beamtenrecht, Quereinstieg und Arbeitsalltag. Alle Zahlen stammen aus Primärquellen und sind je Artikel mit Quelle und Stand belegt. Struktur und Links: https://www.staatsjobs.com/llms.txt Stand dieser Datei: 2026-10-11 Die Inhalte dürfen zitiert werden. Bitte nennen Sie die Artikel-URL als Quelle und übernehmen Sie den bei jeder Zahl angegebenen Stand, weil Tarif- und Besoldungswerte zeitgebunden sind. --- ## Innenstadt-Studie 2026/27: Was sie für Kommunen bedeutet URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/deutschlandstudie-innenstadt-2026-27 Kategorie: News Themen: Kommunen, Verwaltung, Bau und Planung Zuletzt geprüft: 2026-10-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Die CIMA hat die dritte Deutschlandstudie Innenstadt vorgelegt. Hauptgrund gegen Innenstadtbesuche ist demnach Zeitmangel, nicht mehr der Online-Handel. Die Studie fordert das Leitbild der Wohlfühlstadt, benennt Defizite bei Wohnraum und Angeboten für Jugendliche und Ältere sowie Unterschiede im nächtlichen Sicherheitsempfinden zwischen Frauen und Männern. Für Beschäftigte in Stadtplanung, Wirtschaftsförderung und kommunaler Verwaltung liefert sie Grundlagen für künftige Projekte. ### Dritte Auflage der Innenstadt-Studie Die CIMA hat mit der „Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27“ zum dritten Mal nach 2022 und 2024 ein bundesweites Meinungsbild zur Innenstadt erhoben. Befragt wurde die Bevölkerung ab 15 Jahren, aufgeschlüsselt nach Alter, Geschlecht, Wohnort, Stadtgröße und Wohnzufriedenheit. Neu hinzugekommen sind Fragen zur Akzeptanz Künstlicher Intelligenz, zum Sicherheitsempfinden bei Tag und bei Dunkelheit sowie zur Wirkung von City-Gutscheinen. ### Zeitmangel verdrängt Online-Handel als Hauptgrund Laut Studie meiden Menschen die Innenstadt inzwischen seltener wegen des Online-Handels oder schlechter Erreichbarkeit. Ausschlaggebend ist heute vor allem fehlende Zeit durch Beruf und andere Verpflichtungen. Die Studienautoren leiten daraus das Leitbild der „Wohlfühlstadt“ ab: Innenstädte sollen künftig nicht nur zum Einkaufen dienen, sondern Begegnung, Erholung und Erlebnis bieten. Zur Einordnung der Ergebnisse führt die Studie den sogenannten „Visitor-Journey-Circle“ ein. Er unterscheidet eine rationale Ebene mit Fakten und Nutzen, eine emotionale Ebene mit Erlebnis und Stimmung sowie eine symbolische Ebene, auf der Werte und Erwartungen an Stadtmarketing und Stadtplanung verhandelt werden. ### Wohnraum und Generationenfrage als Schwachstellen Als Zukunftsaufgaben benennt die Studie vor allem das Wohnungsangebot sowie fehlende Angebote für Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren. Diese Bereiche werden in der Befragung vergleichsweise kritisch bewertet. Die Studienautoren lesen darin den Wunsch nach einer Innenstadt, die für alle Generationen dauerhaft belebt ist. Der Handelsverband Deutschland ergänzt die Erhebung mit eigenen Zahlen: 42 Prozent der befragten Unternehmen schätzen ihre Geschäftslage als schlecht ein. Erstmals untersucht die Studie zudem die geschlechtersensible Stadtentwicklung. Frauen empfinden nachts demnach deutlich häufiger Unsicherheit als Männer, obwohl sie nicht häufiger tatsächlich unsichere Situationen erleben. ### Bedeutung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst Für Beschäftigte in Stadtplanung, Wirtschaftsförderung und Ordnungsämtern liefert die Studie Argumente für künftige Projekte zur Innenstadtentwicklung. Wer in der kommunalen Verwaltung arbeitet oder dort einsteigen möchte, findet entsprechende Stellen unter [Jobs bei Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune). Positionen in Planungs- und Sicherheitsthemen werden sowohl im [Beamtenverhältnis](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) als auch im [Tarifbeschäftigungsverhältnis](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) ausgeschrieben. Einen Überblick über aktuelle Ausschreibungen bietet die Übersicht unter [offene Stellen](/jobs). ### Häufige Fragen **Was ist die Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27?** Es handelt sich um eine repräsentative Befragung der CIMA zur Wahrnehmung von Innenstädten in Deutschland. Sie wurde bereits 2022 und 2024 durchgeführt und liegt nun zum dritten Mal vor. Befragt wurden Menschen ab 15 Jahren zu Themen wie Besuchsgründen, Sicherheitsempfinden und Akzeptanz Künstlicher Intelligenz. **Welche Rolle spielt die Studie für die kommunale Verwaltung?** Die Ergebnisse liefern Kommunen Grundlagen für Stadtplanung, Wirtschaftsförderung und Sicherheitskonzepte. Themen wie Wohnraummangel, fehlende Angebote für Jugendliche und Ältere sowie das nächtliche Sicherheitsempfinden können in künftige Projekte und Stellenprofile einfließen. **Was bedeutet das Leitbild „Wohlfühlstadt“?** Das Leitbild beschreibt Innenstädte, die über den reinen Einkauf hinaus Mehrwert bieten. Dazu zählen laut Studie Orte der Begegnung, Erholung, Inspiration und des Wohlbefindens, da Zeitmangel inzwischen der häufigste Grund gegen einen Innenstadtbesuch ist. ### Quellen - Deutscher Städte- und Gemeindebund: https://www.dstgb.de/aktuelles/2026/deutschlandstudie-innenstadt-2026-27-veroeffentlicht/ (Stand 9.10.2026) --- ## Landkreistag fordert schnelle Entlastung der Kommunen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/landkreistag-zukunftspakt-kommunale-entlastung Kategorie: News Themen: Kommunen, Besoldung, TVöD VKA, Bund, Länder Zuletzt geprüft: 2026-10-08 **Das Wichtigste in Kürze:** Der Deutsche Landkreistag fordert Bund und Länder auf, den zweiten Teil des Zukunftspakts schnell umzusetzen. Angesichts eines jährlichen kommunalen Defizits von rund 30 Milliarden Euro verlangt DLT-Präsident Achim Brötel spürbare Entlastungen bei Ausgaben und Einnahmen, darunter eine befristete Anhebung des kommunalen Umsatzsteueranteils um zehn Prozentpunkte. Besonders bei Sozialleistungen wie Kinder- und Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und Pflege steigen die Kosten zweistellig. Für Beschäftigte in Kommunalverwaltungen hat die Finanzlage direkte Bedeutung für Stellenbesetzungen und Haushaltsspielräume. ### Kommunales Defizit bleibt auf hohem Niveau Der Deutsche Landkreistag (DLT) hat Bund und Länder aufgefordert, den zweiten Teil des sogenannten Zukunftspakts ohne weitere Verzögerung umzusetzen. Dabei soll es vor allem um die Finanzausstattung der Kommunen gehen. Nach der gemeinsamen Haushaltsprognose der kommunalen Spitzenverbände droht für das Jahr 2026 erneut ein Defizit von rund 30 Milliarden Euro. DLT-Präsident Landrat Dr. Achim Brötel erklärte nach der Präsidiumssitzung im Burgenlandkreis: „Der Zukunftspakt muss endlich in die entscheidende Phase kommen.“ Die kommunalen Spitzenverbände waren im Juli vom Bundesinnen- und Bundesfinanzministerium zugesichert worden, frühzeitig in die weitere Ausgestaltung eingebunden zu werden. Der DLT erwartet, dass dabei die strukturelle Unterfinanzierung der [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) im Zentrum steht. ### Forderung nach höherem Umsatzsteueranteil Nach Einschätzung des Landkreistags reicht wirtschaftliches Wachstum allein nicht aus, um die strukturelle Lücke zu schließen. Brötel schlägt deshalb eine befristete Anhebung des kommunalen Anteils an der Umsatzsteuer um mindestens zehn Prozentpunkte vor. Das entspreche in etwa dem aktuellen jährlichen Defizit der Kommunen. Die im Juni zwischen Bund und Ländern vereinbarte Veranlassungskonnexität bewertet der DLT als ersten Schritt. Demnach soll der Bund künftig 80 Prozent der finanziellen Belastungen übernehmen, die neue oder geänderte Leistungsgesetze mit erheblichen Kostenfolgen für Länder und Kommunen verursachen, sofern jährlich mehr als 200 Millionen Euro anfallen. Bereits bestehende Gesetze sind davon jedoch ausgenommen. Das heutige strukturelle Defizit bleibt damit bestehen. ### Sozialleistungen als größter Kostentreiber Besonders stark steigen laut DLT die Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und Hilfe zur Pflege. Brötel spricht von zweistelligen prozentualen Wachstumsraten bei den Kosten in diesen Bereichen und fordert „mutige Lösungen“, die er bislang vermisst. #### Bedeutung für den öffentlichen Dienst Für Beschäftigte und Bewerberinnen und Bewerber in Kommunalverwaltungen ist die Finanzlage der Landkreise und Gemeinden nicht nebensächlich. Anhaltende Haushaltsdefizite wirken sich auf Personalplanung, Stellenbesetzungen und Investitionen aus. Wer sich für eine Stelle bei einer Kommune interessiert, findet aktuelle Angebote unter [Jobs bei Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) oder vergleichend bei [Landesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/land) und [Bundesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/bund). Tarifliche Eingruppierungen im kommunalen Bereich lassen sich in der [TVöD-VKA-Tabelle](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) nachschlagen, Beamtinnen und Beamte im öffentlichen Dienst finden entsprechende Informationen unter [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte). ### Häufige Fragen **Was fordert der Deutsche Landkreistag konkret?** Der Landkreistag verlangt, dass Bund und Länder den zweiten Teil des Zukunftspakts rasch umsetzen. Dabei soll es um spürbare, dauerhafte Entlastungen bei kommunalen Ausgaben sowie um gestärkte Einnahmen gehen. Konkret schlägt DLT-Präsident Achim Brötel eine befristete Erhöhung des kommunalen Umsatzsteueranteils um mindestens zehn Prozentpunkte vor, um das jährliche Defizit von rund 30 Milliarden Euro auszugleichen. **Was bedeutet die Veranlassungskonnexität?** Diese im Juni 2026 vereinbarte Regelung besagt, dass der Bund künftig 80 Prozent der finanziellen Belastungen übernimmt, die neue Leistungsgesetze für Länder und Kommunen verursachen, sofern jährlich mehr als 200 Millionen Euro anfallen. Bestehende Gesetze sind davon ausgenommen, das aktuelle strukturelle Defizit bleibt deshalb unverändert bestehen. **Welche Bereiche treiben die kommunalen Kosten besonders?** Laut Landkreistag wachsen die Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und Hilfe zur Pflege zweistellig. Diese Sozialleistungen belasten kommunale Haushalte zunehmend stärker, ohne dass bisher ausreichende Gegenmaßnahmen von Bund und Ländern beschlossen wurden. **Was bedeutet die Finanzlage für Beschäftigte im kommunalen Dienst?** Anhaltende Defizite können sich auf Stellenbesetzungen, Investitionen und Personalplanung in Kommunen auswirken. Wer sich für eine Stelle interessiert, sollte aktuelle Stellenangebote und Tarifinformationen im Blick behalten, etwa über die TVöD-VKA-Tabelle oder vergleichende Angebote bei Land und Bund. ### Quellen - Deutscher Landkreistag: https://www.landkreistag.de/presseforum/pressemitteilungen/3562-zukunftspakt-muss-die-kommunen-tatsaechlich-und-schnell-entlasten (Stand 7.10.2026) --- ## Landkreistag warnt vor neuen Kostenlasten bei Pflege und Kliniken URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/landkreistag-pflege-kliniken-rettungsdienst-kosten Kategorie: News Themen: Pflege, Kliniken, Kommunen, TVöD VKA Zuletzt geprüft: 2026-10-07 **Das Wichtigste in Kürze:** Der Deutsche Landkreistag begrüßt eine Korrektur im Kabinettsentwurf zur Pflegereform, die Kommunen entlastet. Dennoch bleiben laut Verband Mehrausgaben von rund 600 Millionen Euro bei der Hilfe zur Pflege bestehen. Auch bei Krankenhausfinanzierung und Rettungsdienst fordert der Verband strukturelle Reformen statt weiterer Kostenverlagerung auf Landkreise und Städte. Für Beschäftigte in Pflege, Kliniken und Rettungsdiensten im öffentlichen Dienst bedeutet das anhaltenden Spardruck in den kommunalen Trägern. ### Teilerfolg bei der Pflegereform Der Deutsche Landkreistag hat nach einer Präsidiumssitzung im Burgenlandkreis eine erste Reaktion der Bundesregierung auf seine Kritik an der Pflegereform gewürdigt. Eine geplante zeitliche Streckung der Leistungszuschläge nach Dauer der Pflegebedürftigkeit ist aus dem Gesetzentwurf gestrichen worden. Damit entfällt eine zusätzliche Belastung der kommunal getragenen Hilfe zur Pflege. Trotzdem rechnet der Verband weiterhin mit Mehrausgaben für Länder und Kommunen bei der Hilfe zur Pflege von rund 600 Millionen Euro, die bis 2030 auf etwa 350 Millionen Euro jährlich sinken sollen. DLT-Präsident Landrat Dr. Achim Brötel erklärte dazu: „Die strukturellen Probleme bleiben damit also bestehen.“ ### Forderungen an die neue Strukturkommission Pflege Der Landkreistag verlangt, die Ausbildungsumlage aus den Eigenanteilen der Pflegebedürftigen herauszunehmen. Zudem sollen Krankenkassen die medizinische Behandlungspflege übernehmen. Pflegebedürftige in besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe sollen die vollen Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. Diese Punkte sollen in der neu eingerichteten Strukturkommission Pflege behandelt werden. Der Verband unterstützt zudem den Vorschlag, dass der Bund die Ausgaben der Hilfe zur Pflege übernimmt, die derzeit bei über 6 Milliarden Euro jährlich liegen. Brötel verweist dabei auf die Grundsicherung im Alter als Vorbild für eine stufenweise Übernahme durch den Bund. ### Kliniken und Rettungsdienst unter Druck Nach Angaben des Landkreistags schreiben bereits drei Viertel der Krankenhäuser rote Zahlen. Für 2026 rechnen allein die Landkreise mit mindestens rund 5 Milliarden Euro, die sie zur Stabilisierung ihrer Kliniken aufbringen müssen. Gefordert werden ein tragfähiges System zur Finanzierung der Betriebskosten, eine Überarbeitung der Vorhaltevergütung und weniger Bürokratie. Die vom Bund zugesagten zusätzlichen 450 Millionen Euro für Krankenhäuser müssten zügig gesetzlich umgesetzt werden, ohne dass sie durch Kürzungen an anderer Stelle wieder verloren gehen. Beim Rettungsdienst hält der Verband nur kleinere Korrekturen für nötig, etwa eine rechtssichere Vergütung von medizinischen Leistungen am Einsatzort und von Leitstellenaufgaben. Weitergehende bundesgesetzliche Strukturvorgaben lehnt das Präsidium ab. Brötel warnte: „Eine Finanzierung, die diese Realität nicht abbildet, führt zwangsläufig zu einer strukturellen Unterfinanzierung.“ ### Bedeutung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst Für Beschäftigte in Pflegeverwaltungen, Kliniken und Rettungsdiensten der Landkreise bleibt der finanzielle Druck hoch. Wer sich für eine Stelle bei einer [Kommune](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) interessiert, sollte die angespannte Haushaltslage vieler Träger im Blick behalten. Tarifliche Eingruppierungen im Gesundheits- und Sozialbereich richten sich oft nach den Tabellen des [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). Stellen bei Ländern oder im Krankenhausbereich können zudem nach dem [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l) vergütet werden. Wer sich aktuell orientieren möchte, findet passende Angebote unter [Jobs im öffentlichen Dienst](/jobs) oder gezielt bei [tarifbeschäftigten Stellen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif). ### Häufige Fragen **Was hat sich am Gesetzentwurf zur Pflegereform geändert?** Eine geplante zeitliche Streckung der Leistungszuschläge nach Dauer der Pflegebedürftigkeit wurde aus dem Entwurf gestrichen. Dadurch entfällt laut Deutschem Landkreistag eine zusätzliche Belastung der kommunal getragenen Hilfe zur Pflege. Strukturelle Kostenprobleme bleiben nach Einschätzung des Verbands aber weiterhin bestehen. **Welche Mehrausgaben erwarten Kommunen bei der Hilfe zur Pflege?** Der Gesetzentwurf sieht laut Landkreistag weiterhin Mehrausgaben für Länder und Kommunen von rund 600 Millionen Euro vor. Diese sollen bis 2030 auf etwa 350 Millionen Euro pro Jahr zurückgehen, bleiben aber eine dauerhafte Belastung für die kommunalen Haushalte. **Was fordert der Landkreistag bei der Krankenhausfinanzierung?** Der Verband verlangt ein tragfähiges System zur Finanzierung der Betriebskosten, eine Überarbeitung der Vorhaltevergütung und weniger Bürokratie. Zusätzlich zugesagte Bundesmittel von 450 Millionen Euro sollen zügig umgesetzt werden, ohne an anderer Stelle gekürzt zu werden. **Welche Änderungen beim Rettungsdienst werden gefordert?** Der Landkreistag fordert eine rechtssichere und auskömmliche Vergütung für medizinische Leistungen am Einsatzort, Fehlfahrten und Leitstellenaufgaben. Weitergehende bundesgesetzliche Struktur- und Qualitätsvorgaben für einen eigenständigen Bereich Notfallrettung lehnt der Verband ab. ### Quellen - Deutscher Landkreistag: https://www.landkreistag.de/presseforum/pressemitteilungen/3563-pflege-kliniken-rettungsdienst-kommunen-duerfen-nicht-noch-mehr-zum-ausfallbuergen-werden (Stand 7.10.2026) --- ## BAG kippt Kündigung wegen fehlender Gleichstellungs-Stellungnahme URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/bag-kuendigung-personalrat-gleichstellungsbeauftragte Kategorie: News Themen: Kündigung, Personalrat, Probezeit, Länder Zuletzt geprüft: 2026-10-07 **Das Wichtigste in Kürze:** Das Bundesarbeitsgericht hat eine Kündigung des Landes Brandenburg für unwirksam erklärt, weil dem Personalrat die Stellungnahme der Gleichstellungsbeauftragten nicht vorgelegt wurde. Betroffen war eine Sachgebietsleiterin in der Probezeit. Entscheidend war nicht die Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten selbst, sondern die unvollständige Unterrichtung des Personalrats nach dem brandenburgischen Personalvertretungsgesetz. Für Beschäftigte im öffentlichen Dienst zeigt der Fall, wie eng Mitbestimmungsrechte bei Kündigungen verzahnt sind. Eine formale Lücke im Beteiligungsverfahren kann eine Kündigung im öffentlichen Dienst zu Fall bringen. Das zeigt ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zu einem Fall aus Brandenburg. ### Worum ging es Eine Sachgebietsleiterin war seit Januar 2023 beim Land Brandenburg beschäftigt, mit sechsmonatiger Probezeit. Nach negativen Beurteilungen wollte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis noch während der Probezeit beenden. Sowohl der Personalrat als auch die Gleichstellungsbeauftragte wurden eingebunden. Die Gleichstellungsbeauftragte äußerte sich am 10. Mai 2023 zunächst vorläufig und kündigte eine endgültige Stellungnahme für den 15. Mai 2023 an. Beide Äußerungen erreichten den Personalrat nie. Die Kündigung erfolgte am 17. Mai 2023. ### Die Entscheidung des BAG Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht gaben der betroffenen Beschäftigten bereits recht, das BAG bestätigte dies in der Revision. Der 2. Senat stellte klar: Eine fehlerhafte Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten allein macht eine Kündigung nach dem brandenburgischen Landesgleichstellungsgesetz nicht automatisch unwirksam. Entscheidend war ein anderer Punkt: Nach dem Personalvertretungsgesetz Brandenburg gehört die Stellungnahme der Gleichstellungsbeauftragten zu den Unterlagen, die dem [Personalrat](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) vorgelegt werden müssen. Weil die vorläufige Einschätzung vom 10. Mai 2023 nicht weitergereicht wurde, war die Unterrichtung des Personalrats unvollständig. Dass der Personalrat das Fehlen nicht bemängelt hatte, spielte laut BAG keine Rolle. Eine unzureichende Unterrichtung führt unabhängig davon zur Unwirksamkeit, ob der Personalrat Einwände erhebt oder die Kündigung billigt. ### Ausnahmen bleiben möglich Das Gericht machte auch deutlich, wann eine Vorlagepflicht entfällt: wenn die Gleichstellungsbeauftragte gar nicht oder nur gleichzeitig mit dem Personalrat beteiligt werden muss. Eine gleichzeitige Beteiligung ist aber nur in dringenden Fällen zulässig, etwa bei außerordentlichen Kündigungen oder drohendem Fristablauf nach dem Kündigungsschutzgesetz. Dass ein Arbeitgeber lediglich einen Kündigungstermin verpassen könnte, reicht dafür nicht aus. ### Bedeutung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst Für Beschäftigte, die sich in der Probezeit befinden oder von einer Kündigung betroffen sind, lohnt ein Blick auf die Verfahrensabläufe. Wurde der Personalrat vollständig informiert, inklusive aller Stellungnahmen der Gleichstellungsbeauftragten? Fehlt ein solches Dokument, kann das die Kündigung angreifbar machen, unabhängig vom eigentlichen Kündigungsgrund. Wer sich für eine Stelle bei [Landesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/land) oder anderen öffentlichen Arbeitgebern interessiert, findet aktuelle Ausschreibungen unter [StaatsJobs.com](/jobs). ### Häufige Fragen **Warum war die Kündigung unwirksam?** Nicht weil die Gleichstellungsbeauftragte fehlerhaft beteiligt wurde, sondern weil der Personalrat nicht vollständig unterrichtet wurde. Ihm fehlte die vorläufige Stellungnahme der Gleichstellungsbeauftragten, die nach brandenburgischem Personalvertretungsgesetz zu den vorzulegenden Unterlagen zählt. Das BAG wertete dies als formellen Mangel mit Unwirksamkeitsfolge. **Gilt das Urteil bundesweit?** Das BAG knüpft ausdrücklich an eine Regelung des brandenburgischen Personalvertretungsgesetzes an. Ob vergleichbare Vorschriften in anderen Bundesländern oder beim Bund bestehen, muss jeweils im einzelnen Landes- oder Bundesgesetz geprüft werden. Die Grundidee, dass Unterrichtungspflichten gegenüber dem Personalrat ernst zu nehmen sind, lässt sich aber übertragen. **Wann darf die Gleichstellungsbeauftragte gleichzeitig mit dem Personalrat beteiligt werden?** Nur in dringenden Ausnahmefällen, etwa bei einer außerordentlichen Kündigung oder wenn sonst die Wartezeit nach dem Kündigungsschutzgesetz verstreichen würde. Das bloße Risiko, einen Kündigungstermin zu verpassen, reicht laut BAG nicht als Begründung aus. ### Quellen - Behörden Spiegel: https://www.behoerden-spiegel.de/2026/10/06/gleichstellungsbeauftragter-verzahnt-mit-personalrat/ (Stand 6.10.2026) --- ## Öffentliche Haushalte: Defizit verdoppelt sich auf 98,8 Mrd. Euro URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/oeffentliches-finanzierungsdefizit-1-halbjahr-2026 Kategorie: News Themen: Bund, Kommunen, Länder, Tarifrunde, Besoldung Zuletzt geprüft: 2026-10-03 **Das Wichtigste in Kürze:** Das Statistische Bundesamt meldet für das 1. Halbjahr 2026 ein Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte von 98,8 Milliarden Euro, fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Treiber sind gestiegene Zinskosten, schwächere Steuereinnahmen des Bundes durch Entlastungsmaßnahmen und kräftig wachsende Ausgaben. Besonders der Bund ist mit 72,3 Milliarden Euro Defizit betroffen, Kommunen bleiben auf Rekordniveau. Für Beschäftigte im öffentlichen Dienst rückt die Frage nach Spielräumen bei künftigen Tarif- und Besoldungsrunden in den Fokus. ### Defizit fast verdoppelt Das Statistische Bundesamt hat am 2. Oktober 2026 die Kassenergebnisse der öffentlichen Haushalte für das 1. Halbjahr 2026 vorgelegt. Demnach standen Einnahmen von 1.011,8 Milliarden Euro Ausgaben von 1.110,6 Milliarden Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein Finanzierungsdefizit von 98,8 Milliarden Euro. Im 1. Halbjahr 2025 hatte das Defizit noch bei 58,5 Milliarden Euro gelegen. Die Ausgaben wuchsen mit rund 6 Prozent deutlich stärker als die Einnahmen mit rund 2 Prozent. Alle Ebenen, also [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund), [Länder](/jobs/arbeitgebertyp/land), [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) und Sozialversicherung, schlossen das Halbjahr mit roten Zahlen ab. ### Bund trägt die Hauptlast Der Bund verzeichnete mit 72,3 Milliarden Euro das mit Abstand größte Defizit, mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Seine Einnahmen sanken um 5,0 Prozent auf 253,1 Milliarden Euro, während die Ausgaben um 9,8 Prozent auf 325,5 Milliarden Euro stiegen. Als Gründe nennt Destatis die gesenkte Stromsteuer für Industrie und Landwirtschaft, den befristeten Tankrabatt sowie einen Rückgang der Tabaksteuereinnahmen nach deren Erhöhung zu Jahresbeginn. Die Länder kamen auf ein Defizit von 6,3 Milliarden Euro, nach 2,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Bayern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen erzielten dagegen Überschüsse. Die Kommunen verharrten mit 20,1 Milliarden Euro auf dem Rekordniveau des Vorjahres, dem höchsten Halbjahreswert seit der deutschen Vereinigung. Die Sozialversicherung schloss nahezu ausgeglichen ab, gestützt durch Bundesdarlehen von 10,2 Milliarden Euro für Bundesagentur für Arbeit, Pflege- und Krankenversicherung. Kranken- und Arbeitslosenversicherung verzeichneten Überschüsse, Renten- und Pflegeversicherung Defizite. ### Was das für Beschäftigte bedeutet Für Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist vor allem die Entwicklung bei Bund und Kommunen relevant, da hier die größten Defizite auftreten. Steigende Zinskosten von insgesamt 31,2 Milliarden Euro, ein Plus von 21,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, binden Mittel, die sonst für Investitionen oder Personal zur Verfügung stünden. Wer sich für eine Stelle bei [Beamten](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte)- oder [Tarifstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) interessiert, sollte die Haushaltslage der jeweiligen Ebene im Blick behalten. Aktuelle Entgeltwerte finden Sie in den Tabellen zu [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka), [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l) und [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Offene Stellen über alle Bereiche hinweg listet die Übersicht unter [/jobs](/jobs). ### Einordnung der Zahlen Destatis weist darauf hin, dass die Werte auf vorläufigen Kassendaten beruhen und von der international vergleichbaren Maastricht-Defizitquote abweichen. Weitere Detailergebnisse sollen Mitte Oktober 2026 folgen. ### Häufige Fragen **Wie hoch ist das Defizit der öffentlichen Haushalte im 1. Halbjahr 2026?** Das Statistische Bundesamt beziffert das Finanzierungsdefizit auf 98,8 Milliarden Euro. Im Vergleichszeitraum 2025 hatte es noch 58,5 Milliarden Euro betragen. Einnahmen von 1.011,8 Milliarden Euro standen Ausgaben von 1.110,6 Milliarden Euro gegenüber, verteilt auf Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung. **Welche Ebene trifft das Defizit am stärksten?** Der Bund weist mit 72,3 Milliarden Euro das größte Defizit auf, mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Grund sind gesunkene Steuereinnahmen durch Entlastungsmaßnahmen wie Stromsteuersenkung und Tankrabatt sowie deutlich gestiegene Ausgaben, unter anderem für Zinsen. **Was bedeutet die Haushaltslage für Bewerbungen im öffentlichen Dienst?** Die Zahlen beschreiben die Kassenlage, nicht direkt Stellenpläne. Angespannte Haushalte, besonders bei Kommunen mit anhaltendem Rekorddefizit, können aber Spielräume für Tarif- und Besoldungsrunden sowie Neueinstellungen beeinflussen. Ein Blick auf die jeweilige Arbeitgeberebene lohnt sich bei der Jobsuche. ### Quellen - Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/10/PD26_351_711.html (Stand 2.10.2026) --- ## Bund: dbb pocht auf amtsangemessene Besoldung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/dbb-fordert-amtsangemessene-alimentation-bund Kategorie: News Themen: Besoldung, Bund, Beamtenstatus, Pension Zuletzt geprüft: 2026-10-03 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach einem Treffen mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt am 2. Oktober 2026 hat dbb-Chef Volker Geyer eine sofortige Anpassung der Bundesbesoldung gefordert. Er verwies auf Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts von November 2025, die noch nicht umgesetzt wurden. Fachvorstand Heini Schmitt kritisierte zudem Forderungen des Vizekanzlers, Beamtinnen und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. ### Spitzengespräch zur Besoldung des Bundes Am 2. Oktober 2026 hat sich der Vorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion, Volker Geyer, mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt getroffen. Thema war die Besoldung der Beamtinnen und Beamten beim Bund. Geyer forderte dabei eine zügige Umsetzung der verfassungsrechtlichen Vorgaben. Hintergrund ist ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts aus dem November 2025, der klare Anforderungen an eine amtsangemessene Alimentation formuliert hat. Nach Darstellung des dbb hat der Bund diese Vorgaben bislang nicht in eine angepasste Besoldung umgesetzt. ### Warnung vor Einbeziehung in die Rentenversicherung Heini Schmitt, Fachvorstand Beamtenpolitik und stellvertretender Bundesvorsitzender des dbb, brachte beim Treffen einen zweiten Streitpunkt zur Sprache. Er bezog sich auf öffentliche Forderungen des Vizekanzlers, Beamtinnen und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Schmitt wertete dies als Angriff auf das Berufsbeamtentum und erklärte, der Bundesinnenminister sei sich bewusst, dass eine solche Maßnahme neue Schwierigkeiten schaffen würde, ohne bestehende zu lösen. #### Was die Forderung für Beschäftigte bedeutet Für Beamtinnen und Beamte beim Bund bleibt die zentrale Frage offen, wann eine angepasste Besoldung tatsächlich greift. Wer sich für eine Laufbahn im Beamtenverhältnis interessiert, findet aktuelle Vergütungswerte in den [Besoldungstabellen des Bundes](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Tarifbeschäftigte orientieren sich dagegen an den Tabellen für den [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) oder den [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l), je nach Arbeitgeber. Die Debatte um eine mögliche Einbeziehung in die gesetzliche Rentenversicherung betrifft vor allem die Altersversorgung von Beamtinnen und Beamten. Für Bewerberinnen und Bewerber, die zwischen Verbeamtung und tarifbeschäftigtem Status abwägen, kann dies ein zusätzlicher Faktor bei der Entscheidung sein. Offene Stellen im Beamtenverhältnis und im Tarifbereich finden Interessierte unter [Jobs im Beamtenverhältnis](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) und [Tarifjobs](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif). Wer gezielt beim Bund arbeiten möchte, kann sich zudem über die Stellenübersicht unter [Arbeitgeber Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund) informieren. Alle aktuellen Ausschreibungen im öffentlichen Dienst sind gesammelt unter [Stellenangebote](/jobs) zu finden. ### Häufige Fragen **Worum geht es bei der Forderung des dbb an den Bund?** dbb-Chef Volker Geyer fordert eine sofortige Anpassung der Bundesbesoldung. Grundlage sind Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts von November 2025, die eine amtsangemessene Alimentation vorschreiben. Nach Angaben des dbb wurde diese Vorgabe bislang nicht umgesetzt. **Was bedeutet die Debatte um die Rentenversicherung für Beamte?** Der Vizekanzler hatte gefordert, Beamtinnen und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Der dbb lehnt dies ab und sieht darin eine Gefahr für das Berufsbeamtentum. Eine Umsetzung würde die Altersversorgung grundlegend verändern. **Wo finde ich aktuelle Besoldungswerte für den Bund?** Die aktuellen Werte sind in den Besoldungstabellen des Bundes im Infocenter von StaatsJobs.com hinterlegt. Dort lassen sich Besoldungsgruppen und Stufen nachschlagen. Ergänzend gibt es Tabellen für Tarifbeschäftigte nach TVöD und TV-L. ### Quellen - dbb beamtenbund und tarifunion: https://www.dbb.de/artikel/geyer-die-amtsangemessene-alimentation-muss-jetzt-kommen.html (Stand 2.10.2026) --- ## Landkreistag: Kommunen brauchen sofort 30 Milliarden Euro URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/landkreistag-kommunalfinanzen-ueberbrueckungshilfe Kategorie: News Themen: Kommunen, TVöD VKA, Verwaltung, TV-L Zuletzt geprüft: 2026-10-02 **Das Wichtigste in Kürze:** Achim Brötel, Präsident des Deutschen Landkreistages, bezeichnet die Lage der Kommunalfinanzen als so schlecht wie nie. Er fordert eine Überbrückungshilfe von 30 Milliarden Euro und kritisiert zu kurze Anhörungsfristen bei Bundesgesetzen. Eine Bundeszusage zur teilweisen Kostenübernahme ab Oktober 2026 reiche nicht aus, da bestehende Gesetze außen vor blieben. Für Beschäftigte in Kommunen bedeutet das anhaltenden Druck auf Personal und Angebote. ### Kommunen vor historischem Finanzloch Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Achim Brötel, zeichnet ein düsteres Bild der kommunalen Haushalte. Nach eigenen Angaben hat er die Lage in 28 Jahren kommunaler Erfahrung noch nie so angespannt erlebt. Pflichtaufgaben lassen sich vielerorts kaum noch finanzieren, freiwillige Leistungen wie Schwimmbäder, Kultureinrichtungen oder Krankenhäuser stehen zur Disposition. Brötel beziffert das erwartete Defizit von Landkreisen und Städten für das laufende Jahr auf 30 Milliarden Euro. Er fordert vom Bund eine sofortige Überbrückungshilfe in gleicher Höhe, um die Handlungsfähigkeit der Kommunen zumindest kurzfristig zu sichern. ### Kritik an Gesetzgebungsverfahren Neben der Finanzierung bemängelt Brötel die Beteiligung kommunaler Praxis an Bundesgesetzen. Anhörungsfristen von nur zwei bis drei Tagen ließen keinen Raum für fundierte Rückmeldungen. „Man will die Stimme der Praxis gar nicht mehr hören“, so Brötel. Eine Zusage der Bundesregierung, ab Oktober 2026 einen Teil der Mehrkosten neuer Gesetze zu übernehmen, wertet er als Fortschritt. Sie greife jedoch erst ab 200 Millionen Euro Mehrkosten und lasse bestehende Gesetze unberücksichtigt. Die strukturellen Finanzprobleme der Kommunen blieben damit bestehen. ### Was das für Beschäftigte bedeutet Wer bei einer Kommune arbeitet oder sich dort bewirbt, bekommt die Haushaltslage häufig direkt zu spüren. Stellenbesetzungen verzögern sich, freiwillige Angebote stehen unter Spardruck, und die Aufgabenlast pro Kopf steigt. Wer sich für eine Stelle bei [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) interessiert, sollte die Finanzlage des jeweiligen Trägers in Erfahrung bringen, bevor er sich bewirbt. Im Vergleich dazu gelten bei [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund) und [Ländern](/jobs/arbeitgebertyp/land) oft stabilere Haushaltsbedingungen, auch wenn Sparzwänge dort ebenfalls spürbar sind. Für Tarifbeschäftigte im kommunalen Bereich bleibt die Vergütung über den [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) geregelt, unabhängig von der jeweiligen Haushaltslage vor Ort. Wer stattdessen eine Stelle bei einem Bundesland sucht, findet die aktuellen Werte in der [TV-L-Tabelle](/infocenter/tabellen/tv-l). Brötel fordert zudem weniger Berichts- und Dokumentationspflichten für Kommunen. Das könnte mittelfristig auch Verwaltungsangestellte entlasten, die derzeit viel Zeit mit Nachweispflichten gegenüber Bund und Ländern verbringen. Bei der Digitalisierung verlangt er, dass einheitliche IT-Lösungen tatsächlich vor Ort funktionieren müssen, statt nur auf dem Papier zu überzeugen. ### Häufige Fragen **Welche Soforthilfe fordert der Deutsche Landkreistag?** Präsident Achim Brötel verlangt vom Bund eine Überbrückungshilfe von 30 Milliarden Euro, in Höhe des für dieses Jahr erwarteten Defizits von Landkreisen und Städten. Diese Summe soll den Kommunen vorübergehend wieder Handlungsfähigkeit verschaffen, bis grundlegende Finanzierungsfragen gelöst sind. **Was bedeutet die Finanzkrise für Bewerber im kommunalen öffentlichen Dienst?** Angespannte Haushalte können Stellenbesetzungen verzögern und freiwillige Angebote einschränken. Die tarifliche Vergütung über den TVöD-VKA bleibt davon jedoch unberührt. Bewerber sollten sich vorab über die konkrete Finanzlage ihres künftigen Arbeitgebers informieren. **Was ändert sich ab Oktober 2026 bei der Kostenübernahme durch den Bund?** Der Bund will ab diesem Zeitpunkt einen Teil der Mehrkosten übernehmen, die Kommunen durch neue Bundesgesetze entstehen. Die Regelung greift laut Brötel allerdings erst ab 200 Millionen Euro Mehrkosten und erfasst bestehende Gesetze nicht, weshalb strukturelle Probleme bleiben. ### Quellen - dbb beamtenbund und tarifunion: https://www.dbb.de/artikel/man-will-die-stimme-der-praxis-gar-nicht-mehr-hoeren.html (Stand 2.10.2026) --- ## BAG: Mindestlohn-Beschäftigte dürfen bei Inflationsprämie nicht leer ausgehen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/bag-inflationspraemie-mindestlohn-gleichbehandlung Kategorie: News Themen: TVöD VKA, TV-L, Gehaltsverhandlung, Kommunen Zuletzt geprüft: 2026-10-02 **Das Wichtigste in Kürze:** Das Bundesarbeitsgericht hat am 30. September 2026 entschieden, dass Arbeitgeber Mindestlohnbeschäftigte nicht von einer freiwilligen Inflationsausgleichsprämie ausschließen dürfen, nur weil sich deren Entgelt durch die Mindestlohnerhöhung erhöht hat. Geklagt hatte eine Servicekraft, die statt der monatlichen Pauschale nur eine geringere Einmalzahlung erhalten hatte. Der Zehnte Senat sah darin einen Verstoß gegen den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz (Az. 10 AZR 62/26). ### Worum es in dem Verfahren ging Eine Servicekraft in Vollzeit verdiente zunächst 10,56 Euro brutto je Stunde. Durch die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Oktober 2022 stieg ihr Lohn auf 12,00 Euro brutto. Der Arbeitgeber zahlte anderen Vollzeitbeschäftigten ab November 2022 eine steuerfreie „Inflationspauschale“ von monatlich 115,38 Euro netto über 26 Monate, gestützt auf die gesetzliche Möglichkeit, bis Ende 2024 maximal 3.000 Euro steuer- und abgabenfrei auszuzahlen. Wer zum Stichtag 30. September 2022 weniger als 11,49 Euro pro Stunde oder mehr als 4.000 Euro brutto verdiente, erhielt stattdessen nur eine einmalige Zahlung von 250 Euro. Die Klägerseite sah darin eine ungerechtfertigte Benachteiligung und klagte auf die volle Pauschale abzüglich der bereits gezahlten 250 Euro. ### Die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht hatten die Klage zunächst abgewiesen. Vor dem Zehnten Senat des Bundesarbeitsgerichts hatte die Revision jedoch Erfolg. Das Gericht stellte klar, dass Arbeitgeber bei freiwilligen Leistungen nach eigenen Verteilungsregeln niemand aus sachfremden oder willkürlichen Gründen ausschließen dürfen. Der Ausschluss von Beschäftigten, deren Lohn allein wegen der Mindestlohnerhöhung gestiegen war, widerspreche den Wertentscheidungen des Mindestlohngesetzes. Dieses solle gerade einen Mindestschutz und gesellschaftliche Teilhabe sichern. Besonders deutlich wird das bei einer Inflationsausgleichsprämie nach § 3 Nr. 11c EStG, die laut Gesetzgeber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Entgelt gezahlt werden soll. Bei Mindestlohnempfängern ist dieses Entgelt der gesetzliche Mindestlohn selbst. ### Was das für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bedeutet Das Urteil betrifft unmittelbar die Privatwirtschaft, hat aber Signalwirkung für alle Arbeitgeber, die freiwillige Sonderzahlungen nach eigenen Stichtagen oder Einkommensgrenzen staffeln. Wer im öffentlichen Dienst unter Tarifverträgen wie dem [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) oder dem [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l) beschäftigt ist, profitiert in der Regel von kollektiv ausgehandelten Zulagen, bei denen solche Abgrenzungsfragen seltener auftreten. Beschäftigte, deren Arbeitgeber dennoch freiwillige Zusatzleistungen gewähren, etwa bei kommunalen Eigenbetrieben oder öffentlichen Unternehmen, sollten die Verteilungskriterien genau prüfen. Eine Benachteiligung allein wegen eines niedrigeren Grundgehalts lässt sich nach dieser Entscheidung kaum noch rechtfertigen. Wer eine Stelle sucht, findet aktuelle Angebote unter [Stellenangebote im öffentlichen Dienst](/jobs), sortiert auch nach [Tarifbeschäftigung](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) oder [Beamtenverhältnis](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte). ### Häufige Fragen **Betrifft das Urteil auch den öffentlichen Dienst?** Direkt entschieden wurde über einen privatwirtschaftlichen Arbeitgeber. Die Grundsätze zur Gleichbehandlung bei freiwilligen Leistungen gelten aber auch für öffentliche Arbeitgeber, soweit sie Sonderzahlungen außerhalb von Tarifverträgen gewähren. **Warum war der Ausschluss der Mindestlohnempfänger unzulässig?** Das Bundesarbeitsgericht sah keinen sachlichen Grund, Beschäftigte wegen ihres durch den Mindestlohn gestiegenen Entgelts von einer Inflationsprämie auszuschließen. Dies verstoße gegen die Zielsetzung des Mindestlohngesetzes, einen angemessenen Mindestschutz zu sichern. **Was bedeutet die Inflationsausgleichsprämie nach § 3 Nr. 11c EStG konkret?** Diese Regelung erlaubte Arbeitgebern bis Dezember 2024, bis zu 3.000 Euro steuer- und sozialabgabenfrei zusätzlich zum geschuldeten Lohn auszuzahlen. Nach dem Urteil zählt bei Mindestlohnempfängern der gesetzliche Mindestlohn als dieses geschuldete Entgelt. ### Quellen - Bundesarbeitsgericht: https://www.bundesarbeitsgericht.de/presse/inflationsausgleichspraemie-mindestlohnempfaenger-gleichbehandlung/ (Stand 30.9.2026) --- ## Psychotherapeutenkammer fordert Vorsorge für Krisenfälle URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/bptk-psychosoziale-notfallversorgung-krisenvorsorge Kategorie: News Themen: Gesundheitsamt, Pflege, Kommunen, Länder Zuletzt geprüft: 2026-10-01 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat ein Impulspapier zur psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) im Bevölkerungsschutz veröffentlicht. BPtK-Präsidentin Dr. Andrea Benecke fordert im Interview mit dem Behörden Spiegel eine frühzeitigere, besser koordinierte Vorsorge, auch über Einsatzkräfte hinaus. Sie benennt Lücken bei der Vernetzung der Beteiligten und beim Übergang von Akuthilfe zu Regelversorgung. Von einem geplanten Gesundheitssicherstellungsgesetz erhofft sich die Kammer einen verbindlichen Rahmen. Für den öffentlichen Dienst in Gesundheitsämtern, Rettungsdiensten und Sozialverwaltung ergeben sich daraus mögliche neue Zuständig ### Kammer sieht Lücken bei der Krisenvorsorge Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat im Sommer 2026 ein Impulspapier zur psychosozialen Notfallversorgung im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz vorgelegt. Im Gespräch mit dem Behörden Spiegel erläutert BPtK-Präsidentin Dr. Andrea Benecke die Beweggründe. Als Auslöser nennt sie Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie, der Flutkatastrophe im Ahrtal, aus Anschlägen und dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Diese Ereignisse hätten gezeigt, wie stark Krisen die Psyche vieler Menschen belasten, oft über den akuten Vorfall hinaus. Benecke verweist zudem auf steigende Risiken durch Extremwetter, Cyberangriffe, Sabotage und hybride Bedrohungen. Das Gesundheitssystem müsse auf große Krisen vorbereitet sein, um im Bedarfsfall schnell viele Menschen versorgen zu können. Sie betont: „Versorgung darf auch im Krisenfall nicht dem Zufall überlassen werden.“ ### Aktuelle Struktur und benannte Schwachstellen Nach Darstellung der BPtK-Präsidentin steht für die Akuthilfe ein belastbares Netzwerk bereit, getragen von Hilfsorganisationen wie Deutschem Rotem Kreuz, Johannitern, Maltesern, Arbeiter-Samariter-Bund sowie der kirchlichen Notfallseelsorge. Kriseninterventionsteams und speziell geschulte Fachkräfte der psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte ergänzen dieses System. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten unterstützen bei Bedarf zusätzlich. Defizite sieht Benecke vor allem an den Schnittstellen: bei der Vernetzung zwischen Berufsgruppen, der Abstimmung der Beteiligten und beim Übergang von der Akuthilfe in die psychotherapeutische Regelversorgung. Es fehlten einheitliche Dringlichkeitskriterien, krisenfeste Versorgungskonzepte und ein transparenter Überblick über verfügbare Kapazitäten. ### Was die Kammer vorschlägt Die BPtK schlägt vor, Gruppenangebote und videogestützte Versorgung auszubauen und zusätzlich Sonderbedarfszulassungen, Ermächtigungen sowie geprüfte digitale Tools einzubeziehen. Ergänzend fordert sie ein datengestütztes Lagebild, das verfügbare PSNV-Kapazitäten abbildet. Vom geplanten Gesundheitssicherstellungsgesetz erhofft sich die Kammer einen konzeptionellen Rahmen für den gesundheitlichen Bevölkerungsschutz. ### Bedeutung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst Für Mitarbeitende in Gesundheitsämtern, im Rettungsdienst, in der Sozialverwaltung und bei Hilfsorganisationen könnte eine Neuausrichtung der PSNV zusätzliche Aufgaben und Schulungsbedarf bedeuten. Wer im Gesundheitsamt oder in der Pflege tätig ist oder dort eine Stelle sucht, findet passende Angebote unter [Jobs bei Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) oder [Jobs bei Ländern](/jobs/arbeitgebertyp/land). Eine Übersicht aller aktuellen Stellen im öffentlichen Dienst bietet die [Jobbörse von StaatsJobs.com](/jobs). Wer tarifliche Eingruppierung und Bezahlung im Gesundheits- und Sozialwesen prüfen möchte, findet Orientierung in den Tabellen zum [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) oder zum [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l). ### Häufige Fragen **Was fordert die Bundespsychotherapeutenkammer konkret?** Die BPtK fordert in ihrem Impulspapier eine frühzeitigere, besser koordinierte psychosoziale Notfallversorgung. Dazu zählen ein Ausbau von Gruppenangeboten, videogestützte Versorgung, Sonderbedarfszulassungen und ein datengestütztes Lagebild verfügbarer Kapazitäten, wie BPtK-Präsidentin Dr. Andrea Benecke erläutert. **Welche Lücken sieht die Kammer in der bestehenden Versorgung?** Benecke benennt Defizite bei der Vernetzung zwischen Berufsgruppen, bei der Abstimmung der Beteiligten und beim Übergang von Akuthilfe zu psychotherapeutischer Regelversorgung. Zudem fehlten Dringlichkeitskriterien und ein transparenter Überblick über Versorgungskapazitäten. **Welche Rolle spielt das geplante Gesundheitssicherstellungsgesetz?** Von dem Gesetz erhofft sich die BPtK einen konzeptionellen Rahmen für den gesundheitlichen Bevölkerungsschutz. Details zum Inhalt des Gesetzes nennt die Vorlage nicht abschließend, das Interview wurde dazu nicht vollständig wiedergegeben. ### Quellen - Behörden Spiegel: https://www.behoerden-spiegel.de/2026/10/01/wir-muessen-vorbereitet-sein/ (Stand 1.10.2026) --- ## Mehr Schutz vor Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/gesetzentwurf-schutz-gewalt-oeffentlicher-dienst Kategorie: News Themen: Verwaltung, Justiz, Sozial- und Erziehungsdienst, Bund Zuletzt geprüft: 2026-10-01 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst härter ahnden soll. dbb-Vize Heini Schmitt lobt am 30. September 2026 die Ausweitung der geschützten Berufsgruppen und höhere Mindeststrafen, fordert aber zusätzlich zügige Verfahren, mehr Personal bei der Justiz sowie bessere Prävention und Betreuung von Betroffenen. ### Gesetzentwurf erweitert Schutz für Beschäftigte Die Bundesregierung hat am 30. September 2026 einen Gesetzentwurf vorgestellt, der Angriffe auf Beschäftigte im öffentlichen Dienst konsequenter bestrafen soll. Der Entwurf sieht vor, den Kreis der besonders geschützten Berufsgruppen zu erweitern. Bislang standen vor allem Vollstreckungs- und Rettungskräfte unter einem besonderen strafrechtlichen Schutz. Heini Schmitt, stellvertretender dbb Bundesvorsitzender und Fachvorstand Beamtenpolitik, bewertet den Vorstoß positiv. „Damit unternimmt die Regierung einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Gewalt, auch gegen Gewalt an Beschäftigten im öffentlichen Dienst“, erklärte Schmitt. Er verweist darauf, dass Übergriffe längst nicht mehr auf einzelne Berufsfelder begrenzt seien. Nach seiner Einschätzung ist kein Bereich der Verwaltung vor solchen Vorfällen geschützt. ### Höhere Mindeststrafen, aber nicht genug Als weiteren Fortschritt nennt der dbb die geplante Anhebung der Mindeststrafen für Übergriffe. Schmitt macht jedoch deutlich, dass ein schärferes Strafmaß allein nicht ausreicht. Er fordert, dass Verfahren zügig bearbeitet und bestehende Strafrahmen in der Praxis tatsächlich ausgeschöpft werden. Voraussetzung dafür sei eine ausreichende personelle Ausstattung der Justizbehörden. Zusätzlich verlangt der dbb mehr Einsatz bei der Gewaltprävention und bei der Versorgung betroffener Beschäftigter. Für den Verband gehört die Bekämpfung von Gewalt gegen Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes zu den zentralen Anliegen. ### Was das für Beschäftigte bedeutet Für Beschäftigte in Verwaltung, Sozialdienst, Gesundheitsamt oder anderen Bereichen mit Publikumskontakt kann die geplante Ausweitung des Strafrechts mehr Rechtssicherheit bringen. Ob sich das im Arbeitsalltag spürbar auswirkt, hängt laut dbb jedoch davon ab, wie konsequent Behörden und Gerichte die neuen Regelungen anwenden. Wer eine Stelle im öffentlichen Dienst sucht, findet aktuelle Angebote etwa bei [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune), beim [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund) oder in den [Tarifbeschäftigungen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) auf [StaatsJobs.com](/jobs). Fragen zu Besoldung und Eingruppierung beantworten die Tabellen zu [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) und [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). ### Häufige Fragen **Was sieht der Gesetzentwurf konkret vor?** Der Entwurf der Bundesregierung erweitert den Kreis der Berufsgruppen, bei denen Angriffe im öffentlichen Dienst härter bestraft werden. Zudem sollen die Mindeststrafen angehoben werden. Bisher galten besondere Strafvorschriften vor allem für Vollstreckungs- und Rettungskräfte, künftig soll der Schutz breiter gefasst werden. **Warum reicht dem dbb der Gesetzentwurf allein nicht aus?** dbb-Vize Heini Schmitt verweist darauf, dass ein höheres Strafmaß nur wirkt, wenn Verfahren zügig geführt und bestehende Strafrahmen angewendet werden. Dafür brauche es ausreichend Personal bei der Justiz sowie mehr Prävention und bessere Betreuung betroffener Beschäftigter. **Welche Berufsgruppen sind von Gewalt im öffentlichen Dienst betroffen?** Laut Schmitt beschränken sich Übergriffe längst nicht mehr auf Polizei und Rettungsdienste. Er sieht keinen Bereich des öffentlichen Dienstes als frei von solchen Vorfällen an, weshalb die Ausweitung des Schutzes auf weitere Berufsgruppen aus seiner Sicht notwendig ist. ### Quellen - dbb beamtenbund und tarifunion: https://www.dbb.de/artikel/wichtiger-schritt-gegen-gewalt-an-beschaeftigten.html (Stand 30.9.2026) --- ## dbb-Chef Geyer warnt vor Mehr-Klassen-Medizin bei Bürgerversicherung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/dbb-geyer-buergerversicherung-mehr-klassen-medizin Kategorie: News Themen: Beihilfe, Pension, Rente, Besoldung Zuletzt geprüft: 2026-09-30 **Das Wichtigste in Kürze:** Beim dbb-Fachtag zur Seniorenpolitik am 30. September 2026 in Berlin warnte Bundesvorsitzender Volker Geyer vor einer Bürgerversicherung als Lösung für die Gesundheitsversorgung. Er sieht darin die Gefahr einer Mehr-Klassen-Medizin statt einer Zwei-Klassen-Medizin, da sich wohlhabendere Menschen weiterhin Zusatzversicherungen leisten könnten. Geyer kritisierte zudem Neiddebatten gegen das Berufsbeamtentum und forderte sachliche Reformen bei Rente, Krankenversicherung und Pflege statt populistischer Zuspitzungen. ### Kritik an der Bürgerversicherung Bei der Seniorenpolitischen Fachtagung des dbb am 30. September 2026 in Berlin hat Bundesvorsitzender Volker Geyer die aktuelle Debatte um eine Bürgerversicherung scharf kommentiert. Er widersprach der These, dass ein solches Modell die Versorgung aller Menschen angleiche. „Die sogenannte Zwei-Klassen-Medizin ist ein gutes Beispiel für eine Behauptung, die spaltet, aber keine Probleme löst“, sagte Geyer laut Mitteilung des dbb. Wer es sich leisten könne, werde weiterhin Zusatzversicherungen abschließen. Aus einer Zwei-Klassen-Medizin werde so eine Mehr-Klassen-Medizin, so seine Einschätzung. ### Vorwurf: Neiddebatten gegen Beamte Geyer warf Befürwortern der Bürgerversicherung vor, Falschbehauptungen zu verbreiten, die einer Überprüfung nicht standhielten. Er sprach zudem von wiederkehrenden Neiddebatten gegen das Berufsbeamtentum, die in der politischen Auseinandersetzung geschürt würden. Reformen bei Rente, Krankenversicherung und Pflege hält er für notwendig, verlangt aber eine andere Herangehensweise als bisher. An der Tagung nahmen neben Geyer auch Horst Günther Klitzing, Vorsitzender der dbb senioren, Prof. Dr. Michael Denkinger von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie sowie Maria Maier-Seel vom Bundesministerium für Gesundheit teil. Themen waren unter anderem Sturzprävention und die politische Lage in der Gesundheits- und Pflegepolitik. ### Bedeutung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst Für Beamtinnen und Beamte sowie Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst hat die Debatte unmittelbare Relevanz. Änderungen an der Krankenversicherung würden auch die [Besoldung](/infocenter/tabellen/besoldung-bund) und die Beihilferegelungen berühren, die bislang Teil des Beamtenstatus sind. Der dbb positioniert sich hier klar gegen Modelle, die das bestehende System infrage stellen. Wer aktuell eine Stelle im öffentlichen Dienst sucht, findet Angebote bei [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund), [Ländern](/jobs/arbeitgebertyp/land) und [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune). Die Frage, ob eine Stelle im [Beamtenverhältnis](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) oder nach [Tarifvertrag](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) besetzt wird, bleibt für die Gesundheitsabsicherung entscheidend. Wer sich informieren möchte, findet passende Stellenangebote unter [/jobs](/jobs). Der dbb verweist zusätzlich auf seine Kampagne „Deutschlands Stärke“, mit der er Beschäftigte aller Generationen im öffentlichen Dienst sichtbar machen will. Geyer betonte die Bedeutung der Lebensleistung älterer Kolleginnen und Kollegen für die heutige Verwaltung. ### Häufige Fragen **Was kritisiert dbb-Chef Volker Geyer an der Bürgerversicherung?** Geyer befürchtet, dass eine Bürgerversicherung keine Gleichbehandlung schafft, sondern eine Mehr-Klassen-Medizin entstehen lässt. Wer es sich leisten könne, werde weiterhin Zusatzversicherungen abschließen, um sich zusätzlichen Schutz zu sichern. Die Versorgungsqualität bleibe damit vom Geldbeutel abhängig. **Was bedeutet die Debatte für Beamtinnen und Beamte?** Der dbb sieht im Berufsbeamtentum Ziel populistischer Neiddebatten und fordert eine faktenbasierte Diskussion. Änderungen an Krankenversicherung oder Beihilfe würden die Absicherung von Beamtinnen und Beamten direkt betreffen, weshalb der Verband klar Position bezieht. **Wer nahm an der Seniorenpolitischen Fachtagung 2026 teil?** Neben Volker Geyer sprachen Horst Günther Klitzing von den dbb senioren, Prof. Dr. Michael Denkinger von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und Maria Maier-Seel vom Bundesministerium für Gesundheit. Themen waren Sturzprävention und die aktuelle gesundheitspolitische Lage. ### Quellen - dbb beamtenbund und tarifunion: https://www.dbb.de/artikel/geyer-wir-brauchen-loesungen-statt-populistischer-phrasen.html (Stand 30.9.2026) --- ## Öffentliche Schulden steigen im 2. Quartal 2026 um 1 % URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/oeffentliche-schulden-2-quartal-2026 Kategorie: News Themen: Besoldung, Bund, Länder, Kommunen Zuletzt geprüft: 2026-09-30 **Das Wichtigste in Kürze:** Das Statistische Bundesamt meldet für Ende Juni 2026 einen Schuldenstand des Öffentlichen Gesamthaushalts von 2.753,5 Milliarden Euro, ein Plus von 1,0 % gegenüber dem Vorquartal. Bund, Länder und Kommunen verzeichnen Zuwächse, die Sozialversicherung einen leichten Rückgang. Treiber beim Bund sind die Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaneutralität und Bundeswehr. Bei Ländern und Kommunen zeigen sich regional große Unterschiede zwischen Schuldenzuwachs und -abbau. Der Öffentliche Gesamthaushalt in Deutschland war zum Ende des zweiten Quartals 2026 mit 2.753,5 Milliarden Euro verschuldet. Das teilt das Statistische Bundesamt in vorläufigen Zahlen mit. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 entspricht das einem Anstieg um 1,0 % oder 26,3 Milliarden Euro. ### Bund treibt Anstieg durch Sondervermögen Der Bund verzeichnete zum Quartalsende Schulden von 1.907,1 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 20,5 Milliarden Euro oder 1,1 % gegenüber dem Vorquartal. Ausschlaggebend waren erneut zwei Sondervermögen: Das „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ wuchs um 39,1 % auf 48,9 Milliarden Euro, das „Sondervermögen Bundeswehr“ um 8,8 % auf 51,6 Milliarden Euro. Für Beschäftigte bei Bundesbehörden, etwa im Bereich [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund), bleibt diese Entwicklung zunächst ohne unmittelbare Wirkung auf laufende Gehälter, sie zeigt aber, wohin zusätzliche Bundesmittel derzeit fließen. ### Länder und Kommunen mit gegenläufigen Trends Die Länder waren mit 646,2 Milliarden Euro verschuldet, ein Plus von 0,5 % gegenüber dem Vorquartal. Baden-Württemberg verzeichnete mit 3,0 % den stärksten Anstieg, gefolgt von Thüringen und Sachsen-Anhalt. Niedersachsen baute dagegen Schulden ab, um 2,3 %, weil geplante Tilgungen griffen. Auch Hamburg und Rheinland-Pfalz reduzierten ihre Verschuldung. Wer eine Stelle bei einem Bundesland anstrebt, findet aktuelle Angebote unter [Jobs bei Ländern](/jobs/arbeitgebertyp/land). Gemeinden und Gemeindeverbände erhöhten ihre Schulden um 1,5 % auf 200,2 Milliarden Euro. Niedersachsens Kommunen verzeichneten mit 7,1 % den stärksten Zuwachs, während Kommunen im Saarland, in Bayern und Nordrhein-Westfalen ihre Schulden leicht senkten. Stellenangebote auf kommunaler Ebene finden Sie unter [Jobs bei Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune). Die Sozialversicherung reduzierte ihre Verschuldung um 1,7 % auf 9,1 Millionen Euro, ein im Vergleich zu Bund, Ländern und Kommunen geringer Betrag. ### Was das für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bedeutet Ein steigender Schuldenstand sagt für sich genommen nichts über konkrete Gehaltsentwicklungen aus. Tarif- und Besoldungsanpassungen richten sich nach eigenständigen Verhandlungen und gesetzlichen Regelungen, etwa den Tabellen zum [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) oder zum [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l). Dennoch beeinflusst die Haushaltslage mittelfristig Spielräume für Investitionen und Personal. Wer sich aktuell bewirbt, findet die Übersicht aller offenen Stellen unter [Stellenangebote im öffentlichen Dienst](/jobs), differenziert unter anderem nach [Beamtenverhältnis](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) und [Tarifbeschäftigung](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif). ### Häufige Fragen **Was bedeutet der Anstieg der öffentlichen Schulden für mein Gehalt im öffentlichen Dienst?** Direkt gibt es keinen Zusammenhang. Gehälter und Besoldung richten sich nach Tarifverträgen und Besoldungsgesetzen, nicht nach dem aktuellen Schuldenstand. Die Zahlen zeigen aber, wie Bund, Länder und Kommunen ihre Haushalte über Kredite finanzieren, was mittelfristig Spielräume für neue Stellen beeinflussen kann. **Warum sind die Schulden des Bundes so stark gestiegen?** Hauptgrund sind zwei Sondervermögen: das „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ und das „Sondervermögen Bundeswehr“. Beide erhöhten ihre Verschuldung deutlich gegenüber dem Vorquartal, weil sie zusätzliche Kredite für Investitionen aufgenommen haben. **Welche Bundesländer haben ihre Schulden reduziert?** Niedersachsen verzeichnete mit -2,3 % den stärksten Rückgang, gefolgt von Hamburg mit -1,3 % und Rheinland-Pfalz mit -0,5 %. Bei Niedersachsen liegt das an planmäßigen Tilgungen, nachdem der Großteil der Kreditaufnahme bereits im ersten Quartal erfolgt war. ### Quellen - Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_341_713.html (Stand 29.9.2026) --- ## Verwaltungsmonitor 2026: Beschäftigte gesucht für Umfrage URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/verwaltungsmonitor-2026-befragung-beschaeftigte Kategorie: News Themen: IT, Verwaltung, Bund, Länder, Kommunen Zuletzt geprüft: 2026-09-29 **Das Wichtigste in Kürze:** Der Verwaltungsmonitor 2026 von NExT e. V. und dem Kompetenzzentrum Öffentliche IT befragt Beschäftigte in Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungsträgern zu ihren Erfahrungen mit digitalen Prozessen. Die anonyme Online-Teilnahme ist bis zum 31. Oktober 2026 möglich und dauert 15 bis 20 Minuten. Ergebnisse sollen Anfang 2027 als Bericht und Dashboard veröffentlicht und in Berlin vorgestellt werden. ### Was der Verwaltungsmonitor 2026 erfassen soll Eine neue Befragung richtet den Blick auf die Beschäftigten selbst, statt auf abstrakte Digitalisierungsstrategien. Der Verein NExT e. V. hat sie zusammen mit dem Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer FOKUS aufgesetzt. Angesprochen sind Mitarbeitende bei Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungsträgern. Im Zentrum stehen konkrete Alltagserfahrungen: Welche digitalen Lösungen funktionieren bereits reibungslos? Wo entstehen zusätzliche Hürden? Und was hilft Behörden dabei, Veränderungen tatsächlich umzusetzen? Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin von NExT e. V., bringt den Ansatz so auf den Punkt: „Entscheidend ist auch, wie sie von den Menschen erlebt wird, die jeden Tag mit neuen Prozessen und Technologien arbeiten.“ ### Teilnahme: Ablauf, Dauer, Frist Die Online-Umfrage ist freiwillig und anonym. Sie nimmt nach Angaben der Veranstalter etwa 15 bis 20 Minuten in Anspruch. Teilnehmen können Beschäftigte bis zum 31. Oktober 2026. Die Auswertung der ersten Befragungsrunde soll voraussichtlich Anfang 2027 vorliegen, geplant sind ein ausführlicher Bericht sowie ein interaktives Dashboard. Die Ergebnisse sollen anschließend in Berlin präsentiert und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Verwaltungsdigitalisierung diskutiert werden. ### Was das für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bedeutet Für alle, die bereits in der Verwaltung arbeiten, bietet die Befragung eine seltene Gelegenheit, eigene Erfahrungen mit digitalen Prozessen strukturiert einzubringen. Wer täglich mit Fachverfahren, neuen Softwarelösungen oder Medienbrüchen zu tun hat, kennt Stärken und Schwächen oft besser als externe Beobachter. Für Bewerberinnen und Bewerber liefert der spätere Bericht zusätzlich Orientierung: Er zeigt, wie weit die digitale Transformation in unterschiedlichen Verwaltungsebenen tatsächlich vorangekommen ist. Das kann bei der Wahl zwischen einer Stelle beim [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund), einem [Land](/jobs/arbeitgebertyp/land) oder einer [Kommune](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) eine Rolle spielen. Wer sich aktuell im Bewerbungsprozess befindet oder eine neue Position im öffentlichen Dienst sucht, findet aktuelle Ausschreibungen unter [Stellenangebote](/jobs). Informationen zu Entgelt und Eingruppierung, etwa nach [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) oder [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l), liefern zusätzlichen Kontext zur Arbeitsrealität in den verschiedenen Bereichen. ### Häufige Fragen **Wer kann am Verwaltungsmonitor 2026 teilnehmen?** Teilnehmen können alle Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung in Deutschland, also Mitarbeitende bei Bund, Ländern, Kommunen sowie bei Sozialversicherungsträgern. Die Befragung ist bundesweit angelegt und richtet sich unabhängig vom Aufgabenbereich an alle, die im Verwaltungsalltag mit digitalen Prozessen arbeiten. **Bis wann läuft die Umfrage und wie lange dauert sie?** Die Online-Befragung ist bis zum 31. Oktober 2026 geöffnet. Nach Angaben der Veranstalter benötigen Teilnehmende etwa 15 bis 20 Minuten. Die Teilnahme erfolgt freiwillig und anonym, es werden keine personenbezogenen Daten erhoben. **Wann werden die Ergebnisse veröffentlicht?** Die Auswertung der ersten Befragungsrunde soll voraussichtlich Anfang 2027 erscheinen. Geplant sind ein ausführlicher Bericht sowie ein interaktives Dashboard. Zusätzlich sollen die Ergebnisse in Berlin vorgestellt und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Digitalisierung diskutiert werden. ### Quellen - Behörden Spiegel: https://www.behoerden-spiegel.de/2026/09/28/verwaltungsmonitor-2026/ (Stand 28.9.2026) --- ## Öffentlicher Dienst: Wenig Vielfalt bei Herkunft in Verwaltung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/einwanderungsgeschichte-oeffentlicher-dienst-2025 Kategorie: News Themen: Verwaltung, Polizei, Pflege, Anerkennung von Abschlüssen, Bewerbung Zuletzt geprüft: 2026-09-28 **Das Wichtigste in Kürze:** Das Statistische Bundesamt hat für 2025 den Anteil von Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte in Engpassberufen ausgewertet. In Pflege, Gastronomie und Bauberufen liegt er teils über 50 Prozent. In öffentlicher Verwaltung, Justiz, Polizei und im Lehramt fällt er dagegen deutlich unter den gesamtwirtschaftlichen Schnitt von 27 Prozent. Für Behörden mit Personalbedarf ergibt sich daraus ein bislang wenig genutztes Potenzial an Fachkräften. Das Statistische Bundesamt hat am 28. September 2026 neue Zahlen zur Erwerbstätigkeit von Menschen mit Einwanderungsgeschichte veröffentlicht. Grundlage sind Erstergebnisse des Mikrozensus für das Berichtsjahr 2025. Im Fokus stehen Berufe, in denen laut Bundesagentur für Arbeit ein Fachkräftemangel besteht oder droht. ### Hohe Anteile in Pflege und Gastronomie, kaum Vertretung in der Verwaltung Bundesweit hatten 2025 gut 27 Prozent aller abhängig Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte. In vielen Mangelberufen liegt dieser Anteil deutlich höher: Bei Köchinnen und Köchen waren es 56 Prozent, in der Lebensmittelherstellung 55 Prozent, bei Bodenlegern 54 Prozent. Auch in [Pflegeberufen](/jobs/branche/pflege) lag der Anteil mit 33 Prozent über dem Gesamtdurchschnitt. Ein anderes Bild zeigt sich in Bereichen, die überwiegend zum öffentlichen Dienst zählen. Im Polizeivollzugsdienst hatten nur 8 Prozent der Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte, in der öffentlichen Verwaltung und der Justizverwaltung jeweils 9 Prozent. Bei Lehrkräften der Primarstufe waren es 10 Prozent, bei Lehrkräften für berufsbildende Fächer 9 Prozent. Destatis weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Berufe nicht als Mangelberufe eingestuft sind, aber ähnlich niedrige Anteile aufweisen wie manche Engpassberufe außerhalb des öffentlichen Sektors. ### Was das für Bewerbungen im öffentlichen Dienst bedeutet Für Arbeitgeber bei [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund), [Ländern](/jobs/arbeitgebertyp/land) und [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) liegt in diesen Zahlen ein Hinweis auf ungenutztes Bewerberpotenzial. Wer eine Einwanderungsgeschichte hat und einen Berufsabschluss aus dem Ausland mitbringt, findet in Verwaltung, Justiz oder Polizei bislang seltener den Weg in eine Anstellung als in Pflege oder Gastronomie. Gründe dafür nennt die Mitteilung nicht, sie lassen sich aber unter anderem in Zugangsvoraussetzungen, Sprachanforderungen und Anerkennungsverfahren vermuten. Die Auswertung zeigt zudem, dass die Aufenthaltsdauer die Erwerbstätigenquote stark beeinflusst. Bei Männern aus der EU mit weniger als fünf Jahren Aufenthalt lag sie 2025 bei 89 Prozent, bei Frauen bei 73 Prozent. Bei Eingewanderten aus dem Nahen und Mittleren Osten mit kurzer Aufenthaltsdauer lag sie bei 57 Prozent für Männer und 28 Prozent für Frauen. Nach 20 bis 25 Jahren in Deutschland gleichen sich die Quoten den Werten der Gesamtbevölkerung an. ### Einordnung für Stellensuchende Wer sich für eine Stelle im öffentlichen Dienst interessiert und im Ausland qualifiziert wurde, sollte sich frühzeitig mit der Anerkennung von Abschlüssen befassen. Tarifbeschäftigte orientieren sich bei der Eingruppierung an den Tabellen von [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) oder [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l), Beamtinnen und Beamte an der [Besoldungstabelle des Bundes](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Offene Stellen in Verwaltung, Pflege oder Sicherheitsberufen finden Sie gesammelt unter [StaatsJobs.com](/jobs). ### Häufige Fragen **Was bedeutet „Einwanderungsgeschichte“ in der Destatis-Statistik?** Laut Statistischem Bundesamt hat eine Person eine Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst oder beide Elternteile seit dem Jahr 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Diese Definition stammt aus dem Mikrozensus und wird für die aktuellen Zahlen zum Berichtsjahr 2025 verwendet. **Warum ist der Anteil in Polizei und Verwaltung so niedrig?** Die Meldung nennt hierfür keine konkreten Gründe. Sie stellt lediglich fest, dass Polizeivollzugsdienst, öffentliche Verwaltung, Justizverwaltung und Lehramt mit Anteilen zwischen 8 und 10 Prozent deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 27 Prozent liegen. **Wie wirkt sich die Aufenthaltsdauer auf die Erwerbstätigkeit aus?** Je länger Menschen in Deutschland leben, desto mehr gleicht sich ihre Erwerbstätigenquote der Gesamtbevölkerung an. Nach 20 bis 25 Jahren lagen die Quoten bei Eingewanderten aus Afrika und dem Nahen Osten nur noch wenige Prozentpunkte unter denen aller 25- bis 59-Jährigen in Deutschland. ### Quellen - Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_N066_13.html (Stand 28.9.2026) --- ## Wissen sichern, bevor Kollegen in Rente gehen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/wissenssicherung-vor-renteneintritt-oeffentlicher-dienst Kategorie: News Themen: Verwaltung, Weiterbildung, Rente, Personalrat Zuletzt geprüft: 2026-09-26 **Das Wichtigste in Kürze:** Ein hoher Anteil der Beschäftigten im öffentlichen Dienst ist über 55 Jahre alt. Wenn erfahrene Kolleginnen und Kollegen ausscheiden, geht oft nicht dokumentiertes Erfahrungswissen verloren, weil Dienstanweisungen nur Ergebnisse, nicht aber Entscheidungswege festhalten. Behörden können mit strukturierter Übergabe und gemeinsamen Wissensablagen gegensteuern. Für Beschäftigte bedeutet das: Wer neu einsteigt oder in Kürze in eine Leitungsfunktion wechselt, profitiert von klaren Übergabeprozessen und sollte diese aktiv einfordern. ### Warum Wissen mit ausscheidenden Beschäftigten verschwindet In Akten steht meist nur das Ergebnis einer Bearbeitung: ein Bescheid, eine Vorlage, ein Vermerk. Wie eine erfahrene Sachbearbeiterin zu ihrer Einschätzung kam und welche Stelle sie vorher kontaktiert hat, halten Dienstanweisungen oft nicht fest. Verlässt diese Person die Behörde, verschwindet dieses ungeschriebene Wissen mit ihr. Solange eine Stelle besetzt bleibt, fällt diese Lücke niemandem auf. Erst beim Weggang zeigt sich, wie viel Erfahrung an eine einzelne Person gebunden war. ### Demografischer Wandel verschärft die Lage Bundesweit ist gut jeder vierte Beschäftigte im öffentlichen Dienst 55 Jahre oder älter. In einzelnen Organisationseinheiten liegt dieser Anteil noch deutlich höher. Scheiden mehrere erfahrene Kolleginnen und Kollegen in kurzer Zeit aus derselben Abteilung aus, fehlt nicht nur die Fachkenntnis, sondern auch die Ansprechperson für Rückfragen. Der Fachkräftemangel verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Freie Stellen bleiben länger unbesetzt, eine direkte Übergabe von Person zu Person findet dann oft gar nicht mehr statt. ### Was eine geordnete Übergabe leisten kann Als Richtwert gilt: Wer etwa ein Jahr vor dem Ausscheiden mit der Übergabe beginnt, hat noch Zeit für Rückfragen. In der letzten Dienstwoche bleibt dafür keine Gelegenheit mehr. Sinnvoll ist ein Start in einem überschaubaren Aufgabenfeld, das sich bei Bewährung auf weitere Bereiche ausweiten lässt. Wichtig ist zudem eine gemeinsame Ablage, auf die mehrere Personen zugreifen können, statt Notizen auf persönlichen Laufwerken. Wer einen Eintrag anlegt, sollte Anlass und Entscheidung in einem Satz festhalten, damit ihn auch Außenstehende verstehen. ### Was das für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bedeutet Für Berufseinsteiger und Quereinsteiger lohnt sich der Blick auf die Übergabepraxis der künftigen Behörde. Wo Wissen strukturiert dokumentiert wird, fällt die Einarbeitung leichter. Wer selbst bald in eine Leitungsposition wechselt, sollte frühzeitig klären, welche Verfahrensschritte bislang nur im Kopf der Vorgängerin oder des Vorgängers existierten. Stellenangebote bei [Bundesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/bund), [Landesverwaltungen](/jobs/arbeitgebertyp/land) und [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) unterscheiden sich darin, wie systematisch Übergaben organisiert sind. Ein Blick in die Stellenausschreibung oder eine Nachfrage im Vorstellungsgespräch kann hier Klarheit schaffen. Wer sich generell über offene Positionen informieren möchte, findet eine Übersicht unter [aktuellen Stellenangeboten](/jobs). ### Bezahlung und Status bleiben unabhängig von der Übergabe Unabhängig von der Wissenssicherung gelten die üblichen Regelungen zu Eingruppierung und Besoldung weiter. Tarifbeschäftigte orientieren sich an den Tabellen des [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) oder des [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l), Beamtinnen und Beamte an den Werten der [Bundesbesoldung](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Wer zwischen [Verbeamtung](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) und [Tarifbeschäftigung](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) abwägt, sollte diese Rahmenbedingungen bei der Bewerbung im Blick behalten. ### Häufige Fragen **Warum geht Erfahrungswissen im öffentlichen Dienst häufig verloren?** Akten dokumentieren meist nur Ergebnisse wie Bescheide, nicht aber den Entscheidungsweg dorthin. Wenn erfahrene Beschäftigte ausscheiden, ohne dass eine geordnete Übergabe stattfindet, verschwindet dieses ungeschriebene Wissen mit ihnen. Solange eine Stelle besetzt ist, fällt diese Lücke niemandem auf. **Wie hoch ist der Anteil älterer Beschäftigter im öffentlichen Dienst?** Bundesweit ist gut jeder vierte Beschäftigte im öffentlichen Dienst 55 Jahre oder älter. In einzelnen Organisationseinheiten liegt dieser Anteil laut Behörden Spiegel deutlich höher, wodurch Altersabgänge sich dort ballen können. **Was können neue Beschäftigte selbst tun, um von Erfahrungswissen zu profitieren?** Neue Beschäftigte sollten aktiv nachfragen, ob eine strukturierte Übergabe stattgefunden hat und wo Vorgänge dokumentiert sind. Eine gemeinsame Ablage mit klaren Zuständigkeiten erleichtert die Einarbeitung erheblich gegenüber verstreuten persönlichen Notizen. ### Quellen - Behörden Spiegel: https://www.behoerden-spiegel.de/2026/09/24/erfahrung-geht-mit-in-den-ruhestand/ (Stand 24.9.2026) --- ## dbb fordert Saarland zu Kurs bei Beamtenbesoldung auf URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/dbb-saar-alimentation-innenminister-jost Kategorie: News Themen: Besoldung, Beamtenstatus, Länder Zuletzt geprüft: 2026-09-25 **Das Wichtigste in Kürze:** Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer und der dbb-saar-Landesvorsitzende Sascha Alles trafen am 24. September den saarländischen Innenminister Reinhold Jost. Thema war die verfassungskonforme Alimentation der Beamtinnen und Beamten nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Geyer warnte vor ideologischen Debatten über Einheitsversicherungen, Alles kritisierte das Konzept des fiktiven Partnereinkommens bei der Berechnung der Alimentation. ### Gespräch in Saarbrücken zur Beamtenbesoldung Am 24. September haben sich der Bundesvorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion, Volker Geyer, und der Landesvorsitzende des dbb saar, Sascha Alles, mit dem saarländischen Innenminister Reinhold Jost getroffen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das Saarland die amtsangemessene Alimentation seiner Beamtinnen und Beamten künftig sicherstellt. Hintergrund ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die Bund und Länder zu einer verfassungskonformen Besoldung verpflichtet. Für Beschäftigte im [Beamtenverhältnis](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) ist das Urteil von unmittelbarer Bedeutung, weil sich daraus konkrete Nachbesserungen bei den [Besoldungstabellen](/infocenter/tabellen/besoldung-bund) ergeben können. ### Kritik an fiktivem Partnereinkommen Sascha Alles begrüßte zwar, dass die Landesregierung bei der Umsetzung Tempo machen will. Zugleich äußerte er Bedenken gegen die Berücksichtigung eines fiktiven Partnereinkommens bei der Berechnung der Alimentation. Wörtlich sagte Alles: „Wir bleiben lieber in der Realität als in der Fiktion.“ Für Beamtinnen und Beamte im Saarland ist diese Formel relevant, weil sie darüber entscheidet, wie hoch die tatsächliche Nachzahlung oder Anpassung am Ende ausfällt. ### Geyer warnt vor ideologischen Debatten Volker Geyer nutzte das Treffen, um vor politischen Grundsatzdebatten zu warnen, die aus seiner Sicht keine Lösungen bringen. Er nannte dabei Vorschläge zu einer Einheitsrenten- oder Einheitskrankenversicherung. Geyer erklärte: „Sie lösen die Probleme der Sozialversicherungen nicht, kosten mehr Geld und vergiften die Stimmung.“ Er forderte den Innenminister auf, sich sowohl in Saarbrücken als auch in Berlin für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Ansehen der Beamtenschaft einzusetzen. ### Was das für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet Für Menschen, die eine Stelle im öffentlichen Dienst im Saarland suchen oder dort bereits verbeamtet sind, bleibt die Entwicklung der Besoldung ein zentrales Thema. Wie sich die Debatte um die amtsangemessene Alimentation auf einzelne Besoldungsgruppen auswirkt, ist noch offen. Wer sich für eine Stelle bei [Landesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/land) oder generell im [öffentlichen Dienst](/jobs) interessiert, sollte die weiteren Schritte der saarländischen Landesregierung im Blick behalten. Auch der Vergleich mit tariflich Beschäftigten, etwa nach dem [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l), kann bei der Berufswahl eine Orientierung bieten. ### Häufige Fragen **Worum ging es beim Treffen des dbb mit dem saarländischen Innenminister?** dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer und dbb-saar-Landeschef Sascha Alles sprachen am 24. September mit Innenminister Reinhold Jost über die amtsangemessene Alimentation der Beamtinnen und Beamten im Saarland. Anlass war die Umsetzung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur verfassungskonformen Besoldung. **Was kritisiert der dbb am Konzept des fiktiven Partnereinkommens?** Sascha Alles bemängelte, dass ein fiktives Partnereinkommen bei der Berechnung der Alimentation nicht die reale Einkommenssituation von Beamtinnen und Beamten abbildet. Er betonte, der dbb saar wolle sich an tatsächlichen Verhältnissen orientieren statt an rechnerischen Annahmen. **Was bedeutet die Debatte für Beschäftigte im öffentlichen Dienst?** Für aktuelle und künftige Beamtinnen und Beamte im Saarland kann die Umsetzung des Urteils zu Anpassungen bei der Besoldung führen. Wie hoch diese ausfallen, hängt von der konkreten Berechnungsmethode ab, die die Landesregierung noch festlegen muss. ### Quellen - dbb beamtenbund und tarifunion: https://www.dbb.de/artikel/ideologische-debatten-loesen-keine-probleme.html (Stand 25.9.2026) --- ## dbb kritisiert erneute Verzögerung bei Beamtenbesoldung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/dbb-kritik-verzoegerung-besoldung-rechtspfleger Kategorie: News Themen: Besoldung, Justiz, Verbeamtung, Bund Zuletzt geprüft: 2026-09-25 **Das Wichtigste in Kürze:** Beim 36. Deutschen Rechtspflegertag in Erfurt hat dbb-Vize Heini Schmitt am 24. September 2026 scharfe Kritik an der Bundes- und Länderpolitik geübt. Die Anpassung der Beamtenbesoldung an die vom Bundesverfassungsgericht geforderten Werte werde seit Jahren verschleppt. Schmitt betonte zugleich die Bedeutung des Berufsbeamtentums für eine unabhängige Justiz und forderte bessere Rahmenbedingungen, um Nachwuchs für Justizberufe zu gewinnen. ### Kritik am Rechtspflegertag in Erfurt Auf dem 36. Deutschen Rechtspflegertag des Bunds deutscher Rechtspfleger (BDR) in Erfurt hat der stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende Heini Schmitt am 24. September 2026 deutliche Worte gefunden. Nach seiner Einschätzung bleibt die Besoldung von Beamtinnen und Beamten seit Jahren hinter den Vorgaben zurück, die eigentlich gelten müssten. Schmitt, der im dbb für Beamtenpolitik zuständig ist, warf aufeinanderfolgenden Bundesregierungen vor, notwendige Anpassungen immer wieder aufzuschieben. Wörtlich sagte er: „Regierung nach Regierung zögert die Anpassung hinaus.“ Er kündigte an, dass sein Verband weiter Druck ausüben werde, bis die Besoldung den rechtlichen Anforderungen entspricht. ### Warum das für Beschäftigte im öffentlichen Dienst wichtig ist Für Menschen, die im Staatsdienst arbeiten oder eine Verbeamtung anstreben, ist die Diskussion um die amtsangemessene Alimentation keine abstrakte Fachfrage. Sie betrifft direkt die Höhe der Bezüge, insbesondere bei Berufen wie Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern, die in der Justiz Verantwortung tragen. Wer sich für eine Laufbahn im [Beamtenverhältnis](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) interessiert, sollte die Entwicklung der [Besoldungstabellen](/infocenter/tabellen/besoldung-bund) im Blick behalten, da gerichtliche Vorgaben zur Mindestbesoldung die künftige Bezahlung beeinflussen können. Schmitt ordnete das Berufsbeamtentum zudem als Schutzmechanismus für den Rechtsstaat ein. Er sieht in der Unabhängigkeit von Beamtinnen und Beamten einen Vorteil gegenüber politischem Druck, gerade in Zeiten stärkerer politischer Ränder. Diese Einschätzung richtet sich weniger an einzelne Bewerberinnen und Bewerber, zeigt aber, welchen Stellenwert der dbb dem Status als Beamter oder Beamtin beimisst. ### Nachwuchsgewinnung als zweites Thema Neben der Besoldung sprach Schmitt die Nachwuchsgewinnung für Justizberufe an. Er forderte, dass Schulen mehr Grundwissen über den Rechtsstaat vermitteln sollten, um junges Interesse an solchen Laufbahnen zu wecken. Daneben nannte er zeitgemäße Arbeitsbedingungen als notwendige Voraussetzung, um Stellen im öffentlichen Dienst attraktiv zu halten. Wer sich für eine Tätigkeit in der Justiz interessiert, findet passende Ausschreibungen sowohl bei Landesbehörden als auch beim Bund, etwa über die Übersicht der [Arbeitgeber der Länder](/jobs/arbeitgebertyp/land) oder allgemein unter [aktuellen Stellenangeboten](/jobs). Für tarifbeschäftigte Fachkräfte in der Justiz, etwa im Verwaltungsbereich, bleiben die Tarifabschlüsse ebenfalls relevant. Einen Überblick über geltende Entgelte bietet die [TVöD-VKA-Tabelle](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) für den kommunalen Bereich sowie die [TV-L-Tabelle](/infocenter/tabellen/tv-l) für Landesbeschäftigte. ### Häufige Fragen **Was bedeutet amtsangemessene Alimentation konkret?** Damit ist gemeint, dass die Besoldung von Beamtinnen und Beamten ihrer Verantwortung, Qualifikation und dem Lebensstandard angemessen sein muss. Das Bundesverfassungsgericht hat dazu Mindestanforderungen formuliert, an denen sich Bund und Länder orientieren müssen. Der dbb kritisiert, dass diese Vorgaben in der Praxis seit Jahren nicht vollständig umgesetzt werden. **Betrifft die Kritik nur Rechtspfleger?** Die Äußerungen fielen konkret beim Deutschen Rechtspflegertag, betreffen aber grundsätzlich alle Beamtinnen und Beamten. Der dbb sieht die verzögerte Anpassung der Besoldung als generelles Problem im öffentlichen Dienst, nicht als Einzelfall einer bestimmten Berufsgruppe. **Was können Bewerberinnen und Bewerber daraus ableiten?** Wer eine Verbeamtung anstrebt, sollte wissen, dass die Höhe der Besoldung politisch und gerichtlich diskutiert wird. Aktuelle Tabellen und Ankündigungen zu Anpassungen lohnt es sich, regelmäßig zu prüfen, bevor eine Entscheidung für eine Laufbahn getroffen wird. ### Quellen - dbb beamtenbund und tarifunion: https://www.dbb.de/artikel/regierung-nach-regierung-verzoegert-die-besoldung.html (Stand 24.9.2026) --- ## Sachbezug statt Bonus: Neue Wege bei kommunalen Anreizen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/sachbezug-leistungsentgelt-tvoed-vka Kategorie: News Themen: TVöD VKA, Leistungsentgelt, Kommunen, Zulagen Zuletzt geprüft: 2026-09-24 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach § 18a TVöD VKA dürfen kommunale Arbeitgeber Budgets aus der leistungsorientierten Bezahlung für einen monatlichen Sachbezug bis 50 Euro nutzen. Der Betrag ist bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen steuer- und sozialabgabenfrei. Für Beschäftigte im TVöD-VKA-Bereich kann das eine zusätzliche, regelmäßige Zuwendung neben dem Tabellenentgelt bedeuten, deren Umsetzung jeder Arbeitgeber selbst entscheidet. Kommunale Arbeitgeber im Geltungsbereich des TVöD VKA haben eine Möglichkeit, vorhandene Mittel anders einzusetzen, ohne zusätzliches Budget zu benötigen. Nach § 18a TVöD VKA lassen sich Gelder aus dem Topf der leistungsorientierten Bezahlung für einen monatlichen Sachbezug verwenden. ### Was der Sachbezug für Beschäftigte bedeutet Statt einer variablen, oft ungewissen Leistungsprämie könnten Beschäftigte künftig regelmäßig einen festen Betrag erhalten, etwa auf einer Guthabenkarte. Bis zu 50 Euro monatlich sind laut Vorlage steuer- und sozialabgabenfrei, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Anders als beim klassischen Leistungsentgelt entscheidet dabei nicht eine Bewertung der individuellen Leistung über die Höhe, sondern die interne Ausgestaltung durch den Arbeitgeber. Für Beschäftigte in [Tarifbeschäftigung](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) bei einer Kommune kann das einen spürbaren, aber steuerlich günstigen Zusatznutzen bedeuten. Wichtig: Es handelt sich um eine freiwillige Entscheidung des jeweiligen Arbeitgebers, keine automatische Umstellung. Wer sich für eine Stelle bei einer [Kommune](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) interessiert, kann im Vorstellungsgespräch gezielt nachfragen, ob und wie ein solcher Sachbezug bereits genutzt wird. ### Einordnung für die Bewerbung Sachbezüge ersetzen keine Tabellenerhöhung und sind kein Bestandteil der regulären Vergütung nach den Entgelttabellen. Wer sein Gehalt vergleichen möchte, findet die aktuellen Werte weiterhin in der Tabelle zum [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). Für Beschäftigte im Länderbereich gilt die Regelung nicht automatisch, dort lohnt ein Blick in die Tabelle zum [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l). Die Entscheidung, Mittel aus dem Leistungsentgelt umzuwidmen, liegt bei jeder Kommune einzeln. Ob und in welcher Höhe ein Sachbezug eingeführt wird, hängt von internen Abstimmungen ab, an denen in der Regel der Personalrat beteiligt ist. Wer sich neu bewirbt oder bereits angestellt ist, sollte diese Neuerung als mögliche Zusatzleistung im Blick behalten, ohne feste Erwartungen daran zu knüpfen. #### Für Beamtinnen und Beamte ohne Relevanz Die Regelung betrifft ausschließlich Tarifbeschäftigte nach TVöD VKA. Für [Beamtinnen und Beamte](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) gilt sie nicht, da deren Besoldung eigenen gesetzlichen Regelungen folgt. ### Häufige Fragen **Was regelt § 18a TVöD VKA?** Die Regelung erlaubt kommunalen Arbeitgebern, Mittel aus dem Budget der leistungsorientierten Bezahlung alternativ für Entgeltanreize wie einen Sachbezug einzusetzen. Sie ersetzt nicht die reguläre Tabellenvergütung, sondern betrifft nur den separaten Leistungsentgelt-Topf. Ob ein Arbeitgeber davon Gebrauch macht, entscheidet er selbst. **Gilt der Sachbezug auch für Landesbeschäftigte?** Nein, die Vorlage bezieht sich ausdrücklich auf kommunale Arbeitgeber im Geltungsbereich des TVöD VKA. Für Beschäftigte bei Ländern nach TV-L oder bei Bundesbehörden gelten andere tarifliche Regelungen ohne diese spezifische Vorschrift. **Müssen Beschäftigte auf ihr bisheriges Leistungsentgelt verzichten?** Das hängt von der Entscheidung des jeweiligen Arbeitgebers ab. Nutzt eine Kommune die Möglichkeit nach § 18a TVöD VKA, kann sie Mittel aus dem bestehenden Budget umschichten, statt sie als klassische Leistungsprämie auszuzahlen. ### Quellen - Behörden Spiegel: https://www.behoerden-spiegel.de/2026/09/24/wie-sie-mitarbeiterbindung-staerken-ohne-neue-budgets-zu-schaffen/ (Stand 24.9.2026) --- ## 5 Prozent mehr Lohn in der Milchindustrie Ost: Was bedeutet das für den öffentlichen Dienst? URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/tarifabschluss-milchindustrie-ost-5-prozent Kategorie: News Themen: Tarifrunde, Gehaltsverhandlung, Ausbildung Zuletzt geprüft: 2026-09-23 **Das Wichtigste in Kürze:** In der Milchindustrie in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde ein Tarifabschluss mit gestaffelten Lohnerhöhungen von insgesamt 5 Prozent bis Ende März 2028 erzielt. Vorausgegangen waren Proteste und eine Lohnpetition von über 1.000 Beschäftigten. Auch Ausbildungsvergütungen und Fahrtkostenerstattung wurden verbessert. Der Beitrag ordnet ein, was diese privatwirtschaftliche Tarifrunde für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bedeutet. ### Worum geht es bei dem Abschluss In der Milchindustrie in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Die Löhne steigen rückwirkend zum 1. September 2026 um 2,8 Prozent. Zum 1. Mai 2027 und zum 1. November 2027 folgen jeweils weitere 1,1 Prozent. Insgesamt ergibt das ein Plus von rund 5 Prozent. Der Vertrag läuft bis zum 31. März 2028. Auch Auszubildende profitieren. Ihre monatliche Vergütung steigt zum 1. September 2026 um 50 Euro, zum 1. November 2027 um weitere 25 Euro. Fahrtkosten zur Berufsschule werden künftig bis zur Höhe eines Azubi- oder Deutschlandtickets erstattet. ### Wie es zu dem Ergebnis kam Dem Abschluss gingen Proteste und Informationsaktionen der Beschäftigten voraus. Mehr als 1.000 Mitarbeitende unterzeichneten eine Lohnpetition, nachdem die Arbeitgeberseite zunächst nur 2,3 Prozent angeboten hatte. Der Druck aus der Belegschaft trug offenbar dazu bei, das Ergebnis zu verbessern. Weitere Betriebe der Branche orientieren sich laut Vorlage an diesem Abschluss. ### Was das für den öffentlichen Dienst bedeutet Der Tarifvertrag betrifft private Milchbetriebe und hat keine direkte Wirkung auf Tarifverträge im öffentlichen Dienst wie den [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) oder den [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l). Dennoch liefert er einen Anhaltspunkt für die allgemeine Tariflandschaft in Ostdeutschland. Für Beschäftigte in [Tarifbeschäftigung](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) bei Bund, Ländern oder Kommunen zeigt der Fall, dass organisierter Druck aus der Belegschaft Verhandlungsergebnisse verbessern kann. Auch die verbesserten Konditionen für Auszubildende, etwa bei der Fahrtkostenerstattung, können als Vergleichsmaßstab dienen, wenn eigene Ausbildungsvergütungen zur Debatte stehen. Wer eine Stelle im öffentlichen Dienst sucht, findet aktuelle Ausschreibungen bei [StaatsJobs.com](/jobs), sortiert unter anderem nach [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune), [Ländern](/jobs/arbeitgebertyp/land) und [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund). Für Beamtinnen und Beamte gelten ohnehin eigene Regeln der [Besoldung](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) statt tariflicher Lohnerhöhungen. ### Häufige Fragen **Gilt der Tarifabschluss der Milchindustrie auch für den öffentlichen Dienst?** Nein. Der Abschluss betrifft private Milchbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für den öffentlichen Dienst gelten eigene Tarifverträge wie der TVöD oder der TV-L, die separat verhandelt werden. **Was können Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst aus dem Fall lernen?** Der Abschluss zeigt, dass eine Lohnpetition und öffentlicher Druck aus der Belegschaft ein ursprüngliches Angebot verbessern können. Über 1.000 Beschäftigte hatten unterschrieben, bevor sich die Arbeitgeberseite von 2,3 auf letztlich rund 5 Prozent bewegte. **Betrifft die Erhöhung auch Beamtinnen und Beamte?** Nein. Beamtinnen und Beamte erhalten keine Tariferhöhungen, sondern eine Besoldung, die über eigene Gesetze angepasst wird. Der Abschluss aus der Milchindustrie hat darauf keinen Einfluss. ### Quellen - DGB Tarifmeldungen: https://www.dgb.de/service/weiterer-service/tarifmeldungen/tarifmeldung/tarifabschluss-bringt-5-prozent-mehr-lohn-in-der-milchindustrie-ost/ (Stand 15.9.2026) --- ## Finanzvermögen der öffentlichen Hand wächst 2025 um 5,9 Prozent URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/finanzvermoegen-oeffentlicher-haushalt-2025 Kategorie: News Themen: Bund, Länder, Kommunen, Sozialversicherung, Besoldung Zuletzt geprüft: 2026-09-22 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg das Finanzvermögen des Öffentlichen Gesamthaushalts Ende 2025 auf 1.199,1 Milliarden Euro, ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber 2024. Der Bund legte um 6,4 Prozent zu, die Länder um 8,2 Prozent, Kommunen um 1,9 Prozent und die Sozialversicherung um 6,6 Prozent. Zwischen den Bundesländern gab es große Unterschiede: Bremen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen verzeichneten starke Zuwächse, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Schleswig-Holstein Rückgänge. ### Öffentliche Hand mit mehr finanziellen Reserven Der Öffentliche Gesamthaushalt aus Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung verfügte zum Jahresende 2025 über ein Finanzvermögen von 1.199,1 Milliarden Euro gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich. Das teilte das Statistische Bundesamt am 22. September 2026 mit. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 5,9 Prozent oder 66,8 Milliarden Euro. Zum nicht-öffentlichen Bereich zählen unter anderem Banken sowie private Unternehmen im In- und Ausland. ### Unterschiede zwischen Bund, Ländern und Kommunen Der [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund) steigerte sein Finanzvermögen um 6,4 Prozent auf 457,2 Milliarden Euro. Grund waren laut Destatis eine höhere Liquiditätsreserve sowie eine Eigenkapitalerhöhung bei der Deutschen Bahn AG. Bei den [Ländern](/jobs/arbeitgebertyp/land) wuchs das Finanzvermögen um 8,2 Prozent auf 307,5 Milliarden Euro. Die Entwicklung fiel regional sehr unterschiedlich aus. Bremen verzeichnete mit 28,0 Prozent den stärksten Anstieg, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 25,0 Prozent und Niedersachsen mit 21,3 Prozent. In Bremen lag das vor allem an angelegten Barsicherheiten aus Derivat-Geschäften. Rückläufig war das Finanzvermögen dagegen in Nordrhein-Westfalen (minus 6,0 Prozent), Berlin (minus 4,0 Prozent) und Schleswig-Holstein (minus 0,9 Prozent). In Nordrhein-Westfalen wurde Finanzvermögen zur Kredittilgung eingesetzt, in Berlin fiel die BEN Berlin Energie und Netzholding GmbH aus dem Sektor Staat heraus. Die [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) und Gemeindeverbände kamen auf ein Plus von 1,9 Prozent auf 252,8 Milliarden Euro. Schleswig-Holstein legte mit 10,2 Prozent am stärksten zu, während Hessen als einziges Bundesland einen Rückgang von 2,6 Prozent verzeichnete. Die Sozialversicherung erhöhte ihr Finanzvermögen um 6,6 Prozent auf 181,6 Milliarden Euro. ### Was das für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bedeutet Die Zahlen beschreiben Vermögenswerte wie Bargeld, Einlagen, Wertpapiere und Beteiligungen, nicht direkt die Verhandlungsspielräume bei Gehältern. Dennoch geben sie einen Hinweis auf die finanzielle Lage der Arbeitgeber im öffentlichen Dienst. Wer sich für eine Stelle bei [Beamten](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte)- oder [Tarifstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) interessiert, findet in solchen Statistiken einen Anhaltspunkt für die Stabilität des jeweiligen Arbeitgebers. Destatis weist darauf hin, dass Finanzvermögen und Schuldenstand zusammenhängen können, etwa wenn liquide Mittel zur Schuldentilgung verwendet werden. Aktuelle Vergütungstabellen finden Sie unter [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka), [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l) und [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Offene Stellen im öffentlichen Dienst listet die Übersicht unter [/jobs](/jobs). ### Häufige Fragen **Was zeigt die Statistik zum Finanzvermögen konkret?** Sie zeigt, welche Vermögenswerte Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich besitzen, etwa Bargeld, Einlagen, Wertpapiere und Beteiligungen. Zum Jahresende 2025 lag dieser Wert laut Destatis bei 1.199,1 Milliarden Euro, ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. **Bedeutet das steigende Finanzvermögen höhere Gehälter im öffentlichen Dienst?** Nicht direkt. Die Statistik beschreibt Vermögenswerte, keine unmittelbaren Verhandlungsspielräume für Tarif- oder Besoldungsrunden. Sie gibt aber einen Hinweis auf die finanzielle Verfassung der jeweiligen Arbeitgeber im öffentlichen Dienst. **Warum unterscheiden sich die Bundesländer so stark?** Die Ursachen sind sehr unterschiedlich. In Bremen stiegen angelegte Barsicherheiten aus Derivat-Geschäften, in Nordrhein-Westfalen wurde Finanzvermögen zur Schuldentilgung genutzt, und in Berlin fiel ein Unternehmen aus dem Sektor Staat heraus, wodurch dessen Vermögen nicht mehr mitgezählt wird. ### Quellen - Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_335_71411.html (Stand 22.9.2026) --- ## Verdi-Studie: Kitas und Jugendämter am Limit URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/verdi-studie-ueberlastung-kitas-jugendaemter Kategorie: News Themen: Sozial- und Erziehungsdienst, Kommunen, TVöD VKA, Personalrat Zuletzt geprüft: 2026-09-22 **Das Wichtigste in Kürze:** Eine Verdi-Studie unter 373 Teams aus Kitas und Jugendämtern zeigt hohe Arbeitsbelastung, Zukunftsängste und Qualitätsverluste. 79 Prozent berichten von gestiegener Arbeitsmenge, ähnlich viele erreichen häufig ihre Belastungsgrenze. Verdi fordert eine verbindliche Personalbemessung und bessere Personalausstattung im Sozial- und Erziehungsdienst des öffentlichen Dienstes. Beschäftigte in Kindertagesstätten und Jugendämtern arbeiten nach einer aktuellen Erhebung der Gewerkschaft Verdi dauerhaft am Limit. Die Studie „Realitäts-Check Soziale Arbeit“ befragte 373 Teams aus verschiedenen Arbeitsfeldern der sozialen Arbeit. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Personalmangel und wachsende Fallkomplexität prägen den Arbeitsalltag. ### Was die Zahlen zeigen 79 Prozent der befragten Teams berichten von einer spürbar gestiegenen Arbeitsmenge. Fast ebenso viele geben an, häufig oder sehr häufig an die persönliche Belastungsgrenze zu stoßen. In der Folge müssen viele Teams Abstriche bei der Qualität ihrer Arbeit hinnehmen. Auch die Zukunftssorgen sind groß: 79 Prozent der Teams bezweifeln, ihren Beruf bis zum Renteneintritt ausüben zu können. 72 Prozent befürchten, dass ihre spätere Rente oder Altersversorgung nicht zum Leben reichen wird. ### Verdi warnt vor Teufelskreis Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle bezeichnet die Ergebnisse als Alarmsignal. Sie sieht einen sich selbst verstärkenden Mechanismus: Hohe Fluktuation und Krankheitsausfälle führen zu Unterbesetzung, diese wiederum zu mehr Belastung und weiteren Ausfällen. Prävention gerate dabei zunehmend ins Hintertreffen, stattdessen dominiere reines Krisenmanagement. Behle verweist zudem auf einen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, der sich durch geplante Sozialreformen der Bundesregierung weiter verschärfen könnte. ### Forderung nach verbindlichen Personalschlüsseln Verdi fordert eine verbindliche Personalbemessung und eine entsprechend aufgestockte Personalausstattung in der **sozial-erziehungsdienst**lichen Arbeit. Der Mannheimer Sozialwissenschaftler Yalçın Kutlu, Co-Autor der Studie, sieht durch sinkende Kinderzahlen eine „historische Gelegenheit“ für kleinere Betreuungsgruppen. Dass angesichts von Fachkräftemangel gleichzeitig über Personalabbau diskutiert werde, hält er für widersprüchlich. ### Bedeutung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst Für Fachkräfte in Kitas und Jugendämtern liefert die Studie belastbare Argumente in Personalgesprächen und bei Verhandlungen über Stellenschlüssel. Wer im Sozial- und Erziehungsdienst arbeitet oder eine Stelle sucht, sollte sich vor der Bewerbung über die konkrete Personalausstattung des jeweiligen Trägers informieren. Offene Stellen im Bereich finden Sie unter [/jobs](/jobs), sortiert nach Arbeitgebertyp etwa bei [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune), die die meisten Kitas und Jugendämter tragen. Die Bezahlung richtet sich in der Regel nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, Details zu Entgeltgruppen finden sich in den Tabellen zum [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). Wer bei Land oder Bund eine Stelle mit sozialem Bezug sucht, findet Angebote unter [Land](/jobs/arbeitgebertyp/land) und kann sich zusätzlich über Beschäftigungsverhältnisse im [Tarifbereich](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) informieren. ### Häufige Fragen **Was ergab die Verdi-Studie zu Kitas und Jugendämtern?** Die Befragung von 373 Teams zeigt, dass 79 Prozent eine gestiegene Arbeitsmenge erleben und häufig ihre Belastungsgrenze erreichen. Viele Beschäftigte befürchten zudem, den Beruf nicht bis zur Rente ausüben zu können, und sorgen sich um ihre spätere Altersversorgung. **Was fordert Verdi als Konsequenz aus den Ergebnissen?** Die Gewerkschaft verlangt eine verbindliche Personalbemessung und eine bessere Personalausstattung in Kitas und Jugendämtern. Sinkende Kinderzahlen böten laut einem Studienautor die Chance für kleinere Betreuungsgruppen, statt über Personalabbau zu diskutieren. **Was bedeutet das für Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst?** Die Studie liefert Argumente für Gespräche über Personalschlüssel am eigenen Arbeitsplatz. Bewerberinnen und Bewerber sollten sich vorab über die tatsächliche Personalausstattung des jeweiligen Trägers informieren, bevor sie eine Stelle antreten. ### Quellen - Behörden Spiegel: https://www.behoerden-spiegel.de/2026/09/21/ueberlastung-in-kitas-und-jugendaemtern/ (Stand 21.9.2026) --- ## BAG: Serviceeinheit kann mehrere Arbeitsvorgänge umfassen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/bag-eingruppierung-serviceeinheit-arbeitsvorgang Kategorie: News Themen: TV-L, Eingruppierung, Entgeltgruppe, Justiz, Schwerbehinderung Zuletzt geprüft: 2026-09-19 **Das Wichtigste in Kürze:** Das Bundesarbeitsgericht hat im Fall einer Justizangestellten am Amtsgericht Mannheim entschieden, dass ihre Tätigkeit aus zwei getrennten Arbeitsvorgängen besteht, weil der Arbeitgeber die Aufgaben organisatorisch aufgeteilt hatte. Die Klage auf höhere Eingruppierung nach TV-L scheiterte insoweit. Erfolg hatte die Klägerin jedoch mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz, weshalb der Fall an das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg zurückverwiesen wurde. ### Worum es in dem Verfahren ging Eine schwerbehinderte Justizangestellte am Amtsgericht Mannheim war der Serviceeinheit im Nachlassgericht zugeordnet. Der Geschäftsverteilungsplan sah dort mehrere Teams vor, darunter „Infothek, Post, Telefon“ und „Ausfertigungsdienst“. Die Klägerin arbeitete mittwochvormittags im Team Infothek, ansonsten im Ausfertigungsdienst, wo sie Akten zur Ausfertigung bearbeitete. Sie forderte eine Vergütung nach Entgeltgruppe 9a TV-L. Ihre Begründung: Die gesamte Tätigkeit bilde einen einzigen Arbeitsvorgang, innerhalb dessen sie in ausreichendem Umfang schwierige Aufgaben erledige. Hilfsweise berief sie sich auf den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz, weil vergleichbare Kolleginnen und Kollegen bereits nach Entgeltgruppe 9a bezahlt würden. ### Die Entscheidung des Vierten Senats Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg hatten die Klage zunächst abgewiesen. Das Bundesarbeitsgericht bestätigte am 16. September 2026 (Az. 4 AZR 141/25), dass die Tätigkeit der Klägerin nicht als ein Arbeitsvorgang im Sinne von § 12 TV-L zu werten ist. Ausschlaggebend war, dass der Arbeitgeber die Aufgaben der Infothek und des Ausfertigungsdiensts organisatorisch getrennt zugewiesen hatte. Diese Trennung führte dazu, dass unterschiedliche Arbeitsschritte von vornherein auseinandergehalten wurden und zu jeweils eigenen Arbeitsergebnissen führten. Damit lagen zwei Arbeitsvorgänge vor, keiner davon in dem Umfang, den die Klägerin für die höhere Entgeltgruppe geltend machte. Beim zeitlich überwiegenden Arbeitsvorgang im Ausfertigungsdienst bestätigte der Senat die Vorinstanz: Die Klägerin hatte nicht ausreichend dargelegt, dass dort im tariflich relevanten Umfang schwierige Tätigkeiten anfielen. ### Erfolg beim Gleichbehandlungsgrundsatz Anders bewertete das Bundesarbeitsgericht den Hilfsantrag. Soweit die Klägerin sich auf den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz stützte, hatte die Revision Erfolg. Das Urteil des Landesarbeitsgerichts wurde in diesem Punkt aufgehoben, der Fall geht zur weiteren Prüfung zurück nach Baden-Württemberg. ### Bedeutung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst Die Entscheidung zeigt, wie stark die Organisation vor Ort über die Eingruppierung entscheidet. Wer in einer [Tarifbeschäftigung](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) arbeitet und mehrere Aufgabenbereiche übernimmt, sollte prüfen, ob diese arbeitsorganisatorisch getrennt zugewiesen sind. Das kann den Anspruch auf eine höhere Entgeltgruppe erschweren, wenn die anspruchsvollere Tätigkeit nur einen Teilbereich betrifft. Für Beschäftigte bei [Landesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/land) lohnt ein Blick in den eigenen Geschäftsverteilungsplan. Die aktuellen Entgeltstufen finden Sie in den [TV-L-Tabellen](/infocenter/tabellen/tv-l). Wer offene Stellen im Justizbereich sucht, wird im [Stellenmarkt](/jobs) fündig. ### Häufige Fragen **Was bedeutet „Arbeitsvorgang“ im Tarifrecht?** Ein Arbeitsvorgang bezeichnet eine Arbeitsleistung, die zu einem abgrenzbaren Arbeitsergebnis führt. Werden Aufgaben organisatorisch getrennt zugewiesen, können daraus mehrere eigenständige Arbeitsvorgänge entstehen. Das ist entscheidend für die Eingruppierung, weil jeder Arbeitsvorgang für sich bewertet wird. **Warum scheiterte die Klage auf höhere Eingruppierung?** Das Bundesarbeitsgericht sah in der Tätigkeit der Klägerin zwei getrennte Arbeitsvorgänge, weil der Arbeitgeber die Aufgaben Infothek und Ausfertigungsdienst organisatorisch auseinandergehalten hatte. Beim zeitlich überwiegenden Arbeitsvorgang im Ausfertigungsdienst konnte die Klägerin nicht ausreichend belegen, dass in relevantem Umfang schwierige Tätigkeiten anfielen. **Warum wurde der Fall trotzdem zurückverwiesen?** Die Klägerin berief sich hilfsweise auf den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz, weil vergleichbare Beschäftigte bereits nach Entgeltgruppe 9a TV-L vergütet werden. Damit hatte die Revision Erfolg, und das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg muss diesen Punkt erneut prüfen. ### Quellen - Bundesarbeitsgericht: https://www.bundesarbeitsgericht.de/presse/eingruppierung-einer-beschaeftigten-in-einer-serviceeinheit/ (Stand 16.9.2026) --- ## EU-Wechsel: 15-%-Abschlag bei Versorgungsabfindung unzulässig URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/versorgungsabfindung-eu-abschlag-unionsrecht Kategorie: News Themen: Besoldung, Pension, Beamtenstatus, Länder Zuletzt geprüft: 2026-09-18 **Das Wichtigste in Kürze:** Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass der im Bayerischen Beamtenversorgungsgesetz vorgesehene Abschlag von 15 Prozent auf die Versorgungsabfindung bei einem Wechsel zu EU-Institutionen gegen Unionsrecht verstößt. Ein bayerischer Beamter, der zur Exekutivagentur des Europäischen Forschungsrats wechselte, erhält seine Abfindung deshalb ungekürzt. Andere Berechnungsgrundlagen, etwa der Steueraufschlag, bleiben bestehen. ### Worum es in dem Urteil geht Das Bundesverwaltungsgericht hat am 17. September 2026 entschieden, dass ein bestimmter Kürzungsmechanismus bei der Beamtenversorgung gegen europäisches Recht verstößt. Betroffen ist Art. 99a Abs. 3 Satz 1 des Bayerischen Beamtenversorgungsgesetzes. Diese Vorschrift sah vor, die sogenannte ergänzende Versorgungsabfindung um 15 Prozent zu kürzen, wenn ein Beamter oder eine Beamtin zu einer Institution der Europäischen Union wechselt. Ausgangspunkt war der Fall eines bayerischen Beamten, der ab 2004 zunächst der EU-Kommission zugewiesen war und später beim Europäischen Forschungsrat in Brüssel arbeitete. Auf eigenen Antrag wurde er 2019 aus dem Beamtenverhältnis entlassen und ist seither bei der Exekutivagentur des Forschungsrats beschäftigt. Das Landesamt für Finanzen kürzte seine Abfindung um den gesetzlich vorgesehenen Abschlag und zahlte rund 125.000 Euro. ### Warum der Abschlag kippt Nach Auffassung der Leipziger Richter benachteiligt der Abschlag Beamtinnen und Beamte, die von ihrem Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit nach Art. 45 AEUV Gebrauch machen. Der geleistete Dienst werde versorgungsrechtlich nur teilweise anerkannt, was einen Wechsel ins EU-Ausland unattraktiver mache als einen Wechsel innerhalb Deutschlands. Zwar verfolge der bayerische Gesetzgeber mit der Regelung das legitime Ziel, die Funktionsfähigkeit der Verwaltung zu sichern. Das Gericht bemängelte jedoch, dass ein innerstaatlicher Dienstherrnwechsel gerade nicht mit einem vergleichbaren Abschlag belegt wird. Damit fehle es an einer kohärenten Umsetzung dieses Ziels. Die Revision des Freistaats Bayern blieb daher ohne Erfolg. Auch die weitergehende Revision des Klägers wies das Gericht zurück: Die übrige Berechnungsmethode, etwa die Barwertermittlung anhand der gesetzlichen Altersgrenze und der statistischen Lebenserwartung sowie ein pauschaler Steueraufschlag von 40 Prozent, hält das Gericht für rechtmäßig und ausreichend bestimmt. ### Bedeutung für den öffentlichen Dienst Für Beamtinnen und Beamte, die einen Wechsel zu einer EU-Institution planen, verbessert sich die finanzielle Kalkulation. Der pauschale Kürzungsposten von 15 Prozent entfällt bei vergleichbaren Fällen. Wer aktuell im [Beamtenverhältnis](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) steht und über einen solchen Schritt nachdenkt, sollte die Entscheidung bei der individuellen Versorgungsberechnung berücksichtigen. Das Urteil betrifft ausschließlich das bayerische Landesrecht, dürfte aber auch für vergleichbare Regelungen in anderen Ländern Signalwirkung haben. Wer sich für eine Stelle bei [Landesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/land) oder beim [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund) interessiert und später einen EU-Wechsel erwägt, findet Hintergrundinformationen zur Besoldung in den [Besoldungstabellen des Bundes](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). ### Häufige Fragen **Was hat das Bundesverwaltungsgericht konkret entschieden?** Das Gericht hat den 15-prozentigen Abschlag auf die Versorgungsabfindung nach einem Wechsel zu einer EU-Institution für unionsrechtswidrig erklärt. Die bayerische Regelung bleibt insoweit unangewendet. Betroffene Beamtinnen und Beamte erhalten ihre Versorgungsabfindung künftig ohne diese Kürzung. **Wen betrifft das Urteil?** Betroffen sind Beamtinnen und Beamte, die aus dem bayerischen Landesdienst ausscheiden, um im Anschluss bei einer Institution der Europäischen Union zu arbeiten. Für sie entfällt der pauschale Abschlag bei der ergänzenden Versorgungsabfindung, andere Berechnungsregeln bleiben bestehen. **Bleibt der Steueraufschlag von 40 Prozent bestehen?** Ja. Das Bundesverwaltungsgericht hat bestätigt, dass der Dienstherr einen pauschalen Aufschlag von 40 Prozent ansetzen darf, wenn die Abfindung der inländischen Steuerpflicht unterliegt. Eine Pflicht zur Berücksichtigung ausländischen Steuerrechts besteht nicht. ### Quellen - Bundesverwaltungsgericht: http://www.bverwg.de/pm/2026/67 (Stand 16.9.2026) --- ## dbb-Vize warnt vor Einbußen bei Kliniken und Arztversorgung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/dbb-warnung-klinikreform-patientensicherheit Kategorie: News Themen: Kliniken, Gesundheitsamt, Ärztinnen und Ärzte, Kommunen Zuletzt geprüft: 2026-09-17 **Das Wichtigste in Kürze:** Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit hat der stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende Maik Wagner am 17. September 2026 vor Versorgungslücken durch Klinikschließungen im ländlichen Raum gewarnt. Er forderte mehr europäische Unabhängigkeit bei Arzneimitteln und äußerte Bedenken gegen eine rein digitale Ersteinschätzung im geplanten Primärversorgungssystem. Datenschutz und der persönliche Arztkontakt dürften nicht der Effizienz geopfert werden. Zum Welttag der Patientensicherheit hat sich Maik Wagner, stellvertretender Bundesvorsitzender des dbb beamtenbund und tarifunion, am 17. September 2026 zur Lage der Gesundheitsversorgung geäußert. Im Mittelpunkt standen die Krankenhausreform, Lieferengpässe bei Medikamenten und ein geplantes digitales Ersteinschätzungssystem für die Primärversorgung. ### Sorge um Kliniken im ländlichen Raum Wagner warnte davor, dass Zusammenlegungen oder Schließungen von Kliniken außerhalb der Großstädte die medizinische Versorgung verschlechtern könnten. Er verwies auf die emotionale Bedeutung des Themas für Menschen in ländlichen Regionen, die im Notfall auf schnelle und gute Behandlung angewiesen seien. Wörtlich sagte er: „Die Schließung oder Zusammenlegung von Kliniken im ländlichen Raum darf die medizinische Versorgung nicht verschlechtern.“ Auch der Weg zur Facharztpraxis dürfe nicht zur langen Anreise werden, weil es vor Ort keine Praxis mehr gebe. Für Beschäftigte in [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) und in kommunalen [Kliniken](/jobs) hat diese Debatte unmittelbare Bedeutung: Standortentscheidungen wirken sich auf Arbeitsplätze und Personalbedarf vor Ort aus. ### Medikamentenknappheit und Abhängigkeit von Drittstaaten Wagner forderte die Bundesregierung auf, sich auf europäischer Ebene stärker gegen Lieferengpässe bei Arzneimitteln einzusetzen. Deutschland und Europa müssten unabhängiger von Lieferanten aus Indien und China werden. Dafür seien Bürokratieabbau und finanzielle Anreize für den Pharmastandort nötig. Meldungen über Medikamentenknappheit sollten der Vergangenheit angehören, so Wagner. ### Skepsis gegenüber digitaler Ersteinschätzung Zum geplanten Primärversorgungssystem mit vorgeschalteter digitaler Ersteinschätzung äußerte Wagner deutliche Vorbehalte. Er gab zu bedenken, dass nicht alle Menschen, besonders ältere, mit digitalen Angeboten vertraut seien. Auch der geplante Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Ersteinschätzung sieht er kritisch. Unter der Voraussetzung uneingeschränkten Datenschutzes könne ein solches System zwar Entlastung bringen. Wagner betonte jedoch: „Entlastung und Effizienz dürfen nicht zulasten der Versorgungsqualität gehen. Das persönliche Arztgespräch ist durch nichts zu ersetzen.“ Als Beispiel nannte er Bauchschmerzen, die harmlos oder lebensbedrohlich sein könnten und eine sorgfältige Einschätzung erforderten. ### Bedeutung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst Für Fachkräfte im Gesundheitswesen, etwa in Gesundheitsämtern oder Kliniken in öffentlicher Trägerschaft, zeigt die Debatte, wie eng Strukturreformen mit dem eigenen Arbeitsalltag verknüpft sind. Wer sich für eine Stelle bei [Ländern](/jobs/arbeitgebertyp/land) oder beim [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund) im Gesundheitsbereich interessiert, sollte politische Weichenstellungen bei Klinikstandorten und digitalen Versorgungsmodellen im Blick behalten. Sie können sich auf veränderte Aufgabenprofile auswirken, etwa wenn digitale Ersteinschätzungssysteme künftig Teil der Arbeit werden. Tarifliche Rahmenbedingungen für Beschäftigte im Gesundheitswesen finden Interessierte unter anderem in den Tabellen zum [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) und zum [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l). ### Häufige Fragen **Warum warnt der dbb vor Klinikschließungen im ländlichen Raum?** Der stellvertretende dbb-Vorsitzende Maik Wagner befürchtet, dass Zusammenlegungen oder Schließungen von Kliniken die medizinische Notfallversorgung außerhalb der Großstädte verschlechtern. Menschen benötigten dort schnelle und qualitativ hochwertige Behandlung im Notfall, was die Politik sicherstellen müsse. **Was fordert der dbb bei der Medikamentenversorgung?** Wagner fordert mehr Unabhängigkeit von Lieferanten aus Indien und China sowie eine Stärkung des Pharmastandorts Deutschland und Europa. Dazu seien Bürokratieabbau und finanzielle Anreize nötig, damit Medikamentenknappheit der Vergangenheit angehört. **Wie steht der dbb zur digitalen Ersteinschätzung im Gesundheitswesen?** Der dbb sieht Chancen für Entlastung und Effizienz, sofern der Datenschutz uneingeschränkt gewährleistet ist. Gleichzeitig bestehen Bedenken, weil nicht alle Menschen digitalaffin sind und das persönliche Arztgespräch nach Wagners Einschätzung nicht ersetzbar ist. ### Quellen - dbb beamtenbund und tarifunion: https://www.dbb.de/artikel/gesundheitsversorgung-ist-ohne-stabilitaet-nicht-zu-machen.html (Stand 17.9.2026) --- ## dbb weist Rechnungshof-Kritik an Jobcentern zurück URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/dbb-widerspruch-bundesrechnungshof-jobcenter-personal Kategorie: News Themen: Sozialversicherung, Kommunen, Bund, Verwaltung Zuletzt geprüft: 2026-09-17 **Das Wichtigste in Kürze:** Der Bundesrechnungshof bemängelt zu hohe Personal- und Verwaltungskosten sowie nicht ausgeschöpfte Eingliederungsmittel in den Jobcentern. Der dbb widerspricht: Der Personalschlüssel sei seit über zehn Jahren nicht angepasst worden, obwohl die Aufgaben deutlich komplexer geworden seien. Vize Maik Wagner fordert mehr statt weniger Personal und verweist auf strukturelle Ursachen für nicht abgerufene Fördermittel, etwa fehlende Angebote vor Ort oder verspätete Haushaltsfreigaben. Der Bundesrechnungshof hat den Jobcentern zu hohe Personal- und Verwaltungskosten sowie unausgeschöpfte Eingliederungsmittel vorgeworfen. Der dbb beamtenbund und tarifunion tritt dieser Einschätzung öffentlich entgegen. ### Streit um den Personalschlüssel Maik Wagner, stellvertretender Bundesvorsitzender des dbb, äußerte sich am 16. September 2026 in Berlin zu den Vorwürfen. Er verwies darauf, dass der Personalschlüssel in den Jobcentern seit über zehn Jahren unverändert geblieben sei, obwohl sich die Anforderungen an die Beratung deutlich verschärft hätten. Wagner nannte konkrete Beispiele: Langzeitarbeitslosigkeit, psychische Belastungen der Betroffenen, steigender Weiterbildungsbedarf und die Integration Geflüchteter erforderten intensivere Einzelfallberatung. „Es ist befremdlich, dass der Bundesrechnungshof in Zeiten des akuten Fachkräftemangels ernsthaft eine Personaldebatte bei den Jobcentern aufmacht“, sagte er. Aus Sicht des dbb zahlt sich zusätzliches Personal langfristig aus. Wagner argumentierte, dass jede dauerhafte Vermittlung in Arbeit den Sozialhaushalt über Jahre entlaste, weil Langzeitarbeitslosigkeit erhebliche Folgekosten in mehreren Sozialversicherungszweigen verursache. ### Fördermittel und strukturelle Hürden Auch die Kritik an nicht vollständig ausgeschöpften Eingliederungsmitteln weist der dbb zurück. Nach Darstellung des Verbands liegen die Gründe dafür oft außerhalb der Kontrolle der Jobcenter vor Ort: fehlende passende Angebote, unterschiedliche regionale Arbeitsmärkte, komplizierte Förderinstrumente oder verspätete Haushaltsfreigaben. Wagner schlug vor, diese Ursachen anzugehen, statt pauschal Kürzungen zu fordern. Zudem betonte er, dass Jobcenter die überwiegend vom Bund bereitgestellten Mittel sorgfältig prüften, bevor sie eingesetzt würden. #### Was das für Beschäftigte bedeutet Für Beschäftigte in Jobcentern und der Arbeitsverwaltung ist die Debatte über den Personalschlüssel direkt relevant. Bleibt es bei unveränderten Stellenplänen trotz wachsender Aufgaben, bedeutet das anhaltend hohe Arbeitsbelastung im Beratungsalltag. Setzt sich die Position des dbb durch, könnte dies mittelfristig zu zusätzlichen Stellenausschreibungen führen. Jobcenter sind überwiegend kommunal oder in gemeinsamer Trägerschaft mit dem Bund organisiert. Wer sich für eine Stelle in diesem Bereich interessiert, findet passende Ausschreibungen unter [Jobs bei Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) oder [Jobs beim Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund). Die Vergütung richtet sich in der Regel nach dem [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka), sofern eine kommunale Trägerschaft vorliegt. Wer eine Bewerbung in der Sozialverwaltung plant, sollte die aktuelle Personaldebatte im Blick behalten. Sie kann sich auf künftige Stellenausschreibungen und Arbeitsbedingungen auswirken. Einen Überblick über offene Stellen im öffentlichen Dienst bietet die Übersicht unter [aktuelle Stellenangebote](/jobs). ### Häufige Fragen **Was wirft der Bundesrechnungshof den Jobcentern vor?** Der Bundesrechnungshof kritisiert nach Darstellung des dbb zu hohe Personal- und Verwaltungskosten in den Jobcentern. Zudem bemängelt er, dass Eingliederungsmittel nicht vollständig ausgeschöpft werden. Der dbb widerspricht dieser Einschätzung deutlich und verweist auf gestiegene Anforderungen an die Beratung. **Warum fordert der dbb mehr statt weniger Personal?** Laut Maik Wagner wurde der Personalschlüssel seit über zehn Jahren nicht angepasst, obwohl Aufgaben wie die Betreuung Langzeitarbeitsloser, psychisch belasteter Menschen und Geflüchteter aufwendiger geworden sind. Er argumentiert, dass mehr Personal nachhaltige Vermittlungen ermöglicht und so Folgekosten im Sozialsystem senkt. **Warum werden Eingliederungsmittel nicht immer ausgeschöpft?** Der dbb nennt strukturelle Gründe: fehlende passende Angebote vor Ort, unterschiedliche regionale Arbeitsmärkte, komplizierte Förderinstrumente und verspätete Haushaltsfreigaben. Der Verband fordert, diese Ursachen zu beseitigen, statt die Jobcenter dafür pauschal zu kritisieren. ### Quellen - dbb beamtenbund und tarifunion: https://www.dbb.de/artikel/dbb-widerspricht-pauschalkritik-des-bundesrechnungshofs.html (Stand 16.9.2026) --- ## Zahlungsrückstände bei Strom und Gas: 3,8 Millionen betroffen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/zahlungsrueckstaende-versorgungsbetriebe-2025 Kategorie: News Themen: Brutto und Netto, TVöD VKA, TV-L, Besoldung Zuletzt geprüft: 2026-09-14 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts lebten 2025 rund 3,8 Millionen Menschen (4,6 % der Bevölkerung) in Haushalten mit Zahlungsrückständen bei Versorgungsbetrieben, leicht weniger als 2024. Mieterhaushalte sind mit 5,8 % deutlich stärker betroffen als Eigentümerhaushalte mit 3,3 %. Wohnungsnebenkosten stiegen im August 2026 um 3,1 %, während Haushaltsenergie um 0,7 % günstiger wurde. Für Beschäftigte im öffentlichen Dienst zeigt das, wie stark Nebenkosten das verfügbare Einkommen belasten können. Fast vier Millionen Menschen in Deutschland konnten ihre Strom- oder Gasrechnung im Jahr 2025 nicht fristgerecht bezahlen. Das geht aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamts hervor, die auf der EU-weiten Erhebung EU-SILC beruht. ### Wie viele Menschen betroffen sind Nach eigenen Angaben lebten rund 3,8 Millionen Menschen in Haushalten mit Zahlungsrückständen bei Versorgungsbetrieben. Das entspricht 4,6 Prozent der Bevölkerung. Im Jahr davor lag der Anteil noch bei 5,0 Prozent, die Zahl ist also leicht gesunken. Deutlich wird der Unterschied zwischen Wohnformen. Bei Eigentümerhaushalten waren 3,3 Prozent der Menschen im Zahlungsverzug, bei Mieterhaushalten waren es 5,8 Prozent. Wer zur Miete wohnt, trägt damit ein höheres Risiko, mit Versorgerrechnungen in Rückstand zu geraten. ### Nebenkosten steigen stärker als die Inflation Ergänzend zu den Zahlungsrückständen weist Destatis auf die Preisentwicklung bei Nebenkosten hin. Im August 2026 lagen die Wohnungsnebenkosten, etwa für Wasser, Müllabfuhr oder Gebäudereinigung, um 3,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen im gleichen Zeitraum um 2,9 Prozent. Nebenkosten verteuern sich also derzeit etwas stärker als der Durchschnitt der Konsumausgaben. Bei der Haushaltsenergie zeigt sich ein gegenläufiger Trend. Strom, Gas, Heizöl, Fernwärme und feste Brennstoffe kosteten im August 2026 rund 0,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Preisniveau bleibt allerdings weiterhin hoch, nachdem es im Zuge der Energiekrise 2022 stark gestiegen war. ### Bedeutung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, orientiert sich bei der Haushaltsplanung häufig an den tariflichen oder besoldungsrechtlichen Gehaltstabellen. Die Nettoentwicklung entscheidet mit, wie stark steigende Nebenkosten spürbar werden. Tabellenwerte für Tarifbeschäftigte finden Sie unter [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) und [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l), für Beamtinnen und Beamte des Bundes unter [Besoldungstabellen Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Gerade Beschäftigte in unteren und mittleren Entgeltgruppen, die zur Miete wohnen, gehören laut den Zahlen zu den Gruppen mit höherem Risiko für Zahlungsrückstände. Wer sich für eine Stelle bewirbt, kann bereits im Vorfeld prüfen, welches Dienstverhältnis finanzielle Sicherheit bietet: Angebote als [Beamter](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) oder im [Tarifbeschäftigungsverhältnis](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) finden Sie in der Jobsuche. Einen Überblick über offene Stellen bei Bund, Ländern und Kommunen bietet die [Stellenbörse](/jobs). ### Häufige Fragen **Wie viele Menschen hatten 2025 Zahlungsrückstände bei Versorgern?** Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lebten rund 3,8 Millionen Menschen, also 4,6 Prozent der Bevölkerung, in Haushalten mit Zahlungsrückständen bei Strom- oder Gasrechnungen. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 5,0 Prozent. **Sind Mieterhaushalte stärker betroffen als Eigentümerhaushalte?** Ja. Bei Mieterhaushalten waren 5,8 Prozent der Menschen im Zahlungsverzug bei Versorgungsbetrieben, bei Eigentümerhaushalten waren es 3,3 Prozent. Die Belastung durch Nebenkosten trifft Mieterinnen und Mieter demnach deutlich häufiger. **Wie haben sich Nebenkosten und Energiepreise zuletzt entwickelt?** Im August 2026 lagen die Wohnungsnebenkosten um 3,1 Prozent über dem Vorjahreswert, stärker als die allgemeine Inflation von 2,9 Prozent. Die Preise für Haushaltsenergie sanken dagegen um 0,7 Prozent, bleiben aber weiterhin auf hohem Niveau. **Was hat das mit dem öffentlichen Dienst zu tun?** Beschäftigte im öffentlichen Dienst orientieren sich bei ihrer Haushaltsplanung an Tarif- oder Besoldungstabellen. Steigende Nebenkosten schmälern das verfügbare Nettoeinkommen, besonders für Personen in unteren Entgeltgruppen, die zur Miete wohnen. ### Quellen - Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_N063_63.html (Stand 14.9.2026) --- ## dbb verteidigt Beihilfe-System für Beamtinnen und Beamte URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/dbb-beihilfe-pkv-erfolgsmodell Kategorie: News Themen: Beihilfe, Verbeamtung, Beamtenstatus, Besoldung Zuletzt geprüft: 2026-09-11 **Das Wichtigste in Kürze:** Heini Schmitt, Fachvorstand Beamtenpolitik beim dbb, hat am 9. September 2026 beim Sommerfest des PKV-Verbandes in Berlin das Zusammenspiel von Beihilfe und privater Krankenversicherung als bewährtes Modell bezeichnet. Er betonte die gemeinsame Verantwortung von dbb und PKV-Verband für den Erhalt dieses Systems, das die Gesundheitsabsicherung im öffentlichen Dienst prägt. ### Bekenntnis zum bewährten Absicherungsmodell Beim Sommerfest des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) am 9. September 2026 in Berlin hat sich der dbb beamtenbund und tarifunion erneut zum Zusammenspiel von Beihilfe und privater Krankenversicherung bekannt. Heini Schmitt, Fachvorstand Beamtenpolitik beim dbb, ordnete das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung als tragende Säule der medizinischen Versorgung in Deutschland ein. Schmitt machte deutlich, dass die private Krankenversicherung aus seiner Sicht mehr ist als eine Option unter mehreren: „Die private Krankenversicherung ist nicht bloß eine individuelle Wahloption, sondern ein tragender Partner des Beihilfesystems und damit Teil der besonderen Gesundheitsabsicherung im öffentlichen Dienst“, erklärte er. Dbb und PKV-Verband hätten ein gemeinsames Interesse daran, dieses System zu erhalten. ### Bedeutung für den öffentlichen Dienst Für Menschen, die eine [Verbeamtung](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) anstreben oder bereits im Beamtenverhältnis arbeiten, bleibt die Beihilfe damit ein zentraler Baustein der Gesundheitsvorsorge. Dienstherren übernehmen einen Teil der Krankheitskosten, während eine private Zusatzversicherung die Lücke schließt. Dieses Modell unterscheidet sich grundlegend von der Absicherung im Tarifbereich, wo Beschäftigte über die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert sind. Wer zwischen einer Stelle mit [Beamtenstatus](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) und einer Position im [Tarifbeschäftigungsverhältnis](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) abwägt, sollte diesen Unterschied in die Entscheidung einbeziehen. Die Kombination aus Beihilfe und PKV wirkt sich langfristig auf die monatliche Belastung und den Versicherungsschutz aus, gerade bei Familien oder im Krankheitsfall. ### Kein Systemwechsel in Sicht Aus der Meldung geht kein konkreter Gesetzgebungsschritt hervor. Schmitt äußerte sich im Rahmen einer Veranstaltung, nicht im Zusammenhang mit einer aktuellen Gesetzesinitiative. Für Bewerberinnen und Bewerber im [Bundesdienst](/jobs/arbeitgebertyp/bund), in [Landesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/land) oder bei [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) bedeutet das vorerst Kontinuität: Wer sich für eine Beamtenlaufbahn entscheidet, kann weiterhin mit dem bestehenden Beihilfe- und PKV-System planen. Wer die Besoldung im Bund im Blick behalten möchte, findet aktuelle Werte in den [Besoldungstabellen des Bundes](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Für einen Überblick über offene Stellen im öffentlichen Dienst lohnt sich ein Blick in die [Jobbörse von StaatsJobs.com](/jobs). ### Häufige Fragen **Was bedeutet Beihilfe für Beamtinnen und Beamte konkret?** Die Beihilfe ist ein Zuschuss des Dienstherrn zu Krankheitskosten von Beamtinnen und Beamten. Sie deckt in der Regel einen Teil der Kosten ab, den Rest übernimmt eine private Krankenversicherung. Dieses Zusammenspiel unterscheidet die Gesundheitsabsicherung im Beamtenverhältnis von der gesetzlichen Krankenversicherung im Tarifbereich. **Warum hat sich der dbb zu diesem Thema geäußert?** Heini Schmitt vom dbb bekräftigte beim Sommerfest des PKV-Verbandes am 9. September 2026 in Berlin, dass Beihilfe und private Krankenversicherung ein bewährtes Modell bilden. Er betonte das gemeinsame Interesse von dbb und PKV-Verband, dieses System langfristig zu erhalten. **Ändert sich durch die Aussage etwas für Bewerberinnen und Bewerber?** Nein, die Meldung enthält keinen Hinweis auf gesetzliche Änderungen. Wer eine Verbeamtung anstrebt, kann weiterhin mit der bestehenden Kombination aus Beihilfe und privater Krankenversicherung planen. ### Quellen - dbb beamtenbund und tarifunion: https://www.dbb.de/artikel/beihilfe-und-ergaenzende-private-krankenversicherung-sind-ein-erfolgsmodell.html (Stand 10.9.2026) --- ## Zweitägiger Warnstreik im Nahverkehr Schleswig-Holsteins URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/warnstreik-nahverkehr-schleswig-holstein-september-2026 Kategorie: News Themen: Verkehrsbetriebe, TVöD VKA, Kommunen, Tarifrunde Zuletzt geprüft: 2026-09-11 **Das Wichtigste in Kürze:** ver.di ruft Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster zu einem zweitägigen Warnstreik auf. Betroffen sind etwa 1.800 Kolleginnen und Kollegen bei KVG Kiel, Stadtverkehr Lübeck, Aktivbus Flensburg und SWN Neumünster sowie der Busverkehr im Kreis Plön. Fahrgäste müssen mit weitgehenden Ausfällen ohne Notverkehr rechnen. Der Ausstand soll Druck in den laufenden Tarifverhandlungen für bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung aufbauen. Der öffentliche Busverkehr in vier kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins steht vor einem zweitägigen Stillstand. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten der örtlichen Verkehrsbetriebe zum Warnstreik aufgerufen. ### Wer streikt und wo Betroffen sind nach Angaben von ver.di rund 1.800 Beschäftigte bei der KVG in Kiel, dem Stadtverkehr Lübeck, Aktivbus in Flensburg und den Stadtwerken Neumünster (SWN). Auch im Kreis Plön wird der Busverkehr ruhen. Für Fahrgäste in den vier kreisfreien Städten bedeutet das: Ein regulärer Busbetrieb ist an den Streiktagen nicht zu erwarten. Auch ein Notfahrplan wird voraussichtlich nicht eingerichtet. ### Warum ver.di zu diesem Mittel greift Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen ausüben. Es geht um bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Bezahlung für die Beschäftigten der [kommunalen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) Verkehrsbetriebe. #### Was das für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bedeutet Wer bei einem der genannten Verkehrsunternehmen arbeitet oder eine Bewerbung dort plant, sollte die Entwicklung der Tarifrunde im Blick behalten. Ergebnisse aus solchen Verhandlungen wirken sich unmittelbar auf Entgelttabellen und Zulagen aus. Beschäftigte in [kommunalen Betrieben](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) orientieren sich dabei häufig an den Regelungen des [TVöD-VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). Auch für Beschäftigte in anderen Tarifbereichen liefert der Warnstreik einen Hinweis darauf, wie stark der Druck in aktuellen Tarifrunden im öffentlichen Dienst insgesamt ist. Wer sich über Gehaltsstrukturen bei Land oder Bund informieren möchte, findet entsprechende Übersichten etwa zum [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l) oder zur [Besoldung des Bundes](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). ### Auswirkungen für Bewerberinnen und Bewerber Wer sich aktuell bei einem Verkehrsbetrieb in Kiel, Lübeck, Flensburg oder Neumünster bewirbt, sollte den Ausgang der Tarifverhandlungen abwarten. Das Ergebnis kann Einfluss auf Einstiegsgehälter und Arbeitszeitregelungen haben. Offene Stellen im Bereich Verkehrsbetriebe und weitere Angebote des öffentlichen Dienstes finden Interessierte unter [StaatsJobs.com](/jobs). ### Häufige Fragen **Welche Städte sind vom Warnstreik betroffen?** Der Warnstreik betrifft die kreisfreien Städte Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster. Auch im Kreis Plön ruht der Busverkehr. Insgesamt beteiligen sich rund 1.800 Beschäftigte an dem zweitägigen Ausstand, den ver.di ausgerufen hat. **Gibt es während des Streiks einen Notfahrplan?** Nach aktuellem Stand ist kein Notverkehr vorgesehen. Fahrgäste müssen sich in den betroffenen Städten auf einen weitgehenden Ausfall des regulären Busverkehrs einstellen, da die Verkehrsbetriebe voraussichtlich keine Ersatzfahrten anbieten können. **Warum streikt ver.di im Nahverkehr Schleswig-Holsteins?** ver.di will mit dem Warnstreik Druck auf laufende Tarifverhandlungen aufbauen. Es geht um bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne für die Beschäftigten der kommunalen Verkehrsbetriebe in den betroffenen Städten. ### Quellen - DGB Tarifmeldungen: https://www.dgb.de/service/weiterer-service/tarifmeldungen/tarifmeldung/warnstreik-im-nahverkehr-in-den-kreisfreien-staedten-in-schleswig-holstein/ (Stand 8.9.2026) --- ## Bewerbung mit Schwerbehinderung: Einladungspflicht und Angabe URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/bewerbung-schwerbehinderung-oeffentlicher-dienst Kategorie: Bewerbung Themen: Schwerbehinderung, Bewerbung, Auswahlverfahren, Personalrat Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach § 165 SGB IX laden öffentliche Arbeitgeber schwerbehinderte Bewerber zum Vorstellungsgespräch ein. Die Einladung ist nur entbehrlich, wenn die fachliche Eignung offensichtlich fehlt. Unterbleibt sie, begründet das nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts eine widerlegbare Vermutung der Benachteiligung, die zu einer Entschädigung nach § 15 Abs. 2 AGG führen kann. Die Pflicht greift ab einem Grad der Behinderung von 50 sowie bei Gleichstellung ab 30. Ansprüche müssen binnen zwei Monaten schriftlich geltend gemacht werden. Ein Satz im Sozialgesetzbuch verschafft schwerbehinderten Bewerberinnen und Bewerbern bei Behörden etwas, das im übrigen Arbeitsmarkt niemand hat: einen Anspruch auf das Vorstellungsgespräch. § 165 Satz 3 SGB IX bestimmt, dass schwerbehinderte Menschen, die sich um einen gemeldeten Arbeitsplatz beworben haben, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Satz 4 nennt die einzige Ausnahme: „Eine Einladung ist entbehrlich, wenn die fachliche Eignung offensichtlich fehlt.“ Diese Pflicht hat allerdings eine Bedingung, die im Gesetz nicht steht und trotzdem alles entscheidet. Die Behörde muss wissen, dass Sie schwerbehindert sind. ### Wer gilt als schwerbehindert, wer als gleichgestellt? Schwerbehindert ist nach § 2 Abs. 2 SGB IX, wer einen Grad der Behinderung von wenigstens 50 hat und im Geltungsbereich des Gesetzes wohnt, sich gewöhnlich aufhält oder beschäftigt ist. Der Grad der Behinderung, abgekürzt GdB, ist keine Prozentangabe, sondern eine in Zehnerschritten abgestufte Maßzahl für die Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Festgestellt wird er auf Antrag durch die nach Landesrecht zuständige Behörde, meist das Versorgungsamt. Bei einem GdB unter 50, aber wenigstens 30 kommt die **Gleichstellung** in Betracht. § 2 Abs. 3 SGB IX knüpft sie daran, dass die betroffene Person infolge der Behinderung ohne Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder nicht behalten kann. Zuständig ist nach § 151 Abs. 2 SGB IX die Agentur für Arbeit; die Gleichstellung wird mit dem Tag des Antragseingangs wirksam und kann befristet werden. Für die Bewerbung ist der Unterschied gering. § 151 Abs. 3 SGB IX wendet die besonderen Regelungen auf gleichgestellte Menschen an und nimmt davon nur § 208 SGB IX und das Kapitel 13 aus. Der Zusatzurlaub entfällt also, die Einladungspflicht gilt. | Status | Voraussetzung | Einladungspflicht § 165 | Zusatzurlaub § 208 | | --- | --- | --- | --- | | Schwerbehindert | GdB mindestens 50, Feststellung durch das Versorgungsamt | ja | ja, 5 Arbeitstage | | Gleichgestellt | GdB 30 bis 40, Gleichstellung durch die Agentur für Arbeit | ja | nein | | GdB 20 bis 40 ohne Gleichstellung | Feststellung ab GdB 20 möglich | nein | nein | ### Wann greift die Einladungspflicht wirklich? Sie greift, sobald die Behörde von der Schwerbehinderung Kenntnis hat und die fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt. Beide Punkte sind in der Praxis die Streitfälle. Offensichtlich fehlende Eignung meint einen klaren, aus den Unterlagen sofort erkennbaren Widerspruch zum Anforderungsprofil. Ohne Approbation keine Arztstelle im Gesundheitsamt, ohne Zweites Staatsexamen keine Stelle im höheren Justizdienst, ohne Fahrerlaubnis keine Stelle im Fahrdienst. Der Maßstab ist eng. Wer die zwingenden Merkmale erfüllt und lediglich weniger Berufsjahre oder eine schwächere Note mitbringt als andere, ist einzuladen. Die Auswahl findet danach statt, nicht davor. Die Kenntnis der Behörde erzeugen Sie selbst. Eine Angabe ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, ohne sie läuft die Vorschrift aber leer. Wer sich das Gespräch sichern will, schreibt einen Satz in das Anschreiben und legt den Nachweis bei, etwa: „Ich bin mit einem Grad der Behinderung von 50 schwerbehindert; eine Kopie des Ausweises liegt bei.“ Bei Gleichstellung tritt der Bescheid der Agentur für Arbeit an die Stelle des Ausweises. Wie Anschreiben und Lebenslauf im Übrigen aufgebaut sein sollten, steht im Beitrag [Anschreiben und Lebenslauf für Behörden](/infocenter/anschreiben-lebenslauf-oeffentlicher-dienst). ### Darf die Behörde nach der Schwerbehinderung fragen? Im Bewerbungsverfahren ist das heikel, und Sie brauchen darauf keine Antwort zu geben. Die Behinderung gehört zu den in § 1 AGG genannten Gründen; wer daran anknüpft, riskiert die Vermutung einer Benachteiligung nach § 22 AGG. Wird die Frage gestellt, obwohl Sie die Schwerbehinderung nicht angegeben haben, ist das für die Behörde also eher ein Risiko als ein Vorteil. Anders liegt es, wenn Sie die Schwerbehinderung selbst genannt haben. Dann darf die Auswahlkommission klären, welche Vorkehrungen der Arbeitsplatz braucht, denn § 164 Abs. 4 SGB IX gibt Ihnen einen Anspruch auf behinderungsgerechte Einrichtung des Arbeitsplatzes und auf technische Arbeitshilfen. Fragen nach der Diagnose gehören trotzdem nicht dazu. Nach der Einstellung ändert sich die Lage, weil der Dienstherr die Schwerbehinderung für Zusatzurlaub, Ausgleichsabgabe und Kündigungsschutz kennen muss. ### Wer sitzt im Verfahren mit am Tisch? Mehr Stellen, als Bewerber vermuten. Nach § 164 Abs. 1 Satz 4 SGB IX unterrichtet der Arbeitgeber die Schwerbehindertenvertretung unmittelbar nach Eingang über Bewerbungen schwerbehinderter Menschen. Die Vertretung hat nach § 178 Abs. 2 Satz 4 SGB IX das Recht auf Einsicht in die entscheidungsrelevanten Teile der Bewerbungsunterlagen und auf Teilnahme an Vorstellungsgesprächen. Diese Beteiligung können Sie abwählen. § 164 Abs. 1 letzter Satz SGB IX bestimmt, dass die Schwerbehindertenvertretung nicht zu beteiligen ist, wenn der schwerbehinderte Mensch die Beteiligung ausdrücklich ablehnt. Vor dieser Entscheidung lohnt eine Abwägung: Die Vertretung kennt die Dienststelle, achtet auf die Einhaltung der Verfahrensregeln und kann im Gespräch für Sie eintreten. Ein Nachteil entsteht durch ihre Beteiligung nicht. Hinzu kommt der Personalrat, der nach § 78 Abs. 1 Nr. 1 BPersVG bei der Einstellung mitbestimmt. Beide Gremien tagen in eigenen Rhythmen, was die Verfahren verlängert. Was in dieser Zeit geschieht, beschreibt der Beitrag [Warum Auswahlverfahren so lange dauern](/infocenter/dauer-auswahlverfahren-oeffentlicher-dienst). ### Warum Behörden überhaupt gezielt einstellen Wegen einer Quote mit Preisschild. § 154 Abs. 1 SGB IX verpflichtet private und öffentliche Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätzen, wenigstens 5 Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen; schwerbehinderte Frauen sind dabei besonders zu berücksichtigen. Wer die Quote verfehlt, zahlt eine Ausgleichsabgabe. Als öffentliche Arbeitgeber gelten nach § 154 Abs. 2 SGB IX unter anderem jede oberste Bundesbehörde mit ihren nachgeordneten Dienststellen, jede oberste Landesbehörde, jede Gebietskörperschaft und jede sonstige Körperschaft, Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts. Das erfasst praktisch den gesamten Sektor, von der [Bundesbehörde](/jobs/arbeitgebertyp/bund) bis zur [Stadtverwaltung](/jobs/arbeitgebertyp/kommune). Deshalb finden Sie in Ausschreibungen regelmäßig den Satz, dass schwerbehinderte Menschen bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt werden. ### Absage ohne Einladung: welche Fristen laufen Ab dem Zugang der Absage haben Sie zwei Monate, keinen Tag mehr. Die Reihenfolge ist gesetzlich vorgegeben. 1. **Sachverhalt sichern.** Bewerbung, Eingangsbestätigung, Absage und den Nachweis der Schwerbehinderung zusammenstellen, dazu die Ausschreibung mit dem Anforderungsprofil. Entscheidend ist der Beleg, dass die Behörde von der Schwerbehinderung wusste und dass Sie die zwingenden Merkmale erfüllen. 2. **Anspruch schriftlich geltend machen.** § 15 Abs. 4 AGG verlangt das binnen zwei Monaten ab Zugang der Ablehnung. Ein knappes Schreiben genügt, das die Stelle bezeichnet, die unterbliebene Einladung rügt und eine Entschädigung nach § 15 Abs. 2 AGG verlangt. Ohne diesen Schritt ist der Anspruch erloschen. 3. **Klagefrist beachten.** Nach § 61b Abs. 1 ArbGG muss die Entschädigungsklage innerhalb von drei Monaten nach der schriftlichen Geltendmachung beim Arbeitsgericht erhoben werden. 4. **Beweislast nutzen.** Nach § 22 AGG genügt es, Indizien zu beweisen, die eine Benachteiligung vermuten lassen; danach trägt der Arbeitgeber die Beweislast dafür, dass kein Verstoß vorlag. Wie stark dieses Indiz wiegt, hat das Bundesarbeitsgericht am 23. Januar 2020 im Verfahren 8 AZR 484/18 formuliert: Verstößt der öffentliche Arbeitgeber gegen seine Verpflichtung, einen schwerbehinderten Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen, kann dies die vom Arbeitgeber widerlegbare Vermutung im Sinne von § 22 AGG begründen, dass der erfolglose Bewerber eine unmittelbare Benachteiligung wegen seiner Behinderung erfahren hat. Am 25. November 2021 hat dasselbe Gericht im Verfahren 8 AZR 313/20 entschieden, dass auch ein Verstoß gegen die Meldepflicht nach § 165 Satz 1 SGB IX grundsätzlich geeignet ist, diese Vermutung zu begründen. Die Höhe ist gedeckelt: Nach § 15 Abs. 2 Satz 2 AGG darf die Entschädigung bei einer Nichteinstellung drei Monatsgehälter nicht übersteigen, wenn die Bewerberin oder der Bewerber auch bei benachteiligungsfreier Auswahl nicht eingestellt worden wäre. Einen Anspruch auf die Stelle begründet der Verstoß nach § 15 Abs. 6 AGG ausdrücklich nicht. ### Der Fehler, der die Einladung kostet Die Schwerbehinderung steht nur im Lebenslauf, im vorletzten Abschnitt, ohne Nachweis. Vorauswahlen laufen in vielen Häusern über Portale und Anforderungsprofile; wer die Angabe nicht dorthin bringt, wo sie gelesen wird, verlässt sich auf Zufall. Nutzen Sie das dafür vorgesehene Feld im Bewerbungsportal, wiederholen Sie die Angabe im ersten Absatz des Anschreibens und legen Sie die Kopie des Ausweises oder des Gleichstellungsbescheids bei. Ebenso häufig ist der zweite Fehler: die Fristen der Ausschreibung übersehen. Die Einladungspflicht rettet keine verspätete Bewerbung, denn sie setzt eine wirksame Bewerbung im laufenden Verfahren voraus. Was dabei zählt, steht im Beitrag [Bewerbungsfristen im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbungsfristen-oeffentlicher-dienst); den Gesamtablauf beschreibt der Beitrag [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren). ### Häufige Fragen **Muss ich meine Schwerbehinderung in der Bewerbung angeben?** Sie müssen nicht, aber ohne Angabe greift die Einladungspflicht des § 165 SGB IX nicht. Die Behörde kann nur berücksichtigen, was sie weiß. Wer die Schwerbehinderung nennt, sichert sich das Vorstellungsgespräch, sofern die fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt. Wer sie verschweigt, verliert diesen Vorteil und später auch die Grundlage für eine Entschädigung wegen unterbliebener Einladung. **Wann darf die Behörde mich trotz Schwerbehinderung nicht einladen?** Nur in einem Fall. § 165 Satz 4 SGB IX lässt die Einladung entfallen, wenn die fachliche Eignung offensichtlich fehlt. Gemeint ist ein klarer Widerspruch zum Anforderungsprofil, etwa eine fehlende Approbation bei einer Arztstelle oder ein fehlendes Zweites Staatsexamen im höheren Justizdienst. Ein bloß schwächerer Lebenslauf, weniger Berufsjahre oder eine schlechtere Note reichen dafür nicht aus. **Was kann ich tun, wenn ich nicht eingeladen wurde?** Machen Sie den Anspruch nach § 15 Abs. 4 AGG innerhalb von zwei Monaten ab Zugang der Absage schriftlich geltend. Danach bleiben Ihnen nach § 61b ArbGG drei Monate für die Klage beim Arbeitsgericht. Nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 23. Januar 2020 (8 AZR 484/18) begründet die unterbliebene Einladung eine widerlegbare Vermutung der Benachteiligung. Die Behörde muss dann beweisen, dass die Behinderung keine Rolle spielte. **Gilt die Einladungspflicht auch bei Gleichstellung mit GdB 30?** Ja. § 151 Abs. 3 SGB IX wendet die besonderen Regelungen für schwerbehinderte Menschen auch auf gleichgestellte Personen an, ausgenommen sind nur § 208 SGB IX und das Kapitel 13. Der Zusatzurlaub von fünf Arbeitstagen entfällt also, die Einladungspflicht des § 165 SGB IX bleibt. Die Gleichstellung erfolgt auf Antrag durch die Agentur für Arbeit und wirkt ab dem Tag des Antragseingangs. **Bekomme ich als schwerbehinderte Person mehr Urlaub?** Ja, fünf zusätzliche Arbeitstage im Urlaubsjahr nach § 208 Abs. 1 SGB IX bei einer Fünftagewoche. Verteilt sich Ihre regelmäßige Arbeitszeit auf mehr oder weniger Tage, ändert sich der Zusatzurlaub entsprechend. Besteht die Schwerbehinderteneigenschaft nicht das ganze Jahr, gibt es je vollem Monat ein Zwölftel. Tarifliche Regelungen mit längerem Zusatzurlaub bleiben unberührt. ### Quellen - § 165 SGB IX (Besondere Pflichten der öffentlichen Arbeitgeber): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__165.html (Abruf 7.9.2026) - § 164 SGB IX (Pflichten des Arbeitgebers und Rechte schwerbehinderter Menschen): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__164.html (Abruf 7.9.2026) - § 178 SGB IX (Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__178.html (Abruf 7.9.2026) - § 208 SGB IX (Zusatzurlaub): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__208.html (Abruf 7.9.2026) - § 2 SGB IX (Begriffsbestimmungen, Grad der Behinderung 50 und Gleichstellung ab 30): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__2.html (Abruf 7.9.2026) - § 151 SGB IX (Geltungsbereich, Gleichstellung durch die Agentur für Arbeit): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__151.html (Abruf 7.9.2026) - § 154 SGB IX (Beschäftigungspflicht von 5 Prozent, öffentliche Arbeitgeber): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__154.html (Abruf 7.9.2026) - § 15 AGG (Entschädigung und Schadensersatz, Zwei-Monats-Frist): https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__15.html (Abruf 7.9.2026) - § 22 AGG (Beweislast): https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__22.html (Abruf 7.9.2026) - § 61b ArbGG (Klage wegen Benachteiligung, Drei-Monats-Frist): https://www.gesetze-im-internet.de/arbgg/__61b.html (Abruf 7.9.2026) - BAG, Urteil vom 23. Januar 2020, 8 AZR 484/18 (Leitsatz 2: widerlegbare Vermutung bei unterbliebener Einladung): https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/8-azr-484-18/ (Abruf 7.9.2026) - BAG, Urteil vom 25. November 2021, 8 AZR 313/20 (Leitsatz 1: Meldepflicht nach § 165 Satz 1 SGB IX): https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/8-azr-313-20/ (Abruf 7.9.2026) --- ## TV-L 2026/27: Was die Tarifeinigung der Länder bringt URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/tv-l-2026-tarifrunde-tabelle Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: TV-L, Tarifrunde, Länder Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder und die Gewerkschaften haben sich am 14. Februar 2026 geeinigt. Die Tabellenentgelte des TV-L steigen zum 1. April 2026 um 2,8 %, mindestens um 100 €, zum 1. März 2027 um 2,0 % und zum 1. Januar 2028 um 1,0 %. E 9b Stufe 1 liegt seit April 2026 bei 3.620,10 €, E 13 Stufe 1 bei 4.759,37 €. Ab Juli 2026 verdoppeln sich Wechselschicht- und Schichtzulage nahezu, Auszubildende erhalten pauschal 150 € mehr. Die Tabellen sind frühestens zum 31. Januar 2028 kündbar. Eine Sachbearbeiterin in E 9b Stufe 1 im Landesdienst bekam im März 2026 noch 3.520,10 € brutto im Monat. Seit April sind es 3.620,10 €. Das sind genau 100 € mehr, obwohl der Tarifabschluss 2,8 Prozent vorsieht. Der Grund ist ein Mindestbetrag, der in den unteren Gruppen und Stufen mehr bringt als der Prozentsatz. Am 14. Februar 2026 hatten sich die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und die Gewerkschaften ver.di und dbb auf diesen Abschluss geeinigt. Er gilt für 15 Länder, denn Hessen verhandelt seinen TV-H getrennt. ### Was wurde am 14. Februar 2026 vereinbart? Drei Erhöhungsschritte über 27 Monate: 2,8 Prozent, mindestens 100 €, zum 1. April 2026, weitere 2,0 Prozent zum 1. März 2027 und 1,0 Prozent zum 1. Januar 2028. Die Entgelttabellen sind nach § 39 Abs. 4 Buchst. g TV-L frühestens zum 31. Januar 2028 kündbar. Der Vertragstext dazu ist der Änderungstarifvertrag Nr. 14 vom 14. Februar 2026. Er setzt zunächst die zum 1. Oktober und 1. November 2025 gekündigten Regelungen wieder in Kraft und hängt die neuen Tabellen als Anlage B an. Der TdL-Vorsitzende Andreas Dressel nannte das Ergebnis einen „gut vertretbaren Kompromiss“. Die TdL beziffert die Kosten für den Tarifbereich mit 4,11 Milliarden Euro; rechnet man die Übertragung auf Beamtinnen, Beamte, Richter und Versorgungsempfänger hinzu, sind es 12,34 Milliarden Euro. | Termin | Maßnahme | Rechtsgrundlage | | --- | --- | --- | | 1. November 2025 | Gekündigte Regelungen treten wieder in Kraft; Tabelle bleibt bis 31. März 2026 unverändert | ÄTV Nr. 14, §§ 1 bis 3 | | 1. März 2026 | Übernommene Auszubildende mit Note „Befriedigend“ oder besser erreichen Stufe 2 nach sechs Monaten | § 16 Abs. 3a TV-L | | 1. April 2026 | Tabellenentgelte +2,8 %, mindestens +100 € | ÄTV Nr. 14, Anhang 1 | | 1. Juli 2026 | Wechselschichtzulage 200 € statt 105 €, Schichtzulage 100 € statt 40 €; an Unikliniken 250 € Wechselschichtzulage | § 8 Abs. 7 und 8, § 43 Nr. 5 TV-L | | 1. Januar 2027 | Unkündbarkeit nach § 34 Abs. 2 gilt auch im Tarifgebiet Ost; Arbeitszeit an Unikliniken Ost sinkt auf 39,5 Stunden | § 34 Abs. 2, § 6 Abs. 1 TV-L | | 1. März 2027 | Tabellenentgelte +2,0 % | ÄTV Nr. 14, Anhang 1 | | 1. Januar 2028 | Tabellenentgelte +1,0 %; Arbeitszeit Unikliniken Ost 39,0 Stunden (ab 2029: 38,5) | ÄTV Nr. 14, Anhang 1; § 6 Abs. 1 TV-L | | 31. Januar 2028 | Frühester Kündigungstermin der Entgelttabellen | § 39 Abs. 4 Buchst. g TV-L | ### Wie wirkt der Mindestbetrag von 100 €? Der Mindestbetrag greift überall dort, wo 2,8 Prozent des bisherigen Entgelts weniger als 100 € ergeben, also bei Tabellenwerten unter 3.571,43 €. Das betrifft E 9a und E 9b in Stufe 1, E 8 in den Stufen 1 und 2, E 7 und E 6 bis Stufe 3, E 5 bis Stufe 5 und alle Stufen von E 1 bis E 4. Zwei Rechnungen zeigen den Unterschied. E 9b Stufe 1: 3.520,10 € mal 1,028 wären 3.618,66 €; die Tabelle weist 3.620,10 € aus, weil der Mindestbetrag von 100 € höher ist. E 13 Stufe 1: 4.629,74 € mal 1,028 ergibt 4.759,37 €, und genau dieser Wert steht in der Tabelle. Wer die [vollständige TV-L-Tabelle](/infocenter/tabellen/tv-l) ab 1. April 2026 durchgeht, findet in den Stufen 4 bis 6 fast aller Gruppen den reinen Prozentsatz, in den Eingangsstufen der unteren Gruppen den Festbetrag. Über die drei Schritte zusammen ergibt sich zwischen November 2025 und Januar 2028 ein Plus von 5,90 Prozent in den höheren Gruppen und bis zu 7,25 Prozent in E 1 Stufe 2. ### Was bekommen E 9b und E 13 in den einzelnen Schritten? Die folgende Tabelle zeigt beide Gruppen in den Stufen 1, 3 und 6, brutto pro Monat, für alle vier Tabellenstände des Änderungstarifvertrags. Die Werte für Januar bis Februar 2027 entsprechen denen ab April 2026; nur E 1 Stufe 2 wird zum 1. Januar 2027 gesondert auf 2.585,18 € angehoben. | Gruppe und Stufe | bis 31.3.2026 | ab 1.4.2026 | ab 1.3.2027 | ab 1.1.2028 | | --- | --- | --- | --- | --- | | E 9b Stufe 1 | 3.520,10 € | 3.620,10 € | 3.692,50 € | 3.729,43 € | | E 9b Stufe 3 | 3.925,17 € | 4.035,07 € | 4.115,77 € | 4.156,93 € | | E 9b Stufe 6 | 4.878,28 € | 5.014,87 € | 5.115,17 € | 5.166,32 € | | E 13 Stufe 1 | 4.629,74 € | 4.759,37 € | 4.854,56 € | 4.903,11 € | | E 13 Stufe 3 | 5.220,71 € | 5.366,89 € | 5.474,23 € | 5.528,97 € | | E 13 Stufe 6 | 6.580,44 € | 6.764,69 € | 6.899,98 € | 6.968,98 € | Ein Beispiel für die Wirkung im Jahr: Eine Beschäftigte in E 13 Stufe 3, etwa eine wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer [Hochschule](/jobs/arbeitgebertyp/hochschule), erhält ab April 2026 monatlich 146,18 € mehr als im März, ab März 2027 weitere 107,34 € und ab Januar 2028 noch einmal 54,74 €. Zwischen März 2026 und Januar 2028 wächst ihr Tabellenentgelt damit um 308,26 € im Monat. Hinzu kommt die Jahressonderzahlung nach § 20 TV-L, die in E 12 und E 13 46,47 Prozent eines Monatsentgelts beträgt, in E 9a bis E 11 74,35 Prozent und in E 5 bis E 8 88,14 Prozent. Wie diese Sätze im Vergleich zum TVöD ausfallen, steht im Beitrag zur [Jahressonderzahlung im TVöD und TV-L](/infocenter/jahressonderzahlung-tvoed-tv-l-hoehe). ### Welche Regeln ändern sich neben der Tabelle? Der Abschluss enthält vier Änderungen, die für einzelne Gruppen mehr wert sind als die Prozente. Erstens erreichen ehemalige Auszubildende, die ihre Ausbildung mindestens mit „Befriedigend“ abgeschlossen haben und vom Land übernommen werden, seit dem 1. März 2026 die Stufe 2 bereits nach sechs Monaten statt nach einem Jahr (§ 16 Abs. 3a TV-L). Das gilt auch für dual Studierende nach dem TVdS-L. Zweitens steigt die Wechselschichtzulage zum 1. Juli 2026 von 105 € auf 200 € im Monat, die Schichtzulage von 40 € auf 100 €; an Universitätskliniken beträgt die Wechselschichtzulage dann 250 €. Drittens werden die Ausbildungsentgelte nach den Tarifverträgen für Auszubildende der Länder pauschal um 150 € angehoben; den Termin nennt die TdL in ihrer Mitteilung nicht, er steht in den Änderungstarifverträgen zum TVA-L. Viertens wird die Arbeitszeit an Universitätskliniken im Tarifgebiet Ost von 2027 bis 2029 in drei Schritten auf 38,5 Stunden abgesenkt. Wer neu in den Landesdienst kommt, sollte die Stufenzuordnung im Blick behalten. Wie beim TVöD zählt einschlägige Berufserfahrung: ein Jahr für Stufe 2, drei Jahre in der Regel für Stufe 3. Die Einzelheiten und eine Musterformulierung für die Bewerbung stehen im Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). Für die Gehaltsverhandlung ist wichtig, dass die neue Tabelle automatisch gilt; verhandelbar sind allein Stufe und Zulagen, nicht der Tabellenwert. ### Wo liegt der TV-L jetzt im Vergleich zum TVöD? Der TVöD für Bund und Kommunen hatte seine zweite Erhöhungsstufe von 2,8 Prozent zum 1. Mai 2026 bekommen. In den meisten Gruppen bleibt die Landestabelle darunter: E 9b Stufe 1 kostet eine Kommune nach TVöD VKA 3.779,84 €, ein Land nach TV-L 3.620,10 €. In E 13 Stufe 1 stehen 4.901,11 € bei der VKA gegen 4.759,37 € im TV-L. Der TV-L kennt zudem kein E 9c, dafür gelten dort andere Prozentsätze bei der Jahressonderzahlung. Wer zwischen einer Landes- und einer kommunalen Stelle wählt, findet die vollständige Gegenüberstellung unter [TVöD oder TV-L](/infocenter/tvoed-oder-tv-l-unterschiede). Ein häufiger Irrtum betrifft die Beamtenschaft: Die Tarifeinigung gilt nur für Tarifbeschäftigte. Landesbeamtinnen und -beamte erhalten die Erhöhung erst, wenn ihr Landtag ein Besoldungsanpassungsgesetz beschließt. Die Länder entscheiden das einzeln, und die Termine weichen voneinander ab. Offene Stellen der Landesverwaltungen, Hochschulen und Landesbetriebe stehen unter [Stellen bei den Ländern](/jobs/arbeitgebertyp/land); in der Ausschreibung steht meist die Entgeltgruppe, aus der sich mit der Tabelle oben das Einstiegsgehalt ablesen lässt. ### Häufige Fragen **Wie viel mehr Gehalt gibt es im TV-L 2026?** Zum 1. April 2026 stiegen die Tabellenentgelte um 2,8 %, mindestens aber um 100 € im Monat. In E 9b Stufe 1 wirkt der Mindestbetrag: Das Entgelt stieg von 3.520,10 € auf 3.620,10 €. In E 13 Stufe 1 greift der Prozentsatz: von 4.629,74 € auf 4.759,37 €. Zwei weitere Schritte folgen am 1. März 2027 mit 2,0 % und am 1. Januar 2028 mit 1,0 %. **Wie lange läuft der Tarifvertrag der Länder nach der Einigung 2026?** Die Entgelttabellen des TV-L können nach § 39 Abs. 4 Buchst. g frühestens zum 31. Januar 2028 gekündigt werden. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder nennt eine Laufzeit von 27 Monaten von April 2026 bis Januar 2028. Die nächste Tarifrunde der Länder beginnt damit voraussichtlich im Herbst 2027 mit der Forderungsaufstellung der Gewerkschaften. **Gilt die TV-L-Erhöhung auch für Beamtinnen und Beamte der Länder?** Nicht automatisch. Beamtinnen und Beamte werden nach dem Besoldungsgesetz ihres Landes bezahlt, und jeder Landtag entscheidet selbst, ob und wie er das Tarifergebnis überträgt. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder beziffert die Kosten des Abschlusses einschließlich der Übertragung auf Beamte, Richter und Versorgungsempfänger mit 12,34 Milliarden Euro, das Tarifergebnis allein mit 4,11 Milliarden Euro. **Gilt der TV-L in Hessen und an Universitätskliniken?** Hessen ist nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder und hat mit dem TV-H einen eigenen Tarifvertrag mit eigenen Tabellen und Terminen. Die Universitätskliniken der übrigen 15 Länder wenden den TV-L an; für Ärztinnen und Ärzte dort gilt der TV-Ärzte der TdL. Beschäftigte an Universitätskliniken im Tarifgebiet Ost bekommen ab 2027 schrittweise die kürzere Arbeitszeit des Westens. ### Quellen - TdL, Pressemitteilung „Tarifeinigung im öffentlichen Dienst der Länder“: https://www.tdl-online.de/presse/detail/tarifeinigung-im-oeffentlichen-dienst-der-laender (Fassung vom 14.2.2026) - Änderungstarifvertrag Nr. 14 zum TV-L mit Entgelttabellen (Anhang 1): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/%C3%84nderungstarifvertr%C3%A4ge/%C3%84TV_Nr._14_zum_TV-L.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - TV-L in der Fassung des ÄTV Nr. 14 (§ 16, § 20, § 34, § 39): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - TdL, Übersicht Tarifverträge TV-L mit Entgelttabellen: https://www.tdl-online.de/tarifvertraege/tv-l (Stand 7.9.2026) --- ## Jobs bei Rentenversicherung, Krankenkassen und Arbeitsagentur URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/sozialversicherung-jobs-drv-krankenkassen-arbeitsagentur Kategorie: Berufe & Bereiche Themen: Sozialversicherung, TVöD, Bund, Verwaltung, Ausbildung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Deutsche Rentenversicherung Bund zahlt nach dem TV DRV-Bund vom 23. August 2006, die Bundesagentur für Arbeit nach dem TV-BA mit acht Tätigkeitsebenen und sechs Entwicklungsstufen, die Unfallversicherung nach dem BG-AT. Alle drei sind an den TVöD angelehnt, aber eigenständig. Die Wochenarbeitszeit der Bundesagentur beträgt 39 Stunden bei 30 Urlaubstagen. Kernberuf ist die Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten über drei Jahre. Wer sich bei der Bundesagentur für Arbeit bewirbt, findet in der Ausschreibung keine Entgeltgruppe, sondern eine Tätigkeitsebene mit römischer Ziffer. Beim Wechsel zur Deutschen Rentenversicherung Bund steht kein TVöD-Vertrag zur Unterschrift, sondern einer nach dem TV DRV-Bund. Die Sozialversicherungsträger gehören zum öffentlichen Dienst, folgen aber eigenen Tarifwerken. ### Wer gehört zur Sozialversicherung? Die gesetzliche Sozialversicherung ruht auf fünf Säulen, und jede hat eigene Träger als Körperschaften des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung. Sie sind keine Behörden im engeren Sinn und unterstehen keiner Fachaufsicht eines Ministeriums, sondern der Rechtsaufsicht. Die Rentenversicherung besteht aus der Deutschen Rentenversicherung Bund, 14 Regionalträgern und der Knappschaft-Bahn-See. In der Krankenversicherung stehen Ortskrankenkassen, Ersatzkassen, Betriebs- und Innungskrankenkassen nebeneinander. Die Unfallversicherung führt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung als Dachverband von neun gewerblichen Berufsgenossenschaften und 24 Unfallkassen. Die Arbeitsförderung liegt bei der Bundesagentur für Arbeit, die Pflegeversicherung ist organisatorisch an die Krankenkassen angebunden. Diese Vielfalt erklärt, warum es keinen einheitlichen Tarifvertrag gibt. Jede Trägergruppe verhandelt eigenständig, meist mit Blick auf den TVöD, aber ohne an ihn gebunden zu sein. ### Welcher Tarifvertrag gilt bei welchem Träger? Die folgende Übersicht nennt nur Tarifverträge, die der jeweilige Träger selbst öffentlich benennt. | Träger | Tarifvertrag | Besonderheit | | --- | --- | --- | | Deutsche Rentenversicherung Bund | TV DRV-Bund vom 23. August 2006, dazu TV EntgO-DRV | Eigene Entgeltordnung; separate Tarifverträge für Auszubildende und dual Studierende | | Bundesagentur für Arbeit | TV-BA | Acht Tätigkeitsebenen I bis VIII statt Entgeltgruppen, sechs Entwicklungsstufen, 39 Wochenstunden, 30 Urlaubstage | | Berufsgenossenschaften und Unfallkassen | BG-AT | Von der DGUV als mit dem TVöD korrespondierend beschrieben, mit leistungsbezogener Bezahlung und Jahressonderzahlung | | Krankenkassen | Je nach Kassenart eigene Vergütungstarifverträge | Ortskrankenkassen, Ersatzkassen und Betriebskrankenkassen verhandeln getrennt | *Angaben von den Karriere- und Tarifseiten der Träger, abgerufen im September 2026.* Zur Einordnung der Größenordnung: Der TVöD Bund zahlt in E 9b zwischen 3.834 und 5.298 Euro und in E 13 zwischen 4.901 und 7.026 Euro brutto im Monat; die vollständige Tabelle steht unter [TVöD Bund](/infocenter/tabellen/tvoed-bund). Die Tabellenwerte der genannten Haustarifverträge weichen davon ab und stehen jeweils beim Träger. ### Wie sieht die Arbeit tatsächlich aus? Der größte Teil der Stellen ist Leistungssachbearbeitung: Anträge prüfen, Versicherungsverläufe klären, Bescheide erlassen, Widersprüche bearbeiten. Das Rechtsgebiet ist das Sozialgesetzbuch, und es ist umfangreicher und änderungsanfälliger als das Kommunalrecht. Wer sich mit Fristenrecht und Berechnungsvorschriften anfreundet, findet hier den beständigsten Arbeitsplatz des öffentlichen Dienstes. Daneben stehen Beratung und Auskunft: Rentenberatung in den Auskunfts- und Beratungsstellen, Arbeitsvermittlung und Berufsberatung in den Agenturen für Arbeit, Prävention und Rehabilitationsberatung bei den Berufsgenossenschaften. Diese Stellen verlangen mehr Gesprächsführung als Aktenarbeit. Der dritte Block sind Querschnittsfunktionen. Die Träger betreiben große eigene IT, führen eigene Personalverwaltung, Beschaffung und Rechtsabteilungen, und die Rentenversicherung unterhält eigene Rehabilitationskliniken mit ärztlichem und pflegerischem Personal. Die Deutsche Rentenversicherung Bund schrieb im September 2026 in Berlin eine ärztliche Stelle für die Reha-Qualitätssicherung in Teilzeit mit 19,5 Wochenstunden aus, unbefristet, mit Bewerbungsfrist zum 4. Oktober 2026. ### Wie steigt man ein? Der klassische Weg führt über die Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten. Sie dauert drei Jahre und kennt Fachrichtungen für Rentenversicherung, gesetzliche Krankenversicherung, Unfallversicherung und Knappschaft. Die Träger bilden in großem Umfang aus und übernehmen den überwiegenden Teil der Absolventen, weil sie den Nachwuchs kaum anders decken können. 1. **Ausbildung:** Sozialversicherungsfachangestellte, drei Jahre, dual bei Träger und Berufsschule. 2. **Duales Studium:** Bei der Rentenversicherung mit eigenem Tarifvertrag für Studierende in praxisintegrierten dualen Studiengängen, bei der Bundesagentur an der eigenen Hochschule, jeweils mit Bachelorabschluss und anschließender Übernahme. 3. **Direkteinstieg:** Für Verwaltungsfachangestellte, Kaufleute für Büromanagement, Juristen, Wirtschaftswissenschaftler und IT-Fachkräfte, in der Regel mit trägerinterner Nachqualifizierung. 4. **Verbeamtung:** Bei der Bundesagentur und der Rentenversicherung gibt es Beamtenverhältnisse, sie sind aber die Ausnahme; die Mehrzahl der Stellen ist tarifgebunden. Wege ohne Verwaltungsausbildung beschreibt der Beitrag [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst). Die Grundzüge der Bewerbung stehen im Beitrag [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren). ### Wie unterscheiden sich die Träger als Arbeitgeber? Die Bundesagentur für Arbeit ist mit Abstand der größte und der einzige mit einer flächendeckenden Präsenz bis in kleinere Städte. Für einen wohnortnahen Arbeitsplatz bietet sie die meisten Standorte. Der Preis ist ein hoher Anteil an Kundenkontakt und ein starker Zielsteuerungsapparat. Die Rentenversicherung arbeitet konzentrierter, mit großen Standorten in Berlin, Würzburg, Gera und Stralsund sowie den Verwaltungen der Regionalträger. Die Arbeit ist aktenlastiger und der Publikumsverkehr geringer. Die Unfallversicherung ist die kleinste Gruppe: Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung selbst beschäftigt rund 1.300 Menschen an elf Standorten, hinzu kommen die Verwaltungen der einzelnen neun gewerblichen Berufsgenossenschaften und 24 Unfallkassen mit Prävention, Rehabilitation und Regressbearbeitung. ### Was Sie vor der Zusage klären sollten Die wichtigste Frage betrifft die Vergleichbarkeit. Wer aus einer Kommune kommt und E 9b gewohnt ist, findet bei der Bundesagentur keine Entgeltgruppe dieses Namens vor, sondern eine Tätigkeitsebene. Lassen Sie sich vor der Unterschrift schriftlich bestätigen, welche Ebene und welche Entwicklungsstufe gelten und welchen Monatsbetrag das ergibt. Die Systematik der Eingruppierung erläutert der Beitrag [Eingruppierung und Tätigkeitsmerkmale](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale), die Anrechnung von Vorerfahrung der Beitrag [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). Der zweite Punkt betrifft den Wechsel zurück. Zwischen zwei Arbeitgebern desselben Tarifvertrags bleibt die Stufe erhalten, wenn keine Unterbrechung eintritt. Zwischen TVöD und einem Haustarifvertrag der Sozialversicherung greift diese Regel nicht automatisch, weil es sich um verschiedene Tarifwerke handelt. Wer einen späteren Rückwechsel in die Kommunalverwaltung nicht ausschließt, sollte das früh ansprechen, statt es später zu bemerken. Offene Stellen stehen unter [Arbeitgeber Sozialversicherung](/jobs/arbeitgebertyp/sozialversicherung) und [Verwaltung](/jobs/berufsfeld/verwaltung). ### Häufige Fragen **Gilt bei der Rentenversicherung der TVöD?** Nein. Für die Deutsche Rentenversicherung Bund gilt der Tarifvertrag für die Deutsche Rentenversicherung Bund vom 23. August 2006, kurz TV DRV-Bund, ergänzt um den Tarifvertrag über die Entgeltordnung der Deutschen Rentenversicherung. Er ist am TVöD des Bundes ausgerichtet, aber ein eigenständiges Vertragswerk mit eigener Entgeltordnung. Für Auszubildende und dual Studierende gelten wiederum eigene Tarifverträge. **Wie funktioniert die Bezahlung bei der Bundesagentur für Arbeit?** Die Bundesagentur zahlt nach dem Tarifvertrag für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Bundesagentur für Arbeit, dem TV-BA. Er kennt statt Entgeltgruppen acht Tätigkeitsebenen, die mit römischen Ziffern von I bis VIII bezeichnet werden, und innerhalb jeder Ebene sechs Entwicklungsstufen. Neueingestellte beginnen regelmäßig in Entwicklungsstufe 1 der jeweiligen Tätigkeitsebene und steigen mit Berufserfahrung auf. **Welche Ausbildung führt zu den Sozialversicherungsträgern?** Der Kernberuf ist die dreijährige Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten mit Fachrichtungen für Rentenversicherung, gesetzliche Krankenversicherung, Unfallversicherung und Knappschaft. Daneben bieten die Träger duale Studiengänge an, bei der Rentenversicherung mit eigenem Tarifvertrag für Studierende in praxisintegrierten dualen Studiengängen. Bei der Bundesagentur führt der Weg über ein Studium an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit. **Wie lange arbeitet man bei der Bundesagentur für Arbeit pro Woche?** Nach dem TV-BA beträgt die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit für Vollzeitbeschäftigte 39 Stunden. Bei Verteilung auf fünf Tage besteht Anspruch auf 30 bezahlte Urlaubstage pro Kalenderjahr. Damit liegt die Bundesagentur zwischen den 39 Stunden des kommunalen TVöD im Westen und den 41 Stunden vieler Beamtenverhältnisse des Bundes. **Welcher Tarifvertrag gilt bei den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen?** Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung nennt auf ihrer Karriereseite den BG-AT, den Angestelltentarifvertrag der Unfallversicherungsträger. Sie beschreibt ihn als mit dem TVöD korrespondierend und ergänzt ihn um leistungsbezogene Bezahlung und eine Jahressonderzahlung. Zur DGUV gehören neun gewerbliche Berufsgenossenschaften und 24 Unfallkassen; die DGUV selbst beschäftigt rund 1.300 Menschen an elf Standorten. ### Quellen - Deutsche Rentenversicherung Bund, Tarifverträge (TV DRV-Bund vom 23.8.2006, TVÜ DRV-Bund, TV Ausb-DRV-Bund, TV Stud-DRV, TV EntgO-DRV): https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Bund/DE/Ueber-uns/Tarifvertraege/tarifvertraege.html (abgerufen am 8.9.2026) - Bundesagentur für Arbeit, Tarifverträge der BA (TV-BA, acht Tätigkeitsebenen, sechs Entwicklungsstufen, 39 Stunden, 30 Urlaubstage): https://www.arbeitsagentur.de/bakarriere/tarifvertrag (abgerufen am 8.9.2026) - Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Karriereportal (BG-AT, rund 1.300 Beschäftigte an 11 Standorten, neun Berufsgenossenschaften und 24 Unfallkassen): https://www.dguv.de/karriere/index.jsp (abgerufen am 8.9.2026) - Deutsche Rentenversicherung Bund, Ausschreibung Ärztin/Arzt für Reha-Qualitätssicherung, Berlin, Kennziffer 04-012-2026: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/interamt/2026/09/1489301.html (abgerufen am 8.9.2026, Bewerbungsfrist 4.10.2026) - Entgelttabelle TVöD Bund ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_Bund-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tvoed-bund.html (Stand 1.5.2026, Laufzeit bis 31.3.2027) --- ## Vom Tarifbrutto zum Netto: Abzüge im öffentlichen Dienst 2026 URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/brutto-netto-oeffentlicher-dienst-abzuege Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: Brutto und Netto, VBL / Zusatzversorgung, TVöD Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Vom Tabellenentgelt gehen 2026 für Tarifbeschäftigte 20,35 Prozent Sozialversicherung ab, bei Kinderlosen 20,95 Prozent: Rentenversicherung 9,3 Prozent, Arbeitslosenversicherung 1,3 Prozent, Krankenversicherung 7,3 Prozent plus halber Zusatzbeitrag (Durchschnitt 1,45 Prozent), Pflegeversicherung 1,8 Prozent. Beim Bund kommt der VBL-Arbeitnehmeranteil von 1,81 Prozent hinzu. Für E 9b Stufe 3 TVöD Bund (4.267,03 €) sind das 979,71 € vor Lohnsteuer. Die Lohnsteuer hängt von Steuerklasse und Freibeträgen ab; der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 €. 4.267,03 € brutto steht in der Tabelle für E 9b Stufe 3 beim Bund. Auf der Gehaltsabrechnung gehen davon zuerst 902,48 € Sozialversicherung ab, dann 77,23 € Eigenanteil zur Zusatzversorgung, erst dann rechnet die Personalstelle die Lohnsteuer. Wer aus der Privatwirtschaft kommt, kennt die ersten vier Abzüge; der fünfte, die Zusatzversorgung, ist eine Besonderheit des öffentlichen Dienstes und der Grund, warum das Netto zunächst etwas niedriger wirkt als bei gleichem Brutto im Betrieb. ### Welche Beitragssätze gelten 2026? Tarifbeschäftigte zahlen 2026 insgesamt 20,35 Prozent ihres Bruttoentgelts in die vier Zweige der Sozialversicherung, Kinderlose ab 23 Jahren 20,95 Prozent. Die Sätze sind gesetzlich festgelegt oder als Verordnung erlassen; die Arbeitgeberseite trägt jeweils die andere Hälfte. | Versicherungszweig | Gesamtsatz 2026 | Anteil Beschäftigte | Bemessungsgrenze je Monat | Rechtsgrundlage | | --- | --- | --- | --- | --- | | Rentenversicherung | 18,6 % | 9,3 % | 8.450,00 € | Beitragssatzverordnung, § 168 SGB VI | | Arbeitslosenversicherung | 2,6 % | 1,3 % | 8.450,00 € | § 341, § 346 SGB III | | Krankenversicherung, allgemein | 14,6 % | 7,3 % | 5.812,50 € | § 241, § 249 SGB V | | Krankenversicherung, Zusatzbeitrag (Durchschnitt) | 2,9 % | 1,45 % | 5.812,50 € | Bekanntmachung BMG | | Pflegeversicherung | 3,6 % | 1,8 % | 5.812,50 € | § 55, § 58 SGB XI | | Pflegeversicherung, Kinderlose | 4,2 % | 2,4 % | 5.812,50 € | § 55 Abs. 3 SGB XI | Der Zusatzbeitrag ist kassenindividuell; 2,9 Prozent ist der vom Bundesministerium für Gesundheit festgelegte Durchschnittswert für 2026, den einzelne Kassen unter- oder überschreiten. In der Pflegeversicherung gibt es zwei Abweichungen. Eltern mit mehreren Kindern unter 25 Jahren erhalten vom zweiten bis zum fünften Kind einen Abschlag von 0,25 Beitragssatzpunkten je Kind. In Sachsen tragen Beschäftigte 2,3 Prozent und Arbeitgeber 1,3 Prozent, weil das Land den Buß- und Bettag als Feiertag behalten hat. Die Beitragsbemessungsgrenzen stammen aus der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026: 101.400 € im Jahr für Renten- und Arbeitslosenversicherung, 69.750 € im Jahr für Kranken- und Pflegeversicherung. Entgelt oberhalb der Grenze bleibt beitragsfrei. Für die meisten Entgeltgruppen des [TVöD](/infocenter/tabellen/tvoed-bund) spielen die Grenzen im normalen Monat keine Rolle; erst E 13 in den oberen Stufen und E 14 und E 15 liegen über 5.812,50 €. ### Was ist der Eigenanteil zur Zusatzversorgung? Tarifbeschäftigte haben nach § 25 TVöD und § 25 TV-L Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung unter eigener Beteiligung. Bund und Länder versichern bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL), die meisten Kommunen bei einer kommunalen Zusatzversorgungskasse. Der Eigenanteil wird vom Bruttoentgelt einbehalten und erscheint auf der Abrechnung als eigene Zeile. Bei der VBL beträgt die Umlage im Abrechnungsverband West 2026 insgesamt 7,30 Prozent des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts, davon 5,49 Prozent Arbeitgeberanteil und 1,81 Prozent Arbeitnehmeranteil. Im Abrechnungsverband Ost zahlt der Arbeitgeber 1,06 Prozent Umlage und 2,00 Prozent Beitrag, die Beschäftigten 4,25 Prozent Beitrag. Zusatzversorgungspflichtig ist das steuerpflichtige Entgelt einschließlich Jahressonderzahlung, nicht dagegen steuerfreie Zuschläge. Die Arbeitgeberumlage ist bis 338 € im Monat steuerfrei; was darüber liegt, wird pauschal oder individuell versteuert und erhöht dann das steuerpflichtige Brutto, ohne ausgezahlt zu werden. Wie daraus eine Betriebsrente entsteht, steht im Beitrag [VBL und Zusatzversorgung](/infocenter/vbl-zusatzversorgung-erklaert). ### Rechenweg: E 9b Stufe 3 beim Bund Das Beispiel verwendet das Tabellenentgelt E 9b Stufe 3, TVöD Bund, mit Tarifstand 1. Mai 2026: 4.267,03 € brutto im Monat. Angenommen wird eine Beschäftigte mit einem Kind, gesetzlich versichert bei einer Kasse mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag, Dienstort im Westen. 1. **Rentenversicherung 9,3 %:** 396,83 € 2. **Arbeitslosenversicherung 1,3 %:** 55,47 € 3. **Krankenversicherung 7,3 % + 1,45 %:** 373,37 € 4. **Pflegeversicherung 1,8 %:** 76,81 € 5. **Zwischensumme Sozialversicherung:** 902,48 € 6. **VBL-Arbeitnehmeranteil 1,81 %:** 77,23 € 7. **Abzüge vor Lohnsteuer:** 979,71 € Ohne Kind steigt der Pflegebeitrag auf 2,4 Prozent, also 102,41 €, und die Abzüge vor Steuer betragen 1.005,31 €. Der Arbeitgeber zahlt parallel 902,48 € Sozialversicherung und 234,26 € VBL-Umlage, die auf der Abrechnung meist nur nachrichtlich erscheinen. Bei einer Kommune in E 9b Stufe 3 liegt das Tabellenentgelt mit 4.203,56 € etwas niedriger, und statt der VBL-Sätze gelten die Umlagesätze der jeweiligen Zusatzversorgungskasse. Die Lohnsteuer wird nicht aus dem Brutto berechnet, sondern aus dem Brutto abzüglich der Vorsorgepauschale und der Freibeträge der Steuerklasse. Sie folgt dem Tarif in § 32a EStG, der 2026 bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 12.348 € keine Steuer erhebt und darüber progressiv ansteigt. Der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent fällt bei Alleinstehenden erst an, wenn die Einkommensteuer die Freigrenze von 20.350 € übersteigt; für E 9b ist er damit ohne Bedeutung. Wer Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft ist, zahlt zusätzlich Kirchensteuer als Prozentsatz der Lohnsteuer nach dem Recht des Bundeslandes. ### Welche Bestandteile sind steuer- oder beitragsfrei? Nicht jeder Euro auf der Abrechnung ist voll belastet. Zeitzuschläge für Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsarbeit sind innerhalb der Grenzen des § 3b EStG steuerfrei und in der Sozialversicherung bis zu einem Grundlohn von 25 € je Stunde beitragsfrei. Die Jahressonderzahlung ist dagegen voll steuer- und beitragspflichtig; sie wird im November als sonstiger Bezug mit der Jahrestabelle versteuert, was den Steuerabzug in diesem Monat spürbar erhöht. Ihre Höhe je Tarifbereich steht im Beitrag zur [Jahressonderzahlung](/infocenter/jahressonderzahlung-tvoed-tv-l-hoehe). Das [Leistungsentgelt](/infocenter/leistungsentgelt-tvoed-paragraf-18) nach § 18 TVöD ist zusatzversorgungspflichtiges Entgelt und unterliegt damit wie das Tabellenentgelt der VBL-Umlage. Fahrtkostenzuschüsse für ein Jobticket aus dem alternativen Entgeltanreiz-System nach § 18a TVöD (VKA) können steuerfrei sein; ob der Arbeitgeber sie anbietet, steht in der Dienstvereinbarung. ### Wie unterscheidet sich das bei Beamtinnen und Beamten? Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung und sind in der Regel privat krankenversichert, in Hamburg, Bremen und weiteren Ländern wahlweise mit pauschaler Beihilfe in der gesetzlichen Kasse. Von der Besoldung A 9 gehen deshalb nur Lohnsteuer und der Beitrag zur privaten Krankenversicherung für den nicht beihilfefähigen Anteil ab. Diese Beiträge richten sich nach Alter, Tarif und Familienstand, nicht nach dem Gehalt. Wer zwischen einer [Beamtenstelle](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) und einer [Tarifstelle](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) wählt, muss beide Systeme mit ihren Abzügen durchrechnen; die Grundlagen dafür liefert der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Warum Brutto-Netto-Rechner ein zu hohes Netto ausweisen Die meisten Online-Rechner kennen die Zusatzversorgung nicht. Sie liefern für 4.267,03 € ein Netto, das um den Eigenanteil von 77,23 € zu hoch liegt, und übersehen, dass ein Teil der Arbeitgeberumlage als geldwerter Vorteil versteuert werden kann. Bei einer Gehaltsabrechnung aus dem öffentlichen Dienst lohnt der Blick auf drei Zeilen: das zusatzversorgungspflichtige Entgelt, den daraus berechneten Eigenanteil und den Beitragssatz der Krankenkasse. Stimmen diese, lässt sich der Rest mit der Lohnsteuertabelle nachvollziehen. Für den Vergleich mit einem privatwirtschaftlichen Angebot gehört umgekehrt die Arbeitgeberumlage auf die Habenseite, weil sie eine Betriebsrente finanziert, die ein Unternehmen ohne betriebliche Altersversorgung nicht bietet. ### Häufige Fragen **Wie viel Netto bleibt im öffentlichen Dienst vom Brutto übrig?** Das hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer, Kinderzahl und Krankenkasse ab, deshalb gibt es keine pauschale Antwort. Fest steht der Sozialversicherungsanteil: 2026 sind es 20,35 Prozent des Bruttoentgelts bis zu den Beitragsbemessungsgrenzen, bei Kinderlosen 20,95 Prozent. Dazu kommt bei Bund und Ländern der VBL-Eigenanteil von 1,81 Prozent im Westen. Erst danach wird die Lohnsteuer berechnet, deren Höhe die Steuertabelle nach § 32a EStG bestimmt. **Was ist der VBL-Abzug auf meiner Gehaltsabrechnung?** Das ist Ihr Eigenanteil zur betrieblichen Altersversorgung nach § 25 TVöD und § 25 TV-L. Bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder beträgt er 2026 im Abrechnungsverband West 1,81 Prozent des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts, im Abrechnungsverband Ost 4,25 Prozent. Der Arbeitgeber zahlt zusätzlich 5,49 Prozent (West) beziehungsweise 1,06 Prozent Umlage plus 2 Prozent Beitrag (Ost). Dafür entsteht eine Betriebsrente zusätzlich zur gesetzlichen Rente. **Zahlen Beamte auch Sozialversicherungsbeiträge?** Nein. Beamtinnen und Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und gesetzlichen Krankenversicherung, weil der Dienstherr Versorgung und Beihilfe gewährt. Sie tragen dafür die Kosten einer privaten Krankenversicherung für den nicht von der Beihilfe gedeckten Teil, in den meisten Ländern die Hälfte. Ein Vergleich von A 9 und E 9b nur über das Bruttogehalt ist deshalb irreführend; die Unterschiede erklärt der Beitrag zu Beamten und Tarifbeschäftigten. **Warum ist der Krankenkassenbeitrag bei Kollegen unterschiedlich?** Der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent ist für alle gesetzlichen Kassen gleich. Jede Kasse erhebt zusätzlich einen eigenen Zusatzbeitrag, der 2026 im Durchschnitt 2,9 Prozent beträgt, tatsächlich aber je nach Kasse darunter oder darüber liegt. Beide Sätze teilen sich Arbeitgeber und Beschäftigte zur Hälfte. Wer die Kasse wechselt, verändert nur den Zusatzbeitrag; bei 4.267,03 € Brutto macht ein Prozentpunkt Unterschied 21,34 € im Monat für den Arbeitnehmeranteil aus. **Ab welchem Gehalt greifen die Beitragsbemessungsgrenzen 2026?** In der Renten- und Arbeitslosenversicherung liegt die Grenze 2026 bei 8.450 € im Monat, in der Kranken- und Pflegeversicherung bei 5.812,50 € im Monat. Entgelt oberhalb dieser Grenzen bleibt beitragsfrei. Ein Tabellenentgelt in E 13 Stufe 3 (5.709,87 €) liegt noch knapp darunter; mit Jahressonderzahlung im November wird die Krankenversicherungsgrenze in diesem Monat überschritten. E 15 in den oberen Stufen zahlt auf den Teil über 5.812,50 € keine Kranken- und Pflegebeiträge mehr. ### Quellen - Deutsche Rentenversicherung, Werte der Rentenversicherung 2026 (Beitragssatz 18,6 Prozent, Beitragsbemessungsgrenze 8.450 €): https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/Zahlen-und-Fakten/Werte-der-Rentenversicherung/werte-der-rentenversicherung.html (Stand 1.7.2026) - Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026, §§ 1, 2, 4 (Bezugsgröße, Jahresarbeitsentgeltgrenzen, Beitragsbemessungsgrenzen): https://www.gesetze-im-internet.de/svbezgrv_2026/index.html (Gültig 1.1.2026 bis 31.12.2026) - § 341 SGB III Beitragssatz Arbeitsförderung 2,6 Prozent; § 346 SGB III Beitragstragung: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__341.html (Abruf 7.9.2026) - § 241 SGB V allgemeiner Beitragssatz 14,6 Prozent; § 249 SGB V Beitragstragung; § 223 SGB V Beitragsbemessungsgrenze: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__241.html (Abruf 7.9.2026) - Bundesministerium für Gesundheit, Beiträge und Tarife (durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz 2026: 2,9 Prozent): https://www.bundesgesundheitsministerium.de/beitraege-und-tarife (Abruf 7.9.2026) - Bundesministerium für Gesundheit, Finanzierung der Pflegeversicherung (Beitragssatz 3,6 Prozent, Kinderlose 4,2 Prozent, Sachsen): https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/die-pflegeversicherung/finanzierung (Stand 3.9.2026) - § 55 und § 58 SGB XI Beitragssatz und Beitragstragung Pflegeversicherung: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__55.html (Abruf 7.9.2026) - § 168 SGB VI Beitragstragung Rentenversicherung: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__168.html (Abruf 7.9.2026) - § 32a EStG Einkommensteuertarif (Grundfreibetrag 12.348 € ab Veranlagungszeitraum 2026): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32a.html (Abruf 7.9.2026) - § 3 und § 4 Solidaritätszuschlaggesetz 1995 (Freigrenze 20.350 €, Zuschlagsatz 5,5 Prozent): https://www.gesetze-im-internet.de/solzg_1995/__3.html (Abruf 7.9.2026) - VBL, Rechengrößen in der Zusatzversorgung 2026, Abrechnungsverband West (Umlage 7,30 Prozent, Arbeitnehmeranteil 1,81 Prozent, § 3 Nr. 56 EStG 338 € monatlich): https://www.vbl.de/documents/d/vbl/rechengroessen_2026_west (Stand 11.2025) - VBL, Rechengrößen in der Zusatzversorgung 2026, Abrechnungsverband Ost (Umlage 1,06 Prozent, Beitrag 6,25 Prozent, Arbeitnehmeranteil 4,25 Prozent): https://www.vbl.de/documents/d/vbl/rechengroessen_2026_ost (Stand 05.2026) --- ## Beihilfe für Beamte: Bemessungssätze, PKV, pauschale Beihilfe URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/beihilfe-beamte-erklaert-pkv-pauschale-beihilfe Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Beihilfe, Länder, Bund Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Beihilfe ersetzt einen Prozentsatz der Krankheitskosten, nicht den ganzen Betrag. Nach § 46 BBhV sind das 50 Prozent für aktive Beamtinnen und Beamte, 70 Prozent ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern, 70 Prozent für Versorgungsempfänger und Ehegatten, 80 Prozent für Kinder. Eigenbehalte nach § 49 BBhV liegen bei 10 Prozent der Kosten, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Die Belastungsgrenze beträgt 2 Prozent der Jahreseinnahmen, bei chronisch Kranken 1 Prozent. Acht Länder zahlen alternativ eine pauschale Beihilfe von rund der Hälfte des Krankenversicherungsbeitrags. Eine Zahnkrone kostet 1.400 Euro. Eine Bundesbeamtin ohne Kinder bekommt darauf 700 Euro Beihilfe, also 50 Prozent. Die anderen 700 Euro muss ihre private Krankenversicherung tragen, sonst zahlt sie selbst. Genau darin liegt der Unterschied zur gesetzlichen Krankenkasse: Beihilfe ist keine Versicherung, sondern eine Fürsorgeleistung des Dienstherrn, die einen festen Prozentsatz der Rechnung erstattet. Die andere Hälfte muss abgesichert werden, und wie das geschieht, entscheiden Sie einmal und meist für Jahrzehnte. ### Wie hoch ist der Bemessungssatz der Beihilfe? Der Bemessungssatz ist der Prozentsatz, den der Dienstherr von den beihilfefähigen Aufwendungen erstattet. Beim Bund regelt ihn § 46 der Bundesbeihilfeverordnung. Er richtet sich nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Status der Person, für die die Kosten entstanden sind. | Für wen entstehen die Aufwendungen | Bemessungssatz Bund | Rechtsgrundlage | | --- | --- | --- | | Beamtin oder Beamter im aktiven Dienst | 50 Prozent | § 46 Abs. 2 Nr. 1 BBhV | | Beamtin oder Beamter mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern | 70 Prozent | § 46 Abs. 3 BBhV | | Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger | 70 Prozent | § 46 Abs. 2 Nr. 2 BBhV | | berücksichtigungsfähige Ehegattin oder Lebenspartnerin | 70 Prozent | § 46 Abs. 2 Nr. 3 BBhV | | berücksichtigungsfähige Kinder und Waisen | 80 Prozent | § 46 Abs. 2 Nr. 4 BBhV | | Leistungen der Pflegeversicherung | 50 Prozent | § 46 Abs. 4 BBhV | Die Erhöhung auf 70 Prozent ab dem zweiten Kind bleibt bestehen, solange die Kinder im Familienzuschlag berücksichtigungsfähig sind. Wie der Familienzuschlag aufgebaut ist, erklärt der Beitrag zum [Aufbau der Besoldung](/infocenter/besoldung-aufbau-grundgehalt-familienzuschlag). Fällt das zweite Kind aus der Berücksichtigung heraus, sinkt Ihr eigener Satz wieder auf 50 Prozent, und Ihre private Restkostenversicherung muss von 30 auf 50 Prozent aufgestockt werden. In Ausnahmen kann der Satz steigen. § 47 BBhV erlaubt eine Erhöhung um bis zu 10 Prozentpunkte für höchstens drei Jahre, wenn die Beiträge zur privaten Krankenversicherung mehr als 15 Prozent der Gesamteinkünfte ausmachen. Werden Leistungen wegen eines angeborenen Leidens dauerhaft ausgeschlossen, erhöht sich der Satz um 20 Prozentpunkte auf höchstens 90 Prozent. ### Welche Kosten sind überhaupt beihilfefähig? Beihilfefähig sind nach § 6 BBhV nur notwendige und der Höhe nach wirtschaftlich angemessene Aufwendungen. Für ärztliche und zahnärztliche Leistungen heißt das: Die Rechnung muss sich im Gebührenrahmen der Gebührenordnung für Ärzte bewegen. Steigerungssätze darüber hinaus zahlt die Beihilfestelle nicht, selbst wenn Ihre private Versicherung sie übernimmt. Beihilfeberechtigt sind nach § 2 BBhV Beamtinnen und Beamte, Versorgungsempfänger und unter Bedingungen frühere Beamte, solange sie Dienstbezüge, Anwärterbezüge, Ruhegehalt oder Witwengeld erhalten. Ehrenbeamte sind ausgenommen, ebenso Beamtenverhältnisse von weniger als einem Jahr. Angehörige haben keinen eigenen Anspruch; ihre Kosten laufen über die Beihilfeberechtigung der Beamtin oder des Beamten mit. Für Anwärterinnen und Anwärter im Vorbereitungsdienst gilt dasselbe, obwohl ihre Bezüge deutlich niedriger sind; welche Beträge dort gezahlt werden, steht im Beitrag zu den [Anwärterbezügen](/infocenter/anwaerterbezuege-2026-vorbereitungsdienst). ### Was sind Eigenbehalte und die Belastungsgrenze? Eigenbehalte kürzen die berechnete Beihilfe, ähnlich den Zuzahlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. § 49 Absatz 1 BBhV nennt bei Arznei- und Hilfsmitteln, Fahrten, Familienhilfe und Soziotherapie 10 Prozent der Kosten, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Bei stationärer Krankenhausbehandlung und bei Rehabilitationsmaßnahmen werden 10 Euro je Kalendertag abgezogen, höchstens für 28 Tage im Kalenderjahr. Bei häuslicher Krankenpflege sind es 10 Prozent für die ersten 28 Tage plus 10 Euro je Verordnung. Nach § 49 Absatz 4 BBhV entfallen die Eigenbehalte für Personen unter 18 Jahren, außer bei Fahrtkosten, außerdem bei Schwangerschaft, bei Vorsorgeuntersuchungen und bei Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung. Nach oben begrenzt § 50 BBhV die Summe. Die Belastungsgrenze liegt bei 2 Prozent der jährlichen Einnahmen für die beihilfeberechtigte Person und ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen zusammen. Für chronisch Kranke nach der Chroniker-Richtlinie sind es 1 Prozent. Bei Verheirateten werden die Einnahmen um 15 Prozent vermindert, für jedes Kind zusätzlich um den Freibetrag nach § 32 Absatz 6 EStG. Wer die Grenze überschreitet, bekommt die darüber hinausgehenden Eigenbehalte auf Antrag erlassen; der Antrag ist bis zum Ende des Folgejahres zu stellen. ### Was ist die pauschale Beihilfe und wer bietet sie an? Die pauschale Beihilfe ist ein monatlicher Zuschuss des Dienstherrn zum Krankenversicherungsbeitrag statt der Erstattung einzelner Rechnungen. Sie beträgt die Hälfte des nachgewiesenen Beitrags einer Krankheitskostenvollversicherung, bei privater Vollversicherung höchstens den halben Beitrag im Basistarif nach § 152 Absatz 3 VAG. Hamburg führte sie zum 1. August 2018 ein, deshalb heißt sie umgangssprachlich Hamburger Modell. Der Effekt: Wer freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben will, zahlt nicht mehr den vollen Beitrag allein, sondern bekommt eine Beteiligung wie den Arbeitgeberanteil von Tarifbeschäftigten. Die Alternative dazu erklärt der Vergleich [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). | Land | Norm | Eingeführt zum | Höhe | | --- | --- | --- | --- | | Hamburg | § 80 Abs. 10 HmbBG | 1.8.2018 | Hälfte der Kosten einer Krankenvollversicherung, bei PKV höchstens halber Basistarif | | Berlin | § 76 Abs. 5 LBG | Fassung vom 15.11.2022 | Hälfte des nachgewiesenen Beitrags, bei PKV höchstens halber Basistarif | | Brandenburg | § 62 Abs. 6 LBG | 1.1.2020 | Hälfte der Kosten einer Krankenvollversicherung | | Thüringen | § 72 Abs. 6 ThürBG | 1.1.2020 | Hälfte des nachgewiesenen Beitrags, bei PKV höchstens halber Basistarif | | Bremen | Bremisches Beamtengesetz | Rundschreiben 11/2019 | Hälfte der Kosten einer Krankenvollversicherung | | Baden-Württemberg | § 78a LBG | 1.1.2023 | Hälfte des Beitrags, bei PKV 2026 höchstens 508,59 € im Monat | | Sachsen | § 80a SächsBG | 1.1.2024 | Hälfte des nachgewiesenen Beitrags | | Niedersachsen | § 80a NBG | Gesetz von Dezember 2023 | Hälfte des nachgewiesenen Beitrags, bei PKV höchstens halber Basistarif | Der Bund gehört nicht dazu. Wer beim Zoll, bei der Bundespolizei oder in einem Bundesministerium arbeitet, hat die Wahl nicht; Stellen dieser Arbeitgeber finden Sie unter [Bundesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/bund), Landesstellen unter [Landesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/land). ### Was passiert, wenn Sie sich für die pauschale Beihilfe entscheiden? Die Entscheidung ist unwiderruflich. § 76 Absatz 5 LBG Berlin und § 72 Absatz 6 ThürBG verlangen für Antrag und Verzicht Schriftform nach § 126 BGB und schließen einen Widerruf aus. Baden-Württemberg formuliert es in § 78a Absatz 1 LBG ebenso; das Landesamt für Besoldung und Versorgung schreibt dazu, eine Rückkehr zur Geltendmachung einzelner Rechnungen sei nicht möglich. Auch ein späterer Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung hebt die Bindung nicht auf; die Pauschale wird dann höchstens in der bisherigen Höhe weitergezahlt. Zwei Punkte werden regelmäßig übersehen. Erstens gilt die pauschale Beihilfe nicht für die Pflegeversicherung; deren Beitrag bleibt bei Ihnen. Zweitens laufen Fristen. Baden-Württemberg setzt eine Ausschlussfrist von fünf Monaten, die bei Neueinstellung mit der Entstehung der Beihilfeberechtigung beginnt, nicht erst mit dem Zugang eines Informationsschreibens. Wer sie verstreichen lässt, bleibt dauerhaft in der aufwendungsbezogenen Beihilfe. Der Antrag schafft außerdem kein neues Recht auf einen Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung. Ob eine freiwillige Mitgliedschaft möglich ist, richtet sich nach § 9 SGB V und damit nach Vorversicherungszeiten und einer Frist von drei Monaten nach der Berufung ins Beamtenverhältnis. Wer vor der Verbeamtung privat versichert war, kommt in aller Regel nicht mehr zurück. Deshalb ist der richtige Zeitpunkt für diese Rechnung nicht der Ruhestand, sondern die Woche der Ernennung; welche Schritte dorthin führen, steht im Beitrag [Beamter werden](/infocenter/beamter-werden-voraussetzungen-ablauf). ### Häufige Fragen **Wie hoch ist die Beihilfe für Beamte?** Beim Bund beträgt der Bemessungssatz nach § 46 Absatz 2 BBhV 50 Prozent der beihilfefähigen Aufwendungen für die beihilfeberechtigte Person selbst. Für Versorgungsempfänger und für berücksichtigungsfähige Ehegatten sind es 70 Prozent, für berücksichtigungsfähige Kinder und Waisen 80 Prozent. Sobald zwei oder mehr Kinder berücksichtigungsfähig sind, steigt der eigene Satz nach § 46 Absatz 3 BBhV auf 70 Prozent. Für Leistungen der Pflegeversicherung gilt einheitlich 50 Prozent. **Brauche ich als Beamter eine private Krankenversicherung?** Sie brauchen eine Absicherung für den Teil, den die Beihilfe nicht trägt. Üblich ist eine private Krankenteilversicherung, deren Leistungsquote den Bemessungssatz ergänzt, bei 50 Prozent Beihilfe also ein 50-Prozent-Tarif. Möglich ist auch eine freiwillige gesetzliche Versicherung, dort zahlen Sie ohne pauschale Beihilfe allerdings den vollen Beitrag ohne Arbeitgeberanteil. Pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung sind beihilfeberechtigte Beamtinnen und Beamte nicht. **In welchen Bundesländern gibt es die pauschale Beihilfe?** Nachgewiesen ist die pauschale Beihilfe in Hamburg (seit 1.8.2018), Berlin, Brandenburg (seit 1.1.2020), Thüringen (seit 1.1.2020), Bremen, Baden-Württemberg (seit 1.1.2023), Sachsen (seit 1.1.2024) und Niedersachsen. Der Bund bietet sie nicht an. Die Höhe entspricht in allen genannten Ländern der Hälfte des nachgewiesenen Krankenversicherungsbeitrags, bei privater Vollversicherung begrenzt auf den halben Beitrag im Basistarif. **Kann ich die pauschale Beihilfe wieder rückgängig machen?** Nein. Der Antrag und der damit verbundene Verzicht auf die aufwendungsbezogene Beihilfe sind unwiderruflich. § 76 Absatz 5 LBG Berlin und § 72 Absatz 6 ThürBG verlangen dafür ausdrücklich Schriftform nach § 126 BGB. Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg und Sachsen formulieren dieselbe Bindung in ihren Merkblättern. Eine Rückkehr zur Einreichung einzelner Rechnungen gibt es danach nicht mehr, auch nicht bei einem Wechsel der Krankenversicherung. **Was sind Eigenbehalte und wann entfallen sie?** Eigenbehalte sind Abzüge von der berechneten Beihilfe. Nach § 49 Absatz 1 BBhV werden Arznei- und Hilfsmittel um 10 Prozent der Kosten gekürzt, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Bei stationärer Behandlung und Rehabilitation sind es 10 Euro je Kalendertag, höchstens für 28 Tage im Jahr. Für Personen unter 18 Jahren, für Schwangere und für Vorsorgeuntersuchungen entfallen sie nach § 49 Absatz 4 BBhV. ### Quellen - § 2 BBhV Beihilfeberechtigte Personen (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbhv/__2.html (Abruf 7.9.2026) - § 6 BBhV Wirtschaftlichkeit der Aufwendungen (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbhv/__6.html (Abruf 7.9.2026) - § 46 BBhV Bemessungssätze (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbhv/__46.html (Abruf 7.9.2026) - § 47 BBhV Abweichender Bemessungssatz (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbhv/__47.html (Abruf 7.9.2026) - § 49 BBhV Eigenbehalte (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbhv/__49.html (Abruf 7.9.2026) - § 50 BBhV Belastungsgrenze (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbhv/__50.html (Abruf 7.9.2026) - § 76 LBG Berlin, Beihilfen und pauschale Beihilfe (Landesverwaltungsamt Berlin): https://www.berlin.de/landesverwaltungsamt/_assets/beihilfe-neu/_76_lbg.pdf (Fassung vom 15.11.2022) - § 72 ThürBG Beihilfe (Thüringer Landesamt für Finanzen): https://tlf.thueringen.de/fileadmin/th5/tlf/beihilfe/Paragraph_72_Thueringer_Beamtengesetz_gueltig_ab_01.01.2020.pdf (gültig ab 1.1.2020) - FAQ Pauschale Beihilfe, Personalamt der Freien und Hansestadt Hamburg: https://www.hamburg.de/resource/blob/1136244/e3401d5a58a6f2e386e9e2370a3c52b7/faq-pauschale-beihilfe-data.pdf (Stand Januar 2026) - Informationen zur pauschalen Beihilfe, LBV Baden-Württemberg (LBV 375a): https://lbv.landbw.de/documents/20181/42059/375a.pdf (Stand 01/2026) - FAQ Pauschale Beihilfe, Zentrale Bezügestelle des Landes Brandenburg: https://zbb.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/401-01%20FAQ%20Pauschale%20Beihilfe.pdf (Stand 1.8.2024) - Hinweise zur pauschalen Beihilfe ab 1. Januar 2024, Landesamt für Steuern und Finanzen Sachsen: https://www.lsf.sachsen.de/download/Beihilfe/FAQ_Pauschale_Beihilfe.pdf (gültig ab 1.1.2024) --- ## Höhergruppierung: Stellenbewertung, Antrag, stufengleich URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/hoehergruppierung-stellenbewertung-antrag Kategorie: Arbeitsalltag & Recht Themen: Höhergruppierung, Eingruppierung, Stufen Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach § 13 TVöD sind Sie in der höheren Entgeltgruppe eingruppiert, wenn sich Ihre Tätigkeit dauerhaft geändert hat und Sie die höherwertige Arbeit sechs Monate ununterbrochen ausgeübt haben; für die zurückliegenden sechs Monate gibt es eine persönliche Zulage nach § 14. Im TVöD werden Sie dabei stufengleich zugeordnet, mindestens Stufe 2, im TV-L dagegen betragsmäßig mit einem Garantiebetrag von 100 € oder 180 €. Von E 9a nach E 9b sind das in Stufe 3 der VKA-Tabelle 105,89 € brutto im Monat. Seit zwei Jahren bearbeiten Sie Widersprüche selbständig, führen die Fachanwendung ein und vertreten die Sachgebietsleitung. Im Arbeitsvertrag steht weiterhin E 9a. Der Unterschied zu E 9b beträgt in Stufe 3 der Tabelle TVöD VKA 105,89 € brutto im Monat, der Unterschied zu E 9c 497,09 €. Diese Differenz bekommen Sie nicht durch ein Gespräch über Leistung, sondern nur über eine Bewertung Ihrer Aufgaben. ### Wodurch entsteht überhaupt eine Höhergruppierung? Durch eine geänderte Tätigkeit, nicht durch Betriebstreue, Fortbildung oder gute Beurteilungen. § 12 TVöD ordnet Sie der Entgeltgruppe zu, deren Tätigkeitsmerkmalen Ihre gesamte, nicht nur vorübergehend auszuübende Tätigkeit entspricht. Das ist der Fall, wenn zeitlich mindestens zur Hälfte Arbeitsvorgänge anfallen, die die Anforderungen dieser Gruppe erfüllen. Die Entgeltgruppe folgt damit unmittelbar aus dem Tarifvertrag. Sie wird nicht verliehen, sondern festgestellt. Daraus ergeben sich drei Wege nach oben. Erstens die Bewerbung auf eine höher bewertete Stelle, intern oder extern. Zweitens die förmliche Übertragung einer höherwertigen Tätigkeit durch den Arbeitgeber. Drittens die schleichende Aufgabenänderung, bei der niemand etwas überträgt, die Arbeit aber trotzdem anspruchsvoller wird. Für den dritten Fall gibt es eine eigene Vorschrift, und sie ist die praktisch wichtigste. Welche Merkmale die einzelnen Gruppen verlangen, steht im Beitrag zur [Eingruppierung nach Tätigkeitsmerkmalen](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Was passiert nach sechs Monaten höherwertiger Arbeit? Dann wechselt die Entgeltgruppe von selbst. § 13 TVöD regelt die Eingruppierung in besonderen Fällen: Ist Ihnen eine höherwertige Tätigkeit nicht übertragen worden, hat sich Ihre Tätigkeit aber nicht nur vorübergehend derart geändert, dass sie den Merkmalen einer höheren Gruppe entspricht, und haben Sie diese Tätigkeit sechs Monate ununterbrochen ausgeübt, sind Sie mit Beginn des darauffolgenden Kalendermonats in der höheren Gruppe eingruppiert. Für die zurückliegenden sechs Monate gilt § 14 sinngemäß, Sie erhalten also eine persönliche Zulage. Unterbrechungen sind eingerechnet, solange sie zusammen sechs Wochen nicht überschreiten und auf Urlaub, Arbeitsbefreiung, Arbeitsunfähigkeit, einem Kur- oder Heilverfahren oder der Vorbereitung auf eine Fachprüfung beruhen. Dauert die Unterbrechung länger oder hat sie einen anderen Grund, beginnt die Sechsmonatsfrist neu. Weist der Arbeitgeber Ihnen vor Ablauf der sechs Monate wieder die alte Tätigkeit zu, bleibt es bei der Zulage nach § 14. Der TV-L kennt dieselbe Regelung in einem einzigen § 13 mit fünf Sätzen. ### Wie unterscheiden sich § 13 und § 14? Über die Dauerhaftigkeit. § 14 betrifft die Vertretung und andere vorübergehende Übertragungen; die Entgeltgruppe bleibt, es fließt eine persönliche Zulage. § 13 betrifft die dauerhafte Änderung; die Entgeltgruppe selbst steigt. | Merkmal | § 14 TVöD: vorübergehende Übertragung | § 13 TVöD: dauerhafte Änderung | | --- | --- | --- | | Auslöser | Vertretung oder befristete Übertragung durch den Arbeitgeber | Tätigkeit hat sich nicht nur vorübergehend geändert, ohne Übertragung | | Wartezeit | ein Monat Ausübung, dann rückwirkend ab dem ersten Tag | sechs Monate ununterbrochen | | Folge | persönliche Zulage, Entgeltgruppe unverändert | Eingruppierung in die höhere Entgeltgruppe | | Höhe im TVöD | Unterschiedsbetrag zu dem Entgelt, das sich bei dauerhafter Übertragung nach § 17 Abs. 4 Satz 1 (VKA) oder Abs. 5 Satz 1 (Bund) ergäbe | volles Tabellenentgelt der höheren Gruppe | | Höhe im TV-L | in E 9a bis E 14 der Unterschiedsbetrag nach § 17 Abs. 4 Sätze 1 bis 3, in E 1 bis E 8 pauschal 4,5 Prozent des individuellen Tabellenentgelts | volles Tabellenentgelt der höheren Gruppe | Beide Vorschriften greifen ineinander. Nach Protokollerklärung Nr. 1 zu § 17 Abs. 4, 4a und 5 TVöD werden Sie bei der Stufenzuordnung so gestellt, als sei die Höhergruppierung bereits am ersten Tag der vorübergehenden Übertragung erfolgt, wenn sich die dauerhafte Übertragung derselben Tätigkeit unmittelbar anschließt. Bliebe das neue Tabellenentgelt unter der Summe aus altem Entgelt und Zulage, erhalten Sie den höheren Betrag weiter, bis die Tabelle ihn eingeholt hat. ### Was bringt die Höhergruppierung beim Gehalt? Im TVöD werden Sie stufengleich zugeordnet. § 17 Abs. 4 TVöD bestimmt für die Entgeltgruppen 2 bis 14 der Anlage A (VKA), dass Sie derselben Stufe zugeordnet werden, die Sie in der niedrigeren Gruppe erreicht hatten, mindestens jedoch Stufe 2. Für Beschäftigte des Bundes steht dieselbe Regel in § 17 Abs. 5. Die Stufenlaufzeit beginnt am Tag der Höhergruppierung neu, und das neue Entgelt gibt es ab dem Ersten des Monats, in dem die Änderung wirksam wird. Der TV-L rechnet anders. Dort werden Sie derjenigen Stufe zugeordnet, in der Sie mindestens Ihr bisheriges Tabellenentgelt erhalten, mindestens Stufe 2. Bleibt der Zuwachs unter 100 € in den Entgeltgruppen 2 bis 8 oder unter 180 € in den Entgeltgruppen 9a bis 15, tritt an seine Stelle ein Garantiebetrag in genau dieser Höhe. Der Unterschied ist erheblich, wie ein Wechsel von E 9b Stufe 3 nach E 10 zeigt. | Ausgangslage | TVöD VKA, Stand 1.5.2026 | TV-L, Stand 1.4.2026 | | --- | --- | --- | | bisher E 9b Stufe 3 | 4.203,56 € | 4.035,07 € | | Zuordnung in E 10 | stufengleich Stufe 3 | Stufe 2, weil dort das bisherige Entgelt erstmals erreicht wird | | neues Tabellenentgelt | 4.794,69 € | 4.299,95 € | | Zuwachs im Monat | 591,13 € | 264,88 €, damit über dem Garantiebetrag von 180 € | Aus der Entgeltgruppe 1 heraus gilt im Bereich der VKA nicht die stufengleiche Zuordnung, sondern § 17 Abs. 4a: Sie kommen in die Stufe, in der Sie mindestens Ihr bisheriges Tabellenentgelt erhalten, mindestens Stufe 2. Bei einem Sprung über mehrere Gruppen ist der Betrag für jede dazwischenliegende Gruppe zu berechnen. Wie die Laufzeiten danach weiterlaufen, steht im Beitrag zum [Stufenaufstieg im TVöD und TV-L](/infocenter/stufenlaufzeit-stufenaufstieg-tvoed-tv-l). ### Wie stoßen Sie die Stellenbewertung an? Mit einem schriftlichen Antrag auf Überprüfung, nicht mit einer Gehaltsforderung. Die Personalstelle bewertet Ihre Stelle anhand der Arbeitsvorgänge, und genau daran müssen Sie ansetzen. Ein Arbeitsvorgang ist nach der Protokollerklärung zu § 12 Abs. 2 TVöD eine Arbeitsleistung einschließlich Zusammenhangsarbeiten, die zu einem bei natürlicher Betrachtung abgrenzbaren Arbeitsergebnis führt, etwa die unterschriftsreife Bearbeitung eines Widerspruchs oder eines Antrags. Jeder Arbeitsvorgang wird als Ganzes bewertet und darf hinsichtlich der Anforderungen zeitlich nicht aufgespalten werden. 1. Arbeitsvorgänge auflisten. Nicht Einzeltätigkeiten, sondern abgrenzbare Arbeitsergebnisse, jeweils mit dem Zeitanteil an Ihrer Jahresarbeitszeit. Die Summe der höherwertigen Vorgänge muss mindestens die Hälfte erreichen. 2. Das Tätigkeitsmerkmal benennen, das Sie für erfüllt halten, und je Arbeitsvorgang belegen, warum. Belege sind Verfügungen, Vertretungsregelungen, Projektaufträge und Organisationsverfügungen, nicht Ihre Selbsteinschätzung. 3. Den Anspruch in Textform geltend machen. Nach § 37 TVöD verfallen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis, wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit geltend gemacht werden. Für denselben Sachverhalt genügt die einmalige Geltendmachung auch für später fällige Leistungen. 4. Den Personalrat beteiligen. Die Eingruppierung ist mitbestimmungspflichtig; der Personalrat kennt die Bewertungspraxis des Hauses und die Vergleichsstellen. 5. Bei Ablehnung die Begründung anfordern und mit der Stellenbeschreibung abgleichen. Bleibt die Bewertung streitig, entscheidet das Arbeitsgericht über die zutreffende Eingruppierung. ### Die Ausschlussfrist von sechs Monaten Die Sechsmonatsfrist des § 37 TVöD läuft für jede Monatszahlung gesondert. Fällt erst nach zwei Jahren auf, dass die Tätigkeit längst E 9c entspricht, gibt es die Differenz nur für die letzten sechs Monate vor der Geltendmachung. Bei 391,20 € Unterschied zwischen E 9b und E 9c in Stufe 3 der VKA-Tabelle sind das je Jahr Verzögerung rund 4.700 € brutto, die nicht mehr nachgezahlt werden. Ein formloses Schreiben mit Datum, Sachverhalt und der beanspruchten Entgeltgruppe genügt, um die Frist zu wahren; es muss weder begründet noch beziffert sein. Der zweite Punkt betrifft die Verwechslung von Qualifikation und Bewertung. § 5 TVöD stellt Qualifizierung ausdrücklich als Angebot dar, aus dem außer dem Anspruch auf ein jährliches Gespräch über den Qualifizierungsbedarf kein individueller Anspruch folgt. Ein Lehrgang hebt Sie also nicht an, er beseitigt allenfalls eine formale Hürde. Welche Abschlüsse welche Gruppen öffnen, zeigen die Beiträge zum [Verwaltungslehrgang I und II](/infocenter/verwaltungslehrgang-1-2-erklaert) und zur [Weiterbildung für Tarifbeschäftigte](/infocenter/weiterbildung-aufstieg-tarifbeschaeftigte). Für den Weg über eine neue Stelle stehen höher bewertete Ausschreibungen unter [Stellen ab E 9b im TVöD VKA](/jobs?eg=e9b&tarif=tvoed-vka). ### Häufige Fragen **Wie beantrage ich eine Höhergruppierung?** Einen Antrag auf Höhergruppierung im engeren Sinn gibt es nicht, weil die Entgeltgruppe kraft Tarifvertrag aus der Tätigkeit folgt. Sie beantragen deshalb die Überprüfung der Stellenbewertung: schriftlich an die Personalstelle, mit einer Aufstellung Ihrer Arbeitsvorgänge, dem jeweiligen Zeitanteil und dem Tätigkeitsmerkmal, das Sie für erfüllt halten. Machen Sie den Anspruch zugleich in Textform geltend, damit die Ausschlussfrist von sechs Monaten nach § 37 TVöD gewahrt bleibt. **Ab wann greift die Höhergruppierung rückwirkend?** Hat sich Ihre Tätigkeit dauerhaft geändert und üben Sie die höherwertige Arbeit sechs Monate ununterbrochen aus, sind Sie nach § 13 TVöD mit Beginn des darauffolgenden Kalendermonats in der höheren Entgeltgruppe eingruppiert. Für die sechs zurückliegenden Monate erhalten Sie nach § 14 eine persönliche Zulage. Die Ausschlussfrist des § 37 TVöD läuft aber ab Fälligkeit jeder einzelnen Monatszahlung, weshalb späte Geltendmachung Geld kostet. **Welche Stufe bekomme ich nach einer Höhergruppierung im TVöD?** Aus den Entgeltgruppen 2 bis 14 werden Sie nach § 17 Abs. 4 TVöD derselben Stufe zugeordnet, die Sie in der niedrigeren Gruppe erreicht hatten, mindestens jedoch Stufe 2. Die Stufenlaufzeit beginnt am Tag der Höhergruppierung neu. Aus der Entgeltgruppe 1 heraus gilt im Bereich der VKA die Sonderregel des § 17 Abs. 4a: Sie kommen in die Stufe, in der Sie mindestens Ihr bisheriges Tabellenentgelt erhalten. **Was ist der Unterschied zwischen § 13 und § 14 TVöD?** § 14 regelt die vorübergehende Übertragung einer höherwertigen Tätigkeit, etwa eine Vertretung: Ab einem Monat Ausübung gibt es rückwirkend eine persönliche Zulage, die Entgeltgruppe bleibt unverändert. § 13 betrifft die dauerhafte Änderung der Aufgaben ohne förmliche Übertragung: Nach sechs Monaten wechselt die Entgeltgruppe selbst. Schließt sich an eine Vertretung nach § 14 die dauerhafte Übertragung derselben Tätigkeit an, zählt für die Stufe der erste Tag der Vertretung. **Kann mein Arbeitgeber mich wieder herabgruppieren?** Ja, wenn die Eingruppierung von Anfang an fehlerhaft war. Die Protokollerklärung zu §§ 12 und 13 TVöD (VKA) hält ausdrücklich fest, dass die Grundsätze der korrigierenden Rückgruppierung unberührt bleiben. Der Arbeitgeber muss die Fehlerhaftigkeit darlegen. Bei einer Eingruppierung in eine niedrigere Gruppe werden Sie der dort erreichten Stufe zugeordnet, und die bisher zurückgelegte Stufenlaufzeit wird angerechnet. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, §§ 5, 12 (Bund), 12 (VKA), 13 (Bund), 13 (VKA), 14, 17, 37 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22, Stand 1.1.2026) - TV-L, §§ 13, 14 und 17 Abs. 4 mit Protokollerklärungen (TdL, i. d. F. des ÄTV Nr. 14): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - Anlage 1 zum TVöD, Entgeltordnung (VKA), Teil A Abschnitt I (VKA-Broschüre Verwaltung, 10. Auflage 2025): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/250406_TVoeD_Verwaltung.pdf (Stand 1.1.2025) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TV-L (data/pay-tables/TV_L-2026-04-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tv-l (Stand 1.4.2026) --- ## Weiterbildung und Aufstieg für Tarifbeschäftigte URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/weiterbildung-aufstieg-tarifbeschaeftigte Kategorie: Arbeitsalltag & Recht Themen: Weiterbildung, Verwaltungslehrgang, Aufstieg Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Entgeltordnung (VKA) knüpft an drei Qualifikationsstufen an: einen anerkannten Ausbildungsberuf, eine abgeschlossene Hochschulbildung mit mindestens sechs Semestern Regelstudienzeit und eine wissenschaftliche Hochschulbildung mit mindestens acht Semestern oder Masterprüfung. Daraus folgen im Verwaltungsdienst E 5, E 9b und E 13, in Stufe 3 der VKA-Tabelle 3.449,05 €, 4.203,56 € und 5.709,87 €. § 5 TVöD gibt Ihnen dabei nur einen Anspruch auf ein jährliches Gespräch über den Qualifizierungsbedarf, nicht auf die Maßnahme selbst. Zwischen E 6 und E 9b liegen in Stufe 3 der Tabelle TVöD VKA 623,10 € brutto im Monat, zwischen E 9b und E 13 weitere 1.506,31 €. Beide Sprünge sind an Qualifikationen geknüpft, aber nicht an beliebige. Die Entgeltordnung erkennt genau drei Kategorien an, und ein Fortbildungsabschluss gehört nicht in dieselbe wie ein Hochschulabschluss. ### Welcher Abschluss öffnet welche Entgeltgruppe? Die Entgeltordnung (VKA) definiert die maßgeblichen Begriffe selbst, in den grundsätzlichen Eingruppierungsregelungen. Eine abgeschlossene Hochschulbildung nach Nr. 4 liegt vor, wenn eine Hochschule nach § 1 des Hochschulrahmengesetzes oder eine nach § 70 HRG staatlich anerkannte Hochschule einen Diplomgrad mit dem Zusatz Fachhochschule, einen nach § 18 HRG gleichwertigen Grad oder einen Bachelorgrad verliehen hat und der Studiengang mindestens sechs Semester Regelstudienzeit vorschreibt. Eine wissenschaftliche Hochschulbildung nach Nr. 3 verlangt eine nicht an einer Fachhochschule abgelegte erste Staatsprüfung, eine Magister- oder Diplomprüfung oder eine Masterprüfung, bei Buchstabe a zusätzlich mindestens acht Semester Regelstudienzeit. Ein Bachelorstudiengang erfüllt die zweite Voraussetzung ausdrücklich auch dann nicht, wenn mehr als sechs Semester vorgeschrieben sind. Praxis-, Prüfungs- und ähnliche Semester bleiben bei der Berechnung außer Betracht. Ausländische Abschlüsse gelten als gleichwertig, wenn die zuständige staatliche Stelle sie als dem deutschen Abschluss vergleichbar bewertet hat. | Qualifikation | Tarifliche Einordnung | Erreichbare Entgeltgruppe im Verwaltungsdienst | Stufe 3, TVöD VKA | | --- | --- | --- | --- | | anerkannter Ausbildungsberuf nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung | Nr. 5 der Vorbemerkungen | E 5 Fallgruppe 1, mit selbständigen Leistungen bis E 9a | 3.449,05 € bis 4.097,67 € | | Erste oder Zweite Prüfung nach dem Verwaltungslehrgang I beziehungsweise II | Fortbildungsprüfung nach Nr. 7, keine Hochschulbildung | erfüllt die Prüfungspflicht für E 5 bis E 9a beziehungsweise E 9b bis E 12, Einzelheiten im Beitrag zum [Verwaltungslehrgang](/infocenter/verwaltungslehrgang-1-2-erklaert) | 3.449,05 € bis 5.359,50 € | | Bachelor oder Diplom (FH), mindestens sechs Semester | Hochschulbildung nach Nr. 4 | E 9b Fallgruppe 1 bei entsprechender Tätigkeit | 4.203,56 € | | Master, Diplom (Universität), erste Staatsprüfung, mindestens acht Semester | wissenschaftliche Hochschulbildung nach Nr. 3 | E 13 Fallgruppe 1 bei entsprechender Tätigkeit | 5.709,87 € | Entscheidend bleibt in allen Zeilen der Zusatz „und entsprechende Tätigkeit“. Ein Master ohne passende Aufgabe führt nicht nach E 13. Umgekehrt erfasst die Entgeltordnung auch sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben; dieser Zusatz steht sowohl in E 9b Fallgruppe 1 als auch in E 13 Fallgruppe 1. Wie die Merkmale im Einzelnen aufgebaut sind, steht im Beitrag zur [Eingruppierung nach Tätigkeitsmerkmalen](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Was sichert Ihnen § 5 TVöD zu? Ein Gespräch, keine Maßnahme. § 5 Abs. 2 TVöD stellt Qualifizierung als Angebot dar, aus dem für Beschäftigte kein individueller Anspruch abgeleitet werden kann, außer nach Absatz 4. Dieser Absatz gibt Ihnen einen Anspruch auf ein regelmäßiges Gespräch mit der Führungskraft, in dem festgestellt wird, ob und welcher Qualifizierungsbedarf besteht. Es kann als Gruppengespräch geführt werden und ist jährlich zu führen, wenn nichts anderes geregelt ist. Was der Tarifvertrag dafür klar regelt, sind die Rahmenbedingungen. Absatz 3 unterscheidet vier Arten von Qualifizierungsmaßnahmen: die Erhaltungsqualifizierung für die übertragenen Tätigkeiten, die Fort- und Weiterbildung als Erwerb zusätzlicher Qualifikationen, die Qualifizierung zur Arbeitsplatzsicherung einschließlich Umschulung und die Wiedereinstiegsqualifizierung nach längerer Abwesenheit. Die Teilnahme wird dokumentiert und Ihnen schriftlich bestätigt. Nach Absatz 6 gelten Zeiten vereinbarter Maßnahmen als Arbeitszeit, und Absatz 8 verlangt, Beschäftigten mit individuellen Arbeitszeiten eine gleichberechtigte Teilnahme zu ermöglichen. ### Wer trägt die Kosten, und wann müssen Sie zurückzahlen? Nach § 5 Abs. 5 TVöD trägt der Arbeitgeber die Kosten einer von ihm veranlassten Qualifizierungsmaßnahme einschließlich der Reisekosten grundsätzlich selbst, soweit Dritte sie nicht übernehmen. Ein möglicher Eigenbeitrag wird durch eine Qualifizierungsvereinbarung geregelt; er kann in Geld, in Zeit oder in beidem bestehen. Die Betriebsparteien sind gehalten, Grundsätze einer fairen Kostenverteilung unter Berücksichtigung des betrieblichen und individuellen Nutzens zu regeln. Der Tarifvertrag selbst nennt keine Bindungsfrist. Sie steht in Ihrer Qualifizierungsvereinbarung, und deren Zulässigkeit richtet sich nach allgemeinem Arbeitsrecht. Das Bundesarbeitsgericht hat dafür in seinem Urteil vom 14. Januar 2009 (3 AZR 900/07) Regelwerte entwickelt. Sie gelten für Fortbildungen ohne Verpflichtung zur Arbeitsleistung unter Fortzahlung der Bezüge, also für bezahlte Freistellung, und sind nach der Entscheidung ausdrücklich einzelfallbezogenen Abweichungen zugänglich. | Dauer der Fortbildung | zulässige Bindungsdauer nach den Regelwerten | | --- | --- | | bis zu einem Monat | bis zu sechs Monate | | bis zu zwei Monate | ein Jahr | | drei bis vier Monate | zwei Jahre | | sechs Monate bis ein Jahr | nicht länger als drei Jahre | | mehr als zwei Jahre | fünf Jahre | Bei einem berufsbegleitenden Lehrgang mit wenigen Freistellungstagen lassen sich die Werte nicht unbesehen übertragen, weil die Tabelle von voller bezahlter Freistellung ausgeht. Und eine zu lange Bindung macht die Klausel nach derselben Entscheidung grundsätzlich insgesamt unwirksam, sodass gar kein Rückzahlungsanspruch besteht. Prüfen Sie vor der Unterschrift außerdem, welche Beendigungsgründe die Pflicht überhaupt auslösen; eine Klausel, die auch bei einer vom Arbeitgeber veranlassten Beendigung greift, ist angreifbar. Für Beamtinnen und Beamte des Bundes ist die Lage eindeutiger geregelt. § 49 der Bundeslaufbahnverordnung verlangt im Fall einer Entlassung die Erstattung der vom Dienstherrn getragenen Kosten einer fachspezifischen Qualifizierung oder Hochschulausbildung, wenn keine Dienstzeit geleistet wurde, die mindestens dreimal so lang war wie die Ausbildung. Auf Antrag kann ganz oder teilweise verzichtet werden, wenn die Erstattung eine besondere Härte bedeuten würde. Eine vergleichbare Bindung kennt § 63 Abs. 2 des Bundesbesoldungsgesetzes für den Anwärtersonderzuschlag: Anspruch besteht nur, wer nach der Laufbahnprüfung mindestens fünf Jahre im Dienst bleibt. ### Wie kommen Sie vom Tarifvertrag ins Beamtenverhältnis? Über die Laufbahnbefähigung, nicht über Betriebszugehörigkeit. Nach § 7 der Bundeslaufbahnverordnung erlangen Sie die Befähigung entweder durch den Abschluss eines Vorbereitungsdienstes oder eines Aufstiegsverfahrens des Bundes oder durch Anerkennung: entweder der für die Laufbahn vorgeschriebenen Vorbildung oder der durch Lebens- und Berufserfahrung erworbenen Befähigung. Über den zweiten Fall entscheidet nach § 8 Abs. 2 BLV der Bundespersonalausschuss oder ein von ihm bestimmter unabhängiger Ausschuss. Für den Weg als andere Bewerberin oder anderer Bewerber setzt § 26 BLV eine hohe Hürde: Die Einstellung ist nur zulässig, wenn keine geeigneten Bewerber mit Laufbahnbefähigung zur Verfügung stehen oder die Einstellung von besonderem dienstlichen Interesse ist. Ist eine bestimmte Vorbildung durch Rechtsvorschrift vorgeschrieben oder nach ihrer Eigenart zwingend erforderlich, scheidet dieser Weg aus. Welche Bildungsvoraussetzungen die Laufbahnen verlangen, regelt § 17 des Bundesbeamtengesetzes: für den gehobenen Dienst eine zum Hochschulstudium berechtigende Schulbildung, für den höheren Dienst ein mit einem Master abgeschlossenes Studium. 1. Die eigene Fallgruppe prüfen. Fehlt Ihnen nur die Prüfung nach Nr. 7 der Vorbemerkungen, ist der Verwaltungslehrgang der kürzere Weg als ein Studium. 2. Die Zielentgeltgruppe an der Tätigkeit festmachen, nicht am Abschluss. Ohne höherwertige Aufgabe bewirkt auch der Master nichts. 3. Die Qualifizierungsvereinbarung verhandeln, bevor der Lehrgang beginnt. Freistellung, Kostenübernahme und Bindungsfrist gehören in denselben Text. 4. Nach der Verbeamtung steht beim Bund zusätzlich das Aufstiegsverfahren nach §§ 43 und 44 BLV offen: Auswahlverfahren, mindestens drei Jahre Bewährung nach der Probezeit, höchstens 60 Jahre bei Ablauf der Ausschreibungsfrist. Tarifbeschäftigten ist dieser Weg verschlossen, solange sie nicht im Beamtenverhältnis stehen. ### Was der Abschluss bewirkt und was die Tätigkeit entscheidet Eine bestandene Prüfung hebt Sie nicht an. Sie beseitigt eine Voraussetzung. Nr. 2 der Vorbemerkungen sagt das von der anderen Seite: Wer die in einem Tätigkeitsmerkmal geforderte Vorbildung nicht besitzt und auch nicht als sonstige Beschäftigte erfasst wird, ist bei Erfüllung der übrigen Anforderungen in der nächstniedrigeren Entgeltgruppe eingruppiert. Der Abschluss verschiebt Sie also innerhalb derselben Tätigkeit um eine Gruppe, wenn das Merkmal ihn verlangt. Ändert sich die Tätigkeit nicht, ändert sich sonst nichts. Der praktische Schritt nach dem Lehrgang ist deshalb entweder die Bewerbung auf eine höher bewertete Stelle oder ein Antrag auf Überprüfung der Stellenbewertung, wenn die Aufgaben bereits gewachsen sind. Beides beschreibt der Beitrag zur [Höhergruppierung und Stellenbewertung](/infocenter/hoehergruppierung-stellenbewertung-antrag). Zugang und Dauer der beiden Lehrgänge stehen im Beitrag zum [Verwaltungslehrgang I und II](/infocenter/verwaltungslehrgang-1-2-erklaert), das duale Studium als Alternative im Beitrag zum [dualen Studium in der Verwaltung](/infocenter/duales-studium-oeffentliche-verwaltung). Wer den Wechsel gleich mit einer neuen Stelle verbinden will, findet Ausschreibungen bei Städten und Landkreisen unter [kommunale Arbeitgeber](/jobs/arbeitgebertyp/kommune). ### Häufige Fragen **Zählt der Verwaltungsfachwirt tariflich als Bachelor?** Nein. Nr. 4 der grundsätzlichen Eingruppierungsregelungen verlangt für eine abgeschlossene Hochschulbildung einen Diplomgrad mit dem Zusatz Fachhochschule, einen nach § 18 HRG gleichwertigen Grad oder einen Bachelorgrad, verliehen von einer Hochschule nach § 1 oder § 70 HRG. Die Zweite Prüfung ist eine Fortbildungsprüfung, keine Hochschulprüfung. Sie erfüllt die Ausbildungs- und Prüfungspflicht nach Nr. 7 und öffnet damit die Entgeltgruppen 9b bis 12, ersetzt aber nicht das Merkmal Hochschulbildung. **Habe ich Anspruch auf eine Fortbildung im öffentlichen Dienst?** Auf die Maßnahme selbst nicht. § 5 Abs. 2 TVöD bezeichnet Qualifizierung ausdrücklich als Angebot, aus dem außer nach Absatz 4 kein individueller Anspruch folgt. Absatz 4 gibt Ihnen einen Anspruch auf ein regelmäßiges Gespräch mit der Führungskraft, in dem festgestellt wird, ob und welcher Qualifizierungsbedarf besteht; ohne andere Regelung ist es jährlich zu führen. Näher ausgestaltet wird das durch freiwillige Betriebs- oder Dienstvereinbarungen. **Muss ich Fortbildungskosten zurückzahlen, wenn ich kündige?** Im Tarifbereich hängt das von Ihrer Qualifizierungsvereinbarung ab. § 5 Abs. 5 TVöD legt nur fest, dass der Arbeitgeber die Kosten einer von ihm veranlassten Maßnahme grundsätzlich trägt. Die Grenzen der Bindung ergeben sich aus dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 14. Januar 2009 (3 AZR 900/07): bei bis zu einem Monat Fortbildung höchstens sechs Monate Bindung, bei drei bis vier Monaten zwei Jahre, bei mehr als zwei Jahren fünf Jahre. Eine zu lange Bindung macht die Klausel insgesamt unwirksam. **Kann ich als Tarifbeschäftigte verbeamtet werden?** Beim Bund ja, über zwei Wege. Nach § 7 BLV erlangen Sie die Laufbahnbefähigung auch durch Anerkennung der vorgeschriebenen Vorbildung oder der durch Lebens- und Berufserfahrung erworbenen Befähigung. Für den zweiten Weg gilt § 26 BLV: Andere Bewerberinnen und Bewerber dürfen nur eingestellt werden, wenn keine geeigneten Bewerber mit Laufbahnbefähigung zur Verfügung stehen oder die Einstellung von besonderem dienstlichen Interesse ist. Über die Anerkennung entscheidet der Bundespersonalausschuss. **Wie lange dauert der Aufstieg in den gehobenen Dienst?** Beim Bund mindestens zwei Jahre, allerdings steht dieser Weg nur Beamtinnen und Beamten offen. § 46 BLV setzt für die fachspezifische Qualifizierung zum Aufstieg in den gehobenen Dienst mindestens zwei Jahre an, davon mindestens acht Monate fachtheoretische Ausbildung, die zum Teil berufsbegleitend durchgeführt werden kann. Voraussetzung ist nach § 44 BLV ein Auswahlverfahren, eine Bewährung von mindestens drei Jahren nach der Probezeit und das erste Beförderungsamt. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, § 5 Qualifizierung, §§ 12, 13, 14, 17, 37 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22, Stand 1.1.2026) - Anlage 1 zum TVöD, Entgeltordnung (VKA), grundsätzliche Eingruppierungsregelungen Nr. 2 bis 5 und Nr. 7 sowie Teil A Abschnitt I Ziffern 3 und 4: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/250406_TVoeD_Verwaltung.pdf (Stand 1.1.2025, einschließlich Tarifeinigung vom 6.4.2025) - Bundeslaufbahnverordnung vom 11. März 2026, §§ 7, 8, 26, 43, 44, 46, 49: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/BLV.pdf (BGBl. 2026 I Nr. 67, in Kraft seit 17.3.2026) - Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14. Januar 2009, 3 AZR 900/07, Randnummer 20 (Regelwerte zur Bindungsdauer bei Rückzahlungsklauseln): https://lexetius.com/2009,1053 (Urteil vom 14.1.2009, BAGE 129, 121) - Bundesbeamtengesetz, § 7 Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses und § 17 Zulassung zu den Laufbahnen: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__17.html (abgerufen 8.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) --- ## Teilzeit, Elternzeit und Beurlaubung für Beamte URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/beamte-teilzeit-elternzeit-beurlaubung Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Teilzeit, Elternzeit, Pension, Beamtenstatus Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Teilzeit ohne Begründung ist beim Bund nach § 91 BBG bis zur Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit möglich, wenn keine dienstlichen Gründe entgegenstehen. Aus familiären Gründen erlaubt § 92 BBG zusätzlich Beurlaubung ohne Besoldung; Teilzeit unter der Hälfte, Pflegezeiten und Urlaub ohne Besoldung dürfen zusammen 15 Jahre nicht überschreiten. Elternzeit richtet sich nach § 6 MuSchEltZV in Verbindung mit dem BEEG. Für die Pension zählt Teilzeit nach § 6 BeamtVG nur anteilig, Beurlaubung ohne Besoldung grundsätzlich gar nicht. Fünfzehn Jahre. So lang darf beim Bund die Summe aus Beurlaubung ohne Besoldung, Pflegezeiten und Teilzeit unterhalb der halben Arbeitszeit höchstens sein, bevor § 92 Abs. 3 BBG die Grenze zieht. Diese eine Zahl beschreibt das Beamtenrecht besser als jede Übersicht: Reduzieren ist möglich, aber die Bindung an den Dienstherrn bleibt bestehen, und jede Variante hat einen eigenen Preis in der Versorgung. ### Welche Varianten gibt es und wie unterscheiden sie sich? Das Bundesbeamtengesetz trennt drei Wege, die im Alltag oft vermischt werden: die voraussetzungslose Teilzeit, die familienbedingte Teilzeit mit Beurlaubung und die Elternzeit. Die Rechtsgrundlagen liegen dabei nicht einmal im selben Gesetz. | Variante | Rechtsgrundlage Bund | Umfang | Ablehnung möglich, wenn | Besoldung | | --- | --- | --- | --- | --- | | Teilzeit ohne besonderen Grund | § 91 BBG | bis zur Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit | dienstliche Gründe entgegenstehen | anteilig gekürzt (§ 6 BBesG) | | Teilzeit aus familiären Gründen | § 92 BBG | unterhalb der Hälfte möglich | zwingende dienstliche Gründe entgegenstehen | anteilig gekürzt | | Beurlaubung ohne Besoldung aus familiären Gründen | § 92 BBG | volle Freistellung, mit Höchstgrenze 15 Jahre | zwingende dienstliche Gründe entgegenstehen | keine | | Elternzeit | § 6 MuSchEltZV in Verbindung mit BEEG | Anspruch, kein Ermessen | gar nicht | keine, Elterngeld nach BEEG | | Teilzeit während der Elternzeit | § 7 MuSchEltZV | bis 32 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt | dienstliche Gründe entgegenstehen | anteilig für die geleistete Zeit | Der wichtigste Unterschied steckt im Wort „zwingend“. Bei der allgemeinen Teilzeit nach § 91 BBG genügen dienstliche Gründe, um abzulehnen. Bei den familienbedingten Varianten nach § 92 BBG müssen es zwingende dienstliche Gründe sein, und § 92 Abs. 4 BBG verpflichtet die Dienststelle ausdrücklich, eine Ablehnung im Einzelnen zu begründen. Diese Begründungspflicht ist Ihr wichtigstes Werkzeug, wenn ein Antrag abgelehnt wird. ### Wann kann Teilzeit nachträglich geändert werden? Wenn zwingende dienstliche Anforderungen es erfordern. § 91 Abs. 3 BBG erlaubt der Dienststelle dann, die Dauer der Teilzeitbeschäftigung nachträglich zu beschränken oder den Umfang der zu leistenden Arbeitszeit zu erhöhen. Der Anspruch ist also kein unwiderrufliches Recht, sondern eine widerrufliche Bewilligung. Die Regelung wirkt in beide Richtungen. Derselbe Absatz verpflichtet die Dienststelle, eine Änderung des Umfangs oder die Rückkehr zur Vollzeit zu bewilligen, wenn die bisherige Teilzeit der Beamtin oder dem Beamten nicht mehr zuzumuten ist und dienstliche Belange nicht entgegenstehen. Wer nach einer Trennung plötzlich auf das volle Gehalt angewiesen ist, hat damit ein Argument in der Hand, das über die reine Bitte hinausgeht. Eine Nebenbedingung übersehen viele: § 91 Abs. 2 BBG bindet die Bewilligung an die Zusage, außerhalb des Beamtenverhältnisses berufliche Verpflichtungen nur im Rahmen des Nebentätigkeitsrechts einzugehen. Teilzeit ist damit keine Lizenz für einen zweiten Beruf. Was erlaubt ist, steht in [Nebentätigkeit für Beamte](/infocenter/nebentaetigkeit-beamte-genehmigung). ### Wie funktioniert Elternzeit im Beamtenverhältnis? Über eine Verweisung. § 6 MuSchEltZV gibt Beamtinnen und Beamten des Bundes einen Anspruch auf Elternzeit ohne Dienst- oder Anwärterbezüge entsprechend § 15 Abs. 1 bis 3, §§ 16 und 28 Abs. 1 Satz 1 BEEG. Inhaltlich gelten also dieselben Regeln wie für Beschäftigte: Anspruch bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes, Übertragbarkeit eines Anteils auf spätere Jahre, Anmeldefristen nach § 16 BEEG. Beamtenspezifisch ist zunächst die Teilzeit während der Elternzeit: § 7 MuSchEltZV erlaubt Teilzeitbeschäftigung bis zu 32 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt beim eigenen Dienstherrn; eine Tätigkeit außerhalb des Beamtenverhältnisses braucht eine Genehmigung. Hinzu kommt die Krankenversicherung: § 9 MuSchEltZV sieht eine Erstattung von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen vor, die für Elterngeldbeziehende bis zur Besoldungsgruppe A 8 unter bestimmten Voraussetzungen bis zur vollen Höhe reicht. Das ist wichtig, weil die private Krankenversicherung während der Elternzeit weiterläuft, die Besoldung aber wegfällt. Der Entlassungsschutz während der Elternzeit steht in § 8 MuSchEltZV. Wie sich Elterngeld, Fristen und die tarifliche Parallelregelung zueinander verhalten, behandelt [Elternzeit im öffentlichen Dienst](/infocenter/elternzeit-elterngeld-oeffentlicher-dienst). ### Was macht das mit der Pension? Teilzeit kostet Dienstzeit, nicht Amtshöhe. § 6 Abs. 1 BeamtVG bestimmt, dass Zeiten einer Teilzeitbeschäftigung nur zu dem Teil ruhegehaltfähig sind, der dem Verhältnis der ermäßigten zur regelmäßigen Arbeitszeit entspricht. Acht Jahre mit 60 Prozent zählen also wie 4,8 Jahre Vollzeit. Weil der Ruhegehaltssatz je Jahr ruhegehaltfähiger Dienstzeit steigt, sinkt er entsprechend. Die ruhegehaltfähigen Dienstbezüge selbst bleiben unberührt, denn sie richten sich nach dem zuletzt erreichten Amt und nicht nach dem gekürzten Auszahlungsbetrag. Beurlaubung ohne Besoldung ist härter: Sie ist nach § 6 Abs. 1 BeamtVG grundsätzlich nicht ruhegehaltfähig. Eine Ausnahme greift nur, wenn die Dienststelle schriftlich oder elektronisch anerkennt, dass der Urlaub dienstlichen Interessen oder öffentlichen Belangen dient, und die Beamtin oder der Beamte einen Versorgungszuschlag von 30 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge zahlt. Diese Anerkennung ist vor Antritt zu klären, nicht danach. Für Kindererziehung greift ein eigener Ausgleich. § 50a BeamtVG erhöht das Ruhegehalt für jeden Monat einer zuzuordnenden Kindererziehungszeit um einen Kindererziehungszuschlag; bei Kindern, die nach dem 31. Dezember 1991 geboren wurden, umfasst diese Zeit 36 Kalendermonate, sonst 30. Die Höhe entspricht je Monat dem in § 70 Abs. 2 Satz 1 SGB VI bestimmten Bruchteil des aktuellen Rentenwerts. Der Zuschlag entfällt, wenn Sie wegen der Erziehung in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert waren und die Wartezeit erfüllt ist. Wie sich daraus der konkrete Ruhegehaltssatz ergibt, rechnet [Pension berechnen](/infocenter/pension-beamte-berechnen-ruhegehalt) vor. ### Wie stellt man den Antrag richtig? 1. Variante festlegen. Teilzeit nach § 91 BBG braucht keine Begründung, familienbedingte Teilzeit oder Beurlaubung nach § 92 BBG setzt die tatsächliche Betreuung eines Kindes unter 18 Jahren oder die Pflege eines nach ärztlichem Gutachten pflegebedürftigen Angehörigen voraus. Die Wahl entscheidet über die Ablehnungsschwelle. 2. Umfang und Dauer beziffern. Nennen Sie den Bruchteil der regelmäßigen Arbeitszeit, das Startdatum und ein Enddatum. Unbefristete Anträge laden zu Nachfragen ein und verzögern die Entscheidung. 3. Antrag schriftlich einreichen und die Rechtsgrundlage nennen. Bei familiären Gründen weisen Sie auf die Begründungspflicht des § 92 Abs. 4 BBG hin; das erhöht die Qualität einer möglichen Ablehnung erheblich. 4. Personalrat einbeziehen. Die Ablehnung eines Antrags auf Teilzeitbeschäftigung ist nach § 78 Abs. 1 BPersVG ein Mitbestimmungstatbestand. Ein Gespräch mit dem [Personalrat](/infocenter/personalrat-erklaert-bewerber) vor dem Antrag ist deshalb sinnvoll. 5. Rückkehr mitdenken. § 92 Abs. 5 BBG verpflichtet die Dienststelle, den beruflichen Wiedereinstieg zu erleichtern, etwa durch Fortbildung während der Beurlaubung und ein Beratungsgespräch vor deren Ablauf. Vereinbaren Sie dieses Gespräch aktiv, statt auf eine Einladung zu warten. ### Was alles in die 15-Jahres-Grenze eingerechnet wird § 92 Abs. 3 BBG addiert. In die Höchstdauer von 15 Jahren fließen neben Beurlaubungen ohne Besoldung auch Familienpflegezeiten, Pflegezeiten und jede Teilzeit mit weniger als der Hälfte der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit ein. Nach mehreren Reduzierungen über zwei Jahrzehnte hinweg stößt ein späterer Antrag unerwartet an diese Grenze. In besonders begründeten Fällen sind Ausnahmen möglich, aber sie sind Ermessen, kein Anspruch. Für die Länder gilt all das nur eingeschränkt. Die Regelungen oben betreffen Bundesbeamte. Für Landes- und Kommunalbeamte gibt § 43 BeamtStG nur den knappen Rahmen vor, dass Teilzeitbeschäftigung zu ermöglichen ist; die Einzelheiten stehen in den Landesbeamtengesetzen und weichen bei Höchstdauern und Ablehnungsgründen voneinander ab. Prüfen Sie vor jedem Antrag das Gesetz Ihres Dienstherrn. Wer ohnehin über einen Wechsel nachdenkt, findet in [Versetzung und Dienstherrenwechsel](/infocenter/versetzung-abordnung-umsetzung-dienstherrenwechsel) die Regeln dafür und in den [Teilzeitstellen](/jobs?arbeitszeit=teilzeit) Ausschreibungen, die von vornherein reduziert besetzt werden. ### Häufige Fragen **Haben Beamte einen Anspruch auf Teilzeit?** Einen unbedingten Anspruch gibt es nicht. § 43 BeamtStG verpflichtet die Dienstherren nur, Teilzeitbeschäftigung zu ermöglichen. Beim Bund kann Teilzeit nach § 91 BBG bis zur Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit bewilligt werden, wenn dienstliche Gründe nicht entgegenstehen. Aus familiären Gründen ist die Hürde nach § 92 BBG höher gelegt: Dort müssen zwingende dienstliche Gründe entgegenstehen, und eine Ablehnung ist im Einzelnen zu begründen. **Wie lange kann man sich als Beamter ohne Bezüge beurlauben lassen?** Beim Bund gilt nach § 92 Abs. 3 BBG eine Gesamtgrenze: Teilzeitbeschäftigung mit weniger als der Hälfte der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit, Familienpflegezeiten, Pflegezeiten und Urlaub ohne Besoldung dürfen zusammen nicht länger als 15 Jahre dauern. In besonders begründeten Fällen sind Ausnahmen möglich. Die Länder haben eigene Regelungen mit teils abweichenden Höchstdauern in ihren Landesbeamtengesetzen. **Wirkt sich Teilzeit auf die Pension aus?** Ja, anteilig. § 6 Abs. 1 BeamtVG bestimmt, dass Zeiten einer Teilzeitbeschäftigung nur zu dem Teil ruhegehaltfähig sind, der dem Verhältnis der ermäßigten zur regelmäßigen Arbeitszeit entspricht. Fünf Jahre Halbtagsarbeit zählen also wie zweieinhalb Jahre Vollzeit. Die Höhe der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge bleibt davon unberührt, weil sie sich nach dem zuletzt erreichten Amt bemisst, nicht nach dem tatsächlich gezahlten Betrag. **Zählt Elternzeit für die Pension?** Elternzeit ist Urlaub ohne Besoldung und damit nach § 6 Abs. 1 BeamtVG grundsätzlich nicht ruhegehaltfähig. Ausgeglichen wird das über § 50a BeamtVG: Für jeden Monat einer zuzuordnenden Kindererziehungszeit erhöht sich das Ruhegehalt um einen Kindererziehungszuschlag. Bei Kindern, die nach dem 31. Dezember 1991 geboren wurden, umfasst die Kindererziehungszeit 36 Kalendermonate, bei früher geborenen Kindern 30 Monate. **Darf man während der Teilzeit nebenbei arbeiten?** Nur eingeschränkt. § 91 Abs. 2 BBG macht die Bewilligung von Teilzeit davon abhängig, dass Sie sich verpflichten, außerhalb des Beamtenverhältnisses berufliche Verpflichtungen nur in dem Umfang einzugehen, der auch Vollzeitbeschäftigten für Nebentätigkeiten erlaubt ist. Wer diese Zusage verletzt, dem kann die Dienststelle die Teilzeitbewilligung entziehen. Die frei gewordene Zeit ist also nicht für einen zweiten Job gedacht. ### Quellen - § 91 BBG Teilzeitbeschäftigung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__91.html (Abruf 8.9.2026) - § 92 BBG Teilzeitbeschäftigung und Beurlaubung aus familiären Gründen: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__92.html (Abruf 8.9.2026) - § 43 BeamtStG Teilzeitbeschäftigung: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__43.html (Abruf 8.9.2026) - MuSchEltZV Mutterschutz- und Elternzeitverordnung des Bundes: https://www.gesetze-im-internet.de/muscheltzv/BJNR032010009.html (zuletzt geändert durch Gesetz vom 24.2.2025, BGBl. 2025 I Nr. 59) - § 6 BeamtVG Regelmäßige ruhegehaltfähige Dienstzeit: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__6.html (Abruf 8.9.2026) - § 50a BeamtVG Kindererziehungszuschlag: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__50a.html (Abruf 8.9.2026) - § 6 BBesG Teilzeitbeschäftigung und begrenzte Dienstfähigkeit: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__6.html (Abruf 8.9.2026) - § 78 BPersVG Mitbestimmung in Personalangelegenheiten: https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__78.html (Abruf 8.9.2026) --- ## Ausbildung in der Justiz: Justizfachangestellte bis Rechtspfleger URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/justiz-ausbildung-justizfachangestellte-rechtspfleger Kategorie: Ausbildung & Studium Themen: Ausbildung, Justiz, Laufbahn, Länder, Duales Studium Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Justizfachangestellte sind der einzige klassische Ausbildungsberuf der Justiz nach dem Berufsbildungsgesetz; die Ausbildungsverordnung vom 26. Februar 2025 setzt drei Jahre an. Justizfachwirte durchlaufen in Nordrhein-Westfalen einen zweijährigen Vorbereitungsdienst und beginnen in A 6. Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger absolvieren nach § 2 des Rechtspflegergesetzes drei Jahre Vorbereitungsdienst mit 24 Monaten Studium und starten in A 9. Der Justizwachtmeisterdienst beginnt in A 5. Fünf Einstiege führen in die Justiz, und sie liegen weit auseinander. Der Justizwachtmeisterdienst beginnt in Nordrhein-Westfalen mit einem Hauptschulabschluss und endet im Eingangsamt A 5. Das Rechtspflegerstudium verlangt die Hochschulzugangsberechtigung, dauert drei Jahre und startet in A 9. Dazwischen liegen die Justizfachangestellten als einziger Tarifberuf, die Justizfachwirte und die Gerichtsvollzieher. ### Welche Ausbildungsberufe bietet die Justiz? Die Justiz ist Ländersache. Gerichte, Staatsanwaltschaften und Justizvollzugsanstalten gehören zu den Landesjustizverwaltungen, und jedes Land regelt Zugang, Vorbereitungsdienst und Besoldung selbst. Die folgenden Angaben stammen überwiegend aus Nordrhein-Westfalen; die Struktur ist bundesweit vergleichbar, die Zahlen sind es nicht. Nur die Ausbildung zur Justizfachangestellten und die Aufgaben der Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger regelt Bundesrecht. | Beruf | Zugang | Dauer | Eingangsamt oder Entgeltgruppe | | --- | --- | --- | --- | | Justizwachtmeisterdienst | Hauptschulabschluss | Lehrgang von 12 Wochen nach mindestens 18 Monaten Berufserfahrung | A 5 (Justizoberwachtmeisterin) | | Justizfachangestellte | Fachoberschulreife, auch Hauptschulabschluss | 3 Jahre nach der Bundesverordnung, 2,5 Jahre nach dem NRW-Portal | E 9a TV-L | | Justizfachwirtin, Justizfachwirt | mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung | Vorbereitungsdienst von 2 Jahren | A 6 | | Gerichtsvollzieherin, Gerichtsvollzieher | Fachoberschulreife mit förderlicher Ausbildung und 3 Jahren Erfahrung oder aus dem Justizdienst | Eignungslehrgang von 6 Monaten, dann Laufbahnausbildung | A 8, Beförderung nach A 9 | | Rechtspflegerin, Rechtspfleger | zum Hochschulstudium berechtigende Schulbildung | Vorbereitungsdienst von 3 Jahren, davon 24 Monate Studium | A 9 | Aktuelle Ausschreibungen finden Sie unter [Stellen in Justiz und Recht](/jobs/berufsfeld/justiz-recht) und bei den [Ländern als Arbeitgeber](/jobs/arbeitgebertyp/land). Wie Polizei- und Justizlaufbahnen zusammenhängen, beschreibt der Beitrag [Einstieg bei Polizei und Justiz](/infocenter/polizei-justiz-einstieg-laufbahnen). ### Justizfachangestellte: der einzige Tarifberuf Justizfachangestellte sind ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes. Die geltende Ausbildungsverordnung wurde am 26. Februar 2025 ausgefertigt und trat am 1. August 2025 in Kraft; gleichzeitig lief die alte Verordnung von 1998 aus. § 2 der neuen Verordnung bestimmt eine Ausbildungsdauer von drei Jahren. Das Karriereportal der nordrhein-westfälischen Justiz nennt dagegen eine zweieinhalbjährige Ausbildung, die sich bei Hauptschulabschluss auf drei Jahre verlängert. Beide Angaben stehen so in den Quellen, ohne dass die Landesseite den Unterschied erklärt. Wer sich bewirbt, sollte die Dauer für den eigenen Jahrgang schriftlich bestätigen lassen, weil sie Vergütung und Prüfungstermin bestimmt. Ausgebildet wird im Wechsel zwischen Ausbildungsgericht und Berufskolleg, ergänzt um Abschnitte bei einer Staatsanwaltschaft sowie bei den zentralen Insolvenz- und Registergerichten. Zu den Aufgaben gehören Verhandlungsprotokolle, die Bearbeitung von Akteneinsichtsgesuchen sowie das Kosten- und Entschädigungsrecht. Nordrhein-Westfalen nennt für die Ausbildungsvergütung rund 1.356 Euro brutto im ersten, 1.410 Euro im zweiten und 1.460 Euro im dritten Jahr, jeweils mit dem dort angegebenen Stand 2027. Nach der Ausbildung folgt die Eingruppierung nach dem TV-L. Nordrhein-Westfalen nennt ein Einstiegsgehalt von rund 3.693 Euro brutto in der **Entgeltgruppe E 9a**, ebenfalls für 2027. Die vollständige Tabelle steht unter [TV-L-Entgelttabelle](/infocenter/tabellen/tv-l); wie sich Entgeltgruppen aus Tätigkeitsmerkmalen ergeben, erklärt [Eingruppierung und Tätigkeitsmerkmale](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Justizwachtmeister und Justizfachwirt: die Beamtenwege im mittleren Bereich Der **Justizwachtmeisterdienst** kennt keinen klassischen Vorbereitungsdienst. Der Einstieg erfolgt in Nordrhein-Westfalen zunächst als Justizhelferin oder Justizhelfer im Tarifverhältnis, eingruppiert in E 4. Nach mindestens 18 Monaten Berufserfahrung folgt ein fachtheoretischer Lehrgang von zwölf Wochen am Ausbildungszentrum der Justiz in Monschau. Danach beginnt die Beamtenlaufbahn im Eingangsamt **A 5** als Justizoberwachtmeisterin oder Justizoberwachtmeister, mit Beförderungsmöglichkeit bis A 7. Die Landesbesoldungsordnung A ordnet diese Laufbahn dem ersten Einstiegsamt der Laufbahngruppe 1 zu, also dem früheren einfachen Dienst. Die Aufgaben liegen bei Sicherheit im Gericht, Vorführdienst, Zustellungen und Sitzungsdienst. **Justizfachwirtinnen und Justizfachwirte** gehören zur Laufbahngruppe 1 mit zweitem Einstiegsamt, dem früheren mittleren Dienst. Die nordrhein-westfälische Ausbildungs- und Prüfungsordnung setzt in § 6 Absatz 1 einen Vorbereitungsdienst von zwei Jahren an und verlangt in § 2 den mittleren Schulabschluss oder den Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Während des Vorbereitungsdienstes stehen Anwärterinnen und Anwärter im Beamtenverhältnis auf Widerruf und erhalten Anwärterbezüge, die Nordrhein-Westfalen mit rund 1.620 Euro brutto angibt. Das Eingangsamt ist **A 6**, genannt werden rund 3.191 Euro brutto zuzüglich einer Strukturzulage von rund 95 Euro, jeweils für 2027. ### Was Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger entscheiden Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger sind kein Hilfspersonal der Richterschaft. Sie entscheiden in den ihnen übertragenen Sachgebieten sachlich unabhängig, und § 3 des Rechtspflegergesetzes zählt diese Gebiete auf. In vollem Umfang übertragen sind unter anderem Grundbuch-, Schiffsregister- und Luftfahrzeugpfandrechtssachen, Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung, Vereinssachen, Aufgebotsverfahren, Urkundssachen sowie die Gesellschafts-, Genossenschafts- und Partnerschaftsregister. Vorbehaltlich einzelner Rückgriffsvorschriften kommen Kindschafts- und Adoptionssachen, Betreuungssachen, Nachlass- und Teilungssachen, Handelsregisterverfahren und Insolvenzverfahren hinzu, dazu Kostenfestsetzung, Beratungshilfe und Verfahrenskostenhilfe. Der Zugang steht in § 2 des Gesetzes. Betraut werden kann, wer einen **Vorbereitungsdienst von drei Jahren** abgeleistet und die Rechtspflegerprüfung bestanden hat. Der Dienst umfasst mindestens 18 Monate Fachstudium an einer Fachhochschule und mindestens ein Jahr praktische Ausbildung. Zugelassen wird, wer eine zum Hochschulstudium berechtigende Schulbildung besitzt; Beamtinnen und Beamte des mittleren Justizdienstes kommen mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung auch ohne diese Schulbildung in Betracht. Ein abgeschlossenes rechtswissenschaftliches Studium kann bis zu zwölf Monate auf den Vorbereitungsdienst angerechnet werden. In Nordrhein-Westfalen nimmt das Studium innerhalb der drei Jahre 24 Monate ein, an der Hochschule der Justiz in Bad Münstereifel oder Essen. Die Prüfung besteht aus sieben Klausuren und einer mündlichen Prüfung vor dem Landesjustizprüfungsamt; verliehen wird der Grad Diplom-Rechtspflegerin oder Diplom-Rechtspfleger. Das Eingangsamt ist **A 9**, angegeben mit rund 3.507 Euro brutto zum Stand 2027, während des Vorbereitungsdienstes werden Anwärterbezüge gezahlt. Was Besoldung von Tarifentgelt trennt, steht im Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Gerichtsvollzieher: Besoldung plus Gebührenanteil Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher vollstrecken Titel, nehmen Vermögensauskünfte ab und stellen zu. In Nordrhein-Westfalen führen drei Wege in den Beruf: der Quereinstieg mit Fachoberschulreife, förderlicher Berufsausbildung und drei Jahren Berufserfahrung, dem ein sechsmonatiger Eignungslehrgang vorausgeht; der Wechsel aus einem bestehenden Beamtenverhältnis in der Justiz; und der Aufstieg aus der Laufbahngruppe 1 mit zweitem Einstiegsamt. Besoldet wird nach der Landesbesoldungsordnung A in **A 8** als Gerichtsvollzieherin, mit Beförderungsamt **A 9** als Obergerichtsvollzieherin. Die Besonderheit liegt in der Vergütung. Nach der nordrhein-westfälischen Verordnung über die Vergütung der Gerichtsvollzieher behalten sie einen gestaffelten Anteil der eingenommenen Gebühren: 62 Prozent bis 10.000 Euro, 65 Prozent für den Mehrbetrag bis 30.000 Euro, 70 Prozent bis 50.000 Euro und 50 Prozent darüber. Aus dieser Vergütung sind allerdings ausdrücklich die typischen Aufwendungen zu bestreiten, insbesondere Einrichtung und Betrieb des Büros einschließlich Personalkosten sowie der Aufwand bei Nachtdienst. Wer den Bruttoanteil als Zusatzeinkommen liest, verrechnet sich. ### Der Fehler, der Bewerbungen in der Justiz scheitern lässt Die Justiz stellt zu festen Terminen ein, meist einmal jährlich zum Ausbildungs- oder Studienbeginn. Die Bewerbungsfristen enden entsprechend früh, häufig ein Jahr vorher. Wer die Frist verpasst, wartet einen vollen Jahrgang. Welche Fristenregeln im öffentlichen Dienst gelten, steht im Beitrag [Bewerbungsfristen im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbungsfristen-oeffentlicher-dienst). Der zweite Fehler betrifft die Reihenfolge. Viele bewerben sich auf das Rechtspflegerstudium, obwohl die Hochschulzugangsberechtigung fehlt, und lassen den Weg über den Justizfachwirt außer Acht. Dieser führt nach § 2 Absatz 2 des Rechtspflegergesetzes mit drei Jahren Berufserfahrung ebenfalls in den Vorbereitungsdienst, dann sogar mit Bezügen statt Studiengebühren. Umgekehrt bewerben sich Abiturientinnen und Abiturienten auf die Ausbildung zur Justizfachangestellten, obwohl ihnen das Studium mit dem deutlich höheren Eingangsamt offensteht. Eine Übersicht der Ausbildungswege im öffentlichen Dienst gibt der Beitrag [Ausbildung im öffentlichen Dienst](/infocenter/ausbildung-oeffentlicher-dienst-berufe-bewerbung), offene Plätze listet [die Ausbildungsseite](/ausbildung). ### Häufige Fragen **Welchen Schulabschluss brauche ich für eine Ausbildung bei der Justiz?** Das hängt vom Beruf ab. Für Justizfachangestellte verlangt Nordrhein-Westfalen die Fachoberschulreife oder einen gleichwertigen Abschluss, lässt aber auch Bewerber mit Hauptschulabschluss zu. Der Justizwachtmeisterdienst öffnet sich mit Hauptschulabschluss. Der Vorbereitungsdienst zum Justizfachwirt setzt den mittleren Schulabschluss voraus oder den Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Für das Rechtspflegerstudium ist nach dem Rechtspflegergesetz eine zum Hochschulstudium berechtigende Schulbildung nötig. **Wie lange dauert die Ausbildung zur Justizfachangestellten?** Die bundesweite Justizfachangestellten-Ausbildungsverordnung vom 26. Februar 2025, in Kraft seit dem 1. August 2025, bestimmt in § 2 eine Ausbildungsdauer von drei Jahren. Das Karriereportal der nordrhein-westfälischen Justiz spricht dagegen von einer zweieinhalbjährigen Ausbildung, die sich bei Bewerbern mit Hauptschulabschluss auf drei Jahre verlängert. Fragen Sie deshalb bei der Bewerbung nach, welche Dauer für Ihren Jahrgang gilt. **Was macht eine Rechtspflegerin?** § 3 des Rechtspflegergesetzes zählt die übertragenen Sachgebiete auf. Dazu gehören in vollem Umfang Grundbuchsachen, Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung, Vereinssachen, Aufgebotsverfahren und die Gesellschafts-, Genossenschafts- und Partnerschaftsregister. Vorbehaltlich einzelner Rückgriffsregeln kommen Nachlass- und Teilungssachen, Betreuungssachen, Handelsregisterverfahren und Insolvenzverfahren hinzu. Rechtspfleger entscheiden dort sachlich unabhängig, nicht als Zuarbeit für Richterinnen und Richter. **Verdienen Gerichtsvollzieher mehr als andere Justizbeamte?** Sie werden in Nordrhein-Westfalen in A 8 als Gerichtsvollzieherin und in A 9 als Obergerichtsvollzieherin besoldet und erhalten zusätzlich einen Anteil an den eingenommenen Gebühren. Die Verordnung über die Vergütung der Gerichtsvollzieher setzt diesen Anteil gestaffelt fest, beginnend mit 62 Prozent bis 10.000 Euro. Aus dieser Vergütung sind allerdings die typischen Bürokosten einschließlich Personal zu bestreiten, sie ist also kein reiner Zuverdienst. **Kann ich als Justizfachwirt später Rechtspfleger werden?** Ja. § 2 Absatz 2 des Rechtspflegergesetzes lässt Beamtinnen und Beamte des mittleren Justizdienstes zum Vorbereitungsdienst zu, wenn sie mindestens drei Jahre Berufserfahrung haben und dafür geeignet erscheinen. Diese Bewerber brauchen keine Hochschulzugangsberechtigung. Der Weg führt über dieselbe dreijährige Ausbildung mit Fachstudium und endet mit derselben Rechtspflegerprüfung wie beim Direkteinstieg. ### Quellen - Justizfachangestellten-Ausbildungsverordnung (JFAngAusbV) vom 26.2.2025, BGBl. 2025 I Nr. 81, § 2 Ausbildungsdauer, § 19 Inkrafttreten: https://www.gesetze-im-internet.de/jfangausbv_2025/JFAngAusbV.pdf (in Kraft seit 1.8.2025) - Rechtspflegergesetz (RPflG), § 2 Voraussetzungen für die Übertragung, § 3 übertragene Geschäfte: https://www.gesetze-im-internet.de/rpflg_1969/ (abgerufen 8.9.2026) - justiz-karriere.nrw, Ausbildung zur Justizfachangestellten (Zugang, Ausbildungsorte, Vergütung, Eingruppierung): https://www.justiz-karriere.nrw/ausbildung/justizfachangestellter (Beträge dort mit Stand 2027, abgerufen 8.9.2026) - Verordnung über die Ausbildung und Prüfung der Justizfachwirtinnen und Justizfachwirte (APO JFW NRW), § 2 Zugang, § 6 Dauer des Vorbereitungsdienstes: https://recht.nrw.de/lrgv/rechtsverordnung/31082024-verordnung-ueber-die-ausbildung-und-pruefung-der-justizfachwirtinnen (Fassung vom 26.6.2019, geändert 5.8.2024) - Besoldungsgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen, Anlage 1 (Landesbesoldungsordnung A): Justizoberwachtmeister A 5, Gerichtsvollzieher A 8, Obergerichtsvollzieher A 9: https://recht.nrw.de/system/files/BA/34824-53209-sgv_20320_20160614_1_anlage1.pdf (abgerufen 8.9.2026) - Verordnung über die Vergütung der Gerichtsvollzieher (GVVergVO NRW) vom 9.12.2014, GV. NRW. S. 880, § 1 Gebührenanteile: https://recht.nrw.de/system/files/pdf/law-and-ordinance-gazette/2014/12/09/1b4b61/verordnung-ueber-die-verguetung-der-gerichtsvollzi.pdf (Fassung vom 9.12.2014, abgerufen 8.9.2026) --- ## Einstellungstest Polizei: Sporttest, PC-Test, Grenzwerte URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/einstellungstest-polizei-vorbereitung Kategorie: Bewerbung Themen: Einstellungstest, Polizei, Auswahlverfahren, Assessment-Center, Bewerbung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Jeder Dienstherr prüft anders. Nordrhein-Westfalen verlangt im PC-Test und im Assessment-Center je einen Rangordnungswert von mindestens 85, dazu das Deutsche Sportabzeichen in Bronze bis zum 1. April des Einstellungsjahres. Hessen misst stattdessen vier Sportübungen direkt, beim Achterlauf über fünf Runden gelten für Männer 51,0 bis 69,6 Sekunden. Baden-Württemberg führt keinen eigenen Sporttest mehr durch, sondern akzeptiert das Sportabzeichen und einen Schwimmnachweis über 200 Meter in 6:00 Minuten für Männer und 6:40 Minuten für Frauen. In Hessen entscheiden Zehntelsekunden: Der Achterlauf über fünf Runden wird für Männer mit 51,0 bis 69,6 Sekunden bewertet, für Frauen mit 64,8 bis 80,4 Sekunden. In Baden-Württemberg gibt es diese Prüfung gar nicht mehr, dort genügt das Deutsche Sportabzeichen in Bronze. In Nordrhein-Westfalen wiederum zählt keine einzelne Zeit, sondern ein Rangordnungswert von mindestens 85 in zwei getrennten Verfahrensteilen. Wer sich auf „den Polizeitest“ vorbereitet, bereitet sich auf ein Verfahren vor, das es so nur bei einem Dienstherrn gibt. ### Aus welchen Teilen besteht das Auswahlverfahren? Vier Bausteine kehren überall wieder: ein schriftlicher oder computergestützter Test, ein Nachweis der sportlichen Leistungsfähigkeit, eine polizeiärztliche Untersuchung und ein mündlicher Teil. Unterschiedlich sind Reihenfolge, Gewicht und Messverfahren. Nordrhein-Westfalen gliedert das Verfahren in sechs Abschnitte: administrative Vorauswahl, PC-Test, medizinische Vorauswahl, Assessment-Center, polizeiärztliche Untersuchung und Nachauswahl. Assessment-Center und Untersuchung können dabei die Reihenfolge tauschen. Baden-Württemberg bündelt fast alles auf einen Tag in Herrenberg, der gegen 8:30 Uhr beginnt und in der Regel um 15:30 Uhr endet. Hessen prüft anderthalb Tage an der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit in Wiesbaden. Bayern führt die Prüfung an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen durch. Welche Laufbahn Sie damit ansteuern, klärt der Beitrag [Einstieg bei Polizei und Justiz](/infocenter/polizei-justiz-einstieg-laufbahnen). ### Was steht im schriftlichen Test? Geprüft werden Sprache, Logik, Konzentration und Merkfähigkeit, fast überall am Computer. Die Aufgabentypen sind erstaunlich einheitlich, die Verpackung nicht. Der **PC-Test in Nordrhein-Westfalen** findet beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten in Münster statt und dauert etwa zwei Stunden. Auf dem Zettel stehen Wortanalogien, Figurensequenzen, Zahlensymbole, Syllogismen, Flussdiagramme, Rechtschreibung und Zeichensetzung sowie Merkfähigkeit. Ein Syllogismus ist dabei ein logischer Schluss aus zwei Vorgaben, etwa: Alle A sind B, alle B sind C, also sind alle A auch C. Der **Auswahltest in Baden-Württemberg** gliedert sich in fünf Teile. Auf einen PC-Test zu Deutsch und Allgemeinwissen mit Diktat folgen fünf Aufgabenblöcke zu verbaler, figuraler und numerischer Intelligenz sowie zu Konzentration und Gedächtnis, danach ein Fragebogen zu Persönlichkeitsmerkmalen, ein strukturiertes Auswahlgespräch und ein Abschlussgespräch. **Hessen** setzt einen Computertest von rund 2,5 Stunden ein, der Intelligenz, Konzentrationsleistung, Rechtschreibleistung und Persönlichkeitsaspekte misst. Die **Bundespolizei** unterscheidet nach Laufbahn: Im mittleren Dienst schreiben Bewerberinnen und Bewerber ein Diktat, im gehobenen Dienst einen Kurzaufsatz, dazu kommt ein Intelligenz-Struktur-Test. Stellen beider Laufbahnen finden Sie unter [Polizei und Sicherheit](/jobs/berufsfeld/polizei-sicherheit-feuerwehr). ### Welche Sportleistungen werden verlangt? Hier laufen die Verfahren am weitesten auseinander. Zwei Länder prüfen selbst, zwei verlangen einen Nachweis von außen. **Hessen misst direkt**, mit Spannen statt fester Grenzwerte: | Übung | Frauen | Männer | | --- | --- | --- | | Achterlauf, 5 Runden | 64,8–80,4 Sekunden | 51,0–69,6 Sekunden | | Bankdrücken | 13–36 Wiederholungen mit 20 kg | 17–50 Wiederholungen mit 30 kg | | Fünfer-Sprunglauf | 8,73–11,50 m | 9,90–14,01 m | | 500-Meter-Wendelauf | 2:25–2:47,50 min | 2:03–2:30 min | **Nordrhein-Westfalen** verlangt stattdessen ein gültiges Deutsches Sportabzeichen in Bronze bis zum 1. April des Einstellungsjahres, das an diesem Stichtag nicht älter als 24 Monate sein darf. Als Ausdauerleistung zählen für Erwachsene nur der 3.000-Meter-Lauf oder der 10.000-Meter-Lauf, für Jugendliche der 800-Meter-Lauf oder ein Dauer- oder Geländelauf. Andere Ausdauersportarten werden nicht akzeptiert. Dazu kommt bis zum 1. April, für den Jahrgang 2026 noch bis zum 1. Juli, ein Schwimmnachweis: das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen mindestens in Bronze oder das Deutsche Schwimmabzeichen in Gold, jeweils nicht älter als 24 Monate. **Baden-Württemberg** verlangt ebenfalls das Deutsche Sportabzeichen in Bronze, allerdings mit Silberleistung im 3.000-Meter-Lauf und im 100-Meter-Lauf. Hinzu kommt ein Schwimmnachweis über 200 Meter, den Männer in 6:00 Minuten und Frauen in 6:40 Minuten bewältigen müssen. **Bayern** fordert das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze, Silber oder Gold und führt am Prüfungstag der dritten Qualifikationsebene eine Sportprüfung zusammen mit Gruppenaufgabe und Auswahlgespräch durch. Die **Bundespolizei** prüft selbst, mit Koordinationstest, Pendellauf und Zwölf-Minuten-Lauf. ### Was prüft die polizeiärztliche Untersuchung? Sehen, Hören, Belastbarkeit und Körperbau. Die Werte sind die härtesten Ausschlusskriterien im ganzen Verfahren, weil sie sich kurzfristig nicht beeinflussen lassen. | Dienstherr | Mindestgröße | Body-Mass-Index | Sehschärfe unkorrigiert | | --- | --- | --- | --- | | Nordrhein-Westfalen | 163 cm, Einzelfalltest darunter möglich | 18 bis 27,5 | bis 20 Jahre 50 %, ab 20 Jahren 30 % je Auge | | Baden-Württemberg | 160 cm | 18 bis 27,5 | unter 20 Jahren 50 %, ab 20 Jahren 30 % | | Bayern | 160 cm | 18 bis 27,5 | keine Angabe im Karriereportal | | Hessen | keine Angabe im Karriereportal | keine Angabe | keine Angabe | | Bundespolizei | keine Angabe in der FAQ | keine Angabe | keine Angabe | Untersucht werden in Nordrhein-Westfalen Hör- und Sehvermögen sowie die körperliche Belastbarkeit mit einem Belastungs-EKG auf dem Ergometer. Baden-Württemberg prüft Seh-, Hör- und Lungenfunktion und ebenfalls ein Belastungs-EKG. Hessen ergänzt die körperliche Untersuchung um ein Drogenscreening. Tätowierungen führen nirgends automatisch zum Ausschluss, die Maßstäbe unterscheiden sich aber deutlich. Nordrhein-Westfalen stellt auf Lage, Art und Umfang ab und schließt Motive aus, die verfassungswidrig, extremistisch, sexistisch, diskriminierend, gewaltverherrlichend oder der Menschenwürde abträglich sind; kleine Blumenmotive, Ornamente oder Sterne gelten als unproblematisch. Neue Tätowierungen nach der Untersuchung sind unverzüglich zu melden. Bayern verbietet Tätowierungen an Kopf, Hals und Händen generell. ### Wie hoch liegt die Hürde beim Bestehen? Zwei Länder machen die Schwelle öffentlich nachprüfbar. In **Nordrhein-Westfalen** muss der Rangordnungswert sowohl im PC-Test als auch im Assessment-Center mindestens 85 betragen, sonst endet das Verfahren an dieser Stelle. Das Assessment-Center umfasst dabei ein Konfliktgespräch als Rollenspiel von etwa fünf Minuten, einen Vortrag mit 15 Minuten Vorbereitung und rund fünf Minuten Dauer, ein zweites Rollenspiel in einer Sekretariatssituation mit Dokumenten und Telefonanrufen sowie ein Interview zu schulischer und beruflicher Entwicklung und zur Berufsmotivation. **Baden-Württemberg** veröffentlicht die Testwertgrenzen je Einstellungsjahrgang. Für die Ausbildung im März 2027 liegt sie bei 102,0, für die Ausbildung im September 2026 bei 96,0 und für das Studium im Juli 2027 bei 108,0. Diese Grenzen schwanken mit der Bewerberlage, weshalb der Blick auf den aktuellen Jahrgang vor jeder Bewerbung lohnt. Wie Auswahlkommissionen im öffentlichen Dienst allgemein entscheiden, beschreibt der Beitrag [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren). Hessen führt neben dem Computertest eine Gruppenaufgabe von rund 30 Minuten und ein Einzelinterview von etwa 45 Minuten durch. Die Bundespolizei prüft im mündlichen Teil Allgemeinwissen, Persönlichkeit und berufsbezogene Fragen. ### Wann muss die Bewerbung raus? 1. **Ein Jahr vorher planen.** Baden-Württemberg nennt für die Ausbildung im März 2027 den 30. September 2026 als Bewerbungsschluss, für die Ausbildung im September 2027 und das Studium im Juli 2027 jeweils den 31. Dezember 2026. Bayern setzt für das Studium den 31. Oktober des Vorjahres. 2. **Sportabzeichen früh ablegen.** In Nordrhein-Westfalen muss der Nachweis bis zum 1. April des Einstellungsjahres vorliegen und darf dann nicht älter als 24 Monate sein. Bei Trainingsbeginn im Winter bleibt für den 3.000-Meter-Lauf zu wenig Zeit. 3. **Schwimmnachweis besorgen.** Rettungsschwimmabzeichen in Bronze oder Schwimmabzeichen in Gold sind Kurse mit Terminen, keine Formalie. 4. **Parallel bewerben.** Bayern erlaubt eine Wiederholung der Prüfung im Ganzen oder in Teilen. Nordrhein-Westfalen schließt eine erneute Bewerbung für dasselbe Einstellungsjahr nach dem Ausscheiden aus; dort ist frühestens das Folgejahr wieder möglich, und je Bewerbungszeitraum ist nur eine Bewerbung zulässig. 5. **Antwortzeiten einkalkulieren.** Die Bundespolizei antwortet in der Regel nach vier bis acht Wochen auf die Bewerbung; erste Ergebnisse der Teilprüfungen gibt es meist unmittelbar nach dem Auswahlverfahren. ### Womit die meisten Bewerbungen scheitern Nicht am Sporttest, sondern an Fristen und Nachweisen, die niemand nachreichen kann. Das Sportabzeichen in Nordrhein-Westfalen hat einen festen Stichtag und eine feste Höchstalter-Regel von 24 Monaten. Wer es im Mai ablegt, ist für dieses Einstellungsjahr raus, obwohl er die Leistung erbringt. Dasselbe gilt für den Schwimmnachweis. Der zweite Fehler ist die Festlegung auf einen Dienstherrn. Die Verfahren messen unterschiedliche Dinge: Wer beim hessischen Bankdrücken scheitert, kann in Baden-Württemberg trotzdem bestehen, weil dort ein Sportabzeichen genügt. Scheitert die Bewerbung am 3.000-Meter-Lauf in Bronze, gilt bei der Bundespolizei mit ihrem Zwölf-Minuten-Lauf ein anderer Maßstab. Fünf Bewerbungen bedeuten fünf Chancen mit verschiedenen Anforderungsprofilen, nicht fünfmal dieselbe Hürde. Wie das Assessment-Center im öffentlichen Dienst insgesamt funktioniert, steht im Beitrag [Assessment-Center im öffentlichen Dienst](/infocenter/assessment-center-oeffentlicher-dienst). Wer stattdessen eine Ausbildung sucht, findet Plätze unter [Ausbildung im öffentlichen Dienst](/ausbildung). Unterschätzt wird schließlich die medizinische Vorauswahl. Nordrhein-Westfalen legt sie vor das Assessment-Center, sodass Sehschärfe und Body-Mass-Index früh über den weiteren Weg entscheiden. Kontaktlinsen oder eine Brille ändern nichts an der geforderten unkorrigierten Restsehschärfe von 50 Prozent bis zum 20. Lebensjahr und 30 Prozent danach. Wer das erst am Untersuchungstag erfährt, hat ein Jahr Vorbereitung investiert, ohne die entscheidende Zahl zu kennen. ### Häufige Fragen **Welche Sportübungen muss ich bei der Polizei schaffen?** Das hängt vom Land ab. Hessen misst vier Übungen direkt: Achterlauf über fünf Runden, Bankdrücken, Fünfer-Sprunglauf und einen 500-Meter-Wendelauf. Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg verlangen stattdessen das Deutsche Sportabzeichen in Bronze als Nachweis, dazu einen Schwimmnachweis. Die Bundespolizei prüft im Verfahren selbst mit Koordinationstest, Pendellauf und Zwölf-Minuten-Lauf. **Wie groß muss man für die Polizei sein?** Nordrhein-Westfalen setzt die Mindestgröße bei 163 Zentimetern für Frauen und Männer an, lässt darunter aber einen individuellen Test zu, mit dem sich die Eignung trotzdem nachweisen lässt. Bayern und Baden-Württemberg verlangen jeweils 160 Zentimeter. Beide Länder fordern zusätzlich einen Body-Mass-Index zwischen 18 und 27,5. Zur Mindestgröße in Hessen liegt auf dem Karriereportal keine Angabe vor. **Was wird im schriftlichen Test der Polizei gefragt?** In Nordrhein-Westfalen dauert der PC-Test rund zwei Stunden und enthält Wortanalogien, Figurensequenzen, Zahlensymbole, Syllogismen, Flussdiagramme, Rechtschreibung, Zeichensetzung und Merkfähigkeit. Baden-Württemberg prüft an einem Tag in Herrenberg Sprachkenntnisse und Wissen mit Diktat sowie fünf Aufgabenblöcke zu Intelligenz und Konzentration. Hessen nutzt einen Computertest von etwa 2,5 Stunden. **Kann ich den Einstellungstest der Polizei wiederholen?** In Nordrhein-Westfalen nicht im selben Einstellungsjahr. Ausgeschiedene Bewerberinnen und Bewerber können sich frühestens für das folgende Einstellungsjahr erneut bewerben. Bayern ist großzügiger: Dort kann die Prüfung im Ganzen oder in Teilen wiederholt werden. Weil sich die Regeln je Dienstherr unterscheiden, lohnt eine parallele Bewerbung bei mehreren Landespolizeien und der Bundespolizei. **Bis wann muss ich mich bei der Polizei bewerben?** Die Fristen enden meist ein Jahr vor der Einstellung. Baden-Württemberg nennt für die Ausbildung im März 2027 den 30. September 2026, für die Ausbildung im September 2027 und das Studium im Juli 2027 jeweils den 31. Dezember 2026. Bayern setzt für das Studium den 31. Oktober des Vorjahres. Nordrhein-Westfalen stellt im Regelfall zum 1. September ein. ### Quellen - Polizei Nordrhein-Westfalen, Karriereportal genau mein Fall, Fragen und Antworten (PC-Test, Assessment-Center, Rangordnungswert, Sportabzeichen, Schwimmnachweis, Mindestgröße, Sehschärfe, BMI, Tätowierungen, Wiederholung): https://www.genau-mein-fall.de/faqs (abgerufen 7.9.2026) - Bundespolizei, Häufige Fragen zu Einstellung und Auswahlverfahren (Diktat, Kurzaufsatz, Intelligenz-Struktur-Test, Koordinationstest, Pendellauf, Zwölf-Minuten-Lauf, mündlicher Test, Bearbeitungsdauer): https://www.komm-zur-bundespolizei.de/faq (abgerufen 7.9.2026) - Bayerische Polizei, Karriereportal, Fragen und Antworten (Prüfung an zwei Tagen, Gruppenaufgabe, Auswahlgespräch, Mindestgröße 160 cm, BMI 18 bis 27,5, Schwimmabzeichen, Tätowierungen, Bewerbungsfrist, Wiederholung): https://www.bevi.polizei.bayern.de/faq (abgerufen 7.9.2026) - Polizei Baden-Württemberg, Karriereportal, Ausbildung und Studium (Auswahltest in Herrenberg, Testteile, Sportabzeichen, Schwimmnachweis 200 m, Mindestgröße 160 cm, BMI, Sehschärfe, Dauer Ausbildung und Studium): https://www.karriere-polizei-bw.de/ausbildung-studium/ (abgerufen 7.9.2026) - Polizei Baden-Württemberg, Karriereportal, Startseite (Bewerbungsschlusstermine und Testwertgrenzen für die Einstellungsjahrgänge 2027): https://www.karriere-polizei-bw.de/ (abgerufen 7.9.2026) - Polizei Hessen, Karriereportal, Eignungsauswahlverfahren (Computertest 2,5 Stunden, Achterlauf, Bankdrücken, Fünfer-Sprunglauf, 500-Meter-Wendelauf, Gruppenaufgabe, Einzelinterview, polizeiärztliche Untersuchung): https://karriere.polizei.hessen.de/eignungsauswahlverfahren (abgerufen 7.9.2026) --- ## Rechte und Pflichten von Beamten: Treue, Streikverbot, Remonstration URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/beamte-rechte-pflichten-streikverbot Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Beamtenstatus, Verbeamtung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Kernpflichten stehen in den §§ 33 bis 37 BeamtStG: Verfassungstreue, politische Mäßigung, voller Einsatz, Folgepflicht, Verantwortung für die Rechtmäßigkeit und Verschwiegenheit. Das Streikverbot hat das Bundesverfassungsgericht am 12. Juni 2018 (2 BvR 1738/12 u. a.) als hergebrachten Grundsatz nach Art. 33 Abs. 5 GG bestätigt; der EGMR sah am 14. Dezember 2023 (Humpert u. a. gegen Deutschland) keine Verletzung der Konvention. Wer eine rechtswidrige Weisung erhält, muss remonstrieren, also Bedenken auf dem Dienstweg vortragen. Verstöße sind Dienstvergehen mit Maßnahmen vom Verweis bis zur Entfernung aus dem Dienst. Vier Lehrkräfte aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein hatten während der Unterrichtszeit an Streiks der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft teilgenommen und dafür Disziplinarmaßnahmen erhalten. Ihre Verfassungsbeschwerden wies das Bundesverfassungsgericht am 12. Juni 2018 zurück (2 BvR 1738/12, 2 BvR 1395/13, 2 BvR 1068/14, 2 BvR 646/15). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bestätigte das Ergebnis am 14. Dezember 2023 in der Sache Humpert u. a. gegen Deutschland. Das Streikverbot ist damit der bekannteste Ausdruck eines Verhältnisses, das im Beamtenrecht Dienst- und Treueverhältnis heißt: Beamtinnen und Beamte geben Rechte ab, die Tarifbeschäftigte haben, und erhalten dafür Sicherheiten, die Tarifbeschäftigte nicht haben. ### Welche Pflichten haben Beamtinnen und Beamte? Die Kernpflichten stehen für Landes- und Kommunalbeamte in den §§ 33 bis 37 BeamtStG, für Bundesbeamte wortgleich in den §§ 60 bis 67 BBG. Sie gelten ab der Ernennung, auch in der Probezeit und im Vorbereitungsdienst. | Pflicht | Inhalt | Länder und Kommunen | Bund | | --- | --- | --- | --- | | Grundpflichten, Verfassungstreue | Dienst am ganzen Volk, nicht an einer Partei; Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung durch das gesamte Verhalten | § 33 Abs. 1 BeamtStG | § 60 Abs. 1 BBG | | Politische Mäßigung | Zurückhaltung bei politischer Betätigung, soweit die Stellung gegenüber der Allgemeinheit es verlangt | § 33 Abs. 2 BeamtStG | § 60 Abs. 2 BBG | | Voller Einsatz und Uneigennützigkeit | Beruf mit vollem persönlichem Einsatz; Verhalten innerhalb und außerhalb des Dienstes muss Achtung und Vertrauen gerecht werden | § 34 Abs. 1 BeamtStG | § 61 Abs. 1 BBG | | Erscheinungsbild | Kleidung, Schmuck, sichtbare Tätowierungen, Haar- und Barttracht können eingeschränkt werden; Gesichtsverhüllung im Dienst ist stets unzulässig | § 34 Abs. 2 BeamtStG | § 61 BBG | | Folgepflicht | Vorgesetzte beraten und unterstützen, dienstliche Anordnungen ausführen, organisatorischen Veränderungen Folge leisten | § 35 BeamtStG | § 62 BBG | | Verantwortung für die Rechtmäßigkeit | Volle persönliche Verantwortung; Bedenken sind auf dem Dienstweg vorzutragen (Remonstration) | § 36 BeamtStG | § 63 BBG | | Verschwiegenheit | Über dienstliche Angelegenheiten schweigen, auch nach dem Ausscheiden; Aussagen vor Gericht nur mit Genehmigung | § 37 BeamtStG | § 67 BBG | | Diensteid | Eid mit Verpflichtung auf das Grundgesetz | § 38 BeamtStG | § 64 BBG | | Nebentätigkeit | Anzeigepflicht; Erlaubnis- oder Verbotsvorbehalt, wenn dienstliche Interessen berührt sind | § 40 BeamtStG | §§ 97 ff. BBG | Der Satz „Beamtinnen und Beamte dienen dem ganzen Volk, nicht einer Partei“ ist keine Floskel, sondern Prüfungsmaßstab. Wer sich außerhalb des Dienstes für Bestrebungen gegen die Verfassungsordnung einsetzt, verletzt § 33 Abs. 1 Satz 3 BeamtStG, auch wenn er im Büro tadellos arbeitet. Die Pflicht zur Verfassungstreue ist zugleich Einstellungsvoraussetzung; wie sie vor der Ernennung geprüft wird, beschreibt der Beitrag [Beamter werden](/infocenter/beamter-werden-voraussetzungen-ablauf). ### Warum dürfen Beamte nicht streiken? Weil das Streikverbot nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juni 2018 ein eigenständiger hergebrachter Grundsatz des Berufsbeamtentums im Sinne von Art. 33 Abs. 5 GG ist. Der Zweite Senat leitete es aus der Staatspraxis seit der Weimarer Republik her und verknüpfte es mit drei Strukturprinzipien: der Treuepflicht, dem Lebenszeitprinzip und dem Alimentationsprinzip, nach dem Besoldung durch Gesetz und nicht durch Tarifvertrag festgelegt wird. Ein Streikrecht würde dieses Gefüge sprengen; wer streiken könnte, bräuchte keine gesetzliche Alimentation, und wer gesetzlich alimentiert wird, hat nichts zu erstreiken. Das Gericht räumte ein, dass das Verbot in die Koalitionsfreiheit aus Art. 9 Abs. 3 GG eingreift. Der Eingriff sei aber durch hinreichend gewichtige, verfassungsrechtlich geschützte Belange gerechtfertigt. Auch Art. 11 EMRK stehe nicht entgegen, weil die Einschränkung nach Art. 11 Abs. 2 EMRK zulässig sei. Genau diesen Punkt prüfte anschließend die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Sie stellte am 14. Dezember 2023 in den Beschwerden Nr. 59433/18, 59477/18, 59481/18 und 59494/18 fest, dass keine Verletzung von Art. 11 EMRK vorliegt. Die deutsche Lösung, bei der Beamte statt eines Streikrechts andere Beteiligungsformen und einen Anspruch auf amtsangemessene Alimentation haben, hielt der Gerichtshof für konventionskonform. Für den Alltag heißt das: Beamtinnen und Beamte dürfen Mitglied einer Gewerkschaft sein, Ämter dort übernehmen und außerhalb der Dienstzeit an Kundgebungen teilnehmen. Sie dürfen nicht die Arbeit niederlegen, auch nicht für eine Stunde und auch nicht aus Solidarität mit streikenden Tarifbeschäftigten derselben Dienststelle. Die Teilnahme ist ein Dienstvergehen nach § 47 BeamtStG. Warum Tarifbeschäftigte hier anders stehen, zeigt der Vergleich [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Was ist eine Remonstration und wie läuft sie ab? Remonstration ist der Widerspruch gegen eine dienstliche Anordnung, die Sie für rechtswidrig halten. Sie ist keine Option, sondern Pflicht: § 36 Abs. 1 BeamtStG legt Ihnen die volle persönliche Verantwortung für die Rechtmäßigkeit Ihrer Handlungen auf, und Abs. 2 verlangt, Bedenken unverzüglich auf dem Dienstweg geltend zu machen. Für Bundesbeamte steht dasselbe in § 63 BBG. Wer eine rechtswidrige Weisung schweigend ausführt, kann sich später nicht auf den Befehl berufen. 1. Bedenken unverzüglich beim unmittelbaren Vorgesetzten vortragen, am besten schriftlich mit Angabe der Norm, gegen die die Anordnung Ihrer Ansicht nach verstößt. 2. Hält der Vorgesetzte die Anordnung aufrecht und bestehen die Bedenken fort, wenden Sie sich an den nächsthöheren Vorgesetzten. Auch dieser Schritt läuft über den Dienstweg. 3. Bestätigt der höhere Vorgesetzte die Anordnung, müssen Sie sie ausführen. Sie sind dann von der eigenen Verantwortung befreit. Verlangen Sie die Bestätigung schriftlich; darauf haben Sie nach § 36 Abs. 2 Satz 4 BeamtStG einen Anspruch. 4. Ausnahme: Verletzt das angeordnete Verhalten die Würde des Menschen oder ist es strafbar oder ordnungswidrig und ist das für Sie erkennbar, dürfen Sie die Anordnung auch nach Bestätigung nicht ausführen. Die Befreiung von der Verantwortung greift hier nicht. 5. Bei Gefahr im Verzug kann der Vorgesetzte die sofortige Ausführung verlangen. Dann remonstrieren Sie nachträglich; die schriftliche Bestätigung müssen Sie unverzüglich nach der Ausführung verlangen (§ 36 Abs. 3 BeamtStG). Die Remonstration ist kein Ungehorsam. Sie entlastet beide Seiten: den Beamten, der nicht für fremde Fehler haftet, und die Behörde, die auf eine rechtliche Warnung hin nachsteuern kann. In Verwaltungen, in denen Vorgesetzte Remonstrationen als Illoyalität behandeln, hilft der Hinweis auf § 35 Abs. 1 Satz 1 BeamtStG: Beraten gehört zur Folgepflicht. ### Welche Rechte stehen Beamten gegenüber? Das Dienst- und Treueverhältnis ist wechselseitig. Der Dienstherr hat nach § 45 BeamtStG und § 78 BBG im Rahmen dieses Verhältnisses für das Wohl der Beamtinnen und Beamten und ihrer Familien zu sorgen, auch für die Zeit nach Beendigung des Beamtenverhältnisses, und sie in ihrer Tätigkeit und Stellung zu schützen. Aus dieser Fürsorgepflicht und aus Art. 33 Abs. 5 GG folgen die konkreten Rechte: Die amtsangemessene Alimentation sichert Besoldung, die durch Gesetz festgelegt wird und deren Höhe das Bundesverfassungsgericht prüft; die Tabellen des Bundes stehen unter [Bundesbesoldung A](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Das Lebenszeitprinzip schützt vor Kündigung; das Beamtenverhältnis endet nur durch Entlassung, Ruhestand oder Disziplinarurteil. Die Versorgung im Ruhestand ist ein Ruhegehalt aus dem letzten Amt, kein Rentenanspruch aus Beiträgen; die Berechnung erklärt [Pension berechnen](/infocenter/pension-beamte-berechnen-ruhegehalt). Die Beihilfe trägt einen Teil der Krankheitskosten, dazu [Beihilfe für Beamte](/infocenter/beihilfe-beamte-erklaert-pkv-pauschale-beihilfe). Hinzu kommen der Anspruch auf Teilzeit nach § 43 BeamtStG, der Schutz durch Personalvertretungen und das Recht, Anordnungen auf ihre Rechtmäßigkeit prüfen zu lassen. ### Was passiert bei Pflichtverletzungen? Ein Dienstvergehen begeht, wer schuldhaft eine Pflicht verletzt (§ 47 Abs. 1 BeamtStG). Verhalten außerhalb des Dienstes zählt nur, wenn es nach den Umständen des Einzelfalls in besonderem Maße geeignet ist, das Vertrauen in einer für das Amt bedeutsamen Weise zu beeinträchtigen. Eine Polizeibeamtin, die privat eine Straftat begeht, verletzt deshalb eher eine Dienstpflicht als ein Bibliotheksbeamter mit demselben Delikt. Das Verfahren regeln die Disziplinargesetze; beim Bund ist das Bundesdisziplinargesetz maßgeblich. § 5 Abs. 1 BDG kennt fünf Maßnahmen in aufsteigender Schwere: Verweis, Geldbuße, Kürzung der Dienstbezüge, Zurückstufung und Entfernung aus dem Beamtenverhältnis. Ruhestandsbeamte trifft Kürzung oder Aberkennung des Ruhegehalts. Beamtinnen und Beamten auf Probe oder auf Widerruf dürfen nur Verweis und Geldbuße auferlegt werden; schwerere Fälle enden mit der Entlassung nach dem Bundesbeamtengesetz. Die Streikteilnahme der vier Lehrkräfte von 2018 war mit Geldbußen und Verweisen geahndet worden, also am unteren Ende der Skala. ### Was Bewerberinnen und Bewerber vor der Ernennung wissen sollten Die Pflichten beginnen mit der Ernennung, ihre Prüfung aber schon im Auswahlverfahren. Wer sich auf [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) bewirbt, sollte drei Punkte vorab klären. Erstens die Verfassungstreue: Mitgliedschaften und öffentliche Äußerungen, die Zweifel wecken, führen zur Ablehnung, weil § 33 Abs. 1 Satz 3 BeamtStG ein aktives Eintreten für die Grundordnung verlangt. Zweitens das Erscheinungsbild: § 34 Abs. 2 BeamtStG erlaubt Dienstherren, sichtbare Tätowierungen, Schmuck oder Barttracht zu beschränken, wenn die Funktionsfähigkeit der Verwaltung oder das Vertrauen in die Amtsführung es erfordern; Polizei und Justizvollzug nutzen das, allgemeine Verwaltungen selten. Drittens die Nebentätigkeit: Eine bestehende Selbstständigkeit muss nach § 40 BeamtStG angezeigt werden und kann untersagt werden, wenn sie dienstliche Interessen beeinträchtigt. Einzelheiten und Grenzen stehen im Beitrag [Nebentätigkeit für Beamte](/infocenter/nebentaetigkeit-beamte-genehmigung). Der Diensteid nach § 38 BeamtStG wird bei der Ernennung geleistet und enthält eine Verpflichtung auf das Grundgesetz. Wer ihn verweigert, wird nicht ernannt. Für die meisten Bewerberinnen und Bewerber ist keiner dieser Punkte ein Hindernis; sie sollten aber wissen, dass der Dienstherr sie prüfen darf und im Zweifel prüfen wird. ### Häufige Fragen **Dürfen Beamte streiken?** Nein. Das Bundesverfassungsgericht hat am 12. Juni 2018 in den Verfahren 2 BvR 1738/12, 2 BvR 1395/13, 2 BvR 1068/14 und 2 BvR 646/15 entschieden, dass das Streikverbot ein eigenständiger hergebrachter Grundsatz des Berufsbeamtentums nach Art. 33 Abs. 5 GG ist. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bestätigte am 14. Dezember 2023 in der Sache Humpert u. a. gegen Deutschland, dass keine Verletzung von Art. 11 EMRK vorliegt. Wer trotzdem streikt, begeht ein Dienstvergehen. **Dürfen Beamte in eine Gewerkschaft eintreten?** Ja. Die Koalitionsfreiheit aus Art. 9 Abs. 3 GG gilt auch für Beamtinnen und Beamte; das Bundesverfassungsgericht hat 2018 ausdrücklich festgehalten, dass das Streikverbot in dieses Grundrecht eingreift, der Eingriff aber gerechtfertigt ist. Mitgliedschaft, Ämter in der Gewerkschaft und Teilnahme an Kundgebungen außerhalb der Dienstzeit sind erlaubt. Verboten ist allein die kollektive Arbeitsniederlegung als Druckmittel, auch als Teilnahme am Streik der Tarifbeschäftigten. **Was ist eine Remonstration?** Remonstration ist die Pflicht, Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit einer dienstlichen Anordnung unverzüglich auf dem Dienstweg vorzutragen (§ 36 Abs. 2 BeamtStG, § 63 Abs. 2 BBG). Bleibt der Vorgesetzte bei der Anordnung, wenden Sie sich an den nächsthöheren Vorgesetzten. Bestätigt dieser die Anordnung, müssen Sie sie ausführen und sind von der eigenen Verantwortung befreit. Die Bestätigung ist auf Verlangen schriftlich zu erteilen. Ausgenommen sind Anordnungen, die die Menschenwürde verletzen oder erkennbar strafbar sind. **Dürfen Beamte sich politisch betätigen?** Ja, mit Mäßigung und Zurückhaltung. § 33 Abs. 2 BeamtStG verlangt bei politischer Betätigung die Zurückhaltung, die sich aus der Stellung gegenüber der Allgemeinheit und den Pflichten des Amtes ergibt. Parteimitgliedschaft, Kandidatur für ein Mandat und Meinungsäußerung sind zulässig. Die Grenze liegt bei Verhalten, das die Neutralität des Amtes in Zweifel zieht, und bei Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, zu der sich Beamte nach § 33 Abs. 1 Satz 3 BeamtStG bekennen müssen. **Welche Strafen drohen bei einem Dienstvergehen?** Ein Dienstvergehen liegt vor, wenn Beamte schuldhaft ihre Pflichten verletzen (§ 47 Abs. 1 BeamtStG). Das Bundesdisziplinargesetz kennt fünf Maßnahmen: Verweis, Geldbuße, Kürzung der Dienstbezüge, Zurückstufung und Entfernung aus dem Beamtenverhältnis (§ 5 Abs. 1 BDG). Beamtinnen und Beamte auf Probe oder auf Widerruf können nur Verweis und Geldbuße erhalten; schwerere Fälle führen zur Entlassung nach dem Beamtengesetz. Für Landesbeamte gelten die Landesdisziplinargesetze mit vergleichbarem Katalog. ### Quellen - § 33 BeamtStG Grundpflichten (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__33.html (Abruf 7.9.2026) - § 34 BeamtStG Wahrnehmung der Aufgaben, Verhalten und Erscheinungsbild: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__34.html (Abruf 7.9.2026) - § 35 BeamtStG Folgepflicht: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__35.html (Abruf 7.9.2026) - § 36 BeamtStG Verantwortung für die Rechtmäßigkeit: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__36.html (Abruf 7.9.2026) - § 37 BeamtStG Verschwiegenheitspflicht: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__37.html (Abruf 7.9.2026) - § 38 BeamtStG Diensteid: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__38.html (Abruf 7.9.2026) - § 40 BeamtStG Nebentätigkeit: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__40.html (Abruf 7.9.2026) - § 45 BeamtStG Fürsorge: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__45.html (Abruf 7.9.2026) - § 47 BeamtStG Nichterfüllung von Pflichten: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__47.html (Abruf 7.9.2026) - § 60 BBG Grundpflichten: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__60.html (Abruf 7.9.2026) - § 61 BBG Wahrnehmung der Aufgaben, Verhalten und Erscheinungsbild: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__61.html (Abruf 7.9.2026) - § 62 BBG Folgepflicht: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__62.html (Abruf 7.9.2026) --- ## Stufenaufstieg im TVöD und TV-L: Laufzeiten, Verkürzung, Hemmung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/stufenlaufzeit-stufenaufstieg-tvoed-tv-l Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: Stufen, TVöD, TV-L Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach § 16 TVöD und § 16 TV-L erreichen Beschäftigte Stufe 2 nach einem Jahr, Stufe 3 nach zwei weiteren, Stufe 4 nach drei, Stufe 5 nach vier und Stufe 6 nach fünf Jahren; die Endstufe steht damit 15 Jahre nach Einstellung in Stufe 1. Das höhere Entgelt gibt es ab dem Monatsersten des Monats, in dem die Stufe erreicht wird. Elternzeit hält die Laufzeit an, schadet aber bis zu fünf Jahren nicht; Teilzeit zählt voll. In E 9b TVöD VKA wächst das Entgelt von 3.779,84 € auf 5.313,37 €. Wer heute in Stufe 1 der Entgeltgruppe E 9b TVöD VKA anfängt, verdient 3.779,84 € brutto im Monat. Nach 15 Jahren ununterbrochener Tätigkeit in derselben Entgeltgruppe sind es 5.313,37 €, ein Plus von 1.533,53 € allein durch den Stufenaufstieg, ohne jede Tariferhöhung. Die Regeln dafür stehen in § 16 und § 17 TVöD sowie in § 16 und § 17 TV-L und sind in beiden Tarifverträgen bis auf wenige Punkte gleich. ### Wie lange dauert es bis zur nächsten Stufe? Die Laufzeit wächst mit jeder Stufe um ein Jahr: ein Jahr in Stufe 1, zwei in Stufe 2, drei in Stufe 3, vier in Stufe 4 und fünf in Stufe 5. Die Endstufe 6 erreichen Sie damit 15 Jahre nach der Einstellung in Stufe 1. Vorausgesetzt ist nach § 16 Abs. 3 TVöD VKA, § 16 Abs. 4 TVöD Bund und § 16 Abs. 3 TV-L eine „ununterbrochene Tätigkeit innerhalb derselben Entgeltgruppe bei ihrem Arbeitgeber“. | Stufe | Laufzeit in der vorherigen Stufe | Jahre seit Einstellung in Stufe 1 | E 9b TVöD VKA | E 13 TV-L | | --- | --- | --- | --- | --- | | Stufe 1 | Einstellung | 0 | 3.779,84 € | 4.759,37 € | | Stufe 2 | 1 Jahr | 1 | 4.039,01 € | 5.106,09 € | | Stufe 3 | 2 Jahre | 3 | 4.203,56 € | 5.366,89 € | | Stufe 4 | 3 Jahre | 6 | 4.690,55 € | 5.873,56 € | | Stufe 5 | 4 Jahre | 10 | 4.979,11 € | 6.573,97 € | | Stufe 6 | 5 Jahre | 15 | 5.313,37 € | 6.764,69 € | Die Beträge gelten für den TVöD VKA ab 1.5.2026 und für den TV-L ab 1.4.2026, jeweils brutto im Monat. Alle Gruppen finden Sie in den Tabellen [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) und [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l). Die Entgeltgruppe 1 weicht ab: Sie hat nur fünf Stufen, Einstellungen erfolgen in Stufe 2, und jede weitere Stufe kommt nach vier Jahren. Das höhere Entgelt fließt nicht erst ab dem Jahrestag. Nach § 17 Abs. 1 TVöD und § 17 Abs. 1 TV-L erhalten Sie das Tabellenentgelt der neuen Stufe „vom Beginn des Monats an, in dem die nächste Stufe erreicht wird“. Wer am 15. September 2026 in Stufe 1 beginnt, erreicht Stufe 2 am 15. September 2027 und wird bereits für den ganzen September 2027 nach Stufe 2 bezahlt. Mit welcher Stufe Sie starten, hängt von Ihrer Berufserfahrung ab; die Regeln dazu stehen im Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). ### Kann der Stufenaufstieg verkürzt oder verlängert werden? Ja, aber nur für die Stufen 4 bis 6. Nach § 17 Abs. 2 TVöD und § 17 Abs. 2 TV-L kann der Arbeitgeber die Laufzeit verkürzen, wenn Ihre Leistungen „erheblich über dem Durchschnitt“ liegen, und verlängern, wenn sie erheblich darunter liegen. Der Aufstieg von Stufe 1 auf 2 und von 2 auf 3 ist davon ausgenommen und erfolgt allein nach Zeit. Die Verlängerung ist an Verfahren gebunden. Der Arbeitgeber muss jährlich prüfen, ob die Voraussetzungen noch vorliegen. Gegen die Verlängerung können Sie sich schriftlich beschweren; für die Beratung ist eine betriebliche Kommission zuständig, deren Mitglieder je zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Personal- oder Betriebsrat benannt werden. Beruht die Leistungsminderung auf einem anerkannten Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit, ist das nach der Protokollerklärung zu berücksichtigen. Der leistungsbezogene Stufenaufstieg besteht unabhängig vom [Leistungsentgelt nach § 18 TVöD](/infocenter/leistungsentgelt-tvoed-paragraf-18); beide Instrumente dienen nach der Protokollerklärung zu § 17 Abs. 2 unterschiedlichen Zielen. Eine Verkürzung gibt es im TV-L seit dem 1. März 2026 auch ohne Leistungsbewertung: Ehemalige Auszubildende, die ihre Ausbildung mindestens mit der Gesamtnote „Befriedigend“ abgeschlossen haben und von ihrem Arbeitgeber übernommen werden, erreichen Stufe 2 nach sechs Monaten statt nach einem Jahr (§ 16 Abs. 3a TV-L). Das gilt entsprechend für dual Studierende. Im TVöD-Text für Bund und VKA gibt es keine vergleichbare Regelung. ### Welche Unterbrechungen schaden der Stufenlaufzeit? Manche Zeiten zählen wie Arbeit, andere halten die Laufzeit an, und lange Unterbrechungen führen zur Rückstufung. § 17 Abs. 3 TVöD und § 17 Abs. 3 TV-L regeln alle drei Fälle. | Zeit | Wirkung auf die Stufenlaufzeit | | --- | --- | | Mutterschutzfristen | zählt voll | | Arbeitsunfähigkeit bis zu 39 Wochen | zählt voll | | Bezahlter Urlaub | zählt voll | | Sonderurlaub mit vorher schriftlich anerkanntem dienstlichem Interesse | zählt voll | | Sonstige Unterbrechung von weniger als einem Monat im Kalenderjahr | zählt voll | | Vorübergehende Übertragung einer höherwertigen Tätigkeit | zählt voll | | Teilzeit | zählt voll, unabhängig vom Stundenumfang | | Elternzeit | hält die Laufzeit an; unschädlich bis zu fünf Jahren (TVöD) bzw. ohne Begrenzung (TV-L) | | Sonstige Unterbrechung bis zu drei Jahren (z. B. unbezahlter Sonderurlaub) | hält die Laufzeit an, Stufe bleibt erhalten | | Unterbrechung von mehr als drei Jahren (TVöD: Elternzeit über fünf Jahre) | Rückstufung um eine Stufe, nicht unter die Stufe einer Neueinstellung; Laufzeit beginnt neu | Ein Beispiel: Eine Sachbearbeiterin in E 9b hat zwei der drei Jahre in Stufe 3 zurückgelegt und geht für zwei Jahre in Elternzeit. Die Laufzeit steht während dieser Zeit still. Nach der Rückkehr bleibt sie in Stufe 3 und erreicht Stufe 4 ein Jahr später. Kehrt sie in Teilzeit zurück, ändert das nichts: Zeiten mit kürzerer Arbeitszeit werden nach § 17 Abs. 3 Satz 4 TVöD voll angerechnet. Weitere Folgen für Tarifbeschäftigte und Beamte stehen im Beitrag zur [Elternzeit im öffentlichen Dienst](/infocenter/elternzeit-elterngeld-oeffentlicher-dienst). Die Grenze von 39 Wochen Arbeitsunfähigkeit entspricht dem Zeitraum von Entgeltfortzahlung und Krankengeldzuschuss nach § 22 TVöD. Längere Krankheit hält die Laufzeit an, führt aber erst nach mehr als drei Jahren zur Rückstufung. ### Was passiert mit der Stufe bei Höhergruppierung? Im TVöD nehmen Sie die Stufe mit. Bei Höhergruppierung aus den Entgeltgruppen 2 bis 14 werden Sie nach § 17 Abs. 4 TVöD VKA und § 17 Abs. 5 TVöD Bund der gleichen Stufe zugeordnet, die Sie in der niedrigeren Gruppe erreicht haben, mindestens jedoch Stufe 2. Die Stufenlaufzeit in der höheren Gruppe beginnt mit dem Tag der [Höhergruppierung](/infocenter/glossar#hoehergruppierung) neu. Wer aus E 9b Stufe 4 nach E 10 wechselt, erhält E 10 Stufe 4: 5.181,37 € statt 4.690,55 €, also 490,82 € mehr im Monat. Der TV-L rechnet anders. Nach § 17 Abs. 4 TV-L kommen Sie in die Stufe, in der Sie mindestens Ihr bisheriges Tabellenentgelt erhalten, mindestens Stufe 2. Liegt der Unterschied unter 100 € in E 2 bis E 8 oder unter 180 € in E 9a bis E 15, erhalten Sie während dieser Stufenlaufzeit statt des Unterschiedsbetrags einen Garantiebetrag in dieser Höhe. Beispiel: E 9b Stufe 4 im TV-L bringt 4.488,99 €. In E 10 ist Stufe 3 mit 4.599,41 € die erste Stufe mit mindestens diesem Betrag. Der Unterschied von 110,42 € liegt unter 180 €, deshalb werden 4.668,99 € gezahlt. Die Stufenlaufzeit beginnt auch hier neu. Bei einer Herabgruppierung behalten Sie in beiden Tarifverträgen die erreichte Stufe; im TVöD wird die bisherige Laufzeit angerechnet. Wie Stellenbewertung und Antrag ablaufen, steht im Beitrag zur [Höhergruppierung](/infocenter/hoehergruppierung-stellenbewertung-antrag). ### Was passiert mit der Stufe beim Arbeitgeberwechsel? Die Stufenlaufzeit zählt nur Zeiten „bei ihrem Arbeitgeber“. Wer von der Stadt A zur Stadt B wechselt, beginnt dort tariflich mit der Stufe, die seiner einschlägigen Berufserfahrung entspricht, also höchstens Stufe 3, es sei denn, der neue Arbeitgeber macht von § 16 Abs. 2a TVöD VKA Gebrauch und berücksichtigt die erworbene Stufe. Dasselbe gilt im TV-L nach § 16 Abs. 2a. Beide Vorschriften sind Kann-Regeln. Nur der Bund garantiert die Mitnahme: Bei Einstellung im unmittelbaren Anschluss an ein Arbeitsverhältnis zum Bund werden Beschäftigte mit einschlägiger Berufserfahrung der bisherigen Stufe zugeordnet, und die erreichte Stufenlaufzeit wird fortgeführt (§ 16 Abs. 2 Satz 4 TVöD Bund). Wer in Stufe 5 sitzt und auf eine Stelle bei einem anderen Arbeitgeber wechselt, sollte den Verlust vorher beziffern: In E 11 TVöD VKA liegen zwischen Stufe 5 mit 6.012,56 € und Stufe 3 mit 5.046,03 € 966,53 € im Monat. Wie sich eine Stufenzusage verhandeln lässt, steht im Beitrag [Gehalt verhandeln im öffentlichen Dienst](/infocenter/gehalt-verhandeln-oeffentlicher-dienst). ### Den Stufenaufstieg selbst kontrollieren Die Personalstelle führt den Stufenaufstieg von sich aus durch, aber nach Elternzeit, Sonderurlaub, Teilzeitphasen oder einem Tabellenwechsel kommt es zu Fehlern. Vergleichen Sie deshalb den Monat, in dem die neue Stufe auf der Abrechnung erscheint, mit Ihrem eigenen Datum: Einstellungs- oder Höhergruppierungsdatum plus Laufzeit, abzüglich der Zeiten, die die Laufzeit anhalten. Nach § 37 TVöD und § 37 TV-L verfallen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis, wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit geltend gemacht werden. Ein zu spät bemerkter Stufenaufstieg kostet also für jeden Monat außerhalb dieser Frist den Unterschiedsbetrag. Prüfen Sie außerdem die Entgeltgruppe, denn sie bestimmt, welche Tabelle für die Stufen gilt. Wie sich die Entgeltgruppe aus der Tätigkeit ergibt, erklärt der Beitrag zur [Eingruppierung nach der Entgeltordnung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). Offene [Tarifstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) nennen in der Ausschreibung nur die Entgeltgruppe; die Stufe ergibt sich erst bei der Einstellung. ### Häufige Fragen **Wann bekomme ich die nächste Stufe im TVöD?** Stufe 2 nach einem Jahr in Stufe 1, Stufe 3 nach zwei Jahren in Stufe 2, Stufe 4 nach drei Jahren in Stufe 3, Stufe 5 nach vier Jahren in Stufe 4 und Stufe 6 nach fünf Jahren in Stufe 5. Das neue Tabellenentgelt wird nach § 17 Abs. 1 TVöD vom Beginn des Monats an gezahlt, in dem die Stufe erreicht wird. Wer am 15. September 2026 in Stufe 1 anfängt, erhält Stufe 2 ab 1. September 2027. **Zählt Elternzeit für den Stufenaufstieg?** Nein, Elternzeit wird nicht auf die Stufenlaufzeit angerechnet. Sie ist aber im TVöD bis zu jeweils fünf Jahren unschädlich, im TV-L ohne Begrenzung: Die bisherige Stufe bleibt erhalten und die bereits zurückgelegte Laufzeit läuft nach der Rückkehr weiter. Erst bei Elternzeit von mehr als fünf Jahren sieht § 17 Abs. 3 TVöD eine Rückstufung um eine Stufe vor, nicht jedoch unter die Stufe einer Neueinstellung. **Verliere ich meine Stufe bei einer Höhergruppierung?** Im TVöD nicht: Bei Höhergruppierung aus den Entgeltgruppen 2 bis 14 werden Sie derselben Stufe zugeordnet, die Sie in der niedrigeren Gruppe erreicht haben, mindestens Stufe 2; die Stufenlaufzeit beginnt neu. Im TV-L erfolgt die Zuordnung betragsmäßig zu der Stufe, in der Sie mindestens Ihr bisheriges Tabellenentgelt erhalten, mit einem Garantiebetrag von 100 € (E 2 bis E 8) oder 180 € (E 9a bis E 15), wenn der Unterschied kleiner ist. **Kann der Arbeitgeber die Stufenlaufzeit verlängern?** Ja, aber nur für die Stufen 4 bis 6 und nur bei Leistungen, die erheblich unter dem Durchschnitt liegen (§ 17 Abs. 2 TVöD, § 17 Abs. 2 TV-L). Der Arbeitgeber muss jährlich prüfen, ob die Gründe noch vorliegen. Gegen die Verlängerung können Sie sich schriftlich beschweren; zuständig ist eine betriebliche Kommission, die je zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Personalrat besetzt wird. Umgekehrt kann die Laufzeit bei erheblich überdurchschnittlicher Leistung verkürzt werden. **Nehme ich die Stufe mit, wenn ich den Arbeitgeber wechsle?** Die Stufenlaufzeit zählt nur Zeiten bei demselben Arbeitgeber. Bei einem Wechsel innerhalb des Bundes werden Stufe und Laufzeit fortgeführt. Wechseln Sie zu einer anderen Kommune oder einem anderen Land, kann der neue Arbeitgeber die erworbene Stufe ganz oder teilweise berücksichtigen, muss es aber nicht (§ 16 Abs. 2a TVöD VKA, § 16 Abs. 2a TV-L). Ohne diese Zusage beginnen Sie mit der Stufe, die Ihrer einschlägigen Berufserfahrung entspricht, höchstens Stufe 3. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, § 16 (Bund), § 16 (VKA), § 17, § 37 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - TV-L § 16 und § 17 (TdL, i. d. F. des ÄTV Nr. 14): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TV-L (data/pay-tables/TV_L-2026-04-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tv-l (Stand 1.4.2026) --- ## Sabbatjahr im öffentlichen Dienst: Modelle, Antrag, Folgen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/sabbatical-sabbatjahr-oeffentlicher-dienst Kategorie: Arbeitsalltag & Recht Themen: Sabbatical, Arbeitszeit, Teilzeit, Beamtenstatus Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Das Sabbatjahr ist im öffentlichen Dienst kein eigener Anspruch, sondern eine besondere Form der Teilzeit. Beamtinnen und Beamte nutzen das Blockmodell, in Bayern nach Art. 88 Abs. 4 BayBG mit höchstens zehn Jahren Bewilligungszeitraum, in Nordrhein-Westfalen nach § 65 LBG NRW mit höchstens sieben Jahren. Tarifbeschäftigte brauchen dafür ein Langzeitkonto nach § 10 Abs. 7 TVöD oder ein Sabbatjahrmodell nach § 6 Abs. 2 TV-L. In einem Fünfjahresmodell in E 9b Stufe 3 TVöD VKA sinkt das Monatsentgelt von 4.203,56 € auf 3.362,85 €. Ein Jahr aussetzen, ohne den Arbeitsplatz zu verlieren: Das geht im öffentlichen Dienst, aber nicht als Anspruch. Das Sabbatjahr ist rechtlich kein eigenes Institut, sondern eine besondere Verteilung von Teilzeit. Sie arbeiten mehrere Jahre in vollem Umfang und werden dabei wie eine Teilzeitkraft bezahlt; im letzten Abschnitt bleiben Sie zu Hause und das gekürzte Entgelt läuft weiter. Für Beamtinnen und Beamte steht dieses Blockmodell in den Landesbeamtengesetzen, für Tarifbeschäftigte hängt es an einer Betriebs- oder Dienstvereinbarung. ### Wie funktioniert das Ansparmodell? Sie vereinbaren einen Bewilligungszeitraum, der aus Ansparphase und Freistellungsphase besteht. Während der Ansparphase leisten Sie die volle regelmäßige Arbeitszeit, erhalten aber nur den Teil des Entgelts, der dem Verhältnis von Arbeitszeit zu Gesamtzeitraum entspricht. In der Freistellungsphase arbeiten Sie nicht und bekommen weiter denselben gekürzten Betrag. Art. 88 Abs. 4 Satz 1 BayBG beschreibt das so: Die Teilzeit soll in der Weise bewilligt werden, dass „zunächst während eines Teils des Bewilligungszeitraums die Arbeitszeit bis zur regelmäßigen Arbeitszeit erhöht und diese Arbeitszeiterhöhung während des unmittelbar daran anschließenden Teils des Bewilligungszeitraums durch eine entsprechende Ermäßigung der Arbeitszeit oder durch eine ununterbrochene volle Freistellung vom Dienst ausgeglichen wird“. § 65 Abs. 1 LBG NRW verwendet fast denselben Wortlaut. | Modell | Ansparphase | Freistellung | Entgelt im gesamten Zeitraum | E 9b Stufe 3 TVöD VKA | | --- | --- | --- | --- | --- | | Vollzeit ohne Modell | entfällt | keine | 100 Prozent | 4.203,56 € | | Dreijahresmodell | 2 Jahre | 12 Monate | 2 Drittel | 2.802,37 € | | Vierjahresmodell | 3 Jahre | 12 Monate | 3 Viertel | 3.152,67 € | | Fünfjahresmodell | 4 Jahre | 12 Monate | 4 Fünftel | 3.362,85 € | Die Beträge stammen aus der Entgelttabelle [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) ab 1.5.2026. Im Fünfjahresmodell verzichten Sie also vier Jahre lang auf 840,71 € im Monat und erhalten dafür ein volles Jahr Freistellung. Wer ein halbes Jahr frei nehmen will, halbiert die Rechnung: Zweieinhalb Jahre Arbeit bei fünf Sechsteln Entgelt ergeben sechs Monate Freistellung. In E 11 Stufe 4 TV-L, 5.210,41 € nach der Tabelle ab 1.4.2026, bringt das Fünfjahresmodell 4.168,33 € im Monat. ### Welche Regeln gelten für Beamtinnen und Beamte? Das Blockmodell steht in den Landesbeamtengesetzen und im Bundesrecht, jeweils mit eigener Höchstdauer für den gesamten Bewilligungszeitraum. Begrenzt ist damit nicht die Freistellung, sondern die Summe aus Ansparen und Freistellung. | Dienstherr | Rechtsgrundlage | Höchstdauer des Bewilligungszeitraums | | --- | --- | --- | | Freistaat Bayern | Art. 88 Abs. 4 BayBG | zehn Jahre | | Nordrhein-Westfalen | § 65 Abs. 1 LBG NRW | sieben Jahre | Für Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte regelt § 91 Abs. 1 BBG die voraussetzungslose Teilzeit bis zur Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit, soweit dienstliche Belange nicht entgegenstehen. Wer Kinder unter 18 Jahren betreut oder Angehörige pflegt, kann nach § 92 Abs. 1 BBG zusätzlich unbezahlten Urlaub erhalten; Teilzeit unterhalb der Hälfte und Beurlaubung dürfen zusammen nicht länger als 15 Jahre dauern. Die anderen Länder haben eigene Vorschriften mit eigenen Fristen; erkundigen Sie sich vor dem Antrag bei der Personalstelle nach der Norm Ihres Dienstherrn, denn Höchstdauer und Rückabwicklung unterscheiden sich. Während des gesamten Zeitraums gilt die Nebentätigkeitsgrenze für Vollzeitbeschäftigte: Nach Art. 88 Abs. 2 BayBG und § 91 Abs. 2 BBG dürfen Sie außerhalb des Beamtenverhältnisses nur berufliche Verpflichtungen eingehen, die auch Vollzeitkräften erlaubt wären. Ein Sabbatjahr, in dem Sie nebenbei arbeiten wollen, scheitert daran meist. Die Freistellung ist außerdem dienstrechtlich Teilzeit und keine Beurlaubung; sie mindert die ruhegehaltfähige Dienstzeit anteilig. ### Was gilt für Tarifbeschäftigte im TVöD und TV-L? Hier gibt es keinen Paragrafen, der das Sabbatjahr regelt, sondern zwei Türen. Die erste ist das Langzeitkonto. § 10 Abs. 7 TVöD sieht vor, dass auf betrieblicher Ebene die Einrichtung eines Langzeitkontos vereinbart werden kann; das eingebrachte Wertguthaben kann „gemäß § 7c SGB IV (insbesondere für ein Sabbatical, für eine Verringerung der Arbeitszeit, die der Beschäftigte nach § 8 oder § 9a TzBfG verlangen kann, Freistellung wegen Kinderbetreuungszeiten und Pflegezeit) verwendet werden“. Das Sabbatical steht damit ausdrücklich im Tarifvertrag, aber nur als Verwendungszweck eines Kontos, das erst existieren muss. Die Dienstvereinbarung muss nach § 10 Abs. 7 TVöD unter anderem regeln, welche Entgeltbestandteile eingezahlt werden können, wie Störfälle und die Übertragung des Wertguthabens bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses behandelt werden, welche Mindestzeiten und Ankündigungsfristen für die Freistellungsphase gelten und wie das Entgelt in dieser Phase berechnet wird. Bei insolvenzfähigen Arbeitgebern kommt eine Insolvenzsicherung hinzu. Fragen Sie im Personalrat nach, ob eine solche Vereinbarung besteht; ohne sie führt das Konto zu nichts. Die zweite Tür ist der Ausgleichszeitraum. § 6 Abs. 2 Satz 2 TV-L erlaubt es, „für die Durchführung so genannter Sabbatjahrmodelle“ einen längeren Zeitraum als ein Jahr für die Berechnung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit zugrunde zu legen. Damit ist das Blockmodell tariflich zulässig, ohne dass ein Wertguthaben nach SGB IV gebildet wird. Der TVöD kennt diese Klausel nicht; dort führt der Weg über § 10. Wie sich Vollzeit, Teilzeit und Ausgleichszeiträume sonst verhalten, steht im Beitrag zu [Arbeitszeit, Gleitzeit und Überstunden](/infocenter/arbeitszeit-gleitzeit-ueberstunden-arbeitszeitkonto). ### Was ist der Unterschied zum Sonderurlaub nach § 28 TVöD? Der Sonderurlaub ist die einfachere, aber teurere Variante. § 28 TVöD lautet vollständig: „Beschäftigte können bei Vorliegen eines wichtigen Grundes unter Verzicht auf die Fortzahlung des Entgelts Sonderurlaub erhalten.“ § 28 TV-L ist wortgleich. Sie erhalten also für die gesamte Zeit kein Geld, statt es über Jahre anzusparen. Der Unterschied wirkt über das Entgelt hinaus. Beim Blockmodell besteht das Arbeitsverhältnis in vollem Umfang fort, Sie bleiben sozialversichert und der Stufenaufstieg läuft weiter, weil Teilzeitzeiten nach § 17 Abs. 3 Satz 4 TVöD voll angerechnet werden. Beim unbezahlten Sonderurlaub ruht das Arbeitsverhältnis: Die Stufenlaufzeit wird angehalten, es sei denn, der Arbeitgeber hat vor dem Antritt schriftlich ein dienstliches oder betriebliches Interesse anerkannt (§ 17 Abs. 3 Satz 1 Buchst. d TVöD). Auch der Urlaubsanspruch schrumpft: Nach § 26 Abs. 2 Buchst. c TVöD vermindert er sich für jeden vollen Kalendermonat des Ruhens um ein Zwölftel. Wie der Anspruch sonst berechnet wird, steht im Beitrag zum [Urlaub im öffentlichen Dienst](/infocenter/urlaub-tvoed-tv-l-30-tage). Die Krankenversicherung müssen Sie im Sonderurlaub selbst tragen, wenn er länger als einen Monat dauert. Für Beschäftigte, deren Stufenlaufzeit ohnehin läuft, ist die Rechnung eindeutig: Wer in E 9b Stufe 3 ein Jahr unbezahlten Sonderurlaub nimmt, verliert 50.442,72 € brutto und verschiebt zugleich den Aufstieg in Stufe 4 um zwölf Monate. Die Wirkung auf die Laufzeit erklärt der Beitrag zum [Stufenaufstieg im TVöD und TV-L](/infocenter/stufenlaufzeit-stufenaufstieg-tvoed-tv-l). ### Wie beantragen Sie ein Sabbatjahr? 1. Klären Sie die Rechtsgrundlage. Beamtinnen und Beamte prüfen die Blockmodell-Vorschrift ihres Dienstherrn, Tarifbeschäftigte fragen die Personalstelle oder den Personalrat, ob eine Dienstvereinbarung zum Langzeitkonto oder ein Sabbatjahrmodell besteht. 2. Legen Sie den Zeitraum fest. Nennen Sie Beginn und Ende der Ansparphase, Beginn und Ende der Freistellung sowie den Umfang der Arbeitszeitermäßigung im gesamten Zeitraum. 3. Rechnen Sie das Entgelt aus. Multiplizieren Sie Ihr Tabellenentgelt mit dem Anteil der Arbeitsjahre am Gesamtzeitraum und prüfen Sie, ob Sie mit diesem Betrag über den ganzen Zeitraum auskommen. 4. Stellen Sie den Antrag schriftlich und früh. Fristen ergeben sich aus der Dienstvereinbarung; im Beamtenrecht ist der Antrag auf Verlängerung einer Teilzeit nach § 63 Abs. 3 LBG NRW spätestens sechs Monate vor Ablauf zu stellen, im Bund nach § 92 Abs. 2 BBG ebenfalls sechs Monate. 5. Lassen Sie die Rückabwicklung schriftlich festhalten. Was bei Dienstherrenwechsel, Kündigung, Elternzeit oder Dienstunfähigkeit mit dem angesparten Guthaben geschieht, gehört in den Bescheid oder die Vereinbarung. ### Wie lang sollte die Ansparphase sein? Wer ein Jahr Freistellung in drei Jahren ansparen will, verzichtet 24 Monate lang auf ein Drittel des Entgelts. In E 9b Stufe 3 sind das 1.401,19 € im Monat. Diese Belastung fällt in der Praxis genau in die Jahre, in denen ohnehin Miete, Kredite und Kinderbetreuung laufen; viele brechen deshalb ab und lösen damit die Rückabwicklung aus. Ein Fünfjahresmodell kostet monatlich nur 840,71 € und ist auch dann noch zulässig, wenn Ihr Dienstherr wie Nordrhein-Westfalen den Bewilligungszeitraum auf sieben Jahre begrenzt. Prüfen Sie außerdem, wie die Jahressonderzahlung und die Zusatzversorgung mitlaufen. Beide bemessen sich am tatsächlich gezahlten, also gekürzten Entgelt; ein Sabbatjahr mindert damit auch die Betriebsrente. Wer nach der Rückkehr auf eine höherwertige Stelle wechseln will, sollte die Bewerbung nicht in die Freistellungsphase legen: Auf [Tarifstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) und [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) zählt die zuletzt tatsächlich ausgeübte Tätigkeit, und die ruht während der Freistellung. Ein Wechsel in [Teilzeitstellen](/jobs?arbeitszeit=teilzeit) ist dagegen jederzeit möglich, weil das Blockmodell rechtlich nichts anderes ist. ### Häufige Fragen **Habe ich Anspruch auf ein Sabbatjahr im öffentlichen Dienst?** Nein. Weder TVöD noch TV-L noch die Beamtengesetze geben einen Anspruch auf ein Sabbatjahr. Das Blockmodell für Beamtinnen und Beamte ist eine Kann- oder Soll-Regelung: Nach Art. 88 Abs. 4 BayBG soll die Bewilligung erfolgen, wenn keine zwingenden dienstlichen Belange entgegenstehen, nach § 65 Abs. 1 LBG NRW kann sie erfolgen, wenn dienstliche Belange nicht entgegenstehen. Für Tarifbeschäftigte hängt alles davon ab, ob die Dienststelle ein Langzeitkonto eingerichtet hat. **Wie lange darf ein Sabbatjahr dauern?** Die Freistellungsphase dauert üblicherweise sechs oder zwölf Monate; begrenzt ist nicht sie, sondern der gesamte Bewilligungszeitraum aus Ansparphase und Freistellung. In Bayern darf er nach Art. 88 Abs. 4 Satz 2 BayBG höchstens zehn Jahre betragen, in Nordrhein-Westfalen nach § 65 Abs. 1 Satz 2 LBG NRW höchstens sieben Jahre. Ein Fünfjahresmodell mit vier Jahren Arbeit und einem Jahr Freistellung bleibt in beiden Ländern zulässig. **Wie viel Gehalt bleibt während des Sabbatjahrs?** Das gleiche wie in der Ansparphase, denn Sie werden während des gesamten Zeitraums wie eine Teilzeitkraft bezahlt. Im Fünfjahresmodell erhalten Sie durchgehend vier Fünftel, also 80 Prozent. In E 9b Stufe 3 TVöD VKA sind das 3.362,85 € statt 4.203,56 €. Im Vierjahresmodell sind es drei Viertel: 3.152,67 €. Die Differenz finanziert die Freistellung. **Zählt das Sabbatjahr für den Stufenaufstieg?** Im Blockmodell ja, denn rechtlich bleibt das Arbeits- oder Dienstverhältnis durchgehend bestehen und es handelt sich um Teilzeit. Nach § 17 Abs. 3 Satz 4 TVöD werden Zeiten mit kürzerer Arbeitszeit voll auf die Stufenlaufzeit angerechnet. Anders liegt es bei unbezahltem Sonderurlaub nach § 28 TVöD: Er hält die Stufenlaufzeit an, es sei denn, der Arbeitgeber hat vor Antritt schriftlich ein dienstliches Interesse anerkannt. **Was passiert, wenn ich das Sabbatjahr nicht antreten kann?** Dann wird das Modell rückabgewickelt. Nach § 65 Abs. 3 LBG NRW ist die Teilzeitbeschäftigung bei Beendigung des Beamtenverhältnisses, beim Dienstherrenwechsel und in besonderen Härtefällen rückwirkend zu widerrufen; zu wenig gezahlte Bezüge zahlt der Dienstherr nach. Art. 88 Abs. 5 BayBG regelt das gleich. Bei einem Langzeitkonto nach § 10 Abs. 7 TVöD muss die Dienstvereinbarung Störfälle und die Übertragung des Wertguthabens regeln. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, § 6, § 10, § 17, § 28 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - TV-L § 6 Abs. 2 und § 28 (TdL, i. d. F. des ÄTV Nr. 14): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - Art. 88 BayBG (Antragsteilzeit, Blockmodell): https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayBG-88 (Abruf 7.9.2026) - § 65 LBG NRW (Teilzeitbeschäftigung im Blockmodell): https://recht.nrw.de/lrgv/gesetz/13122025-landesbeamtengesetz-lbg-nrw/ (Fassung vom 13.12.2025) - § 91 und § 92 BBG (Teilzeit, familienbedingte Beurlaubung): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__92.html (Abruf 7.9.2026) - § 7c SGB IV (Verwendung von Wertguthaben): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__7c.html (Abruf 7.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TV-L (data/pay-tables/TV_L-2026-04-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tv-l (Stand 1.4.2026) --- ## Wer macht was im Rathaus: Ämter der Stadtverwaltung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/stadtverwaltung-aemter-ueberblick Kategorie: Berufe & Bereiche Themen: Verwaltung, Kommunen, Eingruppierung, Entgeltgruppe Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Eine Stadtverwaltung gliedert sich in Dezernate unter Leitung von Beigeordneten und darunter in Ämter. Die Gemeindeordnungen regeln nur die Spitze: Der Bürgermeister leitet und verteilt die Geschäfte und ist Dienstvorgesetzter aller Bediensteten, die Zahl der Beigeordneten legt die Hauptsatzung fest. Köln führt neun Dezernate. Die Entgeltspannen der Ämter reichen von E 5 im Bürgerbüro bis E 12 und höher in Bauverwaltung und Kämmerei. Die Stadt Köln führt neun Dezernate, vom Dezernat des Oberbürgermeisters über Mobilität und Planen und Bauen bis zu Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften. Darunter liegen mehrere Dutzend Ämter. Wer eine Stelle im Rathaus sucht, bewirbt sich fast nie bei „der Stadt“, sondern bei einem dieser Ämter, und das entscheidet über Aufgaben, Rechtsgebiet und Entgeltgruppe. ### Was schreiben die Gemeindeordnungen vor? Die Gemeindeordnungen der Länder regeln die Spitze der Verwaltung, nicht ihren Zuschnitt im Einzelnen. Die Gemeindeordnung für Nordrhein-Westfalen ist dafür ein gutes Beispiel, weil sie die Aufgabenverteilung ungewöhnlich deutlich benennt. Nach § 62 Absatz 1 GO NRW ist der Bürgermeister kommunaler Wahlbeamter und verantwortlich für die Leitung und Beaufsichtigung des Geschäftsgangs der gesamten Verwaltung. Er leitet und verteilt die Geschäfte und kann sich einzelne Angelegenheiten selbst vorbehalten. Nach § 73 Absatz 2 ist er Dienstvorgesetzter der Bediensteten der Gemeinde und trifft die dienst- und arbeitsrechtlichen Entscheidungen. Die zweite Ebene bilden die Beigeordneten. Ihre Zahl legt nach § 71 Absatz 1 die Hauptsatzung fest; sie sind kommunale Wahlbeamte und werden vom Rat für acht Jahre gewählt. In kreisfreien Städten muss ein Beigeordneter als Stadtkämmerer bestellt werden. Zusammen mit Bürgermeister und Kämmerer bilden sie nach § 70 den Verwaltungsvorstand, der bei den Grundsätzen der Organisation, der Aufstellung des Haushaltsplans und den Grundsätzen der Personalführung mitwirkt. Alles darunter, also die Einteilung in Ämter, Fachbereiche oder Fachdienste, entscheidet die Kommune selbst. Deshalb heißt dieselbe Einheit in einer Stadt Ordnungsamt, in der nächsten Fachbereich Bürgerdienste und im Landkreis Fachdienst Sicherheit und Ordnung. Eine zweite Unterscheidung prägt die Arbeit stärker als der Name: Pflichtaufgaben und freiwillige Aufgaben. Meldewesen, Bauaufsicht, Jugendhilfe und Sozialleistungen muss eine Kommune erfüllen, teils nach Weisung des Landes. Bibliotheken, Sportförderung, Volkshochschule und Wirtschaftsförderung sind freiwillig und werden bei angespanntem Haushalt zuerst gekürzt. Wer langfristig planen will, sollte wissen, in welcher Kategorie die eigene Stelle liegt. ### Welche Ämter gibt es und welche Stellen schreiben sie aus? Trotz unterschiedlicher Bezeichnungen ähneln sich die Zuständigkeiten stark. Die folgende Übersicht ordnet den typischen Ämtern die Stellen zu, die dort ausgeschrieben werden, und die Entgeltgruppen, die dabei üblich sind. | Amt | Typische Stellen | Entgeltspanne | | --- | --- | --- | | Hauptamt, Bürgermeisterbüro | Ratsbüro, Organisation, Gremienbetreuung, Presse | E 6 bis E 11 | | Personalamt | Personalsachbearbeitung, Eingruppierung, Bezügeabrechnung, Ausbildungsleitung | E 8 bis E 11 | | Kämmerei, Stadtkasse | Haushaltsplanung, Buchhaltung, Vollstreckung, Steueramt | E 6 bis E 12 | | Rechtsamt, Vergabestelle | Justiziariat, Widerspruchsbearbeitung, Vergabeprüfung | E 9b bis E 13 | | Bürgerbüro, Standesamt | Meldewesen, Pass- und Ausweiswesen, Personenstandsfälle | E 5 bis E 9a | | Ordnungsamt | Gewerbe, Gaststätten, Bußgeldstelle, Kommunaler Ordnungsdienst | E 6 bis E 10 | | Sozialamt, Jobcenter | Leistungssachbearbeitung, Wohngeld, Eingliederungshilfe | E 8 bis E 11 | | Jugendamt | Allgemeiner Sozialer Dienst, Amtsvormundschaft, Kita-Fachberatung | S-Tabelle, teils E 9c bis E 11 | | Bauverwaltung, Bauaufsicht | Bauantragsprüfung, Bauordnung, Denkmalschutz | E 9c bis E 12 | | Stadtplanung, Tiefbau, Grünflächen | Bebauungsplanung, Straßenbau, Landschaftsplanung | E 10 bis E 13 | | Amt für Informationsverarbeitung | Systemadministration, Fachverfahrensbetreuung, Informationssicherheit | E 9b bis E 13 | *Entgeltgruppen als Spanne aus Ausschreibungen; verbindlich ist immer die Bewertung der konkreten Stelle nach der Entgeltordnung.* Die Beträge zu jeder Gruppe stehen in der [TVöD-VKA-Tabelle](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). ### Warum sagt der Amtsname nichts über das Gehalt? Die Entgeltgruppe folgt aus der Tätigkeit, nicht aus dem Amt. Zwei Beispiele aus demselben Haus können weit auseinanderliegen: Die Ausgabe von Personalausweisen im Bürgerbüro erfüllt gründliche Fachkenntnisse und landet bei E 5 oder E 6, die Prüfung eines Bauantrags nach Landesbauordnung erfüllt besondere Schwierigkeit und Bedeutung und erreicht E 10 oder E 11. Der Landkreis Rostock schrieb im September 2026 eine Sachbearbeitung Bauaufsicht in Güstrow mit TVöD-VKA E 10 aus und verlangte dafür ein technisch-ingenieurwissenschaftliches Hochschulstudium. Die Höhe der Gruppe erklärt sich aus dem Prüfungsumfang, nicht aus dem Ortsschild. Wie die Anforderungen aufeinander aufbauen, erläutert der Beitrag [Eingruppierung und Tätigkeitsmerkmale](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale); welche Aufgaben in der Sachbearbeitung typisch sind, steht unter [Sachbearbeitung in der Verwaltung](/infocenter/sachbearbeiter-verwaltung-aufgaben-gehalt). In welcher Stufe Sie innerhalb der Gruppe starten, hängt von anerkannter Berufserfahrung ab. Die Regeln dazu stehen im Beitrag [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). ### Welches Amt passt zu welchem Profil? Wer aus einem kaufmännischen Beruf kommt, findet in Kämmerei, Stadtkasse und Personalamt die geringste Umstellung: Buchführung, Fristen, Abrechnungslogik. Der Rechtsstoff kommt hinzu, die Denkweise bleibt. Juristische Neigung führt ins Ordnungsamt, ins Rechtsamt oder in die Bauaufsicht. Dort wird täglich subsumiert, Ermessen ausgeübt und begründet, warum eine Erlaubnis versagt wird. Diese Ämter suchen dauerhaft und nehmen auch Bewerber ohne Volljuristenexamen, sofern die Verwaltungsprüfung II oder ein Verwaltungsstudium vorliegt. Soziale Berufe konzentrieren sich in Jugendamt, Sozialamt und Gesundheitsamt. Für den Allgemeinen Sozialen Dienst verlangen Städte fast immer ein Studium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik mit staatlicher Anerkennung; bezahlt wird nach der S-Tabelle des TVöD, nicht nach der allgemeinen E-Tabelle. Technische Profile finden in Tiefbau, Stadtplanung, Grünflächen und Gebäudemanagement den Einstieg, häufig mit Fachkräftemangel und entsprechend kurzen Verfahren. ### Worauf Sie bei der Bewerbung achten sollten Die Kennziffer der Ausschreibung gehört in jede Bewerbung, weil viele Kommunen die Zuordnung sonst nicht vornehmen. Ebenso wichtig ist die Frist: Sie ist eine Ausschlussfrist, kein Richtwert. Den Ablauf beschreibt der Beitrag [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren). Ein Detail, das viele übersehen: Kleine Gemeinden schreiben deutlich seltener aus, besetzen dafür aber breiter zugeschnittene Stellen. Wer im 8.000-Einwohner-Rathaus anfängt, bearbeitet Gewerbeanmeldung, Friedhofswesen und Wahlorganisation nebeneinander. Das ist fachlich lehrreich und in der Eingruppierung oft besser als gedacht, weil vielseitige Fachkenntnisse leichter nachweisbar sind. In der Großstadt ist der Zuschnitt enger, die Spezialisierung dafür tiefer und der Aufstieg planbarer. Offene Stellen stehen unter [Arbeitgeber Kommune](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) und [Verwaltung](/jobs/berufsfeld/verwaltung). ### Häufige Fragen **Wie ist eine Stadtverwaltung aufgebaut?** An der Spitze steht der Bürgermeister oder die Oberbürgermeisterin als kommunaler Wahlbeamter. Darunter liegen Dezernate, die von gewählten Beigeordneten geführt werden; ihre Zahl legt die Hauptsatzung fest. Jedes Dezernat bündelt mehrere Ämter, die die eigentliche Facharbeit leisten. Die Stadt Köln führt neun Dezernate, von der allgemeinen Verwaltung über Mobilität bis zu Klima und Liegenschaften. **Was ist der Unterschied zwischen einem Dezernat und einem Amt?** Ein Dezernat ist eine politisch-administrative Führungsebene unter Leitung eines Beigeordneten, der vom Rat für acht Jahre gewählt wird. Ein Amt ist die darunterliegende Facheinheit mit einer Amtsleitung und festen Zuständigkeiten, etwa das Ordnungsamt oder das Jugendamt. Ausgeschrieben werden fast immer Stellen in Ämtern, nicht in Dezernaten. **In welchem Amt verdient man am meisten?** Die Spitzenwerte liegen dort, wo akademische Qualifikationen verlangt werden: Kämmerei, Rechtsamt, Stadtplanung und Bauverwaltung erreichen regelmäßig E 11 bis E 13. In E 12 zahlt der TVöD VKA seit dem 1. Mai 2026 zwischen 4.416 Euro in Stufe 1 und 6.900 Euro in Stufe 6. Bürgerbüro und Registratur liegen mit E 5 und E 6 am unteren Ende der Spanne. **Welches Amt eignet sich für den Einstieg ohne Verwaltungserfahrung?** Bürgerbüro, Standesamt und Ordnungsamt stellen am häufigsten ein und arbeiten Neue systematisch ein. Auch Jugendamt und Sozialamt suchen dauerhaft, verlangen dort aber oft ein Studium der Sozialen Arbeit. Wer aus einem kaufmännischen Beruf kommt, findet in Kämmerei und Personalamt die nächstliegenden Anknüpfungspunkte und kann den Verwaltungslehrgang I nachholen. **Sind Beschäftigte im Rathaus Beamte oder Tarifbeschäftigte?** Beides, oft im selben Amt nebeneinander. Hoheitliche Aufgaben mit Eingriffscharakter wie Ordnungsverwaltung und Bauaufsicht sind häufig mit Beamten besetzt, die übrige Sachbearbeitung überwiegend mit Tarifbeschäftigten nach TVöD VKA. Die Ausschreibung nennt in diesen Fällen beide Angaben, etwa A 10 beziehungsweise E 9c. Der Bürgermeister ist Dienstvorgesetzter aller Bediensteten der Gemeinde. ### Quellen - Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (GO NRW), §§ 62, 70, 71, 73: https://recht.nrw.de/lrgv/gesetz/01112025-gemeindeordnung-fuer-das-land-nordrhein-westfalen-go-nrw-bekanntmachung-der/ (Neufassung vom 1.11.2025) - Stadt Köln, Dezernate und Ämter: https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/dezernate/index.html (abgerufen am 8.9.2026) - Anlage 1 zum TVöD, Entgeltordnung (VKA), Teil A Abschnitt I Ziffer 3 (VKA-Lesefassung Verwaltung): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/250406_TVoeD_Verwaltung.pdf (Lesefassung Stand 6.4.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/vka/a/4410-vka-2026.html (Stand 1.5.2026, Laufzeit bis 31.3.2027) - Landkreis Rostock, Ausschreibung Sachbearbeiter (m/w/d) Bauaufsicht, Güstrow, TVöD-VKA E 10: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/interamt/2026/09/1489210.html (abgerufen am 8.9.2026) --- ## Verbeamtung: Höchstalter in Bund und allen 16 Ländern URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/verbeamtung-altersgrenze-bundeslaender Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Verbeamtung, Länder, Bund, Lehrkräfte Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Höchstaltersgrenze für die Einstellung in ein Beamtenverhältnis auf Probe reicht von 40 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern bis 50 Jahren in Hessen und Schleswig-Holstein. Beim Bund liegt sie nach § 48 Abs. 1 BHO beim vollendeten 50. Lebensjahr. Bayern nennt in Art. 23 Abs. 1 BayBG 45 Jahre, Nordrhein-Westfalen in § 14 Abs. 3 LBG NRW 42 Jahre, Baden-Württemberg in § 48 Abs. 1 LHO 42 Jahre. Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt rechnen stattdessen mit einem Abstand zur Regelaltersgrenze. Kinderbetreuung und Pflege heben die Grenze in den meisten Ländern um bis zu drei Jahre je Fall an. Zehn Jahre Unterschied trennen den strengsten vom großzügigsten Dienstherrn. Mecklenburg-Vorpommern verbeamtet auf Probe nur, wer das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Hessen und Schleswig-Holstein ziehen die Linie bei 50. Wer mit 44 aus der Privatwirtschaft in den öffentlichen Dienst wechseln will, ist in Wiesbaden Bewerber und in Schwerin Fall für eine Ausnahmegenehmigung. Die Grenze hat nichts mit Eignung zu tun, sondern mit Versorgungslasten: Der Dienstherr will ein Verhältnis zwischen aktiver Dienstzeit und Pension, das sich rechnet. ### Wie hoch ist das Höchstalter in Bund und Ländern? Maßgeblich ist in allen Fällen der Zeitpunkt der Ernennung, nicht der Bewerbung, und der Wert bezieht sich auf die Einstellung in ein Beamtenverhältnis auf Probe. Für den Vorbereitungsdienst als Beamtin oder Beamter auf Widerruf gelten meist niedrigere Grenzen. | Dienstherr | Höchstalter | Rechtsgrundlage | Wichtigste Ausnahmen | | --- | --- | --- | --- | | Bund | 50 Jahre | § 48 Abs. 1 BHO | 55 Jahre bei geteilten Versorgungslasten, 62 Jahre bei bestehenden Versorgungsansprüchen; außerordentlicher Mangel an gleich geeigneten jüngeren Bewerbern; Polizeivollzugsdienst 40 bzw. 45 Jahre | | Baden-Württemberg | 42 Jahre | § 48 Abs. 1 LHO | je Betreuungs- oder Pflegefall zwei Jahre; Zeit des Grundwehr- oder Zivildienstes; Professoren fünf Jahre mehr; Ausnahme bei eindeutigem Mangel an geeigneten jüngeren Bewerbern (Abs. 3) | | Bayern | 45 Jahre | Art. 23 Abs. 1 BayBG | Ausnahmen durch die oberste Dienstbehörde, bei Staatsbeamten im Einvernehmen mit dem Finanzministerium, sonst mit Zustimmung des Landespersonalausschusses; gilt nicht für Beamte auf Zeit | | Berlin | 20 Jahre vor der Regelaltersgrenze, bei 67 Jahren also 47 | § 8a Abs. 1 LBG | je Kind unter 18 Jahren und je pflegebedürftigem nahen Angehörigen ein Jahr, insgesamt höchstens drei Jahre; 50 Jahre bei Dienstherrenwechsel mit Versorgungslastenteilung; Ausnahme bei fehlenden jüngeren Bewerbungen oder dringendem dienstlichem Interesse | | Brandenburg | 47 Jahre | § 3 Abs. 2 LBG | gilt nicht, wenn vor dem 47. Geburtstag bereits ein Beamten- oder Richterverhältnis bestand und seitdem ununterbrochen Bezüge gezahlt werden; Ausnahmen durch die oberste Dienstbehörde im Einvernehmen mit dem zuständigen Ministerium | | Bremen | 45 Jahre | § 48 Abs. 1 LHO | Hochschullehrer 55 Jahre; keine Grenze bei Versetzung mit geteilten Versorgungslasten; Ausnahme bei erheblichem Vorteil für das Land oder dringendem dienstlichem Interesse (Abs. 2). Ein Gesetzentwurf des Senats vom 3. März 2026 sieht eine Anhebung auf bis zu 49 Jahre für Betreuungs- und Pflegezeiten vor | | Hamburg | 45 Jahre | § 5 Abs. 1 HmbLVO | je Kind oder Pflegefall drei Jahre, höchstens sechs Jahre (§ 9 Abs. 3); schwerbehinderte Menschen fünf Jahre mehr (§ 9 Abs. 5); Vorbereitungsdienst 40 Jahre (§ 11 Abs. 1) | | Hessen | 50 Jahre | § 11 Abs. 1 HLVO | ausnahmsweise bis 60 Jahre bei besonderem dienstlichem Interesse, also wenn keine anderen geeigneten Bewerber vorhanden sind und die Person nur über eine Verbeamtung gewonnen oder gehalten werden kann (Abs. 2); gilt nicht beim Wechsel aus dem Richterverhältnis | | Mecklenburg-Vorpommern | 40 Jahre | § 18a Abs. 1 LBG M-V | schwerbehinderte Menschen 43 Jahre; Betreuung eines Kindes unter 18 Jahren oder Pflege naher Angehöriger bis zu sechs Jahre mehr; Ausnahme bis 45 Jahre für Beschäftigte derselben Dienststelle mit hoheitlichen Kernaufgaben (Abs. 7); Vorbereitungsdienst 35 Jahre | | Niedersachsen | 45 Jahre | § 18 Abs. 3 NBG, § 16 Abs. 2 NLVO | schwerbehinderte Menschen 48 Jahre; Betreuung eines Kindes unter 18 Jahren oder Pflege je drei Jahre; Überschreiten unbeachtlich, wenn die Grenze am Tag der Antragstellung eingehalten war und die Einstellung binnen eines Jahres folgt; Vorbereitungsdienst 40 Jahre | | Nordrhein-Westfalen | 42 Jahre | § 14 Abs. 3 LBG NRW | schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen 45 Jahre (Abs. 6); Betreuung eines minderjährigen Kindes oder Pflege je bis zu drei Jahre, insgesamt bis zu sechs Jahre (Abs. 5); Ausnahmen bei erheblichem dienstlichem Interesse an der Gewinnung von Fachkräften (Abs. 10); Planstelleninhaber an Ersatzschulen 55 Jahre (Abs. 8) | | Rheinland-Pfalz | 45 Jahre | § 19 Abs. 1 Satz 1 LBG | Vorbereitungsdienst 40 Jahre; Näheres regeln die Laufbahnvorschriften nach §§ 25 und 26 LBG | | Saarland | keine Angabe (Quelle nicht erreichbar) | § 48 LHO verweist auf ein vom Finanzministerium festzusetzendes Lebensalter; § 12 SLVO ist aufgehoben | Nach § 48 LHO bedürfen Einstellung und Versetzung oberhalb dieses Alters der Einwilligung des Ministeriums der Finanzen | | Sachsen | 42 Jahre | § 7 Abs. 1 Satz 1 SächsBG | durch Rechtsverordnung für einzelne Beamtengruppen bis höchstens 52 Jahre; Eltern-, Beurlaubungs-, Kinderbetreuungs- und Pflegezeiten heben die Grenze um bis zu ein Jahr je Einzelfall an; Ausnahmen der obersten Dienstbehörde bis zu insgesamt fünf Jahren beim Nachteilsausgleich | | Sachsen-Anhalt | 22 Jahre vor der Regelaltersgrenze, bei 67 Jahren also 45 | § 8a Satz 1 LBG LSA | gilt nicht bei Übernahme von einem anderen Dienstherrn mit abgefundenen Versorgungslasten, beim Wechsel aus dem Richterverhältnis und für Professoren bis zum 52. Lebensjahr; für Vollzugsdienste gelten die besonderen Altersgrenzen | | Schleswig-Holstein | 50 Jahre | § 48 Abs. 1 LHO | Hochschullehrende 52 Jahre; keine Einwilligung nötig bis 55 Jahre bei Versetzung aus landesunmittelbaren Körperschaften oder mit Versorgungslastenteilung; Einwilligung nur bei außerordentlichem Mangel an geeigneten jüngeren Bewerbern (Abs. 3); weitere Ausnahmen bei Fachkräftemangel (Abs. 4) | | Thüringen | 20 Jahre vor der Regelaltersgrenze, bei 67 Jahren also 47 | § 7 Abs. 1 ThürLaufbG | Ausnahmen nur für besonders spezialisierte Bewerber bei Mangel an gleich qualifizierten jüngeren Bewerbern und erheblichem Vorteil für den Dienstherrn (Abs. 2); gilt nicht für Inhaber eines Eingliederungs- oder Zulassungsscheins nach dem Soldatenversorgungsgesetz | ### Warum rechnen manche Länder statt einer festen Zahl? Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt nennen im Gesetz keine Jahreszahl, sondern einen Abstand. § 8a Abs. 1 Satz 1 LBG Berlin verlangt, dass die Person das Lebensjahr noch nicht vollendet hat, „welches 20 Jahre vor der nach den jeweiligen gesetzlichen Regelungen vorgesehenen Altersgrenze für den Eintritt in den Ruhestand liegt“. Thüringen formuliert in § 7 Abs. 1 ThürLaufbG fast wortgleich, Sachsen-Anhalt setzt in § 8a Satz 1 LBG LSA 22 Jahre an. Der Vorteil dieser Konstruktion: Sie passt sich automatisch an, wenn sich die Regelaltersgrenze ändert. Bei der derzeitigen Regelaltersgrenze von 67 Jahren ergibt die Berliner und Thüringer Formel 47 Jahre, die von Sachsen-Anhalt 45 Jahre. Der Nachteil: Für Laufbahnen mit besonderer Altersgrenze rutscht die Einstellungsgrenze mit nach unten. Wer im Polizeivollzugsdienst mit 62 in den Ruhestand tritt, kann in Berlin nur bis 42 verbeamtet werden. Sachsen-Anhalt schreibt diesen Mechanismus für die Vollzugsdienste in § 8a Satz 2 LBG LSA ausdrücklich fest. ### Welche Zeiten werden angerechnet? Fast alle Länder erhöhen die Grenze für Zeiten, in denen jemand Kinder betreut oder Angehörige gepflegt hat. Die Höhe schwankt stark. Nordrhein-Westfalen und Hamburg sind mit drei Jahren je Fall und sechs Jahren insgesamt am großzügigsten, Baden-Württemberg gewährt zwei Jahre je Fall, Berlin nur ein Jahr je Kind bei einer Obergrenze von drei Jahren, Sachsen ein Jahr je Einzelfall. Wichtig ist die Bedingung. Nordrhein-Westfalen verlangt in § 14 Abs. 5 Satz 2 LBG NRW, dass über den geltend gemachten Zeitraum keine berufliche Tätigkeit von in der Regel mehr als zwei Dritteln der regelmäßigen Arbeitszeit ausgeübt wurde. Wer neben der Kinderbetreuung in Vollzeit gearbeitet hat, bekommt nichts angerechnet. Hamburg zieht nach § 9 Abs. 3 Satz 2 HmbLVO Zeiten einer vorangehenden oder zwischenzeitlichen Ausbildung oder Berufstätigkeit vom Ausgleichszeitraum ab. Baden-Württemberg verlangt nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs zu § 48 Abs. 1 Satz 2 LHO, dass die Pflegezeit die Einstellung tatsächlich verzögert hat. Brandenburg und Thüringen kennen für die Einstellung auf Probe keine Anrechnungsregel. Dort bleibt nur die allgemeine Ausnahmevorschrift. Nordrhein-Westfalen schließt die Anrechnung nach § 14 Abs. 6 Satz 2 LBG NRW aus, wenn bereits die erhöhte Grenze für schwerbehinderte Menschen greift; man bekommt also entweder 45 Jahre oder 42 Jahre plus Betreuungszeiten, nicht beides. ### Wie kommt man an eine Ausnahme? Jedes Land kennt eine Ausnahmevorschrift, aber keine begründet einen Anspruch. Die Formulierungen unterscheiden sich in der Härte. Baden-Württemberg verlangt in § 48 Abs. 3 LHO einen „eindeutigen Mangel an geeigneten jüngeren Bewerbern“ und zusätzlich, dass die Übernahme unter Berücksichtigung der Versorgungslasten einen erheblichen Vorteil bedeutet. Schleswig-Holstein spricht in § 48 Abs. 3 LHO von einem „außerordentlichen Mangel“, Thüringen in § 7 Abs. 2 ThürLaufbG von „besonders spezialisierten Bewerbern“. Praktisch relevant wird das bei Mangelfächern im Schuldienst und in der IT. Nordrhein-Westfalen hat dafür die klarste Norm: § 14 Abs. 10 Satz 1 Nr. 1 LBG NRW lässt Ausnahmen für einzelne Fälle oder Gruppen von Fällen zu, wenn der Dienstherr ein erhebliches dienstliches Interesse daran hat, Bewerber als Fachkräfte zu gewinnen oder zu behalten, und Satz 2 stellt klar, dass ein solches Interesse insbesondere vorliegt, wenn die Ausnahme zur Sicherstellung der öffentlichen Aufgabe erforderlich ist. Über die Ausnahme entscheidet nach § 14 Abs. 11 LBG NRW die oberste Dienstbehörde im Einvernehmen mit den Ministerien für Inneres und Finanzen, bei Kommunen die Aufsichtsbehörde. Hessen geht einen anderen Weg und schreibt die Ausnahme direkt in die Höchstaltersnorm: § 11 Abs. 2 HLVO erlaubt eine Einstellung bis 60 Jahre bei besonderem dienstlichem Interesse und definiert dieses Interesse gleich mit. Für Lehrkräfte im Seiteneinstieg ist das der entscheidende Unterschied zwischen Bundesländern; welche Programme es dafür gibt, zeigt [Seiteneinstieg als Lehrkraft](/infocenter/seiteneinstieg-lehrkraft-bundeslaender). ### Was gilt beim Wechsel des Dienstherrn? Wer bereits verbeamtet ist und das Land wechseln will, wird milder behandelt, weil die Versorgungslasten geteilt werden. Beim Bund steigt die Grenze nach § 48 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BHO von 50 auf 55 Jahre, wenn die künftigen Versorgungslasten nach dem Versorgungslastenteilungs-Staatsvertrag mit dem abgebenden Dienstherrn geteilt werden, und auf 62 Jahre, wenn bereits Versorgungsansprüche zulasten des Bundes erworben wurden und das neue Amt höchstens der bisherigen Besoldungsgruppe entspricht. Berlin setzt in § 8a Abs. 1 Satz 4 LBG bei einem Dienstherrenwechsel mit Versorgungslastenteilung das 50. Lebensjahr an. Sachsen-Anhalt nimmt solche Fälle nach § 8a Satz 3 Nr. 2 LBG LSA ganz von der Grenze aus, ebenso Bremen nach § 48 Abs. 1 Satz 2 LHO. Schleswig-Holstein verzichtet nach § 48 Abs. 2 Nr. 4 LHO bis zum 55. Lebensjahr auf die Einwilligung des Finanzministeriums. Die Verfahrensschritte eines Wechsels beschreibt [Versetzung, Abordnung, Dienstherrenwechsel](/infocenter/versetzung-abordnung-umsetzung-dienstherrenwechsel). Wer die Grenze überschritten hat und keine Ausnahme bekommt, kann trotzdem im öffentlichen Dienst arbeiten, dann als Tarifbeschäftigter. Was das für Gehalt, Absicherung und Altersversorgung bedeutet, rechnet [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede) durch; die weiteren Einstellungsvoraussetzungen stehen in [Beamter werden](/infocenter/beamter-werden-voraussetzungen-ablauf). Aktuelle Stellen mit Verbeamtungsoption listet [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte). ### Häufige Fragen **Bis zu welchem Alter kann man verbeamtet werden?** Das hängt vom Dienstherrn ab. Beim Bund liegt die Grenze nach § 48 Abs. 1 BHO beim vollendeten 50. Lebensjahr. In den Ländern reicht die Spanne von 40 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern (§ 18a Abs. 1 LBG M-V) bis 50 Jahren in Hessen (§ 11 Abs. 1 HLVO) und Schleswig-Holstein (§ 48 Abs. 1 LHO). Bayern nennt 45 Jahre, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg jeweils 42 Jahre. Maßgeblich ist regelmäßig der Zeitpunkt der Ernennung, nicht der Bewerbung. **Erhöht sich die Altersgrenze durch Kindererziehung?** In den meisten Ländern ja. Nordrhein-Westfalen hebt die Grenze nach § 14 Abs. 5 LBG NRW um bis zu drei Jahre je Kind an, bei mehreren Kindern oder Angehörigen um insgesamt bis zu sechs Jahre. Hamburg rechnet nach § 9 Abs. 3 HmbLVO ebenfalls drei Jahre je Fall und höchstens sechs Jahre hinzu, Baden-Württemberg nach § 48 Abs. 1 Satz 2 LHO zwei Jahre je Fall, Berlin nach § 8a Abs. 2 LBG ein Jahr je Kind und höchstens drei Jahre. Brandenburg und Thüringen kennen für die Verbeamtung auf Probe keine solche Regel. **Gilt für schwerbehinderte Bewerber eine höhere Altersgrenze?** In mehreren Ländern schon. Nordrhein-Westfalen erlaubt die Einstellung nach § 14 Abs. 6 LBG NRW bis zur Vollendung des 45. statt des 42. Lebensjahres, Niedersachsen nach § 18 Abs. 3 NBG bis 48 statt 45 Jahre, Mecklenburg-Vorpommern nach § 18a Abs. 2 LBG M-V bis 43 statt 40 Jahre. Hamburg rechnet nach § 9 Abs. 5 HmbLVO fünf Jahre auf die jeweilige Höchstaltersgrenze auf. In NRW schließt die erhöhte Grenze allerdings die Anrechnung von Betreuungszeiten aus. **Gibt es Ausnahmen für Mangelfächer und Fachkräfte?** Ja, aber sie liegen im Ermessen der Behörde. Nordrhein-Westfalen lässt nach § 14 Abs. 10 LBG NRW Ausnahmen zu, wenn ein erhebliches dienstliches Interesse daran besteht, Fachkräfte zu gewinnen oder zu halten. Baden-Württemberg verlangt in § 48 Abs. 3 LHO einen eindeutigen Mangel an geeigneten jüngeren Bewerbern. Hessen erlaubt nach § 11 Abs. 2 HLVO eine Einstellung bis zum Höchstalter von 60 Jahren bei besonderem dienstlichem Interesse. Einen Anspruch begründen diese Vorschriften nicht. **Was zählt, das Datum der Bewerbung oder der Ernennung?** Grundsätzlich der Zeitpunkt der Einstellung, also der Aushändigung der Ernennungsurkunde. Nordrhein-Westfalen macht davon eine Ausnahme: Nach § 14 Abs. 9 Satz 2 LBG NRW ist ein Überschreiten unbeachtlich, wenn die Bewerberin oder der Bewerber am Tag der Antragstellung das Höchstalter noch nicht vollendet hatte und die Einstellung binnen eines Jahres erfolgt. Niedersachsen kennt in § 16 Abs. 4 NLVO eine gleichlautende Regel. Andere Länder haben keine solche Klausel. ### Quellen - § 48 BHO Höchstaltersgrenze bei der Berufung in ein Beamten- oder Soldatenverhältnis: https://www.gesetze-im-internet.de/bho/__48.html (Abruf 7.9.2026) - § 7 BeamtStG Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__7.html (Abruf 7.9.2026) - Art. 23 BayBG Altersgrenze für die Berufung (gesetze-bayern.de): https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayBG-23 (Fassung gültig ab 1.1.2026) - § 14 LBG NRW Einstellung (recht.nrw.de): https://recht.nrw.de/lrgv/gesetz/04082026-landesbeamtengesetz-lbg-nrw/ (Fassung vom 4.8.2026) - § 48 LHO Baden-Württemberg Einstellung und Versetzung von Beamten und Richtern (landesrecht-bw.de): https://www.landesrecht-bw.de/bsbw/document/jlr-NNLBW00007ED1NN00000000144/format/xsl/part/S (Fassung vom 19.12.2017, gültig ab 1.1.2018) - § 11 Hessische Laufbahnverordnung Einstellungsalter (rv.hessenrecht.hessen.de): https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/jlr-NNLHE00005079NN00000000004/format/xsl/part/X (Fassung gültig ab 6.4.2023) - § 23 HBG Verordnungsermächtigung (rv.hessenrecht.hessen.de): https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/jlr-NNLHE0000507ANN00000000060/format/xsl/part/S (Fassung vom 15.11.2021) - § 8a LBG Berlin Höchstaltersgrenzen bei Einstellung, Umwandlung und Versetzung (gesetze.berlin.de): https://gesetze.berlin.de/bsbe/document/jlr-NNLBE0000491CNN00000000031/format/xsl/part/S (Fassung vom 17.12.2020, gültig ab 1.1.2021) - § 3 LBG Brandenburg Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis (bravors.brandenburg.de): https://bravors.brandenburg.de/gesetze/lbg (Abruf 7.9.2026) - § 5 und § 9 HmbLVO Probezeit und Nachteilsausgleich (landesrecht-hamburg.de): https://www.landesrecht-hamburg.de/bsha/document/jlr-NNLHH00006572/format/xsl/part/X (Fassung mit Änderung vom 14.10.2025) - § 48 LHO Bremen Einstellung und Versetzung von Beamten (transparenz.bremen.de): https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/haushaltsordnung-der-freien-hansestadt-bremen-landeshaushaltsordnung-lho-vom-25-mai-1971-67156?template=20_gp_ifg_meta_detail_d (Abruf 7.9.2026) - Bremische Bürgerschaft, Drucksache 21/1663 vom 3.3.2026 (Entwurf zur Änderung der LHO): https://www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2026-03-04_Drs-21-1663_47380.pdf (Fassung vom 3.3.2026) --- ## Jahressonderzahlung im TVöD und TV-L: Höhe, Stichtag, Wechsel URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/jahressonderzahlung-tvoed-tv-l-hoehe Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: Jahressonderzahlung, TVöD, TV-L Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Jahressonderzahlung ist das Weihnachtsgeld des öffentlichen Dienstes. Bei den Kommunen (TVöD VKA) beträgt sie seit der Fassung vom 1. Januar 2026 einheitlich 85 Prozent des durchschnittlichen Monatsentgelts von Juli bis September. Beim Bund gelten 95 Prozent in E 1 bis E 8, 90 Prozent in E 9a bis E 12 und 75 Prozent in E 13 bis E 15. Im TV-L reichen die Sätze von 88,14 Prozent (E 5 bis E 8) bis 32,53 Prozent (E 14 und E 15). Voraussetzung ist ein Arbeitsverhältnis am 1. Dezember; für jeden Monat ohne Entgelt wird ein Zwölftel abgezogen. Eine Sachbearbeiterin in E 9b Stufe 3 bei einer Stadtverwaltung erhält im November 2026 zusätzlich zum Gehalt 3.573,03 € brutto. Ihr Kollege beim Bund in derselben Entgeltgruppe und Stufe bekommt 3.840,33 €, eine Landesbeschäftigte im TV-L 3.000,07 €. Alle drei haben Anspruch auf die Jahressonderzahlung, das tarifliche Weihnachtsgeld des öffentlichen Dienstes. Die Unterschiede entstehen allein durch den Prozentsatz, den der jeweilige Tarifvertrag in § 20 festlegt. ### Wie hoch ist die Jahressonderzahlung 2026? Bei den Kommunen beträgt sie 85 Prozent eines durchschnittlichen Monatsentgelts, beim Bund 95, 90 oder 75 Prozent je nach Entgeltgruppe, im TV-L zwischen 88,14 und 32,53 Prozent. Die Sätze stehen in § 20 des [TVöD](/infocenter/tvoed-oder-tv-l-unterschiede) und des [TV-L](/infocenter/tv-l-2026-tarifrunde-tabelle). Der TVöD hat für Bund und Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) zwei getrennte Fassungen des Paragrafen. | Entgeltgruppe | TVöD Bund | TVöD VKA (Kommunen) | TV-L (Länder ohne Hessen) | | --- | --- | --- | --- | | E 1 bis E 4 | 95 % | 85 % | 87,43 % | | E 5 bis E 8 | 95 % | 85 % | 88,14 % | | E 9a bis E 11 | 90 % | 85 % | 74,35 % | | E 12 | 90 % | 85 % | 46,47 % | | E 13 | 75 % | 85 % | 46,47 % | | E 14 und E 15 | 75 % | 85 % | 32,53 % | Die kommunale Fassung ist seit dem Textstand 1. Januar 2026 einheitlich: § 20 Abs. 2 TVöD (VKA) nennt für alle Entgeltgruppen 85 Prozent. Für das Tarifgebiet Ost gilt seit dem Kalenderjahr 2023 ebenfalls der volle Satz; die früheren Abschläge sind ausgelaufen. Beim Bund fällt der Satz mit steigender Entgeltgruppe, weil die Tarifparteien die Sonderzahlung dort als Ausgleich für die unteren Gruppen ausgestaltet haben. Der TV-L staffelt noch feiner und liegt in E 12 bis E 15 deutlich unter beiden TVöD-Fassungen. Kommunale Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen fallen unter die Besonderen Teile TVöD-K und TVöD-B mit jeweils eigener Fassung des § 20. Bei einer Stelle in einer [kommunalen Klinik](/jobs/berufsfeld/gesundheit-pflege) gehört der Prozentsatz daher in die Nachfrage bei der Ausschreibung oder beim Arbeitgeber. ### Was ist die Bemessungsgrundlage? Bemessungsgrundlage ist das monatliche Entgelt, das Ihnen in den Kalendermonaten Juli, August und September durchschnittlich gezahlt wurde. Die drei Monatsbeträge werden addiert und durch drei geteilt. Der Prozentsatz richtet sich nach der Entgeltgruppe am 1. September. Diese Regel steht wortgleich in § 20 Abs. 3 TVöD (Bund), § 20 Abs. 2 TVöD (VKA) und § 20 Abs. 3 TV-L. Zum Entgelt zählen das Tabellenentgelt und die in Monatsbeträgen festgelegten Zulagen, etwa eine Wechselschichtzulage. Nicht berücksichtigt werden das zusätzlich für Überstunden und Mehrarbeit gezahlte Entgelt, Leistungszulagen sowie Leistungs- und Erfolgsprämien. Ausgenommen davon sind Überstunden, die im Dienstplan vorgesehen sind; sie erhöhen die Bemessungsgrundlage. Eine Reduzierung oder Aufstockung der Arbeitszeit im Sommer verändert damit auch die Sonderzahlung, weil der Durchschnitt der drei Monate zählt. Für die Rechenbeispiele in diesem Text ist die Bemessungsgrundlage das reine Tabellenentgelt der Stufe 3 aus den Tabellen mit Tarifstand 1. Mai 2026 (TVöD) und 1. April 2026 (TV-L). Zulagen kommen in der Praxis hinzu. | Beispiel Stufe 3 | Tabellenentgelt | Satz | Jahressonderzahlung | | --- | --- | --- | --- | | E 6, TVöD VKA | 3.580,46 € | 85 % | 3.043,39 € | | E 6, TVöD Bund | 3.580,46 € | 95 % | 3.401,44 € | | E 6, TV-L | 3.547,20 € | 88,14 % | 3.126,50 € | | E 9b, TVöD VKA | 4.203,56 € | 85 % | 3.573,03 € | | E 9b, TVöD Bund | 4.267,03 € | 90 % | 3.840,33 € | | E 9b, TV-L | 4.035,07 € | 74,35 % | 3.000,07 € | | E 13, TVöD VKA | 5.709,87 € | 85 % | 4.853,39 € | | E 13, TVöD Bund | 5.709,87 € | 75 % | 4.282,40 € | | E 13, TV-L | 5.366,89 € | 46,47 % | 2.493,99 € | Die Tabelle zeigt, warum ein Vergleich von Bund, Kommune und Land nicht beim Monatsentgelt aufhören darf. In E 13 liegt die Sonderzahlung der Kommune um 2.359,40 € über der des Landes, obwohl die Tabellenwerte nur 342,98 € auseinanderliegen. Die vollständigen Tabellen finden Sie unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka), [TVöD Bund](/infocenter/tabellen/tvoed-bund) und [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l). ### Wer hat Anspruch und wann wird gezahlt? Anspruch haben Beschäftigte, die am 1. Dezember im Arbeitsverhältnis stehen. Die Zahlung erfolgt mit dem Tabellenentgelt für November. Beide Regeln gelten im TVöD und im TV-L gleich. Der Stichtag ist absolut: Wer am 30. November ausscheidet, bekommt nichts, auch nicht für die elf Monate davor. Wer am 1. Dezember noch beschäftigt ist und am 2. Dezember geht, erhält die volle Zahlung, gekürzt nur um Monate ohne Entgelt. Ein Teilbetrag darf früher ausgezahlt werden. Manche Arbeitgeber nutzen das nicht; der Regelfall bleibt die Novemberabrechnung. Für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern findet § 20 keine Anwendung, weil für sie der TV-Ärzte gilt. Auszubildende haben eigene Regelungen im [TVAöD](/infocenter/glossar#tvaoed). ### Was passiert bei Einstieg, Elternzeit oder Krankheit im Jahr? Der Anspruch vermindert sich um ein Zwölftel für jeden Kalendermonat, in dem kein Anspruch auf Entgelt oder Entgeltfortzahlung bestand. Wer am 1. April bei einer Kommune in E 9b Stufe 3 beginnt, erhält im November neun Zwölftel von 3.573,03 €, also 2.679,77 €. Beginnt das Arbeitsverhältnis nach dem 30. September, fehlt der Bemessungszeitraum; dann tritt der erste volle Kalendermonat an seine Stelle. Im TV-L liegt diese Grenze beim 31. August. Die Zwölftelung unterbleibt in drei Fällen: bei Beschäftigungsverboten nach dem Mutterschutzgesetz, bei Elternzeit bis zum Ende des Kalenderjahres, in dem das Kind geboren wurde, und in Monaten, für die Krankengeldzuschuss gezahlt wurde oder nur wegen der Höhe des Krankengelds nicht gezahlt wurde. Wer also im März ein Kind bekommt und bis Dezember in Elternzeit bleibt, erhält für dieses Jahr die volle Sonderzahlung. Im Folgejahr fehlen dagegen alle Elternzeitmonate. Bei elterngeldunschädlicher Teilzeit während des Bemessungszeitraums zählt der Beschäftigungsumfang vom Tag vor der Elternzeit. Was Elternzeit sonst für Stufen und Laufbahn bedeutet, steht im Beitrag [Elternzeit im öffentlichen Dienst](/infocenter/elternzeit-elterngeld-oeffentlicher-dienst). Langzeiterkrankte behalten den Anspruch, solange Entgeltfortzahlung oder Krankengeldzuschuss läuft. Erst Monate ohne beides kürzen die Zahlung. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Sonderzahlung anteilig, weil ihr Monatsentgelt bereits anteilig ist; ein zusätzlicher Abschlag findet nicht statt. ### Was gilt beim Wechsel des Arbeitgebers? Beim Wechsel innerhalb des öffentlichen Dienstes zahlt der Arbeitgeber, bei dem Sie am 1. Dezember beschäftigt sind, und zwar nur für die Monate, in denen Sie bei ihm Entgelt bezogen haben. Der frühere Arbeitgeber zahlt nichts, weil das Arbeitsverhältnis am Stichtag nicht mehr besteht. Wer am 1. Oktober von einer Landesbehörde zu einer Stadt wechselt, erhält von der Stadt drei Zwölftel der kommunalen Sonderzahlung, vom Land für die neun Monate davor nichts. Für Wechsler ist deshalb der Termin entscheidend. Ein Wechsel zum 1. Dezember statt zum 1. Oktober kostet beim alten Arbeitgeber nichts mehr, weil der Anspruch dort mit dem 30. November ohnehin entfallen wäre. Ein Wechsel zum 2. Januar sichert die volle Zahlung des alten Arbeitgebers für das abgelaufene Jahr. Wer zwischen Tarifbereichen wechselt, etwa vom TV-L in den TVöD, sollte den neuen Prozentsatz und die Stufenzuordnung zusammen prüfen; die Regeln dazu erklärt der Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). Offene Stellen mit Tarifbindung finden Sie unter [Tarifstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif). ### Wahlmodell: Sonderzahlung in freie Tage tauschen Seit der Tarifrunde 2025 können TVöD-Beschäftigte nach § 29a TVöD einen Teil der Jahressonderzahlung in bis zu drei freie Tage im Folgejahr umwandeln; der TV-L kennt kein Wahlmodell. Antragsfrist, Berechnung eines Tauschtages und die unterschiedlichen Verfallsregeln bei Bund und Kommunen stehen im Beitrag [Jahressonderzahlung in freie Tage tauschen](/infocenter/jahressonderzahlung-freie-tage-umwandlung-tvoed). ### Die Sonderzahlung im Jahresbrutto Beim Vergleich eines Angebots aus der Privatwirtschaft mit einer Tarifstelle stehen oft zwölf Monatsentgelte gegen ein Jahresgehalt. Das unterschätzt den öffentlichen Dienst. E 9b Stufe 3 bei einer Kommune ergibt 12 × 4.203,56 € plus 3.573,03 € Sonderzahlung, also 54.015,75 € brutto im Jahr ohne Zulagen und ohne [Leistungsentgelt](/infocenter/leistungsentgelt-tvoed-paragraf-18). Beim Bund sind es in derselben Gruppe 55.044,69 €. Die Sonderzahlung ist zusatzversorgungspflichtig und erhöht damit auch die Betriebsrente, dazu mehr im Beitrag zur [VBL und Zusatzversorgung](/infocenter/vbl-zusatzversorgung-erklaert). Was nach Steuern und Sozialabgaben vom Novemberbrutto übrig bleibt, hängt von Steuerklasse und Kassenbeitrag ab; den Rechenweg zeigt der Beitrag [Vom Tarifbrutto zum Netto](/infocenter/brutto-netto-oeffentlicher-dienst-abzuege). ### Häufige Fragen **Wann wird die Jahressonderzahlung im öffentlichen Dienst ausgezahlt?** Die Jahressonderzahlung wird mit dem Tabellenentgelt für November ausgezahlt, also Ende November zusammen mit dem regulären Gehalt. Das gilt gleichlautend für den TVöD bei Bund und Kommunen (§ 20 Abs. 5) und für den TV-L (§ 20 Abs. 5). Der Arbeitgeber darf einen Teilbetrag früher auszahlen, muss es aber nicht. Wer erst im Dezember eingestellt wird, bekommt für dieses Jahr nichts, weil das Novemberentgelt bereits abgerechnet ist und kein Entgeltmonat vorliegt. **Bekomme ich die Jahressonderzahlung, wenn ich im Laufe des Jahres angefangen habe?** Ja, anteilig. Der Anspruch vermindert sich um ein Zwölftel für jeden Kalendermonat, in dem Sie keinen Entgeltanspruch hatten. Wer am 1. April beginnt, erhält neun Zwölftel. Bei einem Einstieg nach dem 30. September fehlt der Bemessungszeitraum Juli bis September; dann zählt der erste volle Kalendermonat des Arbeitsverhältnisses als Bemessungsgrundlage. Voraussetzung bleibt immer, dass das Arbeitsverhältnis am 1. Dezember besteht. **Verliere ich die Jahressonderzahlung, wenn ich vor dem 1. Dezember kündige?** Ja. § 20 Abs. 1 TVöD und § 20 Abs. 1 TV-L knüpfen den Anspruch an ein bestehendes Arbeitsverhältnis am 1. Dezember. Wer zum 30. November ausscheidet, erhält für das ganze Jahr keine Jahressonderzahlung, auch nicht anteilig. Wer den Arbeitgeber innerhalb des öffentlichen Dienstes wechselt, bekommt die Zahlung vom neuen Arbeitgeber, dort aber nur für die Monate mit Entgeltanspruch. Der Kündigungstermin entscheidet deshalb über mehrere tausend Euro. **Zählen Zulagen und Überstunden bei der Jahressonderzahlung mit?** Bemessungsgrundlage ist das durchschnittlich gezahlte monatliche Entgelt der Monate Juli, August und September. Dazu gehören neben dem Tabellenentgelt die in Monatsbeträgen festgelegten Zulagen. Nicht mitgerechnet werden das zusätzlich für Überstunden und Mehrarbeit gezahlte Entgelt, Leistungszulagen sowie Leistungs- und Erfolgsprämien. Im Dienstplan vorgesehene Überstunden zählen dagegen mit. Der Prozentsatz richtet sich nach der Entgeltgruppe am 1. September. **Kann ich die Jahressonderzahlung in freie Tage umwandeln?** Ja, im TVöD. Beschäftigte der Kommunen im Bereich Verwaltung, Sparkassen, Flughäfen und Entsorgung können nach § 29a TVöD (VKA) bis zum 1. September in Textform verlangen, einen Teil der Jahressonderzahlung in bis zu drei freie Tage im Folgejahr umzuwandeln. Beim Bund gilt das Zeit-statt-Geld-Wahlmodell nach § 29a TVöD (Bund) mit derselben Frist und ebenfalls bis zu drei Tauschtagen. Der TV-L kennt kein solches Wahlmodell. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil i. d. F. des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6. April 2025, § 20 (Bund), § 20 (VKA), § 29a (dbb-Textfassung): https://www.dbb.de/fileadmin/user_upload/globale_elemente/pdfs/2026/260119_TVoeD-AT_und_BT-V_Bund_und_VKA.pdf (Fassung vom 6.4.2025, Textstand Januar 2026) - TV-L i. d. F. des Änderungstarifvertrags Nr. 14 vom 14. Februar 2026, § 20 (TdL): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/vka/a/4410-vka-2026.html (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TVöD Bund ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_Bund-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tvoed-bund.html (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TV-L ab 1. April 2026 (data/pay-tables/TV_L-2026-04-01.json): https://www.tv-l-rechner.de/entgelttabelle/2026/ (Stand 1.4.2026) --- ## Nebentätigkeit für Beamte: Genehmigung, Grenzen, Ablieferung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/nebentaetigkeit-beamte-genehmigung Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Nebentätigkeit, Beamtenstatus, Besoldung, Bund Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Jede entgeltliche Nebentätigkeit von Bundesbeamten braucht nach § 99 Absatz 1 BBG eine vorherige schriftliche Genehmigung. Ein Versagungsgrund liegt in der Regel vor, wenn die Nebentätigkeit mehr als ein Fünftel der regelmäßigen Wochenarbeitszeit kostet oder die Vergütung 40 Prozent des jährlichen Endgrundgehalts übersteigt. Bis 100 Euro Vergütung im Monat gilt die Genehmigung nach § 5 BNV allgemein als erteilt. Genehmigungen sind auf höchstens fünf Jahre befristet. Eine Sachbearbeiterin in A 9 beim Bund darf im Jahr rund 21.770 Euro aus Nebentätigkeiten verdienen, bevor ihr Dienstherr die Genehmigung versagen muss. Das sind 40 Prozent des jährlichen Endgrundgehalts ihrer Besoldungsgruppe, nachzulesen in § 99 Absatz 3 Satz 3 des Bundesbeamtengesetzes. Die zweite harte Grenze ist Zeit: ein Fünftel der regelmäßigen Wochenarbeitszeit. Wer beides einhält und keinen Interessenkonflikt auslöst, bekommt die Genehmigung in aller Regel. ### Was gilt überhaupt als Nebentätigkeit? Nebentätigkeit ist nach § 97 Absatz 1 BBG die Wahrnehmung eines Nebenamtes oder die Ausübung einer Nebenbeschäftigung. Ein Nebenamt ist ein Aufgabenkreis, der nicht zum Hauptamt gehört und auf einem öffentlich-rechtlichen Dienst- oder Amtsverhältnis beruht, etwa die Tätigkeit als Prüferin bei einer Industrie- und Handelskammer. Nebenbeschäftigung ist jede sonstige Tätigkeit außerhalb des Hauptamts, innerhalb wie außerhalb des öffentlichen Dienstes. Nicht als Nebentätigkeit zählen nach § 97 Absatz 4 BBG öffentliche Ehrenämter sowie unentgeltliche Vormundschaften, Betreuungen und Pflegschaften. Ein Sitz im Gemeinderat oder eine ehrenamtlich geführte Betreuung fällt also nicht unter die Genehmigungspflicht. Die Übungsleiterin im Sportverein dagegen schon, sobald sie eine Vergütung erhält. Für Landes- und Kommunalbeamte setzt § 40 des Beamtenstatusgesetzes nur den Rahmen: Eine Nebentätigkeit ist grundsätzlich anzeigepflichtig und unter Erlaubnis- oder Verbotsvorbehalt zu stellen, soweit sie dienstliche Interessen beeinträchtigen kann. Die Einzelheiten regeln die Landesbeamtengesetze und die Nebentätigkeitsverordnungen der Länder. Welche Regeln für Sie gelten, hängt also davon ab, wer Ihr Dienstherr ist. Den Unterschied zwischen Beamtenverhältnis und Tarifbeschäftigung erklärt der Beitrag [Beamter werden](/infocenter/beamter-werden-voraussetzungen-ablauf). ### Welche Nebentätigkeiten sind genehmigungspflichtig? Grundsatz des § 99 Absatz 1 BBG: Jede entgeltliche Nebentätigkeit braucht eine vorherige Genehmigung. Drei unentgeltliche Tätigkeiten kommen hinzu, nämlich ein Nebenamt, gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit einschließlich Mitarbeit und der Eintritt in ein Unternehmensorgan. Eine Genossenschaft ist davon ausgenommen. | Tätigkeit | Genehmigung | Anzeige | Rechtsgrundlage | | --- | --- | --- | --- | | Entgeltliche Nebenbeschäftigung, etwa Fahrdienst, Gastronomie, IT-Beratung | vorher erforderlich | im Antrag enthalten | § 99 Abs. 1 BBG | | Geringfügige Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 SGB IV | nicht erforderlich | zwei Monate vor Beginn | § 99 Abs. 6 BBG | | Vergütung bis 100 € im Monat, außerhalb der Dienstzeit | gilt allgemein als erteilt | ja, außer bei einmaliger Gelegenheit | § 5 Abs. 1 BNV | | Schriftstellerische, wissenschaftliche, künstlerische und Vortragstätigkeit | nicht erforderlich | vor Aufnahme, wenn entgeltlich | § 100 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 BBG | | Verwaltung eigenen Vermögens | nicht erforderlich | nein | § 100 Abs. 1 Nr. 1 BBG | | Arbeit in Gewerkschaft oder Berufsverband | nicht erforderlich | nur bei Selbsthilfeeinrichtungen | § 100 Abs. 1 Nr. 4 BBG | | Unentgeltliches Nebenamt oder Eintritt in ein Unternehmensorgan | vorher erforderlich | im Antrag enthalten | § 99 Abs. 1 Satz 2 BBG | Genehmigungsfrei heißt nicht kontrollfrei. Die Dienstbehörde kann nach § 100 Absatz 3 BBG aus begründetem Anlass Auskunft über Art und Umfang verlangen und muss eine genehmigungsfreie Nebentätigkeit nach § 100 Absatz 4 BBG untersagen, wenn Sie bei ihrer Ausübung dienstliche Pflichten verletzen. Auch der Minijob kann nach § 99 Absatz 7 BBG untersagt werden. ### Wann versagt die Behörde die Genehmigung? Wenn zu besorgen ist, dass dienstliche Interessen beeinträchtigt werden. § 99 Absatz 2 BBG zählt sechs Regelbeispiele auf: zu starke Beanspruchung der Arbeitskraft, Widerstreit mit den Dienstpflichten, Tätigkeit in einer Angelegenheit der eigenen Behörde, Gefährdung der Unparteilichkeit, Einschränkung der künftigen Verwendbarkeit und Ansehensschaden für die öffentliche Verwaltung. Ein Versagungsgrund liegt in der Regel auch vor, wenn sich die Nebentätigkeit als Zweitberuf darstellt. Der dritte Punkt trifft in der Praxis am häufigsten. Eine Bauamtsmitarbeiterin, die abends privat Bauanträge für Bauherren erstellt, arbeitet in genau dem Feld, in dem ihre Behörde entscheidet. Auch ein IT-Administrator, der nebenbei einen Lieferanten seines Amtes berät, gerät in den Widerstreit des § 99 Absatz 2 Satz 2 Nummer 2 BBG. 1. Zeitgrenze prüfen: Übersteigt die Beanspruchung durch alle Nebentätigkeiten zusammen ein Fünftel der regelmäßigen Wochenarbeitszeit, gilt die Voraussetzung der zu starken Beanspruchung nach § 99 Absatz 3 Satz 1 BBG als erfüllt. 2. Vergütungsgrenze prüfen: Übersteigt der Gesamtbetrag der Vergütungen 40 Prozent des jährlichen Endgrundgehalts Ihres Amtes, liegt nach § 99 Absatz 3 Satz 3 BBG ein Versagungsgrund vor. 3. Ausnahme beantragen: Nach § 99 Absatz 3 Satz 4 BBG kann die Dienstbehörde eine Ausnahme zulassen, wenn Sie durch Angabe bestimmter Tatsachen nachweisen, dass die Zeitgrenze eingehalten wird oder die Versagung unangemessen wäre. 4. Antrag stellen: Schriftlich, mit Nachweisen über Art und Umfang der Tätigkeit sowie über Entgelte und geldwerte Vorteile (§ 99 Absatz 5 BBG). Auch die Entscheidung ergeht schriftlich. 5. Änderungen melden: Jede Änderung ist unverzüglich schriftlich oder elektronisch anzuzeigen. Für die 40-Prozent-Grenze zählt das Endgrundgehalt der Besoldungsgruppe, nicht das eigene Gehalt. Nach der Grundgehaltstabelle der Bundesbesoldungsordnung A ab 1. Mai 2026 sind das in A 9 rund 21.770 Euro, in A 12 rund 29.554 Euro und in A 13 rund 32.669 Euro im Jahr. Beschäftigte in Stufe 3 profitieren also von einer Grenze, die sich am Ende der Laufbahnstufe orientiert. Wie sich das Grundgehalt zusammensetzt, zeigt der Beitrag [Besoldung verstehen](/infocenter/besoldung-aufbau-grundgehalt-familienzuschlag), die vollständige Tabelle steht unter [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). ### Wie lange gilt die Genehmigung? Höchstens fünf Jahre. § 99 Absatz 4 BBG verlangt eine Befristung und erlaubt Auflagen und Bedingungen. Ergibt sich nach der Erteilung eine Beeinträchtigung dienstlicher Interessen, ist die Genehmigung zu widerrufen. Bei einem Widerruf soll Ihnen nach § 5 Absatz 3 BNV eine angemessene Frist zur Abwicklung eingeräumt werden. Endet das Beamtenverhältnis, enden nach § 103 BBG auch die Nebenämter und Nebenbeschäftigungen, die mit dem Hauptamt zusammenhängen oder auf Veranlassung der Dienstvorgesetzten ausgeübt wurden. Nach dem Ruhestand greift § 105 BBG: Erwerbstätigkeiten außerhalb des öffentlichen Dienstes, die mit der dienstlichen Tätigkeit der letzten fünf Jahre zusammenhängen, sind anzuzeigen. Die Anzeigepflicht endet drei Jahre nach dem Ruhestand bei Erreichen der Regelaltersgrenze, sonst nach fünf Jahren. Wer vorzeitig in den Ruhestand tritt, unterliegt der längeren Frist; die Altersgrenzen erklärt der Beitrag [Pension berechnen](/infocenter/pension-beamte-berechnen-ruhegehalt). ### Wann müssen Sie Geld an den Dienstherrn abliefern? Die Ablieferungspflicht des § 6 Absatz 3 BNV trifft nur einen engen Kreis von Nebentätigkeiten: solche im Bundesdienst, im öffentlichen oder ihm gleichstehenden Dienst sowie solche, die Sie auf Verlangen, Vorschlag oder Veranlassung Ihrer Dienstvorgesetzten ausüben. Der Nebenjob in der Privatwirtschaft bleibt vollständig bei Ihnen. | Besoldungsgruppe | Höchstbetrag im Kalenderjahr (brutto) | | --- | --- | | A 1 bis A 8 | 3.700 € | | A 9 bis A 12 | 4.300 € | | A 13 bis A 16, B 1, C 1 bis C 3, R 1 und R 2 | 4.900 € | | B 2 bis B 5, C 4, R 3 bis R 5 | 5.500 € | | ab B 6, ab R 6 | 6.100 € | Was darüber liegt, geht an den Dienstherrn im Hauptamt. Vor der Berechnung dürfen Sie nach § 6 Absatz 3 Satz 2 BNV Fahrkosten, Unterkunft und Verpflegung bis zu den Reisekostensätzen abziehen, dazu Entgelte für die Nutzung dienstlicher Einrichtungen und selbst beschafftes Material. Voraussetzung ist, dass Sie dafür keinen Auslagenersatz erhalten haben. § 7 BNV nimmt fünf Gruppen von der Ablieferungspflicht aus, darunter Lehr-, Unterrichts-, Vortrags- und Prüfungstätigkeiten, Tätigkeiten als gerichtlicher oder staatsanwaltschaftlicher Sachverständiger und Arbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Forschung. Wer als Verwaltungsbeamtin an einer Verwaltungsfachhochschule unterrichtet, behält die Vergütung also vollständig. Unabhängig davon besteht eine Abrechnungspflicht. Nach § 8 BNV legen Sie Ihrer oder Ihrem Dienstvorgesetzten nach Ablauf jedes Kalenderjahres eine Abrechnung vor, sobald die Vergütungen im Sinne des § 6 BNV 500 Euro brutto im Jahr übersteigen. Auch Ruhestandsbeamte trifft diese Pflicht für Tätigkeiten aus der aktiven Zeit. ### Vorherige Genehmigung und Nutzung dienstlicher Mittel Die Genehmigung nach § 99 Absatz 1 BBG ist eine vorherige. Eine bereits aufgenommene Nebentätigkeit mit nachgereichtem Antrag verletzt eine Dienstpflicht, auch wenn die Tätigkeit inhaltlich unbedenklich ist. Bei geringfügiger Beschäftigung verlangt § 99 Absatz 6 Satz 2 BBG die Anzeige spätestens zwei Monate vor Beginn; früher starten dürfen Sie nur, wenn die Dienstbehörde ausdrücklich erklärt, dass keine Bedenken bestehen. Eigene Regeln gelten für die Nutzung dienstlicher Mittel. Für ein privates Gutachten mit Dienstrechner, Labor oder Personal der Behörde verlangt § 101 Absatz 2 BBG eine gesonderte Genehmigung, ein öffentliches oder wissenschaftliches Interesse und muss ein Entgelt zahlen. § 11 Absatz 1 BNV pauschaliert dieses Entgelt: 5 Prozent der Bruttovergütung für Einrichtungen, 10 Prozent für Personal, 5 Prozent für Materialverbrauch und 10 Prozent für den wirtschaftlichen Vorteil. Bei allen vier Positionen zusammen sind das 30 Prozent. Umgekehrt kann der Dienstherr Sie auch zu einer Nebentätigkeit verpflichten. § 98 BBG erlaubt das für Nebentätigkeiten im öffentlichen Dienst, sofern sie Ihrer Vorbildung entsprechen und Sie nicht über Gebühr in Anspruch nehmen. Werden Sie aus einer solchen angeordneten Organtätigkeit haftbar gemacht, haben Sie nach § 102 BBG einen Ersatzanspruch gegen den Dienstherrn. Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit haftet der Dienstherr nur, wenn Sie auf Verlangen der Vorgesetzten gehandelt haben. Offene Stellen im Beamtenverhältnis finden Sie unter [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte), Stellen beim Bund unter [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund). ### Häufige Fragen **Brauche ich als Beamter für jeden Nebenjob eine Genehmigung?** Für jede entgeltliche Nebentätigkeit ja, mit zwei Ausnahmen. § 100 Absatz 1 BBG nimmt die Verwaltung eigenen Vermögens, schriftstellerische, wissenschaftliche, künstlerische und Vortragstätigkeiten sowie die Arbeit in Gewerkschaften und Berufsverbänden aus. Und § 99 Absatz 6 BBG stellt geringfügige Beschäftigungen im Sinne des § 8 Absatz 1 SGB IV genehmigungsfrei, verlangt dafür aber eine Anzeige spätestens zwei Monate vor Beginn. **Wie viele Stunden darf ich nebenbei arbeiten?** Ein Fünftel Ihrer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit ist die Schwelle. Nach § 99 Absatz 3 Satz 1 BBG gilt eine Nebentätigkeit oberhalb dieser Grenze in der Regel als so belastend, dass die Dienstpflichten leiden. Bei einer 41-Stunden-Woche sind das gut acht Stunden. Alle genehmigungs- und anzeigepflichtigen Nebentätigkeiten werden dabei zusammengerechnet. Die Dienstbehörde kann Ausnahmen zulassen, wenn Sie die geringere Beanspruchung mit konkreten Tatsachen nachweisen. **Ab welchem Verdienst wird die Nebentätigkeit abgelehnt?** Übersteigt die Vergütung 40 Prozent des jährlichen Endgrundgehalts Ihres Amtes, liegt nach § 99 Absatz 3 Satz 3 BBG ein Versagungsgrund vor. In A 9 nach der Bundesbesoldungsordnung ab 1.5.2026 sind das rund 21.770 Euro im Jahr, in A 13 rund 32.669 Euro. Maßgeblich ist das Endgrundgehalt der Besoldungsgruppe, nicht Ihre eigene Erfahrungsstufe. Die Behörde kann im Einzelfall eine Ausnahme zulassen. **Wann muss ich Vergütungen an den Dienstherrn abliefern?** Nur bei Nebentätigkeiten im öffentlichen Dienst oder solchen, die Ihre oder Ihr Dienstvorgesetzte veranlasst hat. Nach § 6 Absatz 3 BNV liefern Sie ab, soweit die Vergütungen im Kalenderjahr die Höchstbeträge des § 6 Absatz 2 BNV übersteigen: 3.700 Euro in A 1 bis A 8, 4.300 Euro in A 9 bis A 12, 4.900 Euro in A 13 bis A 16. Lehr-, Prüfungs- und Forschungstätigkeiten sind nach § 7 BNV ausgenommen. **Darf ich im Homeoffice nebenbei selbstständig arbeiten?** Nur außerhalb der Arbeitszeit. § 101 Absatz 1 BBG lässt Nebentätigkeiten während der Dienstzeit nur zu, wenn die oder der Dienstvorgesetzte sie verlangt oder ein aktenkundiges dienstliches Interesse besteht. Ausnahmen sind auf besonders begründete Fälle beschränkt und setzen voraus, dass Sie die versäumte Arbeitszeit nachleisten. Dienstliche Technik dürfen Sie nach § 101 Absatz 2 BBG nur gegen Entgelt und nur bei öffentlichem oder wissenschaftlichem Interesse nutzen. ### Quellen - § 97 BBG Begriffsbestimmungen (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__97.html (Abruf 8.9.2026) - § 98 BBG Nebentätigkeit im öffentlichen Dienst (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__98.html (Abruf 8.9.2026) - § 99 BBG Genehmigungspflichtige Nebentätigkeiten (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__99.html (Abruf 8.9.2026) - § 100 BBG Nicht genehmigungspflichtige Nebentätigkeiten (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__100.html (Abruf 8.9.2026) - § 101 BBG Ausübung von Nebentätigkeiten (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__101.html (Abruf 8.9.2026) - § 103 BBG Erlöschen der mit dem Hauptamt verbundenen Nebentätigkeit (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__103.html (Abruf 8.9.2026) - § 105 BBG Anzeige- und Genehmigungspflicht nach Beendigung des Beamtenverhältnisses (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__105.html (Abruf 8.9.2026) - § 4 BNV Vergütung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bnv/__4.html (Abruf 8.9.2026) - § 5 BNV Allgemeine Erteilung, Widerruf der Genehmigung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bnv/__5.html (Abruf 8.9.2026) - § 6 BNV Vergütungen für Nebentätigkeiten und Ablieferungspflicht (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bnv/__6.html (Abruf 8.9.2026) - § 7 BNV Ausnahmen von § 6 (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bnv/__7.html (Abruf 8.9.2026) - § 8 BNV Abrechnung über die Vergütung aus Nebentätigkeiten (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bnv/__8.html (Abruf 8.9.2026) --- ## Beamter werden: Voraussetzungen und Ablauf der Ernennung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/beamter-werden-voraussetzungen-ablauf Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Verbeamtung, Laufbahn, Beamtenstatus Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** In das Beamtenverhältnis darf nach § 7 Abs. 1 BeamtStG nur berufen werden, wer die deutsche oder eine EU-/EWR-Staatsangehörigkeit besitzt, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung eintritt und die nach Landesrecht vorgeschriebene Befähigung hat. § 4 BeamtStG kennt vier Arten: Widerruf für den Vorbereitungsdienst, Probe, Lebenszeit und Zeit. Die Probezeit dauert beim Bund nach § 37 Abs. 1 BLV grundsätzlich drei Jahre bei einem Jahr Mindestprobezeit; § 11 Abs. 2 BBG verlangt die Umwandlung spätestens nach fünf Jahren. Nach § 10 BeamtStG liegt die Probezeit der Länder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Zwischen der Zusage einer Behörde und der Ernennungsurkunde liegen drei Prüfungen, die nichts mit fachlicher Qualität zu tun haben: Staatsangehörigkeit, Verfassungstreue und Höchstalter. Sie stehen in § 7 Abs. 1 BeamtStG und im jeweiligen Landesrecht, und sie sind der häufigste Grund, warum eine Verbeamtung im letzten Moment scheitert. Klären Sie diese Punkte vor der Bewerbung, nicht erst nach der Zusage. ### Welche Voraussetzungen verlangt das Gesetz? § 7 Abs. 1 Satz 1 BeamtStG nennt drei Bedingungen, die alle drei erfüllt sein müssen. Für Bundesbeamte steht dasselbe in § 7 Abs. 1 BBG. Erstens die Staatsangehörigkeit: Deutsche oder Deutscher im Sinne des Art. 116 Abs. 1 GG, oder Staatsangehörige eines anderen EU-Mitgliedstaats, eines anderen EWR-Vertragsstaats oder eines Drittstaats, dem die Bundesrepublik und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden Anspruch auf Anerkennung von Berufsqualifikationen eingeräumt haben. Verlangen die Aufgaben es, darf nach § 7 Abs. 2 BeamtStG nur eine Deutsche oder ein Deutscher berufen werden; das betrifft hoheitliche Ämter wie Polizei, Justizvollzug und Steuerverwaltung. Ausnahmen sind nach § 7 Abs. 3 BeamtStG bei dringendem dienstlichem Interesse möglich, außerdem bei Hochschullehrenden und wissenschaftlichem oder künstlerischem Personal aus anderen wichtigen Gründen. Zweitens die Verfassungstreue: Sie müssen die Gewähr dafür bieten, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten. Das Gesetz verlangt mehr als Nichtstun. Ein Engagement in Organisationen, die gegen diese Ordnung arbeiten, lässt die Voraussetzung entfallen, auch bei tadelloser Dienstausübung. Welche Pflichten daraus nach der Ernennung folgen, beschreibt der Beitrag [Rechte und Pflichten von Beamten](/infocenter/beamte-rechte-pflichten-streikverbot). Drittens die Befähigung: die nach Landesrecht vorgeschriebene Laufbahnbefähigung. Beim Bund lässt § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BBG zwei Wege zu, die für die Laufbahn vorgeschriebene Vorbildung oder die durch Lebens- und Berufserfahrung erworbene Befähigung. Seit 2021 enthält § 7 Abs. 1 Satz 2 BeamtStG eine vierte Hürde: Wer unveränderliche Merkmale des Erscheinungsbilds aufweist, die mit den Pflichten nach § 34 Abs. 2 BeamtStG unvereinbar sind, darf nicht berufen werden. ### Welche Arten des Beamtenverhältnisses gibt es? § 4 BeamtStG unterscheidet vier Arten. Sie bauen nicht zwingend aufeinander auf, in den klassischen Laufbahnen aber schon. | Art | Zweck | Norm | Dauer | | --- | --- | --- | --- | | auf Widerruf | Ableistung eines Vorbereitungsdienstes oder nur vorübergehende Aufgabenwahrnehmung | § 4 Abs. 4 BeamtStG | Dauer des Vorbereitungsdienstes, je nach Laufbahn ein bis drei Jahre | | auf Probe | Ableistung einer Probezeit zur späteren Verwendung auf Lebenszeit oder für ein Amt mit leitender Funktion | § 4 Abs. 3 BeamtStG | Bund grundsätzlich drei Jahre (§ 37 Abs. 1 BLV); Länder sechs Monate bis fünf Jahre (§ 10 BeamtStG) | | auf Lebenszeit | Dauernde Wahrnehmung hoheitsrechtlicher Aufgaben; „bildet die Regel“ | § 4 Abs. 1 BeamtStG | bis zum Ruhestand | | auf Zeit | Befristete Aufgabenwahrnehmung oder zunächst befristete Übertragung eines Amtes mit leitender Funktion | § 4 Abs. 2 BeamtStG | Amtszeit, etwa bei Wahlbeamten in Kommunen | Die Formulierung „Es bildet die Regel“ in § 4 Abs. 1 BeamtStG ist juristisch bedeutsam. Sie verpflichtet den Dienstherrn, Daueraufgaben grundsätzlich mit Lebenszeitbeamten zu besetzen, und verbietet es, Menschen dauerhaft im Probe- oder Zeitverhältnis zu halten. Wer nicht verbeamtet wird, arbeitet als Tarifbeschäftigter nach TVöD oder TV-L; die Unterschiede zeigt [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Wie läuft die Ernennung ab? Der Weg von der Bewerbung zur Urkunde besteht aus sechs Schritten. Die Reihenfolge ist in fast allen Verwaltungen gleich; die Dauer schwankt zwischen drei und neun Monaten. 1. Bewerbung und Auswahl. Ernennungen sind nach § 9 BeamtStG und § 9 BBG allein nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorzunehmen, ohne Rücksicht auf Geschlecht, Herkunft, Behinderung, Religion, politische Anschauungen oder sexuelle Identität. Dieser Grundsatz der Bestenauslese wurzelt in Art. 33 Abs. 2 GG. Wie das Verfahren praktisch abläuft, steht in [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren). 2. Prüfung der Berufungsvoraussetzungen. Die Behörde fordert Geburtsurkunde oder Staatsangehörigkeitsnachweis, Führungszeugnis und Zeugnisse an. Mehrere Länder holen zusätzlich eine Anfrage bei der Verfassungsschutzbehörde ein, etwa Brandenburg nach § 3a LBG. 3. Amtsärztliche Untersuchung. Der Dienstherr lässt die gesundheitliche Eignung prüfen. Beim Bund kann die Untersuchung nach § 48 Abs. 1 BBG einer Amtsärztin oder einem Amtsarzt oder zugelassenen Gutachtern übertragen werden. Was dort geprüft wird und welcher Maßstab gilt, erklärt [Amtsärztliche Untersuchung](/infocenter/amtsaerztliche-untersuchung-verbeamtung). 4. Prüfung der Altersgrenze. Fast alle Dienstherren setzen ein Höchstalter für die Einstellung. Beim Bund liegt es nach § 48 Abs. 1 BHO beim vollendeten 50. Lebensjahr, in den Ländern zwischen 40 und 50 Jahren. Die Werte je Land stehen in [Verbeamtung: Höchstalter in Bund und Ländern](/infocenter/verbeamtung-altersgrenze-bundeslaender). 5. Aushändigung der Ernennungsurkunde. Die Ernennung erfolgt nach § 8 Abs. 2 BeamtStG durch Aushändigung einer Urkunde mit vorgeschriebenem Wortlaut. Mit der Begründung eines Beamtenverhältnisses auf Probe, auf Lebenszeit oder auf Zeit wird gleichzeitig ein Amt verliehen (§ 8 Abs. 3 BeamtStG). Ein bestehendes Arbeitsverhältnis zum selben Dienstherrn erlischt mit der Ernennung. 6. Diensteid und Dienstantritt. Der Eid nach § 38 BeamtStG wird bei der Ernennung geleistet. ### Was passiert in der Probezeit? Sie ist die eigentliche Prüfung. § 11 Abs. 1 Satz 2 BBG stellt klar, dass für die Feststellung der Bewährung ein strenger Maßstab gilt. § 37 Abs. 2 BLV definiert, was das bedeutet: bewährt hat sich, wer nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung wechselnde Anforderungen seiner Laufbahn erfüllen kann. Nicht die aktuelle Stelle ist der Prüfungsgegenstand, sondern die Laufbahn als Ganzes. Deshalb sind Beamtinnen und Beamte nach § 37 Abs. 3 BLV in mindestens zwei Verwendungsbereichen einzusetzen, wenn keine dienstlichen Gründe entgegenstehen. Beurteilt wird nach § 37 Abs. 4 BLV mindestens zweimal, erstmals spätestens nach der Hälfte der Probezeit und ein zweites Mal vor deren Ablauf. Die Beurteilung erfolgt in der Regel durch mindestens zwei Personen, ist im vollen Wortlaut zu eröffnen und auf Verlangen zu besprechen. Nach einer mittelmäßigen ersten Beurteilung bleibt damit die Chance, in der zweiten Hälfte nachzusteuern. Die Dauer beträgt beim Bund nach § 37 Abs. 1 BLV grundsätzlich drei Jahre; die Mindestprobezeit ist ein Jahr. Vorherige hauptberufliche Tätigkeiten, die nach Art und Schwierigkeit mindestens der Tätigkeit in einem Amt der Laufbahn entsprechen, können nach § 38 Abs. 1 BLV angerechnet werden, allerdings nicht auf die Mindestprobezeit. Teilzeit, Kinderbetreuung bis zu drei Jahren pro Kind und die Pflege naher Angehöriger verlängern die Probezeit nach § 39 Abs. 2 BLV nicht. Eine Beurlaubung ohne Besoldung verlängert sie dagegen nach § 39 Abs. 1 BLV. Für Landes- und Kommunalbeamte setzt § 10 BeamtStG nur den Rahmen: mindestens sechs Monate, höchstens fünf Jahre, wobei die Länder von der Mindestprobezeit abweichen dürfen. Der konkrete Wert steht in der jeweiligen Laufbahnverordnung. Wer sich nicht in vollem Umfang bewährt, wird nach § 37 Abs. 6 BLV spätestens mit Ablauf der Probezeit entlassen. Wie sich das von der Probezeit im Tarifvertrag unterscheidet, zeigt [Probezeit im öffentlichen Dienst](/infocenter/probezeit-oeffentlicher-dienst-tarif-beamte). ### Was gilt für schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber? Der Maßstab ist abgesenkt. § 5 Abs. 1 BLV bestimmt für den Bund, dass von schwerbehinderten Menschen nur das Mindestmaß an körperlicher Eignung verlangt werden darf. In Auswahl- und Prüfungsverfahren sind nach § 5 Abs. 2 BLV Erleichterungen vorzusehen, die der Behinderung angemessen sind, und bei der Leistungsbeurteilung ist eine etwaige Beeinträchtigung der Arbeits- und Verwendungsfähigkeit nach § 5 Abs. 3 BLV zu berücksichtigen. Die Länder haben gleichlautende Vorschriften, etwa § 12 der Hessischen Laufbahnverordnung. Auch bei den Höchstaltersgrenzen wirkt sich die Schwerbehinderung aus. Nordrhein-Westfalen hebt die Grenze nach § 14 Abs. 6 LBG NRW von 42 auf 45 Jahre an, Niedersachsen nach § 18 Abs. 3 NBG von 45 auf 48 Jahre, Mecklenburg-Vorpommern nach § 18a Abs. 2 LBG M-V von 40 auf 43 Jahre. Hamburg rechnet nach § 9 Abs. 5 HmbLVO fünf Jahre hinzu. Weitere Rechte im Bewerbungsverfahren behandelt [Bewerbung mit Schwerbehinderung](/infocenter/bewerbung-schwerbehinderung-oeffentlicher-dienst). ### Wo Bewerbungen tatsächlich scheitern Drei Punkte tauchen in der Praxis immer wieder auf. Der erste ist das Alter: Viele bewerben sich, ohne die Grenze ihres Landes zu kennen, und erfahren erst nach der Zusage, dass eine Verbeamtung nicht mehr möglich ist. Die Grenze bezieht sich auf den Zeitpunkt der Ernennung, nicht auf den der Bewerbung; nur einzelne Länder wie Nordrhein-Westfalen stellen nach § 14 Abs. 9 Satz 2 LBG NRW auf den Tag der Antragstellung ab, wenn die Einstellung binnen eines Jahres folgt. Der zweite Punkt ist die Gesundheit. Der Prognosemaßstab wurde 2013 zugunsten der Bewerberinnen und Bewerber abgesenkt, gilt aber weiterhin für einen Zeitraum von Jahrzehnten. Der dritte Punkt ist die Laufbahnbefähigung: Ein passender Hochschulabschluss allein genügt nicht, wenn die Laufbahn einen Vorbereitungsdienst voraussetzt. Wer aus der Privatwirtschaft kommt, sollte prüfen, ob die angestrebte Laufbahn den Weg über § 26 BLV für andere Bewerberinnen und Bewerber oder über eine Laufbahn besonderer Fachrichtung eröffnet. Aktuelle Stellen mit Beamtenstatus listet [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte), den Einstieg über den Vorbereitungsdienst zeigt [Ausbildung und Vorbereitungsdienst](/ausbildung). ### Häufige Fragen **Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um Beamter zu werden?** § 7 Abs. 1 BeamtStG nennt drei Punkte: die deutsche Staatsangehörigkeit nach Art. 116 Abs. 1 GG oder die eines EU-Mitgliedstaats, eines EWR-Vertragsstaats oder eines Drittstaats mit vertraglichem Anerkennungsanspruch; die Gewähr, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung einzutreten; und die nach Landesrecht vorgeschriebene Befähigung. Hinzu kommen die gesundheitliche Eignung und in fast allen Ländern eine Höchstaltersgrenze. Für Bundesbeamte gilt wortgleich § 7 Abs. 1 BBG. **Wie lange dauert die Probezeit als Beamter auf Probe?** Beim Bund dauert sie nach § 37 Abs. 1 BLV grundsätzlich drei Jahre, die Mindestprobezeit beträgt ein Jahr. Hauptberufliche Tätigkeiten können nach § 38 BLV angerechnet werden. § 11 Abs. 2 BBG verlangt die Umwandlung in ein Lebenszeitverhältnis spätestens nach fünf Jahren, sofern die Voraussetzungen vorliegen. Für Landes- und Kommunalbeamte setzt § 10 BeamtStG den Rahmen: mindestens sechs Monate, höchstens fünf Jahre, mit Abweichungen nach Landesrecht. **Kann ich ohne EU-Staatsangehörigkeit verbeamtet werden?** Nur ausnahmsweise. § 7 Abs. 3 BeamtStG lässt Abweichungen zu, wenn für die Gewinnung der Bewerberin oder des Bewerbers ein dringendes dienstliches Interesse besteht oder bei Hochschullehrenden und wissenschaftlichem Personal andere wichtige Gründe vorliegen. Über die Ausnahme entscheidet die zuständige Stelle, beim Bund nach § 7 Abs. 3 BBG das Bundesministerium des Innern. Für Ämter mit hoheitlichen Aufgaben verlangt § 7 Abs. 2 BeamtStG zusätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit. **Was steht in der Ernennungsurkunde?** § 8 Abs. 2 BeamtStG schreibt den Inhalt vor. Bei der Begründung des Beamtenverhältnisses müssen die Wörter „unter Berufung in das Beamtenverhältnis“ enthalten sein, dazu der Zusatz „auf Lebenszeit“, „auf Probe“, „auf Widerruf“, „auf Zeit“ oder „als Ehrenbeamtin“ beziehungsweise „als Ehrenbeamter“. Bei der Verleihung eines Amtes steht die Amtsbezeichnung darin. Die Ernennung wird mit Aushändigung der Urkunde wirksam; eine Rückdatierung ist nach § 8 Abs. 4 BeamtStG unzulässig und unwirksam. **Werde ich automatisch Beamter auf Lebenszeit?** Nein. Die Umwandlung setzt voraus, dass Sie sich bewährt haben. Beim Bund gilt nach § 11 Abs. 1 BBG für die Bewährungsfeststellung ein strenger Maßstab; § 37 Abs. 2 BLV verlangt, dass Sie wechselnde Anforderungen Ihrer Laufbahn erfüllen können. Wer sich nicht in vollem Umfang bewährt hat, wird nach § 37 Abs. 6 BLV spätestens mit Ablauf der Probezeit entlassen. Bei Zweifeln kann die Probezeit nach § 37 Abs. 5 BLV verlängert werden. ### Quellen - § 4 BeamtStG Arten des Beamtenverhältnisses (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__4.html (Abruf 7.9.2026) - § 7 BeamtStG Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__7.html (Abruf 7.9.2026) - § 8 BeamtStG Ernennung: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__8.html (Abruf 7.9.2026) - § 9 BeamtStG Kriterien der Ernennung: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__9.html (Abruf 7.9.2026) - § 10 BeamtStG Voraussetzung der Ernennung auf Lebenszeit: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__10.html (Abruf 7.9.2026) - § 7 BBG Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__7.html (Abruf 7.9.2026) - § 9 BBG Auswahlkriterien: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__9.html (Abruf 7.9.2026) - § 11 BBG Voraussetzungen der Ernennung auf Lebenszeit: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__11.html (Abruf 7.9.2026) - § 37 BLV Dauer der Probezeit und Feststellung der Bewährung: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__37.html (Abruf 7.9.2026) - § 38 BLV Anrechnung hauptberuflicher Tätigkeiten: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__38.html (Abruf 7.9.2026) - § 39 BLV Verlängerung der Probezeit: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__39.html (Abruf 7.9.2026) - § 5 BLV Schwerbehinderte Menschen: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__5.html (Abruf 7.9.2026) --- ## Stufenzuordnung bei Neueinstellung: Welche Stufe Ihnen zusteht URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: Stufen, Eingruppierung, TVöD, TV-L, Gehaltsverhandlung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Bei der Einstellung nach TVöD oder TV-L beginnen Beschäftigte ohne einschlägige Berufserfahrung in Stufe 1. Mindestens ein Jahr einschlägige Erfahrung führt zu Stufe 2, mindestens drei Jahre zu Stufe 3; im TV-L ist Stufe 3 dann zwingend, im TVöD gilt sie in der Regel. Mehr als Stufe 3 gibt es über Berufserfahrung nicht, wohl aber über förderliche Zeiten, die Mitnahme einer Stufe aus dem öffentlichen Dienst oder eine Vorweggewährung. In E 9b TVöD VKA liegen zwischen Stufe 1 und Stufe 3 monatlich 423,72 € brutto. Zwischen Stufe 1 und Stufe 3 der Entgeltgruppe E 9b liegen im TVöD VKA 423,72 € brutto im Monat: 3.779,84 € gegenüber 4.203,56 € nach der Tabelle ab 1.5.2026. Auf das Jahr gerechnet sind das 5.084,64 €, und der Abstand bleibt bei jedem späteren Stufenaufstieg erhalten. Welche Stufe Sie bei der Einstellung erhalten, regelt § 16 TVöD für Bund und Kommunen und § 16 TV-L für die Länder. Die Zuordnung hängt an einem einzigen Begriff: der einschlägigen Berufserfahrung. ### Welche Stufe bekomme ich bei der Einstellung? Ohne einschlägige Berufserfahrung werden Sie der Stufe 1 zugeordnet. Mit mindestens einem Jahr einschlägiger Berufserfahrung erfolgt die Einstellung in Stufe 2, mit mindestens drei Jahren in Stufe 3. So steht es in § 16 Abs. 2 TVöD (Bund und VKA) und in § 16 Abs. 2 TV-L. Ein Unterschied im Wortlaut ist für Sie wichtig. Im TVöD heißt es, bei drei Jahren erfolge „in der Regel“ eine Zuordnung zur Stufe 3; der Arbeitgeber kann also in begründeten Ausnahmefällen abweichen. Im TV-L fehlt diese Einschränkung: Wer nach dem 31. Januar 2010 eingestellt wurde und mindestens drei Jahre einschlägige Erfahrung bei einem anderen Arbeitgeber erworben hat, wird in Stufe 3 eingestellt. Stufe 2 ist in allen drei Tarifverträgen ein Anspruch, kein Ermessen. Mehr als Stufe 3 erreichen Sie über Berufserfahrung allein nicht. Für Stufe 4 und höher gibt es nur drei Wege: die Mitnahme einer Stufe aus einem vorherigen Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst, die Anerkennung förderlicher Zeiten oder eine Vorweggewährung. Alle drei stehen weiter unten. Die Bedeutung des Begriffs [Stufe](/infocenter/glossar#stufe) und die Laufzeiten bis zur nächsten Stufe erklärt der Beitrag zum [Stufenaufstieg im TVöD und TV-L](/infocenter/stufenlaufzeit-stufenaufstieg-tvoed-tv-l). ### Was gilt als einschlägige Berufserfahrung? Einschlägige Berufserfahrung ist nach der Protokollerklärung zu § 16 Abs. 2 TVöD Bund und zu § 16 Abs. 2 TV-L „eine berufliche Erfahrung in der übertragenen oder einer auf die Aufgabe bezogen entsprechenden Tätigkeit“. Maßgeblich ist also nicht der Beruf, sondern die Aufgabe, die Sie künftig ausüben. Eine Sachbearbeiterin, die von der Bauaufsicht einer Stadt zur Bauaufsicht eines Landkreises wechselt, bringt einschlägige Erfahrung mit. Ein Industriekaufmann, der künftig Bauanträge prüft, bringt Berufserfahrung mit, aber keine einschlägige. Ein Berufspraktikum nach dem Tarifvertrag für Praktikantinnen und Praktikanten des öffentlichen Dienstes (TVPöD) gilt grundsätzlich als Erwerb einschlägiger Berufserfahrung; das steht ausdrücklich in den Protokollerklärungen des TVöD und des TV-L. Ausbildung und Studium sind dagegen keine Berufserfahrung im Sinne der Vorschrift, weil sie keine berufliche Tätigkeit in der Aufgabe darstellen. Ob die Erfahrung aus einem öffentlichen oder privaten Arbeitgeber stammt, ist für Stufe 2 und 3 ohne Bedeutung. Der TV-L kennt eine Besonderheit für Rückkehrer: Wer mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung beim selben Arbeitgeber erworben hat, bekommt diese Zeiten voll angerechnet, wenn zwischen dem alten und dem neuen Arbeitsverhältnis höchstens sechs Monate liegen, bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ab E 13 höchstens zwölf Monate (§ 16 Abs. 2 Satz 2 TV-L mit Protokollerklärung Nr. 3). Das betrifft vor allem befristet Beschäftigte an [Hochschulen](/jobs/arbeitgebertyp/hochschule), die mit einem neuen Vertrag weiterbeschäftigt werden. ### Wo unterscheiden sich Bund, VKA und TV-L? Die Grundregel ist überall gleich, die Ausnahmen nicht. Die Tabelle fasst § 16 TVöD Bund, § 16 TVöD VKA und § 16 TV-L zusammen. | Sachverhalt bei Einstellung | TVöD Bund | TVöD VKA | TV-L | | --- | --- | --- | --- | | Keine einschlägige Berufserfahrung | Stufe 1 | Stufe 1 | Stufe 1 | | Mindestens 1 Jahr einschlägig bei anderem Arbeitgeber | Stufe 2 (Abs. 2 Satz 2) | Stufe 2 (Abs. 2 Satz 2) | Stufe 2 (Abs. 2 Satz 3) | | Mindestens 3 Jahre einschlägig bei anderem Arbeitgeber | in der Regel Stufe 3 | in der Regel Stufe 3 | Stufe 3 | | Rückkehr zum selben Arbeitgeber | Stufe und Laufzeit werden fortgeführt, wenn unmittelbarer Anschluss (Abs. 2 Satz 4) | Erworbene Stufe kann berücksichtigt werden (Abs. 2a) | Anrechnung der Zeiten, wenn Lücke höchstens 6 Monate (Abs. 2 Satz 2) | | Wechsel von anderem öffentlichen Arbeitgeber im unmittelbaren Anschluss | Stufe kann ganz oder teilweise berücksichtigt werden (Abs. 3) | Stufe kann ganz oder teilweise berücksichtigt werden (Abs. 2a) | Stufe kann ganz oder teilweise berücksichtigt werden (Abs. 2a) | | Förderliche Zeiten ohne einschlägige Erfahrung | Kann-Regel zur Deckung des Personalbedarfs (Abs. 2 Satz 3) | Kann-Regel zur Deckung des Personalbedarfs (Abs. 2 Satz 3) | Kann-Regel zur Deckung des Personalbedarfs (Abs. 2 Satz 4) | | Vorweggewährung von Stufen | bis zu zwei Stufen (Abs. 6) | nicht in § 16; Stufe 2 bis 4 nach Fachkräfte-RL der VKA | bis zu zwei Stufen (Abs. 5) | Auffällig ist die Lücke bei den Kommunen: § 16 TVöD VKA enthält keine Vorweggewährung. Kommunale Arbeitgeber stützen eine höhere Stufe stattdessen auf die Richtlinie der VKA zur Gewinnung und zur Bindung von Fachkräften. Danach können neu eingestellte Fachkräfte der Entgeltgruppen 5 bis 15 auch ohne Berufserfahrung der Stufe 2 oder 3 zugeordnet werden, in besonderen Fällen der Stufe 4; die Richtlinie gilt bis zum 31. Dezember 2028. Beim Bund erlaubt § 16 Abs. 6 TVöD ein bis zu zwei Stufen höheres Entgelt, im TV-L § 16 Abs. 5. Welche Spielräume sich daraus im Gespräch ergeben, steht im Beitrag [Gehalt verhandeln im öffentlichen Dienst](/infocenter/gehalt-verhandeln-oeffentlicher-dienst). ### Was sind förderliche Zeiten? Förderliche Zeiten sind Zeiten einer früheren beruflichen Tätigkeit, die nicht einschlägig war, aber für die vorgesehene Tätigkeit nützlich ist. Der Arbeitgeber kann sie „bei Neueinstellungen zur Deckung des Personalbedarfs“ ganz oder teilweise für die Stufenzuordnung berücksichtigen. Beide Bedingungen müssen vorliegen: Die Behörde muss die Stelle nur schwer besetzen können, und Ihre frühere Tätigkeit muss der neuen nutzen. Ein Beispiel: Ein Softwareentwickler mit fünf Jahren in einem Industrieunternehmen bewirbt sich auf eine E-11-Stelle als Anwendungsbetreuer in einer Stadtverwaltung. Seine Erfahrung ist nicht einschlägig, weil er keine Fachanwendung einer Verwaltung betreut hat. Sie ist aber förderlich. Erkennt die Stadt vier Jahre an, ist die Zuordnung zu Stufe 3 möglich. In E 11 TVöD VKA sind das 5.046,03 € statt 4.269,64 € in Stufe 1, also 776,39 € im Monat. Im TV-L liegt E 11 Stufe 3 bei 4.748,43 €, Stufe 1 bei 4.178,35 €. Weil es eine Ermessensentscheidung ist, gibt es keinen Anspruch, auch nicht auf eine Begründung im Vertrag. Die Personalstelle entscheidet vor der Einstellung und muss dabei den Personalbedarf belegen können. Für Sie heißt das: Der Antrag muss vor Vertragsschluss gestellt und mit Nachweisen belegt sein. Wer aus der Privatwirtschaft wechselt, findet weitere Hinweise im Beitrag zum [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst). ### Wie viel macht die Stufe in Euro aus? Die folgenden Werte stammen aus der Entgelttabelle TVöD VKA ab 1.5.2026, brutto pro Monat. | Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Differenz Stufe 1 zu 3 | | --- | --- | --- | --- | --- | | E 6 | 3.240,30 € | 3.440,25 € | 3.580,46 € | 340,16 € | | E 9b | 3.779,84 € | 4.039,01 € | 4.203,56 € | 423,72 € | | E 11 | 4.269,64 € | 4.669,92 € | 5.046,03 € | 776,39 € | | E 13 | 4.901,11 € | 5.279,32 € | 5.709,87 € | 808,76 € | Beim Bund weichen nur E 9a bis E 9c ab: E 9b Stufe 1 liegt dort bei 3.833,50 €, Stufe 3 bei 4.267,03 €. Im TV-L beträgt E 9b Stufe 1 3.620,10 € und Stufe 3 4.035,07 € (Tabelle ab 1.4.2026). Alle Werte für alle Gruppen stehen in den Tabellen [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka), [TVöD Bund](/infocenter/tabellen/tvoed-bund) und [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l). ### So sichern Sie Ihre Stufe vor der Vertragsunterschrift 1. Arbeitszeugnisse und Tätigkeitsbeschreibungen aller früheren Stellen zusammenstellen. Entscheidend ist, dass die Aufgaben darin konkret beschrieben sind, nicht nur die Berufsbezeichnung. 2. Eine Aufstellung anfertigen: Arbeitgeber, Zeitraum, Tätigkeit und in einer Spalte der Bezug zur ausgeschriebenen Stelle. Einschlägige und förderliche Zeiten getrennt ausweisen. 3. Die Stufe ansprechen, sobald die Zusage vorliegt und bevor der Vertrag unterschrieben ist. Im Vorstellungsgespräch reicht der Hinweis, dass Sie einschlägige Berufserfahrung nachweisen können. 4. Den Antrag in Textform stellen, Nachweise beifügen und um Mitteilung der vorgesehenen Stufe bitten. 5. Vertrag oder Einstellungsschreiben prüfen: Beim Bund muss die Entgeltgruppe im Arbeitsvertrag stehen (§ 12 Abs. 3 TVöD Bund), bei den Ländern nach § 12 Abs. 2 TV-L. Die Stufe steht in der Regel in der Mitteilung der Personalstelle. 6. Bei Ablehnung eine Begründung erbitten. Für Stufe 2 und 3 besteht ein Anspruch; Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verfallen nach § 37 TVöD und § 37 TV-L, wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit geltend gemacht werden. Eine Formulierung für den Antrag, die Sie an Ihren Fall anpassen können: > „Sehr geehrte Frau Müller, für die Stelle als Sachbearbeiterin Bauordnung (Kennziffer 2026-114) beantrage ich die Zuordnung zur Stufe 3 nach § 16 Abs. 2 TVöD. Ich war vom 1. März 2021 bis 31. August 2026 als Sachbearbeiterin in der Bauaufsicht des Landkreises Musterland tätig und habe dort Bauanträge nach der Landesbauordnung geprüft. Das Arbeitszeugnis mit Tätigkeitsbeschreibung füge ich bei. Hilfsweise bitte ich, die Zeit vom 1. September 2018 bis 28. Februar 2021 als Bauzeichnerin in einem Architekturbüro als förderliche Zeit nach § 16 Abs. 2 Satz 3 TVöD zu berücksichtigen. Bitte teilen Sie mir die vorgesehene Stufe vor Abschluss des Arbeitsvertrags mit.“ ### Was sich nach der Unterschrift noch ändern lässt Die Stufenzuordnung ist eine Entscheidung „bei Einstellung“. Was den tariflichen Anspruch betrifft, also Stufe 2 oder 3 bei nachgewiesener einschlägiger Erfahrung, können Sie eine falsche Zuordnung auch nach Vertragsschluss korrigieren lassen, innerhalb der Ausschlussfrist. Alles andere, insbesondere förderliche Zeiten, die Mitnahme einer Stufe von einem anderen öffentlichen Arbeitgeber und die Vorweggewährung, sind Ermessensentscheidungen, die die Personalstelle vor der Einstellung trifft. Danach fehlt der Behörde meist die Rechtsgrundlage für eine Nachbesserung, weil eine höhere Stufe ohne Neueinstellung tariflich nicht vorgesehen ist. Stufe und Entgeltgruppe sind dabei zwei verschiedene Dinge. Die Entgeltgruppe folgt aus der Tätigkeit und ist nicht verhandelbar; wie sie zustande kommt, erklärt der Beitrag zur [Eingruppierung nach der Entgeltordnung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). Die Stufe folgt aus Ihrer Erfahrung und ist der einzige Teil des Tabellenentgelts, bei dem Ihre Angaben und Nachweise den Ausschlag geben. Wer in eine Stelle in [E 9b nach TVöD VKA](/jobs?eg=e9b&tarif=tvoed-vka) wechselt, sollte den Nachweis der Berufserfahrung deshalb genauso sorgfältig vorbereiten wie die Bewerbung selbst. ### Häufige Fragen **Welche Stufe bekomme ich mit drei Jahren Berufserfahrung im TVöD?** Mit mindestens drei Jahren einschlägiger Berufserfahrung erfolgt nach § 16 Abs. 2 TVöD in der Regel die Zuordnung zu Stufe 3. Einschlägig ist nur Erfahrung in der übertragenen oder einer auf die Aufgabe bezogen entsprechenden Tätigkeit. Im TV-L ist Stufe 3 bei drei Jahren zwingend. Eine höhere Stufe allein wegen längerer Berufserfahrung sieht keiner der Tarifverträge vor; dafür braucht es förderliche Zeiten oder eine Vorweggewährung. **Zählt Berufserfahrung aus der Privatwirtschaft für die Stufe im öffentlichen Dienst?** Ja, wenn die Tätigkeit einschlägig war, also der neuen Aufgabe entspricht. Eine Bilanzbuchhalterin, die in der Kämmerei Bilanzen erstellt, bringt einschlägige Erfahrung mit. Wer dagegen in einem anderen Beruf gearbeitet hat, kann nur auf die Anerkennung förderlicher Zeiten hoffen. Diese kann der Arbeitgeber nach § 16 Abs. 2 TVöD zur Deckung des Personalbedarfs ganz oder teilweise berücksichtigen, muss es aber nicht. **Nehme ich meine Stufe mit, wenn ich innerhalb des öffentlichen Dienstes wechsle?** Beim Bund ja: Wer im unmittelbaren Anschluss an ein Arbeitsverhältnis zum Bund wieder beim Bund eingestellt wird, behält Stufe und Stufenlaufzeit (§ 16 Abs. 2 Satz 4 TVöD Bund). Bei Kommunen und Ländern kann der neue Arbeitgeber die im vorherigen öffentlichen Arbeitsverhältnis erworbene Stufe ganz oder teilweise berücksichtigen (§ 16 Abs. 2a TVöD VKA, § 16 Abs. 2a TV-L). Das ist eine Ermessensentscheidung und sollte vor der Unterschrift geklärt werden. **Kann ich die Stufe nach der Einstellung noch ändern lassen?** Nur eingeschränkt. Auf Stufe 2 oder 3 bei nachgewiesener einschlägiger Berufserfahrung besteht ein tariflicher Anspruch, den Sie auch später geltend machen können; nach § 37 TVöD verfallen Ansprüche jedoch, wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit in Textform geltend gemacht werden. Die Anerkennung förderlicher Zeiten ist eine Ermessensentscheidung bei Neueinstellung; nach Vertragsschluss haben Sie darauf keinen Anspruch mehr. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, § 16 (Bund), § 16 (VKA), § 17, § 37 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - TV-L § 16 und § 17 (TdL, i. d. F. des ÄTV Nr. 14): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - Richtlinie der VKA zur Gewinnung und zur Bindung von Fachkräften (Fachkräfte-RL): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/VKA-Fachkraefte-RL.pdf (Beschluss vom 10.11.2023) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TVöD Bund (data/pay-tables/TVoeD_Bund-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-bund (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TV-L (data/pay-tables/TV_L-2026-04-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tv-l (Stand 1.4.2026) --- ## Arbeiten im Gesundheitsamt: Berufe, Tarif und Einstieg URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/gesundheitsamt-oegd-berufe Kategorie: Berufe & Bereiche Themen: Gesundheitsamt, Ärztinnen und Ärzte, Pflege, Kommunen, TVöD VKA Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Gesundheitsämter sind untere Gesundheitsbehörden der Kreise und kreisfreien Städte. Das nordrhein-westfälische ÖGD-Gesetz vom 10. Juni 2025 nennt als Kernaufgaben Gesundheitsschutz, Prävention, Beratung sowie Koordination und Steuerung. In den 377 Gesundheitsämtern arbeiteten Ende 2025 laut Statistischem Bundesamt 27.225 Personen, davon nur 20 Prozent ärztliches Personal. Ärztinnen und Ärzte werden nach TVöD VKA in E 14 eingruppiert, mit Facharztanerkennung in E 15 zuzüglich einer Zulage von 300 Euro im Monat. Wer amtsärztlich untersucht wird, bevor er verbeamtet werden kann, sitzt einer Ärztin gegenüber, die bei dieser Beurteilung niemandem weisungsgebunden ist. § 18 Absatz 3 des nordrhein-westfälischen ÖGD-Gesetzes stellt das ausdrücklich klar. Diese Unabhängigkeit ist der Kern der Arbeit im Gesundheitsamt und zugleich der Grund, warum sie sich so deutlich von Klinik und Praxis unterscheidet. ### Was ist der öffentliche Gesundheitsdienst? Der öffentliche Gesundheitsdienst, kurz ÖGD, ist die dritte Säule des Gesundheitswesens neben ambulanter und stationärer Versorgung. Seine unterste und wichtigste Ebene sind die Gesundheitsämter der Kreise und kreisfreien Städte, im Gesetz untere Gesundheitsbehörden genannt. Darüber stehen Landesbehörden, in Nordrhein-Westfalen das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz, und auf Bundesebene das Robert-Koch-Institut. Das nordrhein-westfälische Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst vom 10. Juni 2025 nennt in § 2 vier Kernaufgaben: Gesundheitsschutz, Prävention und Gesundheitsförderung, Beratung und Information sowie Koordination und Steuerung. Anders als in der Behandlung geht es also nicht um einzelne Patienten, sondern um die Gesundheit der Bevölkerung. Der Aufgabenkatalog reicht von der Beobachtung der gesundheitlichen Verhältnisse über Stellungnahmen zu Stadtplanung, Bauvorhaben und Verkehrsplanung bis zur Arzneimittel- und Medizinprodukteüberwachung. Die Größenordnung liefert das Statistische Bundesamt. In seine Vollerhebung zum öffentlichen Gesundheitsdienst gehen 377 örtliche Gesundheitsämter ein. Zum 31. Dezember 2025 arbeiteten dort 27.225 Personen, umgerechnet 22.110 Vollzeitäquivalente. Davon entfielen 20 Prozent auf ärztliches und zahnärztliches Personal, 55 Prozent auf Fachpersonal und 25 Prozent auf Verwaltungspersonal. Ein Gesundheitsamt ist also überwiegend keine Ärzteorganisation. Weil Gesundheitsämter kommunal sind, gilt für ihre Tarifbeschäftigten der TVöD in der Fassung für die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände. Offene Stellen finden Sie unter [Gesundheitsamt](/jobs?q=Gesundheitsamt) sowie allgemein bei den [kommunalen Arbeitgebern](/jobs/arbeitgebertyp/kommune). ### Welche Aufgaben hat ein Gesundheitsamt konkret? Das nordrhein-westfälische Gesetz widmet jeder Aufgabe einen eigenen Paragrafen. Andere Länder gliedern anders, decken aber im Wesentlichen dieselben Felder ab. | Aufgabe | Was dahintersteht | Wer sie erledigt | | --- | --- | --- | | Infektionsschutz | Ermittlungen zu Art, Ursache, Ansteckungsquelle und Ausbreitung nach § 25 IfSG, Bearbeitung der Meldungen nach § 6 IfSG | Ärztinnen und Ärzte, Hygienekontrolleure, sozialmedizinische Assistenzkräfte | | Hygieneüberwachung | Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Kitas, Gemeinschaftsunterkünfte, Justizvollzugsanstalten, Trinkwasser- und Badewasseranlagen, Bestattungswesen | Hygienekontrolleurinnen und Hygienekontrolleure, Ärzte | | Kinder- und Jugendgesundheit | verpflichtende schulische Eingangsuntersuchung vor Schuleintritt, betriebsmedizinische Aufgaben für Kitas und Schulen | Kinder- und Jugendärztinnen, sozialmedizinische Assistenzkräfte | | Zahngesundheit | Zahnvorsorge bei Kindern und Jugendlichen | Zahnärztinnen und Zahnärzte, Prophylaxefachkräfte | | Sozialpsychiatrischer Dienst | Beratung und Hilfen bei psychischen Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen, für Betroffene und Angehörige | Ärztinnen, Psychotherapeuten, Sozialarbeiterinnen | | Amtsärztliche Begutachtung | amtliche Bescheinigungen, Zeugnisse und Gutachten, unter anderem in beamtenrechtlichen Verfahren | Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte | | Sozialpharmazie und Berufsaufsicht | Überwachung der Berufe des Gesundheitswesens, sozialpharmazeutische Aufgaben | Amtsapothekerinnen und Amtsapotheker | Die Hygieneüberwachung ist dabei kein Nebenschauplatz. Das Gesetz zählt zehn Einrichtungsarten auf, die grundsätzlich regelmäßig zu überwachen sind, und verpflichtet Betreiber, die Aufnahme und Schließung des Betriebs anzuzeigen. Betreiber einer Kita, eines Pflegeheims oder einer Dialyseeinrichtung haben das Gesundheitsamt also nicht nur im Krisenfall im Haus. ### Wer arbeitet im Gesundheitsamt? § 19 des Gesetzes verlangt eine ausreichende und ausdrücklich multiprofessionelle Besetzung mit Fachkräften, die die erforderlichen Kenntnisse des öffentlichen Gesundheitsrechts und des Gesundheitswesens haben. Genannt werden Fachärztinnen und Fachärzte für öffentliches Gesundheitswesen und andere Fachärzte, Fachzahnärztinnen und Fachzahnärzte für öffentliches Gesundheitswesen, Fachapothekerinnen und Fachapotheker sowie andere Apotheker, psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und Angehörige sonstiger im Gesundheitswesen tätiger Berufe. Bemerkenswert ist § 19 Absatz 3: Amtsärztin und Amtsarzt im Sinne sonstiger bundes- und landesrechtlicher Regelungen sind **alle** bei einer unteren Gesundheitsbehörde beschäftigten Ärztinnen und Ärzte. Die Facharztanerkennung für öffentliches Gesundheitswesen ist damit nach dem Gesetzeswortlaut keine Zugangsvoraussetzung, sondern eine Qualifikation, die im Amt erworben werden kann. Die Leitung der medizinischen Dienste muss einer Ärztin oder einem Arzt übertragen werden; für die pharmazeutischen Aufgaben spricht das Gesetz eine Empfehlung aus. Neben den akademischen Berufen tragen zwei Gruppen die Alltagsarbeit. **Hygienekontrolleurinnen und Hygienekontrolleure** führen die Begehungen nach § 15 durch, nehmen Wasserproben und prüfen Betriebsabläufe; ihre Ausbildung regeln die Länder in eigenen Verordnungen. **Sozialmedizinische Assistenzkräfte** unterstützen bei den Reihenuntersuchungen und der Schuleingangsuntersuchung. Hinzu kommen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im sozialpsychiatrischen Dienst sowie Verwaltungskräfte für Bescheide, Gebühren und Meldewesen. Wie sich Entgeltgruppen aus solchen Tätigkeiten ergeben, erklärt der Beitrag [Eingruppierung und Tätigkeitsmerkmale](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Was zahlt das Gesundheitsamt? Für Tarifbeschäftigte gilt der TVöD VKA. Verwaltungskräfte, Assistenzkräfte und Hygienekontrolleure werden nach den allgemeinen Entgeltgruppen bezahlt: E 8 Stufe 1 liegt ab 1.5.2026 bei 3.486,40 Euro, E 9c Stufe 1 bei 4.010,72 Euro und E 14 Stufe 1 bei 5.298,27 Euro brutto im Monat, jeweils in Vollzeit und ohne Jahressonderzahlung. Die vollständige Tabelle steht unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). Bei den Ärztinnen und Ärzten liegt der Fall anders, als viele erwarten. Der TV-Ärzte gilt nach seinem Geltungsbereich nur für kommunale Krankenhäuser, nicht für Gesundheitsämter; im ÖGD greift der allgemeine TVöD. Die Entgeltordnung VKA regelt das in Teil B Abschnitt II Ziffer 1 knapp: **Entgeltgruppe 14** für Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte mit entsprechender Tätigkeit, **Entgeltgruppe 15** für Fachärztinnen und Fachärzte mit entsprechender Tätigkeit sowie für Ärztinnen und Ärzte, denen mindestens fünf Ärzte durch ausdrückliche Anordnung ständig unterstellt sind. Ein Tätigkeitsmerkmal, das Amtsärzte, Gesundheitsamt oder öffentlichen Gesundheitsdienst ausdrücklich nennt, gibt es dort nicht. Hinzu kommt eine Zulage. § 57 Nummer 3 des Besonderen Teils Verwaltung bestimmt, dass die in Entgeltgruppe 15 eingruppierten Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte nach diesem Tätigkeitsmerkmal eine monatliche Zulage von 300 Euro erhalten. Für Entgeltgruppe 14 sieht der Tarifvertrag keine solche Zulage vor. Die Facharztanerkennung entscheidet damit über zwei Dinge zugleich: die Entgeltgruppe und die Zulage. E 15 Stufe 1 liegt ab 1.5.2026 bei 5.827,86 Euro, E 14 Stufe 1 bei 5.298,27 Euro brutto im Monat. Der Pakt für den ÖGD benennt das Nachwuchsproblem offen: Der ÖGD konkurriert bei der Besetzung von Stellen mit anderen Bereichen des Gesundheitssystems, und Anreize sollen sowohl über das Besoldungsrecht als auch über tarifvertragliche Regelungen erreicht werden. Die Länder streben nach dem Pakttext eine attraktive Bezahlung des ärztlichen Personals etwa im Rahmen bestehender Tarifverträge an und dürfen dafür bis zu zehn Prozent ihres Paktanteils einsetzen. Den Vergleich der ärztlichen Tarifwerke zieht der Beitrag [TV-Ärzte bei VKA und TdL](/infocenter/tv-aerzte-vka-tdl-oeffentlicher-dienst). ### Wie steige ich in den ÖGD ein? Der Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst hat den Arbeitsmarkt spürbar verändert. Bund und Länder beschlossen ihn am 29. September 2020, der Bund stellt dafür vier Milliarden Euro für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2026 bereit. Die Länder verpflichteten sich, zwischen dem 1. Februar 2020 und dem 31. Dezember 2021 mindestens 1.500 neue unbefristete Vollzeitstellen zu schaffen und zu besetzen und bis Ende 2022 mindestens weitere 3.500. Grundsätzlich 90 Prozent dieser Stellen sollten in den unteren Gesundheitsbehörden entstehen. Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das drei praktische Punkte. Erstens werden Stellen dauerhaft ausgeschrieben, nicht nur in Krisenlagen. Zweitens öffnet der Pakt den Zugang ausdrücklich für Ärztinnen und Ärzte ohne Facharztanerkennung im öffentlichen Gesundheitswesen, weil die Weiterbildung im Amt erfolgen kann; der Pakt sieht dafür 35 Millionen Euro über fünf Jahre für die Bildungsinstitutionen des öffentlichen Gesundheitswesens vor. Drittens sollen Famulaturen und das Praktische Jahr ausdrücklich auch im Gesundheitsamt abgeleistet werden können, was den Einstieg schon im Studium erlaubt. 1. Ausschreibung der Kommune prüfen: Kreis oder kreisfreie Stadt, nicht das Land, ist Arbeitgeber. 2. Tätigkeitsfeld klären: Infektionsschutz, Kinder- und Jugendgesundheit, sozialpsychiatrischer Dienst oder Begutachtung führen zu sehr unterschiedlichen Arbeitstagen. 3. Entgeltgruppe und Stufe erfragen, weil ärztliche Eingruppierung im ÖGD nicht einheitlich geregelt ist. 4. Nach der Weiterbildung fragen: Freistellung, Kostenübernahme und Kurse an einer Akademie für öffentliches Gesundheitswesen sind verhandelbar. ### Der Unterschied, den Umsteiger unterschätzen Wer aus Klinik oder Praxis kommt, rechnet mit weniger Nachtdiensten und findet das oft bestätigt. Unterschätzt wird die Umstellung der Rolle. Im Gesundheitsamt entsteht kein Behandlungsverhältnis: Die Ärztin untersucht im Auftrag einer Behörde und schreibt ein Gutachten, das über eine Verbeamtung, eine Dienstfähigkeit oder eine Unterbringung entscheidet. Wer begutachtet wird, ist kein Patient, sondern eine betroffene Person mit Rechten aus dem Verwaltungsverfahren. Dazu kommt die Eingriffsseite. § 25 des Infektionsschutzgesetzes erlaubt dem Gesundheitsamt, Personen vorzuladen, Untersuchungen anzuordnen und Untersuchungsmaterial zu verlangen, bei invasiven Eingriffen allerdings nur mit Einwilligung. Solche Befugnisse auszuüben und zugleich Vertrauen aufzubauen, ist die eigentliche fachliche Anforderung. Die grundsätzliche Abwägung für einen Wechsel in den öffentlichen Dienst behandelt der Beitrag [Wechsel aus der Privatwirtschaft](/infocenter/wechsel-privatwirtschaft-oeffentlicher-dienst-lohnt-sich); wie amtsärztliche Untersuchungen aus Sicht der Untersuchten ablaufen, beschreibt [Die amtsärztliche Untersuchung](/infocenter/amtsaerztliche-untersuchung-verbeamtung). ### Häufige Fragen **Was macht ein Gesundheitsamt eigentlich?** Es ist die untere Gesundheitsbehörde des Kreises oder der kreisfreien Stadt. Das nordrhein-westfälische ÖGD-Gesetz nennt als Kernaufgaben Gesundheitsschutz, Prävention und Gesundheitsförderung, Beratung und Information sowie Koordination und Steuerung. Konkret heißt das: Infektionsschutz, Hygieneüberwachung in Kliniken und Pflegeeinrichtungen, Kinder- und Jugendgesundheit mit der Schuleingangsuntersuchung, sozialpsychiatrischer Dienst, Zahngesundheit sowie amtsärztliche Zeugnisse und Gutachten. **Wer darf sich Amtsärztin oder Amtsarzt nennen?** In Nordrhein-Westfalen regelt das § 19 Absatz 3 des ÖGD-Gesetzes eindeutig: Amtsärztin und Amtsarzt im Sinne sonstiger bundes- und landesrechtlicher Regelungen sind alle bei einer unteren Gesundheitsbehörde beschäftigten Ärztinnen und Ärzte. Eine besondere Facharztanerkennung ist dafür nach dem Gesetzeswortlaut nicht erforderlich. Die Leitung der medizinischen Dienste muss allerdings einer Ärztin oder einem Arzt übertragen werden. **Welche Berufe arbeiten außer Ärzten im Gesundheitsamt?** § 19 des nordrhein-westfälischen ÖGD-Gesetzes verlangt eine multiprofessionelle Besetzung und nennt ausdrücklich Fachärztinnen für öffentliches Gesundheitswesen und andere Fachärzte, Fachzahnärzte, Fachapotheker und andere Apotheker, psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Angehörige sonstiger im Gesundheitswesen tätiger Berufe. Hinzu kommen Hygienekontrolleure, sozialmedizinische Assistenzkräfte, Sozialarbeiterinnen im sozialpsychiatrischen Dienst und Verwaltungskräfte. **Sind Amtsärzte weisungsgebunden?** Bei der ärztlichen Beurteilung nicht. § 18 Absatz 3 des nordrhein-westfälischen ÖGD-Gesetzes bestimmt, dass die Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte der unteren Gesundheitsbehörde in Ausübung ihrer ärztlichen Tätigkeit beim Ausstellen amtlicher Bescheinigungen und Gutachten nicht an Weisungen gebunden sind. Organisatorisch und dienstrechtlich bleiben sie dagegen in die Behörde eingebunden wie andere Beschäftigte auch. **Warum werden im Gesundheitsamt so viele Stellen ausgeschrieben?** Wegen des Pakts für den öffentlichen Gesundheitsdienst, den Bund und Länder am 29. September 2020 beschlossen haben. Der Bund stellt dafür vier Milliarden Euro für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2026 bereit. Die Länder verpflichteten sich, bis Ende 2021 mindestens 1.500 und bis Ende 2022 mindestens weitere 3.500 unbefristete Vollzeitstellen zu schaffen, davon grundsätzlich 90 Prozent in den örtlichen Gesundheitsämtern. ### Quellen - Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen (ÖGDG NRW) vom 10.6.2025, GV. NRW. S. 530, Paragrafen 2, 11, 14, 15, 18 und 19: https://recht.nrw.de/lrgv/gesetz/01072025-gesetz-ueber-den-oeffentlichen-gesundheitsdienst-des-landes-nordrhein/ (Fassung vom 10.6.2025, abgerufen 8.9.2026) - Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, Beschluss von Bund und Ländern (Fördervolumen, Stellenzahlen, Bezahlung des ärztlichen Personals): https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/O/OEGD/Pakt_fuer_den_OEGD.pdf (Beschluss vom 29.9.2020) - Bundesministerium für Gesundheit, Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (Beschlussdatum, Fördervolumen, Laufzeit): https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/gesundheitswesen/pakt-fuer-den-oegd (abgerufen 8.9.2026) - Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 25 Ermittlungen des Gesundheitsamtes: https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__25.html (abgerufen 8.9.2026) - Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 6 meldepflichtige Krankheiten: https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__6.html (abgerufen 8.9.2026) - TVöD VKA, Tabellenentgelt E 8, E 9c, E 14 und E 15, Tabelle in data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json: https://www.vka.de/ (Tarifeinigung 6.4.2025, gültig ab 1.5.2026) - Entgeltordnung (VKA), Teil B Abschnitt II Ziffer 1 (Ärztinnen und Ärzte, E 14 und E 15) sowie TVöD-BT-V § 57 Nr. 3 (Zulage von 300 Euro): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/250406_TVoeD_Verwaltung.pdf (Lesefassung, abgerufen 8.9.2026) - Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 198 vom 11.6.2026: Personal in Gesundheitsämtern zum 31.12.2025 (27.225 Personen, Anteile nach Berufsgruppen und Beschäftigungsform): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_198_23526.html (Daten zum 31.12.2025, veröffentlicht 11.6.2026) - Statistisches Bundesamt, Qualitätsbericht Statistik des Personals im Öffentlichen Gesundheitsdienst (377 örtliche Gesundheitsämter in der Vollerhebung): https://www.destatis.de/DE/Methoden/Qualitaet/Qualitaetsberichte/Gesundheit/personal-oegd.pdf?__blob=publicationFile (Berichtsjahr 2025, erschienen 10.6.2026) --- ## Ingenieure im technischen Dienst: Einstieg und Eingruppierung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/quereinstieg-ingenieure-technischer-dienst Kategorie: Quereinstieg Themen: Quereinstieg, Technik und Ingenieurwesen, Bau und Planung, Eingruppierung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Für Ingenieurinnen und Ingenieure gilt ein eigener Abschnitt der Entgeltordnung. Der Einstieg liegt bei E 10, besondere Leistungen führen zu E 11, langjährige Erfahrung mit Spezialaufgaben zu E 12 und erheblich herausgehobene Verantwortung zu E 13. In E 11 Stufe 3 sind das 4.748,43 € brutto im TV-L, dazu 23,01 € Zulage. Im Beamtenverhältnis weist § 23 BBesG dem gehobenen technischen Verwaltungsdienst mit Bachelor A 10 oder A 11 zu, dem höheren Dienst A 13. Eine Bauingenieurin, die von einem Planungsbüro in ein Straßenbauamt wechselt, landet nicht in der Entgeltgruppe, die ihr Studium suggeriert, sondern in der, die zu ihren künftigen Aufgaben passt. Der Einstieg liegt bei E 10, in Stufe 3 des TV-L sind das 4.599,41 € brutto im Monat. Wer Entwürfe prüft, deren Bearbeitung besondere Fachkenntnisse und besondere praktische Erfahrung voraussetzt, ist in E 11 und damit bei 4.748,43 €. Zwischen beiden Gruppen liegt kein Berufsjahr, sondern ein Tätigkeitsmerkmal. ### Nach welchen Regeln werden Ingenieure eingruppiert? Nach einem eigenen Abschnitt der Entgeltordnung, nicht nach den allgemeinen Verwaltungsmerkmalen. Die Entgeltordnung (VKA) definiert Ingenieurinnen und Ingenieure als Beschäftigte, die den erfolgreichen Abschluss eines technisch-ingenieurwissenschaftlichen Studiengangs nachweisen, einschließlich der Fachrichtungen Gartenbau, Landschaftsplanung, Landschaftsgestaltung und Forstwirtschaft. Der TV-L knüpft in Abschnitt 22 stattdessen an die „technische Ausbildung“ an, worunter der erfolgreiche Besuch einer Schule zu verstehen ist, deren Abschlusszeugnisse zum Eintritt in die Laufbahn des gehobenen technischen Dienstes berechtigen. Damit gilt derselbe Vorrang wie in anderen Spezialabschnitten: Wer von einem speziellen Tätigkeitsmerkmal erfasst wird, wird nicht mehr nach den allgemeinen Merkmalen des Verwaltungsdienstes bewertet, weder in derselben noch in einer höheren Gruppe. Wie diese Bewertung grundsätzlich funktioniert, erklärt der Beitrag zur [Eingruppierung nach Tätigkeitsmerkmalen](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Welcher Abschluss führt zu welcher Gruppe? Die Entgeltordnung trennt drei technische Qualifikationswege mit drei verschiedenen Einstiegsgruppen. Die Beträge stammen aus den Tabellen TVöD VKA ab 1.5.2026 und TV-L ab 1.4.2026, jeweils Stufe 3. | Qualifikation | Tätigkeitsmerkmal | Entgeltgruppe | TVöD VKA, Stufe 3 | TV-L, Stufe 3 | | --- | --- | --- | --- | --- | | Staatlich geprüfte Technikerin | entsprechende Tätigkeit | E 8 | 3.843,36 € | 3.795,52 € | | Staatlich geprüfte Technikerin | selbständig tätig, also mit eigenen technischen Entscheidungen bei Entwurfs-, Leitungs- und Planungsarbeiten | E 9a | 4.097,67 € | 3.925,58 € | | Staatlich geprüfte Technikerin | schwierige Aufgaben im oberen Bereich der Schwierigkeitsskala | E 9b | 4.203,56 € | 4.035,07 € | | Meisterin nach Handwerksordnung oder Berufsbildungsgesetz | entsprechende Tätigkeit, darüber Aufsicht über große Arbeitsstätten | E 8 bis E 9c | 3.843,36 € bis 4.594,76 € | E 9c nicht vorhanden | | Ingenieurstudium | Ingenieurin mit entsprechender Tätigkeit | E 10 | 4.794,69 € | 4.599,41 € | | Ingenieurstudium | besondere Leistungen, etwa Entwürfe mit besonderen Fachkenntnissen oder Leitung schwieriger Bauten | E 11 | 5.046,03 € | 4.748,43 € | | Ingenieurstudium | langjährige praktische Erfahrung und besondere Schwierigkeit und Bedeutung oder Spezialaufgaben | E 12 | 5.359,50 € | 5.210,41 € | | Ingenieurstudium | erheblich herausgehobenes Maß der Verantwortung aus E 12 | E 13 | 5.709,87 € | 5.366,89 € | Eine Besonderheit des TV-L: Beschäftigte, die nach Abschnitt 22 Unterabschnitt 1 eingruppiert sind, erhalten eine monatliche Zulage von 23,01 €. Sie wird nur für Zeiträume gezahlt, in denen ein Anspruch auf Entgelt oder Entgeltfortzahlung besteht, und läuft längstens bis zu einer Überarbeitung des Unterabschnitts. Neben Zulagen aus fortgeltenden Tarifverträgen steht sie nicht zu. Ohne Ingenieurabschluss ist der Einstieg nicht versperrt. Jede Fallgruppe nennt daneben sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben. Fehlt der Nachweis dieser Gleichwertigkeit, ordnet die Entgeltordnung die Eingruppierung in der nächstniedrigeren Gruppe an. Weitere Wege beschreibt der Beitrag zum [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst). ### Was zahlt der Beamtenweg? Mehr als der Tarif, aber erst nach einem eigenen Verfahren. § 23 Abs. 2 des Bundesbesoldungsgesetzes weist das Eingangsamt im gehobenen technischen Verwaltungsdienst der Besoldungsgruppe A 10 oder A 11 zu, wenn für die Zulassung ein mit einem Bachelor abgeschlossenes Hochschulstudium gefordert wird. Dasselbe gilt für technische Fachverwendungen in Sonderlaufbahnen mit einem ingenieurwissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Abschluss. Im höheren Dienst liegt das Eingangsamt nach § 23 Abs. 1 bei A 13. Die Laufbahnbefähigung entsteht auf zwei Wegen. Der klassische ist der Vorbereitungsdienst: drei Jahre für den gehobenen Dienst, durchgeführt als Hochschulstudiengang mit Bachelorabschluss, oder mindestens 14 Monate und in der Regel zwei Jahre für den höheren Dienst. Das technische Referendariat endet mit der Großen Staatsprüfung vor dem Oberprüfungsamt und der Berufsbezeichnung Bauassessorin oder Technischer Assessor. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung bildet dafür in den Fachrichtungen Hochbau sowie Maschinen- und Elektrotechnik in der Verwaltung aus und übernimmt danach nach A 13 oder in E 13. Der zweite Weg ist die Anerkennung ohne Vorbereitungsdienst, und für Berufserfahrene ist er der interessantere. Die allgemeinen Voraussetzungen aus § 24 Abs. 1 und § 25 der Bundeslaufbahnverordnung, Bachelor mit hauptberuflicher Tätigkeit für den gehobenen und Master mit längerer Tätigkeit für den höheren Dienst, erläutert der Beitrag zum [Quereinstieg in die Behörden-IT](/infocenter/quereinstieg-it-oeffentlicher-dienst). Für den technischen Bereich kommt eine eigene Erleichterung hinzu: § 30 Abs. 1 lässt für den höheren technischen Verwaltungsdienst auch einen Bachelor genügen, wenn eine Promotion oder eine hauptberufliche Tätigkeit von mindestens zwei Jahren und sechs Monaten hinzukommt. Eine Fortbildung zum Bachelor Professional oder Master Professional zählt nach § 29 Abs. 2 ebenfalls. ### Wo werden Ingenieure gesucht? Vor allem in den Landesbetrieben und bei den Kommunen. Straßenbauverwaltungen der Länder planen und betreiben das Landes- und Bundesstraßennetz, die Autobahn GmbH des Bundes bewirtschaftet nach eigenen Angaben rund 13.200 Kilometer Streckennetz mit etwa 15.000 Mitarbeitenden an 231 Standorten und wendet einen eigenen Tarifvertrag an, nicht den TVöD. In den Städten liegt der Bedarf in Bauämtern, Tiefbau, Stadtentwässerung, Gebäudemanagement und Stadtplanung. Der Ablauf folgt drei Schritten, die Sie in dieser Reihenfolge klären sollten. 1. Die Stellenbewertung lesen. Nennt die Ausschreibung nur „Ingenieurin mit entsprechender Tätigkeit“, ist E 10 gemeint; nennt sie Entwürfe mit besonderen Fachkenntnissen, Leitung schwieriger Bauten oder Spezialaufgaben, tragen die Aufgaben E 11 oder E 12. Weicht die Aufgabenbeschreibung von der angebotenen Gruppe ab, sprechen Sie das vor der Zusage an. 2. Die Stufe verhandeln. Mit mindestens drei Jahren einschlägiger Berufserfahrung erfolgt nach § 16 Abs. 2 TVöD in der Regel die Zuordnung zu Stufe 3. Zur Deckung des Personalbedarfs kann der Arbeitgeber zusätzlich förderliche Zeiten anrechnen. Bei Kommunen erlaubt die Fachkräfte-Richtlinie der VKA außerdem, neu eingestellte Fachkräfte der Entgeltgruppen 5 bis 15 auch ohne Berufserfahrung der Stufe 2 oder 3 zuzuordnen, in besonderen Fällen der Stufe 4. 3. Die Zulage ansprechen. Bei kommunalen Arbeitgebern ist die Fachkräftezulage nach der VKA-Richtlinie für Ingenieurstellen der wirksamste Hebel, weil die Entgeltgruppe selbst feststeht; Höhe, Staffelung nach Entgeltgruppen und Befristung stehen im Beitrag zum [Quereinstieg in die Behörden-IT](/infocenter/quereinstieg-it-oeffentlicher-dienst). Weitere Rechtsgrundlagen nennt die Übersicht der [Zulagen im öffentlichen Dienst](/infocenter/zulagen-oeffentlicher-dienst-uebersicht). Passende Stellen finden Sie unter [Technik und Ingenieurwesen](/jobs/berufsfeld/technik-ingenieurwesen) sowie unter [Bau, Planung und Umwelt](/jobs/berufsfeld/bau-planung-umwelt); die Beamtenstellen listet [der Filter für Beamtenverhältnisse](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte). ### Was der Vergleich mit dem Planungsbüro übersieht Ingenieurgehälter in der Privatwirtschaft enthalten oft Boni, Projektprämien und übertarifliche Zulagen. Der öffentliche Dienst kennt das nicht; der Tabellenbetrag ist der Betrag, und die Fachkräftezulage ist die einzige nennenswerte Ergänzung. Die Gegenrechnung steht auf der anderen Seite: 30 Tage Urlaub, ab 2027 nach § 26 TVöD 31 Tage, eine Zusatzversorgung, in die der Arbeitgeber im Abrechnungsverband West der VBL 5,49 Prozent des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts einzahlt, und nach § 34 Abs. 2 TVöD ein Kündigungsschutz aus wichtigem Grund für Beschäftigte ab 40 Jahren mit mehr als 15 Jahren Beschäftigungszeit. Auch die Verbeamtung gehört in diese Rechnung. Sie hängt an einer freien und bewerteten Planstelle, nicht nur an der Laufbahnbefähigung. Fragen Sie deshalb im Auswahlgespräch nicht, ob eine Verbeamtung „grundsätzlich möglich“ ist, sondern ob für die Stelle eine Planstelle der Besoldungsgruppe A 10, A 11 oder A 13 ausgebracht ist. Die Antwort entscheidet, ob der Weg in absehbarer Zeit offensteht. Ob sich der Wechsel insgesamt rechnet, ordnet der Beitrag [Wechsel aus der Privatwirtschaft](/infocenter/wechsel-privatwirtschaft-oeffentlicher-dienst-lohnt-sich) ein. ### Häufige Fragen **Welche Entgeltgruppe bekomme ich als Bauingenieurin im öffentlichen Dienst?** Der Einstieg liegt bei E 10, wenn Sie einen technisch-ingenieurwissenschaftlichen Studiengang abgeschlossen haben und eine entsprechende Tätigkeit ausüben. Dazu zählt nach der Entgeltordnung die Aufstellung oder Prüfung von Entwürfen nicht nur einfacher Art einschließlich Massen-, Kosten- und statischer Berechnungen sowie die örtliche Leitung von Bauten. Hebt sich die Tätigkeit durch besondere Leistungen heraus, folgt E 11, mit langjähriger Erfahrung und Spezialaufgaben E 12. **Was ist der Unterschied zwischen Ingenieur, Techniker und Meister im Tarif?** Es sind drei getrennte Abschnitte der Entgeltordnung mit unterschiedlichen Einstiegsgruppen. Staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker beginnen bei E 8, werden bei selbständiger Tätigkeit nach E 9a und bei schwierigen Aufgaben nach E 9b eingruppiert. Meisterinnen und Meister beginnen ebenfalls bei E 8 und erreichen über Aufsichtsfunktionen E 9a bis E 9c. Ingenieurinnen und Ingenieure starten bei E 10 und reichen bis E 13. **Kann ich als Ingenieur ohne Referendariat verbeamtet werden?** Ja, über die Anerkennung der Laufbahnbefähigung. Nach § 24 Abs. 1 der Bundeslaufbahnverordnung genügt für den gehobenen Dienst ein an einer Hochschule erworbener Bachelor aus einem Studiengang mit mindestens drei Jahren Regelstudienzeit, verbunden mit einer hauptberuflichen Tätigkeit von mindestens einem Jahr und sechs Monaten. Für den höheren technischen Verwaltungsdienst erlaubt § 30 Abs. 1 sogar einen Bachelor mit Promotion oder zweieinhalb Jahren hauptberuflicher Tätigkeit statt eines Masters. **Wie lange dauert das technische Referendariat?** Der Vorbereitungsdienst für den höheren Dienst dauert nach § 17 der Bundeslaufbahnverordnung mindestens 14 Monate, in der Regel jedoch zwei Jahre. Referendarinnen und Referendare stehen dabei in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf und erhalten Anwärterbezüge. Der Abschluss ist die Große Staatsprüfung vor dem Oberprüfungsamt für das technische Referendariat; danach folgt die Berufsbezeichnung Bauassessorin oder Technischer Assessor und das Eingangsamt A 13. **Bekomme ich als Ingenieur im TV-L eine Zulage?** Ja, aber eine sehr kleine. Nach der Vorbemerkung Nr. 2 zu Abschnitt 22 Unterabschnitt 1 der Entgeltordnung zum TV-L erhalten Beschäftigte, die nach diesem Unterabschnitt eingruppiert sind, eine monatliche Zulage von 23,01 €. Sie wird nur für Zeiträume gezahlt, in denen Anspruch auf Entgelt oder Entgeltfortzahlung besteht, und läuft längstens bis zu einer Neuregelung des Abschnitts. Bei kommunalen Arbeitgebern kommt stattdessen die Fachkräftezulage in Betracht. ### Quellen - Anlage 1 zum TVöD, Entgeltordnung (VKA), Teil A Abschnitt II Ziffern 3 bis 5 und grundsätzliche Eingruppierungsregelungen Nr. 3 und 4 (VKA-Broschüre Verwaltung, 10. Auflage 2025): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/250406_TVoeD_Verwaltung.pdf (Stand 1.1.2025, einschließlich Tarifeinigung vom 6.4.2025) - Anlage A zum TV-L, Entgeltordnung, Teil II Abschnitt 22 Ingenieure und technische Berufe (TdL): https://www.tdl-online.de/fileadmin/user_upload/Anlage_A_i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._13_Homepage.pdf (Fassung des ÄTV Nr. 13) - Bundesbesoldungsgesetz (BBesG), § 23 Eingangsämter für Beamte: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/BBesG.pdf (abgerufen 7.9.2026) - Bundeslaufbahnverordnung (BLV), §§ 16, 17, 24, 25, 29, 30: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/BLV.pdf (Ausfertigung vom 11.3.2026, abgerufen 7.9.2026) - Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Vorbereitungsdienst für den höheren technischen Verwaltungsdienst: https://www.bbr.bund.de/BBR/DE/karriere/einstieg/vorbereitungsdienst/hoeherer-technischer-verwaltungsdienst/information.html (abgerufen 7.9.2026) - Richtlinie der VKA zur Gewinnung und zur Bindung von Fachkräften (Fachkräfte-RL): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/VKA-Fachkraefte-RL.pdf (Beschluss vom 10.11.2023, anwendbar bis 31.12.2028) - Entgelttabellen TVöD VKA und TV-L, Besoldungstabelle Bund A (data/pay-tables): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tv-l (TVöD VKA 1.5.2026, TV-L 1.4.2026, Besoldung Bund 1.5.2026) --- ## Eingruppierung: So entsteht Ihre Entgeltgruppe aus der Tätigkeit URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: Eingruppierung, Entgeltgruppe, TVöD, TV-L Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach § 12 TVöD und § 12 TV-L sind Sie in der Entgeltgruppe eingruppiert, deren Tätigkeitsmerkmalen Ihre gesamte, nicht nur vorübergehend auszuübende Tätigkeit entspricht; das ist der Fall, wenn mindestens die Hälfte der Arbeitsvorgänge die Merkmale erfüllt. Die Merkmale stehen in der Entgeltordnung: gründliche Fachkenntnisse führen zu E 5, gründliche und vielseitige zu E 6, selbständige Leistungen zu E 9a, umfassende Fachkenntnisse oder ein Bachelor zu E 9b, eine wissenschaftliche Hochschulbildung zu E 13. In E 9b Stufe 3 sind das 4.203,56 € im TVöD VKA. „Sachbearbeitung Wohngeld, Entgeltgruppe 9a TVöD“ steht in der Ausschreibung, und drei Zeilen weiter „Sachbearbeitung Bauordnung, Entgeltgruppe 9c“. Beide Stellen verlangen eine Verwaltungsausbildung, beide sitzen im selben Rathaus, und doch liegen in Stufe 3 des TVöD VKA 497,09 € brutto im Monat zwischen ihnen: 4.097,67 € gegenüber 4.594,76 €. Der Unterschied entsteht nicht durch Abschluss oder Berufsjahre, sondern durch die Tätigkeit selbst. Wie sie bewertet wird, regeln § 12 TVöD, § 12 TV-L und die Entgeltordnungen. ### Wer legt meine Entgeltgruppe fest? Niemand legt sie frei fest. Nach § 12 TVöD (Bund und VKA) und § 12 TV-L sind Sie in der Entgeltgruppe eingruppiert, „deren Tätigkeitsmerkmalen die gesamte von ihr/ihm nicht nur vorübergehend auszuübende Tätigkeit entspricht“. Juristen nennen das Tarifautomatik: Die [Eingruppierung](/infocenter/glossar#eingruppierung) folgt aus der Tätigkeit, der Arbeitgeber stellt sie nur fest. Deshalb ist die Entgeltgruppe nicht verhandelbar, aber überprüfbar. Beim Bund muss sie nach § 12 Abs. 3 TVöD im Arbeitsvertrag stehen, bei den Ländern nach § 12 Abs. 2 TV-L. Gemessen wird in Arbeitsvorgängen. Ein Arbeitsvorgang ist nach der Protokollerklärung zu § 12 eine Arbeitsleistung einschließlich Zusammenhangsarbeiten, die zu einem „bei natürlicher Betrachtung abgrenzbaren Arbeitsergebnis“ führt, zum Beispiel die unterschriftsreife Bearbeitung eines Antrags oder eines Widerspruchs. Die gesamte Tätigkeit entspricht einer Entgeltgruppe, wenn „zeitlich mindestens zur Hälfte“ Arbeitsvorgänge anfallen, die deren Merkmale erfüllen. Einzelne Merkmale nennen ein anderes Maß, etwa ein Viertel, ein Fünftel oder ein Drittel; dann gilt dieses. Wie die Entgeltgruppen zu Laufbahnen und Abschlüssen passen, zeigt der Beitrag [Entgeltgruppen erklärt](/infocenter/entgeltgruppen-erklaert-e13-a11-laufbahnen). ### Was bedeuten die Tätigkeitsmerkmale? Die Entgeltordnung beschreibt jede Gruppe des Verwaltungsdienstes mit Begriffen, die aufeinander aufbauen. Die Definitionen stammen aus Teil A Abschnitt I Ziffer 3 und 4 der Entgeltordnung (VKA) und aus Teil I der Entgeltordnung zum TV-L; beide verwenden nahezu denselben Wortlaut. | Tätigkeitsmerkmal | Definition der Entgeltordnung | TVöD VKA | TV-L | | --- | --- | --- | --- | | Einfache Tätigkeiten | keine Vor- oder Ausbildung, aber eine fachliche Einarbeitung, die über eine sehr kurze Einweisung hinausgeht | E 2 | E 2 | | Eingehende fachliche Einarbeitung | hebt sich aus E 2 heraus | E 3 | E 3 | | Gründliche Fachkenntnisse | nähere Kenntnisse von Rechtsvorschriften oder näheres kaufmännisches oder technisches Fachwissen des Aufgabenkreises | E 5 (zu einem Viertel: E 4) | E 5 (zu einem Viertel: E 4) | | Abgeschlossene dreijährige Berufsausbildung und entsprechende Tätigkeit | anerkannter Ausbildungsberuf mit mindestens drei Jahren Ausbildungsdauer | E 5 | E 5 | | Gründliche und vielseitige Fachkenntnisse | müssen sich nicht auf das gesamte Gebiet der Verwaltung beziehen; der Aufgabenkreis ist aber nur damit ordnungsgemäß zu bearbeiten | E 6 | E 6 | | Selbständige Leistungen | selbständiges Erarbeiten eines Ergebnisses unter Entwicklung einer eigenen geistigen Initiative; leichte geistige Arbeit reicht nicht | E 7 (ein Fünftel), E 8 (ein Drittel), E 9a (mindestens die Hälfte) | E 8 (ein Drittel), E 9a (mindestens die Hälfte) | | Gründliche, umfassende Fachkenntnisse und selbständige Leistungen | Steigerung gegenüber E 6 bis E 9a der Tiefe und der Breite nach | E 9b | E 9b Fallgruppe 2 | | Abgeschlossene Hochschulbildung und entsprechende Tätigkeit | Bachelor oder FH-Diplom, Mindeststudienzeit sechs Semester | E 9b | E 9b Fallgruppe 3 | | Besonders verantwortungsvoll | hebt sich aus E 9b heraus | E 9c | E 9b Fallgruppe 1 | | Besondere Schwierigkeit und Bedeutung | hebt sich aus E 9c (VKA) bzw. E 9b Fallgruppe 1 (TV-L) heraus | E 10 (ein Drittel), E 11 (mindestens die Hälfte) | E 10 (ein Drittel), E 11 (mindestens die Hälfte) | | Maß der Verantwortung erheblich herausgehoben | hebt sich aus E 11 heraus | E 12 | E 12 | | Abgeschlossene wissenschaftliche Hochschulbildung und entsprechende Tätigkeit | Master, Universitätsdiplom, erste Staatsprüfung oder Magister; mehr als sechs Semester | E 13 | E 13 | | Besondere Schwierigkeit und Bedeutung aus E 13 | zu einem Drittel oder Unterstellung von mindestens drei Beschäftigten ab E 13 | E 14 | E 14 | | Erheblich herausgehobene Verantwortung aus E 13 bzw. E 14 | oder Unterstellung von mindestens fünf Beschäftigten ab E 13 | E 15 | E 15 | Zwei Abweichungen fallen auf. Der TV-L kennt im Verwaltungsdienst keine E 7 und keine E 9c; die besonders verantwortungsvolle Tätigkeit ist dort die Fallgruppe 1 der E 9b, und E 10 baut darauf auf. Die Definitionen der Hochschulbildung stammen aus den Protokollerklärungen Nr. 1 und Nr. 11 zu Teil I der Entgeltordnung zum TV-L; ein Bachelor gilt danach auch dann nicht als wissenschaftliche Hochschulbildung, wenn mehr als sechs Semester vorgeschrieben sind. Für Berufe außerhalb der allgemeinen Verwaltung, etwa IT, Ingenieurwesen, Sozialdienst oder Pflege, gelten eigene Abschnitte mit eigenen Merkmalen. ### Was ist die Entgeltgruppe in Euro wert? Die Tabelle zeigt Stufe 3, in der viele Beschäftigte mit Berufserfahrung eingestellt werden, brutto pro Monat nach den Tabellen TVöD VKA ab 1.5.2026 und TV-L ab 1.4.2026. | Entgeltgruppe | Typisches Merkmal im Verwaltungsdienst | TVöD VKA, Stufe 3 | TV-L, Stufe 3 | | --- | --- | --- | --- | | E 5 | gründliche Fachkenntnisse oder dreijährige Ausbildung | 3.449,05 € | 3.430,99 € | | E 6 | gründliche und vielseitige Fachkenntnisse | 3.580,46 € | 3.547,20 € | | E 8 | ein Drittel selbständige Leistungen | 3.843,36 € | 3.795,52 € | | E 9a | selbständige Leistungen | 4.097,67 € | 3.925,58 € | | E 9b | umfassende Fachkenntnisse oder Hochschulbildung | 4.203,56 € | 4.035,07 € | | E 9c | besonders verantwortungsvoll | 4.594,76 € | nicht vorhanden | | E 11 | besondere Schwierigkeit und Bedeutung | 5.046,03 € | 4.748,43 € | | E 13 | wissenschaftliche Hochschulbildung | 5.709,87 € | 5.366,89 € | Alle Stufen und Gruppen stehen in den Tabellen [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) und [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l). Welche Stufe Sie innerhalb der Gruppe erhalten, richtet sich nach Ihrer Berufserfahrung; dazu der Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). ### Wie wird eine Stelle bewertet? Die Bewertung folgt einem festen Verfahren, das sich aus § 12 und den Protokollerklärungen ergibt. Es lässt sich auch auf die eigene Stelle anwenden. 1. Den Aufgabenkreis in Arbeitsvorgänge zerlegen. Maßstab ist das abgrenzbare Arbeitsergebnis, nicht der einzelne Handgriff; ein Arbeitsvorgang darf nach der Protokollerklärung hinsichtlich seiner Anforderungen nicht zeitlich aufgespalten werden. 2. Den Zeitanteil jedes Arbeitsvorgangs an der Gesamttätigkeit schätzen, in der Regel aus der Stellenbeschreibung. 3. Jeden Arbeitsvorgang für sich an den Tätigkeitsmerkmalen messen: Erfordert er gründliche Fachkenntnisse, selbständige Leistungen, besondere Verantwortung? 4. Die Zeitanteile der Arbeitsvorgänge addieren, die ein Merkmal erfüllen. Mindestens die Hälfte ergibt die Entgeltgruppe; für Merkmale mit eigenem Maß (ein Viertel, ein Fünftel, ein Drittel) gilt dieses. 5. Die Heraushebungsmerkmale der Reihe nach prüfen. E 9c setzt E 9b voraus, E 10 und E 11 setzen E 9c voraus, E 12 setzt E 11 voraus. Nach § 12 gilt das Heraushebungsmerkmal selbst als Anforderung, die das zeitliche Maß erfüllen muss. 6. Persönliche Voraussetzungen prüfen, wenn das Merkmal sie verlangt, etwa den Hochschulabschluss oder die dreijährige Ausbildung. Alternativ nennen die Merkmale „sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben“. Ein Beispiel: Eine Sachbearbeiterin im Wohngeldamt bearbeitet zu 60 Prozent Anträge unterschriftsreif, wozu sie das Wohngeldgesetz kennen und Einkommen selbständig ermitteln muss, und erteilt zu 40 Prozent telefonische Auskünfte. Der erste Arbeitsvorgang erfordert gründliche und vielseitige Fachkenntnisse sowie selbständige Leistungen, der zweite nur gründliche Fachkenntnisse. Da der erste mehr als die Hälfte ausmacht, ist die Tätigkeit im TVöD VKA nach E 9a zu bewerten. Sinkt der Anteil der Antragsbearbeitung auf 30 Prozent, bleibt E 8, weil selbständige Leistungen dann nur noch zu einem Drittel anfallen. Typische Stellen dieser Art zeigt der Beitrag zur [Sachbearbeitung in der Verwaltung](/infocenter/sachbearbeiter-verwaltung-aufgaben-gehalt). ### Abschluss oder Tätigkeit: Was zählt mehr? Die Tätigkeit. Jedes Merkmal mit Abschluss verlangt zusätzlich eine „entsprechende Tätigkeit“. Wer mit Master eine Stelle ausübt, die gründliche und vielseitige Fachkenntnisse erfordert, ist in E 6 eingruppiert, nicht in E 13. Umgekehrt öffnet die Formel von den „sonstigen Beschäftigten mit gleichwertigen Fähigkeiten und Erfahrungen“ die Gruppen E 9b und E 13 auch ohne den formalen Abschluss, wenn die Tätigkeit dem Niveau entspricht. Für die [Stellen für Quereinsteiger](/jobs?quereinstieg=1) ist das die entscheidende Klausel. Der Abschluss wirkt aber an einer Stelle unmittelbar: Die Fallgruppe „abgeschlossene Hochschulbildung und entsprechende Tätigkeit“ setzt kein weiteres Merkmal voraus. Eine Bachelor-Absolventin in einer Tätigkeit, die typischerweise Hochschulbildung erfordert, ist in E 9b, ohne dass gründliche, umfassende Fachkenntnisse einzeln nachgewiesen werden müssen. Für IT-Berufe gelten in der Entgeltordnung (VKA) eigene Merkmale: E 6 für Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker mit entsprechender Tätigkeit, E 10 für eine einschlägige Hochschulbildung, darüber E 11 bis E 13 nach besonderen Leistungen, Schwierigkeit und Verantwortung. Einzelheiten dazu stehen im Beitrag zum [IT-Quereinstieg in Behörden](/infocenter/quereinstieg-it-oeffentlicher-dienst). ### Gewachsene Aufgaben ohne neue Bewertung Die Tarifautomatik wirkt in beide Richtungen. Beschäftigte, die dauerhaft höherwertige Aufgaben übernehmen, haben Anspruch auf die höhere Entgeltgruppe, auch wenn der Arbeitsvertrag noch die alte nennt. Der Weg dorthin führt über einen Antrag auf Überprüfung der Eingruppierung und eine neue Stellenbewertung; wie das abläuft, steht im Beitrag zur [Höhergruppierung](/infocenter/hoehergruppierung-stellenbewertung-antrag). Nach § 37 TVöD und § 37 TV-L verfallen Ansprüche, die nicht innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit geltend gemacht werden; die Differenz für frühere Monate ist dann verloren. Werden höherwertige Aufgaben nur vorübergehend übertragen, ändert sich die Eingruppierung nicht. Stattdessen erhalten Sie nach § 14 TVöD eine persönliche Zulage, wenn Sie die Tätigkeit mindestens einen Monat ausgeübt haben, rückwirkend ab dem ersten Tag. Bei der Einstellung selbst ist die Stellenbewertung bereits abgeschlossen; hier lohnt sich der Blick in die Stellenbeschreibung, ob die genannten Aufgaben die Merkmale der ausgeschriebenen Gruppe wirklich tragen. Was sich beim Gehalt trotz feststehender Entgeltgruppe noch bewegen lässt, zeigt der Beitrag [Gehalt verhandeln im öffentlichen Dienst](/infocenter/gehalt-verhandeln-oeffentlicher-dienst). ### Häufige Fragen **Wer entscheidet über meine Entgeltgruppe im öffentlichen Dienst?** Niemand entscheidet frei darüber. Nach § 12 TVöD und § 12 TV-L sind Sie in der Entgeltgruppe eingruppiert, deren Tätigkeitsmerkmalen Ihre gesamte, nicht nur vorübergehend auszuübende Tätigkeit entspricht. Der Arbeitgeber bewertet die Stelle anhand der Entgeltordnung und gibt die Entgeltgruppe im Arbeitsvertrag an. Ist die Bewertung falsch, haben Sie Anspruch auf die zutreffende Gruppe; die Entgeltgruppe ist deshalb nicht verhandelbar, aber überprüfbar. **Was bedeutet „gründliche und vielseitige Fachkenntnisse“?** Gründliche Fachkenntnisse sind nach der Entgeltordnung nähere Kenntnisse von Rechtsvorschriften oder näheres kaufmännisches oder technisches Fachwissen des Aufgabenkreises. Vielseitig werden sie, wenn der Aufgabenkreis so gestaltet ist, dass er nur mit gründlichen und vielseitigen Fachkenntnissen ordnungsgemäß bearbeitet werden kann; sie müssen sich nicht auf das gesamte Gebiet der Verwaltung beziehen. Im Verwaltungsdienst führt dieses Merkmal zu E 6, bei TVöD VKA und TV-L gleichermaßen. **Bekomme ich mit Bachelor automatisch E 9b?** Nein. Das Tätigkeitsmerkmal verlangt eine abgeschlossene Hochschulbildung „und entsprechende Tätigkeit“. Wer mit Bachelor eine Stelle mit gründlichen und vielseitigen Fachkenntnissen ausübt, ist in E 6 eingruppiert. Umgekehrt können sonstige Beschäftigte ohne Abschluss E 9b erreichen, wenn sie aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben oder wenn ihre Tätigkeit gründliche, umfassende Fachkenntnisse und selbständige Leistungen erfordert. **Was ist der Unterschied zwischen E 9a, E 9b und E 9c?** Im Verwaltungsdienst des TVöD VKA erfordert E 9a selbständige Leistungen, E 9b gründliche, umfassende Fachkenntnisse und selbständige Leistungen oder eine abgeschlossene Hochschulbildung mit entsprechender Tätigkeit, und E 9c eine aus E 9b herausgehobene, besonders verantwortungsvolle Tätigkeit. Der TV-L kennt kein E 9c; dort ist die besonders verantwortungsvolle Tätigkeit die Fallgruppe 1 der E 9b. In Stufe 3 TVöD VKA liegen E 9a bei 4.097,67 €, E 9b bei 4.203,56 € und E 9c bei 4.594,76 €. ### Quellen - Anlage 1 zum TVöD, Entgeltordnung (VKA), Teil A Abschnitt I (VKA-Broschüre Verwaltung, 10. Auflage 2025): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/250406_TVoeD_Verwaltung.pdf (Stand 1.1.2025) - TVöD Allgemeiner Teil, § 12 (Bund), § 12 (VKA), § 14, § 37 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - Anlage A zum TV-L, Entgeltordnung, Teil I Allgemeine Tätigkeitsmerkmale für den Verwaltungsdienst (TdL): https://www.tdl-online.de/fileadmin/user_upload/Anlage_A_i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._13_Homepage.pdf (Fassung des ÄTV Nr. 13) - TV-L § 12 Eingruppierung (TdL, i. d. F. des ÄTV Nr. 14): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TV-L (data/pay-tables/TV_L-2026-04-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tv-l (Stand 1.4.2026) --- ## Ausländische Abschlüsse im öffentlichen Dienst anerkennen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/auslaendische-abschluesse-anerkennung-bewerbung Kategorie: Bewerbung Themen: Anerkennung von Abschlüssen, Bewerbung, Verbeamtung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Für Hochschulabschlüsse führt der Weg über anabin und die Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen; sie kostet 208 Euro, eine Zweitausfertigung 104 Euro. Für Ausbildungsberufe gilt das BQFG: Die zuständige Stelle bestätigt den Antragseingang binnen eines Monats und entscheidet innerhalb von drei Monaten nach Vorliegen vollständiger Unterlagen. Für eine Verbeamtung kommt die Staatsangehörigkeit hinzu: § 7 BBG und § 7 BeamtStG verlangen die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU- oder EWR-Staates. Zwei Bewerberinnen mit demselben Diplom einer Universität in Kiew erhalten in derselben Stadtverwaltung unterschiedliche Antworten: Die eine wird zum Gespräch eingeladen, die andere abgelehnt. Der Unterschied liegt selten in der Qualifikation. Er liegt darin, ob dem Antrag eine Zeugnisbewertung beilag, die den Abschluss in das deutsche Bildungssystem einordnet, oder nur eine Übersetzung der Urkunde. ### Welchen Weg brauchen Sie: anabin, ZAB oder BQFG? Das hängt vom Abschluss und vom Beruf ab. Hochschulabschlüsse laufen über anabin und die Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen, Ausbildungsberufe über ein Gleichwertigkeitsverfahren nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz bei der jeweils zuständigen Stelle. | Ihr Abschluss | Zuständig | Ergebnis | Gebühr | | --- | --- | --- | --- | | Hochschulabschluss, nicht reglementierter Beruf | ZAB (Zeugnisbewertung) | behördliche Bescheinigung mit Einordnung in das deutsche Bildungssystem | 208 €, Zweitausfertigung 104 € | | Hochschulabschluss, reglementierter Beruf (Lehramt, Medizin, Pflege) | Landesbehörde des jeweiligen Berufs | Berufszulassung oder Auflage einer Ausgleichsmaßnahme | je Land verschieden | | Berufsausbildung, nicht reglementiert | Kammer oder zuständige Stelle nach § 8 BQFG | Bescheid über Gleichwertigkeit nach § 4 BQFG | je Stelle verschieden | | Berufsausbildung, reglementiert | zuständige Stelle nach BQFG oder Fachrecht | Gleichwertigkeit oder Ausgleichsmaßnahme nach §§ 9 bis 11 BQFG | je Stelle verschieden | | nur Vorabprüfung, kein Nachweis nötig | anabin | Einschätzung zu Hochschule und Abschluss | kostenfrei | anabin wird von der Kultusministerkonferenz betrieben und ist frei zugänglich. Es enthält Einträge zu Hochschulen, Hochschulabschlüssen, Schulabschlüssen mit und ohne Hochschulzugang sowie zu den Bildungssystemen einzelner Staaten. Behörden schlagen dort selbst nach. Eine Urkunde ist ein anabin-Eintrag aber nicht, deshalb ersetzt er die Zeugnisbewertung nicht, wenn die Ausschreibung einen Nachweis verlangt. ### Wie läuft die Zeugnisbewertung der ZAB ab? Sie beantragen sie selbst, nicht der Arbeitgeber. Die Zeugnisbewertung ist eine behördliche Bescheinigung, die einen im Ausland erworbenen Hochschulabschluss in das deutsche Bildungssystem einstuft. Die ZAB bewertet Abschlüsse aus aller Welt; im Jahr 2024 waren es Abschlüsse aus 190 Staaten. Die Gebühr beträgt 208 Euro, eine erneute Ausfertigung einer bereits ausgestellten Bewertung 104 Euro. Grundlage ist die Berliner Verordnung über Gebühren bei der Prüfung von Berufsqualifikationen und von Bewertungen ausländischer Hochschulqualifikationen. Zur Bearbeitungsdauer veröffentlicht die ZAB keine Angabe; planen Sie deshalb mit Vorlauf und beantragen Sie die Bewertung, bevor die passende Ausschreibung erscheint, nicht erst danach. Für die Bewerbung selbst gilt: Legen Sie die Zeugnisbewertung als Anlage bei und nennen Sie sie im Lebenslauf ausdrücklich, damit die Vorauswahl sie nicht übersieht. Welche Unterlagen eine Behörde sonst erwartet und welche Fristen gelten, steht in [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren). ### Wie funktioniert das Verfahren nach dem BQFG? 1. Zuständige Stelle ermitteln. Sie ergibt sich aus § 8 BQFG und dem jeweiligen Fachrecht; für kaufmännische und gewerbliche Ausbildungsberufe sind es die Industrie- und Handelskammern beziehungsweise die Handwerkskammern. 2. Antrag mit den Unterlagen nach § 5 BQFG einreichen: Nachweis über Identität, Ausbildungsnachweise, Nachweise über einschlägige Berufserfahrung und eine Erklärung, ob bereits ein Gleichwertigkeitsantrag gestellt wurde. 3. Eingangsbestätigung abwarten. Die zuständige Stelle bestätigt den Eingang innerhalb eines Monats und teilt mit, welche Unterlagen fehlen. Erst mit vollständigen Unterlagen beginnt die Entscheidungsfrist. 4. Entscheidung innerhalb von drei Monaten. § 6 BQFG bindet die Stelle an diese Frist. Sie kann einmal angemessen verlängert werden, wenn die Besonderheiten der Angelegenheit das rechtfertigen; die Verlängerung ist zu begründen und rechtzeitig mitzuteilen. 5. Bescheid nach § 7 BQFG prüfen. Stellt die Stelle wesentliche Unterschiede fest, benennt sie diese konkret. Genau dieser Teil ist die Grundlage für eine Nachqualifizierung. Der Maßstab steht in § 4 BQFG: Gleichwertigkeit ist festzustellen, wenn der ausländische Ausbildungsnachweis die Befähigung zu vergleichbaren beruflichen Tätigkeiten belegt wie der entsprechende inländische und keine wesentlichen Unterschiede bestehen. Wesentlich sind Unterschiede nur, wenn sie sich auf Inhalte oder Ausbildungsdauer beziehen und für die Ausübung des Berufs erheblich sind. Entscheidend für Bewerberinnen und Bewerber ist der letzte Halbsatz derselben Vorschrift: Wesentliche Unterschiede können durch sonstige Befähigungsnachweise, nachgewiesene einschlägige Berufserfahrung oder sonstige einschlägige Qualifikationen ausgeglichen werden. Wer fünf Jahre im erlernten Beruf gearbeitet hat, sollte das mit Arbeitszeugnissen belegen, statt nur die Urkunde einzureichen. ### Was gilt zusätzlich für eine Verbeamtung? Zwei Hürden, die Tarifbeschäftigte nicht haben. Die erste ist die Staatsangehörigkeit. § 7 Abs. 1 Nr. 1 BBG und die gleichlautende Regelung in § 7 Abs. 1 Nr. 1 BeamtStG lassen in das Beamtenverhältnis berufen, wer Deutsche oder Deutscher im Sinne des Art. 116 Abs. 1 GG ist oder die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union, eines EWR-Vertragsstaates oder eines Drittstaates besitzt, dem Deutschland und die EU einen entsprechenden Anspruch auf Anerkennung von Berufsqualifikationen eingeräumt haben. Für Angehörige anderer Staaten bleibt § 7 Abs. 3 BBG: Ausnahmen sind zulässig, wenn ein dringendes dienstliches Bedürfnis besteht, bei wissenschaftlichem und künstlerischem Personal auch aus anderen wichtigen Gründen. Umgekehrt erlaubt § 7 Abs. 2 BBG, für bestimmte Aufgaben nur Deutsche einzustellen. Die zweite Hürde ist die Laufbahnbefähigung. Nach § 7 der Bundeslaufbahnverordnung, die am 11. März 2026 neu gefasst wurde, erlangen Bewerberinnen und Bewerber sie entweder durch einen erfolgreich abgeschlossenen Vorbereitungsdienst oder ein Aufstiegsverfahren des Bundes oder durch Anerkennung, wenn sie stattdessen die vorgeschriebene Vorbildung oder die erforderliche Befähigung durch Lebens- und Berufserfahrung erworben haben. Für den gehobenen Dienst verlangt § 24 BLV einen an einer Hochschule erworbenen Bachelor oder einen gleichwertigen Abschluss mit einer Regelstudienzeit von mindestens drei Jahren, in der zweiten Variante zusätzlich eine hauptberufliche Tätigkeit von mindestens einem Jahr und sechs Monaten. Die neue Verordnung enthält keine eigene Vorschrift zu ausländischen Bildungsnachweisen. Ob ein ausländischer Bachelor als gleichwertig gilt, entscheidet die einstellende Behörde deshalb anhand der Zeugnisbewertung. Das macht die ZAB-Bescheinigung für eine Verbeamtung faktisch unverzichtbar. Den vollständigen Ablauf vom Widerruf über die Probe bis zur Lebenszeit beschreibt [Beamter werden](/infocenter/beamter-werden-voraussetzungen-ablauf); welche Laufbahnen offen sind, zeigen die [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte). ### Warum die Anerkennung über die Entgeltgruppe entscheidet Bei einer Tarifstelle wirkt der fehlende Nachweis nicht als Ablehnung, sondern als Abstufung. Die Tätigkeitsmerkmale der Entgeltordnung knüpfen an eine abgeschlossene Ausbildung oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium an. Wer den Abschluss nicht belegen kann, wird als Beschäftigte oder Beschäftigter mit entsprechender Tätigkeit ohne den geforderten Abschluss eingruppiert, also eine oder mehrere Gruppen tiefer. Der Unterschied summiert sich über ein Berufsleben auf einen fünfstelligen Betrag. Wie Tätigkeit und Entgeltgruppe zusammenhängen, erklärt [Eingruppierung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). Zwei praktische Punkte zum Schluss. Erstens die Sprache: Behörden verlangen für Verwaltungsstellen häufig ein Zertifikat auf einem bestimmten Niveau des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Das steht in der Ausschreibung und ist von der Anerkennung des Fachabschlusses unabhängig. Zweitens die Teilanerkennung: Ein Bescheid, der wesentliche Unterschiede feststellt, ist keine Absage. Er benennt genau die Lücke, die eine Anpassungsqualifizierung schließen kann. Für Ausbildungsberufe im öffentlichen Dienst und die Zugänge dorthin lohnt daneben der Blick in [Ausbildung im öffentlichen Dienst](/infocenter/ausbildung-oeffentlicher-dienst-berufe-bewerbung). ### Häufige Fragen **Was ist anabin und was kostet die Nutzung?** anabin ist das Informationsportal der Kultusministerkonferenz zur Bewertung ausländischer Bildungsnachweise, betrieben von der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen. Es enthält Einträge zu Hochschulen, Hochschulabschlüssen, Schulabschlüssen und Bildungssystemen einzelner Staaten. Die Recherche ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. anabin liefert allerdings nur eine Einschätzung, keine Urkunde; für einen Nachweis gegenüber der Behörde brauchen Sie eine Zeugnisbewertung. **Was kostet eine Zeugnisbewertung der ZAB?** Die Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen kostet 208 Euro. Die erneute Ausfertigung einer bereits ausgestellten Bewertung kostet 104 Euro. Grundlage ist die Berliner Verordnung über Gebühren bei der Prüfung von Berufsqualifikationen und von Bewertungen ausländischer Hochschulqualifikationen. Die ZAB stellt Zeugnisbewertungen für Hochschulabschlüsse aus aller Welt aus und bewertete im Jahr 2024 Abschlüsse aus 190 Staaten. **Wie lange dauert ein Anerkennungsverfahren nach dem BQFG?** Die zuständige Stelle bestätigt den Eingang des Antrags innerhalb eines Monats und teilt dabei mit, welche Unterlagen noch fehlen. Über die Gleichwertigkeit entscheidet sie nach § 6 BQFG innerhalb von drei Monaten, gerechnet ab Eingang der vollständigen Unterlagen. Die Frist kann einmal angemessen verlängert werden, wenn die Besonderheiten der Angelegenheit das rechtfertigen; die Verlängerung ist zu begründen und rechtzeitig mitzuteilen. **Kann man ohne deutsche Staatsangehörigkeit verbeamtet werden?** Ja, wenn Sie Staatsangehörige oder Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union, eines EWR-Vertragsstaates oder eines Drittstaates sind, dem Deutschland und die EU einen entsprechenden Anspruch auf Anerkennung von Berufsqualifikationen eingeräumt haben. Das regeln § 7 Abs. 1 Nr. 1 BBG und § 7 Abs. 1 Nr. 1 BeamtStG gleichlautend. Für bestimmte hoheitliche Aufgaben kann der Dienstherr die deutsche Staatsangehörigkeit verlangen. **Brauche ich für eine Tarifstelle eine formale Anerkennung?** Für nicht reglementierte Berufe nicht zwingend. Der Arbeitgeber entscheidet selbst, ob er den Abschluss als gleichwertig ansieht. Für die Eingruppierung ist das aber entscheidend, weil viele Tätigkeitsmerkmale der Entgeltordnung eine abgeschlossene Ausbildung oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium voraussetzen. Ohne Nachweis stufen Behörden häufig niedriger ein. Bei reglementierten Berufen wie Pflege, Lehramt oder Medizin ist die Anerkennung dagegen Zugangsvoraussetzung. ### Quellen - anabin, Informationsportal der KMK zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse: https://anabin.kmk.org/ (Abruf 8.9.2026) - ZAB, Zeugnisbewertung für ausländische Hochschulqualifikationen: https://zab.kmk.org/de/zeugnisbewertung (Abruf 8.9.2026) - ZAB, Gebühren für die Zeugnisbewertung (208 Euro, Zweitausfertigung 104 Euro): https://zab.kmk.org/de/zeugnisbewertung/gebuehren (Abruf 8.9.2026) - § 4 BQFG Feststellung der Gleichwertigkeit (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bqfg/__4.html (Abruf 8.9.2026) - § 6 BQFG Verfahren und Fristen: https://www.gesetze-im-internet.de/bqfg/__6.html (Abruf 8.9.2026) - BQFG Gesetz über die Feststellung der Gleichwertigkeit von Berufsqualifikationen: https://www.gesetze-im-internet.de/bqfg/ (Abruf 8.9.2026) - § 7 BBG Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__7.html (Abruf 8.9.2026) - § 7 BeamtStG Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__7.html (Abruf 8.9.2026) - § 7 BLV Erlangen der Laufbahnbefähigung: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__7.html (Fassung vom 11.3.2026) - § 24 BLV Anerkennung der Befähigung für den gehobenen Dienst: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__24.html (Fassung vom 11.3.2026) - § 26 BLV Andere Bewerberinnen und Bewerber: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__26.html (Fassung vom 11.3.2026) - BLV Gesamtausgabe (BGBl. 2026 I Nr. 67, S. 2): https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/BJNR0430B0026.html (Fassung vom 11.3.2026) --- ## Vorstellungsgespräch in der Behörde: Wer fragt und was zählt URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/vorstellungsgespraech-behoerde-auswahlkommission Kategorie: Bewerbung Themen: Vorstellungsgespräch, Auswahlverfahren, Personalrat Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Behörden führen strukturierte Interviews: gleiche Fragen, gleiche Reihenfolge, schriftliche Bewertung je Anforderungsmerkmal. In der Kommission sitzen nach Angaben von karriere.bund.de Personalstelle, Fachbereich, Gleichstellungsbeauftragte, Personalrat und gegebenenfalls die Schwerbehindertenvertretung. Bewertet wird ausschließlich, was in der Ausschreibung als Anforderung steht; Sympathie ist unzulässig, weil Art. 33 Abs. 2 GG nur Eignung, Befähigung und fachliche Leistung zulässt. Fragen nach Schwangerschaft oder Familienaufgaben sind nach § 7 Abs. 2 BGleiG verboten. Auf der Seite „Bewerben in der Bundesverwaltung“ nennt karriere.bund.de, wer Sie im Gespräch erwartet: „eine Expertin oder ein Experte für Personalthemen, eine Person aus dem Fachbereich, die Gleichstellungsbeauftragte, gegebenenfalls die Schwerbehindertenvertretung und eine Person aus dem Personalrat“. Fünf Personen, fünf Rollen, ein Protokoll. Und ein Satz auf derselben Seite, der die ganze Logik erklärt: „Bauchgefühl und persönliche Sympathien zählen hier nicht.“ ### Wer sitzt in der Auswahlkommission und warum? Jede Person am Tisch ist aus einem anderen Rechtsgrund dort. Das ist kein Gremium, das gemeinsam ein Bauchgefühl entwickelt, sondern eine Zusammenkunft von Zuständigkeiten. | Rolle | Rechtsgrundlage (Bund) | Worauf diese Person achtet | | --- | --- | --- | | Personalstelle | Verfahrensverantwortung der Dienststelle, § 8 BBG | Ablauf, Gleichbehandlung, Dokumentation, formale Voraussetzungen | | Fachbereich | fachliche Bewertung nach Art. 33 Abs. 2 GG | Ob Sie die Aufgaben der Stelle tatsächlich erledigen können | | Gleichstellungsbeauftragte | § 27 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe b BGleiG | Unzulässige Fragen, Bewertung nach § 9 BGleiG, paritätische Besetzung | | Personalrat | § 78 Abs. 1 Nr. 1 BPersVG | Ob die Einstellung mitbestimmungsfähig zustande kommt | | Schwerbehindertenvertretung | § 178 Abs. 2 Satz 4 SGB IX | Ob Nachteilsausgleiche und Einladungspflicht beachtet werden | Die Gleichstellungsbeauftragte ist nach § 27 Abs. 3 BGleiG sogar vor dem Personalrat zu beteiligen. Auswahlkommissionen sollen nach § 7 Abs. 3 BGleiG geschlechterparitätisch besetzt sein; ist das aus triftigen Gründen nicht möglich, sind die Gründe aktenkundig zu machen. Wenn Sie also drei Frauen und zwei Männern gegenübersitzen, ist das kein Zufall, sondern eine Vorgabe. Wichtig für Ihre Erwartung: Die Kommission entscheidet nicht. Sie bewertet und empfiehlt. Die Auswahlentscheidung trifft die Dienststelle, und erst danach beginnt die Mitbestimmung des [Personalrats](/infocenter/glossar#personalrat) nach § 78 Abs. 1 Nr. 1 BPersVG. Der Personalrat kann seine Zustimmung nach § 78 Abs. 5 BPersVG verweigern, etwa wenn die Maßnahme gegen ein Gesetz oder einen Tarifvertrag verstößt. ### Was ist ein strukturiertes Interview? Ein strukturiertes Interview ist ein Gespräch, dessen Fragen vor dem ersten Termin schriftlich feststehen und allen Bewerberinnen und Bewerbern in gleicher Formulierung und Reihenfolge gestellt werden. karriere.bund.de beschreibt es so: „Dafür gibt es dann auch strukturierte Interviews, die für alle Bewerberinnen und Bewerber eines Auswahlverfahrens identisch sind.“ Der Grund ist verfassungsrechtlich. Art. 33 Abs. 2 GG lautet: „Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.“ Für Beamtinnen und Beamte wiederholt § 9 BBG diesen Maßstab und verbietet ausdrücklich die Berücksichtigung von Geschlecht, Abstammung, Behinderung, Religion, politischer Anschauung, Herkunft, „Beziehungen“ oder sexueller Identität; § 9 BeamtStG gilt gleichlautend für die Länder. Ein Vergleich nach diesem Maßstab funktioniert nur, wenn alle dieselbe Prüfung durchlaufen. Praktisch bedeutet das drei Dinge. Erstens wird mitgeschrieben, oft von jeder Person am Tisch getrennt. Zweitens wird jede Antwort einem Anforderungsmerkmal aus der Ausschreibung zugeordnet und dort bewertet. Drittens ist Ihre lockere Unterhaltung mit der Fachperson über den gemeinsamen Heimatort für die Bewertung wertlos, weil es dafür kein Merkmal gibt. Was das Prinzip der [Bestenauslese](/infocenter/glossar#bestenauslese) im gesamten Verfahren bedeutet, steht im Beitrag zur [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren). ### Welche Fragen kommen und was wird damit gemessen? Die Fragen leiten sich aus dem Anforderungsprofil ab. Nach § 6 Abs. 3 BGleiG müssen Arbeitsplatzausschreibungen des Bundes „die Anforderungen des zu besetzenden Arbeitsplatzes festlegen“. Die Ausschreibung ist damit Ihr Fragenkatalog im Rohzustand. Ein Beispiel: Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk sucht unter der Kennziffer THW-2026-258 eine Sachbearbeitung Haushalt und Beschaffung in Bonn (Bewerbungsfrist 5. Oktober 2026, veröffentlicht auf service.bund.de). Im Anforderungsprofil stehen unter anderem „Vertiefte Kenntnisse im Bundeshaushaltsrechts und in Vergabeverfahren“, „Team- und Kommunikationsfähigkeit“ sowie „Diversity- und Gender-Kompetenz“. Aus jedem dieser Punkte wird eine Frage. | Typische Frage | Gemessenes Merkmal | Was die Kommission hören will | | --- | --- | --- | | Warum bewerben Sie sich gerade auf diese Stelle in dieser Behörde? | Motivation, Kenntnis des Aufgabenbereichs | Bezug zum gesetzlichen Auftrag der Behörde, nicht zur Sicherheit des Arbeitsplatzes | | Beschreiben Sie eine Aufgabe aus Ihrer bisherigen Tätigkeit, die dieser Stelle entspricht. | fachliche Leistung, einschlägige Erfahrung | Eine konkrete Situation mit Ihrer Rolle, Ihrem Vorgehen und dem Ergebnis | | Wie gehen Sie vor, wenn eine Rechtsvorschrift für Ihren Fall keine eindeutige Lösung vorgibt? | Rechtsanwendung, Sorgfalt | Auslegung, Rückfrage bei der Fachaufsicht, Aktenvermerk statt Bauchentscheidung | | Eine Bürgerin beschwert sich lautstark über einen Bescheid, den Sie geschrieben haben. Was tun Sie? | Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit | Zuhören, Sachverhalt trennen von Ton, Rechtsbehelf erklären | | Sie erhalten drei Vorgänge mit derselben Frist. Wie priorisieren Sie? | Arbeitsorganisation | Kriterium für die Reihenfolge, frühe Rückmeldung an die Leitung | | Was verstehen Sie unter Diversity-Kompetenz in Ihrer täglichen Arbeit? | Merkmal aus der Ausschreibung | Ein Beispiel aus Ihrer Praxis, keine Definition aus dem Lehrbuch | Die zweite Zeile ist die wichtigste. Fast jede Kommission fragt nach einer konkreten Situation, und fast jede Absage begründet sich damit, dass Antworten allgemein blieben. „Ich arbeite gerne im Team“ trägt kein Merkmal. „In der Vergabestelle habe ich mit dem Rechnungsprüfungsamt einen Zeitplan für die Ausschreibung abgestimmt, weil wir sonst die Frist gerissen hätten“ trägt zwei. ### Welche Fragen sind unzulässig? § 7 Abs. 2 BGleiG verbietet in Vorstellungsgesprächen und besonderen Auswahlverfahren „insbesondere Fragen nach dem Familienstand, einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft sowie nach bestehenden oder geplanten Familien- oder Pflegeaufgaben“. § 7 Abs. 1 AGG verbietet jede Benachteiligung wegen der in § 1 AGG genannten Gründe, darunter Alter, ethnische Herkunft, Religion, Behinderung und sexuelle Identität. § 11 AGG erstreckt das Verbot auf die Ausschreibung selbst. Auf eine unzulässige Frage müssen Sie nicht wahrheitsgemäß antworten; eine falsche Antwort begründet später keine Anfechtung des Vertrags. Praktisch hilfreicher ist eine Rückfrage nach dem Bezug zur Stelle, weil die Gleichstellungsbeauftragte dann in der Regel eingreift. Genau dafür sitzt sie im Raum. Ebenso ausgeschlossen ist nach § 9 Abs. 2 BGleiG die vergleichende Bewertung von Unterbrechungen der Berufstätigkeit wegen Familien- oder Pflegeaufgaben, von reduzierter Arbeitszeit und von der Absicht, künftig Arbeitszeit zu reduzieren. Wer aus der Elternzeit kommt oder in [Teilzeit](/jobs?arbeitszeit=teilzeit) arbeiten will, muss das nicht verbergen. Wird trotzdem benachteiligt, greift § 22 AGG: Wer Indizien für eine Benachteiligung beweist, zwingt den Arbeitgeber zum Gegenbeweis. Ein Entschädigungsanspruch nach § 15 Abs. 2 AGG muss allerdings innerhalb von zwei Monaten ab Zugang der Ablehnung schriftlich geltend gemacht werden (§ 15 Abs. 4 AGG). ### So bereiten Sie sich auf die Kommission vor 1. Die Ausschreibung in Muss- und Kann-Kriterien zerlegen. karriere.bund.de beschreibt diese Unterscheidung ausdrücklich; Kann-Kriterien erkennen Sie an „idealerweise“, „wünschenswert“ oder „von Vorteil“. 2. Zu jedem Muss-Kriterium eine Berufssituation notieren: Ausgangslage, Ihre Aufgabe, Ihr Vorgehen, das Ergebnis. Vier Sätze genügen, mehr merken Sie sich ohnehin nicht. 3. Den gesetzlichen Auftrag der Behörde nachlesen. In der Ausschreibung des Bundesverwaltungsamts unter der Kennziffer BVA-2026-090 für eine Sachbearbeitung im Bereich Travel Management System steht der Aufgabenzuschnitt bis hin zur Betreuung der Kundenbehörden; wer das gelesen hat, redet nicht über „Verwaltung im Allgemeinen“. 4. Die Entgeltgruppe der Stelle prüfen und Ihre Nachweise über Berufserfahrung bereithalten. Die Gruppe steht in der Ausschreibung, die [Stufe verhandeln Sie nach der Zusage](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung), nicht im Gespräch. 5. Zwei eigene Fragen vorbereiten, die zur Stelle passen: Wie ist das Sachgebiet aufgestellt, wie läuft die Einarbeitung. Fragen zur Bezahlung erübrigen sich, weil [die Tabelle](/infocenter/tabellen/tvoed-bund) sie beantwortet. 6. Nach dem Gespräch nichts nachreichen, was nicht angefordert wurde. Was nach Fristende eingeht, bleibt in der Regel unberücksichtigt; die Regeln dazu stehen im Beitrag zu den [Bewerbungsfristen im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbungsfristen-oeffentlicher-dienst). ### Was das Gespräch in der Behörde von dem in der Wirtschaft trennt Wer aus der Wirtschaft kommt, verkauft im Gespräch sich selbst und wartet auf Nachfragen. In der Behörde gibt es keine Nachfragen, jedenfalls keine, die vom Katalog abweichen. Wenn Sie ein Merkmal nicht ansprechen, bleibt das Feld im Bewertungsbogen leer, und niemand am Tisch darf es für Sie füllen. Antworten Sie deshalb so, dass in jeder Antwort mindestens eine überprüfbare Tatsache steht. Der zweite Fehler ist die Annahme, ein sympathisches Gespräch sei ein gutes Gespräch. Bewertet wird die Antwort, nicht der Eindruck. Und der dritte betrifft die Zeit danach: Zwischen Gespräch und Zusage liegen die Auswertung, die Auswahlentscheidung, die Beteiligung von Gleichstellungsbeauftragter, Personalrat und Schwerbehindertenvertretung sowie oft die haushaltsrechtliche Freigabe der Stelle. Wer nach zwei Wochen keine Antwort hat, ist nicht abgelehnt, sondern mitten im Verfahren. Für Stellen, auf die Sie sich parallel bewerben wollen, hilft die Übersicht der offenen [Stellen beim Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund). ### Häufige Fragen **Wer sitzt im Vorstellungsgespräch bei einer Behörde?** Nach karriere.bund.de sind das im Regelfall eine Person aus dem Personalbereich, eine Person aus dem Fachbereich, die Gleichstellungsbeauftragte, ein Mitglied des Personalrats und gegebenenfalls die Schwerbehindertenvertretung. Die Fachperson prüft das Fachliche, die Personalstelle achtet auf das Verfahren, die drei Vertretungen wachen darüber, dass niemand benachteiligt wird. Stimmberechtigt ist die Kommission nicht; die Auswahlentscheidung trifft die Dienststelle. **Warum bekommen alle Bewerber dieselben Fragen gestellt?** Weil Art. 33 Abs. 2 GG nur Eignung, Befähigung und fachliche Leistung als Auswahlkriterien zulässt. Ein Vergleich ist nur möglich, wenn alle dieselbe Aufgabe bekommen. Deshalb legt die Behörde den Fragenkatalog vor dem ersten Gespräch fest, stellt die Fragen in gleicher Reihenfolge und hält die Antworten fest. Das schützt auch Sie: Ohne dokumentierte Bewertung könnte eine Absage vor Gericht nicht begründet werden. **Welche Fragen darf die Auswahlkommission nicht stellen?** Nach § 7 Abs. 2 BGleiG sind Fragen nach dem Familienstand, einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft und nach bestehenden oder geplanten Familien- oder Pflegeaufgaben unzulässig. Aus § 7 Abs. 1 AGG folgt zudem, dass niemand wegen Alter, Herkunft, Religion, Behinderung oder sexueller Identität benachteiligt werden darf. Auf eine unzulässige Frage müssen Sie nicht wahrheitsgemäß antworten. **Kann ich mich auf ein Vorstellungsgespräch in der Verwaltung vorbereiten?** Ja, und zwar gezielter als in der Privatwirtschaft. Die Ausschreibung nennt das Anforderungsprofil, und genau daraus baut die Behörde ihre Fragen. Nach § 6 Abs. 3 BGleiG muss jede Ausschreibung des Bundes die Anforderungen des Arbeitsplatzes festlegen. Wer zu jedem Muss-Kriterium eine belegte Berufssituation vorbereitet, hat für die meisten Fragen eine Antwort. **Darf die Schwerbehindertenvertretung am Gespräch teilnehmen?** Ja. Nach § 178 Abs. 2 Satz 4 SGB IX hat die Schwerbehindertenvertretung bei Bewerbungen schwerbehinderter Menschen das Recht auf Einsicht in die entscheidungsrelevanten Teile der Bewerbungsunterlagen und auf Teilnahme an Vorstellungsgesprächen. Öffentliche Arbeitgeber müssen schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber nach § 165 Satz 3 SGB IX zudem einladen, sofern die fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt. ### Quellen - Grundgesetz Art. 33 Abs. 2 (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_33.html (Abruf 7.9.2026) - Bundesbeamtengesetz § 9 (Auswahlkriterien) und § 8 (Stellenausschreibung): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__9.html (Abruf 7.9.2026) - Beamtenstatusgesetz § 9 (Kriterien der Ernennung): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__9.html (Abruf 7.9.2026) - Bundespersonalvertretungsgesetz § 78 (Mitbestimmung in Personalangelegenheiten): https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__78.html (Abruf 7.9.2026) - Bundesgleichstellungsgesetz §§ 6, 7 und 9 (Ausschreibung, Bewerbungsgespräche, Qualifikation): https://www.gesetze-im-internet.de/bgleig_2015/__7.html (Abruf 7.9.2026) - SGB IX § 178 Abs. 2 (Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung) und § 165 (Pflichten öffentlicher Arbeitgeber): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__178.html (Abruf 7.9.2026) - AGG §§ 7, 11, 15 und 22 (Benachteiligungsverbot, Ausschreibung, Entschädigung, Beweislast): https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__7.html (Abruf 7.9.2026) - karriere.bund.de: Bewerben in der Bundesverwaltung (Zusammensetzung der Kommission, Bestenauslese): https://www.karriere.bund.de/arbeiten-bei-uns/alles-zur-bewerbung (Abruf 7.9.2026) - service.bund.de, Ausschreibung Bundesverwaltungsamt, Kennziffer BVA-2026-090, Bewerbungsfrist 28.9.2026: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/editor/Bundesverwaltungsamt/2026/09/6631185.html (Abruf 7.9.2026) - service.bund.de, Ausschreibung Technisches Hilfswerk, Kennziffer THW-2026-258, Bewerbungsfrist 5.10.2026: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/editor/BVA-THW/2026/09/6631137.html (Abruf 7.9.2026) --- ## Besoldung im Ländervergleich: A 9 zahlt nicht überall gleich URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/besoldung-bundeslaender-vergleich Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Besoldung, Länder, Bund Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Seit der Föderalismusreform vom 28. August 2006 liegt die Gesetzgebung über Besoldung und Versorgung der Landes- und Kommunalbeamten bei den Ländern; Artikel 74 Absatz 1 Nummer 27 GG nimmt Laufbahnen, Besoldung und Versorgung ausdrücklich aus. In der Endstufe von A 9 reicht die Spanne der geprüften Länder von 4.182,22 Euro in Niedersachsen bis 4.452,28 Euro in Sachsen. Der Bund zahlt dort 4.535,33 Euro. Vergleichbar sind die Zahlen nur eingeschränkt, weil die Länder unterschiedlich viele Erfahrungsstufen führen. Eine Verwaltungsbeamtin in der Endstufe von A 9 bekommt in Sachsen 4.452,28 Euro Grundgehalt im Monat, in Niedersachsen 4.182,22 Euro. Gleiches Amt, gleiche Laufbahn, 270,06 Euro Unterschied. Beim Bund sind es 4.535,33 Euro. Der Grund für diese Spreizung liegt in einer Grundgesetzänderung von 2006, und ihre Folgen wachsen mit jedem Tarifabschluss, den ein Land anders überträgt als sein Nachbar. ### Warum setzt jedes Land seine Besoldung selbst? Weil das Grundgesetz es seit dem 1. September 2006 so vorschreibt. Das Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes vom 28. August 2006 hob Artikel 74a GG auf, der dem Bund bis dahin die konkurrierende Gesetzgebung über die Besoldung der Landesbeamten zuwies. Zugleich wurde Artikel 74 Absatz 1 Nummer 27 GG neu gefasst. Der heutige Wortlaut ist eindeutig. Dem Bund stehen danach nur noch die Statusrechte und -pflichten der Beamten der Länder, Gemeinden und anderen Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie der Richter in den Ländern zu, und zwar ausdrücklich mit Ausnahme der Laufbahnen, Besoldung und Versorgung. Diese drei Bereiche liegen seither vollständig beim Landesgesetzgeber. Was bundeseinheitlich blieb, regelt das Beamtenstatusgesetz: Ernennung, Pflichten, Abordnung und Versetzung. Was auseinanderläuft, sind die Zahlen. Jedes Land entscheidet über Tabellenwerte, Zahl und Laufzeiten der Erfahrungsstufen, Familienzuschlag, Sonderzahlungen, Beihilfe und Wochenarbeitszeit. Der Aufbau der Besoldung ist im Beitrag [Besoldung verstehen](/infocenter/besoldung-aufbau-grundgehalt-familienzuschlag) erklärt. ### Was zahlen die Länder in A 9 und A 13? Die folgenden Werte stammen aus den amtlichen Tabellen der Landesämter für Besoldung und Finanzen sowie aus der Pay-Table des Bundes im Repository. Angegeben sind jeweils die niedrigste und die höchste Erfahrungsstufe der Besoldungsgruppe. | Dienstherr | A 9 Eingangsstufe | A 9 Endstufe | A 13 Endstufe | Stufen in A 9 | Gültig ab | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | Bund | 3.551,63 € | 4.535,33 € | 6.806,11 € | 1 bis 8 | 1.5.2026 (vorläufig) | | Sachsen | 3.403,76 € | 4.452,28 € | 6.770,46 € | 2 bis 11 | 1.4.2026 | | Baden-Württemberg | 3.480,07 € | 4.342,82 € | 6.534,50 € | 1 bis 9 | 1.4.2026 | | Nordrhein-Westfalen | 3.438,22 € | 4.295,45 € | 6.381,49 € | 3 bis 11 | 1.4.2026 | | Bayern | 3.387,91 € | 4.223,97 € | 6.342,19 € | 2 bis 10 | 1.10.2026 (Vorbehalt) | | Niedersachsen | 3.281,97 € | 4.182,22 € | 6.323,19 € | 2 bis 11 | 1.4.2026 | In der Endstufe von A 13 trennen Sachsen und Niedersachsen 447,27 Euro im Monat, also mehr als 5.300 Euro im Jahr. Und der Bund liegt in beiden Gruppen über allen fünf geprüften Ländern. Seine Tabelle ist allerdings vorläufig: Sie wird auf Grundlage eines Rundschreibens des Bundesinnenministeriums als Abschlag gezahlt, ein Anpassungsgesetz ist noch nicht in Kraft. Auch die bayerische Tabelle trägt den Vorbehalt der Verabschiedung durch den Landtag. Für Hessen und Berlin enthält die Tabelle bewusst keine Zeile. Die Landesrechtsportale beider Länder liefern ihre Texte nur über JavaScript aus und geben ohne Skriptausführung leere Seiten zurück; amtliche PDF-Fassungen der geltenden Besoldungstabellen waren nicht auffindbar. Zahlen aus Rechner-Seiten Dritter oder aus Gewerkschaftsentwürfen kommen als Beleg nicht in Betracht. ### Warum ist der Vergleich einzelner Stufen irreführend? Weil die Stufensysteme nicht deckungsgleich sind. In A 9 führt Baden-Württemberg die Stufen 1 bis 9, Bayern 2 bis 10, Nordrhein-Westfalen 3 bis 11 und Sachsen 2 bis 11. Der Bund kommt mit acht Stufen aus. Eine Stufe 5 bedeutet damit in fünf Ländern fünf verschiedene Positionen innerhalb der Laufbahn. Hinzu kommen unterschiedliche Laufzeiten. Die Tabellen unterteilen sich in Abschnitte mit Zwei-, Drei- und Vier-Jahres-Rhythmus, und die Grenzen zwischen diesen Abschnitten liegen je Land woanders. Wer nach zwölf Dienstjahren von Sachsen nach Bayern wechselt, landet deshalb nicht automatisch in einer vergleichbaren Stufe. Ein Dienstherrenwechsel ist immer eine Neuzuordnung; wie er abläuft, behandelt der Beitrag [Beamter werden](/infocenter/beamter-werden-voraussetzungen-ablauf). Der dritte Faktor ist die Arbeitszeit, und sie verändert das Bild deutlich. In Bayern beträgt die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit nach § 2 Absatz 1 Satz 1 der Bayerischen Arbeitszeitverordnung 40 Stunden im Durchschnitt. In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind es 41 Stunden. Bei gleichem Monatsbetrag arbeitet man also in einem Land eine Stunde pro Woche länger für dasselbe Geld. Wer Angebote vergleicht, sollte den Stundenlohn bilden, nicht den Monatsbetrag. ### Wo liegt die verfassungsrechtliche Grenze nach unten? Bei der amtsangemessenen Alimentation nach Artikel 33 Absatz 5 GG. Sie verpflichtet den Dienstherrn, Beamtinnen und Beamte samt Familie so zu versorgen, dass sie sich ganz dem Amt widmen können. Das Bundesverfassungsgericht hat diesen Maßstab in den vergangenen Jahren mehrfach konkretisiert und dabei Landesbesoldungsgesetze für verfassungswidrig erklärt. Im Urteil des Zweiten Senats vom 5. Mai 2015 (2 BvL 17/09 und weitere) entwickelte das Gericht fünf Parameter für die erste Prüfungsstufe. Verglichen werden die Besoldungsentwicklung mit der Tarifentlohnung im öffentlichen Dienst, mit dem Nominallohnindex und mit dem Verbraucherpreisindex. Hinzu kommen der systeminterne Besoldungsvergleich und der Quervergleich mit der Bundesbesoldung und der Besoldung anderer Länder. Erfüllt eine Mehrheit dieser Parameter die Schwellenwerte, spricht eine Vermutung für verfassungswidrige Unteralimentation. Der Quervergleich ist der Punkt, an dem die föderale Vielfalt rechtlich relevant wird. Ein Land, das seine Besoldung dauerhaft deutlich unter dem Durchschnitt der übrigen Länder hält, gerät genau über diesen Parameter unter Rechtfertigungsdruck. Die Spreizung zwischen den Ländern ist also kein rein politisches, sondern ein justiziables Thema. Für kinderreiche Familien gilt eine zusätzliche Grenze. In den Beschlüssen des Zweiten Senats vom 4. Mai 2020 (2 BvL 6/17 und weitere für Nordrhein-Westfalen, 2 BvL 4/18 für Berlin) entschied das Gericht, dass die Nettoalimentation den grundsicherungsrechtlichen Gesamtbedarf um 15 Prozent übersteigen muss. Für das dritte und jedes weitere Kind darf der Gesetzgeber nicht auf familienneutrale Gehaltsbestandteile zurückgreifen. Beide Länder mussten ihre Besoldungsgesetze daraufhin nachbessern. ### Was neben dem Grundgehalt über den Abstand entscheidet Das Grundgehalt ist der größte, aber nicht der einzige Posten. Familienzuschlag, Sonderzahlung, Beihilfebemessungssätze und die Frage, ob ein Land eine pauschale Beihilfe anbietet, sind sämtlich Landesrecht und können mehrere hundert Euro im Monat ausmachen. Ein Land mit niedrigem Grundgehalt und hohem Familienzuschlag kann für eine vierköpfige Familie günstiger sein als der Nachbar mit der besseren Tabelle. Auch der Zeitpunkt verzerrt den Vergleich. Die Länder übertragen Tarifabschlüsse zu unterschiedlichen Terminen, teils zeitversetzt, teils gestaffelt. Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen erhöhten zum 1. April 2026, Bayern erst zum 1. Oktober 2026. Ein Vergleich zweier Tabellen mit verschiedenen Gültigkeitsdaten misst also auch den Abstand zwischen zwei Anpassungsterminen mit. Und schließlich ändert sich die Rangfolge über die Zeit. Ein Land, das heute vorn liegt, kann nach der nächsten Runde zurückfallen, weil die Übertragung des Tarifergebnisses überall neu verhandelt wird. Wer einen Dienstherrenwechsel plant, sollte die aktuelle amtliche Tabelle des Ziellandes lesen, nicht eine Rangliste aus dem Vorjahr. Die amtliche Bundestabelle steht unter [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Wie sich die Besoldung später auf das Ruhegehalt auswirkt, zeigt [Pension berechnen](/infocenter/pension-beamte-berechnen-ruhegehalt). ### Häufige Fragen **Warum verdienen Beamte in den Bundesländern unterschiedlich viel?** Weil jedes Land seit 2006 sein eigenes Besoldungsgesetz erlässt. Das Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes vom 28. August 2006 hat Artikel 74a GG aufgehoben und Artikel 74 Absatz 1 Nummer 27 GG so gefasst, dass dem Bund nur noch die Statusrechte und -pflichten der Landesbeamten zustehen, ausdrücklich mit Ausnahme von Laufbahnen, Besoldung und Versorgung. Seither entscheidet jedes Land selbst über Tabellenwerte, Stufenzahl und Anpassungszeitpunkte. **In welchem Bundesland verdienen Beamte am meisten?** Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil die Tabellen unterschiedlich aufgebaut sind. Von den geprüften Ländern zahlt Sachsen in der Endstufe von A 9 mit 4.452,28 Euro am meisten, Niedersachsen mit 4.182,22 Euro am wenigsten. Der Bund liegt mit 4.535,33 Euro darüber. Für einen belastbaren Vergleich müssen Sie zusätzlich Wochenarbeitszeit, Familienzuschlag, Beihilfe und Sonderzahlungen betrachten, die alle landesrechtlich geregelt sind. **Kann ich mit meiner Besoldungsgruppe in ein anderes Bundesland wechseln?** Die Besoldungsgruppe bleibt in der Regel erhalten, der Betrag ändert sich. Ein Amt der Besoldungsgruppe A 11 heißt in jedem Land A 11, ist aber unterschiedlich dotiert. Auch die Erfahrungsstufe wird nicht automatisch übernommen, weil die Länder unterschiedlich viele Stufen und unterschiedliche Laufzeiten führen. Prüfen Sie vor einem Dienstherrenwechsel die Tabelle des Ziellandes und die dortige Stufenzuordnung. **Was bedeutet amtsangemessene Alimentation?** Die verfassungsrechtliche Pflicht des Dienstherrn, Beamtinnen und Beamte samt Familie amtsangemessen zu versorgen. Das Bundesverfassungsgericht hat dafür im Urteil vom 5. Mai 2015 (2 BvL 17/09 und weitere) fünf Prüfungsparameter entwickelt, darunter den Vergleich mit der Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst, dem Nominallohnindex und dem Verbraucherpreisindex sowie den Quervergleich mit Bund und anderen Ländern. **Warum haben die Länder unterschiedlich viele Erfahrungsstufen?** Weil die Stufensysteme Landesrecht sind. In A 9 führt Bayern die Stufen 2 bis 10, Baden-Württemberg 1 bis 9, Nordrhein-Westfalen 3 bis 11 und Sachsen 2 bis 11. Der Bund kommt mit acht Stufen aus. Dadurch ist auch die Eingangsstufe eine andere, und ein Vergleich einzelner Stufen führt in die Irre. Aussagekräftig ist der Vergleich von Eingangs- und Endbetrag einer Besoldungsgruppe. ### Quellen - Artikel 74 Grundgesetz, Absatz 1 Nummer 27 (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_74.html (Abruf 8.9.2026) - BVerfG, Urteil des Zweiten Senats vom 5.5.2015, 2 BvL 17/09 und weitere, amtsangemessene Alimentation von Richtern und Staatsanwälten: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2015/05/ls20150505_2bvl001709.html (Abruf 8.9.2026) - BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 4.5.2020, 2 BvL 6/17 und weitere, Besoldung kinderreicher Beamter in Nordrhein-Westfalen: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2020/05/ls20200504_2bvl000617.html (Abruf 8.9.2026) - Grundgehaltstabelle Bundesbesoldungsordnung A, data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/anlage_iv.html (Stand 1.5.2026, vorläufig nach BMI-Rundschreiben vom 3.9.2025, kein Anpassungsgesetz in Kraft) - Bayerisches Landesamt für Finanzen, Anlage 3 BayBesG, Grundgehaltssätze Besoldungsordnung A: https://lff.bayern.de/media/j0bfkpku/anlg-3_grundgehaltssaetze-beso-a.pdf (gültig ab 1.10.2026, unter Vorbehalt der Verabschiedung durch den Landtag) - Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen, Anlage 6 LBesG NRW, Grundgehaltssätze: https://www.finanzverwaltung.nrw.de/system/files/media/document/file/grundgehaelter-a-b-r-und-w-01.04.26_0.pdf (gültig ab 1.4.2026) - Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg, Grundgehaltssätze LBesO A: https://lbv.landbw.de/documents/d/guest/3_besoldungstabelle-ab-01-04-2026 (gültig ab 1.4.2026) - Niedersächsisches Landesamt für Bezüge und Versorgung, Besoldungstabellen Besoldungsordnung A: https://www.nlbv.niedersachsen.de/download/228672/Besoldungstabellen_ab_01.04.2026.pdf (gültig ab 1.4.2026) - Landesamt für Steuern und Finanzen Sachsen, Anlage 5 SächsBesG, Grundgehaltssätze: https://www.lsf.sachsen.de/download/Besoldung/BesO_A_B_R_W_260401.pdf (gültig ab 1.4.2026) - § 2 Bayerische Arbeitszeitverordnung (gesetze-bayern.de): https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayAzV-2 (Fassung gültig ab 1.8.2023) --- ## Verwaltungsfachangestellte: Aufgaben, Gehalt, Einstieg URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/verwaltungsfachangestellte-beruf-gehalt-einstieg Kategorie: Berufe & Bereiche Themen: Verwaltung, Ausbildung, TVAöD, Eingruppierung, Verwaltungslehrgang, Kommunen Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Verwaltungsfachangestellte bearbeiten Anträge, erlassen Bescheide und beraten Bürgerinnen und Bürger. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre; das Ausbildungsentgelt nach TVAöD beträgt seit 1. Mai 2026 zwischen 1.368,26 und 1.464,02 Euro im Monat. Nach dem Abschluss ist bei Kommunen E 5 oder E 6 üblich, bei eigenständiger Sachbearbeitung E 8 oder E 9a, also 3.124 bis 3.659 Euro brutto in Stufe 1. Der Verwaltungslehrgang II öffnet E 9b bis E 11. 7.137 junge Menschen haben 2025 einen Ausbildungsvertrag als Verwaltungsfachangestellte abgeschlossen. Damit steht der Beruf auf Rang 19 der bundesweiten Rangliste des Bundesinstituts für Berufsbildung, direkt hinter Elektronikerinnen für Betriebstechnik. Wer im Rathaus einen Personalausweis beantragt, ein Gewerbe anmeldet oder Wohngeld bezieht, hat es fast immer mit diesen Beschäftigten zu tun. ### Was machen Verwaltungsfachangestellte? Sie bearbeiten Verwaltungsvorgänge auf Grundlage von Gesetzen, Verordnungen und Satzungen: Anträge prüfen, Bescheide erlassen, Bürgerinnen und Bürger beraten, Haushaltsmittel verwalten, an Personalangelegenheiten mitwirken. Der Rechtsstoff ist der Kern der Arbeit, nicht das Beiwerk. Wer Formulare für Bürokratie hält, wird in diesem Beruf unglücklich. Die Ausbildungsordnung kennt mehrere Fachrichtungen, die sich vor allem im Rechtsstoff unterscheiden. Die Kommunalverwaltung ist die größte und deckt Städte, Gemeinden, Landkreise und Zweckverbände ab; Stellen finden Sie unter [Arbeitgeber Kommune](/jobs/arbeitgebertyp/kommune). Die Landesverwaltung umfasst Ministerien, Regierungspräsidien, Landesämter sowie die Polizei- und Justizverwaltung, zu sehen unter [Arbeitgeber Land](/jobs/arbeitgebertyp/land). Die Bundesverwaltung reicht von den Ministerien bis zu nachgeordneten Behörden wie der Bundesagentur für Arbeit oder dem Zoll, nachzulesen unter [Arbeitgeber Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund). Daneben existieren die Fachrichtungen Kirchenverwaltung sowie Handwerksorganisation und Industrie- und Handelskammern mit eigenem Dienst- und Arbeitsrecht. Unabhängig von der Fachrichtung ähneln sich die Einsatzfelder. Im Bürgerservice sind es Meldewesen, Pass- und Ausweiswesen, Kfz-Zulassung und Wohngeld. Im Personalamt Ausschreibungen, Einstellungen, Eingruppierung und Bezügeabrechnung. In der Kämmerei Haushaltsplanung, Kasse, Steuern und Vergabe. Im Ordnungsamt Gewerbeanmeldungen, Gaststättenrecht und Bußgeldverfahren. ### Wie läuft die duale Ausbildung ab? Die Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz und der Verordnung über die Berufsausbildung zum Verwaltungsfachangestellten dauert drei Jahre und findet an drei Lernorten statt. 1. **Ausbildungsbehörde:** Praktische Ausbildung in wechselnden Ämtern, meist im Rotationsprinzip durch Bürgerbüro, Personalamt, Kämmerei, Sozialamt und Ordnungsamt. 2. **Berufsschule:** Blockunterricht oder Teilzeitunterricht in Verwaltungsrecht, Rechnungswesen, Wirtschaftslehre und Kommunikation. 3. **Verwaltungsschule oder Studieninstitut:** Die dienstbegleitende Unterweisung vertieft das Verwaltungsrecht und bereitet auf die Abschlussprüfung vor, die je nach Land vor der Verwaltungsschule oder der zuständigen Stelle abgelegt wird. Bei guten Leistungen lässt sich die Ausbildungszeit auf Antrag verkürzen. Bewerberinnen und Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur starten häufig mit einer um sechs oder zwölf Monate kürzeren Dauer. Das Berufsbildungsgesetz schreibt keinen Schulabschluss vor. In der Praxis erwarten die meisten Arbeitgeber einen mittleren Schulabschluss. Wichtiger als das Zeugnis ist der Einstellungstest, den fast alle Kommunen und Länder einsetzen: Rechtschreibung, Textverständnis, Grundrechenarten, logisches Denken, Allgemeinwissen. Ein Führungszeugnis wird bei der Einstellung verlangt, weil Verwaltungsfachangestellte hoheitliche Aufgaben wahrnehmen. ### Wie viel verdiene ich in der Ausbildung? Auszubildende der Kommunen und des Bundes werden nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes vergütet. § 8 des Besonderen Teils BBiG nennt feste Monatsbeträge, die zum 1. Mai 2026 um jeweils 75 Euro gestiegen sind: | Ausbildungsjahr | bis 31. März 2025 | ab 1. April 2025 | ab 1. Mai 2026 | | --- | --- | --- | --- | | Erstes | 1.218,26 € | 1.293,26 € | 1.368,26 € | | Zweites | 1.268,20 € | 1.343,20 € | 1.418,20 € | | Drittes | 1.314,02 € | 1.389,02 € | 1.464,02 € | | Viertes | 1.377,59 € | 1.452,59 € | 1.527,59 € | *TVAöD, Besonderer Teil BBiG, § 8 Abs. 1, Lesefassung der VKA. Für den Bereich des TVöD Besonderer Teil Sparkassen gilt eine abweichende Regelung.* Hinzu kommen Jahressonderzahlung, Lernmittelzuschuss und eine Abschlussprämie bei bestandener Prüfung. Offene Plätze stehen unter [Ausbildung im öffentlichen Dienst](/ausbildung). ### Welche Entgeltgruppe erwartet mich nach dem Abschluss? Verwaltungsfachangestellte sind [Tarifbeschäftigte](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif). Bei Kommunen gilt der TVöD VKA, beim Bund der TVöD Bund, bei den Ländern der TV-L. Die Entgeltgruppe hängt nicht vom Abschluss ab, sondern von der übertragenen Tätigkeit; wie das im Einzelnen funktioniert, erklärt der Beitrag [Eingruppierung und Tätigkeitsmerkmale](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). Üblich sind nach der Ausbildung E 5 oder E 6, bei eigenständiger Sachbearbeitung E 8 oder E 9a. | Typische Tätigkeit | Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 6 (Endstufe) | | --- | --- | --- | --- | | Einfache Sachbearbeitung, Bürgerbüro, Registratur | E 5 | 3.124 € | 3.783 € | | Sachbearbeitung mit gründlichen Fachkenntnissen | E 6 | 3.240 € | 3.926 € | | Sachbearbeitung mit vielseitigen Fachkenntnissen | E 8 | 3.486 € | 4.231 € | | Eigenständige Sachbearbeitung mit selbständigen Leistungen | E 9a | 3.659 € | 4.980 € | *TVöD VKA, Tabelle gültig ab 1. Mai 2026, brutto pro Monat, auf volle Euro gerundet.* Alle Gruppen und Stufen stehen in der [TVöD-VKA-Tabelle](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). Hinzu kommen Jahressonderzahlung, betriebliche Zusatzversorgung und in vielen Kommunen Leistungsentgelt. Die Stufe richtet sich nach der Berufserfahrung. Wer direkt nach der Ausbildung übernommen wird, beginnt in Stufe 1. Die Ausbildungszeit selbst zählt nicht als einschlägige Berufserfahrung im Sinne des § 16 TVöD; welche Zeiten anerkannt werden, steht im Beitrag [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). ### Aufstieg über Lehrgang oder Studium Der wichtigste Karriereschritt ist der Verwaltungslehrgang II, vielerorts noch Angestelltenlehrgang II genannt, mit dem Abschluss Verwaltungsfachwirtin oder Verwaltungsfachwirt. Er läuft berufsbegleitend an einem Studieninstitut, dauert zwei bis drei Jahre und wird vom Arbeitgeber finanziert, häufig mit einer Bindungsklausel. Der Abschluss gilt als Voraussetzung für Tätigkeiten der Entgeltgruppen E 9b bis E 11: Sachgebietsleitung, schwierige Sachbearbeitung in Bauverwaltung, Sozialrecht oder Vergabe. E 9b beginnt bei 3.780 Euro und endet bei 5.313 Euro, E 11 reicht von 4.270 bis 6.327 Euro. Wer weiter will, studiert. Die Hochschulen für öffentliche Verwaltung der Länder bieten Bachelorstudiengänge wie Public Management, Allgemeine Verwaltung oder Bachelor of Laws an, teils berufsbegleitend, teils als Vorbereitungsdienst mit Anwärterbezügen. Der Abschluss öffnet den gehobenen Dienst: als Tarifbeschäftigte E 9b bis E 12, als Beamte die Laufbahngruppe des gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienstes. Für Verwaltungsfachangestellte mit Berufserfahrung ist der Hochschulzugang auch ohne Abitur möglich, die Bedingungen legen die Länder fest. Der Verwaltungslehrgang I steht Quereinsteigenden offen. Viele Kommunen stellen Kaufleute für Büromanagement, Rechtsanwaltsfachangestellte oder Bankkaufleute in der Sachbearbeitung ein und lassen sie den Lehrgang nachholen. Er endet mit einer Prüfung, die dem Abschluss der Verwaltungsfachangestellten gleichgestellt ist. Eingruppiert wird zunächst nach der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit. Einzelheiten stehen im Beitrag [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst). ### Verbeamtung als Alternative Dieselben Aufgaben nehmen in vielen Behörden auch [Beamtinnen und Beamte](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) wahr. Das Gegenstück zur Ausbildung ist der Vorbereitungsdienst für den mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst mit dem Abschluss Verwaltungswirtin oder Verwaltungswirt. Die Laufbahn beginnt in der Besoldungsgruppe A 6 und reicht regulär bis A 9. Beamte zahlen keine Beiträge zur Sozialversicherung und erhalten Beihilfe und Pension, sind dafür an Höchstaltersgrenzen und die amtsärztliche Eignung gebunden. Als Orientierung dient die [Bundesbesoldungstabelle](/infocenter/tabellen/besoldung-bund); die Länder haben eigene Besoldungsgesetze mit abweichenden Beträgen. Ob Beamtenverhältnis oder Tarif für Sie günstiger ist, rechnet der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede) durch. Bereits ausgebildete Verwaltungsfachangestellte können bei vielen Dienstherren nach einer Anerkennung ihrer Qualifikation in das Beamtenverhältnis wechseln. ### Worauf es bei der Bewerbung ankommt Kommunen schreiben Ausbildungsplätze oft ein Jahr vor Beginn aus, und die genannte Frist ist eine Ausschlussfrist: Wer sie versäumt, ist aus dem Verfahren, unabhängig von der Qualifikation. Ein Blick auf die Kennziffer der Ausschreibung lohnt ebenfalls, weil viele Portale ohne sie keine Zuordnung vornehmen. Den Ablauf beschreibt der Beitrag [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren). Über die Einladung entscheidet in der Regel der Einstellungstest, nicht das Anschreiben. Prozentrechnung, Textaufgaben, Logikreihen und Rechtschreibung lassen sich üben, und genau das unterscheidet die Eingeladenen von den Abgelehnten. Ein Praktikum im Rathaus oder ehrenamtliche Tätigkeit hilft im Gespräch, ersetzt aber kein Testergebnis. Die Wahl der Fachrichtung legt Sie nicht auf Lebenszeit fest, prägt aber die ersten Jahre. Die Kommunalverwaltung bietet die meisten Stellen und die breiteste Aufgabenpalette, Bund und Land die spezialisierteren Zuschnitte. Ein späterer Wechsel zwischen Kommunen ist ohne Verlust der Stufe möglich, solange die Beschäftigung im öffentlichen Dienst nicht unterbrochen wird. Aktuelle Ausschreibungen stehen unter [Verwaltung](/jobs/berufsfeld/verwaltung). ### Häufige Fragen **Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten?** Das Berufsbildungsgesetz schreibt keinen bestimmten Abschluss vor. In der Praxis verlangen die meisten Arbeitgeber einen mittleren Schulabschluss, viele Bewerberinnen und Bewerber bringen inzwischen die Fachhochschulreife oder das Abitur mit. Entscheidend sind gute Noten in Deutsch und Mathematik sowie das Abschneiden im Einstellungstest, den fast alle Kommunen und Länder einsetzen. **Wie viel verdiene ich als Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten?** Nach § 8 des TVAöD in der Fassung des Besonderen Teils BBiG beträgt das monatliche Ausbildungsentgelt seit dem 1. Mai 2026 im ersten Ausbildungsjahr 1.368,26 Euro, im zweiten 1.418,20 Euro und im dritten 1.464,02 Euro. Ein viertes Ausbildungsjahr wird mit 1.527,59 Euro vergütet, kommt bei diesem Beruf aber nur nach einer Verlängerung vor. Hinzu kommen Jahressonderzahlung und vermögenswirksame Leistungen. **Wie viel verdienen Verwaltungsfachangestellte nach der Ausbildung?** Die Eingruppierung richtet sich nach der übertragenen Tätigkeit, nicht nach dem Abschluss. Nach dem Abschluss ist bei den Kommunen die Entgeltgruppe E 5 oder E 6 üblich, mit eigenständiger Sachbearbeitung E 8 oder E 9a. Das Tabellenentgelt der E 6 beginnt nach dem TVöD VKA bei 3.240 Euro brutto im Monat in Stufe 1 und erreicht in der Endstufe 3.926 Euro. **Kann ich als Verwaltungsfachangestellte verbeamtet werden?** Ja, über den Wechsel in den mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst. Dafür ist ein Vorbereitungsdienst oder eine Anerkennung Ihrer Qualifikation durch den Dienstherrn erforderlich. Außerdem müssen Sie die Höchstaltersgrenze Ihres Landes einhalten und die amtsärztliche Untersuchung bestehen. Viele Kommunen bieten geeigneten Beschäftigten diesen Weg aktiv an, weil sie damit Personal binden. **Was bringt der Verwaltungslehrgang II?** Er führt zum Abschluss Verwaltungsfachwirtin oder Verwaltungsfachwirt und gilt als Voraussetzung für Tätigkeiten der Entgeltgruppen E 9b bis E 11, also Sachgebietsleitung und schwierige Sachbearbeitung. Der Lehrgang läuft berufsbegleitend an einem Studieninstitut, dauert je nach Land zwei bis drei Jahre und wird vom Arbeitgeber finanziert, häufig verbunden mit einer Bindungsklausel über mehrere Jahre. ### Quellen - TVAöD Besonderer Teil BBiG i. d. F. des Änderungstarifvertrags Nr. 14, § 8 Ausbildungsentgelt (VKA-Lesefassung): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVAOED_BT-BBiG_AETV_14_Lesefassung_Stand_01_07_2025.pdf (Lesefassung Stand 1.7.2025, Beträge ab 1.5.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/vka/a/4410-vka-2026.html (Stand 1.5.2026, Laufzeit bis 31.3.2027) - BIBB, Rangliste 2025 der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen (Tabelle 67, Deutschland): https://www.bibb.de/dokumente/pdf/naa309/naa309_2025_tab067_0bund.pdf (Stand der Daten 5.12.2025, Stichtag 30.9.2025) - Verordnung über die Berufsausbildung zum Verwaltungsfachangestellten (VerwFAngAusbV): https://www.gesetze-im-internet.de/verwfangausbv_2022/ (Fassung vom 22.2.2022) --- ## Interne und externe Ausschreibung: Wer sich bewerben darf URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/interne-externe-ausschreibung-hausinterne-bewerbung Kategorie: Bewerbung Themen: Auswahlverfahren, Bewerbung, Personalrat, Versetzung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** § 8 Abs. 1 BBG und § 4 Abs. 1 BLV verlangen für die Einstellung von Bewerberinnen und Bewerbern beim Bund eine öffentliche Ausschreibung. Bei internen Besetzungen ohne Einstellung greifen Ausnahmen, etwa bei Versetzung nach vorangegangener Abordnung. § 6 Abs. 2 BGleiG unterscheidet ausdrücklich zwischen hausinterner, dienststellenübergreifender und öffentlicher Ausschreibung. Der Personalrat bestimmt nach § 78 Abs. 1 Nr. 12 BPersVG mit, wenn von einer Ausschreibung abgesehen werden soll. Eine Ausschreibung, die mit „Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ beginnt, sagt noch nichts darüber, wer gemeint ist. Der entscheidende Satz steht meist ganz unten: „Die Ausschreibung richtet sich ausschließlich an Beschäftigte des Hauses.“ Wer das übersieht, schreibt ein Anschreiben für die Ablage. Beim Bund ist die Rechtslage klar formuliert. § 8 Abs. 1 BBG bestimmt: Zu besetzende Stellen sind auszuschreiben; bei der Einstellung von Bewerberinnen und Bewerbern muss die Ausschreibung öffentlich sein. § 4 Abs. 1 BLV wiederholt das fast wortgleich. ### Welche Ausschreibungstypen gibt es? Drei, und § 6 Abs. 2 BGleiG nennt sie in einem Satz nebeneinander: die hausinterne, die dienststellenübergreifende und die öffentliche Ausschreibung. Die Vorschrift bestimmt, dass ein Arbeitsplatz öffentlich ausgeschrieben werden soll, wenn das Ziel, die Zahl der Bewerberinnen zu erhöhen, weder mit einer hausinternen noch mit einer dienststellenübergreifenden Ausschreibung erreicht werden kann. | Typ | Adressaten | Typische Formulierung | Externe Bewerbung | | --- | --- | --- | --- | | Hausintern | Beschäftigte der Dienststelle | „richtet sich ausschließlich an Beschäftigte des Hauses“ | ausgeschlossen | | Dienststellenübergreifend | Beschäftigte des Ressorts oder des Dienstherrn | „Bewerbungen aus dem Geschäftsbereich des Ministeriums“ | ausgeschlossen | | Öffentlich | alle Interessierten | „Wir freuen uns über Ihre Bewerbung“, Veröffentlichung auf Jobportalen | möglich | | Intern und extern zugleich | beide Kreise, interne Bewerbungen werden zuerst geprüft | „Die Stelle wird gleichzeitig intern und extern ausgeschrieben“ | möglich | Der vierte Fall ist häufiger, als der Wortlaut der Vorschriften vermuten lässt. Die Dienststelle sichert sich damit beide Wege: Findet sich intern eine geeignete Person, wird das externe Verfahren nicht weitergeführt. Externe Bewerbungen bleiben dann ohne Ergebnis, ohne dass ein Fehler vorläge. ### Wann darf eine Stelle gar nicht ausgeschrieben werden? Wenn eine der sechs Fallgruppen des § 4 Abs. 2 BLV greift. Die Pflicht zur Stellenausschreibung gilt danach nicht bei Stellen der politischen Beamtinnen und Beamten sowie bestimmter Behördenleitungen, bei Stellen der persönlichen Referentinnen und Referenten der Leitungen oberster Bundesbehörden und der Staatssekretärinnen und Staatssekretäre, bei Stellen, die mit Beamtinnen und Beamten unmittelbar nach Abschluss ihres Vorbereitungsdienstes oder eines Aufstiegsverfahrens besetzt werden, bei Stellen, die durch Versetzung nach vorangegangener Abordnung, nach Übertritt oder Übernahme besetzt werden, bei Stellen zur Vermeidung der Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit sowie bei Stellen des einfachen Dienstes, für die die Bundesagentur für Arbeit vermitteln kann. Für Bewerber bedeutet das: Wer den Vorbereitungsdienst absolviert hat, findet die erste Stelle nicht auf einem Portal, sondern bekommt sie zugewiesen. Wie dieser Weg aussieht, steht im Beitrag [Beamter werden](/infocenter/beamter-werden-voraussetzungen-ablauf). Und wer bereits abgeordnet ist, kann anschließend ohne Ausschreibung versetzt werden. Die Abgrenzung dieser Begriffe erklärt der Beitrag [Versetzung, Abordnung, Umsetzung](/infocenter/versetzung-abordnung-umsetzung-dienstherrenwechsel). Über die Ausnahmen hinaus erlaubt § 4 Abs. 3 BLV, von einer Ausschreibung abzusehen, wenn Gründe der Personalplanung oder des Personaleinsatzes entgegenstehen. Bei Einstellungen ist das nur in besonderen Einzelfällen möglich, denn dort bleibt die öffentliche Ausschreibung nach § 8 Abs. 1 Satz 2 BBG der Regelfall. ### Wer kontrolliert, ob nicht ausgeschrieben werden darf? Der Personalrat. § 78 Abs. 1 Nr. 12 BPersVG stellt das Absehen von der Ausschreibung von Dienstposten, die besetzt werden sollen, unter Mitbestimmung. Die Dienststelle kann eine Stelle also nicht still an eine Wunschkandidatin geben; sie braucht die Zustimmung der Personalvertretung. Dieselbe Vorschrift greift bei der Besetzung selbst: Nach § 78 Abs. 1 Nr. 1 BPersVG bestimmt der Personalrat bei der Einstellung mit, nach Nr. 4 bei der Eingruppierung einschließlich der damit verbundenen Stufenzuordnung. Was das für die Dauer eines Verfahrens bedeutet, beschreibt der Beitrag [Der Personalrat](/infocenter/personalrat-erklaert-bewerber). Hinzu kommt die Gleichstellungsbeauftragte. § 6 Abs. 1 BGleiG verlangt geschlechtsneutrale Ausschreibungstexte, den verstärkten Aufruf zur Bewerbung, wenn Frauen im jeweiligen Bereich unterrepräsentiert sind, und in jeder Ausschreibung den Hinweis, dass der Arbeitsplatz in Teilzeit besetzt werden kann. Der Hinweis darf nur entfallen, wenn zwingende dienstliche Belange entgegenstehen. Deshalb steht der Teilzeitsatz in nahezu jeder Bundesausschreibung. ### Sind interne Bewerber im Vorteil? Rechtlich nicht. Art. 33 Abs. 2 GG gibt jedem Deutschen nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amt. Die Herkunft der Bewerbung ist kein Auswahlkriterium, und ein Bonus für die eigene Belegschaft wäre ein Verfahrensfehler. Praktisch bestehen zwei Unterschiede. Interne Bewerberinnen und Bewerber bringen aktuelle dienstliche Beurteilungen mit, die im Vergleich unmittelbar verwertbar sind, während ein Arbeitszeugnis aus der Wirtschaft erst übersetzt werden muss. Und sie kennen die Fachverfahren, was sich im strukturierten Interview auszahlt, weil Fallfragen dort auf den Aufgabenzuschnitt der Stelle zugeschnitten sind. Wie solche Gespräche ablaufen, steht im Beitrag [Vorstellungsgespräch in der Behörde](/infocenter/vorstellungsgespraech-behoerde-auswahlkommission). § 9 Abs. 1 BGleiG begrenzt diesen Vorteil an einer Stelle ausdrücklich: Dienstalter, Beschäftigungsdauer und der Zeitpunkt der letzten Beförderung dürfen nur insoweit berücksichtigt werden, wie sie für die Qualifikation für den betreffenden Arbeitsplatz von Bedeutung sind. Lange Zugehörigkeit allein ist also kein Argument. ### Wie lese ich den Adressatenkreis aus der Ausschreibung? An vier Signalen, die sich in wenigen Sekunden prüfen lassen. 1. **Der Adressatensatz.** Formulierungen wie „richtet sich ausschließlich an Beschäftigte“ oder „Bewerbungen aus dem Geschäftsbereich“ schließen Externe aus. Fehlt ein solcher Satz und ist die Anzeige öffentlich abrufbar, ist die Ausschreibung offen. 2. **Der Veröffentlichungsort.** Steht die Anzeige auf dem Karriereportal der Behörde oder auf einem Jobportal, ist sie öffentlich. Rein interne Ausschreibungen laufen über das Intranet und tauchen dort nicht auf. 3. **Die verlangten Unterlagen.** Wird die aktuelle dienstliche Beurteilung, die Einverständniserklärung zur Einsichtnahme in die Personalakte oder die Zustimmung der abgebenden Dienststelle verlangt, richtet sich die Ausschreibung an Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. 4. **Der Statushinweis.** Angaben wie „Besoldungsgruppe A 11 BBesO“ ohne Hinweis auf eine Tarifalternative deuten auf eine Besetzung mit bereits verbeamteten Personen hin, weil eine Einstellung von außen unmittelbar in ein Amt dieser Ebene selten ist. Bleiben Zweifel, hilft ein Anruf bei der in der Anzeige genannten Ansprechperson. Die Frage, ob externe Bewerbungen berücksichtigt werden, ist üblich und wird beantwortet. ### Der Fehler, der externe Bewerbungen unnötig macht Zeit in eine hausinterne Ausschreibung zu investieren, weil das Aufgabenprofil so gut passt. Der Adressatenkreis ist keine Empfehlung, sondern eine Zugangsvoraussetzung. Setzen Sie stattdessen auf zwei Wege: Suchen Sie in der [Stellensuche](/jobs) gezielt nach öffentlichen Ausschreibungen derselben Behörde, und richten Sie sich auf wiederkehrende Kennziffern ein, denn was heute intern besetzt wird, wird bei Nachbesetzung oft öffentlich ausgeschrieben. Wer bereits im öffentlichen Dienst arbeitet, hat den umgekehrten Hebel: Interne Ausschreibungen im Intranet sind der schnellste Weg zu einer höherwertigen Aufgabe, weil der Bewerberkreis klein ist. Der Ablauf ist derselbe wie außen, von der Frist bis zur Beteiligung der Gremien; nachzulesen im Beitrag [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren), die Fristenregeln im Beitrag [Bewerbungsfristen im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbungsfristen-oeffentlicher-dienst). ### Häufige Fragen **Kann ich mich als Externer auf eine interne Ausschreibung bewerben?** Sie können die Bewerbung abschicken, berücksichtigt wird sie nicht. Eine hausinterne Ausschreibung richtet sich ausschließlich an Beschäftigte der Dienststelle, eine dienststellenübergreifende an Beschäftigte des Ressorts oder des Dienstherrn. Wer nicht zu diesem Kreis gehört, scheidet in der Vorauswahl aus. Prüfen Sie deshalb vor dem Aufwand den Adressatenkreis im Ausschreibungstext, meist steht er im ersten oder letzten Absatz. **Muss jede Stelle im öffentlichen Dienst ausgeschrieben werden?** Beim Bund gilt nach § 8 Abs. 1 BBG und § 4 Abs. 1 BLV: Zu besetzende Stellen sind auszuschreiben, und der Einstellung von Bewerberinnen und Bewerbern muss eine öffentliche Ausschreibung vorausgehen. § 4 Abs. 2 BLV nimmt davon sechs Fallgruppen aus, darunter Stellen politischer Beamter, Stellen nach Abschluss des Vorbereitungsdienstes und Stellen, die durch Versetzung nach vorangegangener Abordnung besetzt werden. **Warum wird dieselbe Stelle erst intern und dann extern ausgeschrieben?** Weil viele Dienststellen zuerst den eigenen Bestand prüfen. § 165 Satz 1 SGB IX setzt das voraus: Die Meldung an die Agentur für Arbeit erfolgt frühzeitig nach einer erfolglosen Prüfung zur internen Besetzung des Arbeitsplatzes. Findet sich intern niemand Geeignetes, folgt die öffentliche Ausschreibung. Für externe Bewerber ist das eine gute Nachricht, denn dann ist der interne Weg tatsächlich ausgeschöpft. **Haben interne Bewerber automatisch bessere Chancen?** Formal nicht. Art. 33 Abs. 2 GG verlangt die Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung, unabhängig von der Herkunft der Bewerbung. Praktisch bringen interne Bewerber Kenntnis der Fachverfahren und aktuelle dienstliche Beurteilungen mit, die im Vergleich leichter zu bewerten sind als ein Arbeitszeugnis aus der Wirtschaft. Bei einer offenen externen Ausschreibung ist der Wettbewerb aber tatsächlich offen. ### Quellen - § 8 BBG (Stellenausschreibung, öffentliche Ausschreibung bei Einstellung): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__8.html (Abruf 7.9.2026) - § 4 BLV (Stellenausschreibungspflicht und Ausnahmen): https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__4.html (Abruf 7.9.2026) - § 6 BGleiG (Arbeitsplatzausschreibung, hausintern und dienststellenübergreifend): https://www.gesetze-im-internet.de/bgleig_2015/__6.html (Abruf 7.9.2026) - § 8 BGleiG (Auswahlentscheidungen bei Einstellung und beruflichem Aufstieg): https://www.gesetze-im-internet.de/bgleig_2015/__8.html (Abruf 7.9.2026) - § 78 BPersVG (Mitbestimmung, Nr. 12: Absehen von der Ausschreibung): https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__78.html (Abruf 7.9.2026) - § 165 SGB IX (Meldung nach erfolgloser Prüfung zur internen Besetzung): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__165.html (Abruf 7.9.2026) - Art. 33 Abs. 2 Grundgesetz (Bestenauslese): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_33.html (Abruf 7.9.2026) --- ## Homeoffice im öffentlichen Dienst: Regeln, Anspruch, Praxis URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/homeoffice-oeffentlicher-dienst Kategorie: Arbeitsalltag & Recht Themen: Homeoffice, Arbeitszeit, Personalrat, Teilzeit Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Ein gesetzlicher Anspruch auf Homeoffice besteht weder für Beamte noch für Tarifbeschäftigte; der Arbeitsort wird angeordnet. Den Rahmen setzt die Dienstvereinbarung, denn Arbeitsformen außerhalb der Dienststelle unterliegen nach § 80 Abs. 1 Nr. 5 BPersVG der Mitbestimmung. Die Dienstvereinbarung des bayerischen Justizvollzugs vom 19. Februar 2024 lässt Telearbeit und mobiles Arbeiten zusammen bis zu 40 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit zu. Telearbeit nach § 2 Abs. 7 ArbStättV ist ein vom Dienstherrn eingerichteter Arbeitsplatz, mobiles Arbeiten nicht. Die Dienstvereinbarung des bayerischen Justizvollzugs vom 19. Februar 2024 nennt eine Zahl, die viele Ausschreibungen verschweigen: Telearbeit und mobiles Arbeiten dürfen zusammen bis zu 40 Prozent der individuellen durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit ausmachen. Ein höherer Anteil ist ausnahmsweise möglich, etwa aus familiären Gründen oder wenn er zugleich dienstlichen Interessen dient. Genau so entsteht Homeoffice im öffentlichen Dienst: nicht aus einem Gesetz, sondern aus einer Vereinbarung zwischen Behördenleitung und Personalrat. ### Habe ich einen Anspruch auf Homeoffice? Nein. Weder das Arbeitsrecht noch das Beamtenrecht kennen einen allgemeinen Anspruch auf Arbeit von zu Hause. Der Arbeitgeber bestimmt den Arbeitsort im Rahmen seines Weisungsrechts, der Dienstherr durch dienstliche Anordnung. Ein durchsetzbarer Anspruch entsteht erst, wenn er vereinbart wird: über eine Dienstvereinbarung, eine Nebenabrede zum Arbeitsvertrag oder eine schriftliche Einzelzusage. Auch eine Dienstvereinbarung schafft selten einen Automatismus. Sie legt eine Obergrenze fest, benennt Voraussetzungen und beschreibt das Antragsverfahren; über den einzelnen Antrag entscheidet die Dienststelle. Im bayerischen Justizvollzug etwa muss die konkret ausgeübte Tätigkeit für Telearbeit geeignet sein, und Sicherheit, Ordnung und ordentlicher Dienstbetrieb dürfen nicht beeinträchtigt werden. Wer eine Zusage will, braucht sie schriftlich. ### Telearbeit oder mobiles Arbeiten: Was ist der Unterschied? Telearbeit ist der aufwendigere, rechtlich definierte Fall. Nach § 2 Abs. 7 der [Arbeitsstättenverordnung](https://www.gesetze-im-internet.de/arbst_ttv_2004/__2.html) sind Telearbeitsplätze vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten, für die eine wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung vereinbart sind. Eingerichtet ist ein solcher Platz erst, wenn die Bedingungen vertraglich festgelegt sind und der Arbeitgeber die benötigte Ausstattung bereitgestellt und installiert hat. Damit gelten die Vorgaben der Verordnung für die Arbeitsstätte, einschließlich Gefährdungsbeurteilung. **Mobiles Arbeiten** kennt diese Definition nicht. Sie erhalten ein dienstliches Notebook und arbeiten an einem selbst gewählten Ort; einen eingerichteten Heimarbeitsplatz gibt es nicht. Arbeitszeitgesetz und Arbeitsschutz gelten weiter, die Anforderungen an die Arbeitsstätte greifen nicht. Diese Form ist für die Behörde billiger, weshalb neuere Vereinbarungen sie bevorzugen. Beide Formen lassen sich kombinieren; die bayerische Vereinbarung erlaubt das ausdrücklich und beschreibt beide als alternierend, also mit einem Teil der Arbeitsleistung in der Dienststelle. Reine Arbeit von zu Hause soll dort nur ausnahmsweise und befristet genehmigt werden. ### Wer entscheidet über die Regeln? Der Personalrat bestimmt mit. § 80 Abs. 1 Nr. 5 des [Bundespersonalvertretungsgesetzes](https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__80.html) nennt die Einführung, Änderung und Aufhebung von Arbeitsformen außerhalb der Dienststelle als Mitbestimmungstatbestand; Nummer 3 erfasst Arbeitszeitmodelle, Nummer 1 die Lage der täglichen Arbeitszeit. Das Ergebnis ist eine Dienstvereinbarung nach § 63 BPersVG. In den Ländern gelten die Landespersonalvertretungsgesetze; die bayerische Vereinbarung stützt sich auf Art. 73 in Verbindung mit Art. 76 Abs. 2 Nr. 3 BayPVG. Daraus folgt die große Streuung. Vereinbart wird je Ressort, je Behörde, je Stadt. Zwei Nachbarstädte können deshalb völlig verschiedene Anteile zulassen, obwohl die Aufgaben identisch sind. Für [Bundesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/bund) gilt meist eine Vereinbarung pro Ressort oder nachgeordneter Behörde, bei [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) je Stadt oder Landkreis. Eine bundesweit einheitliche Quote existiert nicht. ### Was regelt eine Dienstvereinbarung konkret? Die folgenden Punkte stammen aus der Vereinbarung des bayerischen Justizvollzugs und zeigen, welche Fragen jede Regelung beantworten muss. | Punkt | Regelung im bayerischen Justizvollzug | | --- | --- | | Anteil | Telearbeit und mobiles Arbeiten zusammen bis zu 40 v. H. der individuellen durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit; höherer Anteil ausnahmsweise | | Form | Fester Turnus oder einzelne Tage außerhalb eines Turnus, auch stundenweise; Kombination möglich | | Genehmigung | Dauergenehmigung mit möglicher viermonatiger Probezeit, Verlängerung um drei Jahre zulässig | | Beendigung | Durch Beschäftigte mit angemessener Frist, durch die Behörde aus wichtigem Grund, wirksam meist zum Ablauf des Folgemonats | | Arbeitsplatz | Private Räume und Telekommunikationsanschluss stellen die Beschäftigten kostenlos; keine Miete, keine Nebenkosten vom Dienstherrn | | Technik | Arbeitsmittel und Verbrauchsmaterial vom Dienstherrn, bleiben dessen Eigentum, Rückgabe nach Ende | | Zeiterfassung | Arbeitszeit separat und nachprüfbar festhalten, etwa im Arbeitstagebuch; Fahrten zwischen Wohnung und Dienststelle sind keine Arbeitszeit | Die Kostenverteilung überrascht viele Bewerber. Der Dienstherr liefert Notebook und Verbrauchsmaterial, der Schreibtisch im eigenen Zimmer ist Privatsache. Eine Pauschale für Strom oder Internet sieht diese Vereinbarung nicht vor. ### Beamte und Tarifbeschäftigte Die Dienstvereinbarung gilt für beide Gruppen; der Unterschied liegt in der Ausgestaltung und in der Durchsetzung. Im bayerischen Justizvollzug wird die Dauergenehmigung im Beamtenbereich durch einvernehmliche schriftliche Regelung umgesetzt, im Arbeitnehmerbereich durch schriftliche Vereinbarung. [Beamte](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) sind weisungsgebunden; eine Anordnung zur Präsenz ist verbindlich, Einwände laufen über die Remonstration. [Tarifbeschäftigte](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) unterliegen dem Weisungsrecht des Arbeitgebers, das billigem Ermessen genügen muss und arbeitsgerichtlich überprüfbar ist. Praktisch führt beides zum selben Ergebnis: Ohne schriftliche Vereinbarung kann die Dienststelle Sie zurück ins Büro holen. Die weiteren Unterschiede beider Statusgruppen behandelt der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Wo Homeoffice möglich ist und wo nicht Entscheidend ist die Tätigkeit, nicht der Arbeitgeber. Möglich wird Homeoffice dort, wo am Bildschirm gearbeitet wird und keine Bürger vor der Tür stehen: in Rechenzentren und Fachverfahren der [IT](/jobs/berufsfeld/it-digitalisierung), in der Sachbearbeitung von Rentenversicherung, Bundesagentur und Landesämtern, in Ministerien und Stabsstellen, im Haushalts- und Personalwesen sowie in vielen Hochschulverwaltungen. Ausgeschlossen bleibt es bei Bürgerdiensten mit Schalter und Termin, bei Polizei, Feuerwehr und Justizvollzugsdienst, in Kitas, Schulen und in der Pflege, bei Bauhof, Straßenmeisterei und Entsorgung sowie im Außendienst der Gesundheits- und Veterinärämter. Auch innerhalb einer geeigneten Stelle gibt es harte Grenzen. Behörden verarbeiten Sozialdaten, Steuerdaten und Personalakten, deshalb wird nur mit dienstlichen Geräten über gesicherte Verbindungen gearbeitet. Papierakten dürfen die Dienststelle häufig nicht verlassen: Die bayerische Vereinbarung verlangt für mitgenommene Akten einen datenschutzsicheren Transport und lässt Personal- und Gefangenenpersonalakten überhaupt nicht aus dem Haus. Ausdrucke dürfen nur in der Dienststelle vernichtet werden. Fragen Sie deshalb nicht nur nach dem Anteil, sondern danach, welche Aufgaben Ihrer Stelle vom Homeoffice ausgenommen sind. ### Homeoffice in der Ausschreibung erkennen Behördliche Ausschreibungen bleiben in diesem Punkt oft vage, folgen aber erkennbaren Mustern. Eine klare Zusage nennt eine Form und einen Umfang: „mobiles Arbeiten bis zu drei Tage pro Woche“, „anteiliges Arbeiten von zu Hause nach Dienstvereinbarung“, „Telearbeit möglich“. Dahinter steht eine Regelung, die auf die Stelle anwendbar ist. Weiche Formulierungen wie „flexible Arbeitszeitmodelle“, „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ oder „moderne Arbeitsformen“ meinen oft nur Gleitzeit und [Teilzeit](/jobs?arbeitszeit=teilzeit); hier lohnt die Nachfrage vor dem Gespräch. Wörter wie „Publikumsverkehr“, „Wechselschicht“, „Außendienst“ oder „Präsenzstelle“ schließen Homeoffice praktisch aus. Der Dienstort allein sagt nichts: „Dienstort Bonn“ legt die zuständige Dienststelle fest und den Punkt, ab dem Dienstreisen gerechnet werden, keine Anwesenheitspflicht an fünf Tagen. Über den Filter [Stellen mit Homeoffice](/jobs?homeoffice=homeoffice) sehen Sie nur Ausschreibungen, in denen der Arbeitgeber mobiles Arbeiten, Telearbeit oder Homeoffice ausdrücklich nennt. Die automatische Erkennung kann Formulierungen übersehen; maßgeblich bleibt der Ausschreibungstext. ### Was Sie im Auswahlgespräch klären sollten 1. Fragen Sie nach der Dienstvereinbarung, nicht nach „Homeoffice“. Die Frage, welche Regelung zum mobilen Arbeiten gilt und ob sie ab dem ersten Tag greift, liefert eine überprüfbare Antwort statt einer Absichtserklärung. 2. Klären Sie die Einarbeitung. Viele Vereinbarungen schließen die ersten Monate aus oder sehen eine Probezeit vor, im bayerischen Justizvollzug vier Monate, in denen die Genehmigung fristlos endet. Wer pendelt, plant danach. 3. Erfragen Sie die ausgeschlossenen Aufgaben. Besteht ein Drittel der Stelle aus Aktenarbeit mit Papier oder aus Verschlusssachen, ist die nominelle Quote wertlos. 4. Klären Sie die Ausstattung. Wer stellt Notebook, Monitor und Headset, und wer zahlt den Anschluss? Die Antwort steht in der Vereinbarung, nicht im Ermessen der Führungskraft. 5. Halten Sie Zusagen schriftlich fest. Eine mündliche Aussage bindet die Behörde nicht; verlangen Sie den Verweis auf die Dienstvereinbarung oder eine Nebenabrede zum Arbeitsvertrag. Der häufigste Fehler liegt danach: Beschäftigte nehmen die genehmigte Quote als Dauerzustand. Sie ist es nicht. Fällt eine Voraussetzung weg, etwa durch neue Geschäftsaufgaben oder das Ende familiärer Gründe, ist über die Genehmigung neu zu entscheiden. Wer den Anteil behalten will, sollte Aufgabenwechsel und Umorganisationen zum Anlass nehmen, die Vereinbarung selbst anzupassen, statt auf ihren Fortbestand zu vertrauen. ### Häufige Fragen **Habe ich im öffentlichen Dienst einen Anspruch auf Homeoffice?** Nein. Weder das Arbeitsrecht noch das Beamtenrecht kennen einen allgemeinen Anspruch. Der Arbeitgeber bestimmt den Arbeitsort über sein Weisungsrecht, der Dienstherr durch Anordnung. Ein durchsetzbarer Anspruch entsteht erst aus einer Dienstvereinbarung, einer Nebenabrede zum Arbeitsvertrag oder einer schriftlichen Einzelzusage. In der Dienstvereinbarung des bayerischen Justizvollzugs etwa entscheidet die Behörde über den Antrag; die Vereinbarung setzt nur die Obergrenze. **Was ist der Unterschied zwischen Telearbeit und mobilem Arbeiten?** Telearbeit ist nach § 2 Abs. 7 der Arbeitsstättenverordnung ein vom Arbeitgeber fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz in der Wohnung, für den eine wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung vereinbart sind. Der Arbeitgeber muss die Ausstattung bereitstellen und installieren. Mobiles Arbeiten ist ortsungebunden, läuft über ein dienstliches Notebook und kennt keinen festen Heimarbeitsplatz. Arbeitszeitgesetz und Arbeitsschutz gelten in beiden Fällen. **Kann die Behörde Homeoffice wieder zurücknehmen?** Ja. Die Dienstvereinbarung des bayerischen Justizvollzugs erlaubt der Behörde die vorzeitige Beendigung aus wichtigem Grund, etwa wenn übertragene Aufgaben nicht ordnungsgemäß erledigt werden, und beendet die Teilnahme automatisch, wenn die Voraussetzungen wegfallen. Wirksam wird das dort mit Ablauf des Folgemonats. Auch Beschäftigte können mit angemessener Frist zurück in die Dienststelle. Bei erstmaliger Dauergenehmigung ist eine viermonatige Probezeit möglich. **Muss der Personalrat beim Homeoffice mitbestimmen?** Ja. § 80 Abs. 1 Nr. 5 BPersVG nennt die Einführung, Änderung und Aufhebung von Arbeitsformen außerhalb der Dienststelle ausdrücklich als Mitbestimmungstatbestand, daneben Arbeitszeitmodelle nach Nummer 3. Das Ergebnis ist eine Dienstvereinbarung nach § 63 BPersVG. In den Ländern gelten die Landespersonalvertretungsgesetze, in Bayern etwa Art. 73 in Verbindung mit Art. 76 BayPVG. **Wer zahlt Schreibtisch, Strom und Internet im Homeoffice?** Das regelt die Dienstvereinbarung, und sie fällt oft zulasten der Beschäftigten aus. Im bayerischen Justizvollzug stellen die Beschäftigten den privaten Arbeitsplatz und die Telekommunikationsanschlüsse kostenlos bereit und richten ihn auf eigene Kosten ein; Miete und Nebenkosten zahlt der Dienstherr nicht. Technische Arbeitsmittel und Verbrauchsmaterial kommen vom Dienstherrn, bleiben in dessen Eigentum und sind nach dem Ende zurückzugeben. ### Quellen - § 2 Abs. 7 Arbeitsstättenverordnung (Begriff des Telearbeitsplatzes): https://www.gesetze-im-internet.de/arbst_ttv_2004/__2.html (abgerufen 7.9.2026) - Dienstvereinbarung über Telearbeit und Mobile Arbeit im Geschäftsbereich des bayerischen Justizvollzugs, Bayerisches Staatsministerium der Justiz: https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayVV_2030_5_3_J (Bekanntmachung vom 19.2.2024, BayMBl. Nr. 196) - Dienstvereinbarung über Telearbeit und Mobile Arbeit bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften in Bayern: https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayVV_2030_5_3_J_12954 (Bekanntmachung vom 6.4.2022, BayMBl. Nr. 256) - § 80 Bundespersonalvertretungsgesetz (Mitbestimmung in organisatorischen Angelegenheiten): https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__80.html (abgerufen 7.9.2026) - § 63 Bundespersonalvertretungsgesetz (Dienstvereinbarungen): https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__63.html (abgerufen 7.9.2026) --- ## TVöD 2026: Die neue Entgelttabelle und Ihr Gehalt URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/tvoed-erhoehung-2026-tabelle-auswirkungen Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: TVöD, TVöD Bund, TVöD VKA, Tarifrunde, Entgeltgruppe, Stufen, Jahressonderzahlung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Seit dem 1. Mai 2026 gilt die zweite Stufe der TVöD-Tarifeinigung vom 6. April 2025: plus 2,8 Prozent, Laufzeit bis 31. März 2027. E 5 beginnt bei 3.124 Euro brutto, E 9b bei 3.780 Euro, E 13 bei 4.901 Euro (TVöD VKA, Stufe 1). Bund und VKA unterscheiden sich nur in E 9a bis E 9c. Zum Tabellenentgelt kommt die Jahressonderzahlung: 85 Prozent eines Monatsentgelts bei der VKA, 95, 90 oder 75 Prozent beim Bund je nach Entgeltgruppe. Eine Sachbearbeiterin in E 9b Stufe 3 bei einer Stadtverwaltung bekommt seit dem 1. Mai 2026 monatlich 4.204 Euro brutto, rund 114 Euro mehr als im April. Der Grund ist die zweite Stufe der Tarifeinigung vom 6. April 2025: plus 2,8 Prozent auf alle Tabellenwerte des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD). Die Tabelle läuft bis zum 31. März 2027. ### Für wen die Tabelle gilt Der TVöD hat zwei Anwender: den [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund) mit seinen Ministerien, Bundesbehörden und Bundesanstalten sowie die kommunalen Arbeitgeber, die in der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) organisiert sind. Dazu zählen [Städte, Landkreise und Gemeinden](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) ebenso wie Stadtwerke, kommunale Kliniken und Sparkassen. Beide Bereiche haben denselben Tarifvertrag, aber getrennte Tabellen, die in einzelnen Gruppen auseinandergehen. Für die Länder gilt der TVöD nicht. Dort greift der TV-L mit eigener Tarifrunde und eigenen Terminen. Wie sich beide Tarifwerke unterscheiden, steht im Beitrag [TVöD oder TV-L](/infocenter/tvoed-oder-tv-l-unterschiede). Die Tarifeinigung vom 6. April 2025 sah zwei Schritte vor: eine erste Erhöhung um 3,0 Prozent mit einem Mindestbetrag von 110 Euro zum 1. April 2025 und eine zweite um 2,8 Prozent zum 1. Mai 2026. Die zweite ist die, die jetzt auf dem Gehaltszettel steht. ### Was steht jetzt in E 5 bis E 13? Die folgende Tabelle zeigt die kommunale Tabelle (TVöD VKA) für sechs Gruppen, die in Ausschreibungen besonders häufig vorkommen: E 5 und E 6 für Beschäftigte mit abgeschlossener Berufsausbildung, E 9a und E 9b für Meisterinnen, Techniker, Fachwirte und Bachelor-Absolventen, E 11 für Sachgebietsleitungen und Ingenieurinnen, E 13 für Beschäftigte mit Master oder Universitätsdiplom. | Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 3 | Stufe 6 (Endstufe) | | --- | --- | --- | --- | | E 5 | 3.124 € | 3.449 € | 3.783 € | | E 6 | 3.240 € | 3.580 € | 3.926 € | | E 9a | 3.659 € | 4.098 € | 4.980 € | | E 9b | 3.780 € | 4.204 € | 5.313 € | | E 11 | 4.270 € | 5.046 € | 6.327 € | | E 13 | 4.901 € | 5.710 € | 7.026 € | *TVöD VKA, gültig 1. Mai 2026 bis 31. März 2027, brutto pro Monat, auf volle Euro gerundet. Maßgeblich ist die tarifliche Veröffentlichung.* Die vollständige Tabelle mit allen Gruppen und sechs Stufen finden Sie unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). Der Sprung von Stufe 1 zur Endstufe ist größer als der zwischen benachbarten Entgeltgruppen: Eine E 9a in Stufe 6 liegt mit 4.980 Euro über einer E 11 in Stufe 1 mit 4.270 Euro. Und die Spreizung wächst mit der Gruppe. In E 5 trennen Stufe 1 und Stufe 6 rund 659 Euro, in E 13 sind es 2.125 Euro. Wer über Jahre bleibt, profitiert in den höheren Gruppen deutlich stärker. ### Wo weichen Bund und VKA voneinander ab? In E 1 bis E 8 und E 10 bis E 15 sind die Werte von Bund und VKA identisch. Der Unterschied liegt allein in E 9a, E 9b und E 9c. Ein Vergleich beider Tabellen für E 9a: | E 9a | Stufe 1 | Stufe 6 (Endstufe) | | --- | --- | --- | | TVöD Bund | 3.692 € | 4.747 € | | TVöD VKA | 3.659 € | 4.980 € | Der Bund zahlt in E 9a beim Einstieg rund 33 Euro mehr, die Kommunen am Ende der Laufbahn rund 233 Euro mehr. In E 9b beginnt der Bund mit 3.834 Euro gegenüber 3.780 Euro bei der VKA, in der Endstufe liegen beide mit 5.298 Euro und 5.313 Euro nah beieinander. Wer zwischen einer Bundesstelle und einer kommunalen Stelle in E 9a oder E 9b wählt, sollte deshalb neben der Gruppe die Stufe vergleichen, in die er eingruppiert wird. Die Bundestabelle steht unter [TVöD Bund](/infocenter/tabellen/tvoed-bund). ### Welche Stufe bekomme ich und wann steige ich auf? Die Entgeltgruppe bestimmt Ihre Tätigkeit, die Stufe Ihre Erfahrung. Nach § 16 TVöD werden Neueingestellte ohne einschlägige Berufserfahrung der Stufe 1 zugeordnet. Bei mindestens einem Jahr einschlägiger Erfahrung erfolgt die Einstellung in Stufe 2, bei mindestens drei Jahren in der Regel in Stufe 3. Einschlägig ist Erfahrung nur, wenn sie in der übertragenen oder einer entsprechenden Tätigkeit erworben wurde. Wie Sie das gegenüber der Personalstelle belegen, steht im Beitrag [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). Danach steigen Sie mit der Zeit in derselben Entgeltgruppe auf. Die Laufzeiten betragen ein Jahr in Stufe 1, zwei Jahre in Stufe 2, drei Jahre in Stufe 3, vier Jahre in Stufe 4 und fünf Jahre in Stufe 5. Wer in Stufe 1 beginnt, erreicht die Endstufe nach 15 Jahren. E 1 kennt keine Stufe 1 und beginnt mit Stufe 2. Einzelheiten zu Hemmung und Verkürzung stehen unter [Stufenaufstieg im TVöD und TV-L](/infocenter/stufenlaufzeit-stufenaufstieg-tvoed-tv-l). Unabhängig davon kann der Arbeitgeber bei Neueinstellungen zur Deckung des Personalbedarfs Zeiten einer früheren beruflichen Tätigkeit ganz oder teilweise anrechnen, wenn sie für die vorgesehene Aufgabe förderlich ist. Das ist eine Ermessensentscheidung und wird praktisch nur vor Vertragsschluss verhandelt. ### Jahressonderzahlung und Zusatzversorgung Der Tabellenwert ist nicht das ganze Einkommen. Mit dem Novemberentgelt zahlt der Arbeitgeber eine Jahressonderzahlung, berechnet aus dem durchschnittlichen Monatsentgelt der Monate Juli, August und September. Bei den Kommunen beträgt sie nach § 20 (VKA) einheitlich 85 Prozent dieser Bemessungsgrundlage. Beim Bund staffelt § 20 (Bund) nach Entgeltgruppen: 95 Prozent in E 1 bis E 8, 90 Prozent in E 9a bis E 12 und 75 Prozent in E 13 bis E 15. Konkret für unsere Beispielgruppen: Eine kommunale E 9b in Stufe 3 mit 4.204 Euro Monatsentgelt erhält rund 3.573 Euro Jahressonderzahlung, eine E 13 beim Bund in Stufe 3 mit 5.710 Euro rund 4.283 Euro. Der Anspruch setzt ein Arbeitsverhältnis am 1. Dezember voraus und vermindert sich um ein Zwölftel für jeden Kalendermonat ohne Entgeltanspruch. Die Details stehen unter [Jahressonderzahlung im TVöD und TV-L](/infocenter/jahressonderzahlung-tvoed-tv-l-hoehe). Hinzu kommt die betriebliche Altersversorgung: beim Bund über die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder, bei den Kommunen über die kommunalen Zusatzversorgungskassen. Auf dem Gehaltszettel erscheint der Eigenanteil als Abzug, im Ruhestand als Betriebsrente zusätzlich zur gesetzlichen Rente. Was das gegenüber der Besoldung von Beamtinnen und Beamten bedeutet, behandelt der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Abgrenzung zum TV-L Landesbehörden, Hochschulen, Landesbetriebe und Universitätskliniken der Länder außer Hessen zahlen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder. Seit dem 1. April 2026 gilt dort die Tabelle aus der Tarifeinigung vom 14. Februar 2026 mit einer Erhöhung um 2,8 Prozent, mindestens 100 Euro. Sie läuft bis zum 28. Februar 2027, danach folgen 2,0 Prozent zum 1. März 2027 und 1,0 Prozent zum 1. Januar 2028. Die Beträge des TV-L liegen in den meisten Gruppen unter denen des TVöD. In Stufe 1 zahlt der TV-L in E 9b 3.620 Euro gegenüber 3.780 Euro bei der VKA, in E 11 4.178 Euro gegenüber 4.270 Euro und in E 13 4.759 Euro gegenüber 4.901 Euro. Der TV-L kennt außerdem kein E 9c. Die Landestabelle finden Sie unter [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l), die Einordnung der Tarifrunde 2026 unter [TV-L 2026/27](/infocenter/tv-l-2026-tarifrunde-tabelle). Beamtinnen und Beamte fallen unter keine dieser Tabellen. Ihre Grundgehälter stehen in der [Bundesbesoldungstabelle](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). ### Was Sie auf der Mai-Abrechnung prüfen sollten Die Erhöhung greift automatisch, die Zuordnung nicht. Der Blick lohnt sich bei Stufe und Entgeltgruppe. 1. **Stufe nach Elternzeit:** Elternzeit bis zu fünf Jahren ist unschädlich, wird aber nicht auf die Stufenlaufzeit angerechnet. Nach der Rückkehr in derselben Stufe zu stehen wie vorher, ist deshalb die Regel und kein Abrechnungsfehler. Erst über fünf Jahre erfolgt eine Rückstufung. 2. **Stufe nach Höhergruppierung:** Im Bereich der VKA werden Beschäftigte in der höheren Entgeltgruppe derselben Stufe zugeordnet, mindestens jedoch der Stufe 2. Die Stufenlaufzeit beginnt am Tag der Höhergruppierung neu. 3. **Stufe beim Arbeitgeberwechsel:** Ausschreibungen nennen die Entgeltgruppe, nicht die Stufe. Bei einem Wechsel im unmittelbaren Anschluss an ein Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst kann die erreichte Stufe berücksichtigt werden. Kann, nicht muss: Beim Bund ist die Fortführung nur für Wechsel innerhalb des Bundes vorgeschrieben, sonst liegt sie im Ermessen. Weicht der Betrag ab, hilft der Vergleich mit der [VKA-Tabelle](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) vor dem Gespräch mit der Personalstelle. Wer eine neue Stelle sucht, findet die Ausschreibungen nach Entgeltgruppe gefiltert unter [E 9b im TVöD VKA](/jobs?eg=e9b&tarif=tvoed-vka) oder allgemein bei den [Tarifstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif). ### Häufige Fragen **Ab wann gilt die neue TVöD-Tabelle 2026?** Die Tabellenwerte gelten seit dem 1. Mai 2026 für den Bund und für die kommunalen Arbeitgeber der VKA. Sie beruhen auf der Tarifeinigung vom 6. April 2025 und laufen bis zum 31. März 2027. Das war die zweite von zwei vereinbarten Erhöhungen: 3,0 Prozent mit einem Mindestbetrag von 110 Euro zum 1. April 2025, danach 2,8 Prozent zum 1. Mai 2026. Bis zum Ende der Laufzeit ist keine weitere Anpassung vereinbart. **Gilt die TVöD-Erhöhung auch für Landesbeschäftigte?** Nein. Beschäftigte der Länder außer Hessen fallen unter den TV-L, der eigene Tabellen und eigene Termine hat. Dort gilt seit dem 1. April 2026 eine neue Tabelle aus der Tarifeinigung vom 14. Februar 2026, ebenfalls 2,8 Prozent, mindestens 100 Euro. Die Beträge liegen in den meisten Entgeltgruppen unter denen des TVöD: E 13 beginnt im TV-L bei 4.759 Euro, im TVöD bei 4.901 Euro. **Warum verdient meine Kollegin in derselben Entgeltgruppe mehr als ich?** Innerhalb einer Entgeltgruppe gibt es sechs Stufen, die sich nach der Beschäftigungszeit richten. Zwischen Stufe 1 und Stufe 6 liegen je nach Gruppe mehrere hundert bis über zweitausend Euro im Monat. In E 13 sind es 2.125 Euro. Wer mit einschlägiger Berufserfahrung eingestellt wurde oder länger im Betrieb ist, steht in einer höheren Stufe, bei identischer Tätigkeit und identischer Entgeltgruppe. **Wie hoch ist die Jahressonderzahlung im TVöD 2026?** Bei den Kommunen beträgt sie nach § 20 (VKA) einheitlich 85 Prozent des durchschnittlichen Monatsentgelts aus Juli, August und September. Beim Bund staffelt § 20 (Bund) nach Entgeltgruppen: 95 Prozent in E 1 bis E 8, 90 Prozent in E 9a bis E 12, 75 Prozent in E 13 bis E 15. Die Zahlung erfolgt mit dem Novemberentgelt und setzt ein Arbeitsverhältnis am 1. Dezember voraus. **Bekomme ich die Erhöhung automatisch oder muss ich sie beantragen?** Automatisch. Das Tabellenentgelt ergibt sich unmittelbar aus dem Tarifvertrag, die Personalstelle rechnet neu ab, sobald die Tabelle in Kraft tritt. Ein Antrag ist nicht nötig und wäre auch wirkungslos. Prüfen sollten Sie trotzdem, ob Entgeltgruppe und Stufe auf der Abrechnung stimmen. Fehler treten vor allem nach Elternzeit, Höhergruppierung oder einem Wechsel des Arbeitgebers auf. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil i. d. F. des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6. April 2025, § 16 (Stufen), § 20 (Jahressonderzahlung), dbb-Textfassung: https://www.dbb.de/fileadmin/user_upload/globale_elemente/pdfs/2026/260119_TVoeD-AT_und_BT-V_Bund_und_VKA.pdf (Fassung vom 6.4.2025, Textstand Januar 2026) - Entgelttabelle TVöD VKA ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/vka/a/4410-vka-2026.html (Stand 1.5.2026, Laufzeit bis 31.3.2027) - Entgelttabelle TVöD Bund ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_Bund-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tvoed-bund.html (Stand 1.5.2026, Laufzeit bis 31.3.2027) - Entgelttabelle TV-L ab 1. April 2026 (data/pay-tables/TV_L-2026-04-01.json): https://www.tv-l-rechner.de/entgelttabelle/2026/ (Stand 1.4.2026, Laufzeit bis 28.2.2027) --- ## Bewerbungsfristen im öffentlichen Dienst: Was gilt, was danach kommt URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/bewerbungsfristen-oeffentlicher-dienst Kategorie: Bewerbung Themen: Bewerbungsfrist, Bewerbung, Auswahlverfahren Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Im öffentlichen Dienst ist die Bewerbungsfrist im Regelfall eine Ausschlussfrist: Wer später kommt, wird nicht in die Vorauswahl aufgenommen. Maßgeblich ist der Zugang bei der Behörde nach § 130 Abs. 1 BGB, nicht der Poststempel. Typische Fristen liegen bei zwei bis vier Wochen ab Veröffentlichung, Dauerausschreibungen laufen jahrelang. Nach Fristende folgen Vorauswahl, Beteiligung von Personalrat und Schwerbehindertenvertretung, Gespräch und Konkurrentenmitteilung. Am 7. September 2026 stand auf service.bund.de eine Ausschreibung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für Volljuristinnen und Volljuristen im höheren Dienst. Bewerbungsschluss: 20. September 2026. Am selben Tag suchte das Bundesverwaltungsamt unter der Kennziffer BVA-2026-090 eine Sachbearbeitung für das Travel Management System in Hamm, Frist 28. September 2026. Zwei und drei Wochen also, und beide Daten sind keine Empfehlung. Wer am 21. beziehungsweise 29. September klickt, ist raus. ### Warum setzen Behörden überhaupt Fristen? Weil Art. 33 Abs. 2 GG jedem Deutschen nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amt zusichert. Daraus folgt die **Bestenauslese**: Die Behörde muss die am besten geeignete Person auswählen und diese Entscheidung nachvollziehbar begründen. Das geht nur, wenn alle Bewerbungen zum selben Zeitpunkt vorliegen und nach denselben Kriterien verglichen werden. Eine Bewerbung, die erst eingeht, wenn die Vorauswahl läuft, verschafft dem Nachzügler einen Vorteil gegenüber allen, die pünktlich waren, und macht das Verfahren angreifbar. Deshalb ist die Frist Bestandteil des Verfahrens und keine organisatorische Angabe. Das gilt für [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) unmittelbar und für [Tarifstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) in der Praxis genauso, weil öffentliche Arbeitgeber auch beim Arbeitsvertrag an Art. 33 Abs. 2 GG gebunden sind. ### Ausschlussfrist oder Orientierungsfrist? Die Formulierung in der Ausschreibung entscheidet über die Wirkung. Formulierungen wie „Bewerbungsschluss“, „bis spätestens“ oder „Bewerbungen, die nach diesem Termin eingehen, können nicht berücksichtigt werden“ bezeichnen eine **Ausschlussfrist**. Nach diesem Zeitpunkt ist das Verfahren für neue Bewerbungen geschlossen. Das ist der Normalfall, und auch ein nüchternes „Bewerbungsfrist: 28.09.2026“ ist so gemeint. Eine **Orientierungsfrist** erkennen Sie an Wendungen wie „möglichst bis“ oder „Die Stelle bleibt bis zur Besetzung ausgeschrieben“. Die Behörde darf dann auch später eingehende Bewerbungen ansehen, muss es aber nicht. Sobald die Vorauswahl abgeschlossen ist, kommt auch hier niemand mehr hinein. Behandeln Sie im Zweifel jede Frist als Ausschlussfrist. Eine Behörde, die kulant sein wollte, hätte es hingeschrieben. ### Wie lang sind die Fristen typischerweise? Zwei bis vier Wochen ab Veröffentlichung decken den größten Teil der Ausschreibungen ab, wie die beiden Beispiele des BMAS und des Bundesverwaltungsamts zeigen. Abweichungen gibt es in beide Richtungen. | Ausschreibungstyp | Übliche Fristlänge | Beispiel | | --- | --- | --- | | Fachstelle in einer Bundesbehörde | 2 bis 4 Wochen | BMAS, Volljurist*innen, veröffentlicht 7.9.2026, Frist 20.9.2026 | | Sachbearbeitung mit Kennziffer | 3 bis 4 Wochen | Bundesverwaltungsamt, BVA-2026-090, Frist 28.9.2026 | | Ausbildung und Vorbereitungsdienst | 6 bis 12 Monate vor Beginn | Einstellungsjahrgänge bei Polizei und Finanzverwaltung | | Dauerausschreibung bei ständigem Bedarf | Jahre, ohne echtes Ende | Deutscher Bundestag, Geprüfte Rechtskandidatinnen, Frist 16.2.2050 | Die Dauerausschreibung des Bundestages mit dem Datum 16. Februar 2050 zeigt, wie Behörden Portale bedienen, die ein Fristfeld zwingend verlangen: Sie tragen ein Datum ein, das praktisch nie eintritt. Bewerbungen werden dort fortlaufend gesichtet, häufig in Sammelterminen. ### Was heißt „Eingang“ genau? Fristwahrend ist der **Zugang** bei der Behörde. § 130 Abs. 1 BGB formuliert das für Willenserklärungen gegenüber Abwesenden: Sie werden in dem Zeitpunkt wirksam, in welchem sie dem Empfänger zugehen. Die Bewerbung muss also so in den Machtbereich der Behörde gelangt sein, dass diese unter normalen Umständen davon Kenntnis nehmen kann. Im **Bewerbungsportal** zählt der Zeitpunkt, zu dem das System die Bewerbung als eingereicht bestätigt; die Frist endet meist mit dem Ende des genannten Tages. Speichern Sie die Eingangsbestätigung, denn ein abgebrochener Upload wegen zu großer Dateien geht zu Ihren Lasten. Bei **E-Mail** zählt der Eingang im Postfach der in der Ausschreibung genannten Adresse, nicht im persönlichen Postfach einer Sachbearbeiterin. Bei **Post** ist der Poststempel unerheblich; die Sendung muss vor Fristablauf in der Poststelle liegen, und mit dem Dienstschluss endet der Tag praktisch. Bei knappen Fristen ist die persönliche Abgabe gegen Empfangsbestätigung sicherer als jeder Versanddienst. ### Was passiert mit verspäteten Bewerbungen? Sie werden nicht in die Vorauswahl aufgenommen. Sie erhalten eine kurze Mitteilung über die Fristüberschreitung, manchmal auch nur eine Standardabsage. Auf Kulanz zu hoffen ist aussichtslos, weil die Behörde damit die anderen Bewerber benachteiligen und das Verfahren gefährden würde. Eine Ausnahme ist denkbar, wenn die Verspätung nachweislich auf einem Fehler der Behörde beruht, etwa einem ausgefallenen Portal, das in der Ausschreibung als einziger Weg genannt war. Melden Sie sich dann sofort schriftlich mit Belegen, Screenshot und Zeitstempel. Ansonsten bleibt die nächste Ausschreibung: Vergleichbare Stellen werden regelmäßig neu ausgeschrieben, in der [Stellensuche](/jobs) sehen Sie das an wiederkehrenden Kennziffern desselben Hauses. ### Was geschieht nach dem Stichtag? Es beginnt der Teil des Verfahrens, den Bewerber nicht sehen. Er folgt einer festen Reihenfolge. 1. **Vorauswahl nach Aktenlage.** Fachabteilung und Personalstelle prüfen die fristgerechten Bewerbungen gegen das Anforderungsprofil. Wer ein zwingendes Merkmal nicht belegt, scheidet aus. Die übrigen werden nach einem vorab festgelegten Kriterienkatalog bewertet und in eine Rangfolge gebracht, dokumentiert im Auswahlvermerk, weil dieser gerichtlich überprüfbar sein muss. 2. **Beteiligung der Gremien.** Der Personalrat bestimmt nach § 78 Abs. 1 BPersVG bei Einstellung und Eingruppierung mit. Hinzu kommen die Gleichstellungsbeauftragte und, sobald schwerbehinderte Bewerber im Verfahren sind, die Schwerbehindertenvertretung. Nach § 165 SGB IX sind schwerbehinderte Bewerber bei öffentlichen Arbeitgebern zum Vorstellungsgespräch einzuladen, es sei denn, die fachliche Eignung fehlt offensichtlich. Weil die Gremien in Sitzungsrhythmen arbeiten, entsteht hier die längste Wartezeit. 3. **Auswahlgespräch.** Die Einladung kommt oft mit kurzem Vorlauf. Das Gespräch ist strukturiert: gleiche Fragen für alle, Bewertung nach Punkteschema, Protokoll. Im gehobenen und höheren Dienst kommen Arbeitsproben oder ein Assessment-Center hinzu. 4. **Entscheidung und Konkurrentenmitteilung.** Der Auswahlvermerk wird ergänzt, die Gremien werden erneut beteiligt, die Behördenleitung entscheidet. Unterlegene Bewerber erhalten bei Beamtenstellen zwingend vor der Ernennung eine Konkurrentenmitteilung mit dem Namen der ausgewählten Person. Danach wartet die Behörde eine angemessene Zeit ab, damit Rechtsschutz möglich bleibt, und besetzt erst dann. ### Sonderfälle, die die Frist verschieben Eine **interne Ausschreibung** richtet sich nur an Beschäftigte des Hauses oder des Dienstherrn; externe Bewerbungen bleiben unabhängig von der Frist unberücksichtigt. Manche Behörden schreiben gleichzeitig intern und extern aus und sagen das im Text. Bei einer **Verlängerung**, die eine Behörde beschließt, wenn zu wenige geeignete Bewerbungen eingehen, bleiben bereits eingegangene Bewerbungen im Verfahren; die Verlängerung wird öffentlich bekannt gemacht. Die Formulierung **„bis auf Weiteres“** bedeutet dagegen, dass die Ausschreibung ohne Ankündigung zurückgezogen werden kann, sobald genügend Bewerbungen vorliegen. Hier zu warten, ist das Gegenteil einer Strategie. ### Der häufigste Grund für eine verpasste Frist Nicht Vergesslichkeit, sondern unvollständige Unterlagen. Ein fehlendes Arbeitszeugnis, eine Notenübersicht, die bei der Hochschule angefordert werden muss, oder eine dienstliche Beurteilung, die der bisherige Dienstherr erst erstellt, kosten Wochen. Bei einer Frist von zwei Wochen wie beim BMAS reicht das nicht. Halten Sie deshalb ein vollständiges Bewerbungspaket als PDF bereit: Lebenslauf, alle Zeugnisse, Fortbildungsnachweise und gegebenenfalls den Schwerbehindertenausweis. Dann bleibt nur das Anschreiben stellenspezifisch, und die Kennziffer gehört in Betreff, Dateinamen und Anschreiben. Wie Anschreiben und Lebenslauf für eine Auswahlkommission aufgebaut sein sollten, steht im Beitrag [Anschreiben und Lebenslauf für Behörden](/infocenter/anschreiben-lebenslauf-oeffentlicher-dienst). Den Gesamtablauf von der Ausschreibung bis zur Zusage beschreibt der Beitrag [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren). ### Häufige Fragen **Kann ich mich nach Ablauf der Bewerbungsfrist noch bewerben?** Bei einer Ausschlussfrist nicht. Die Behörde darf verspätete Bewerbungen nicht berücksichtigen, weil sie sonst die pünktlichen Bewerber benachteiligen würde. Ist die Frist nur als Orientierung formuliert oder handelt es sich um eine Dauerausschreibung, kann eine Bewerbung noch angenommen werden, solange das Verfahren läuft. Fragen Sie im Zweifel telefonisch nach, bevor Sie Zeit in die Unterlagen investieren. **Zählt das Absendedatum oder der Eingang bei der Behörde?** Der Eingang. Nach § 130 Abs. 1 BGB wird eine Erklärung gegenüber Abwesenden wirksam, sobald sie zugeht, also in den Machtbereich des Empfängers gelangt. Das ist die Bestätigung im Bewerbungsportal, der Eingang im Postfach der angegebenen Adresse oder die Ablage in der Poststelle. Der Poststempel und der Klick auf Absenden genügen nicht. **Wie lang sind Bewerbungsfristen im öffentlichen Dienst üblicherweise?** Zwei bis vier Wochen ab Veröffentlichung sind der Regelfall. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales schrieb am 7. September 2026 Volljuristinnen und Volljuristen mit Frist zum 20. September aus, das Bundesverwaltungsamt eine Sachbearbeitung im Travel Management System mit Frist zum 28. September. Ausbildungsplätze und Vorbereitungsdienste laufen deutlich früher, oft ein Jahr vor Ausbildungsbeginn. **Warum höre ich nach Fristende so lange nichts?** Nach Fristende sichtet die Fachabteilung alle Bewerbungen nach Aktenlage und beteiligt anschließend Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte und bei Bedarf die Schwerbehindertenvertretung. Jedes Gremium hat eigene Sitzungstermine und Stellungnahmefristen. Solange Sie keine Absage haben, sind Sie im Verfahren. Eine höfliche Nachfrage nach dem Zeitplan ist zulässig und wird meist beantwortet. ### Quellen - Art. 33 Abs. 2 Grundgesetz (Bestenauslese): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_33.html (Abruf 7.9.2026) - § 130 Abs. 1 BGB (Wirksamwerden der Willenserklärung gegenüber Abwesenden): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__130.html (Abruf 7.9.2026) - § 165 SGB IX (Einladungspflicht öffentlicher Arbeitgeber): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__165.html (Abruf 7.9.2026) - § 78 BPersVG (Mitbestimmung bei Einstellung und Eingruppierung): https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__78.html (Abruf 7.9.2026) - service.bund.de, Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Volljurist*innen, Frist 20.9.2026: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/editor/Bundesministerium-fuer-Arbeit-und-Soziales/2026/09/6631780.html (Abruf 7.9.2026) - service.bund.de, Bundesverwaltungsamt: Sachbearbeitung Travel Management System, BVA-2026-090, Frist 28.9.2026: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/editor/Bundesverwaltungsamt/2026/09/6631185.html (Abruf 7.9.2026) - service.bund.de, Deutscher Bundestag: Dauerausschreibung Geprüfte Rechtskandidatinnen/Rechtskandidaten, Frist 16.2.2050: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/editor/Deutscher-Bundestag/2020/05/3818170.html (Abruf 7.9.2026) --- ## Einstieg bei Polizei und Justiz: Laufbahnen und Bewerbung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/polizei-justiz-einstieg-laufbahnen Kategorie: Ausbildung & Studium Themen: Polizei, Justiz, Laufbahn, Einstellungstest, Verbeamtung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Polizei und Justiz beschäftigen fast ausschließlich Beamte und stellen über Vorbereitungsdienste und duale Studiengänge ein. Die Altersgrenzen setzt jedes Land selbst: Bayern verlangt am Einstellungstag ein Alter zwischen 17 und 30 Jahren, in Nordrhein-Westfalen darf man an diesem Tag noch nicht 37 sein, bei der Bundespolizei sind mit Berufserfahrung bis zu 35 Jahre im mittleren und 41 im gehobenen Dienst möglich. Der gehobene Dienst beginnt in A 9, beim Bund mit rund 3.552 Euro Grundgehalt in Stufe 1. Wie alt Sie bei der Bewerbung sein dürfen, entscheidet der Dienstherr, nicht der Beruf. In Bayern müssen Bewerberinnen und Bewerber am Einstellungstag zwischen 17 und 30 Jahre alt sein. In Nordrhein-Westfalen dürfen sie am Einstellungstag, im Regelfall dem 1. September, noch nicht 37 sein. Die Bundespolizei lässt bei abgeschlossener Berufsausbildung und mindestens drei Jahren Berufserfahrung im besonderen dienstlichen Interesse bis zu 35 Jahre im mittleren und bis zu 41 Jahre im gehobenen Dienst zu. Drei Dienstherren, drei Grenzen: So funktionieren Polizei und Justiz insgesamt. ### Wer stellt bei der Polizei ein? Die Polizei ist Ländersache. Jedes der sechzehn Länder hat eine eigene Landespolizei mit eigenem Polizeigesetz, eigener Laufbahnverordnung und eigenem Besoldungsgesetz. Auf Bundesebene kommen die **Bundespolizei** mit Grenzschutz, Bahnpolizei, Luftsicherheit und Bereitschaftspolizei sowie das **Bundeskriminalamt** hinzu, geregelt im Bundespolizeigesetz und im BKA-Gesetz. Diese Aufteilung hat praktische Folgen. Wer beim Bund einsteigt, wird nach der Bundesbesoldungsordnung besoldet, wer zu einer Landespolizei geht, nach dem jeweiligen Landesrecht. Auch Zugangsvoraussetzungen, Sporttests und Einstellungstermine legt jeder Dienstherr für sich fest. Eine Bewerbung bei mehreren Dienstherren gleichzeitig ist zulässig und wegen der abweichenden Altersgrenzen oft sinnvoll. Aktuelle Ausschreibungen finden Sie unter [Stellen bei Polizei und Sicherheit](/jobs/berufsfeld/polizei-sicherheit-feuerwehr). ### Welche Laufbahnen gibt es im Polizeivollzugsdienst? #### Mittlerer Dienst Der mittlere Polizeivollzugsdienst umfasst die Besoldungsgruppen **A 7 bis A 9**. Der Einstieg erfolgt über eine Ausbildung als Polizeimeisteranwärterin oder Polizeimeisteranwärter im Beamtenverhältnis auf Widerruf, mit Anwärterbezügen von Beginn an. Die Ausbildung wechselt zwischen Polizeischule und Praktika in Dienststellen und endet mit der Laufbahnprüfung. Die Bundespolizei verlangt dafür einen allgemeinen Schulabschluss mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren oder einen Hauptschulabschluss mit anschließender Ausbildung. Einzelne Länder bieten diese Laufbahn nicht mehr an und stellen nur noch im gehobenen Dienst ein; ob Ihr Land dazugehört, steht auf dessen Karriereportal. Stellen dieser Laufbahn finden Sie unter [mittlerer Dienst](/jobs?laufbahn=mittel). #### Gehobener Dienst Der gehobene Polizeivollzugsdienst reicht von **A 9 bis A 13**. Der Zugang führt über ein duales Bachelorstudium an der Hochschule für Polizei oder der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Landes, beim Bund an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung. Das Studium ist zugleich Vorbereitungsdienst: Sie sind Kommissaranwärterin oder Kommissaranwärter im Beamtenverhältnis auf Widerruf und erhalten Anwärterbezüge. Die Bundespolizei setzt dafür die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife voraus. Nordrhein-Westfalen öffnet den Bachelorstudiengang zusätzlich über die Berufsbildungshochschulzugangsverordnung für Bewerber mit abgeschlossener Ausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung und verlangt daneben sechs Jahre Englischunterricht ab der Sekundarstufe I oder ein Niveau B1. Stellen finden Sie unter [gehobener Dienst](/jobs?laufbahn=gehoben). #### Höherer Dienst Der höhere Polizeivollzugsdienst beginnt bei A 13 und wird selten direkt von außen besetzt. Der übliche Weg führt aus dem gehobenen Dienst über ein Auswahlverfahren zum Masterstudium an der **Deutschen Hochschule der Polizei** in Münster. Einzelne Länder und der Bund lassen daneben Bewerber mit einem einschlägigen Hochschulabschluss zu, etwa in Rechtswissenschaft oder Informatik beim Bundeskriminalamt. #### Was der Einstieg bringt Beträge für die Landespolizeien lassen sich nicht pauschal nennen, weil jedes Land eine eigene Besoldungstabelle führt. Als Orientierung dient die Bundesbesoldung: Das Grundgehalt der Besoldungsgruppe **A 9 in Stufe 1**, dem Einstieg in den gehobenen Dienst, liegt beim Bund bei rund **3.552 Euro** brutto im Monat, gerundet und ohne Polizeizulage und Familienzuschlag. Die Landestabellen liegen je nach Land darüber oder darunter. Die vollständige Bundestabelle finden Sie unter [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund); was Besoldung von Tarifentgelt unterscheidet, erklärt der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen? Neben Schulabschluss und Alter prüfen alle Dienstherren dieselben vier Punkte, wenn auch mit unterschiedlichen Maßstäben. Die **gesundheitliche Eignung** stellt der polizeiärztliche Dienst fest; geprüft werden Sehleistung, Hörvermögen, Körpergewicht und Belastbarkeit, sichtbare Tätowierungen behandelt jedes Land nach eigenen Regeln. Die **sportliche Eignung** weist ein standardisierter Test nach; bei der Bundespolizei besteht er aus einem Koordinationstest, einem Pendellauf und einem Zwölf-Minuten-Lauf, häufig kommt ein Schwimmnachweis hinzu. Die **persönliche Eignung** umfasst Führungszeugnis, Zuverlässigkeitsprüfung, geordnete finanzielle Verhältnisse und das Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Verlangt wird außerdem die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU-Mitgliedstaats; einzelne Länder lassen bei dienstlichem Interesse weitere zu. Den Führerschein der Klasse B erwarten die meisten Dienstherren bis zur Einstellung oder bis zum Ende der Ausbildung. ### Wie läuft das Auswahlverfahren ab? Die Auswahl läuft in aufeinander aufbauenden Stufen. Wer eine Stufe nicht besteht, scheidet aus. 1. **Schriftlicher Test:** Rechtschreibung, Textverständnis, Logik, Konzentration und Merkfähigkeit, zunehmend computergestützt. Die Bundespolizei setzt im mittleren Dienst ein Diktat, im gehobenen Dienst einen Aufsatz sowie einen Intelligenztest ein. 2. **Sporttest:** Standardisierte Übungen, bei der Bundespolizei Koordinationstest, Pendellauf und Zwölf-Minuten-Lauf; die Länder legen eigene Parcours und Grenzwerte fest. 3. **Ärztliche Untersuchung:** Feststellung der Polizeidiensttauglichkeit durch den polizeiärztlichen Dienst. 4. **Mündliche Prüfung oder Assessment-Center:** Einzelgespräch vor einer Kommission, oft mit Gruppendiskussion, Rollenspiel oder Kurzvortrag; die Bundespolizei prüft dabei auch Allgemeinwissen und berufsbezogene Fragen. Zur Dauer nennt die Bundespolizei einen belastbaren Wert: Auf die Bewerbung selbst folgt in der Regel nach vier bis acht Wochen eine Antwort. Erste Ergebnisse der Teilprüfungen erfahren Bewerber meist unmittelbar, die abschließende Entscheidung fällt später. Da die Einstellungstermine an Schuljahres- oder Semesterbeginn hängen, enden die Bewerbungsfristen deutlich früher, häufig schon im Vorjahr. Wer den Termin verpasst, wartet auf den nächsten Durchgang. ### Welche Berufe bietet die Justiz? Auch die Justiz ist Ländersache. Gerichte, Staatsanwaltschaften und Justizvollzugsanstalten gehören zu den Landesjustizverwaltungen; nur die obersten Bundesgerichte, der Generalbundesanwalt und das Bundesamt für Justiz sind Bundesbehörden. Stellen finden Sie unter [Stellen in Justiz und Recht](/jobs/berufsfeld/justiz-recht). #### Geschäftsstelle, Vollstreckung, Rechtspflege **Justizfachangestellte** sind der einzige große Tarifberuf der Justiz und arbeiten nach einer dreijährigen dualen Ausbildung in den Geschäftsstellen der Gerichte und Staatsanwaltschaften. **Justizfachwirtinnen und Justizfachwirte** sind Beamte des mittleren Justizdienstes mit Aufgaben in Geschäftsstelle, Kostenwesen und als Urkundsbeamte; der Zugang führt über einen Vorbereitungsdienst mit Anwärterbezügen. **Gerichtsvollzieher** vollstrecken Titel, nehmen Vermögensauskünfte ab und stellen zu, je nach Land im mittleren oder gehobenen Dienst. **Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger** gehören zum gehobenen Justizdienst und entscheiden nach dem [Rechtspflegergesetz](https://www.gesetze-im-internet.de/rpflg_1969/) eigenständig in Grundbuch-, Nachlass-, Register-, Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzsachen. Ausbildungsdauer, Zugangsvoraussetzungen, Besoldung und der Gebührenanteil der Gerichtsvollzieher stehen im Beitrag zur [Ausbildung in der Justiz](/infocenter/justiz-ausbildung-justizfachangestellte-rechtspfleger); offene Plätze listet die Übersicht [Ausbildung](/jobs/dienstverhaeltnis/ausbildung). #### Justizvollzug Der allgemeine Vollzugsdienst in den Justizvollzugsanstalten ist eine Laufbahn des mittleren Dienstes. Die Ausbildung erfolgt als Vorbereitungsdienst im Beamtenverhältnis auf Widerruf, mit Theorie an der Justizvollzugsschule und Praxis in der Anstalt. Verlangt werden ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung, häufig zusätzlich Berufserfahrung, sowie gesundheitliche und sportliche Eignung. Daneben beschäftigt der Vollzug Fachkräfte im Werkdienst, im Krankenpflegedienst und im Sozialdienst, meist als Beamte, teilweise im Tarif. #### Richter und Staatsanwälte Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte werden nach der **R-Besoldung** besoldet und stehen in einem eigenen Dienstverhältnis nach dem Deutschen Richtergesetz. Voraussetzung ist die Befähigung zum Richteramt, also das rechtswissenschaftliche Studium mit erstem Staatsexamen, der Vorbereitungsdienst als Rechtsreferendar und das zweite Staatsexamen. Die Länder verlangen überdurchschnittliche Examensnoten; welche Grenze gilt, legt jede Landesjustizverwaltung selbst fest. Die Einstellung erfolgt zunächst als Richter auf Probe oder Staatsanwalt. ### Übersicht der Einstiegswege | Bereich | Laufbahn | Zugang | Status | | --- | --- | --- | --- | | Polizeivollzugsdienst | Mittlerer Dienst (A 7 bis A 9) | Ausbildung als Polizeimeisteranwärter | Beamte | | Polizeivollzugsdienst | Gehobener Dienst (A 9 bis A 13) | Duales Bachelorstudium an der Polizeihochschule | Beamte | | Polizeivollzugsdienst | Höherer Dienst (ab A 13) | Masterstudium an der Deutschen Hochschule der Polizei | Beamte | | Justiz | Justizfachangestellte | Duale Ausbildung | Tarifbeschäftigte (TV-L) | | Justiz | Justizfachwirt (mittlerer Dienst) | Vorbereitungsdienst | Beamte | | Justiz | Gerichtsvollzieher (mittlerer oder gehobener Dienst) | Vorbereitungsdienst oder Studiengang | Beamte | | Justiz | Rechtspfleger (gehobener Dienst) | Diplomstudium Rechtspflege | Beamte | | Justizvollzug | Allgemeiner Vollzugsdienst (mittlerer Dienst) | Vorbereitungsdienst an der Justizvollzugsschule | Beamte | | Justiz | Richter, Staatsanwalt (R-Besoldung) | Zwei juristische Staatsexamen | Richterverhältnis, Beamte | ### Bewerbungstermin und Statuswechsel Ein später Start kostet ein ganzes Jahr. Polizei und Justiz stellen zu festen Terminen ein, und die Fristen enden oft im Vorjahr. Wer sich nur bei einem Dienstherrn bewirbt, verschenkt zudem Chancen: Die Altersgrenzen der Beispiele oben liegen sieben Jahre auseinander, mit 32 ist man in Bayern chancenlos und in Nordrhein-Westfalen noch im Rennen. Vergleichen Sie deshalb das eigene Land, die Nachbarländer und die Bundespolizei, bevor Sie sich festlegen. Grundsätzliches zu behördlichen Verfahren steht im Beitrag [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren). Unterschätzt wird außerdem der Statuswechsel. Anwärterinnen und Anwärter stehen vom ersten Tag an im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Das bedeutet Beihilfe statt gesetzlicher Krankenkasse, Genehmigungspflicht für Nebentätigkeiten und eine Prüfung der Verfassungstreue, die auch zurückliegende Mitgliedschaften und Äußerungen erfassen kann. Wer das erst nach der Zusage erfährt, steht vor Entscheidungen, die sich schlecht rückgängig machen lassen. Alle Beamtenstellen finden Sie unter [Beamte](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte). ### Häufige Fragen **Wie alt darf ich bei der Bewerbung zur Polizei höchstens sein?** Das legt jeder Dienstherr selbst fest. In Bayern müssen Bewerberinnen und Bewerber am Einstellungstag zwischen 17 und 30 Jahre alt sein, Ausnahmen sind nur beim Höchstalter möglich. In Nordrhein-Westfalen darf man am Einstellungstag, im Regelfall der 1. September, noch nicht 37 Jahre alt sein; Wehr- und Zivildienst sowie Betreuungs- und Pflegezeiten verschieben die Grenze um bis zu sechs Jahre. **Brauche ich Abitur, um zur Polizei zu gehen?** Nicht überall. Für den mittleren Polizeivollzugsdienst der Bundespolizei genügt ein allgemeiner Schulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren oder ein Hauptschulabschluss mit anschließender Ausbildung. Der gehobene Dienst verlangt die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. In Nordrhein-Westfalen öffnet zusätzlich eine abgeschlossene Ausbildung mit mehrjähriger Berufserfahrung den Bachelorstudiengang. **Was verdient man als Polizeikommissar oder Polizeikommissarin?** Der gehobene Polizeivollzugsdienst beginnt in der Besoldungsgruppe A 9. Beim Bund liegt das Grundgehalt der A 9 in Stufe 1 bei rund 3.552 Euro brutto im Monat, gerundet und ohne Polizeizulage und Familienzuschlag. Die Länder besolden nach eigenen Gesetzen mit teils spürbaren Abweichungen nach oben und unten, weshalb sich ein einheitlicher Betrag für alle Landespolizeien nicht angeben lässt. **Wie werde ich Rechtspflegerin oder Rechtspfleger?** Rechtspfleger sind Beamte des gehobenen Justizdienstes. Der Zugang führt über ein Diplomstudium an einer Fachhochschule für Rechtspflege, das als Vorbereitungsdienst mit Anwärterbezügen absolviert wird und Theorie mit Praxisabschnitten bei Gerichten verbindet. Voraussetzung ist die Fachhochschulreife oder das Abitur. Nach dem Rechtspflegergesetz entscheiden sie eigenständig in Grundbuch-, Nachlass-, Register- und Insolvenzsachen. **Wie lange dauert das Auswahlverfahren bei der Polizei?** Die Bundespolizei gibt an, dass Bewerberinnen und Bewerber in der Regel nach vier bis acht Wochen eine Antwort auf ihre Bewerbung erhalten. Danach folgen die Teilprüfungen, deren erste Ergebnisse meist unmittelbar mitgeteilt werden, während die abschließende Entscheidung später fällt. Da die Einstellungstermine an Schuljahres- oder Semesterbeginn gekoppelt sind, enden die Bewerbungsfristen deutlich früher, oft im Vorjahr. ### Quellen - Bundespolizei, Häufige Fragen zu Einstellung und Auswahlverfahren (Schulabschlüsse, Sporttest, Altersausnahmen, Bearbeitungsdauer): https://www.komm-zur-bundespolizei.de/faq (abgerufen 7.9.2026) - Polizei Nordrhein-Westfalen, Karriereportal genau mein Fall, Fragen und Antworten (Höchstalter, Zugang zum Bachelorstudiengang): https://www.genau-mein-fall.de/faqs (abgerufen 7.9.2026) - Bayerische Polizei, Karriereportal, Fragen und Antworten (Alter am Einstellungstag): https://www.bevi.polizei.bayern.de/faq (abgerufen 7.9.2026) - Rechtspflegergesetz (Aufgaben der Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger): https://www.gesetze-im-internet.de/rpflg_1969/ (abgerufen 7.9.2026) - Deutsches Richtergesetz (Befähigung zum Richteramt): https://www.gesetze-im-internet.de/drig/ (abgerufen 7.9.2026) - Bundesbesoldungsordnung A, Grundgehaltssätze (A 9 Stufe 1), Tabelle in data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json: https://www.bmi.bund.de/DE/themen/oeffentlicher-dienst/besoldung/besoldung-node.html (vorläufige Tabelle, gültig ab 1.5.2026) --- ## Ausbildung im öffentlichen Dienst: Berufe, Bewerbung, Übernahme URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/ausbildung-oeffentlicher-dienst-berufe-bewerbung Kategorie: Ausbildung & Studium Themen: Ausbildung, Duales Studium, Anwärterbezüge, TVAöD, Einstellungstest Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Es gibt drei Wege: die duale Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz mit Ausbildungsvertrag, den Vorbereitungsdienst als Beamtin auf Widerruf mit Anwärterbezügen und das duale Studium für den gehobenen Dienst. Nach einer dualen Ausbildung liegt der Einstieg häufig bei E 5 bis E 6 im TVöD, ab rund 3.124 Euro. Nach dem Vorbereitungsdienst folgt das Eingangsamt A 6 oder A 7, im gehobenen Dienst A 9 oder A 10. § 16a TVAöD sichert Ausgelernten bei Bedarf eine Übernahme für zwölf Monate zu. Bund, Länder, Kommunen und öffentliche Unternehmen bilden in mehr als hundert Berufen aus, von der Verwaltungsfachangestellten über den Fachinformatiker bis zur Kommissaranwärterin. Anders als in der Privatwirtschaft führen dabei drei verschiedene Wege ins Ziel, und sie unterscheiden sich in Rechtsstatus, Bezahlung und späterer Laufbahn. Wer das vor der Bewerbung sortiert, bewirbt sich auf das Richtige. Freie Plätze stehen unter [Ausbildungs- und Studienplätze](/ausbildung). ### Welche drei Wege gibt es? #### Duale Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz Der klassische Weg: Ausbildungsvertrag, Berufsschule, Zwischen- und Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle. § 5 Abs. 1 Nr. 2 BBiG gibt vor, dass die Ausbildungsdauer nicht mehr als drei und nicht weniger als zwei Jahre betragen soll; in der Verwaltung sind drei Jahre der Normalfall. Auszubildende sind Tarifbeschäftigte und werden nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes bezahlt. Der Kernberuf jeder Stadtverwaltung ist die Verwaltungsfachangestellte. Daneben bilden Behörden Fachinformatikerinnen für Systemintegration und Anwendungsentwicklung aus, Vermessungstechniker, Bauzeichnerinnen und Geomatiker in Vermessungs- und Bauämtern sowie Justiz-, Sozialversicherungs- und Medienfachangestellte. Bauhöfe, Stadtwerke und Verkehrsbetriebe bilden handwerklich aus, etwa Elektronikerinnen, Anlagenmechaniker und Fachkräfte für Abwassertechnik. Die Ausschreibungen liegen unter [Ausbildungsstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/ausbildung). #### Vorbereitungsdienst als Anwärterin oder Anwärter Der Weg ins Beamtenverhältnis führt über den **Vorbereitungsdienst**. Er dauert im mittleren Dienst meist zwei Jahre, im gehobenen Dienst drei Jahre und endet mit der Laufbahnprüfung. In dieser Zeit sind Sie **Beamtin oder Beamter auf Widerruf** und erhalten **Anwärterbezüge** statt einer Ausbildungsvergütung; Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung fallen dabei nicht an. Die Ausbildung wechselt zwischen Fachtheorie an einer Verwaltungsschule und Praxisabschnitten in der Behörde. Vorbereitungsdienste gibt es in der allgemeinen Verwaltung ebenso wie bei Polizei, Justizvollzug, Steuerverwaltung, Zoll, Bundeswehrverwaltung und Vermessung. Die Laufbahn, für die Sie sich entscheiden, legt den späteren Einsatzbereich weitgehend fest: Ein Wechsel zwischen Steuerverwaltung und Polizeivollzug ist danach nicht vorgesehen, ein Aufstieg innerhalb der Laufbahn dagegen schon. #### Duales Studium mit Beamtenstatus auf Widerruf Für den gehobenen Dienst ist der Vorbereitungsdienst in den meisten Laufbahnen als **duales Studium** an einer Hochschule für den öffentlichen Dienst organisiert. Abschlüsse sind der Diplom-Verwaltungswirt (FH), der Bachelor of Arts Public Management oder fachspezifische Bachelor in Steuerverwaltung, Rentenversicherung oder Polizeivollzug. Auch hier gilt der Status Beamtin auf Widerruf mit Anwärterbezügen. Daneben existieren duale Studiengänge ohne Beamtenstatus, etwa Soziale Arbeit, Bauingenieurwesen oder Informatik in Kooperation mit einer Behörde oder einem öffentlichen Unternehmen. Dort schließen Sie einen Studienvertrag mit tariflicher Vergütung. Beide Varianten stehen unter [duale Studienplätze](/jobs/dienstverhaeltnis/dual). ### Was verdiene ich nach dem Abschluss? Nach der Ausbildung landen Sie je nach Weg in einer Entgeltgruppe des TVöD oder einer Besoldungsgruppe. Die Beträge unten sind Stufe 1, brutto im Monat, auf volle Euro gerundet, ohne Zulagen und Jahressonderzahlung. Der TVöD folgt der VKA-Tabelle ab 1. Mai 2026, die Besoldung der Bundesbesoldungsordnung A. | Weg | Abschluss | Typischer Einstieg | | --- | --- | --- | | Duale Ausbildung, z. B. Verwaltungsfachangestellte | Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle | Tarifbeschäftigt, häufig E 5 bis E 6; E 5 ab rund 3.124 Euro, E 6 ab rund 3.240 Euro | | Duale Ausbildung, z. B. Fachinformatikerin, Vermessungstechniker | Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle | Tarifbeschäftigt, je nach Tätigkeit E 6 bis E 9a; E 9a ab rund 3.659 Euro | | Vorbereitungsdienst mittlerer Dienst | Laufbahnprüfung | Beamtin auf Probe, Eingangsamt A 6 oder A 7; A 6 ab rund 3.000 Euro, A 7 ab rund 3.138 Euro | | Duales Studium gehobener Dienst | Laufbahnprüfung und Hochschulabschluss | Beamter auf Probe, Eingangsamt A 9 oder A 10; A 9 ab rund 3.552 Euro, A 10 ab rund 3.786 Euro | | Duales Studium ohne Beamtenstatus | Hochschulabschluss | Tarifbeschäftigt, häufig E 9b bis E 10; E 9b ab rund 3.780 Euro | Alle Stufen stehen unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) und [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). In den Ländern gelten der TV-L und eigene Landesbesoldungsgesetze mit abweichenden Beträgen. Welche Stufe innerhalb der Gruppe Sie bekommen, hängt von anrechenbarer Vorerfahrung ab; die Regeln erklärt der Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). ### Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen? Beim Schulabschluss verlangt die duale Ausbildung meist den mittleren Schulabschluss, teils genügt ein guter Hauptschulabschluss. Der mittlere Dienst setzt den mittleren Abschluss voraus, gehobener Dienst und duales Studium die Fachhochschulreife oder das Abitur. Für das Beamtenverhältnis kommt die Staatsangehörigkeit hinzu. Nach § 7 Abs. 1 Nr. 1 BeamtStG darf nur berufen werden, wer Deutscher im Sinne des Art. 116 Abs. 1 GG ist oder die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Mitgliedstaats besitzt; Ausnahmen lässt § 7 Abs. 3 BeamtStG nur zu, wenn für die Gewinnung ein dringendes dienstliches Interesse besteht. Für die duale Ausbildung gilt diese Beschränkung nicht. Vor der Ernennung zur Beamtin auf Widerruf steht die amtsärztliche Untersuchung. Polizei, Justizvollzug und Feuerwehr stellen zusätzliche Anforderungen an Sehkraft und Sportleistung. Ein Führungszeugnis wird auf allen drei Wegen verlangt, und für den Vorbereitungsdienst gelten je nach Land und Laufbahn Höchstaltersgrenzen; für die duale Ausbildung gibt es keine. ### Wann und wo bewerbe ich mich? Der öffentliche Dienst plant früh. Für einen Ausbildungsbeginn im August oder September und für den Vorbereitungsdienst, der je nach Land zwischen August und Oktober startet, enden die Fristen häufig schon ein Jahr vorher, bei Polizei und Finanzverwaltung teilweise noch früher. Wer im Abschlussjahr erst nach den Halbjahreszeugnissen sucht, findet oft nur Restplätze. Bewerbungsfristen sind im Regelfall Ausschlussfristen: Maßgeblich ist der Eingang bei der Behörde, nicht das Absenden. Was daraus für Portal, E-Mail und Post folgt, steht im Beitrag zu den [Bewerbungsfristen im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbungsfristen-oeffentlicher-dienst). Große Arbeitgeber schreiben über eigene Karriereportale aus, Bundesbehörden häufig über Interamt, Kommunen auf ihren Stadtseiten. Wie Anschreiben und Lebenslauf für eine Auswahlkommission aufgebaut werden und welche Formalien über den Ausschluss entscheiden, behandelt der Beitrag [Anschreiben und Lebenslauf für Behörden](/infocenter/anschreiben-lebenslauf-oeffentlicher-dienst). ### Wie läuft das Auswahlverfahren ab? Weil Art. 33 Abs. 2 GG die Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung verlangt, sind die Verfahren standardisiert und für alle Bewerber gleich. Die Reihenfolge ist fast überall dieselbe. 1. **Vorauswahl nach Aktenlage:** Zeugnisnoten, besonders in Deutsch und Mathematik, Vollständigkeit der Unterlagen, formale Voraussetzungen. 2. **Schriftlicher Einstellungstest:** Sprachverständnis, Rechtschreibung, Rechnen, logisches Denken, Konzentration und Allgemeinwissen, bei Verwaltungsberufen oft eine Textaufgabe mit Fallbezug. Viele Länder nutzen dafür ein zentrales Testzentrum. 3. **Assessment-Center oder Gruppenaufgabe:** Gruppendiskussion, Kurzvortrag, Rollenspiel mit einem fiktiven Bürgergespräch, bei Polizei und Feuerwehr zusätzlich ein Sporttest. 4. **Strukturiertes Auswahlgespräch:** gleiche Fragen für alle, Bewertung nach Punkteschema. Erwartet werden Kenntnisse über den Arbeitgeber und Beispiele für Zuverlässigkeit und Zusammenarbeit. 5. **Amtsärztliche Untersuchung** vor der Ernennung zur Beamtin auf Widerruf. Die Aufgabentypen im schriftlichen Test wiederholen sich über Jahre hinweg, weshalb Übungsaufgaben tatsächlich etwas bringen. Viele Arbeitgeber stellen eigene Beispielsätze bereit. ### Was passiert nach der Abschlussprüfung? Für Tarifauszubildende regelt § 16a TVAöD die Übernahme. Nach bestandener Abschlussprüfung werden sie bei dienstlichem oder betrieblichem Bedarf im unmittelbaren Anschluss für die Dauer von zwölf Monaten in ein Arbeitsverhältnis übernommen, sofern keine personen-, verhaltens-, betriebsbedingten oder gesetzlichen Gründe entgegenstehen. Danach folgt bei entsprechender Bewährung ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Der Bedarf muss zum Zeitpunkt des Ausbildungsendes vorliegen und setzt eine freie und besetzbare Stelle voraus, die eine ausbildungsadäquate Beschäftigung auf Dauer ermöglicht. Steht nur eine Stelle für mehrere Ausgelernte zur Verfügung, sind bei der Auswahl das Ergebnis der Abschlussprüfung und die persönliche Eignung zu berücksichtigen. Die Prüfungsnote entscheidet also nicht nur über den Abschluss, sondern in knappen Jahrgängen über den Arbeitsvertrag. Nach bestandener Laufbahnprüfung werden Anwärterinnen zu **Beamten auf Probe** ernannt. Die Probezeit dauert üblicherweise drei Jahre, danach folgt die Ernennung auf Lebenszeit. Was Sie im Beamtenverhältnis gegenüber dem Tarif gewinnen und aufgeben, rechnet der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede) vor. ### Warum sich eine Bewerbung auf mehreren Wegen lohnt Die drei Zugänge laufen zeitlich parallel und schließen einander nicht aus: Sie können sich gleichzeitig um eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt und um den Vorbereitungsdienst beim Land bewerben. Weil die Zusagen zu unterschiedlichen Zeitpunkten kommen und die Auswahlquoten stark schwanken, erhöht das die Chance erheblich, ohne dass sich der Aufwand verdoppelt: Zeugnisse und Lebenslauf sind dieselben. Bei den Beamtenlaufbahnen kommt die Reihenfolge hinzu. Staatsangehörigkeit und gesundheitliche Eignung sollten Sie klären, bevor Sie einen Einstellungstest schreiben, nicht danach. Bewerberinnen und Bewerber, die erst nach bestandenem Test von Bedenken der Amtsärztin erfahren, verlieren einen ganzen Einstellungsjahrgang. Wer für die Ausbildung bereits zu alt ist oder aus anderen Gründen später einsteigt, findet die Alternativen im Beitrag [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst). ### Häufige Fragen **Welchen Schulabschluss brauche ich für eine Ausbildung im öffentlichen Dienst?** Das hängt vom Weg ab. Für eine duale Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz verlangen die meisten Arbeitgeber einen mittleren Schulabschluss, einige nehmen Bewerber mit gutem Hauptschulabschluss. Der Vorbereitungsdienst für den mittleren Dienst setzt den mittleren Abschluss voraus, der gehobene Dienst und das duale Studium die Fachhochschulreife oder das Abitur. Die genaue Anforderung steht immer in der Ausschreibung. **Werde ich während der Ausbildung schon verbeamtet?** Nur im Vorbereitungsdienst. Anwärterinnen und Anwärter sowie Studierende in einem verwaltungsinternen dualen Studium werden zu Beamten auf Widerruf ernannt und erhalten Anwärterbezüge statt einer Ausbildungsvergütung. Wer eine duale Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz macht, ist Auszubildender mit Ausbildungsvertrag und wird nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes bezahlt. **Werde ich nach der Ausbildung übernommen?** § 16a TVAöD sieht vor, dass Auszubildende nach bestandener Abschlussprüfung bei dienstlichem oder betrieblichem Bedarf für zwölf Monate in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden, sofern keine personen-, verhaltens-, betriebsbedingten oder gesetzlichen Gründe entgegenstehen. Danach folgt bei Bewährung ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Der Bedarf setzt eine freie und besetzbare Stelle voraus; bei einer Auswahl zählen Prüfungsergebnis und persönliche Eignung. **Wann muss ich mich für einen Ausbildungsplatz bewerben?** Deutlich früher als in der Privatwirtschaft. Für einen Beginn im August oder September laufen die Fristen häufig schon ein Jahr vorher ab, bei Polizei und Finanzverwaltung teilweise noch früher. Wer erst nach den Halbjahreszeugnissen des Abschlussjahres sucht, findet oft nur Restplätze. Die Frist ist im Regelfall eine Ausschlussfrist, maßgeblich ist der Eingang bei der Behörde. **Wie lange dauert eine Ausbildung im öffentlichen Dienst?** Bei der dualen Ausbildung gibt § 5 Abs. 1 Nr. 2 BBiG vor, dass die Ausbildungsdauer nicht mehr als drei und nicht weniger als zwei Jahre betragen soll; Verwaltungsfachangestellte und Fachinformatiker liegen bei drei Jahren. Der Vorbereitungsdienst dauert im mittleren Dienst meist zwei Jahre, im gehobenen Dienst drei Jahre und endet mit der Laufbahnprüfung. ### Quellen - § 5 Berufsbildungsgesetz (Ausbildungsordnung, Ausbildungsdauer): https://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/__5.html (Abruf 7.9.2026) - § 7 Beamtenstatusgesetz (Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__7.html (Abruf 7.9.2026) - TVAöD Allgemeiner Teil, § 16a Übernahme von Auszubildenden: https://www.bib-info.de/fileadmin/public/Dokumente_und_Bilder/Komm_KEB/Tarif_Azubis/TVAoeD_Allg_Teil.pdf (Fassung vom 13.9.2005, zuletzt geändert 2020) - Art. 33 Abs. 2 Grundgesetz (Bestenauslese im Auswahlverfahren): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_33.html (Abruf 7.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/vka/a/4410-vka-2026.html (Tarifeinigung 6.4.2025, Tabelle ab 1.5.2026) - Grundgehalt Bundesbesoldung A (data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/beamte/besoldung/bund/4346-2026.html (BMI-Rundschreiben 3.9.2025, vorläufig, ab 1.5.2026) --- ## E 13, A 11, gehobener Dienst: Entgelt- und Besoldungsgruppen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/entgeltgruppen-erklaert-e13-a11-laufbahnen Kategorie: Glossar Themen: Entgeltgruppe, Besoldung, Laufbahn, Eingruppierung, Stufen Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** E, S, P und Kr stehen für Entgeltgruppen der Tarifbeschäftigten, A, B, W und R für Besoldungsgruppen der Beamten. Die Gruppe folgt aus den Tätigkeitsmerkmalen der Stelle und ist nicht verhandelbar, die Stufe aus der einschlägigen Berufserfahrung. Nach § 16 Abs. 3 TVöD dauert der Aufstieg ein Jahr in Stufe 1, dann zwei, drei, vier und fünf Jahre. E 13 Stufe 1 im TVöD VKA sind rund 4.901 Euro, A 11 Stufe 1 beim Bund rund 4.296 Euro Grundgehalt. „Die Stelle ist nach E 11 TVöD bewertet.“ „Besoldung bis A 13 möglich.“ „Wir suchen Sie für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst.“ Drei Formulierungen aus echten Ausschreibungen, drei Kürzel, hinter denen jeweils ein Gehalt, eine Zugangsvoraussetzung und ein Aufstiegsweg stehen. Wer sie liest, weiß vor der Bewerbung, was die Stelle zahlt und ob der eigene Abschluss reicht. ### Was sagen die Buchstaben E, S, P, Kr und A, B, W, R? Der Buchstabe verrät das Bezahlsystem. E, S, P und Kr stehen für eine **Entgeltgruppe** aus einem Tarifvertrag und damit für [Tarifbeschäftigte](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) mit Arbeitsvertrag. A, B, W und R stehen für eine **Besoldungsgruppe** aus einem Besoldungsgesetz und damit für [Beamtinnen und Beamte](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte). Im Tarif bilden **E 1 bis E 15** die allgemeinen Entgeltgruppen des TVöD bei Bund und Kommunen sowie des TV-L in den Ländern. E 9 ist in E 9a und E 9b aufgefächert, im TVöD zusätzlich in E 9c. Daneben stehen drei Spartentabellen mit eigenen Beträgen: **S 2 bis S 18** für den Sozial- und Erziehungsdienst, also Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Kita-Leitungen; **P 5 bis P 16** für Pflegekräfte in kommunalen Kliniken; **Kr 7 bis Kr 19** für die Pflege im TV-L an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern. In der Besoldung trägt **A** die aufsteigenden Ämter mit Erfahrungsstufen, von der Justizwachtmeisterin bis zum Ministerialrat. **B** steht für Festgehälter ohne Stufen, etwa für Abteilungsleitungen in Ministerien oder Präsidentinnen von Bundesbehörden. **W** gilt für Professuren, **R** für Richterinnen und Staatsanwälte. Die Zahl hinter dem Buchstaben ist keine Note, sondern die Bewertung der Tätigkeit: Je anspruchsvoller die Aufgabe, desto höher die Zahl. ### Wo beginnt die Besoldungsordnung A? Beim Bund mit A 3. Anlage I des Bundesbesoldungsgesetzes führt die Besoldungsgruppe A 2 ausdrücklich als weggefallen; das niedrigste Amt ist damit A 3 mit Ämtern wie Oberaufseher oder Hauptamtsgehilfe, gefolgt von A 4 mit dem Amtsmeister. Anlage IV, die Tabelle der Grundgehaltssätze, beginnt ebenfalls bei A 3 und weist acht Erfahrungsstufen aus. Die 16 Länder haben seit der Föderalismusreform eigene Besoldungsgesetze und weichen davon ab. Wer sich auf eine Landesstelle bewirbt, liest deshalb das Landesbesoldungsgesetz und nicht die Bundestabelle. Die Beträge unterscheiden sich bei gleicher Amtsbezeichnung zwischen den Ländern spürbar. ### Wie entsteht meine Entgeltgruppe? Bei Tarifbeschäftigten über die **Tarifautomatik**: Die Entgeltordnung beschreibt für jede Gruppe **Tätigkeitsmerkmale**, etwa Tätigkeiten, die gründliche und vielseitige Fachkenntnisse erfordern, oder Tätigkeiten, die ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium erfordern. Der Arbeitgeber zerlegt die Stelle in Arbeitsvorgänge, prüft, welches Merkmal sie überwiegend erfüllt, und leitet daraus die Gruppe ab. Ihr Abschluss ist die Eintrittskarte, entscheidend ist die übertragene Aufgabe. Deshalb steht die Gruppe schon in der Ausschreibung und ist im Auswahlgespräch nicht verhandelbar. Wie der Arbeitgeber dabei vorgeht, beschreibt der Beitrag zur [Eingruppierung nach Tätigkeitsmerkmalen](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). Bei Beamten läuft es umgekehrt. Bewertet wird nicht die Person, sondern der **Dienstposten**, der einer Besoldungsgruppe zugeordnet ist. Beamte werden in ein Amt ernannt und steigen durch Beförderung auf, sofern eine Planstelle frei ist. Eine Ausschreibung „A 9 bis A 11“ bedeutet: Der Dienstposten ist gebündelt bewertet, Sie starten mit dem Amt, das Sie mitbringen, und können bis A 11 befördert werden. ### Welche Stufe bekomme ich, und wie schnell steige ich auf? Innerhalb einer Entgeltgruppe bestimmt die **Stufe** den Betrag. Ohne einschlägige Berufserfahrung beginnen Sie in Stufe 1. Mit mindestens einem Jahr einschlägiger Erfahrung erfolgt die Einstellung in Stufe 2, mit mindestens drei Jahren in Stufe 3. Welche Nachweise dafür zählen, behandelt der Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). Danach steigen Sie nach festen Zeiten auf. § 16 Abs. 3 TVöD nennt sie ohne Spielraum, beim Bund steht derselbe Wortlaut in § 16 Abs. 4: | Aufstieg in | Nach ununterbrochener Tätigkeit von | Jahre seit Stufe 1 | | --- | --- | --- | | Stufe 2 | 1 Jahr in Stufe 1 | 1 | | Stufe 3 | 2 Jahren in Stufe 2 | 3 | | Stufe 4 | 3 Jahren in Stufe 3 | 6 | | Stufe 5 | 4 Jahren in Stufe 4 | 10 | | Stufe 6 | 5 Jahren in Stufe 5 | 15 | Wer in Stufe 1 einsteigt und in derselben Gruppe bleibt, erreicht die Endstufe 6 also nach fünfzehn Jahren. Von Stufe 4 an hängt der Aufstieg zusätzlich von der Leistung ab; bei erheblich über dem Durchschnitt liegender Leistung kann die Zeit nach § 17 Abs. 2 TVöD verkürzt werden. Die Entgeltgruppe 1 folgt einer eigenen Regel: Sie umfasst fünf Stufen, der Einstieg erfolgt in Stufe 2, und die nächste Stufe wird jeweils nach vier Jahren erreicht. Beamte kennen ein ähnliches Prinzip mit Erfahrungsstufen; die Bundesbesoldungsordnung A hat davon acht. Die Einzelheiten des Tarifaufstiegs stehen im Beitrag zur [Stufenlaufzeit im TVöD und TV-L](/infocenter/stufenlaufzeit-stufenaufstieg-tvoed-tv-l). ### Welche Gruppe gehört zu welcher Laufbahn? Das Beamtenrecht teilt alle Ämter in vier Laufbahngruppen, maßgeblich ist der für den Zugang vorausgesetzte Bildungsabschluss. Bund und einige Länder sprechen inzwischen von Laufbahngruppe 1 und 2 mit je zwei Einstiegsämtern, in Ausschreibungen halten sich die alten Begriffe. Für Tarifbeschäftigte gibt es formal keine Laufbahnen, doch die Entgeltgruppen lassen sich nach denselben Abschlusserfordernissen zuordnen. Die Besoldungsspalte zeigt die Bundeswerte; Landesbesoldungsordnungen weichen ab. | Laufbahn | Zugang | Besoldung (Bund) | Tarif (Entsprechung) | Beispielberufe | | --- | --- | --- | --- | --- | | Einfacher Dienst | Hauptschulabschluss, ggf. kurze Ausbildung | A 3 bis A 5 | E 1 bis E 4 | Justizwachtmeister, Hausmeister, Botendienst | | Mittlerer Dienst | Mittlerer Schulabschluss plus Ausbildung oder Vorbereitungsdienst | A 6 bis A 9 | E 5 bis E 9a | Verwaltungsfachangestellte, Polizeimeister, Finanzwirte, Techniker | | Gehobener Dienst | Bachelor, Diplom (FH) oder duales Studium | A 9 bis A 13 | E 9b bis E 12 | Diplom-Verwaltungswirte, Polizeikommissare, Steuerinspektoren, Sozialarbeiter | | Höherer Dienst | Master, Diplom (Uni), Staatsexamen | A 13 bis A 16 | E 13 bis E 15 | Juristen, Amtsärztinnen, Lehrkräfte am Gymnasium, Referenten | Zwei Gruppen tauchen doppelt auf. A 9 ist das Spitzenamt des mittleren und zugleich das Eingangsamt des gehobenen Dienstes, A 13 die Schnittstelle zwischen gehobenem und höherem Dienst. Welche Laufbahn gemeint ist, sagt der Text der Ausschreibung. ### Was bedeuten die Gruppen in Euro? Drei Beispiele als Bruttogrundbetrag pro Monat in Stufe 1, gerundet, ohne Zulagen und Jahressonderzahlung. E 9a im TVöD VKA sind rund 3.659 Euro, typisch für Verwaltungsfachwirte oder Technikerinnen in der Kommunalverwaltung. E 13 im TVöD VKA sind rund 4.901 Euro, die Einstiegsgruppe für Juristinnen, Ingenieure mit Masterabschluss oder Referentinnen. A 11 in der Bundesbesoldung sind rund 4.296 Euro Grundgehalt, ein Beförderungsamt des gehobenen Dienstes für Regierungsamtmänner oder Polizeioberkommissarinnen. Der Vergleich allein über die Gruppe führt in die Irre. A 11 liegt brutto unter E 13, doch vom Grundgehalt der Beamtin gehen keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab, dazu kommen Familienzuschlag und Beihilfe. Was das unter dem Strich bedeutet, rechnet der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede) vor. Alle Werte mit Quelle stehen unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka), [TVöD Bund](/infocenter/tabellen/tvoed-bund), [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l) und [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). ### Was in einer Ausschreibung wirklich zugesagt ist Viele Bewerberinnen und Bewerber vergleichen die Gruppe einer kommunalen Stelle mit der einer Landesstelle und wundern sich über die Differenz. TVöD und TV-L sind verschiedene Tarifverträge mit eigenen Tabellen und eigenen Laufzeiten; auch Bund und Kommunen zahlen in E 9a bis E 9c unterschiedlich. Eine E 11 beim Land ist deshalb nicht dieselbe Zahl wie eine E 11 in der Stadtverwaltung. Der Beitrag [TVöD oder TV-L](/infocenter/tvoed-oder-tv-l-unterschiede) stellt beide Systeme gegenüber. Der zweite Punkt betrifft die Stufe. Steht in der Anzeige nur „E 11“, ist damit kein Betrag zugesagt, sondern eine Spanne von Stufe 1 bis Stufe 6. Fragen Sie im Auswahlgespräch nach der vorgesehenen Stufe und legen Sie Zeugnisse über einschlägige Tätigkeiten bei, bevor der Vertrag geschrieben wird. In der [Stellensuche](/jobs) lässt sich nach Entgeltgruppe filtern, etwa auf [E 9b im TVöD VKA](/jobs?eg=e9b&tarif=tvoed-vka), sodass Sie Stellen derselben Bewertung direkt nebeneinander sehen. ### Häufige Fragen **Was ist der Unterschied zwischen E 13 und A 13?** E 13 ist eine Entgeltgruppe des TVöD oder TV-L und gilt für Tarifbeschäftigte mit Arbeitsvertrag. A 13 ist eine Besoldungsgruppe der Bundes- oder Landesbesoldungsordnung und gilt für Beamtinnen und Beamte. Beide stehen für Aufgaben, die ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium voraussetzen. Die Beträge und die Abzüge unterscheiden sich deutlich, weil von der Besoldung keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgehen. **Kann ich die Entgeltgruppe verhandeln?** Nein. Die Entgeltgruppe ergibt sich aus den Tätigkeitsmerkmalen der Stelle und steht in der Ausschreibung fest. Verhandelbar ist die Stufe, wenn Sie einschlägige Berufserfahrung nachweisen, sowie in engen Grenzen eine Vorweggewährung nach § 16 Abs. 6 TVöD zur Deckung des Personalbedarfs. Klären Sie beides vor der Vertragsunterschrift, danach lässt sich die Stufenzuordnung kaum noch korrigieren. **Wie lange dauert der Aufstieg in die nächste Stufe?** § 16 Abs. 3 TVöD nennt feste Laufzeiten: Stufe 2 nach einem Jahr in Stufe 1, Stufe 3 nach zwei Jahren, Stufe 4 nach drei Jahren, Stufe 5 nach vier Jahren und Stufe 6 nach fünf Jahren in der jeweils vorangegangenen Stufe. Von Stufe 4 an kann die Zeit bei erheblich überdurchschnittlicher Leistung verkürzt werden. Von Stufe 1 bis zur Endstufe 6 vergehen damit fünfzehn Jahre in derselben Entgeltgruppe. **Gibt es die Besoldungsgruppe A 2 noch?** Beim Bund nicht mehr. In Anlage I des Bundesbesoldungsgesetzes ist A 2 als weggefallen ausgewiesen, die Bundesbesoldungsordnung A beginnt mit A 3. Die Länder haben eigene Besoldungsordnungen und teilweise noch eigene Eingangsämter im einfachen Dienst. Prüfen Sie deshalb bei einer Landesstelle immer das jeweilige Landesbesoldungsgesetz und nicht die Bundestabelle. **Was bedeutet gehobener Dienst bei Tarifbeschäftigten?** Laufbahngruppen gibt es nur im Beamtenrecht. In Ausschreibungen wird der Begriff aber auch für Tarifstellen verwendet, die ein Bachelor- oder Fachhochschulstudium voraussetzen. Das entspricht etwa den Entgeltgruppen E 9b bis E 12. StaatsJobs ordnet Tarif- und Beamtenstellen nach diesem Schema derselben Laufbahn zu, damit Sie beide Gruppen mit einem Filter finden. ### Quellen - Bundesbesoldungsgesetz, Anlage I (Bundesbesoldungsordnungen A und B): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/anlage_i.html (Abruf 7.9.2026) - Bundesbesoldungsgesetz, Anlage IV (Grundgehaltssätze, 8 Erfahrungsstufen): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/anlage_iv.html (Tabelle gültig ab 1.3.2024) - TVöD Allgemeiner Teil, VKA-Lesefassung (§ 16 Stufen, § 17 Stufenlaufzeit): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - Art. 33 Abs. 2 Grundgesetz (Bestenauslese): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_33.html (Abruf 7.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/vka/a/4410-vka-2026.html (Tarifeinigung 6.4.2025, Tabelle ab 1.5.2026) - Grundgehalt Bundesbesoldung A (data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/beamte/besoldung/bund/4346-2026.html (BMI-Rundschreiben 3.9.2025, vorläufig, ab 1.5.2026) --- ## Jobs bei Stadtwerken und kommunalen Unternehmen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/stadtwerke-jobs-kommunale-unternehmen Kategorie: Berufe & Bereiche Themen: Stadtwerke, Verkehrsbetriebe, Sparkassen, TV-V, TV-N, Öffentliche Unternehmen Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Stadtwerke und kommunale Unternehmen zahlen nach eigenen Tarifverträgen, nicht nach dem TVöD. Der TV-V kennt die Entgeltgruppen 1 bis 15 mit sechs Stufen; in Gruppe 9 beginnt die Tabelle ab 1. Juni 2026 bei 4.618,94 Euro und endet in Stufe 6 bei 5.725,69 Euro. Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 39 Stunden, der Urlaub 30 Arbeitstage, die jährliche Sonderzahlung mindestens 100 Prozent des Oktoberentgelts. Verbeamtung ist bei GmbH und AG ausgeschlossen. Steht in einer Ausschreibung „Entgeltgruppe 9 TV-V“, meint das etwas anderes als „E 9 TVöD“. Der Tarifvertrag Versorgungsbetriebe hat eine eigene Tabelle: In Gruppe 9 beginnt sie ab 1. Juni 2026 bei 4.618,94 Euro im Monat und endet in Stufe 6 bei 5.725,69 Euro. Wer bei Stadtwerken, Verkehrsbetrieben, Sparkassen oder kommunalen Kliniken arbeitet, ist Teil des öffentlichen Sektors, aber nicht der Verwaltung, und die Unterschiede fangen beim Tarifvertrag an. Aktuelle Stellen finden Sie unter [Jobs bei öffentlichen Unternehmen](/jobs/oeffentliche-unternehmen). ### Was sind öffentliche Unternehmen? Öffentliche Unternehmen erfüllen Aufgaben der Daseinsvorsorge, die eine Kommune oder ein Land nicht in der eigenen Verwaltung erledigen will oder darf. Dazu zählen Stadtwerke, die Strom, Gas, Fernwärme und Wasser liefern und oft auch Bäder und Telekommunikation betreiben, sowie Verkehrsbetriebe für Bus, Straßenbahn und U-Bahn, häufig als Tochter der Stadtwerke. Hinzu kommen Entsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebe, kommunale Wohnungsbaugesellschaften, Sparkassen als Kreditinstitute in kommunaler Trägerschaft, städtische Kliniken und Universitätsklinika sowie Infrastrukturgesellschaften für Flughäfen, Häfen und Messen. Für die Stellensuche trennt StaatsJobs den [Arbeitgebertyp öffentliches Unternehmen](/jobs/arbeitgebertyp/oeffentliches-unternehmen) von der [Kommune](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) als Kernverwaltung. Diese Trennung ist keine Formalie: Sie entscheidet über Tarifvertrag, Statusmöglichkeiten und Bewerbungsverfahren. ### Welche Rechtsform, welcher Tarif? Die Rechtsform bestimmt, ob Sie Arbeitnehmer eines Unternehmens oder Beschäftigter der Kommune sind, und welches Tarifwerk gilt. #### Eigenbetrieb Der Eigenbetrieb ist rechtlich Teil der Kommune, nur organisatorisch und wirtschaftlich verselbstständigt. Beschäftigte haben ihren Arbeitsvertrag mit der Stadt oder dem Landkreis; es gilt der **TVöD**, oft in der Fassung für Versorgungsbetriebe oder Entsorgung. Typische Beispiele sind Stadtentwässerung, Abfallwirtschaftsbetriebe und städtische Bäder. #### Anstalt des öffentlichen Rechts Die Anstalt des öffentlichen Rechts hat eine eigene Rechtspersönlichkeit, bleibt aber öffentlich-rechtlich. Sparkassen sind fast durchweg als solche organisiert, ebenso viele Stadtreinigungen und einzelne Stadtwerke. Für die Beschäftigten gilt ein Tarifvertrag, bei Sparkassen der **TVöD-Sparkassen** mit eigener Entgelttabelle. Eine Anstalt kann grundsätzlich Beamte beschäftigen; praktisch betrifft das übernommene Altfälle. #### GmbH oder Aktiengesellschaft in kommunaler Hand Die meisten Stadtwerke, Verkehrsbetriebe, Wohnungsgesellschaften und Klinikverbünde sind privatrechtlich organisiert, die Anteile hält die Kommune ganz oder mehrheitlich. Die Beschäftigten sind Arbeitnehmer der Gesellschaft. Welcher Tarifvertrag gilt, hängt an der Mitgliedschaft im kommunalen Arbeitgeberverband: der **TV-V** bei Versorgungsbetrieben, der **TV-N** bei Verkehrsunternehmen, der **TVöD** bei Kliniken, Bädern und Wohnungsgesellschaften ohne Spartentarif, ein **Haustarifvertrag** bei Flughäfen, Messen, Häfen und einigen großen Versorgern. Der TV-V gilt dabei unmittelbar nur für rechtlich selbstständige Versorgungsbetriebe, die in der Regel mehr als 20 wahlberechtigte Arbeitnehmer beschäftigen und deren Personal zu mindestens 90 Prozent in der Energie- oder Wasserversorgung eingesetzt ist. Andere Betriebe können landesbezirklich einbezogen werden. ### Wie funktioniert der TV-V? Der TV-V weicht in mehreren Punkten sichtbar vom TVöD ab. Er kennt die Entgeltgruppen 1 bis 15, wobei die Gruppen 2 bis 15 in sechs Stufen aufgeteilt sind und die Gruppe 1 nur einen einzigen Betrag hat. Eingruppiert wird nach der Tätigkeit, die mindestens zur Hälfte regelmäßig auszuüben ist. Der Stufenaufstieg richtet sich nach der Betriebszugehörigkeit beim selben Arbeitgeber, nicht nach allgemeiner Berufserfahrung. | Regelung | TV-V | | --- | --- | | Entgeltgruppen | 1 bis 15; Gruppen 2 bis 15 mit sechs Stufen (§ 5 Abs. 1 und 2) | | Stufenlaufzeiten | Stufe 2 nach 2 Jahren, Stufe 3 nach 2, Stufe 4 nach 3, Stufe 5 nach 4, Stufe 6 nach 4 Jahren | | Stufenzuordnung | Förderliche Zeiten können berücksichtigt werden; bei überdurchschnittlicher Leistung kann die Laufzeit verkürzt werden (Kann-Regel) | | Höhergruppierung | Stufengleich aus den Gruppen 2 bis 14; die Laufzeit beginnt am Tag der Höhergruppierung neu (§ 5 Abs. 2a) | | Arbeitszeit | 39 Stunden wöchentlich ohne Pausen; einvernehmliche Erhöhung auf bis zu 42 Stunden möglich, befristet auf 18 Monate | | Urlaub | 30 Arbeitstage bei Fünf-Tage-Woche; Zusatzurlaub je vier Monate Schicht- oder je zwei Monate Wechselschichtarbeit | | Sonderzahlung | Mindestens 100 v. H. des Oktoberentgelts, ausgezahlt mit dem Novemberentgelt (§ 16) | | Leistungsentgelt | Widerrufliche Leistungszulagen und Leistungsprämien nach § 6 Abs. 5 und 6, jährlich neu entschieden, nicht zusatzversorgungspflichtig | Zwei Punkte verdienen Aufmerksamkeit. Die **Stufenzuordnung bei Einstellung** ist eine Kann-Regel: Förderliche Zeiten aus früheren Beschäftigungen können angerechnet werden, ein Anspruch besteht nicht. Wer aus der Privatwirtschaft kommt, sollte einschlägige Vorerfahrung deshalb im Bewerbungsverfahren belegen und die Anrechnung ausdrücklich ansprechen; die Systematik im Tarifbereich beschreibt der Beitrag [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). Zum Zweiten sind die Leistungsbestandteile widerruflich und werden jährlich neu entschieden; sie erhöhen weder die Bemessungsgrundlage für die Entgeltfortzahlung noch die Zusatzversorgung. #### Beispiel Entgeltgruppe 9 Die Entgelttabelle des TV-V gilt ab 1. Juni 2026. In der Entgeltgruppe 9 zahlt sie in Stufe 1 4.618,94 Euro, in Stufe 3 5.282,91 Euro und in Stufe 6 5.725,69 Euro monatlich. Die Spanne innerhalb einer Gruppe beträgt damit gut 1.100 Euro, erreichbar nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit. Die Gruppe 1 kennt nur einen Betrag von 2.604,51 Euro, die Gruppe 15 beginnt bei 6.813,22 Euro. Zum Vergleich mit der Verwaltung dient die [TVöD-Tabelle VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka); die Systematik der Entgeltgruppen erklärt der Beitrag [Eingruppierung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Welche Berufe werden gesucht? Öffentliche Unternehmen suchen andere Profile als die Verwaltung. Verwaltungsfachangestellte sind dort die Ausnahme, Technikerinnen, Handwerker und Kaufleute die Regel. Gefragt sind Elektroniker für Betriebstechnik, Anlagenmechaniker, Netzmonteure und Ingenieurinnen der Elektro-, Versorgungs- und Verfahrenstechnik, dazu Fahrpersonal und Kfz-Mechatroniker im Nahverkehr. In der [IT](/jobs/berufsfeld/it-digitalisierung) geht es um Netzleittechnik, Abrechnungssysteme, intelligente Messsysteme und Informationssicherheit für kritische Infrastruktur, im kaufmännischen Bereich um Energiewirtschaft, Abrechnung, Controlling und Einkauf. Kommunale Kliniken suchen Pflegefachkräfte und Ärztinnen, Sparkassen Bankkaufleute und Kundenberatung. Viele dieser Berufe werden auch ausgebildet; Plätze finden Sie unter [Ausbildungs- und Studienplätze](/ausbildung). | Bereich | Typische Arbeitgeber | Tarifwerk | | --- | --- | --- | | Energie und Wasser | Stadtwerke, Wasserverbände, Fernwärmegesellschaften | TV-V, teils Haustarif | | Nahverkehr | Verkehrsbetriebe, Verkehrsverbünde | TV-N, landesbezirklich verschieden | | Entsorgung | Abfallwirtschaftsbetriebe, Stadtreinigung, Stadtentwässerung | TVöD, oft als Eigenbetrieb | | Wohnen | Kommunale Wohnungsbaugesellschaften | TVöD oder Haustarif | | Finanzen | Sparkassen, Landesbanken, Förderbanken | TVöD-Sparkassen | | Gesundheit | Städtische Kliniken, Universitätsklinika | TVöD-K, TV-Ärzte | | Infrastruktur | Flughäfen, Häfen, Messen | Haustarifverträge | ### Was ändert sich gegenüber der Kernverwaltung? Der auffälligste Unterschied ist der Status. GmbH und AG können keine Beamten ernennen, Pension und Beihilfe scheiden damit aus; wer das will, braucht eine Stelle in der Verwaltung, zu finden unter [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte). Die Alternative ist nicht schlecht: Es gilt Tarifbindung mit festen Entgeltgruppen und Stufen, im TV-V 30 Tage Urlaub und eine Sonderzahlung von mindestens 100 Prozent des Oktoberentgelts, dazu die betriebliche Zusatzversorgung über die kommunalen Zusatzversorgungskassen. Die Unterschiede beider Statusgruppen behandelt der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). Der zweite Unterschied betrifft die Arbeitszeit. Netzbetrieb, Leitstelle, Fahrdienst und Klinik laufen rund um die Uhr, Schicht- und Bereitschaftsdienste sind der Normalfall und werden über Zuschläge und Zusatzurlaub ausgeglichen. Die Gleitzeit der Verwaltung findet sich nur in kaufmännischen Bereichen. Der dritte betrifft die Interessenvertretung: In einer GmbH gilt das Betriebsverfassungsgesetz, Sie haben es mit einem Betriebsrat zu tun, nicht mit einem Personalrat. Damit ändern sich auch die Beteiligungsrechte bei Einstellung und Eingruppierung. Konkret statt abstrakt lässt sich das unternehmerische Umfeld an drei Punkten festmachen: Kunden können den Stromanbieter wechseln, Verkehrsleistungen werden nach dem Vergaberecht ausgeschrieben und turnusmäßig neu vergeben, und Kliniken rechnen über Fallpauschalen ab. Das erklärt, warum der TV-V überhaupt leistungsbezogene Entgeltbestandteile kennt, die der TVöD in dieser Form nicht hat. Wer aus der Privatwirtschaft wechselt, findet weitere Hinweise im Beitrag zum [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst). ### Worauf Sie sich bei der Bewerbung einstellen 1. Prüfen Sie, welcher Tarifvertrag und welche Entgeltgruppe in der Ausschreibung stehen. Fehlt die Angabe, fragen Sie vor dem Gespräch nach, nicht danach. Eine Gruppe ohne Tarifwerk ist keine Information. 2. Sprechen Sie die Anrechnung förderlicher Zeiten aktiv an. Im TV-V ist sie eine Kann-Regel; wer nicht danach fragt, startet in Stufe 1 und braucht zwei Jahre bis zur nächsten Stufe. 3. Belegen Sie fachliche Nachweise, die in der Branche zählen: Schaltberechtigung, Führerschein der Klasse D, Fachkunde nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz oder Zertifikate zur Informationssicherheit. 4. Rechnen Sie mit einem Auswahlgespräch, das auf Praxis zielt statt auf Rechtskenntnisse, und mit einem kürzeren Verfahren als im Laufbahnrecht. 5. Lesen Sie eine Entgeltgruppe nie mit der falschen Tabelle. Sparkassen, Kliniken und Versorger haben je eigene Systematiken, und die Beträge weichen deutlich voneinander ab. Der häufigste Fehler liegt beim letzten Punkt. Wer „EG 9“ liest und im Kopf die TVöD-Tabelle aufruft, verhandelt auf falscher Grundlage und merkt es erst mit der ersten Abrechnung. Fragen Sie im Zweifel nach der geltenden Fassung samt Datum; die Lesefassungen der Spartentarifverträge veröffentlicht die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände auf [vka.de](https://vka.de/sparten/versorgung/). ### Häufige Fragen **Gehören Stadtwerke zum öffentlichen Dienst?** Wirtschaftlich ja, rechtlich nur teilweise. Stadtwerke befinden sich in kommunaler Hand, sind aber meist als GmbH oder Aktiengesellschaft organisiert und beschäftigen ihr Personal nach Arbeitsrecht und Tarifvertrag, nicht nach Beamtenrecht. Viele sind Mitglied in einem kommunalen Arbeitgeberverband und wenden den TV-V oder den TVöD an, andere haben Haustarifverträge. Der TV-V gilt unmittelbar nur für Betriebe mit in der Regel mehr als 20 wahlberechtigten Arbeitnehmern. **Was verdient man nach TV-V?** Der TV-V hat eigene Entgeltgruppen von 1 bis 15, die Gruppen 2 bis 15 sind in sechs Stufen aufgeteilt. In der Entgeltgruppe 9 beginnt die Tabelle ab 1. Juni 2026 bei 4.618,94 Euro monatlich in Stufe 1 und erreicht in Stufe 6 5.725,69 Euro. Die Entgeltgruppe 1 kennt nur einen Betrag, 2.604,51 Euro. Hinzu kommen können widerrufliche Leistungszulagen und Leistungsprämien nach § 6. **Kann ich bei einem kommunalen Unternehmen verbeamtet werden?** In aller Regel nein. Beamte gibt es nur bei Dienstherren mit Dienstherrnfähigkeit, also Gebietskörperschaften und bestimmten Anstalten des öffentlichen Rechts. Eine GmbH oder AG kann keine Beamten ernennen. Vereinzelt sind Beamte der Stadt zu einem Eigenbetrieb oder einer Anstalt abgeordnet oder zugewiesen; neue Verbeamtungen finden dort praktisch nicht statt. **Wie lange dauert der Stufenaufstieg im TV-V?** Nach § 5 Abs. 2 TV-V erreichen Beschäftigte Stufe 2 nach zwei Jahren in Stufe 1, Stufe 3 nach weiteren zwei Jahren, Stufe 4 nach drei, Stufe 5 nach vier und Stufe 6 nach vier weiteren Jahren. Maßgeblich ist die Betriebszugehörigkeit beim selben Arbeitgeber. Förderliche Zeiten können berücksichtigt werden, und bei Leistungen erheblich über dem Durchschnitt kann die Zeit verkürzt werden. **Was ist der Unterschied zwischen TVöD, TV-V und TV-N?** Alle drei sind Tarifverträge der kommunalen Arbeitgeberverbände. Der TVöD gilt für die Kernverwaltung und viele Eigenbetriebe. Der TV-V regelt Versorgungsbetriebe wie Stadtwerke mit eigener Entgelttabelle, eigener Stufensystematik und leistungsbezogenen Elementen. Der TV-N gilt für den kommunalen Nahverkehr und wird landesbezirklich abgeschlossen, weshalb er regional unterschiedlich ausfällt. Welcher Vertrag gilt, steht in der Ausschreibung. ### Quellen - Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V), Lesefassung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TV-V_AETV_18_Lesefassung_Stand-01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 18, Stand 1.1.2026) - VKA, Sparte Versorgung: Tarifverträge für Versorgungsbetriebe: https://vka.de/sparten/versorgung/ (abgerufen 7.9.2026) - TV-V Broschürenfassung der VKA: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/250406_TV-V_Versorgung.pdf (Fassung vom 6.4.2025) --- ## Zivil bei der Bundeswehr: Berufe, Tarif, Verbeamtung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/bundeswehr-zivile-karriere Kategorie: Berufe & Bereiche Themen: Bundeswehr (zivil), Bund, Verbeamtung, Laufbahn, TVöD Bund Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Bundeswehr beschäftigt rund 81.000 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Mehrzahl davon als Tarifbeschäftigte. Drei zivile Laufbahnen stehen offen: der mittlere Dienst mit zweijährigem Vorbereitungsdienst, der gehobene Dienst über duales Studium oder Direkteinstieg mit Bachelor und anderthalb Jahren Berufserfahrung sowie der höhere Dienst mit Master. Der größte zivile Organisationsbereich ist die Infrastruktur, daneben stehen Personal, Ausrüstung sowie Cyber- und Informationsraum. Rund 81.000 zivile Expertinnen und Experten arbeiten nach Angabe des eigenen Karriereportals bei der Bundeswehr. Sie bauen keine Panzer und tragen keine Uniform, sondern verwalten Liegenschaften, beschaffen Material, betreiben Netze, rechnen Bezüge ab und beraten Bewerber. Die Mehrzahl des Zivilpersonals gehört zur Statusgruppe der Tarifbeschäftigten. ### Was machen zivile Beschäftigte bei der Bundeswehr? Die Bundeswehr gliedert ihre zivilen Aufgaben in Organisationsbereiche. Der Bereich Personal umfasst das Bundesamt für das Personalmanagement mit 18 Karrierecentern und 110 Karriereberatungsbüros. Dort arbeiten Personalsachbearbeitung, Bezügewesen, Eignungsdiagnostik und Karriereberatung. Der Bereich Ausrüstung verantwortet Beschaffung, Rüstungsprojekte und technische Prüfung. Ingenieurinnen, Vergabejuristen und kaufmännische Sachbearbeitung sitzen hier. Der Bereich Infrastruktur ist nach eigener Darstellung der größte zivile Organisationsbereich und deckt Liegenschaften, Bauunterhalt, Umweltschutz und Dienstleistungen ab. Der Cyber- und Informationsraum bündelt IT-Betrieb, Netze und Informationssicherheit. Daneben besteht die klassische Bundeswehrverwaltung mit Wehrverwaltung, Rechtsangelegenheiten, Haushalt und Truppenverwaltung. Wer aus einer Kommune oder einem Landesamt wechselt, findet dort die vertrauteste Arbeitsumgebung, nur mit Bundesrecht statt Landesrecht. Hinzu kommen der Sanitätsdienst mit zivilem Pflege- und Laborpersonal in den Bundeswehrkrankenhäusern sowie Forschungseinrichtungen wie die Wehrtechnischen Dienststellen, die Wissenschaftlerinnen und Prüfingenieure beschäftigen. ### Welche Laufbahnen und Zugänge gibt es? Das Karriereportal unterscheidet drei zivile Laufbahnen. Sie unterscheiden sich in Zugangsvoraussetzung, Ausbildungsweg und Endamt. | Laufbahn | Zugang | Weg | | --- | --- | --- | | Mittlerer Dienst | Mittlere Reife oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung | Zweijähriger Vorbereitungsdienst mit neunmonatigem Praktikum und Englischausbildung; Direkteinstieg mit passender Ausbildung und mindestens anderthalb Jahren Berufserfahrung | | Gehobener Dienst | Fachhochschulreife oder Hochschulreife für das duale Studium; Bachelor oder Master für den Direkteinstieg | Duales Studium; Direkteinstieg mit anderthalb Jahren Berufserfahrung; Traineeprogramme ohne Vorerfahrung | | Höherer Dienst | Masterabschluss, bei Juristen erste und zweite juristische Staatsprüfung | In der Regel zweieinhalb Jahre Berufserfahrung; Traineeprogramme für technische Masterabsolventen ohne Vorerfahrung | *Angaben nach dem Karriereportal der Bundeswehr, abgerufen im September 2026.* Die Traineeprogramme sind der interessanteste Zugang, weil sie die sonst übliche Hürde der Vorerfahrung ausdrücklich entfallen lassen. Wer direkt von der Hochschule kommt, sollte gezielt nach ihnen suchen. ### Tarifbeschäftigung oder Verbeamtung? Beide Statusgruppen kommen nebeneinander vor, oft auf vergleichbaren Dienstposten. Für Tarifbeschäftigte des Bundes gilt der TVöD in der Fassung für die Bundesverwaltung; die Eingruppierung folgt der Tätigkeit, nicht dem Abschluss. | Typische Zuordnung | Tarif (TVöD Bund) | Beamte (BBesO A) | | --- | --- | --- | | Mittlerer Dienst, Sachbearbeitung | E 6: 3.240 € bis 3.926 € | A 6 bis A 9: 3.000 € bis 4.535 € | | Gehobener Dienst, Einstieg | E 9b: 3.834 € bis 5.298 € | A 9: 3.552 € bis 4.535 € | | Gehobener Dienst, herausgehoben | E 11: 4.270 € bis 6.327 € | A 12: 4.589 € bis 6.157 € | | Höherer Dienst, Einstieg | E 13: 4.901 € bis 7.026 € | A 13: 5.343 € bis 6.806 € | *TVöD Bund ab 1. Mai 2026 und Bundesbesoldungsordnung A ab 1. Mai 2026, brutto pro Monat, jeweils Stufe 1 bis Endstufe, auf volle Euro gerundet.* Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar, weil Beamte keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen, dafür aber Beiträge zur privaten Krankenversicherung. Die vollständigen Tabellen stehen unter [TVöD Bund](/infocenter/tabellen/tvoed-bund) und [Bundesbesoldung](/infocenter/tabellen/besoldung-bund); die Abwägung führt der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede) durch. Die Verbeamtung setzt neben der Laufbahnbefähigung die Höchstaltersgrenze des Bundes und die gesundheitliche Eignung voraus. Innerhalb der Bundeswehrverwaltung ist der spätere Wechsel vom Tarifverhältnis ins Beamtenverhältnis üblich, wenn die Laufbahnbefähigung nachträglich erworben wird. ### Ausbildung und duales Studium Die Bundeswehr bildet zivil in mehreren Dutzend anerkannten Ausbildungsberufen aus, von der Verwaltungsfachangestellten über Fachinformatik und Elektronik bis zu Kfz-Mechatronik und Fachkraft für Lagerlogistik. Ausgebildet wird an den Standorten der Verwaltung, der Instandsetzung und der Depots. Auszubildende im zivilen Bereich sind Tarifbeschäftigte, nicht Soldaten, und werden nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes vergütet. Der Weg über die Ausbildung ist der leiseste Zugang zur Bundeswehr und führt regelmäßig zur Übernahme, weil die Behörde in der Fläche Personal sucht. Die Grundlagen dazu stehen im Beitrag [Ausbildung im öffentlichen Dienst](/infocenter/ausbildung-oeffentlicher-dienst-berufe-bewerbung), offene Plätze unter [Ausbildung](/ausbildung). ### Wie läuft die Bewerbung ab? Zivile Stellen laufen über das Bewerbungsportal der Bundeswehr, viele parallel über die Stellenbörse des Bundes. Der Ablauf folgt der Bestenauslese wie in jeder Behörde, mit einem zusätzlichen Schritt. 1. **Bewerbung mit Kennziffer:** Ohne die Kennziffer der Ausschreibung ordnet die Personalstelle die Unterlagen nicht zu. 2. **Vorauswahl nach Anforderungsprofil:** Geprüft wird, ob die formalen Voraussetzungen der Laufbahn oder der Entgeltgruppe erfüllt sind. 3. **Auswahlverfahren:** Strukturiertes Interview vor einer Kommission, bei technischen und IT-Stellen häufig mit Fachteil. 4. **Sicherheitsüberprüfung:** Je nach Dienstposten Ü1, Ü2 oder Ü3 nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz. Sie ist der Grund, warum Verfahren bei der Bundeswehr oft länger dauern als anderswo. 5. **Beteiligung der Personalvertretung** und Einstellungszusage. Den allgemeinen Ablauf beschreibt der Beitrag [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren). Wer aus der Privatwirtschaft kommt, findet die Anschlussstellen im Beitrag [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst). ### Für wen sich der Schritt lohnt und für wen nicht Die Bundeswehr ist bundesweit an Hunderten Standorten präsent, auch in Regionen ohne andere große Arbeitgeber. Für Ingenieure, IT-Fachkräfte und Vergabejuristen ist das der stärkste Vorteil: Wohnortnahe Stellen im gehobenen und höheren Dienst gibt es dort, wo sonst nur das Landratsamt bliebe. Die Rüstungsprojekte sind fachlich anspruchsvoll und langfristig finanziert. Dagegen stehen die Sicherheitsüberprüfung, ein spürbar formaler Umgangston und Standorte, die häufig außerhalb der Städte liegen. Wer Versetzungsbereitschaft für den gehobenen Dienst zusagt, sollte das ernst nehmen: In der Bundesverwaltung ist der Ortswechsel Teil der Laufbahn, nicht die Ausnahme. Offene Stellen stehen unter [Arbeitgeber Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund) und über die Suche nach [Bundeswehr](/jobs?q=Bundeswehr). ### Häufige Fragen **Wie viele zivile Beschäftigte hat die Bundeswehr?** Die Bundeswehr nennt auf ihrem Karriereportal rund 81.000 zivile Expertinnen und Experten. Sie arbeiten neben den Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehrverwaltung und in den Organisationsbereichen Personal, Ausrüstung, Infrastruktur sowie Cyber- und Informationsraum. Der Bereich Infrastruktur ist dabei nach eigener Angabe der größte zivile Organisationsbereich. **Muss ich bei einer zivilen Stelle bei der Bundeswehr Soldat werden?** Nein. Zivile Beschäftigte tragen keine Uniform, leisten keinen Wehrdienst und werden nicht in Auslandseinsätze kommandiert, sofern sie sich nicht freiwillig melden. Sie arbeiten als Tarifbeschäftigte oder Beamte in Verwaltung, Technik, IT, Medizin oder Infrastruktur. Die Sicherheitsüberprüfung ist allerdings Standard und dauert je nach Stufe mehrere Monate. **Welche Laufbahnen gibt es für zivile Beschäftigte bei der Bundeswehr?** Das Karriereportal nennt drei: den mittleren Dienst mit mittlerer Reife oder Hauptschulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung, den gehobenen Dienst mit Fachhochschulreife für das duale Studium oder Bachelorabschluss plus anderthalb Jahre Berufserfahrung für den Direkteinstieg, sowie den höheren Dienst mit Masterabschluss und in der Regel zweieinhalb Jahren Berufserfahrung. Für Juristen gelten beide Staatsprüfungen. **Was verdient man als ziviler Beschäftigter bei der Bundeswehr?** Für Tarifbeschäftigte gilt der TVöD in der Fassung für den Bund. Nach der Tabelle ab 1. Mai 2026 liegt E 6 zwischen 3.240 und 3.926 Euro, E 9b zwischen 3.834 und 5.298 Euro und E 13 zwischen 4.901 und 7.026 Euro brutto im Monat. Beamte des gehobenen Dienstes beginnen nach der Bundesbesoldungstabelle in A 9 mit 3.552 Euro. **Kann ich bei der Bundeswehr zivil verbeamtet werden?** Ja. Die Bundeswehrverwaltung führt eigene Vorbereitungsdienste für den mittleren und den gehobenen nichttechnischen sowie technischen Dienst. Der mittlere Dienst umfasst einen zweijährigen Vorbereitungsdienst mit neunmonatigem Praktikum und Englischausbildung. Für den gehobenen Dienst führt der Weg über ein duales Studium. Es gelten die Höchstaltersgrenzen des Bundes und die gesundheitliche Eignung. ### Quellen - Bundeswehr Karriere, Arbeitgeber Bundeswehr (zivile Beschäftigte, Organisationsbereiche): https://www.bundeswehrkarriere.de/entdecker/karriere-infos/arbeitgeber-bundeswehr (abgerufen am 8.9.2026) - Bundeswehr Karriere, Laufbahnen zivil (mittlerer, gehobener und höherer Dienst): https://www.bundeswehrkarriere.de/entdecker/jobs/laufbahnen-zivil (abgerufen am 8.9.2026) - Entgelttabelle TVöD Bund ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_Bund-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tvoed-bund.html (Stand 1.5.2026, Laufzeit bis 31.3.2027) - Besoldungstabelle Bund, Besoldungsordnung A ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/beamte/besoldung/bund/4346-2026.html (BMI-Rundschreiben vom 3.9.2025, vorläufig) --- ## Wissenschaftliche Mitarbeit: E 13, WissZeitVG und Teilzeit URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/wissenschaftlicher-mitarbeiter-e13-wisszeitvg Kategorie: Berufe & Bereiche Themen: Hochschule, TV-L, Befristung, Eingruppierung, Teilzeit Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden meist nach E 13 TV-L bezahlt und nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz befristet. § 2 WissZeitVG erlaubt sechs Jahre vor und sechs Jahre nach der Promotion, in der Medizin neun Jahre danach, jeweils verlängert um zwei Jahre je Kind unter 18 Jahren. E 13 Stufe 1 im TV-L liegt ab 1.4.2026 bei 4.759,37 Euro brutto in Vollzeit. Zum Jahresende 2024 waren 66 Prozent des hauptberuflichen wissenschaftlichen Personals befristet und 39 Prozent in Teilzeit beschäftigt. In der Ausschreibung steht E 13. Auf dem Kontoblatt steht die Hälfte. Wissenschaftliche Mitarbeit an einer deutschen Hochschule ist fast immer Teilzeit auf Zeit: Zum Jahresende 2024 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts 66 Prozent des hauptberuflichen wissenschaftlichen und künstlerischen Personals befristet beschäftigt und 39 Prozent arbeiteten in Teilzeit. Wer die Entgeltgruppe liest, aber nicht den Stellenanteil, verrechnet sich um mehrere tausend Euro im Jahr. ### Was verdient man als wissenschaftliche Mitarbeiterin? Die übliche Entgeltgruppe ist **E 13** im TV-L, dem Tarifvertrag der Länder. Ab dem 1. April 2026 gelten dort diese Tabellenwerte für eine volle Stelle: | Stufe | E 13 Vollzeit | bei 65 Prozent | bei 50 Prozent | | --- | --- | --- | --- | | Stufe 1 | 4.759,37 € | rund 3.094 € | rund 2.380 € | | Stufe 2 | 5.106,09 € | rund 3.319 € | rund 2.553 € | | Stufe 3 | 5.366,89 € | rund 3.489 € | rund 2.683 € | | Stufe 4 | 5.873,56 € | rund 3.818 € | rund 2.937 € | Die Werte stammen aus der TV-L-Tabelle, die auf der Tarifeinigung vom 14. Februar 2026 beruht und ab dem 1. April 2026 gilt. Sie sind Bruttobeträge ohne Jahressonderzahlung, ohne Zusatzversorgung und ohne Zuschläge. Die vollständige Tabelle steht unter [TV-L-Entgelttabelle](/infocenter/tabellen/tv-l). Hessen führt einen eigenen Tarifvertrag, den TV-H, mit abweichenden Werten. Entscheidend ist der Stellenanteil, der in der Ausschreibung meist als Bruchteil der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit steht. Bei 50 Prozent halbiert sich das Tabellenentgelt, bei 65 Prozent bleiben knapp zwei Drittel. Die Arbeitsmenge halbiert sich dabei selten mit: Lehrverpflichtung, Betreuung und die eigene Qualifizierungsarbeit sind an die Stelle gekoppelt, nicht an den Anteil. Rechnen Sie den Tabellenwert deshalb selbst um, statt sich auf die Angabe im Text der Ausschreibung zu verlassen. ### Welche Stufe bekomme ich bei der Einstellung? Neu Eingestellte beginnen in Stufe 1, sofern keine einschlägige Berufserfahrung angerechnet wird. Wer einschlägige Erfahrung aus einer vorherigen befristeten Stelle mitbringt, kann in Stufe 2 oder 3 eingruppiert werden, wobei die Hochschule das prüfen und begründen muss. Promotionszeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin gelten dabei häufig als einschlägig, weil dieselbe Tätigkeit ausgeübt wurde. Wie Stufenzuordnung im Tarif funktioniert, erklärt der Beitrag [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). Die Entgeltgruppe selbst folgt aus der Tätigkeit, nicht aus dem Abschluss. E 13 setzt eine wissenschaftliche Tätigkeit voraus, die einen abgeschlossenen wissenschaftlichen Hochschulabschluss erfordert. Eine wissenschaftlich unterstützende Tätigkeit, etwa im Labor oder in der technischen Betreuung, führt zu einer niedrigeren Eingruppierung. Die Systematik dahinter beschreibt der Beitrag [Eingruppierung und Tätigkeitsmerkmale](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Wie lange darf die Hochschule befristen? Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz erlaubt Befristungen ohne Sachgrund, und zwar in zwei Blöcken. Nach **§ 2 Absatz 1** sind bis zu sechs Jahre vor der Promotion zulässig, wenn die Beschäftigung der eigenen wissenschaftlichen oder künstlerischen Qualifizierung dient. Nach abgeschlossener Promotion kommen bis zu sechs weitere Jahre hinzu, im Bereich der Medizin bis zu neun Jahre. Die vereinbarte Befristungsdauer muss der angestrebten Qualifizierung angemessen sein. Die Höchstdauer verlängert sich um **zwei Jahre je Kind unter 18 Jahren**, das betreut wird, und um zwei Jahre bei einer Behinderung oder schwerwiegenden chronischen Erkrankung. Angerechnet werden nach § 2 Absatz 3 alle früheren befristeten Arbeitsverhältnisse an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit mehr als einem Viertel der regelmäßigen Arbeitszeit, auch solche nach anderen Gesetzen. Ausgenommen bleiben studienbegleitende Beschäftigungen. Daneben steht die **Drittmittelbefristung** nach § 2 Absatz 2. Sie greift, wenn die Beschäftigung überwiegend aus Mitteln Dritter finanziert wird und diese Mittel für eine bestimmte Aufgabe und Zeitdauer bewilligt sind. Die Vertragsdauer soll dem bewilligten Projektzeitraum entsprechen. Diese Befristung zählt nicht auf die Sechsjahresfristen des Absatzes 1 an und ist deshalb der Grund, warum Beschäftigung an Hochschulen deutlich länger dauern kann als zwölf Jahre. | Grundlage | Höchstdauer | Voraussetzung | | --- | --- | --- | | § 2 Abs. 1 WissZeitVG, vor der Promotion | 6 Jahre | Beschäftigung dient der eigenen Qualifizierung | | § 2 Abs. 1 WissZeitVG, nach der Promotion | 6 Jahre, Medizin 9 Jahre | abgeschlossene Promotion | | Verlängerung für Kinder | je 2 Jahre pro Kind unter 18 | Betreuung eines oder mehrerer Kinder | | Verlängerung bei Behinderung | 2 Jahre | Behinderung oder schwerwiegende chronische Erkrankung | | § 2 Abs. 2 WissZeitVG, Drittmittel | Dauer der Bewilligung | überwiegende Finanzierung aus bewilligten Drittmitteln | | § 6 WissZeitVG, Hilfstätigkeiten | 6 Jahre insgesamt | Einschreibung an einer deutschen Hochschule | Von diesen Vorschriften kann nach § 1 des Gesetzes durch Vereinbarung nicht abgewichen werden. Eine Klausel im Arbeitsvertrag, die eine längere Höchstdauer verspricht oder eine kürzere festschreibt, ist unwirksam. Einen Paragrafen 2a gibt es im Wissenschaftszeitvertragsgesetz nicht, auch wenn er in Ratgebertexten gelegentlich auftaucht. ### Was gilt für studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte? Für sie gilt § 6. Befristete Arbeitsverträge zur Erbringung wissenschaftlicher oder künstlerischer Hilfstätigkeiten mit Studierenden, die an einer deutschen Hochschule für einen berufsqualifizierenden Abschluss eingeschrieben sind, sind bis zu einer Gesamtdauer von sechs Jahren zulässig. Verlängerungen innerhalb dieser Gesamtdauer sind möglich. Praktisch heißt das: Wer während des Studiums als Hilfskraft arbeitet, verbraucht damit nicht die spätere Promotionszeit. Wer allerdings nach dem Abschluss weiter auf einer Hilfskraftstelle beschäftigt wird, fällt aus § 6 heraus, weil die Einschreibung fehlt. Solche Verträge müssen dann auf § 2 oder auf das Teilzeit- und Befristungsgesetz gestützt werden, und sie zählen entsprechend mit. ### Was tun, wenn die Befristung unwirksam ist? Eine Befristung, die keine tragfähige Grundlage hat, führt nicht automatisch zu einem unbefristeten Vertrag. Sie muss angegriffen werden, und zwar innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Ende des Arbeitsverhältnisses durch Klage beim Arbeitsgericht. Diese Frist steht im Teilzeit- und Befristungsgesetz und ist eine Ausschlussfrist: Wer sie verstreichen lässt, kann die Befristung auch dann nicht mehr angreifen, wenn sie eindeutig rechtswidrig war. Typische Angriffspunkte sind eine überschrittene Höchstdauer, eine Drittmittelbefristung ohne entsprechende Bewilligung und eine Vertragslaufzeit, die zum Projektzeitraum nicht passt. Vor einer Klage lohnt der Gang zum Personalrat, der bei Einstellung und Befristung mitbestimmt und die Vorgeschichte der Stelle kennt. Wie Entfristungsverfahren im öffentlichen Dienst ablaufen, steht im Beitrag [Befristung und Entfristung im öffentlichen Dienst](/infocenter/befristung-entfristung-oeffentlicher-dienst). ### Der Rechenfehler, der die Promotion teuer macht Viele planen mit dem Tabellenwert und merken erst nach der Zusage, dass die Stelle 50 oder 65 Prozent umfasst. Zwischen E 13 Stufe 1 in Vollzeit und derselben Stufe auf einer halben Stelle liegen rund 2.380 Euro brutto im Monat, über drei Jahre gerechnet also ein mittlerer fünfstelliger Betrag. Auch die spätere Rente und die Zusatzversorgung folgen dem tatsächlichen Entgelt, nicht der Entgeltgruppe. Zwei Fragen klären das vor der Zusage. Erstens: Welcher Stellenanteil ist vereinbart, und ist eine Aufstockung während der Laufzeit vorgesehen? Zweitens: Auf welche Rechtsgrundlage wird die Befristung gestützt, § 2 Absatz 1 oder Absatz 2 des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, und wie viel der Höchstdauer ist durch frühere Stellen bereits verbraucht? Die Antwort auf die zweite Frage entscheidet darüber, ob nach diesem Vertrag überhaupt noch ein weiterer folgen kann. Offene Stellen an Hochschulen finden Sie unter [Hochschulen als Arbeitgeber](/jobs/arbeitgebertyp/hochschule) und gefiltert nach Entgeltgruppe unter [E 13](/jobs?eg=e13). ### Häufige Fragen **Wie lange darf ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter befristet beschäftigt werden?** § 2 des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes erlaubt eine Befristung von bis zu sechs Jahren vor der Promotion und noch einmal bis zu sechs Jahren danach, im Bereich der Medizin nach der Promotion bis zu neun Jahren. Die Höchstdauer verlängert sich um zwei Jahre je Kind unter 18 Jahren und um zwei Jahre bei einer Behinderung oder schwerwiegenden chronischen Erkrankung. Angerechnet werden frühere befristete Beschäftigungen an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. **Was verdient ein wissenschaftlicher Mitarbeiter in E 13?** Im TV-L liegt das Tabellenentgelt der Entgeltgruppe E 13 ab dem 1. April 2026 in Stufe 1 bei 4.759,37 Euro und in Stufe 3 bei 5.366,89 Euro brutto im Monat, jeweils in Vollzeit. Wer eine halbe Stelle hat, erhält die Hälfte. Bei einem Stellenanteil von 65 Prozent sind es aus Stufe 1 rund 3.094 Euro. Hinzu kommen Jahressonderzahlung und Zusatzversorgung, aber keine Zulage allein für die wissenschaftliche Tätigkeit. **Zählt eine Stelle als studentische Hilfskraft auf die sechs Jahre?** Nein. § 2 Absatz 3 des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes rechnet zwar alle befristeten Beschäftigungen mit mehr als einem Viertel der regelmäßigen Arbeitszeit an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf die Höchstdauer an, nimmt studienbegleitende Beschäftigungen davon aber aus. Für Hilfskräfte gilt zudem § 6 mit einer eigenen zulässigen Gesamtdauer von sechs Jahren, die neben die Fristen des § 2 tritt. **Was passiert, wenn die Höchstdauer nach dem WissZeitVG ausgeschöpft ist?** Dann ist eine weitere Befristung nach diesem Gesetz nicht mehr möglich. Möglich bleiben eine Drittmittelbefristung nach § 2 Absatz 2, eine Befristung mit Sachgrund nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz sowie eine unbefristete Stelle. Wer keine dieser Möglichkeiten erhält, verlässt die Hochschule. Ein Anspruch auf Entfristung entsteht aus der ausgeschöpften Höchstdauer nicht, wohl aber aus einer Befristung, die keinen wirksamen Grund hatte. **Kann ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter verbeamtet werden?** In der Regel nicht. Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Tarifbeschäftigte nach dem TV-L, in Hessen nach dem TV-H. Verbeamtet werden an Hochschulen im Wesentlichen Professorinnen und Professoren, an einigen Hochschulen zusätzlich Akademische Rätinnen und Räte. Die Ratsstellen sind der einzige nennenswerte Beamtenweg unterhalb der Professur und werden ihrerseits häufig befristet vergeben. ### Quellen - Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG), § 2 Befristungsdauer und Drittmittelfinanzierung: https://www.gesetze-im-internet.de/wisszeitvg/__2.html (abgerufen 8.9.2026) - Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG), § 6 wissenschaftliche und künstlerische Hilfstätigkeiten: https://www.gesetze-im-internet.de/wisszeitvg/__6.html (abgerufen 8.9.2026) - Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG), § 1 Geltungsbereich und Unabdingbarkeit: https://www.gesetze-im-internet.de/wisszeitvg/BJNR050610007.html (abgerufen 8.9.2026) - Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 359 vom 2.10.2025: Beschäftigte an Hochschulen 2024, Anteile Befristung und Teilzeit: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/10/PD25_359_213.html (Daten zum Jahresende 2024, veröffentlicht 2.10.2025) - Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), § 14 zulässige Befristung: https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__14.html (abgerufen 8.9.2026) - TV-L, Tabellenentgelt E 13, Tarifeinigung vom 14.2.2026, Tabelle in data/pay-tables/TV_L-2026-04-01.json: https://www.tdl-online.de/ (gültig ab 1.4.2026) --- ## Arbeitszeit im öffentlichen Dienst: Stunden, Gleitzeit, Überstunden URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/arbeitszeit-gleitzeit-ueberstunden-arbeitszeitkonto Kategorie: Arbeitsalltag & Recht Themen: Arbeitszeit, TVöD, TV-L, Homeoffice, Teilzeit Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach § 6 Abs. 1 TVöD beträgt die regelmäßige Arbeitszeit 39 Stunden wöchentlich. Im TV-L legt jedes Land sie selbst fest, von 38 Stunden 42 Minuten in Schleswig-Holstein bis 40 Stunden 6 Minuten in Bayern; im Tarifgebiet Ost sind es 40 Stunden. Bundesbeamte arbeiten nach § 3 AZV 41 Stunden. Überstunden sind nur angeordnete Stunden, die nicht bis zum Ende der folgenden Woche ausgeglichen werden; der Zuschlag beträgt 30 Prozent in E 1 bis E 9b und 15 Prozent darüber. Eine Sachbearbeiterin in einer Stadtverwaltung arbeitet 39 Stunden in der Woche, ihre Kollegin im Landesamt nebenan in Bayern 40 Stunden und 6 Minuten, und der Bundesbeamte im selben Gebäude 41 Stunden. Dieselbe Tätigkeit, drei Zahlen. Der Grund ist, dass die Arbeitszeit im öffentlichen Dienst aus drei verschiedenen Rechtsquellen kommt: dem TVöD, dem TV-L mit seinen Länderregelungen und den Arbeitszeitverordnungen der Dienstherren. ### Wie lang ist die regelmäßige Wochenarbeitszeit? Im TVöD sind es 39 Stunden. § 6 Abs. 1 Satz 1 TVöD bestimmt: „Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt ausschließlich der Pausen durchschnittlich 39 Stunden wöchentlich.“ Das gilt für Bund und Kommunen gleichermaßen. Bei Wechselschichtarbeit werden die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen nach Satz 2 in die Arbeitszeit eingerechnet. Der TV-L rechnet anders. Nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Buchst. a wird die Zeit für jedes Land im Tarifgebiet West gesondert errechnet, auf Grundlage der tatsächlichen Arbeitszeit im Februar 2006. Im Tarifgebiet Ost beträgt sie nach Buchstabe c einheitlich 40 Stunden, für Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken nach Buchstabe d in beiden Tarifgebieten 42 Stunden. Die Tarifvertragsparteien haben die Ergebnisse im Anhang zu § 6 TV-L als Hinweis veröffentlicht. | Bereich | Regelmäßige Wochenarbeitszeit | Rechtsgrundlage | | --- | --- | --- | | TVöD Bund und VKA | 39 Stunden | § 6 Abs. 1 Satz 1 TVöD | | TV-L Schleswig-Holstein | 38 Stunden 42 Minuten | Anhang zu § 6 TV-L | | TV-L Hamburg und Rheinland-Pfalz | 39 Stunden | Anhang zu § 6 TV-L | | TV-L Bremen | 39 Stunden 12 Minuten | Anhang zu § 6 TV-L | | TV-L Baden-Württemberg und Saarland | 39 Stunden 30 Minuten | Anhang zu § 6 TV-L | | TV-L Niedersachsen | 39 Stunden 48 Minuten | Anhang zu § 6 TV-L | | TV-L Nordrhein-Westfalen | 39 Stunden 50 Minuten | Anhang zu § 6 TV-L | | TV-L Bayern | 40 Stunden 6 Minuten | Anhang zu § 6 TV-L | | TV-L Tarifgebiet Ost | 40 Stunden | § 6 Abs. 1 Satz 1 Buchst. c TV-L | | Beamte des Bundes | 41 Stunden | § 3 Abs. 1 AZV | | Beamte in Bayern | 40 Stunden | § 2 Abs. 1 Satz 1 BayAzV | | Beamte in Nordrhein-Westfalen | 41 Stunden | § 2 Abs. 1 Satz 1 AZVO NRW | Im Tarifgebiet West gilt nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Buchst. b unabhängig vom Land eine Arbeitszeit von 38,5 Stunden für Beschäftigte in ständiger Wechselschicht- oder Schichtarbeit, an Universitätskliniken und Krankenhäusern, in Straßen- und Autobahnmeistereien, in Kfz-Werkstätten, Theatern, Hafenbetrieben und im Küstenschutz sowie in Einrichtungen für schwerbehinderte Menschen. Und die unterschiedliche Länge der Arbeitszeit bleibt nach Satz 4 ohne Auswirkung auf das Tabellenentgelt: In Bayern arbeiten Landesbeschäftigte 84 Minuten länger als in Schleswig-Holstein und bekommen dasselbe Geld. Im Beamtenrecht kommen Absenkungen nach Alter und Behinderung hinzu. § 2 Abs. 1 AZVO NRW senkt die 41 Stunden mit Vollendung des 55. Lebensjahres auf 40 und mit Vollendung des 60. auf 39 Stunden; bei einem Grad der Behinderung von mindestens 50 sind es 39 Stunden 50 Minuten, ab 80 sind es 39 Stunden. § 3 AZV kennt für Bundesbeamte eine Absenkung auf 40 Stunden bei Schwerbehinderung und bei Kindern unter zwölf Jahren. ### Wann wird eine Mehrstunde zur Überstunde? Nur, wenn drei Merkmale zusammenkommen. § 7 Abs. 7 TVöD definiert Überstunden als „die auf Anordnung des Arbeitgebers geleisteten Arbeitsstunden, die über die im Rahmen der regelmäßigen Arbeitszeit von Vollbeschäftigten für die Woche dienstplanmäßig bzw. betriebsüblich festgesetzten Arbeitsstunden hinausgehen und nicht bis zum Ende der folgenden Kalenderwoche ausgeglichen werden“. Fehlt die Anordnung oder wird die Stunde rechtzeitig abgefeiert, entsteht keine Überstunde. Für Beschäftigte in Gleitzeit greift § 7 Abs. 8 TVöD. Ist ein Arbeitszeitkorridor nach § 6 Abs. 6 eingerichtet, sind nur Stunden über 45 Wochenstunden Überstunden; bei einer täglichen Rahmenzeit nach § 6 Abs. 7 nur Stunden außerhalb dieser Rahmenzeit. Bei Wechselschicht zählen die Stunden über den Schichtplan hinaus. Die Protokollerklärung zu Absatz 2 des § 8 TVöD stellt zudem klar, dass Gleitzeitstunden nur dann Arbeitsstunden im Sinne der Vorschrift sind, wenn sie angeordnet wurden. Teilzeitbeschäftigte leisten in aller Regel keine Überstunden, sondern Mehrarbeit. Nach § 7 Abs. 6 TVöD sind das die Stunden über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus bis zur regelmäßigen Wochenarbeitszeit von Vollbeschäftigten. Diese Stunden werden mit dem normalen Stundenentgelt vergütet, ohne Zuschlag. Wer 20 Stunden vereinbart hat und 25 arbeitet, hat also fünf Stunden Mehrarbeit und keine Überstunde. Wie sich Teilzeit sonst auswirkt, steht im Beitrag zum [Urlaub im öffentlichen Dienst](/infocenter/urlaub-tvoed-tv-l-30-tage), denn dort wirkt sich nicht der Stundenumfang aus, sondern die Zahl der Arbeitstage. ### Wie viel bringt eine Überstunde? Sie erhalten zwei Beträge: das Entgelt für die tatsächliche Arbeitsleistung und den Zeitzuschlag. Der Zuschlag beträgt nach § 8 Abs. 1 Satz 2 Buchst. a TVöD 30 Prozent in den Entgeltgruppen 1 bis 9b und 15 Prozent in den Entgeltgruppen 9c bis 15. Bemessungsgrundlage ist der Stundenanteil des Tabellenentgelts der Stufe 3 der jeweiligen Entgeltgruppe, unabhängig von Ihrer eigenen Stufe. Das Entgelt für die Arbeitsleistung richtet sich dagegen nach Ihrer Stufe, nach der Protokollerklärung zu § 8 Abs. 1 Satz 1 aber höchstens nach Stufe 4. Den Stundenanteil berechnet § 24 Abs. 3 Satz 3 TVöD: Monatsbetrag geteilt durch das 4,348-fache der Wochenarbeitszeit. Bei 39 Stunden ist der Teiler also 169,572. In E 9b TVöD VKA beträgt das Tabellenentgelt der Stufe 3 4.203,56 €, der Stundenanteil damit 24,79 € und der Überstundenzuschlag 7,44 €. Wer in E 9b Stufe 5 arbeitet, erhält für die Arbeitsleistung den auf Stufe 4 gedeckelten Anteil von 27,66 €, zusammen also 35,10 € je Überstunde. | Entgeltgruppe (TVöD VKA) | Stufe 3 im Monat | Stundenanteil bei 39 Stunden | Zuschlagssatz | Zuschlag je Überstunde | | --- | --- | --- | --- | --- | | E 6 | 3.580,46 € | 21,11 € | 30 Prozent | 6,33 € | | E 9b | 4.203,56 € | 24,79 € | 30 Prozent | 7,44 € | | E 10 | 4.794,69 € | 28,28 € | 15 Prozent | 4,24 € | Der Sprung von E 9b nach E 10 halbiert den Zuschlagssatz und kostet damit trotz höherer Grundvergütung 3,20 € je Überstunde. Alle Werte finden Sie in der Tabelle [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka); die Zuordnung der Tätigkeit zur Entgeltgruppe erklärt der Beitrag zur [Eingruppierung nach der Entgeltordnung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). Der TV-L zieht die Grenze für den halbierten Zuschlag eine Stufe höher: Dort gilt der Satz von 30 Prozent nach § 8 Abs. 1 in den Entgeltgruppen 1 bis 9b und der von 15 Prozent erst ab E 10, und Überstunden sind nach § 8 Abs. 2 grundsätzlich durch Freizeit auszugleichen, mit einer Frist bis zum Ende des dritten Kalendermonats. Neben dem Überstundenzuschlag kennt § 8 Abs. 1 TVöD weitere Zeitzuschläge: 20 Prozent für Nachtarbeit zwischen 21 und 6 Uhr, 25 Prozent für Sonntagsarbeit, 135 Prozent für Feiertagsarbeit ohne Freizeitausgleich und 35 Prozent mit Ausgleich, 35 Prozent am 24. und 31. Dezember ab 6 Uhr sowie 20 Prozent für Samstagsarbeit von 13 bis 21 Uhr außerhalb von Schichtarbeit. Treffen mehrere zusammen, wird nach Satz 3 nur der höchste gezahlt. ### Was gilt für Gleitzeit und das Arbeitszeitkonto? Gleitzeit und Arbeitszeitkonto sind zwei verschiedene Dinge. Die Protokollerklärung zu § 6 TVöD stellt fest, dass Gleitzeitregelungen unabhängig von Arbeitszeitkorridor und Rahmenzeit möglich sind; sie werden durch Betriebs- oder Dienstvereinbarung getroffen. Ziel ist nach Satz 3, dass die Gleitzeitkonten zum Ende des Ausgleichszeitraums keine Salden über den vereinbarten Grenzen ausweisen. Reicht das nicht, sollen frühzeitig Überstunden angeordnet werden, statt die Stunden verfallen zu lassen. Das Arbeitszeitkonto nach § 10 TVöD ist demgegenüber ein Sammelbecken für Zeiten, die am Ende des Ausgleichszeitraums übrig bleiben, für nicht ausgeglichene Stunden nach § 8 Abs. 2 und für in Zeit umgewandelte Zuschläge. Sie entscheiden nach § 10 Abs. 3 Satz 3 selbst, welche dieser Zeiten gebucht werden. Die Dienstvereinbarung muss die höchstmögliche Zeitschuld von bis zu 40 Stunden und das höchstzulässige Zeitguthaben bis zu einem Vielfachen von 40 Stunden festlegen, dazu Fristen für den Abbau und die Folgen eines kurzfristig widerrufenen Freizeitausgleichs. Werden Sie während eines Zeitausgleichs krank und weisen das durch Attest nach, mindert sich das Guthaben nach Absatz 4 nicht. Für Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte regelt § 7 AZV die gleitende Arbeitszeit unmittelbar. Es sind Kernarbeitszeiten oder Funktionszeiten festzulegen, auf die verzichtet werden kann, soweit dienstliche Gründe es zulassen. In den nächsten Abrechnungszeitraum dürfen höchstens 40 Stunden übertragen werden; der Abrechnungszeitraum umfasst höchstens zwölf Monate. Bei automatisierter Zeiterfassung sind bis zu zwölf Gleittage vorgesehen, bis zu 24, wenn das dienstlich förderlich ist. Wer im [Homeoffice](/jobs?homeoffice=homeoffice) arbeitet, unterliegt denselben Regeln; die Dienstvereinbarung legt fest, wie die Zeit dort erfasst wird. ### Warum Gleitzeitguthaben keine Überstunden sind Beschäftigte, die über Monate 60 Plusstunden im Gleitzeitkonto ansammeln, haben keine Überstunden erarbeitet, sondern Stunden, die sie selbst gewählt haben. Sie werden nicht bezahlt und tragen keinen Zuschlag; überschreiten sie die Saldogrenze der Dienstvereinbarung, verfallen sie. Bestehen Sie deshalb auf einer schriftlichen Anordnung, bevor Sie regelmäßig über die dienstplanmäßige Zeit hinaus arbeiten. Erst die Anordnung macht aus der Mehrstunde eine Überstunde nach § 7 Abs. 7 TVöD. Eine zweite Frist läuft parallel. Nach § 37 TVöD verfallen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis, wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit schriftlich geltend gemacht werden. Für Beamtinnen und Beamte gilt eine andere Logik: § 88 BBG verpflichtet zunächst zur Mehrarbeit ohne Vergütung, wenn zwingende dienstliche Verhältnisse das erfordern. Erst wenn die angeordnete Mehrarbeit fünf Stunden im Monat übersteigt, ist innerhalb eines Jahres Dienstbefreiung zu gewähren; nur wenn das aus zwingenden dienstlichen Gründen nicht möglich ist, kommt für Ämter mit aufsteigenden Gehältern eine Mehrarbeitsvergütung in Betracht. Wer sich vor der Bewerbung ein Bild machen will, findet die Arbeitszeitangaben in den Ausschreibungen auf [Tarifstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) und [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte), oft aber nur als Wochenstundenzahl ohne Hinweis auf Gleitzeit oder Zeitkonto. ### Häufige Fragen **Wie viele Stunden arbeitet man im öffentlichen Dienst pro Woche?** Im TVöD sind es nach § 6 Abs. 1 Satz 1 durchschnittlich 39 Stunden ausschließlich der Pausen, bei Bund und Kommunen gleichermaßen. Im TV-L legt jedes Land seine Zeit selbst fest: Schleswig-Holstein 38 Stunden 42 Minuten, Hamburg und Rheinland-Pfalz 39 Stunden, Bayern 40 Stunden 6 Minuten, im Tarifgebiet Ost einheitlich 40 Stunden. Beamtinnen und Beamte des Bundes arbeiten nach § 3 AZV 41 Stunden, in Bayern nach § 2 BayAzV 40 Stunden. **Wann ist eine Mehrstunde eine Überstunde?** Nach § 7 Abs. 7 TVöD nur dann, wenn sie auf Anordnung des Arbeitgebers geleistet wird, über die für die Woche dienstplanmäßig festgesetzten Stunden hinausgeht und nicht bis zum Ende der folgenden Kalenderwoche ausgeglichen wird. Alle drei Merkmale müssen zusammenkommen. Stunden, die Sie im Rahmen der Gleitzeit freiwillig aufbauen, sind deshalb keine Überstunden, sondern Gleitzeitguthaben. **Wie hoch ist der Überstundenzuschlag im TVöD?** Nach § 8 Abs. 1 TVöD 30 Prozent in den Entgeltgruppen 1 bis 9b und 15 Prozent in den Entgeltgruppen 9c bis 15, jeweils bezogen auf den Stundenanteil des Tabellenentgelts der Stufe 3 der eigenen Entgeltgruppe. In E 9b TVöD VKA sind das 7,44 € je Überstunde. Hinzu kommt das Entgelt für die Arbeitsleistung selbst, das sich nach der eigenen Stufe richtet, höchstens jedoch nach Stufe 4. **Was ist der Unterschied zwischen Mehrarbeit und Überstunden?** Mehrarbeit sind nach § 7 Abs. 6 TVöD die Stunden, die Teilzeitbeschäftigte über ihre vereinbarte Arbeitszeit hinaus bis zur regelmäßigen Wochenarbeitszeit von Vollbeschäftigten leisten. Sie werden mit dem normalen Stundenentgelt bezahlt, ohne Zuschlag. Erst oberhalb der Vollzeitgrenze entstehen Überstunden mit Zuschlag. Im Beamtenrecht bezeichnet § 88 BBG dagegen jede angeordnete Mehrleistung als Mehrarbeit. **Wie viele Stunden darf ich auf das Arbeitszeitkonto übertragen?** Das legt die Betriebs- oder Dienstvereinbarung fest. § 10 Abs. 5 Buchst. a TVöD gibt den Rahmen vor: eine Zeitschuld von bis zu 40 Stunden und ein Zeitguthaben bis zu einem Vielfachen von 40 Stunden. Für Bundesbeamte begrenzt § 7 AZV die Übertragung in den nächsten Abrechnungszeitraum auf höchstens 40 Stunden. Ohne Vereinbarung gibt es kein Arbeitszeitkonto. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, § 6, § 7, § 8, § 10, § 24 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - TV-L § 6 und Anhang zu § 6 mit den Hinweisen zur Wochenarbeitszeit in den Ländern (TdL): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - § 3 und § 7 AZV (Arbeitszeitverordnung des Bundes): https://www.gesetze-im-internet.de/azv/__3.html (Abruf 7.9.2026) - § 88 BBG (Mehrarbeit): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__88.html (Abruf 7.9.2026) - § 2 BayAzV (Bayerische Arbeitszeitverordnung): https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayAzV-2 (Abruf 7.9.2026) - § 2 AZVO NRW (Arbeitszeitverordnung Nordrhein-Westfalen): https://recht.nrw.de/lrgv/rechtsverordnung/04082026-verordnung-ueber-die-arbeitszeit-der-beamtinnen-und-beamten-im-lande/ (Fassung vom 4.8.2026) - Arbeitszeit im bayerischen öffentlichen Dienst (Staatsministerium der Finanzen und für Heimat): https://www.stmfh.bayern.de/oeffentlicher_dienst/informationen/arbeitszeit.aspx (Abruf 7.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) --- ## Rente und Pension kombiniert: Nachversicherung, Anrechnung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/rente-und-pension-gemischte-erwerbsbiografie Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Pension, Rente, VBL / Zusatzversorgung, Verbeamtung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Wer aus dem Beamtenverhältnis ohne Versorgungsanspruch ausscheidet, wird nach § 8 Absatz 2 SGB VI rückwirkend in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert; die Beiträge trägt allein der Dienstherr. Umgekehrt gilt: Trifft eine Rente auf ein Ruhegehalt, zahlt der Dienstherr nach § 55 BeamtVG nur bis zu einer Höchstgrenze. Diese Grenze berechnet sich aus der Endstufe der Besoldungsgruppe und der Zeit ab dem vollendeten 17. Lebensjahr. Fünf Jahre Dienstzeit sind die Schwelle für jeden Ruhegehaltsanspruch. Zwölf Jahre Sachbearbeitung bei einem Softwarehaus, dann mit 36 der Wechsel ins Beamtenverhältnis: Diese Biografie erzeugt zwei Altersansprüche, die sich gegenseitig begrenzen. Die gesetzliche Rente aus den zwölf Jahren bleibt bestehen und wird ungekürzt gezahlt. Das Ruhegehalt aus dem Beamtenverhältnis dagegen wird nach § 55 des Beamtenversorgungsgesetzes gekürzt, sobald die Summe aus beidem eine gesetzlich definierte Höchstgrenze übersteigt. Wer das erst kurz vor dem Ruhestand erfährt, hat falsch gerechnet. ### Was passiert mit der Rente, wenn ich verbeamtet werde? Nichts. Die Entgeltpunkte, die Sie als Tarifbeschäftigte oder in der Privatwirtschaft erworben haben, bleiben im Rentenkonto stehen. Sie sind gesetzlich geschützt und verfallen nicht, auch wenn Sie danach dreißig Jahre keinen einzigen Beitrag mehr zahlen. Ausgezahlt werden sie als eigene Rente, sobald Sie die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllen. Während des Beamtenverhältnisses sind Sie rentenversicherungsfrei. Es fließen also keine Beiträge, und die Rentenanwartschaft wächst nicht weiter. Stattdessen baut sich das Ruhegehalt auf, mit 1,79375 Prozent je ruhegehaltfähigem Dienstjahr nach § 14 Absatz 1 BeamtVG. Wie diese Formel funktioniert, zeigt der Beitrag [Pension berechnen](/infocenter/pension-beamte-berechnen-ruhegehalt). Das Problem des späten Einstiegs ist arithmetisch. Der Höchstsatz von 71,75 Prozent verlangt 40 anrechenbare Dienstjahre. Wer mit 36 einsteigt und mit 67 geht, kommt auf 31 Jahre und damit auf rund 55,6 Prozent. Die kleine Rente aus den zwölf Vorjahren füllt diese Lücke nur teilweise, und auch das nur, soweit die Ruhensregelung sie durchlässt. ### Wie funktioniert die Nachversicherung nach § 8 SGB VI? Der umgekehrte Fall: Sie scheiden aus dem Beamtenverhältnis aus, ohne einen Versorgungsanspruch erworben zu haben. Nach § 4 Absatz 1 BeamtVG entsteht ein Ruhegehaltsanspruch erst nach einer Dienstzeit von mindestens fünf Jahren. Wer vorher geht, steht ohne Versorgung da und wird deshalb nachversichert. § 8 Absatz 2 SGB VI nennt vier Personengruppen, die nachversichert werden. Erfasst sind Beamtinnen und Beamte auf Lebenszeit, auf Zeit und auf Probe, Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit sowie ausdrücklich Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst. Dazu kommen sonstige Beschäftigte öffentlich-rechtlicher Körperschaften, Mitglieder geistlicher Genossenschaften sowie Lehrkräfte und Erzieher an nicht-öffentlichen Schulen. Voraussetzung ist in allen Fällen, dass Sie ohne Anspruch oder Anwartschaft auf Versorgung ausgeschieden sind oder Ihren Versorgungsanspruch verloren haben. 1. Ausscheiden feststellen: Die Nachversicherung greift, wenn Sie das Beamtenverhältnis ohne Versorgungsanspruch verlassen, etwa durch Entlassung auf eigenen Antrag oder nach nicht bestandener Laufbahnprüfung. 2. Aufschubgründe prüfen: Nach § 184 Absatz 2 SGB VI wird die Beitragszahlung aufgeschoben, wenn Sie in eine andere versicherungsfreie Beschäftigung wechseln, die Beschäftigung nach einer begrenzten Unterbrechung wieder aufnehmen oder eine gleichwertige widerrufliche Versorgung erhalten. 3. Zeitraum bestimmen: Die Nachversicherung erstreckt sich auf den gesamten Zeitraum, in dem Versicherungsfreiheit bestand, also einschließlich des Vorbereitungsdienstes. 4. Beiträge zahlen lassen: Nach § 181 Absatz 5 SGB VI tragen die Beiträge allein die Arbeitgeber. Sie zahlen nichts nach. 5. Aufschubbescheinigung sichern: Wird die Zahlung aufgeschoben, erhalten Sie nach § 184 Absatz 4 SGB VI eine Bescheinigung über den Nachversicherungszeitraum und die Aufschubgründe. Heben Sie diese auf. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach § 181 Absatz 2 SGB VI nach den beitragspflichtigen Einnahmen im Nachversicherungszeitraum bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Für Ausbildungszeiten gilt nach Absatz 3 eine Mindestbemessungsgrundlage von 40 Prozent der Bezugsgröße, halbiert, und bei Teilzeit anteilig. Die Werte werden nach Absatz 4 auf das Jahr der Zahlung hochgerechnet. Anwärterinnen und Anwärter, die den Vorbereitungsdienst abbrechen, erwerben so rückwirkend Rentenanwartschaften; was sie im Vorbereitungsdienst verdient haben, behandelt der Beitrag [Beamter werden](/infocenter/beamter-werden-voraussetzungen-ablauf). ### Wie kürzt § 55 BeamtVG das Ruhegehalt? Er begrenzt die Summe, nicht die einzelnen Leistungen. Nach § 55 Absatz 1 Satz 1 BeamtVG werden Versorgungsbezüge neben Renten nur bis zum Erreichen einer Höchstgrenze gezahlt. Die Rente wird also nicht angetastet; gekürzt wird ausschließlich das Ruhegehalt des Dienstherrn. | Leistung | Wird angerechnet? | Rechtsgrundlage | | --- | --- | --- | | Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung | ja | § 55 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BeamtVG | | Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes, etwa VBL-Betriebsrente | ja | § 55 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BeamtVG | | Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung | ja, mit Freibetrag | § 55 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 BeamtVG | | Berufsständische Versorgung, wenn der Arbeitgeber mindestens die Hälfte trug | ja | § 55 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 BeamtVG | | Rentenanteil aus freiwilligen Beiträgen oder Höherversicherung | nein | § 55 Abs. 4 Nr. 1 und 2 BeamtVG | | Anrechte aus Versorgungsausgleich oder Rentensplitting | nein | § 55 Abs. 1 Satz 7 BeamtVG | | Private Riester- oder Rürup-Rente | nein, nicht in Absatz 1 genannt | § 55 Abs. 1 Satz 2 BeamtVG | Die Höchstgrenze des § 55 Absatz 2 Nummer 1 BeamtVG ist ein fiktives Ruhegehalt. Berechnet wird es mit zwei Annahmen: als ruhegehaltfähige Dienstbezüge zählt die Endstufe der Besoldungsgruppe, aus der sich Ihr Ruhegehalt berechnet, und als ruhegehaltfähige Dienstzeit die Zeit vom vollendeten 17. Lebensjahr bis zum Eintritt des Versorgungsfalles. Abgezogen werden Zeiten nach den §§ 12a und 6a BeamtVG, hinzugerechnet werden ruhegehaltfähige Zeiten vor dem 17. Lebensjahr. Der Effekt ist paradox und wird oft missverstanden. Die Höchstgrenze fällt für Spätwechsler großzügig aus, weil die fiktive Dienstzeit ab 17 gerechnet wird, also auch die Jahre in der Privatwirtschaft umfasst. Wer mit 17 seine Ausbildung begann und mit 67 in den Ruhestand geht, kommt auf 50 fiktive Jahre und damit auf den Höchstsatz von 71,75 Prozent aus der Endstufe. Erst wenn Rente und Ruhegehalt zusammen diesen Betrag überschreiten, wird gekürzt. ### Was zählt aus der Zeit vor der Ernennung? Die ruhegehaltfähige Dienstzeit steht auch Vorbeschäftigungen offen. § 10 BeamtVG erfasst Zeiten in einem privatrechtlichen Arbeitsverhältnis bei einem öffentlich-rechtlichen Dienstherrn. Angerechnet werden sollen sie, wenn die Beschäftigung hauptberuflich war und in der Regel einem Beamten obliegt, oder wenn sie für die Laufbahn förderlich war. Hinzu kommt eine harte Bedingung: Die Tätigkeit muss ohne von Ihnen zu vertretende Unterbrechung zu Ihrer Ernennung geführt haben. Die Sachbearbeiterin, die vier Jahre nach TVöD im selben Amt gearbeitet hat und dann verbeamtet wurde, erfüllt diese Bedingung meist. Liegen dazwischen zwei Jahre in der Privatwirtschaft, ist sie in der Regel nicht erfüllt. Teilzeitjahre werden nach § 10 Satz 3 BeamtVG nur anteilig angesetzt, im Verhältnis der tatsächlichen zur regelmäßigen Arbeitszeit. Wer aus dem Tarifbereich kommt und den Wechsel plant, findet die Statusunterschiede unter [Tarifstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) und [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte). Wichtig ist die Wechselwirkung. Zeiten, die über § 10 BeamtVG ruhegehaltfähig werden, erhöhen das Ruhegehalt. Gleichzeitig haben Sie für dieselben Jahre Rentenbeiträge gezahlt und Entgeltpunkte erworben. Genau diese Doppelversorgung greift § 55 BeamtVG ab, indem er das Ruhegehalt auf die Höchstgrenze kappt. Die Zusatzversorgung über die VBL steht dabei nach § 55 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 BeamtVG auf derselben Stufe wie die gesetzliche Rente. ### Was passiert, wenn Sie die Rente nicht beantragen? Die Anrechnung lässt sich durch Nichtstun nicht vermeiden. § 55 Absatz 1 Satz 3 BeamtVG stellt klar: Wird eine Rente nicht beantragt, auf sie verzichtet oder statt ihrer ein Kapitalbetrag gezahlt, tritt an die Stelle der Rente der Betrag, den der Leistungsträger ansonsten zahlen müsste. Sie verlieren also die Rente und behalten trotzdem die Kürzung. Bei einer Kapitalabfindung wird nach § 55 Absatz 1 Satz 4 BeamtVG ein Verrentungsbetrag gebildet, nach der Formel Entgeltpunkte mal aktueller Rentenwert. Eine Ausnahme gibt es: Führen Sie den Kapitalbetrag samt Zinsen innerhalb von drei Monaten nach Zufluss an den Dienstherrn ab, bleibt er unberücksichtigt. Diese Dreimonatsfrist ist eine Ausschlussfrist und läuft ab Zufluss, nicht ab Kenntnis. Auf die Reihenfolge der Prüfung kommt es ebenfalls an. § 55 Absatz 5 BeamtVG bestimmt, dass bei einer Erwerbstätigkeit im Ruhestand die Regelung des § 53 BeamtVG auf die bereits nach § 55 gekürzte Gesamtversorgung angewendet wird. Neben der Pension zu arbeiten und zugleich Rente zu beziehen, löst also zwei Ruhensregelungen nacheinander aus. Prüfen Sie beides, bevor Sie eine Beschäftigung im Ruhestand zusagen. ### Häufige Fragen **Was passiert mit meinen Rentenansprüchen, wenn ich verbeamtet werde?** Die vorher erworbenen Entgeltpunkte bleiben unangetastet. Sie ruhen im Rentenkonto und werden später als eigene Rente ausgezahlt, sobald Sie die Wartezeit von fünf Jahren erfüllen. Während des Beamtenverhältnisses zahlen Sie keine Rentenbeiträge, weil Sie versicherungsfrei sind. Ihre Rente wächst also nicht weiter, verfällt aber auch nicht. Beim Zusammentreffen mit dem Ruhegehalt greift später die Ruhensregelung des § 55 BeamtVG. **Was ist die Nachversicherung bei Beamten?** Die rückwirkende Aufnahme in die gesetzliche Rentenversicherung, wenn Sie ohne Anspruch oder Anwartschaft auf Versorgung aus dem Beamtenverhältnis ausscheiden. § 8 Absatz 2 SGB VI erfasst dabei ausdrücklich auch Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst. Die Nachversicherung deckt den gesamten Zeitraum der Versicherungsfreiheit ab. Die Beiträge trägt nach § 181 Absatz 5 SGB VI allein der Dienstherr, nicht Sie. **Bekomme ich Rente und Pension nebeneinander in voller Höhe?** Nein. Nach § 55 Absatz 1 BeamtVG wird das Ruhegehalt neben einer Rente nur bis zu einer Höchstgrenze gezahlt. Die Rente selbst bleibt ungekürzt; gekürzt wird das Ruhegehalt. Die Höchstgrenze bestimmt sich nach § 55 Absatz 2 BeamtVG aus dem Ruhegehalt, das sich bei der Endstufe der Besoldungsgruppe und einer Dienstzeit ab dem vollendeten 17. Lebensjahr ergäbe. Freiwillige Beiträge und Höherversicherung bleiben nach § 55 Absatz 4 BeamtVG außer Ansatz. **Wann wird die Nachversicherung aufgeschoben?** In drei Fällen nach § 184 Absatz 2 SGB VI. Erstens, wenn die Beschäftigung nach einer zeitlich begrenzten Unterbrechung voraussichtlich wieder aufgenommen wird. Zweitens, wenn Sie sofort oder innerhalb von zwei Jahren eine andere versicherungsfreie Beschäftigung aufnehmen und der Zeitraum dort angerechnet wird. Drittens, wenn eine widerrufliche Versorgung gezahlt wird, die der Rentenanwartschaft mindestens gleichwertig ist. Über den Aufschub entscheidet der Arbeitgeber. **Zählen meine Jahre als Tarifbeschäftigter für die Pension?** Sie können zählen, wenn drei Bedingungen zusammenkommen. § 10 BeamtVG lässt Zeiten im privatrechtlichen Arbeitsverhältnis bei einem öffentlich-rechtlichen Dienstherrn als ruhegehaltfähig zu, sofern die Tätigkeit hauptberuflich und laufbahnförderlich war und ohne von Ihnen zu vertretende Unterbrechung zur Ernennung geführt hat. Teilzeit wird anteilig angesetzt. Jahre in der Privatwirtschaft fallen nicht darunter. ### Quellen - § 8 SGB VI Nachversicherung, Versorgungsausgleich und Rentensplitting (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__8.html (Abruf 8.9.2026) - § 181 SGB VI Berechnung und Tragung der Beiträge (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__181.html (Abruf 8.9.2026) - § 184 SGB VI Fälligkeit der Beiträge und Aufschub (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__184.html (Abruf 8.9.2026) - § 55 BeamtVG Zusammentreffen von Versorgungsbezügen mit Renten (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__55.html (Abruf 8.9.2026) - § 4 BeamtVG Entstehen und Berechnung des Ruhegehalts (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__4.html (Abruf 8.9.2026) - § 10 BeamtVG Zeiten im privatrechtlichen Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__10.html (Abruf 8.9.2026) - § 14 BeamtVG Höhe des Ruhegehalts (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__14.html (Abruf 8.9.2026) - § 12a BeamtVG Nicht zu berücksichtigende Zeiten (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__12a.html (Abruf 8.9.2026) --- ## Berufsfeuerwehr: Einstellung, Laufbahn, Sporttest, Besoldung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/feuerwehr-berufsfeuerwehr-einstellung Kategorie: Berufe & Bereiche Themen: Feuerwehr, Einstellungstest, Laufbahn, Kommunen, Verbeamtung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Berufsfeuerwehren stellen fast ausschließlich Beamtinnen und Beamte ein, und zwar über einen Vorbereitungsdienst. In Nordrhein-Westfalen dauert er im mittleren Dienst 18 Monate, im gehobenen Dienst drei Jahre und im höheren Dienst zwei Jahre. Die Ämter des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes reichen beim Bund von A 7 (Brandmeisterin) über A 8 bis A 9. München verlangt Mindestgröße 165 Zentimeter, Führerschein Klasse B und ein Höchstalter von 43 Jahren, Berlin ein Schwimmabzeichen in Silber. Eine Berufsfeuerwehr sucht keine fertigen Feuerwehrleute. Sie sucht Menschen mit einem Handwerksberuf und stellt sie als Beamtinnen und Beamte auf Widerruf ein, um sie selbst auszubilden. In Nordrhein-Westfalen dauert dieser Vorbereitungsdienst im mittleren Dienst ein Jahr und sechs Monate, im gehobenen Dienst drei Jahre. Die Bewerbung zielt also auf eine Ausbildung, nicht auf eine Stelle. ### Wer stellt bei der Berufsfeuerwehr ein? Berufsfeuerwehren sind kommunale Einrichtungen. Sie gehören zu den Städten, in Nordrhein-Westfalen zusätzlich zu den Kreisen für Aufgaben des vorbeugenden Brandschutzes und der Gefahrenabwehr. Das Land selbst betreibt Feuerwehreinrichtungen und mit dem Institut der Feuerwehr NRW die zentrale Ausbildungsstätte. Anders als bei Polizei oder Zoll gibt es keine Bundesfeuerwehr: Der Bund führt in seiner Besoldungsordnung zwar die Ämter des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes, ein eigener gehobener oder höherer feuerwehrtechnischer Dienst kommt dort nicht vor. Praktisch bedeutet das: Sie bewerben sich bei einer einzelnen Stadt. Deren Ausschreibung nennt Termine, Zugangsweg und Höchstalter, während die Laufbahn selbst im Landesrecht steht. Eine Bewerbung bei mehreren Städten lohnt sich, weil Einstellungstermine und Auswahltermine nicht abgestimmt sind. Offene Ausschreibungen finden Sie unter [Stellen bei Feuerwehr und Sicherheit](/jobs/berufsfeld/polizei-sicherheit-feuerwehr) und bei den [kommunalen Arbeitgebern](/jobs/arbeitgebertyp/kommune). Neben den Berufsfeuerwehren beschäftigen Werkfeuerwehren von Industriebetrieben, Flughäfen und Chemieparks hauptamtliche Kräfte. Die Laufbahnverordnung in Nordrhein-Westfalen erkennt deren Ausbildung ausdrücklich an: Wer die Prüfung zur Werkfeuerwehrfrau oder zum Werkfeuerwehrmann bestanden hat, kann ohne den kommunalen Vorbereitungsdienst in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen werden. ### Welche Laufbahnen gibt es im feuerwehrtechnischen Dienst? Drei Einstiege stehen offen, und sie unterscheiden sich vor allem durch die geforderte Vorbildung. Die folgenden Angaben stammen aus der Laufbahnverordnung Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen; andere Länder regeln das ähnlich, aber nicht identisch. | Laufbahn | Vorbildung | Vorbereitungsdienst | Dienstbezeichnung | | --- | --- | --- | --- | | Mittlerer Dienst (Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt) | Hauptschulabschluss und geeignete Gesellenprüfung oder Berufsausbildung; alternativ Fachoberschulreife mit handwerklicher Vorausbildung nach der Stufenausbildungsverordnung | 1 Jahr 6 Monate | Brandmeisteranwärterin, Brandmeisteranwärter | | Gehobener Dienst (Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt) | Bachelor oder gleichwertiger Abschluss aus einem technischen, naturwissenschaftlichen oder anderen für die Feuerwehr geeigneten Bereich | 3 Jahre, davon bis zu 12 Monate durch Studienzeiten angerechnet | Brandoberinspektoranwärterin, Brandoberinspektoranwärter | | Höherer Dienst (Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt) | Diplom oder Master einer Universität oder technischen Hochschule aus einer geeigneten Fachrichtung | 2 Jahre | Brandreferendarin, Brandreferendar | Auf den Vorbereitungsdienst lassen sich Vorerfahrungen anrechnen. Im mittleren Dienst sind es bis zu acht Monate, in beiden Laufbahnen der Laufbahngruppe 2 bis zu zwölf Monate, jeweils für berufliche, nebenberufliche oder ehrenamtliche Tätigkeiten sowie für feuerwehrtechnische und rettungsdienstliche Kompetenzen. Jahre in einer Freiwilligen Feuerwehr zahlen sich hier unmittelbar aus. Sie verkürzen auch die Probezeit: Diese beträgt regelmäßig drei Jahre und kann bei hauptberuflichen Angehörigen Freiwilliger Feuerwehren und von Werkfeuerwehren auf ein Jahr herabgesetzt werden. ### Welche Voraussetzungen prüfen die Städte? Neben Schulabschluss und Ausbildung verlangt die Laufbahnverordnung zwei Dinge: Volljährigkeit und ein amtsärztliches Gutachten, das die Eignung für den Dienst in der Feuerwehr feststellt. Alles Weitere legen die Städte in ihren Ausschreibungen fest, und dort werden die Anforderungen konkret. Die Landeshauptstadt München verlangt für ihren Weg 112 Klassisch einen erfolgreichen Haupt- oder Mittelschulabschluss, eine anerkannte Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren, eine Mindestkörpergröße von 165 Zentimetern, den Führerschein der Klasse B und ein Höchstalter von 43 Jahren bei der Einstellung. Nachzuweisen sind außerdem das Deutsche Sportabzeichen und das Deutsche Schwimmabzeichen jeweils in Bronze. Die Berliner Feuerwehr verlangt ein Schwimmabzeichen in Silber, das nicht älter als zwei Jahre sein darf, und begrenzt den Body-Mass-Index auf einen Bereich zwischen 18 und 27,5. Die Mindestkörpergröße überrascht viele Bewerber. Sie ist keine Schikane, sondern folgt aus der Bedienbarkeit von Fahrzeugen und Geräten und aus der Passform der Schutzausrüstung. Sie steht in der Ausschreibung, nicht im Gesetz, und weicht deshalb von Stadt zu Stadt ab. ### Wie läuft das Auswahlverfahren ab? Die Laufbahnverordnung schreibt vor, dass die Prüfung der körperlichen Eignung auf sportliche und physische Übungen zur Eignungsfeststellung beschränkt bleibt. Der Sporttest ist damit rechtlich verankert, seine Ausgestaltung liegt bei der einstellenden Stadt. In der Praxis folgt das Verfahren dieser Reihenfolge: 1. **Formale Prüfung:** Schulabschluss, Berufsausbildung, Führerschein, Schwimm- und Sportabzeichen. Fehlt ein Nachweis zum Stichtag, endet das Verfahren hier. 2. **Schriftlicher Test:** Rechtschreibung, Textverständnis, Rechnen, technisches Verständnis und Konzentration, überwiegend am Bildschirm. 3. **Sporttest:** Ausdauer, Kraft, Koordination und Schwindelfreiheit, häufig ergänzt um einen Parcours unter Atemschutz. 4. **Amtsärztliche Untersuchung:** Vorgeschrieben durch die Laufbahnverordnung, sowohl vor der Einstellung in den Vorbereitungsdienst als auch vor der Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe. 5. **Vorstellungsgespräch:** Einzelgespräch vor einer Kommission, teils mit Gruppenübung. Ein nicht bestandener Sporttest schließt nicht dauerhaft aus; in vielen Städten ist eine erneute Bewerbung zum nächsten Termin möglich. Die Nachweise für Schwimmen und Sport haben oft ein Ablaufdatum, in Berlin zwei Jahre, sodass sie rechtzeitig erneuert werden müssen. Wie Auswahlkommissionen im öffentlichen Dienst allgemein arbeiten, steht im Beitrag [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren); die vergleichbaren Verfahren bei Polizei und Justiz beschreibt [Einstieg bei Polizei und Justiz](/infocenter/polizei-justiz-einstieg-laufbahnen). ### Was verdienen Beamtinnen und Beamte der Feuerwehr? Der mittlere feuerwehrtechnische Dienst umfasst in der Bundesbesoldungsordnung A drei Ämter: Brandmeisterin und Brandmeister in **A 7**, Oberbrandmeisterin und Oberbrandmeister in **A 8**, Hauptbrandmeisterin und Hauptbrandmeister in **A 9**. Weil Berufsfeuerwehren kommunal sind, gilt für sie aber das Besoldungsgesetz des jeweiligen Landes, nicht die Bundestabelle. Als Größenordnung dient die Bundesbesoldung: Das Grundgehalt in **A 7 Stufe 1** liegt dort bei rund 3.138 Euro brutto im Monat, in **A 9 Stufe 1** bei rund 3.552 Euro, jeweils gerundet und ohne Zulagen und Familienzuschlag. Die vollständige Tabelle steht unter [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Zum Grundgehalt kommt eine Stellenzulage für den Einsatzdienst. In Nordrhein-Westfalen regelt sie § 50 des Landesbesoldungsgesetzes: Beamtinnen und Beamte in Ämtern der Landesbesoldungsordnung A im Einsatzdienst der Feuerwehr erhalten sie, und zwar unter denselben Voraussetzungen auch Anwärterinnen und Anwärter. Abgegolten werden damit ausdrücklich die Besonderheiten des Einsatzdienstes, insbesondere der Aufwand für Nachtdienst und Verzehr. Die Höhe legt jedes Land in seiner Besoldungstabelle selbst fest und weicht deutlich voneinander ab, weshalb sich kein bundesweiter Betrag angeben lässt. Einen Teil der Feuerwehrarbeit erledigen Tarifbeschäftigte, etwa in Leitstellen, Werkstätten und Verwaltung. Für sie gilt der TVöD, ergänzt um besondere Regelungen für den kommunalen feuerwehrtechnischen Dienst. Was Beamtenverhältnis und Tarifbeschäftigung praktisch trennt, steht im Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Der Aufstieg innerhalb der Feuerwehr Wer im mittleren Dienst anfängt, bleibt nicht dort. Die Laufbahnverordnung kennt zwei Aufstiegswege in die Laufbahngruppe 2. Der reguläre Aufstieg setzt ein Personalauswahlverfahren voraus, eine Einführungszeit von zwölf Monaten und eine Aufstiegsprüfung, die der Laufbahnprüfung des gehobenen Dienstes entspricht. Die Beförderungsämter der Laufbahngruppe 1 müssen dabei nicht durchlaufen werden. Zugelassen wird, wer entweder den geforderten Bachelorabschluss hat oder die Ausbildung zur Gruppenführerin oder zum Gruppenführer abgeschlossen und mindestens drei Monate an einer Feuerwehrschule oder in Hospitationen die Ausbildungsinhalte vertieft hat. Daneben gibt es einen beschränkten prüfungsfreien Aufstieg bis zur Besoldungsgruppe A 11. Er führt ohne Aufstiegsprüfung in das erste Einstiegsamt der Laufbahngruppe 2, endet aber bei A 11. Wer aus diesem Weg kommt und in A 10 angekommen ist, kann anschließend noch zur regulären Aufstiegsausbildung zugelassen werden. Wie Aufstiegsverfahren im Beamtenrecht allgemein funktionieren, erklärt der Beitrag [Aufstieg vom mittleren in den gehobenen Dienst](/infocenter/aufstieg-mittlerer-gehobener-dienst). ### Die Rettungsdienstqualifikation im Auswahlverfahren Berufsfeuerwehren fahren mehr Rettungseinsätze als Brände. Die Ausbildung trägt dem Rechnung: München bildet im Weg 112 Klassisch neben der feuerwehrtechnischen Qualifikation zur Rettungssanitäterin oder zum Rettungssanitäter und zur Rettungsschwimmerin oder zum Rettungsschwimmer aus und lässt den Führerschein der Klasse C erwerben. Berlin führt mit 112 Medic einen eigenen Zugangsweg für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter, dessen Vorbereitungsdienst entsprechend länger dauert. Eine Vorbereitung allein auf den Sporttest greift deshalb zu kurz; die medizinische Seite kommt spätestens im Vorstellungsgespräch zur Sprache. Nützlich ist deshalb der Blick auf die konkrete Ausschreibung: Sie nennt, welche Rettungsdienstqualifikation im Vorbereitungsdienst erworben wird und welche bereits mitgebracht werden kann, was die Ausbildung verkürzt. Zeiten in einer Freiwilligen Feuerwehr gehören mit Bescheinigung in die Bewerbung, weil sie auf Vorbereitungsdienst und Probezeit angerechnet werden können. ### Häufige Fragen **Welchen Schulabschluss brauche ich für die Berufsfeuerwehr?** Für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst genügt in Nordrhein-Westfalen ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer für den Feuerwehrdienst geeigneten Gesellenprüfung oder Berufsausbildung. Alternativ reicht die Fachoberschulreife, wenn eine handwerkliche Vorausbildung nach der Stufenausbildungsverordnung Feuerwehr absolviert wurde. Der gehobene Dienst setzt einen Bachelorabschluss aus einer technischen, naturwissenschaftlichen oder anderen für die Feuerwehr geeigneten Fachrichtung voraus. **Wie lange dauert die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr?** In Nordrhein-Westfalen dauert der Vorbereitungsdienst im mittleren Dienst ein Jahr und sechs Monate, im gehobenen Dienst drei Jahre und im höheren Dienst zwei Jahre. Auf den Vorbereitungsdienst können berufliche, nebenberufliche oder ehrenamtliche Zeiten angerechnet werden, im mittleren Dienst bis zu acht Monate, in den beiden Laufbahnen der Laufbahngruppe 2 bis zu zwölf Monate. München bildet in seinem Weg 112 Klassisch zwölf Monate lang aus. **Wie alt darf ich bei der Bewerbung zur Feuerwehr höchstens sein?** Das entscheidet jede Kommune und jedes Land für sich. Die Landeshauptstadt München nennt für den Weg 112 Klassisch ein Höchstalter von 43 Jahren zum Zeitpunkt der Einstellung. Die Laufbahnverordnung Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen selbst nennt kein Höchstalter, sondern verlangt nur Volljährigkeit und ein amtsärztliches Gutachten. Die eigentliche Grenze ergibt sich dort aus dem allgemeinen Laufbahnrecht des Landes. **Muss ich für die Feuerwehr eine Lehre abgeschlossen haben?** Nicht mehr überall. Der klassische Weg verlangt eine abgeschlossene Berufsausbildung, meist im handwerklich-technischen Bereich. Nordrhein-Westfalen lässt daneben Bewerber mit Fachoberschulreife und einer handwerklichen Vorausbildung nach der Stufenausbildungsverordnung Feuerwehr zu. Berlin bietet mit den Wegen 112 Direkt und 112 Direkt Plus Zugänge ohne vorherige Lehre an, dort ist die handwerkliche Grundausbildung Teil des Vorbereitungsdienstes. **Was verdient man bei der Berufsfeuerwehr?** Der mittlere feuerwehrtechnische Dienst umfasst in der Bundesbesoldungsordnung A die Ämter Brandmeisterin in A 7, Oberbrandmeisterin in A 8 und Hauptbrandmeisterin in A 9. Die Kommunen zahlen nach Landesbesoldungsrecht, das je nach Land über oder unter der Bundestabelle liegt. Hinzu kommt eine Stellenzulage für den Einsatzdienst, die in Nordrhein-Westfalen § 50 des Landesbesoldungsgesetzes regelt und die auch Anwärterinnen und Anwärter erhalten. ### Quellen - Verordnung über die Laufbahnen der Beamtinnen und Beamten des feuerwehrtechnischen Dienstes im Land Nordrhein-Westfalen (LVOFeu), Paragrafen 3, 4, 7, 8, 9, 13, 15, 16: https://recht.nrw.de/lrgv/rechtsverordnung/28052021-verordnung-ueber-die-laufbahnen-der-beamtinnen-und-beamten-des/ (Fassung vom 15.3.2017, zuletzt geändert 22.6.2021, abgerufen 8.9.2026) - Besoldungsgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (LBesG NRW), § 50 Zulage für Beamtinnen und Beamte der Feuerwehr: https://recht.nrw.de/lrgv/gesetz/01012026-landesbesoldungsgesetz-lbesg-nrw/ (Fassung gültig ab 1.1.2026, abgerufen 8.9.2026) - Bundesbesoldungsgesetz, Anlage I (Bundesbesoldungsordnung A), Ämter Brandmeister A 7, Oberbrandmeister A 8, Hauptbrandmeister A 9: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/anlage_i.html (abgerufen 8.9.2026) - Landeshauptstadt München, Ausbildung 112 Klassisch (Zugang, Höchstalter, Mindestgröße, Sport- und Schwimmabzeichen, Dauer): https://stadt.muenchen.de/infos/ausbildung-112-klassisch.html (abgerufen 8.9.2026) - Berliner Feuerwehr, Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst (Einstiegswege 112 Classic, 112 Direkt, 112 Medic, Schwimmabzeichen Silber): https://www.berliner-feuerwehr.de/karriere/ausbildung-im-mittleren-feuerwehrtechnischen-dienst/ (abgerufen 8.9.2026) - Bundesbesoldungsordnung A, Grundgehaltssätze A 7 und A 9, Tabelle in data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json: https://www.bmi.bund.de/DE/themen/oeffentlicher-dienst/besoldung/besoldung-node.html (vorläufige Tabelle, gültig ab 1.5.2026) --- ## Beamte oder Tarifbeschäftigte: Gehalt, Sicherheit, Versorgung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Verbeamtung, Besoldung, Pension, Beihilfe, VBL / Zusatzversorgung, TVöD Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Beim Brutto trennt beide Gruppen wenig: E 11 Stufe 3 im TVöD VKA bringt 5.046,03 €, A 11 Stufe 4 beim Bund 4.981,98 € im Monat. Der Unterschied entsteht bei den Abzügen, denn Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Beamte auf Lebenszeit erreichen nach 40 Dienstjahren einen Ruhegehaltssatz von 71,75 Prozent, Tarifbeschäftigte bekommen Rente plus Zusatzversorgung. Tarifbeschäftigte sind nach § 34 Abs. 2 TVöD ab 40 Jahren und 15 Jahren Beschäftigungszeit nur noch aus wichtigem Grund kündbar. Zwei Kolleginnen bearbeiten in derselben Behörde dieselben Vorgänge. Die eine hat eine Ernennungsurkunde bekommen, die andere einen Arbeitsvertrag. Beim Bruttobetrag trennt die beiden wenig: E 11 Stufe 3 im TVöD VKA bringt 5.046,03 € im Monat, A 11 Stufe 4 beim Bund 4.981,98 €. Der eigentliche Unterschied beginnt darunter, bei den Abzügen, bei der Absicherung im Alter und bei der Frage, wie leicht sich der Arbeitgeber wechseln lässt. ### Was das Rechtsverhältnis unterscheidet Beamte werden durch Aushändigung einer Ernennungsurkunde in ein öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis berufen. Einen Arbeitsvertrag gibt es nicht, eine Tarifverhandlung über die eigene Bezahlung ebenso wenig. Die Bezüge legt der Gesetzgeber fest, die Pflichten stehen im Beamtenstatusgesetz. § 33 BeamtStG verlangt unparteiische Amtsführung und das Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Ein Streikrecht folgt daraus nicht. Tarifbeschäftigte schließen einen Arbeitsvertrag, auf den ein Tarifvertrag angewendet wird: der TVöD bei Bund und Kommunen, der TV-L bei den Ländern außer Hessen. Sie unterliegen dem Arbeitsrecht, dürfen streiken und werden vom Personalrat vertreten. Ausschreibungen beider Gruppen liegen getrennt unter [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) und [Tarifstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif). ### Brutto im Vergleich: E 11 gegen A 11 Der verbreitete Satz, Beamte verdienten mehr, hält der Tabelle nicht stand. Beim Vergleich von E 11 mit A 11 steht beim Grundgehalt fast dasselbe. Die folgenden Beträge stammen aus den Tabellen für den TVöD VKA ab 1. Mai 2026 und der Bundesbesoldungsordnung A ab demselben Datum. | Vergleichspunkt | Tarif: E 11 TVöD VKA | Beamte: A 11 Bund | | --- | --- | --- | | Einstiegsbetrag | 4.269,64 € (Stufe 1) | 4.295,50 € (Stufe 1) | | Mittlere Stufe | 5.046,03 € (Stufe 3) | 4.981,98 € (Stufe 4) | | Endstufe | 6.326,77 € (Stufe 6) | 5.611,55 € (Stufe 8) | | Zahl der Stufen | 6 (§ 16 Abs. 1 TVöD) | 8 (§ 27 BBesG) | Der Tarifbeschäftigte in E 11 Stufe 3 liegt mit 5.046,03 € um 64,05 € über dem Bundesbeamten in A 11 Stufe 4. In der Endstufe zieht der Tarif sogar deutlich davon. Nur läuft der Weg dorthin unterschiedlich: Im TVöD führen sechs Stufen mit Laufzeiten von einem bis fünf Jahren zum Ziel, in der Besoldung acht Stufen mit zwei, drei und vier Jahren nach § 27 BBesG. Was die Beträge nicht zeigen, ist der Familienzuschlag, den Beamte zusätzlich erhalten, und die Amtszulagen einzelner Ämter. Beim Netto kippt das Bild. Vom Tarifbrutto gehen Lohnsteuer, der volle Arbeitnehmeranteil zur Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie der Eigenanteil zur Zusatzversorgung ab. Beim Beamten fallen nur Lohnsteuer und der Beitrag zur privaten Krankenversicherung an. Wie groß der Abstand im Einzelfall ausfällt, hängt an Steuerklasse, Kindern und PKV-Tarif, weshalb hier keine Nettozahl steht. Den Rechenweg für die Tarifseite zeigt [der Beitrag zu den Abzügen vom Tarifbrutto](/infocenter/brutto-netto-oeffentlicher-dienst-abzuege). ### Wie sicher ist die Stelle? Beamte auf Lebenszeit verlieren ihr Amt nur durch ein Disziplinarverfahren, eine strafrechtliche Verurteilung mit Amtsverlust oder dauernde Dienstunfähigkeit. Eine betriebsbedingte Entlassung kennt das Beamtenrecht nicht; wird eine Behörde aufgelöst, folgt die Versetzung. Tarifbeschäftigte haben zunächst den Schutz des Kündigungsschutzgesetzes und die nach Beschäftigungszeit gestaffelten Fristen des § 34 Abs. 1 TVöD, die von zwei Wochen in den ersten sechs Monaten bis auf sechs Monate zum Quartalsende nach zwölf Jahren wachsen. Danach greift § 34 Abs. 2: Beschäftigte des Bundes ab dem vollendeten 40. Lebensjahr und mit mehr als 15 Jahren Beschäftigungszeit können nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden. Bei kommunalen Arbeitgebern gilt das zusätzlich nur für das Tarifgebiet West. Welche Zeiten dabei mitzählen, steht in [den Kündigungsfristen des TVöD](/infocenter/kuendigungsfristen-unkuendbarkeit-tvoed). Der Haken liegt woanders: Befristete Verträge sind im Tarifbereich verbreitet, besonders an Hochschulen und in drittmittelfinanzierten Projekten. ### Altersversorgung: Pension gegen Rente plus Zusatzversorgung Beamte erhalten ihr Ruhegehalt aus dem Haushalt des Dienstherrn. Nach § 14 BeamtVG steigt der Ruhegehaltssatz um 1,79375 Prozent je Jahr ruhegehaltfähiger Dienstzeit und erreicht nach 40 Jahren den Höchstsatz von 71,75 Prozent der letzten ruhegehaltfähigen Dienstbezüge. Für einen Bundesbeamten in A 11 Stufe 8 mit 5.611,55 € Grundgehalt sind das 3.986,43 € Ruhegehalt vor Steuern; § 5 Abs. 1 BeamtVG kürzt die ruhegehaltfähigen Dienstbezüge zuvor mit dem Faktor 0,9901. Wer vor der Regelaltersgrenze geht, verliert 3,6 Prozent pro Jahr, in den Fällen des § 14 Abs. 3 Nr. 1 und 3 höchstens 10,8 Prozent. Versteuert wird die Pension voll. Tarifbeschäftigte bekommen die gesetzliche Rente, die sich am Durchschnitt aller Beitragsjahre bemisst, dazu die Betriebsrente aus der Zusatzversorgung über die VBL oder eine kommunale Zusatzversorgungskasse. Der entscheidende Unterschied ist nicht die Höhe eines einzelnen Beitragsjahres, sondern der Bezugspunkt: Das Ruhegehalt hängt am Endgehalt, die Rente am gesamten Erwerbsleben. Ein später Aufstieg in eine hohe Entgeltgruppe wirkt sich im Beamtenverhältnis deshalb stärker aus. ### Krankenversicherung: Beihilfe oder gesetzliche Kasse Beamte erhalten Beihilfe zu ihren Krankheitskosten. In Hamburg beträgt der Bemessungssatz nach § 80 Abs. 9 HmbBG grundsätzlich 50 Prozent, 70 Prozent für Beihilfeberechtigte mit mehr als einem berücksichtigungsfähigen Kind, für Ehepartner und für Versorgungsempfänger sowie 80 Prozent für berücksichtigungsfähige Kinder. Den Rest deckt eine private Krankenversicherung im Beihilfetarif ab, deren Beitrag entsprechend niedriger ausfällt als eine Vollversicherung. Daneben gibt es die pauschale Beihilfe. Hamburg hat sie mit dem Gesetz vom 1. August 2018 in § 80 HmbBG eingeführt: Freiwillig gesetzlich oder privat Vollversicherte können statt der individuellen Beihilfe die Hälfte der Kosten der Krankenvollversicherung erstattet bekommen. Die Entscheidung erfordert einen schriftlichen Antrag und ist unwiderruflich. Ob Ihr Land diesen Weg anbietet, klärt [der Beitrag zur Beihilfe](/infocenter/beihilfe-beamte-erklaert-pkv-pauschale-beihilfe); die Regelungen stehen jeweils im Landesbeamtengesetz. Tarifbeschäftigte sind in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, solange ihr Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt. Ehepartner ohne eigenes Einkommen und Kinder sind beitragsfrei mitversichert. Für Familien mit einem Verdienenden ist das ein handfester Vorteil, weil in der privaten Krankenversicherung jedes Familienmitglied einen eigenen Beitrag kostet. ### Arbeitszeit, Urlaub, Ortswechsel Bundesbeamte arbeiten nach § 3 Abs. 1 AZV 41 Stunden pro Woche; Beamte mit Kindern unter zwölf Jahren oder mit Pflegeaufgaben können eine Absenkung auf 40 Stunden beantragen. Tarifbeschäftigte kommen nach § 6 Abs. 1 TVöD auf durchschnittlich 39 Stunden. Über ein Berufsleben summieren sich zwei Stunden Woche für Woche zu einem spürbaren Betrag. Beim Erholungsurlaub liegen beide Gruppen bei 30 Arbeitstagen; im TVöD steigt der Anspruch zum 1. Januar 2027 auf 31 Tage. Beim Arbeitgeberwechsel dreht sich das Verhältnis um. Tarifbeschäftigte bewerben sich normal; wechseln sie unmittelbar zu einem anderen TVöD-Arbeitgeber, kann die erreichte Stufe nach § 16 Abs. 2a TVöD ganz oder teilweise übernommen werden. Beamte wechseln nur per Versetzung, über Ländergrenzen hinweg mit Zustimmung beider Dienstherren und nur, wenn die aufnehmende Behörde eine Planstelle frei hat. Wie das abläuft, steht in [Versetzung, Abordnung und Dienstherrenwechsel](/infocenter/versetzung-abordnung-umsetzung-dienstherrenwechsel). ### Wer überhaupt verbeamtet werden kann § 7 BeamtStG nennt die Voraussetzungen. Verlangt wird die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines anderen EU-Mitgliedstaats, eines EWR-Staats oder eines Drittstaats mit entsprechendem Vertrag; bei dringendem dienstlichen Interesse sind Ausnahmen möglich. Hinzu kommen die Laufbahnbefähigung und die Gewähr, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung einzutreten. Wer die vorgeschriebene Vorbildung nicht hat, kann die Befähigung durch Lebens- und Berufserfahrung erworben haben; beim Bund stellt das nach § 19 BBG der Bundespersonalausschuss oder ein von ihm bestimmter unabhängiger Ausschuss fest. Ungeregelt bleibt im Statusgesetz die Altersgrenze, denn sie steht in den Landesbeamten- und Laufbahngesetzen und fällt je nach Dienstherr anders aus. Die Zahlen der einzelnen Länder listet [die Übersicht zum Höchstalter](/infocenter/verbeamtung-altersgrenze-bundeslaender). Vor der Ernennung steht die amtsärztliche Untersuchung, danach die Probezeit als Beamter auf Probe. ### Was beim Wechsel in die Privatwirtschaft mit der Pension passiert Beamtinnen und Beamte, die in die Privatwirtschaft gehen, verlieren die Pensionsanwartschaft. Der Dienstherr versichert die geleisteten Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung nach, und zwar auf Basis der damaligen Bezüge. Aus 20 Dienstjahren wird so keine Teilpension, sondern eine Rentenanwartschaft, die dem Ruhegehaltsanspruch in aller Regel nicht nahekommt. Umgekehrt ist ein Wechsel vom Tarif ins Beamtenverhältnis auch mit 45 nicht ausgeschlossen, solange der Dienstherr die Altersgrenze offen lässt und eine Planstelle da ist. Vor dieser Entscheidung stehen zuerst die Altersgrenze und die Planstelle, dann erst die Stelle selbst; umgekehrt fällt die Wahl mit dem Vertrag, den man schon unterschrieben hat. ### Häufige Fragen **Warum haben Beamte bei gleichem Brutto mehr Netto?** Beamte zahlen keine Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, weil sie über Pension und Beihilfe eigenständig abgesichert sind. Vom Bruttobetrag gehen Lohnsteuer und der Beitrag zur privaten Krankenversicherung ab, der wegen der Beihilfe nur den Restanteil der Kosten decken muss. Tarifbeschäftigte tragen den vollen Arbeitnehmeranteil an allen Zweigen der Sozialversicherung und zusätzlich den Eigenanteil zur Zusatzversorgung. **Sind Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst unkündbar?** Nicht von Anfang an. Nach § 34 Abs. 2 TVöD können Beschäftigte des Bundes ab dem vollendeten 40. Lebensjahr und mit mehr als 15 Jahren Beschäftigungszeit nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden. Bei kommunalen Arbeitgebern gilt das zusätzlich nur im Tarifgebiet West. Vorher greifen die gestaffelten Kündigungsfristen des § 34 Abs. 1 und das Kündigungsschutzgesetz. Beamte auf Lebenszeit können überhaupt nicht ordentlich entlassen werden. **Kann ich aus dem Tarifverhältnis ins Beamtenverhältnis wechseln?** Ja, wenn eine Planstelle frei ist, Sie die laufbahnrechtlichen Voraussetzungen des § 7 BeamtStG erfüllen und die Höchstaltersgrenze Ihres Dienstherrn noch nicht überschritten ist. Beim Bund stellt nach § 19 BBG der Bundespersonalausschuss fest, wer die Befähigung durch Lebens- und Berufserfahrung erworben hat. Hinzu kommen die amtsärztliche Untersuchung und eine Probezeit als Beamter auf Probe. **Wie hoch ist die Pension eines Beamten im Vergleich zur Rente?** Der Ruhegehaltssatz beträgt nach § 14 BeamtVG 1,79375 Prozent je Jahr ruhegehaltfähiger Dienstzeit, höchstens 71,75 Prozent der letzten ruhegehaltfähigen Dienstbezüge. Ein Bundesbeamter in A 11 Stufe 8 mit 5.611,55 € Grundgehalt käme damit auf 3.986,43 € Ruhegehalt vor Steuern, weil § 5 Abs. 1 BeamtVG die ruhegehaltfähigen Dienstbezüge zuvor mit dem Faktor 0,9901 kürzt. Die gesetzliche Rente richtet sich dagegen nach dem Durchschnitt aller Beitragsjahre, nicht nach dem Endgehalt; dazu kommt die Zusatzversorgung. **Bekommen Beamte und Tarifbeschäftigte gleich viel Urlaub?** Beim Erholungsurlaub liegen beide Gruppen bei 30 Arbeitstagen im Kalenderjahr bei einer Fünf-Tage-Woche. Für Tarifbeschäftigte steht das in § 26 TVöD, ab 1. Januar 2027 steigt der Anspruch dort auf 31 Arbeitstage. Bei der Arbeitszeit unterscheiden sich die Gruppen deutlicher: Bundesbeamte arbeiten nach § 3 AZV 41 Stunden pro Woche, Tarifbeschäftigte nach § 6 Abs. 1 TVöD 39 Stunden. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil (§ 6 Abs. 1, § 16, § 26, § 34), Lesefassung der VKA: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - § 14 BeamtVG (Ruhegehaltssatz 1,79375 Prozent je Jahr, Höchstsatz 71,75 Prozent, Versorgungsabschlag): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__14.html (abgerufen 7.9.2026) - § 7 BeamtStG (Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses, Staatsangehörigkeit, Verfassungstreue): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__7.html (abgerufen 7.9.2026) - § 33 BeamtStG (Grundpflichten, Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__33.html (abgerufen 7.9.2026) - § 19 BBG (Feststellung der Laufbahnbefähigung durch den Bundespersonalausschuss): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__19.html (abgerufen 7.9.2026) - § 3 AZV (regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit der Bundesbeamten: 41 Stunden): https://www.gesetze-im-internet.de/azv/__3.html (abgerufen 7.9.2026) - FAQ zum Gesetz über die Einführung einer pauschalen Beihilfe (§ 80 HmbBG), Personalamt Hamburg: https://www.hamburg.de/resource/blob/1136244/e3401d5a58a6f2e386e9e2370a3c52b7/faq-pauschale-beihilfe-data.pdf (Stand Januar 2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) - Grundgehaltssätze Bundesbesoldungsordnung A (data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/besoldung-bund (Stand 1.5.2026, vorläufig nach BMI-Rundschreiben vom 3.9.2025) --- ## Der Personalrat: Was er bei Einstellung und Eingruppierung tut URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/personalrat-erklaert-bewerber Kategorie: Arbeitsalltag & Recht Themen: Personalrat, Auswahlverfahren Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Der Personalrat bestimmt nach § 78 Abs. 1 BPersVG unter anderem bei Einstellung (Nr. 1), Eingruppierung, Höher- und Rückgruppierung (Nr. 4) und Versetzung zu einer anderen Dienststelle (Nr. 5) mit. Er hat nach § 70 BPersVG zehn Arbeitstage Zeit, in dringenden Fällen drei; äußert er sich nicht, gilt die Maßnahme als gebilligt. Bei ordentlicher Kündigung wirkt er nach § 85 BPersVG mit, und eine Kündigung ohne Beteiligung ist unwirksam. In den Ländern gelten eigene Gesetze, etwa Art. 75 BayPVG und § 72 LPVG NRW. Die Auswahlkommission hat entschieden, die Personalabteilung hat den Vermerk geschrieben, und trotzdem kommt Ihre Zusage erst drei Wochen später. In dieser Zeit liegt der Vorgang meist bei einem Gremium, das an keiner Sitzung des Auswahlverfahrens teilgenommen hat und dessen Zustimmung die Dienststelle dennoch braucht: dem Personalrat. ### Worüber bestimmt der Personalrat bei einer Einstellung mit? Über die Einstellung selbst und über die Eingruppierung, also über beide Entscheidungen, die für Sie zählen. § 78 Abs. 1 BPersVG zählt 15 Personalangelegenheiten auf, in denen der Personalrat mitbestimmt. Mitbestimmung heißt: Die Dienststelle darf die Maßnahme ohne Zustimmung nicht durchführen. | Angelegenheit | Fundstelle im BPersVG | Beteiligungsform | Bedeutung für Bewerber | | --- | --- | --- | --- | | Einstellung | § 78 Abs. 1 Nr. 1 | Mitbestimmung | ohne Zustimmung kein Vertrag und keine Ernennung | | Beförderung, Verleihung eines anderen Amtes | § 78 Abs. 1 Nr. 2 | Mitbestimmung | betrifft den späteren Aufstieg | | Eingruppierung, Höher- oder Rückgruppierung | § 78 Abs. 1 Nr. 4 | Mitbestimmung | entscheidet über die Entgeltgruppe im Vertrag | | Versetzung zu einer anderen Dienststelle | § 78 Abs. 1 Nr. 5 | Mitbestimmung | relevant beim Dienststellenwechsel | | Abordnung oder Zuweisung über drei Monate | § 78 Abs. 1 Nr. 7 | Mitbestimmung | betrifft befristete Einsätze anderswo | | Ablehnung eines Teilzeit- oder Urlaubsantrags | § 78 Abs. 1 Nr. 11 | Mitbestimmung | Rückhalt bei abgelehnten Anträgen | | Absehen von der Ausschreibung eines Dienstpostens | § 78 Abs. 1 Nr. 12 | Mitbestimmung | sichert, dass Stellen überhaupt ausgeschrieben werden | | Ordentliche Kündigung | § 85 | Mitwirkung | Kündigung ohne Beteiligung ist unwirksam | | Außerordentliche Kündigung, fristlose Entlassung | § 86 | Anhörung | Bedenken binnen drei Arbeitstagen | Der Unterschied zwischen den drei Formen ist kein Formalismus. Bei der Mitbestimmung braucht die Dienststelle die Zustimmung. Bei der Mitwirkung muss sie mit dem Personalrat verhandeln und seine Einwendungen zur Kenntnis nehmen, entscheidet aber selbst. Bei der Anhörung genügt es, dem Personalrat Gelegenheit zur Äußerung zu geben. Zwei Einschränkungen stehen in denselben Vorschriften. § 78 Abs. 2 BPersVG lässt die Mitbestimmung bei der Geltendmachung von Ersatzansprüchen nur auf Antrag der betroffenen Person zu. § 78 Abs. 3 BPersVG bestimmt, dass der Personalrat bei Beamtinnen und Beamten auf Zeit sowie bei Beschäftigten mit überwiegend wissenschaftlicher oder künstlerischer Tätigkeit nur mitbestimmt, wenn diese es beantragen. Wer sich an einer Hochschule bewirbt, sollte das wissen: Die Beteiligung kommt hier nur auf eigenen Wunsch zustande. ### Wie lange dauert die Beteiligung? Zehn Arbeitstage im Regelfall. § 70 BPersVG verpflichtet die Dienststelle, den Personalrat von der beabsichtigten Maßnahme zu unterrichten und seine Zustimmung zu beantragen. Der Personalrat teilt seine Entscheidung innerhalb von zehn Arbeitstagen mit; in dringenden Fällen darf die Dienststelle die Frist auf drei Arbeitstage verkürzen. Dienststelle und Personalrat können im Einzelfall oder für die Amtszeit des Personalrats schriftlich oder elektronisch andere Fristen vereinbaren. Läuft die Frist ab, greift eine Zustimmungsfiktion: Die Maßnahme gilt als gebilligt, wenn der Personalrat nicht fristgerecht die Zustimmung unter Angabe der Gründe schriftlich oder elektronisch verweigert. Schweigen hilft dem Verfahren also, es blockiert es nicht. Diese zehn Tage sind der Grund, warum zwischen der letzten Gesprächsrunde und der Zusage oft zwei Wochen liegen, ohne dass jemand die Entscheidung noch einmal überdenkt. Was den Zeitplan sonst noch streckt, steht in [Warum Auswahlverfahren so lange dauern](/infocenter/dauer-auswahlverfahren-oeffentlicher-dienst). Verweigert der Personalrat die Zustimmung, endet das Verfahren nicht. Die Dienststelle kann die Angelegenheit der übergeordneten Dienststelle vorlegen, die mit der dortigen Stufenvertretung verhandelt. Bleibt es beim Dissens, entscheidet die Einigungsstelle. Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das zunächst Wartezeit; ein Widerspruch des Personalrats ist keine Absage. ### Warum die Eingruppierung der wichtigere Punkt ist Weil sie über Geld entscheidet, und zwar dauerhaft. § 78 Abs. 1 Nr. 4 BPersVG unterwirft die Eingruppierung, Höher- und Rückgruppierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der Mitbestimmung. Der Personalrat prüft dabei nicht, ob Sie die richtige Person sind, sondern ob die vorgesehene Entgeltgruppe zur ausgeübten Tätigkeit passt. Das ist eine Rechtskontrolle, keine Verhandlung. In der Praxis ist der Personalrat damit die einzige Stelle im Verfahren, die eine zu niedrige Eingruppierung von sich aus beanstanden kann. Wer im Gespräch den Eindruck hatte, die Stelle sei anspruchsvoller als die ausgeschriebene Entgeltgruppe, kann nach der Zusage höflich nachfragen, ob die Eingruppierung dem Personalrat vorgelegen hat. Welche Tätigkeitsmerkmale welche Gruppe tragen, erklärt [Eingruppierung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale); was in einem Einstellungsgespräch tatsächlich verhandelbar ist, steht in [Gehalt verhandeln im öffentlichen Dienst](/infocenter/gehalt-verhandeln-oeffentlicher-dienst). Für die Stufenzuordnung gilt dasselbe Prinzip in abgeschwächter Form: Sie ist Teil der Entgeltentscheidung und läuft im Bund über dieselbe Vorlage. Wie Berufserfahrung dort angerechnet wird, rechnet [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung) vor. ### Was gilt in den Ländern und Kommunen? Ein eigenes Gesetz je Land. Das Bundespersonalvertretungsgesetz gilt für Dienststellen des Bundes. Wer sich bei einer Stadt, einem Landkreis oder einer Landesbehörde bewirbt, fällt unter das Personalvertretungsgesetz des jeweiligen Landes. Die Struktur ähnelt sich, die Kataloge unterscheiden sich im Detail. In Bayern regelt Art. 75 BayPVG die Mitbestimmung in Personal- und Sozialangelegenheiten. Absatz 1 nennt die Einstellung, die Beförderung im Sinn des Art. 2 Abs. 2 LlbG, die Eingruppierung, Versetzungen mit Wechsel des Dienstortes und die Abordnung für eine Dauer von mehr als drei Monaten. Absatz 2 begrenzt die Verweigerungsgründe: Der Personalrat darf die Zustimmung nur verweigern, wenn die Maßnahme gegen eine Rechtsvorschrift verstößt, wenn eine Benachteiligung ohne dienstliche oder persönliche Gründe droht oder wenn eine Störung des Friedens in der Dienststelle zu befürchten ist. In Nordrhein-Westfalen führt § 72 LPVG die beteiligungspflichtigen Angelegenheiten auf, darunter Einstellung, Eingruppierung, Höhergruppierung, Herabgruppierung, die Übertragung einer höher oder niedriger zu bewertenden Tätigkeit sowie die Versetzung zu einer anderen Dienststelle und die Umsetzung innerhalb der Dienststelle, wenn sie mit einem Wechsel des Dienstortes verbunden ist. Für einzelne Beschäftigtengruppen wie Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer gelten Einschränkungen. Welche Stellen unter welche Ebene fallen, sortieren die Listen für [Landesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/land) und [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune). ### Was Sie als Bewerberin oder Bewerber daraus mitnehmen Der Personalrat sitzt nicht in Ihrer Auswahlkommission und bewertet Sie nicht. Er prüft nach der Entscheidung, ob das Verfahren regelkonform war und die Eingruppierung stimmt. Deshalb ist ein Anruf beim Personalrat während eines laufenden Bewerbungsverfahrens ohne Nutzen: Er darf über den Stand nicht auskünftig sein und wird es nicht tun. Nach der Einstellung ändert sich das. Der Personalrat ist Ansprechpartner in der Probezeit, bei abgelehnten Teilzeit- oder Urlaubsanträgen nach § 78 Abs. 1 Nr. 11 BPersVG und bei jeder Kündigung. Bei der ordentlichen Kündigung wirkt er nach § 85 BPersVG mit und kann Einwendungen erheben, etwa wenn soziale Gesichtspunkte nicht ausreichend berücksichtigt wurden oder eine Weiterbeschäftigung an einem anderen Arbeitsplatz möglich wäre. Der entscheidende Satz derselben Vorschrift lautet: Eine Kündigung ist unwirksam, wenn der Personalrat nicht beteiligt worden ist. Wer eine Kündigung erhält, prüft deshalb als Erstes, ob und wann die Beteiligung stattgefunden hat. Die Fristen und Formen dafür stehen in [Kündigungsfristen und Unkündbarkeit](/infocenter/kuendigungsfristen-unkuendbarkeit-tvoed), den Ablauf des Verfahrens davor beschreibt [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren). ### Häufige Fragen **Muss der Personalrat einer Einstellung zustimmen?** Ja. Die Einstellung ist nach § 78 Abs. 1 Nr. 1 BPersVG ein Mitbestimmungstatbestand. Die Dienststelle darf die Stelle erst besetzen, wenn der Personalrat zugestimmt hat oder seine Zustimmung als erteilt gilt. Verweigert er die Zustimmung, geht die Sache zunächst in das Stufenverfahren zur nächsthöheren Dienststelle und kann schließlich vor der Einigungsstelle landen. Für Beamtinnen und Beamte auf Zeit sowie überwiegend wissenschaftlich Tätige gilt die Mitbestimmung nur auf deren Antrag. **Wie lange darf der Personalrat für seine Entscheidung brauchen?** Nach § 70 BPersVG hat der Personalrat zehn Arbeitstage, um der Dienststelle seine Entscheidung mitzuteilen. In dringenden Fällen kann die Dienststelle diese Frist auf drei Arbeitstage verkürzen. Beide Seiten können im Einzelfall oder für die Amtszeit des Personalrats schriftlich oder elektronisch andere Fristen vereinbaren. Äußert sich der Personalrat nicht fristgerecht und verweigert er die Zustimmung nicht unter Angabe der Gründe, gilt die Maßnahme als gebilligt. **Darf der Personalrat meine Bewerbungsunterlagen sehen?** Ja, im Rahmen seiner Aufgabe. Damit der Personalrat über die Einstellung mitbestimmen kann, muss die Dienststelle ihn nach § 66 BPersVG rechtzeitig und umfassend unterrichten und ihm die erforderlichen Unterlagen vorlegen. Dazu gehören in der Praxis die Bewerbungen und der Auswahlvermerk. Die Mitglieder unterliegen der Schweigepflicht, und § 69 BPersVG verpflichtet sie auf den Datenschutz. Ihre Unterlagen verlassen die Dienststelle also nicht. **Was passiert, wenn der Personalrat die Zustimmung verweigert?** Die Maßnahme ist zunächst gestoppt. Die Dienststelle kann die Angelegenheit der übergeordneten Dienststelle vorlegen, die mit der dort gebildeten Stufenvertretung verhandelt. Kommt auch dort keine Einigung zustande, entscheidet die Einigungsstelle. Der Personalrat muss seine Verweigerung schriftlich oder elektronisch begründen; eine Verweigerung ohne beachtlichen Grund kann die Dienststelle als unbeachtlich behandeln. Für Sie als Bewerberin oder Bewerber bedeutet das Verzögerung, nicht zwingend eine Absage. **Ist eine Kündigung ohne Personalrat wirksam?** Nein. § 85 BPersVG regelt die Mitwirkung bei der ordentlichen Kündigung und bestimmt ausdrücklich, dass eine Kündigung unwirksam ist, wenn der Personalrat nicht beteiligt worden ist. Bei außerordentlicher Kündigung und fristloser Entlassung ist der Personalrat nach § 86 BPersVG anzuhören; er kann Bedenken unverzüglich, spätestens innerhalb von drei Arbeitstagen, schriftlich oder elektronisch mitteilen. ### Quellen - § 70 BPersVG Verfahren zwischen Dienststelle und Personalrat (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__70.html (Abruf 8.9.2026) - § 78 BPersVG Mitbestimmung in Personalangelegenheiten: https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__78.html (Abruf 8.9.2026) - § 84 BPersVG Angelegenheiten der Mitwirkung: https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__84.html (Abruf 8.9.2026) - § 85 BPersVG Ordentliche Kündigung: https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__85.html (Abruf 8.9.2026) - § 86 BPersVG Außerordentliche Kündigung und fristlose Entlassung: https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__86.html (Abruf 8.9.2026) - BPersVG 2021, Kapitel 4 Beteiligung des Personalrats, Inhaltsübersicht: https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/ (Abruf 8.9.2026) - Art. 75 BayPVG Mitbestimmung in Personal- und Sozialangelegenheiten (gesetze-bayern.de): https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayPVG-75 (Abruf 8.9.2026) - § 72 LPVG NRW Beteiligungspflichtige Angelegenheiten (recht.nrw.de): https://recht.nrw.de/system/files/BH/4223-20338.htm (Abruf 8.9.2026) --- ## Kündigungsfristen und Unkündbarkeit im TVöD (§ 34) URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/kuendigungsfristen-unkuendbarkeit-tvoed Kategorie: Arbeitsalltag & Recht Themen: Kündigung, TVöD, Probezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** § 34 TVöD staffelt die Kündigungsfrist nach Beschäftigungszeit: zwei Wochen zum Monatsschluss in den ersten sechs Monaten, ein Monat bis zu einem Jahr, dann sechs Wochen bis sechs Monate zum Quartalsende. Beschäftigte über 40 mit mehr als 15 Jahren Beschäftigungszeit beim Bund oder bei kommunalen Arbeitgebern im Tarifgebiet West können nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden. Die Fristen gelten für beide Seiten. Befristete Verträge und die Probezeit nach § 2 Abs. 4 haben eigene Regeln. Eine Sachbearbeiterin arbeitet seit dem 1. April 2019 bei einer Stadtverwaltung. Am 10. September 2026 geht ihr eine ordentliche Kündigung zu. Ihre Beschäftigungszeit beträgt sieben Jahre und fünf Monate, die Kündigungsfrist nach § 34 Abs. 1 TVöD damit drei Monate zum Schluss eines Kalendervierteljahres. Das Arbeitsverhältnis endet am 31. Dezember 2026. Wäre sie schon seit 2014 dabei, hätte sie sechs Monate Frist und würde bis zum 31. März 2027 bezahlt. Diese Staffel ist für beide Seiten verbindlich, also auch dann, wenn Beschäftigte selbst kündigen. ### Welche Kündigungsfrist gilt nach § 34 TVöD? Bis zum Ende des sechsten Monats beträgt die Frist zwei Wochen zum Monatsschluss, danach richtet sie sich nach der Beschäftigungszeit und reicht von einem Monat bis zu sechs Monaten. Ab einer Beschäftigungszeit von mehr als einem Jahr endet das Arbeitsverhältnis immer zum Schluss eines Kalendervierteljahres, also am 31. März, 30. Juni, 30. September oder 31. Dezember. | Beschäftigungszeit | Kündigungsfrist | Endtermin | Beispiel: Zugang 10.9.2026 | | --- | --- | --- | --- | | bis Ende des 6. Monats (Probezeit) | 2 Wochen | Monatsschluss | 30.9.2026 | | bis zu 1 Jahr | 1 Monat | Monatsschluss | 31.10.2026 | | mehr als 1 Jahr | 6 Wochen | Quartalsende | 31.12.2026 | | mindestens 5 Jahre | 3 Monate | Quartalsende | 31.12.2026 | | mindestens 8 Jahre | 4 Monate | Quartalsende | 31.3.2027 | | mindestens 10 Jahre | 5 Monate | Quartalsende | 31.3.2027 | | mindestens 12 Jahre | 6 Monate | Quartalsende | 31.3.2027 | Die Quartalsbindung führt zu Sprüngen. Wer nach acht Jahren am 10. September gekündigt wird, hat dieselbe Vertragsdauer wie ein Kollege mit zwölf Jahren, nämlich bis zum 31. März. Geht dieselbe Kündigung erst am 1. Oktober zu, endet das Arbeitsverhältnis für beide am 30. Juni 2027. Im Vergleich zum Gesetz ist der TVöD für Beschäftigte großzügiger: § 622 Abs. 1 BGB sieht für die Eigenkündigung nur vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende vor, und die gesetzliche Staffel für Arbeitgeberkündigungen beginnt erst nach zwei Jahren mit einem Monat. Die Abweichung ist durch § 622 Abs. 4 BGB gedeckt, der Tarifverträgen eigene Fristen erlaubt. ### Was zählt als Beschäftigungszeit? Beschäftigungszeit ist nach § 34 Abs. 3 TVöD die Zeit, die bei demselben Arbeitgeber im Arbeitsverhältnis zurückgelegt wurde, auch wenn sie unterbrochen ist. Wer nach drei Jahren geht und fünf Jahre später zur selben Stadt zurückkehrt, bringt die drei Jahre mit. Drei Ergänzungen sind wichtig. Erstens bleibt ein Sonderurlaub nach § 28 TVöD unberücksichtigt, es sei denn, der Arbeitgeber hat vor Antritt schriftlich ein dienstliches oder betriebliches Interesse anerkannt. Zweitens werden bei einem Wechsel zwischen Arbeitgebern, die unter den TVöD fallen, die Zeiten beim vorherigen Arbeitgeber angerechnet; wer vom Landkreis zur kreisfreien Stadt wechselt, fängt bei der Kündigungsfrist also nicht bei null an. Drittens gilt das auch beim Wechsel von einem anderen öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber, etwa von einem Land oder einer Sozialversicherung. Dieselbe Beschäftigungszeit taucht an anderer Stelle des Tarifvertrags wieder auf: Sie steuert die Dauer des Krankengeldzuschusses nach § 22 und kann bei der Stufenzuordnung nach § 16 berücksichtigt werden. Wer zwischen Behörden wechselt, findet die Folgen für Stufe und Frist im Beitrag zu [Versetzung, Abordnung und Dienstherrenwechsel](/infocenter/versetzung-abordnung-umsetzung-dienstherrenwechsel). ### Wann sind Beschäftigte im TVöD unkündbar? Nach § 34 Abs. 2 TVöD kann der Arbeitgeber Beschäftigten, die das 40. Lebensjahr vollendet haben und mehr als 15 Jahre Beschäftigungszeit erreicht haben, nur noch aus einem wichtigen Grund kündigen. Die Regel gilt für Beschäftigte des Bundes und für Beschäftigte kommunaler Arbeitgeber, auf die das Tarifgebiet West Anwendung findet. „Unkündbar“ ist die übliche Kurzform, sie ist aber ungenau. Ausgeschlossen ist nur die ordentliche Kündigung. Eine außerordentliche Kündigung nach § 626 BGB bleibt möglich, wenn Tatsachen vorliegen, die dem Arbeitgeber die Fortsetzung bis zum Ablauf der Kündigungsfrist unzumutbar machen, etwa bei schweren Pflichtverletzungen. Sie muss innerhalb von zwei Wochen nach Kenntnis der Tatsachen erklärt werden. Beide Voraussetzungen der Unkündbarkeit müssen zusammen vorliegen: Wer mit 22 Jahren eingestellt wurde, ist mit 38 Jahren zwar 16 Jahre dabei, aber erst zwei Jahre später geschützt. Im Tarifgebiet Ost gilt die Regel bei kommunalen Arbeitgebern nicht; der Bund macht diesen Unterschied nicht. Wer nach den bis zum 30. September 2005 geltenden Regeln des BAT bereits unkündbar war, bleibt es. Der TV-L der Länder hatte dieselbe Ost-West-Trennung und streicht sie mit dem Änderungstarifvertrag Nr. 14 zum 1. Januar 2027. Für Beamtinnen und Beamte gilt ein anderes System, das der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede) gegenüberstellt. ### Wie ist die Kündigung in der Probezeit und bei Befristung geregelt? Die ersten sechs Monate gelten nach § 2 Abs. 4 TVöD als Probezeit, wenn nichts Kürzeres vereinbart ist; bei Übernahme direkt nach der Ausbildung entfällt sie. In dieser Zeit beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen zum Monatsschluss, und das Kündigungsschutzgesetz greift noch nicht, weil § 1 Abs. 1 KSchG eine Wartezeit von mehr als sechs Monaten verlangt. Befristete Verträge folgen § 30 TVöD, dessen Absätze 2 bis 5 für Beschäftigte des Bundes und für Beschäftigte kommunaler Arbeitgeber im Tarifgebiet West gelten, deren Tätigkeit früher der Angestelltenversicherung unterlegen hätte. Bei einer Befristung ohne Sachgrund gelten nur die ersten sechs Wochen als Probezeit, bei einer Befristung mit Sachgrund die ersten sechs Monate. Nach der Probezeit ist eine ordentliche Kündigung nur zulässig, wenn die Vertragsdauer mindestens zwölf Monate beträgt. Die Fristen sind kürzer als im unbefristeten Vertrag: vier Wochen bei mehr als sechs Monaten und sechs Wochen bei mehr als einem Jahr, jeweils zum Monatsende, drei Monate bei mehr als zwei Jahren und vier Monate bei mehr als drei Jahren zum Quartalsende. Mehrere aneinandergereihte Verträge beim selben Arbeitgeber werden zusammengerechnet, wenn die Unterbrechung höchstens drei Monate dauert. Wie sich Sachgrund, Kettenbefristung und Entfristung im öffentlichen Dienst verhalten, erklärt der Beitrag zur [Befristung im öffentlichen Dienst](/infocenter/befristung-entfristung-oeffentlicher-dienst); die Probezeit für Tarifbeschäftigte und Beamte auf Probe vergleicht [Probezeit im öffentlichen Dienst](/infocenter/probezeit-oeffentlicher-dienst-tarif-beamte). ### Was gilt für Personalrat, Schriftform und Klagefrist? Eine Kündigung braucht nach § 623 BGB die Schriftform mit eigenhändiger Unterschrift; eine E-Mail oder ein Scan reicht nicht. Beim Bund wirkt der Personalrat nach § 85 BPersVG bei ordentlichen Kündigungen mit, und eine Kündigung ohne seine Beteiligung ist unwirksam. In den Ländern und Kommunen regeln die Landespersonalvertretungsgesetze die Beteiligung. Wer eine Kündigung für unwirksam hält, muss nach § 4 KSchG innerhalb von drei Wochen nach Zugang Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben. Diese Frist läuft unabhängig von der tariflichen Kündigungsfrist und ist die wichtigste Frist überhaupt: Wer sie versäumt, kann sich später kaum noch auf Fehler der Kündigung berufen. Nach Ablauf der sechsmonatigen Wartezeit braucht der Arbeitgeber einen Grund in der Person, im Verhalten oder in dringenden betrieblichen Erfordernissen (§ 1 Abs. 2 KSchG). Was der Personalrat bei Einstellung, Eingruppierung und Kündigung mitentscheidet, steht im Beitrag [Der Personalrat](/infocenter/personalrat-erklaert-bewerber). ### Wie kündigen Beschäftigte selbst richtig? Die Staffel des § 34 Abs. 1 TVöD gilt auch für die Eigenkündigung. Wer nach zehn Jahren zum 30. Juni gehen will, muss die Kündigung spätestens am 31. Januar zustellen, weil fünf Monate zum Quartalsende einzuhalten sind. Schneller geht es nur mit einem Auflösungsvertrag nach § 33 Abs. 1 Buchst. b TVöD, den der Arbeitgeber jederzeit einvernehmlich schließen kann, aber nicht muss. Ein häufiger Fehler beim Wechsel innerhalb des öffentlichen Dienstes ist der Verzicht auf den nahtlosen Übergang. Wer die neue Stelle bei einem [anderen Tarifarbeitgeber](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) erst einen Monat nach dem Ausscheiden antritt, verliert für die Stufenzuordnung nach § 16 Abs. 2 TVöD die Möglichkeit, die bisherige Stufe ganz oder teilweise anrechnen zu lassen, denn diese setzt einen unmittelbaren Anschluss voraus. Die Beschäftigungszeit für die Kündigungsfrist bleibt dagegen erhalten. Ohne Kündigung endet das Arbeitsverhältnis nach § 33 TVöD mit Ablauf des Monats, in dem die Regelaltersgrenze erreicht wird, oder mit Zustellung eines Rentenbescheids über eine unbefristete volle oder teilweise Erwerbsminderung. In jedem Fall besteht nach § 35 TVöD Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis, das sich auf Führung und Leistung erstreckt; ein Zwischenzeugnis kann aus triftigen Gründen auch während des laufenden Vertrags verlangt werden. ### Häufige Fragen **Wie lang ist die Kündigungsfrist im TVöD nach 10 Jahren?** Bei einer Beschäftigungszeit von mindestens zehn Jahren beträgt die Kündigungsfrist nach § 34 Abs. 1 TVöD fünf Monate zum Schluss eines Kalendervierteljahres. Geht die Kündigung am 10. September 2026 zu, endet das Arbeitsverhältnis am 31. März 2027. Ab zwölf Jahren sind es sechs Monate, ebenfalls zum Quartalsende. Die Frist gilt für Kündigungen durch den Arbeitgeber und durch Beschäftigte gleichermaßen. **Ab wann ist man im öffentlichen Dienst unkündbar?** Nach § 34 Abs. 2 TVöD können Beschäftigte des Bundes und der kommunalen Arbeitgeber im Tarifgebiet West nach dem vollendeten 40. Lebensjahr und mehr als 15 Jahren Beschäftigungszeit nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden. Beide Voraussetzungen müssen zusammen vorliegen. Im Tarifgebiet Ost gilt die Regel bei kommunalen Arbeitgebern nicht. Der TV-L der Länder hebt diese Unterscheidung zum 1. Januar 2027 auf. **Wie lang ist die Probezeit im TVöD und welche Kündigungsfrist gilt dann?** Nach § 2 Abs. 4 TVöD gelten die ersten sechs Monate als Probezeit, wenn keine kürzere Zeit vereinbart ist. Wer nach der Ausbildung direkt übernommen wird, hat keine Probezeit. Bis zum Ende des sechsten Monats beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen zum Monatsschluss. Bei sachgrundlos befristeten Verträgen gelten nach § 30 Abs. 4 nur die ersten sechs Wochen als Probezeit. **Zählt die Zeit beim früheren Arbeitgeber im öffentlichen Dienst mit?** Ja, wenn der frühere Arbeitgeber ebenfalls den TVöD anwendet oder ein anderer öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber ist. § 34 Abs. 3 Satz 3 und 4 TVöD rechnet diese Zeiten als Beschäftigungszeit an. Unterbrechungen schaden nicht, nur ein Sonderurlaub nach § 28 bleibt außen vor, es sei denn, der Arbeitgeber hatte vorher schriftlich ein dienstliches Interesse anerkannt. Zeiten bei privaten Arbeitgebern zählen nicht. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, VKA-Lesefassung (§ 2 Abs. 4, § 30, § 33, § 34, § 35): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - TV-L in der Fassung des ÄTV Nr. 14 (§ 34 Abs. 2 ab 1.1.2027): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - § 622 BGB Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__622.html (Stand 7.9.2026) - § 623 BGB Schriftform der Kündigung: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__623.html (Stand 7.9.2026) - § 626 BGB Fristlose Kündigung aus wichtigem Grund: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__626.html (Stand 7.9.2026) - § 1 KSchG Sozial ungerechtfertigte Kündigungen: https://www.gesetze-im-internet.de/kschg/__1.html (Stand 7.9.2026) - § 4 KSchG Anrufung des Arbeitsgerichts: https://www.gesetze-im-internet.de/kschg/__4.html (Stand 7.9.2026) - § 85 BPersVG Mitwirkung bei Kündigungen: https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__85.html (Stand 7.9.2026) --- ## Elternzeit im öffentlichen Dienst: Tarif und Beamte URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/elternzeit-elterngeld-oeffentlicher-dienst Kategorie: Arbeitsalltag & Recht Themen: Elternzeit, Teilzeit, Stufen Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Elternzeit besteht nach § 15 Abs. 2 BEEG bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres, bis zu 24 Monate davon zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag. Die Anmeldung muss sieben Wochen vorher in Textform erfolgen, für den späten Zeitraum 13 Wochen. Eltern haben zusammen Anspruch auf zwölf Monatsbeträge Basiselterngeld plus zwei Partnermonate, höchstens 1.800 Euro monatlich. Für Beamtinnen und Beamte des Bundes verweist § 6 MuSchEltZV auf dieselben Regeln. Elternzeit über fünf Jahre kostet nach § 17 Abs. 3 TVöD eine Stufe. Ein Kind kommt am 1. April 2026 zur Welt. Die Mutter will die Elternzeit direkt an die Mutterschutzfrist anschließen, der Vater ab dem dritten Lebensmonat zwei Monate übernehmen. Beide müssen den Antrag sieben Wochen vor Beginn in Textform stellen, und die Mutter muss dabei gleich festlegen, wie sie die ersten zwei Jahre aufteilt. Diese Festlegung ist bindend. Eine spätere Änderung setzt die Zustimmung des Arbeitgebers voraus. ### Wie lange dauert die Elternzeit und wie wird sie beantragt? Der Anspruch besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Bis zu 24 Monate davon können nach § 15 Abs. 2 Satz 2 BEEG zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr genommen werden, etwa für den Schulanfang. Bei der Mutter wird die Mutterschutzfrist nach § 3 Abs. 2 und 3 MuSchG auf diese Begrenzung angerechnet. Jeder Elternteil kann seine Elternzeit auf drei Zeitabschnitte verteilen; für weitere Abschnitte braucht es die Zustimmung des Arbeitgebers. Den dritten Abschnitt kann der Arbeitgeber innerhalb von acht Wochen nach Zugang des Antrags aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen, allerdings nur, wenn dieser Abschnitt zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag liegen soll. Für die ersten drei Jahre gibt es kein Ablehnungsrecht. Die Anmeldefristen unterscheiden sich nach demselben Schnitt: sieben Wochen bis zum dritten Geburtstag, 13 Wochen für den Zeitraum danach. 1. Zeitraum festlegen und dabei die Zwei-Jahres-Erklärung nach § 16 Abs. 1 Satz 2 BEEG durchdenken: Wer Elternzeit bis zum dritten Geburtstag verlangt, muss gleichzeitig erklären, für welche Zeiten innerhalb von zwei Jahren er sie nehmen will. 2. Sieben oder 13 Wochen vor Beginn in Textform beim Arbeitgeber verlangen, nachweisbar zugestellt. 3. Bescheinigung verlangen. Der Arbeitgeber hat die Elternzeit nach § 16 Abs. 1 Satz 8 BEEG zu bescheinigen; bei einem späteren Arbeitgeberwechsel wird sie gebraucht. 4. Elterngeld getrennt beantragen, bei der zuständigen Elterngeldstelle. Die Anmeldung der Elternzeit beim Arbeitgeber ist kein Elterngeldantrag. 5. Wenn Teilzeit geplant ist, den Antrag nach § 15 Abs. 5 BEEG gleich mit der Anmeldung verbinden. Über den Antrag sollen sich beide Seiten innerhalb von vier Wochen einigen. Eine vorzeitige Beendigung oder Verlängerung ist grundsätzlich nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich. Zwei Ausnahmen kennt § 16 Abs. 3 BEEG: Wegen der Geburt eines weiteren Kindes oder in Fällen besonderer Härte kann der Arbeitgeber die vorzeitige Beendigung nur innerhalb von vier Wochen aus dringenden betrieblichen Gründen schriftlich ablehnen, und zur Inanspruchnahme der Mutterschutzfristen ist die Beendigung auch ohne seine Zustimmung möglich. ### Wie viel Elterngeld gibt es und wie lange? 67 Prozent des Einkommens aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt, gedeckelt bei 1.800 Euro und mindestens 300 Euro im Monat. § 2 Abs. 2 BEEG staffelt darüber hinaus in beide Richtungen: Über 1.200 Euro Vorgeburtseinkommen sinkt der Satz um 0,1 Prozentpunkte je 2 Euro, bis auf 65 Prozent; unter 1.000 Euro steigt er nach derselben Mechanik auf bis zu 100 Prozent. Für die Dauer gilt eine feste Rechnung. Die Eltern haben nach § 4 Abs. 3 BEEG gemeinsam Anspruch auf zwölf Monatsbeträge Basiselterngeld. Mindert ein Elternteil sein Erwerbseinkommen in zwei Lebensmonaten, kommen zwei Partnermonate hinzu, zusammen also 14. Ein Elternteil allein kann höchstens zwölf Monatsbeträge beziehen und muss mindestens zwei nehmen. Statt eines Monats Basiselterngeld können jeweils zwei Monate Elterngeld Plus bezogen werden, das monatlich höchstens die Hälfte des Basiselterngeldes beträgt und nach § 4 Abs. 1 bis zur Vollendung des 32. Lebensmonats läuft. | Leistung | Umfang | Bezugszeitraum | Rechtsgrundlage | | --- | --- | --- | --- | | Basiselterngeld | 12 Monatsbeträge für beide Eltern zusammen | bis zum 14. Lebensmonat | § 4 Abs. 1 und 3 BEEG | | Partnermonate | 2 weitere Monatsbeträge | bis zum 14. Lebensmonat | § 4 Abs. 3 Satz 2 BEEG | | Elterngeld Plus | je Basismonat 2 Monate, höchstens halber Betrag | bis zum 32. Lebensmonat | § 4 Abs. 1 und § 4a Abs. 2 BEEG | | Partnerschaftsbonus | je Elternteil höchstens 4 Monate Elterngeld Plus | bei 24 bis 32 Wochenstunden beider Eltern | § 4b BEEG | | Höchstbetrag | 1.800 Euro monatlich | Basiselterngeld | § 2 Abs. 1 Satz 2 BEEG | | Mindestbetrag | 300 Euro monatlich | auch ohne Vorgeburtseinkommen | § 2 Abs. 4 BEEG | | Einkommensgrenze | mehr als 175.000 Euro zu versteuerndes Einkommen | Anspruch entfällt | § 1 Abs. 8 BEEG | Die Einkommensgrenze von 175.000 Euro gilt bei Paaren für die Summe beider zu versteuernden Einkommen, bei einer allein berechtigten Person für deren Einkommen; der Betrag ist also derselbe. Und der gleichzeitige Bezug von Basiselterngeld beider Elternteile ist nach § 4 Abs. 6 BEEG nur in einem der ersten zwölf Lebensmonate möglich. Wer die klassische gemeinsame Auszeit von zwei Monaten plant, muss dafür Elterngeld Plus einsetzen oder auf den Partnerschaftsbonus zurückgreifen. Ausgenommen sind Mehrlings- und Frühgeburten sowie Kinder mit einer ärztlich festgestellten Behinderung. Der Partnerschaftsbonus nach § 4b BEEG bringt jedem Elternteil höchstens vier weitere Monate Elterngeld Plus, verlangt dafür aber, dass beide gleichzeitig und in aufeinanderfolgenden Monaten nicht weniger als 24 und nicht mehr als 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Lebensmonats arbeiten. Eine Über- oder Unterschreitung dieser Grenzen kostet den Bonus für alle Monate. ### Was gilt für Beamtinnen und Beamte? Inhaltlich dasselbe, nur über eine andere Vorschrift. § 6 MuSchEltZV gibt Beamtinnen und Beamten des Bundes einen Anspruch auf Elternzeit ohne Dienst- oder Anwärterbezüge entsprechend § 15 Abs. 1 bis 3 sowie §§ 16 und 28 Abs. 1 Satz 1 BEEG. Fristen, Zeitabschnitte und die Aufteilung bis zum achten Geburtstag stimmen also mit dem Tarifbereich überein. Für Landesbeamtinnen und Landesbeamte gelten eigene Elternzeitverordnungen der Länder; deren Wortlaut weicht im Detail ab. | Frage | Tarifbeschäftigte | Beamtinnen und Beamte (Bund) | | --- | --- | --- | | Rechtsgrundlage | §§ 15 bis 18 BEEG unmittelbar | § 6 MuSchEltZV, verweist auf BEEG | | Dauer | 3 Jahre, davon 24 Monate bis zum 8. Geburtstag | ebenso | | Bezahlung in der Elternzeit | Entgelt entfällt | Dienst- oder Anwärterbezüge entfallen | | Elterngeld | ja, nach denselben Regeln | ja, nach denselben Regeln | | Schutz vor Beendigung | Kündigungsverbot nach § 18 BEEG | Statusschutz, keine Kündigung möglich | | Teilzeit daneben | bis 32 Wochenstunden, § 15 Abs. 4 BEEG | bis 32 Wochenstunden, familienbedingte Teilzeit nach § 92 BBG | | Krankenversicherung | Familienversicherung oder freiwillige Versicherung | Beihilfe bleibt, § 92 Abs. 5 BBG bei Beurlaubung | Der praktische Unterschied liegt in der Krankenversicherung und in der Anschlussoption. Beamtinnen und Beamte behalten bei einer Beurlaubung nach § 92 Abs. 1 BBG einen Anspruch auf Leistungen der Krankheitsfürsorge in entsprechender Anwendung der Beihilferegelungen, solange sie nicht als berücksichtigungsfähige Angehörige eines anderen Beihilfeberechtigten oder gesetzlich familienversichert sind. Und sie können die Elternzeit nahtlos in eine familienbedingte Teilzeit oder Beurlaubung nach § 92 BBG überführen, die zusammen mit Familienpflege- und Pflegezeiten bis zu 15 Jahre dauern darf. Vor diesem Schritt lohnt eine Prüfung der Folgen für die Pension, weil beurlaubte Zeiten ohne Besoldung ruhegehaltfähig nur in engen Grenzen sind. Die Grundzüge der beiden Statusarten vergleicht der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Wie wirkt sich Elternzeit auf Stufe, Urlaub und Jahressonderzahlung aus? Auf die Stufe nur, wenn sie lange dauert. § 17 Abs. 3 Satz 2 TVöD stellt fest, dass Elternzeit bis zu jeweils fünf Jahren unschädlich ist, aber nicht auf die Stufenlaufzeit angerechnet wird. Nach zwei Jahren Elternzeit ist die nächste Stufe also zwei Jahre später erreicht als ohne Unterbrechung; das bereits Erarbeitete bleibt erhalten. Erst bei einer Elternzeit von mehr als fünf Jahren erfolgt nach Satz 3 eine Zuordnung zu der Stufe, die der vorher erreichten vorangeht, jedoch nicht niedriger als bei einer Neueinstellung; die Stufenlaufzeit beginnt dann mit dem Tag der Arbeitsaufnahme neu. Wie sich die Laufzeiten im Übrigen staffeln, steht im Beitrag zu [Stufenlaufzeit und Stufenaufstieg](/infocenter/stufenlaufzeit-stufenaufstieg-tvoed-tv-l). Beim Urlaub darf gekürzt werden, muss aber nicht. § 17 Abs. 1 BEEG erlaubt dem Arbeitgeber, den Erholungsurlaub für jeden vollen Kalendermonat der Elternzeit um ein Zwölftel zu kürzen. Das ist eine Kann-Vorschrift und setzt eine ausdrückliche Erklärung voraus; wer nichts hört, behält den vollen Anspruch. Die Kürzung gilt außerdem nicht, wenn während der Elternzeit beim eigenen Arbeitgeber Teilzeit geleistet wird. Bei zwölf Monaten Elternzeit ohne Teilzeit bleiben von 30 Tagen also null, bei sechs Monaten 15 Tage. Resturlaub aus der Zeit vor der Elternzeit geht nicht unter: Er ist nach § 17 Abs. 2 BEEG im laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr zu gewähren, was die Übertragungsfristen des [Urlaubsrechts im öffentlichen Dienst](/infocenter/urlaub-tvoed-tv-l-30-tage) insoweit verdrängt. Endet das Arbeitsverhältnis während der Elternzeit, ist der Urlaub abzugelten. Bei der Jahressonderzahlung entscheidet, ob im Bemessungszeitraum Entgelt gezahlt wurde. Ruht das Arbeitsverhältnis während der Elternzeit vollständig, fehlt in diesen Monaten die Bemessungsgrundlage, und der Anspruch sinkt entsprechend. Wer die Elternzeit mit Teilzeit kombiniert, bezieht dagegen laufendes Entgelt und behält die anteilige Sonderzahlung; die Rechenwege dazu stehen im Beitrag zur [Jahressonderzahlung im TVöD und TV-L](/infocenter/jahressonderzahlung-tvoed-tv-l-hoehe). ### Wie kombiniert man Elternzeit mit Teilzeit? Über den eigenen Anspruch des § 15 Abs. 6 und 7 BEEG, der günstiger ist als der allgemeine Teilzeitanspruch. Während der Gesamtdauer der Elternzeit kann zweimal eine Verringerung der Arbeitszeit beansprucht werden, und der Arbeitgeber kann sie nur ablehnen, wenn dringende betriebliche Gründe entgegenstehen, nicht schon bei einfachen betrieblichen Gründen. Fünf Voraussetzungen müssen zusammenkommen: mehr als 15 Beschäftigte beim Arbeitgeber, ein Arbeitsverhältnis von mehr als sechs Monaten ohne Unterbrechung, eine Verringerung für mindestens zwei Monate auf nicht weniger als 15 und nicht mehr als 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats, keine dringenden betrieblichen Gründe und die Mitteilung sieben beziehungsweise 13 Wochen vorher in Textform. Lehnt der Arbeitgeber ab, muss die Ablehnung innerhalb derselben Frist und mit Begründung in Textform erfolgen. Der Vergleich mit dem allgemeinen Anspruch steht im Beitrag zur [Teilzeit im öffentlichen Dienst](/infocenter/teilzeit-oeffentlicher-dienst-anspruch). Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Elterngeldgrenze und Elternzeitgrenze. Beide liegen bei 32 Wochenstunden, betreffen aber verschiedene Dinge: § 15 Abs. 4 BEEG begrenzt die Erwerbstätigkeit während der Elternzeit, § 1 Abs. 6 BEEG definiert, wann jemand für das Elterngeld nicht voll erwerbstätig ist. Wer 33 Stunden arbeitet, verliert beides gleichzeitig. Und wer nach der Elternzeit zurückkehrt, hat nach § 15 Abs. 5 Satz 5 BEEG ausdrücklich das Recht, zu der Arbeitszeit zurückzukehren, die vor Beginn der Elternzeit vereinbart war. Dieses Rückkehrrecht ist stärker als der bloße Vorrang bei der Stellenbesetzung, den § 9 TzBfG sonst gewährt, gilt aber nur für die vorherige Arbeitszeit, nicht für einen bestimmten Dienstposten. Wer während der Elternzeit den Arbeitgeber wechseln will, findet Stellen mit reduzierter Stundenzahl in der Liste der [Teilzeitstellen im öffentlichen Dienst](/jobs?arbeitszeit=teilzeit). ### Häufige Fragen **Wie lange kann ich Elternzeit nehmen?** Bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes, so § 15 Abs. 2 Satz 1 BEEG. Ein Anteil von bis zu 24 Monaten kann zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr genommen werden. Bei der Mutter wird die Mutterschutzfrist auf die Elternzeit angerechnet. Bei mehreren Kindern besteht der Anspruch für jedes Kind, auch wenn sich die Zeiträume überschneiden. **Wann muss ich Elternzeit anmelden?** Spätestens sieben Wochen vor Beginn, wenn die Elternzeit bis zum dritten Geburtstag des Kindes liegt, und spätestens 13 Wochen vorher für den Zeitraum zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag (§ 16 Abs. 1 BEEG). Die Anmeldung erfolgt in Textform. Bei der ersten Variante müssen Sie zugleich erklären, für welche Zeiten innerhalb von zwei Jahren Sie Elternzeit nehmen wollen. Diese Festlegung bindet Sie. **Wie hoch ist das Elterngeld?** Grundsätzlich 67 Prozent des Einkommens aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt, höchstens 1.800 Euro und mindestens 300 Euro monatlich (§ 2 BEEG). Lag das Einkommen über 1.200 Euro, sinkt der Satz um 0,1 Prozentpunkte je 2 Euro darüber, bis auf 65 Prozent. Lag es unter 1.000 Euro, steigt er entsprechend bis auf 100 Prozent. Ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 175.000 Euro entfällt der Anspruch. **Darf ich während der Elternzeit arbeiten?** Ja, bis zu 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats (§ 15 Abs. 4 BEEG). Beim eigenen Arbeitgeber können Sie während der Gesamtdauer der Elternzeit zweimal eine Verringerung der Arbeitszeit beanspruchen, auf mindestens 15 und höchstens 32 Wochenstunden für mindestens zwei Monate. Teilzeit bei einem anderen Arbeitgeber braucht die Zustimmung Ihres Arbeitgebers, der sie nur innerhalb von vier Wochen aus dringenden betrieblichen Gründen verweigern kann. **Verliere ich durch Elternzeit eine Entgeltstufe?** Erst ab fünf Jahren. Elternzeit bis zu jeweils fünf Jahren ist nach § 17 Abs. 3 Satz 2 TVöD unschädlich, wird aber nicht auf die Stufenlaufzeit angerechnet; der Aufstieg verschiebt sich also um die Dauer der Elternzeit nach hinten. Dauert die Elternzeit länger als fünf Jahre, erfolgt nach Satz 3 eine Zuordnung zu der Stufe, die der vorher erreichten vorangeht, jedoch nicht niedriger als bei einer Neueinstellung. ### Quellen - § 15 BEEG Anspruch auf Elternzeit: https://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__15.html (Abruf 7.9.2026) - § 16 BEEG Inanspruchnahme der Elternzeit: https://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__16.html (Abruf 7.9.2026) - § 17 BEEG Urlaub: https://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__17.html (Abruf 7.9.2026) - § 18 BEEG Kündigungsschutz: https://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__18.html (Abruf 7.9.2026) - § 2 BEEG Höhe des Elterngeldes: https://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__2.html (Abruf 7.9.2026) - § 4 BEEG Bezugsdauer, Anspruchsumfang: https://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__4.html (Abruf 7.9.2026) - § 4b BEEG Partnerschaftsbonus: https://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__4b.html (Abruf 7.9.2026) - § 1 BEEG Berechtigte (Einkommensgrenze in Absatz 8): https://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__1.html (Abruf 7.9.2026) - § 6 MuSchEltZV Anwendung des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes: https://www.gesetze-im-internet.de/muscheltzv/__6.html (Abruf 7.9.2026) - TVöD Allgemeiner Teil, VKA-Lesefassung (§ 17 Abs. 3, § 26 Abs. 2): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - § 92 BBG Familienbedingte Teilzeit, familienbedingte Beurlaubung: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__92.html (Abruf 7.9.2026) --- ## Duales Studium in der Verwaltung: Bezüge und Übernahme URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/duales-studium-oeffentliche-verwaltung Kategorie: Ausbildung & Studium Themen: Duales Studium, Anwärterbezüge, Laufbahn, Verwaltung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Das duale Verwaltungsstudium ist rechtlich ein Vorbereitungsdienst: Nach § 16 der Bundeslaufbahnverordnung dauert er in der Regel drei Jahre, besteht aus Fachstudien und berufspraktischen Studienzeiten und schließt mit einem Bachelor ab. Studierende stehen dabei im Beamtenverhältnis auf Widerruf und erhalten Anwärterbezüge; die Zollverwaltung nennt für den gehobenen Dienst 1.846,85 € brutto, vorläufig und unter Vorbehalt. Wer einen Anwärtersonderzuschlag erhält, muss nach § 63 BBesG mindestens fünf Jahre im Dienst bleiben. „Bezahltes Vollzeitstudium, Regelstudienzeit 3 Jahre“ steht auf der Studiengangsseite der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen. Das ist keine Werbung, sondern eine Rechtsfolge: Das duale Verwaltungsstudium ist kein Studium mit Praxisanteil, sondern ein Vorbereitungsdienst, der als Hochschulstudiengang durchgeführt wird. Deshalb gibt es Bezüge statt Studiengebühren und am Ende die Laufbahnbefähigung statt nur eines Abschlusses. ### Was ist das duale Verwaltungsstudium rechtlich? Ein Vorbereitungsdienst nach § 16 der Bundeslaufbahnverordnung. Die Vorschrift regelt drei Punkte knapp: Der Vorbereitungsdienst für den gehobenen Dienst dauert in der Regel drei Jahre, er besteht aus Fachstudien und berufspraktischen Studienzeiten, und er wird als Hochschulstudiengang durchgeführt, der mit einem Bachelor oder einem Diplomgrad mit dem Zusatz Fachhochschule abschließt. Die Bundeslaufbahnverordnung stammt vom 11. März 2026 und ist seit dem 17. März 2026 in Kraft; sie hat die Fassung von 2009 ersetzt. Wer bereits einen Bachelor mitbringt, kann verkürzen. Nach § 16 Abs. 4 BLV ist eine Verkürzung bis auf ein Jahr möglich, wenn die erforderlichen wissenschaftlichen und methodischen Grundkenntnisse durch ein abgeschlossenes Bachelorstudium oder einen gleichwertigen Abschluss nachgewiesen werden. Eine Verkürzung allein auf Fachstudien oder Lehrgänge ist ausdrücklich unzulässig; berufspraktische Studienzeiten müssen bleiben. Die Länder regeln ihre Vorbereitungsdienste in eigenen Laufbahnverordnungen, folgen aber demselben Muster. ### Welche Hochschulen bieten das an? Der Bund unterhält die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit eigenen Fachbereichen je Behörde, die Länder betreiben eigene Verwaltungshochschulen. Träger ist jeweils die öffentliche Hand, ein privater Anbieter ist nicht beteiligt. | Hochschule | Studiengang und Abschluss | Aufbau | Status und Bezüge | | --- | --- | --- | --- | | Hochschule des Bundes, Fachbereich Bundeswehrverwaltung, Mannheim | Bachelor of Public Administration, Bachelor of Laws (LL.B.) | sechs Semester: vier Theoriesemester mit 20 Fachmodulen, zwei Praxissemester mit vier Praxismodulen | Nachwuchsbeamtinnen und -beamte; Laufbahnbefähigung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst | | Hochschule des Bundes, Fachbereich Finanzen, Münster und Rostock | Zolldienst des Bundes, Bachelor of Laws (LL.B.) | drei Jahre, sechs Semester: drei Semester Fachstudien, drei Semester Praxisstudien | Anwärterbezüge, für den gehobenen Dienst 1.846,85 € brutto, vorläufig unter Vorbehalt | | Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg | Public Management, Bachelor of Arts (B.A.), 180 ECTS | sechs Monate Einführungspraktikum, drei Semester Grundlagenstudium, 14 Monate Praxisphase, Vertiefungssemester | Beamtin oder Beamter auf Widerruf, Anwärterbezüge rund 1.550 € brutto | | Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, zehn Standorte | Kommunaler Verwaltungsdienst, Bachelor of Laws (LL.B.) | Regelstudienzeit drei Jahre, Studienbeginn jährlich zum 1. September, Theorie- und Praxisphasen im Wechsel | Beamtinnen und Beamte auf Widerruf oder Beschäftigte der Einstellungsbehörde; Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt | Die Hochschule des Bundes führt daneben weitere duale Studiengänge, darunter Verwaltungsinformatik, Sozialversicherungsrecht und den Kriminalvollzugsdienst im Bundeskriminalamt. Für den Aufstieg in den höheren Dienst bietet sie den Master of Public Administration an, der sich an Beschäftigte des gehobenen Dienstes und vergleichbare Tarifbeschäftigte richtet und am Zentralen Lehrbereich in Brühl stattfindet. ### Was zahlen Bund und Länder während des Studiums? Anwärterbezüge, keine Ausbildungsvergütung und kein Tarifentgelt. Der Anwärtergrundbetrag bemisst sich beim Bund nach § 61 BBesG und der Anlage VIII. Diese Anlage steht auf gesetze-im-internet.de weiterhin in der Fassung mit dem Vermerk gültig ab 1. März 2024 und nennt 1.744,22 € für den gehobenen und 1.473,37 € für den mittleren Dienst. Die Zollverwaltung weist demgegenüber 1.846,85 € und 1.560,06 € aus, jeweils mit dem ausdrücklichen Zusatz, dass die Beträge vorläufig unter Vorbehalt einer späteren gesetzlichen Regelung gelten. Die Differenz erklärt sich daraus, dass die Erhöhungen als Abschlag gezahlt werden, solange kein Anpassungsgesetz in Kraft ist. Zwei Zuschläge kommen hinzu. § 62 BBesG gewährt einen Anwärtererhöhungsbetrag von 10 Prozent des Anwärtergrundbetrags, wenn die Zulassung zum Vorbereitungsdienst eine erweiterte Sicherheitsüberprüfung mit Sicherheitsermittlungen vorausgesetzt hat. § 63 BBesG erlaubt bei einem Mangel an qualifizierten Bewerbern Anwärtersonderzuschläge von bis zu 90 Prozent des Anwärtergrundbetrags, allerdings nur, soweit das Anfangsgrundgehalt des Eingangsamts dadurch nicht erreicht wird. Der Familienzuschlag ergänzt die Bezüge je nach Familienstand. Wie sich die Besoldung nach dem Studium zusammensetzt, zeigt der Beitrag zum [Aufbau der Besoldung](/infocenter/besoldung-aufbau-grundgehalt-familienzuschlag). ### Was passiert nach dem Studium? Auf die bestandene Laufbahnprüfung folgt die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe. Die Zollverwaltung formuliert das so: Sie werden in der Regel in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen, und wenn Sie sich in dieser Probezeit bewähren, werden Sie zur Beamtin beziehungsweise zum Beamten auf Lebenszeit ernannt. Das Eingangsamt im gehobenen Dienst ist A 9; nach oben reicht die Laufbahn bis A 13. Der Anwärtersonderzuschlag bindet Sie an den Dienst. Nach § 63 Abs. 2 BBesG besteht der Anspruch nur, wenn Sie nicht vor dem Abschluss des Vorbereitungsdienstes oder wegen schuldhaften Nichtbestehens der Laufbahnprüfung ausscheiden und unmittelbar im Anschluss an die Prüfung mindestens fünf Jahre als Beamtin oder Beamter des Bundes oder als Soldat tätig sind. Werden diese Voraussetzungen aus Gründen nicht erfüllt, die Sie zu vertreten haben, ist der Zuschlag nach Absatz 3 in voller Höhe zurückzuzahlen. Für den Anwärtergrundbetrag selbst sieht das Gesetz keine solche Rückzahlung vor. 1. Die Zielbehörde vor der Hochschule wählen. Sie bewerben sich nicht an der Hochschule, sondern bei der Einstellungsbehörde; diese entsendet Sie in den Studiengang. 2. Die Bewerbungsfrist prüfen. Sie liegt oft ein Jahr vor Studienbeginn, in Ludwigsburg vom 1. September bis 15. Juli, in Nordrhein-Westfalen mit Studienbeginn jeweils zum 1. September. 3. Die Laufbahnvoraussetzungen abgleichen: Hochschulzugangsberechtigung nach § 17 Abs. 4 BBG, Staatsangehörigkeit nach § 7 BBG, dazu die landesrechtliche Altersgrenze für die Verbeamtung. 4. Vor der Unterschrift klären, ob ein Anwärtersonderzuschlag gezahlt wird, und die Fünfjahresbindung des § 63 BBesG einplanen. ### Bindung an die Behörde und Grenzen der Verkürzung Das duale Verwaltungsstudium ist ein Dienstverhältnis mit Studienanteil, kein Studium mit Nebenjob. Sie unterliegen den Pflichten des Beamtenverhältnisses, sind an die Einstellungsbehörde gebunden und können den Studienort nicht frei wählen; die HSPV NRW ordnet ihn nach dem Einzugsbereich der Einstellungsbehörde zu. Ein Wechsel des Studiengangs bedeutet in der Regel eine neue Bewerbung bei einer anderen Behörde. Auch die Verkürzung hat Grenzen. Ein bereits vorhandener fachfremder Bachelor führt nicht automatisch in ein einjähriges Verfahren; § 16 Abs. 4 BLV verlangt, dass die für die Laufbahnaufgaben erforderlichen wissenschaftlichen und methodischen Grundkenntnisse nachgewiesen sind. Für den Einstieg als Tarifbeschäftigte mit späterem Aufstieg stehen die Wege im Beitrag zur [Weiterbildung für Tarifbeschäftigte](/infocenter/weiterbildung-aufstieg-tarifbeschaeftigte). Die kürzeren Wege in den mittleren Dienst beschreibt der Beitrag zur [Ausbildung im öffentlichen Dienst](/infocenter/ausbildung-oeffentlicher-dienst-berufe-bewerbung), und freie Studien- und Ausbildungsplätze listet die Übersicht unter [Ausbildung und duales Studium](/ausbildung). ### Häufige Fragen **Wie viel verdient man im dualen Studium in der Verwaltung?** Sie erhalten Anwärterbezüge, keine Ausbildungsvergütung. Der Anwärtergrundbetrag bemisst sich beim Bund nach § 61 BBesG und Anlage VIII; dort steht für den gehobenen Dienst weiterhin die Fassung mit 1.744,22 € und dem Vermerk gültig ab 1. März 2024. Die Zollverwaltung weist aktuell 1.846,85 € aus, ausdrücklich vorläufig und unter Vorbehalt einer späteren gesetzlichen Regelung. In Baden-Württemberg nennt die Hochschule Ludwigsburg rund 1.550 € brutto. **Welche Voraussetzungen brauche ich für das duale Verwaltungsstudium?** Für die Laufbahnen des gehobenen Dienstes verlangt § 17 Abs. 4 BBG mindestens eine zu einem Hochschulstudium berechtigende Schulbildung oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand. Hinzu kommen die allgemeinen Voraussetzungen des § 7 BBG: die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU- beziehungsweise EWR-Staates sowie die Gewähr, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung einzutreten. Einzelne Hochschulen lassen auch die Fachhochschulreife genügen. **Bin ich während des dualen Studiums verbeamtet?** In der Regel als Beamtin oder Beamter auf Widerruf. Die Hochschule Ludwigsburg weist diesen Status für den Bachelor Public Management ausdrücklich aus, die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen ebenfalls, dort alternativ als Beschäftigte der Einstellungsbehörde. Das Widerrufsbeamtenverhältnis endet mit dem Bestehen der Laufbahnprüfung; danach folgt in der Regel die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe. **Muss ich nach dem dualen Studium im öffentlichen Dienst bleiben?** Der Anwärtergrundbetrag selbst ist nicht rückzahlbar. Wer aber einen Anwärtersonderzuschlag erhalten hat, muss nach § 63 Abs. 2 BBesG unmittelbar nach der Laufbahnprüfung mindestens fünf Jahre als Beamtin oder Beamter des Bundes oder als Soldat tätig sein; sonst ist der Zuschlag nach Absatz 3 in voller Höhe zurückzuzahlen. Für Aufstiegsqualifizierungen gilt § 49 BLV mit einer Bindung vom dreifachen Umfang der Ausbildung. **Was ist der Unterschied zwischen dualem Studium und Ausbildung?** Das duale Studium führt in die Laufbahnen des gehobenen Dienstes und endet mit einem Bachelor, die Ausbildung führt in den mittleren Dienst oder in einen anerkannten Ausbildungsberuf. Nach § 16 BLV dauert der Vorbereitungsdienst für den gehobenen Dienst in der Regel drei Jahre und wird als Hochschulstudiengang durchgeführt. Der Vorbereitungsdienst für den mittleren Dienst ist kürzer und vermittelt keinen akademischen Grad. ### Quellen - Bundeslaufbahnverordnung vom 11. März 2026, §§ 7, 13, 16, 18, 49: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/BLV.pdf (BGBl. 2026 I Nr. 67, in Kraft seit 17.3.2026) - Bundesbeamtengesetz, § 7 Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses und § 17 Zulassung zu den Laufbahnen: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__17.html (abgerufen 8.9.2026) - Bundesbesoldungsgesetz, § 61 Anwärtergrundbetrag, § 62 Anwärtererhöhungsbetrag, § 63 Anwärtersonderzuschläge: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__63.html (abgerufen 8.9.2026) - Bundesbesoldungsgesetz, Anlage VIII (zu § 61) Anwärtergrundbetrag: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/anlage_viii.html (Fassung gültig ab 1. März 2024, BGBl. 2023 I Nr. 414, S. 18) - Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Bachelor of Public Administration: https://hsbund.de/studium/studiengaenge/bachelor-of-public-administration (abgerufen 8.9.2026) - Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Studiengänge und Master of Public Administration: https://hsbund.de/studium/studiengaenge (abgerufen 8.9.2026) - Zollverwaltung, Duales Studium im gehobenen Zolldienst: https://www.zoll.de/DE/Karriere/Ausbildung-Studium/Zolldienst/Studium-gehobener-Dienst/Duales-Studium/duales-studium_node.html (abgerufen 8.9.2026) - Zollverwaltung, Besoldung und Vergütung während Ausbildung und Studium: https://www.zoll.de/DE/Karriere/Ausbildung-Studium/Zolldienst/Besoldung-Verguetung/besoldung-verguetung_node.html (abgerufen 8.9.2026, vorläufig unter Vorbehalt einer späteren gesetzlichen Regelung) - Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg, Public Management (B.A.): https://www.hs-ludwigsburg.de/studium-lehre/bachelor/public-management-bpm (abgerufen 8.9.2026) - Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, Kommunaler Verwaltungsdienst (LL.B.): https://www.hspv.nrw.de/studium/bachelorstudiengaenge/kvd (abgerufen 8.9.2026) - Bundesbesoldungsordnung A, Grundgehalt (data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/besoldung-bund (Stand 1.5.2026, vorläufig) --- ## AVR Caritas und Diakonie: Unterschiede zum TVöD URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/avr-caritas-diakonie-vs-tvoed Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: AVR, Kirche und Wohlfahrt, TVöD Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Caritas und Diakonie schließen keine Tarifverträge. Ihre Arbeitsbedingungen entstehen im Dritten Weg: paritätisch besetzte Arbeitsrechtliche Kommissionen beschließen Arbeitsvertragsrichtlinien, Streik und Aussperrung sind ausgeschlossen. Inhaltlich folgen die AVR dem TVöD eng. Die Caritas hat zum 1. Juli 2025 um 3,0 Prozent und zum 1. Februar 2026 um weitere 2,8 Prozent erhöht, die Pflegezulage auf 141,82 €. Seit der Grundordnung von 2022 müssen nur noch wenige Beschäftigte katholisch sein. Caritas und Diakonie beschäftigen zusammen mehr Menschen als die meisten Landesverwaltungen, und keine einzige ihrer Stellen läuft über einen Tarifvertrag. Wer sich dort bewirbt, findet in der Ausschreibung „Vergütung nach AVR“ und darunter Zahlen, die dem TVöD verdächtig ähneln. Der Unterschied liegt weniger im Betrag als darin, wie er zustande kommt und was der Arbeitgeber sonst noch von Ihnen erwarten darf. ### Was sind die AVR und wer beschließt sie? AVR steht für Arbeitsvertragsrichtlinien. Bei der Caritas gelten die AVR des Deutschen Caritasverbandes, bei der Diakonie überwiegend die AVR der Diakonie Deutschland, kurz AVR.DD. Beide sind keine Tarifverträge, sondern Regelwerke, die über eine Verweisung im Arbeitsvertrag Vertragsinhalt werden. Beschlossen werden sie im sogenannten Dritten Weg. Artikel 9 Abs. 1 der Grundordnung des kirchlichen Dienstes beschreibt ihn so: Die zivilrechtlichen Arbeitsbedingungen werden durch paritätisch von Vertreterinnen und Vertretern der Mitarbeitenden und der Dienstgeber besetzte Arbeitsrechtliche Kommissionen ausgehandelt und beschlossen. Die Parität muss dabei formell wie materiell gewährleistet sein. Bei der Diakonie Deutschland sitzen in der Arbeitsrechtlichen Kommission je zwölf Vertreterinnen und Vertreter beider Seiten. Die Zusammenarbeit ist vom Konsensprinzip geprägt, Beschlüsse brauchen eine qualifizierte Mehrheit. Kommt keiner zustande, können beide Seiten ein verbindliches Vermittlungsverfahren unter neutralem Vorsitz einleiten, das zwingend mit einem Beschluss enden muss. Um Rechtswirksamkeit zu erlangen, bedürfen die Beschlüsse bei der katholischen Kirche zusätzlich der bischöflichen Inkraftsetzung für die jeweilige Diözese. Diese Kaskade erklärt, warum Erhöhungen bei der Caritas später greifen als beim öffentlichen Dienst. ### Wo liegen die Unterschiede zum TVöD konkret? | Merkmal | TVöD | AVR Caritas und Diakonie | | --- | --- | --- | | Rechtsnatur | Tarifvertrag, wirkt bei Tarifbindung unmittelbar | Richtlinie, wird über Verweisung im Arbeitsvertrag Vertragsinhalt | | Wer verhandelt | Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände | paritätische Arbeitsrechtliche Kommission (Dritter Weg) | | Konfliktlösung | Arbeitskampf zulässig | verbindliches Vermittlungsverfahren, Streik und Aussperrung ausgeschlossen | | Inkraftsetzung | mit Unterzeichnung | bei der katholischen Kirche zusätzlich bischöfliche Inkraftsetzung | | Interessenvertretung | Personalrat oder Betriebsrat | Mitarbeitervertretung nach der Mitarbeitervertretungsordnung | | Struktur der Bezahlung | Entgeltgruppen E 1 bis E 15, dazu S- und P-Tabelle | Vergütungsgruppen der Anlage 3, für Pflege und Sozialdienst die Anlagen 31 bis 33 | | Anforderungen an die Person | Verfassungstreue, sonst keine Weltanschauung | Identifikation mit den Zielen und Werten der Einrichtung, teils Kirchenmitgliedschaft | Der bemerkenswerte Punkt ist die Nähe bei den Beträgen. Die AVR bilden die Systematik des TVöD weitgehend nach: Stufen, Zeitzuschläge, Jahressonderzahlung, Zusatzversorgung. Wer die Grundlagen des öffentlichen Systems kennt, findet sich schnell zurecht; die Systematik der [Eingruppierung nach Tätigkeitsmerkmalen](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale) funktioniert im Prinzip gleich. ### Wie stark sind die Vergütungen 2025 und 2026 gestiegen? Die Bundeskommission des Deutschen Caritasverbandes hat am 5. Juni 2025 die Tarifrunde 2025 beschlossen. Für die Vergütungstabelle der Anlage 3 und für die Anlagen 31 bis 33 gilt danach: Erhöhung zum 1. Juli 2025 um 3,0 Prozent, mindestens jedoch 110,00 € monatlich, und zum 1. Februar 2026 um weitere 2,8 Prozent. Die festgelegten Euro-Beträge sind bis zum 31. März 2027 befristet. Wer den öffentlichen Dienst kennt, erkennt das Muster: Die Tarifeinigung für Bund und Kommunen vom 6. April 2025 sah zum 1. April 2025 dieselben 3,0 Prozent mit Mindestbetrag von 110 € und zum 1. Mai 2026 dieselben 2,8 Prozent vor. Die Caritas übernimmt Höhe und Struktur, verschiebt aber den Zeitpunkt um drei bis neun Monate. Bei den Zulagen gibt es Abweichungen nach oben. Die Wechselschichtzulage nach § 6 Abs. 5 der Anlagen 31 und 32 wurde zum 1. Juli 2025 auf 250,00 € monatlich angehoben, der Stundensatz auf 1,49 € beziehungsweise 1,47 €. Der allgemeine Teil des TVöD sieht dagegen 200 € vor. Die Schichtzulage liegt in beiden Systemen bei 100,00 € monatlich, der Stundensatz bei 0,59 €. Die Pflegezulage der Anlagen 31 und 32 beträgt seit dem 1. Februar 2026 monatlich 141,82 €, exakt derselbe Betrag wie im TVöD seit dem 1. Mai 2026. Eine Übersicht über die Zulagenarten gibt der Beitrag zu den [Zulagen im öffentlichen Dienst](/infocenter/zulagen-oeffentlicher-dienst-uebersicht). Ein Detail zeigt, dass die Systeme nicht identisch sind: Die Wechselschicht- und Schichtzulagen der Caritas nehmen erst ab dem 1. Januar 2027 an allgemeinen Entgelterhöhungen teil. Bis dahin sind sie feste Beträge. Zum 1. Januar 2027 tritt außerdem eine umfassend neu gefasste AVR in Kraft, die die Bundeskommission am 9. Oktober 2025 beschlossen hat. ### Wer muss katholisch oder evangelisch sein? Hier hat sich seit 2022 mehr geändert als bei der Bezahlung. Die Grundordnung des kirchlichen Dienstes in der Fassung vom 22. November 2022 hat den früheren Stufenkatalog abgeschafft, der Katholiken, nichtkatholische Christen und Nichtchristen unterschiedlich behandelte. Artikel 6 Abs. 3 und 4 nennen nur noch zwei Fälle, in denen die Kirchenmitgliedschaft Einstellungsvoraussetzung ist. Pastorale und katechetische Tätigkeiten können ausschließlich Personen übertragen werden, die der katholischen Kirche angehören. Und katholisch sein müssen Personen, die das katholische Profil der Einrichtung inhaltlich prägen, mitverantworten und nach außen repräsentieren. Für Pflegefachkräfte, Erzieherinnen, Sachbearbeitung, Haustechnik oder IT trifft das in aller Regel nicht zu. Von allen Mitarbeitenden erwartet Artikel 6 Abs. 2 lediglich die Identifikation mit den Zielen und Werten der katholischen Einrichtung im Rahmen ihrer Tätigkeit. Neu ist außerdem eine klare Grenze für das Bewerbungsverfahren: Nach Artikel 6 Abs. 1 Satz 3 ist der Kernbereich privater Lebensgestaltung zu wahren. Artikel 7 Abs. 2 Satz 3 stellt für das laufende Arbeitsverhältnis fest, dass dieser Kernbereich, insbesondere Beziehungsleben und Intimsphäre, rechtlichen Bewertungen entzogen bleibt. Eine Wiederheirat nach Scheidung oder eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft ist damit kein Kündigungsgrund mehr. Grenzen bestehen weiter bei kirchenfeindlichem Verhalten und beim Kirchenaustritt. Wer sich kirchenfeindlich betätigt, wird nach Artikel 6 Abs. 5 nicht eingestellt; dasselbe gilt für Personen, die aus der katholischen Kirche ausgetreten sind. Bei katholischen Mitarbeitenden führt ein Austritt nach Artikel 7 Abs. 4 in der Regel zur Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses, wobei im Einzelfall davon abgesehen werden kann. Vor jeder Beendigung muss der Dienstgeber nach Artikel 7 Abs. 5 mildere Mittel prüfen, von der Beratung über die Abmahnung bis zur Versetzung. ### Was bedeutet der Verzicht auf das Streikrecht praktisch? Artikel 9 Abs. 3 der Grundordnung formuliert es ohne Umschweife: Streik und Aussperrung widersprechen dem Grunderfordernis, Interessengegensätze durch Verhandlung und wechselseitiges Nachgeben zu lösen, und scheiden daher aus. Kirchliche Dienstgeber schließen zudem keine Tarifverträge mit Gewerkschaften ab. Das Bundesarbeitsgericht hat diese Konstruktion mit Urteil vom 20. November 2012 (1 AZR 179/11) im Grundsatz gebilligt, allerdings nicht bedingungslos. Gewerkschaften dürfen danach nur dann nicht zum Streik aufrufen, wenn sie organisatorisch in das Verfahren des Dritten Wegs eingebunden sind und die Verhandlungsergebnisse für die Dienstgeberseite als Mindestarbeitsbedingungen verbindlich sind. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, lebt das Streikrecht wieder auf. Für Sie als Beschäftigte heißt das: Ihre Interessenvertretung heißt Mitarbeitervertretung, nicht Personalrat, und richtet sich nach der jeweils geltenden Mitarbeitervertretungsordnung. Dienstvereinbarungen gelten nach Artikel 8 Abs. 3 unmittelbar und zwingend. Die klassischen Druckmittel der Tarifauseinandersetzung entfallen; Verbesserungen laufen über die Kommission. Stellen bei kirchlichen und freigemeinnützigen Trägern finden Sie unter [Kirche und Wohlfahrt](/jobs/arbeitgebertyp/kirche), Stellen im Pflegebereich unter [Gesundheit und Pflege](/jobs/berufsfeld/gesundheit-pflege). Der häufigste Fehler bei einem Wechsel zwischen beiden Welten betrifft die Stufen. Beim Wechsel von der Caritas in eine Kommune ist der neue Arbeitgeber nicht an Ihre bisherige Stufe gebunden; er ordnet nach den Regeln des TVöD neu zu und rechnet einschlägige Berufserfahrung nach eigenen Maßstäben an. Klären Sie diesen Punkt vor der Unterschrift schriftlich, nicht danach. Wie die Zuordnung im öffentlichen Dienst abläuft, steht im Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung); die Vergleichswerte des öffentlichen Dienstes stehen unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). ### Häufige Fragen **Was sind die AVR und wie unterscheiden sie sich von einem Tarifvertrag?** AVR steht für Arbeitsvertragsrichtlinien. Sie werden nicht zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberverband ausgehandelt, sondern in paritätisch besetzten Arbeitsrechtlichen Kommissionen beschlossen. Artikel 9 der Grundordnung nennt das den Dritten Weg. Die Beschlüsse gelten nicht automatisch wie ein Tarifvertrag, sondern werden über eine Verweisung im Arbeitsvertrag Vertragsinhalt; bei der katholischen Kirche brauchen sie zusätzlich die bischöfliche Inkraftsetzung. **Verdiene ich bei Caritas oder Diakonie weniger als im TVöD?** Nicht systematisch. Beide Systeme orientieren sich eng am TVöD und übernehmen dessen Erhöhungen meist zeitversetzt. Die Caritas hat mit dem Beschluss vom 5. Juni 2025 zum 1. Juli 2025 um 3,0 Prozent erhöht, mindestens 110 € monatlich, und zum 1. Februar 2026 um weitere 2,8 Prozent. Das entspricht der Tarifeinigung im öffentlichen Dienst vom 6. April 2025, verschoben um wenige Monate. **Muss ich für eine Stelle bei der Caritas katholisch sein?** In den meisten Fällen nein. Nach Artikel 6 der Grundordnung von 2022 können nur pastorale und katechetische Tätigkeiten ausschließlich Katholiken übertragen werden. Katholisch sein müssen außerdem Personen, die das katholische Profil der Einrichtung inhaltlich prägen, mitverantworten und nach außen repräsentieren. Für Pflege, Verwaltung, Technik und Sozialarbeit gilt das in der Regel nicht. **Darf in kirchlichen Einrichtungen gestreikt werden?** Nach Artikel 9 Abs. 3 der Grundordnung scheiden Streik und Aussperrung aus, weil Interessengegensätze durch Verhandlung und wechselseitiges Nachgeben gelöst werden sollen. Das Bundesarbeitsgericht hat das mit Urteil vom 20. November 2012 (1 AZR 179/11) bestätigt, aber an Bedingungen geknüpft: Gewerkschaften müssen organisatorisch in das Verfahren eingebunden und die Ergebnisse für die Dienstgeberseite als Mindestbedingungen verbindlich sein. **Was passiert bei einem Kirchenaustritt während der Beschäftigung?** Bei katholischen Mitarbeitenden führt der Austritt aus der katholischen Kirche nach Artikel 7 Abs. 4 der Grundordnung in der Regel zur Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses. Ausnahmsweise kann davon abgesehen werden, wenn schwerwiegende Gründe des Einzelfalls eine Beendigung als unangemessen erscheinen lassen. Wer aus der katholischen Kirche ausgetreten ist, wird nach Artikel 6 Abs. 5 zudem nicht neu eingestellt. ### Quellen - Grundordnung des kirchlichen Dienstes, Artikel 1, 6, 7 und 9 (Verband der Diözesen Deutschlands): https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/VDD-Arbeitsrecht/Grundordnung-des-kirchlichen-Dienstes-22.-November-2022.pdf (Fassung des Beschlusses der Vollversammlung vom 22.11.2022) - Beschluss BK 2/2025 der Bundeskommission des Deutschen Caritasverbandes, Tarifrunde 2025 Teil 1: https://www.caritas.de/cms/contents/caritas.de/medien/dokumente/arbeitsrechtliche-ko/beschluesse/beschluesse-bundesko/2025-06-05-beschlues1/02_bk_2025-02_beschluss_allgemeine_tarifrunde_caritas_2025_teil_1_gezeichnet_korrigiert_v2.pdf (Beschluss vom 5.6.2025, korrigierte Fassung vom 30.7.2025) - Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.11.2012, 1 AZR 179/11 (Streik in kirchlichen Einrichtungen): https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/1-azr-179-11/ (Urteil vom 20.11.2012, abgerufen 8.9.2026) - Das Arbeitsrecht der Diakonie (Diakonie Deutschland): https://www.diakonie.de/informieren/die-diakonie/diakonie-als-arbeitgeberin/das-arbeitsrecht-der-diakonie (abgerufen 8.9.2026) - TVöD Allgemeiner Teil, § 8 Abs. 5 und 6 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) --- ## Teilzeit im öffentlichen Dienst: Anspruch, Antrag, Rückkehr URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/teilzeit-oeffentlicher-dienst-anspruch Kategorie: Arbeitsalltag & Recht Themen: Teilzeit, Arbeitszeit, TVöD Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach § 8 TzBfG kann Teilzeit verlangen, wer länger als sechs Monate beschäftigt ist und dessen Arbeitgeber mehr als 15 Personen beschäftigt. Der Antrag muss drei Monate vorher in Textform vorliegen, die Antwort spätestens einen Monat vor Beginn; bleibt sie aus, verringert sich die Arbeitszeit automatisch wie beantragt. § 9a TzBfG erlaubt daneben eine befristete Brückenteilzeit von einem bis fünf Jahren. Wer ein Kind unter 18 Jahren betreut, hat über § 11 TVöD einen eigenen, stärkeren Anspruch. Ein Antrag auf 30 statt 39 Wochenstunden, per E-Mail am 15. Januar gestellt, Wunschbeginn 1. Mai. Antwortet das Personalamt nicht bis zum 31. März, arbeitet die Person ab dem 1. Mai 30 Stunden, und zwar in der Verteilung, die sie im Antrag genannt hat. § 8 Abs. 5 TzBfG macht aus dem Schweigen eine Zustimmung. Diese Fiktion wirkt ohne Zutun der Behörde und wird in der Praxis selten mitgedacht. ### Welcher Teilzeitanspruch gilt für wen? Es gibt nicht einen Anspruch, sondern vier nebeneinander, die sich in Voraussetzung, Dauer und Durchsetzbarkeit unterscheiden. Bei der Betreuung eines Kindes unter 18 Jahren ist der tarifliche Anspruch fast immer der stärkere. | Grundlage | Voraussetzung | Dauer | Ablehnungsgrund | | --- | --- | --- | --- | | § 8 TzBfG | über 6 Monate beschäftigt, Arbeitgeber mit mehr als 15 Beschäftigten | unbefristet | betriebliche Gründe | | § 9a TzBfG (Brückenteilzeit) | über 6 Monate beschäftigt, Arbeitgeber mit mehr als 45 Beschäftigten | 1 bis 5 Jahre | betriebliche Gründe, Zumutbarkeitsgrenze | | § 11 Abs. 1 TVöD und TV-L | Kind unter 18 Jahren oder pflegebedürftige Angehörige | auf Antrag bis zu 5 Jahre befristet | nur dringende dienstliche Belange | | § 15 Abs. 5 bis 7 BEEG | über 6 Monate beschäftigt, mehr als 15 Beschäftigte, Elternzeit | während der Elternzeit | nur dringende betriebliche Gründe | | § 91 BBG (Beamte des Bundes) | Anspruch auf Besoldung | bis zur beantragten Dauer | dienstliche Belange | | § 92 BBG (Beamte des Bundes) | Kind unter 18 Jahren oder pflegebedürftige Angehörige | zusammen höchstens 15 Jahre | nur zwingende dienstliche Belange | Der Unterschied in der letzten Spalte entscheidet den Streitfall. Bei § 8 TzBfG genügen betriebliche Gründe, bei § 11 Abs. 1 TVöD müssen es dringende dienstliche oder betriebliche Belange sein, und bei § 92 BBG sogar zwingende. Je stärker das Adjektiv, desto schwerer hat es die Behörde. § 11 Abs. 1 TVöD ist zudem als Sollvorschrift formuliert: Die Teilzeit soll vereinbart werden, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Der Anspruch ist auf Antrag auf bis zu fünf Jahre zu befristen und kann verlängert werden; der Verlängerungsantrag muss spätestens sechs Monate vor Ablauf gestellt werden. Nach Ablauf dieser Frist gilt zum Stichtag wieder die alte Arbeitszeit. Der gesetzliche Anspruch nach § 8 TzBfG kennt außerdem eine Sperre. Nach einer Zustimmung oder einer berechtigten Ablehnung kann eine erneute Verringerung frühestens nach Ablauf von zwei Jahren verlangt werden. Bei der Brückenteilzeit ist es ein Jahr nach der Rückkehr zur ursprünglichen Arbeitszeit. ### Wie stellt man den Antrag richtig? In Textform, mindestens drei Monate vor dem gewünschten Beginn, mit Angabe des Umfangs. Diese drei Punkte stehen in § 8 Abs. 2 TzBfG und gelten über § 9a Abs. 1 auch für die Brückenteilzeit. 1. Umfang festlegen und im Antrag benennen, etwa 30 Wochenstunden statt der 39 Stunden, die § 6 Abs. 1 TVöD als regelmäßige Arbeitszeit vorgibt. Ohne konkrete Zahl kann keine Zustimmungsfiktion eintreten. 2. Die gewünschte Verteilung angeben, also welche Tage und welche Lage. Die Angabe ist keine Pflicht, aber nur eine im Antrag genannte Verteilung wird von der Fiktion des § 8 Abs. 5 miterfasst. 3. Drei Monate vor dem Wunschbeginn zustellen, nachweisbar. Textform reicht, also E-Mail; entscheidend ist der Zugang bei der zuständigen Stelle, nicht bei der Führungskraft. 4. Das Erörterungsgespräch führen. § 8 Abs. 3 TzBfG verpflichtet den Arbeitgeber, den Wunsch mit dem Ziel einer Vereinbarung zu erörtern. 5. Den Ablauf der Monatsfrist prüfen. Liegt einen Monat vor dem gewünschten Beginn keine Ablehnung in Textform vor, tritt die Verringerung wie beantragt ein. Wer den Umfang noch nicht festlegen will, hat einen schwächeren, aber unkomplizierten Zwischenschritt: § 7 Abs. 3 TzBfG verpflichtet den Arbeitgeber, auf einen in Textform angezeigten Arbeitszeitwunsch innerhalb eines Monats begründet in Textform zu antworten, sofern das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat. Das ersetzt den Antrag nicht, zwingt die Behörde aber zu einer schriftlichen Positionierung. Auch der Personalrat kann hinzugezogen werden; über angezeigte Arbeitszeitwünsche ist er nach § 7 Abs. 4 ohnehin zu informieren. ### Was ändert sich bei Gehalt, Urlaub und Stufen? Das Entgelt sinkt anteilig, der Urlaubsanspruch in Tagen bleibt bei gleicher Anzahl von Arbeitstagen unverändert, und die Stufenlaufzeit läuft ungebremst weiter. Die letzten beiden Punkte werden am häufigsten falsch eingeschätzt. Beim Entgelt gilt § 24 Abs. 2 Buchst. a TVöD: Teilzeitbeschäftigte erhalten das Tabellenentgelt und alle sonstigen Entgeltbestandteile in dem Umfang, der dem Anteil ihrer individuell vereinbarten durchschnittlichen Arbeitszeit an der regelmäßigen Arbeitszeit vergleichbarer Vollbeschäftigter entspricht. Bei 30 von 39 Wochenstunden sind das 76,92 Prozent, und zwar auch bei der Jahressonderzahlung. § 4 Abs. 1 TzBfG verbietet jede darüber hinausgehende Schlechterstellung. Eine Ausnahme nennt der Tarifvertrag selbst: Erschwerniszuschläge, die nach Stunden bemessen werden, erhalten Teilzeitbeschäftigte in voller Höhe. Beim Urlaub kommt es allein auf die Zahl der Arbeitstage in der Woche an, nicht auf die Stundenzahl. Bei 30 Stunden auf fünf Tage bleiben die vollen 30 Urlaubstage nach § 26 Abs. 1 Satz 2 TVöD erhalten. Dieselben 30 Stunden auf vier Tage ergeben 24 Urlaubstage, weil sich der Anspruch nach § 26 Abs. 1 Satz 3 entsprechend vermindert; die freien Tage der Woche kommen ja hinzu. Bruchteile ab einem halben Tag werden aufgerundet. Die Umrechnung und die Übertragungsfristen erklärt der Beitrag zu [30 Tagen Urlaub im öffentlichen Dienst](/infocenter/urlaub-tvoed-tv-l-30-tage). Bei den Stufen gibt es keinen Nachteil. § 17 Abs. 3 Satz 4 TVöD ordnet ausdrücklich an, dass Zeiten mit kürzerer als der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit voll angerechnet werden. Nach sechs Jahren Teilzeit ist dieselbe Stufe erreicht wie in Vollzeit; wie sich die Laufzeiten staffeln, steht im Beitrag zu [Stufenlaufzeit und Stufenaufstieg](/infocenter/stufenlaufzeit-stufenaufstieg-tvoed-tv-l). Anders sieht es bei der Rente und der Zusatzversorgung aus, denn beide bemessen sich am tatsächlichen Entgelt. Wer über Jahre halbe Stellen arbeitet, sammelt entsprechend weniger Entgeltpunkte. ### Wie funktioniert die Brückenteilzeit? Als von vornherein befristete Teilzeit mit automatischer Rückkehr. § 9a TzBfG verlangt einen Zeitraum von mindestens einem Jahr und höchstens fünf Jahren; danach gilt automatisch wieder die vorherige Arbeitszeit, ohne dass ein neuer Antrag nötig wäre. Dafür gelten zwei zusätzliche Voraussetzungen. Der Arbeitgeber muss in der Regel mehr als 45 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, nicht nur mehr als 15. Und bei Arbeitgebern mit 46 bis 200 Beschäftigten greift eine Zumutbarkeitsgrenze: Der Antrag darf abgelehnt werden, wenn bereits eine bestimmte Zahl anderer Beschäftigter in Brückenteilzeit ist, je angefangene 15 Beschäftigte eine Person mehr. Bei 46 bis 60 Beschäftigten sind es mindestens vier andere, bei 196 bis 200 mindestens vierzehn. Größere Behörden, also der Regelfall bei [Landesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/land) und größeren Städten, können sich darauf nicht berufen. Während der Brückenteilzeit besteht kein Anspruch auf eine weitere Verringerung oder Verlängerung der Arbeitszeit. Erst ein Jahr nach der Rückkehr zur ursprünglichen Arbeitszeit kann erneut eine Brückenteilzeit verlangt werden. Wer sich das nicht festlegen will, wählt die unbefristete Teilzeit nach § 8 TzBfG und nimmt in Kauf, dass der Weg zurück schwieriger ist. ### Wie kommt man zurück in die Vollzeit? Mit einer Anzeige in Textform und Geduld. Einen einklagbaren Rückkehranspruch gibt es bei unbefristeter Teilzeit nicht. § 9 TzBfG verpflichtet den Arbeitgeber lediglich, teilzeitbeschäftigte Personen, die ihm den Wunsch nach Verlängerung der Arbeitszeit in Textform angezeigt haben, bei der Besetzung eines entsprechenden freien Arbeitsplatzes bevorzugt zu berücksichtigen. Der Arbeitgeber kann dem entgegenhalten: Es handelt sich nicht um einen entsprechenden freien Arbeitsplatz, die Person ist nicht mindestens gleich geeignet wie ein anderer bevorzugter Bewerber, Arbeitszeitwünsche anderer Teilzeitbeschäftigter gehen vor, oder dringende betriebliche Gründe sprechen dagegen. Ein freier Arbeitsplatz liegt dabei erst vor, wenn der Arbeitgeber die Organisationsentscheidung getroffen hat, ihn zu schaffen oder neu zu besetzen. Deshalb lohnt es sich, die Anzeige früh zu machen und danach die internen Ausschreibungen zu verfolgen. Im TV-L kommt § 11 Abs. 3 hinzu: Wurde mit früher Vollbeschäftigten auf ihren Wunsch eine unbefristete Teilzeit vereinbart, sollen sie bei späterer Besetzung eines Vollzeitarbeitsplatzes bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt werden. Für Beamtinnen und Beamte des Bundes ist die Lage etwas günstiger. § 91 Abs. 3 Satz 2 BBG bestimmt, dass eine Änderung des Umfangs oder der Übergang zur Vollzeitbeschäftigung zugelassen werden soll, wenn die Teilzeit im bisherigen Umfang nicht mehr zugemutet werden kann und dienstliche Belange nicht entgegenstehen. Nach einer familienbedingten Freistellung sind Teilzeitbeschäftigte und Beurlaubte mit Familienpflichten nach § 92 Abs. 4 BBG bei der Besetzung von Vollzeitstellen sogar vorrangig zu berücksichtigen. Die Länder haben eigene Vorschriften mit teils abweichenden Höchstdauern; maßgeblich ist das jeweilige Landesbeamtengesetz. Wer von vornherein eine Stelle mit reduzierter Arbeitszeit sucht, findet die passenden [Teilzeitstellen im öffentlichen Dienst](/jobs?arbeitszeit=teilzeit), und wer die Reduzierung wegen eines Kindes plant, prüft zuerst die Kombination mit der [Elternzeit](/infocenter/elternzeit-elterngeld-oeffentlicher-dienst), weil die Teilzeit während der Elternzeit einer eigenen und günstigeren Regel folgt. ### Häufige Fragen **Habe ich im öffentlichen Dienst Anspruch auf Teilzeit?** Ja, wenn das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat und der Arbeitgeber in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt (§ 8 TzBfG). Diese Schwelle erreichen praktisch alle Behörden. Der Arbeitgeber muss der Verringerung zustimmen, soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen. Wer ein Kind unter 18 Jahren betreut oder Angehörige pflegt, hat über § 11 Abs. 1 TVöD einen zusätzlichen Anspruch. **Wie lange vorher muss ich Teilzeit beantragen?** Spätestens drei Monate vor dem gewünschten Beginn, und zwar in Textform (§ 8 Abs. 2 TzBfG). Eine E-Mail genügt, eine mündliche Bitte nicht. Der Arbeitgeber muss die Entscheidung spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn ebenfalls in Textform mitteilen. Für die Brückenteilzeit nach § 9a TzBfG gilt dieselbe Dreimonatsfrist. **Was passiert, wenn die Behörde nicht antwortet?** Dann verringert sich die Arbeitszeit automatisch in dem beantragten Umfang. § 8 Abs. 5 TzBfG ordnet diese Zustimmungsfiktion an, wenn der Arbeitgeber die Verringerung nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn in Textform abgelehnt hat. Deshalb lohnt es sich, den Antrag nachweisbar zuzustellen und das Datum zu notieren. Auch über die Verteilung der Arbeitszeit entscheidet dann der Wunsch des Beschäftigten. **Was ist Brückenteilzeit und wer bekommt sie?** Eine von vornherein befristete Verringerung der Arbeitszeit nach § 9a TzBfG. Der Zeitraum muss mindestens ein Jahr und darf höchstens fünf Jahre betragen; danach kehren Sie automatisch zur alten Arbeitszeit zurück. Voraussetzung sind mehr als sechs Monate Beschäftigung und ein Arbeitgeber mit in der Regel mehr als 45 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Ein Grund muss nicht genannt werden. **Wie komme ich aus der Teilzeit wieder in Vollzeit?** Bei der Brückenteilzeit von allein, mit Ablauf des vereinbarten Zeitraums. Bei unbefristeter Teilzeit gibt es keinen Rückkehranspruch, sondern nur eine bevorzugte Berücksichtigung nach § 9 TzBfG bei der Besetzung eines entsprechenden freien Arbeitsplatzes, wenn Sie den Wunsch in Textform angezeigt haben. § 11 Abs. 3 TV-L sieht für frühere Vollbeschäftigte zusätzlich eine bevorzugte Berücksichtigung vor. ### Quellen - § 8 TzBfG Verringerung der Arbeitszeit: https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__8.html (Abruf 7.9.2026) - § 9 TzBfG Verlängerung der Arbeitszeit: https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__9.html (Abruf 7.9.2026) - § 9a TzBfG Zeitlich begrenzte Verringerung der Arbeitszeit: https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__9a.html (Abruf 7.9.2026) - § 4 TzBfG Verbot der Diskriminierung: https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__4.html (Abruf 7.9.2026) - § 7 TzBfG Ausschreibung, Erörterung, Information über freie Arbeitsplätze: https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__7.html (Abruf 7.9.2026) - TVöD Allgemeiner Teil, VKA-Lesefassung (§ 6, § 11, § 17 Abs. 3, § 19 Abs. 4, § 24 Abs. 2, § 26): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - TV-L in der Fassung des ÄTV Nr. 14 (§ 11 Abs. 1 bis 3): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - § 91 BBG Teilzeit: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__91.html (Abruf 7.9.2026) - § 92 BBG Familienbedingte Teilzeit, familienbedingte Beurlaubung: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__92.html (Abruf 7.9.2026) - § 15 BEEG Anspruch auf Elternzeit (Teilzeit während der Elternzeit): https://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__15.html (Abruf 7.9.2026) --- ## Ärztinnen und Ärzte: TV-Ärzte bei VKA, TdL und im ÖGD URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/tv-aerzte-vka-tdl-oeffentlicher-dienst Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: TV-Ärzte, Ärztinnen und Ärzte, Gesundheitsamt, Kliniken Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Ärztliche Arbeit im öffentlichen Dienst läuft über eigene Tarifverträge, die der Marburger Bund aushandelt. An kommunalen Krankenhäusern gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte der Länder. Beide kennen nur vier Entgeltgruppen: Arzt, Facharzt, Oberarzt und ständige Vertretung der leitenden Ärztin. Die Einstiegsstufe liegt ab 1. Juni 2026 bei 5.722,05 € (VKA) und ab 1. April 2026 bei 5.792,90 € (TdL), jeweils bei 40 Wochenstunden. Im Gesundheitsamt gilt keiner der beiden. Wer nach dem Studium an einer kommunalen Klinik anfängt, steht ab 1.6.2026 bei 5.722,05 € brutto im Monat. An einer Universitätsklinik sind es ab 1.4.2026 genau 5.792,90 €. Beides für 40 Wochenstunden, beides ohne Bereitschaftsdienst. Und beides nach Tarifverträgen, die nicht die Gewerkschaft ver.di ausgehandelt hat, sondern der Marburger Bund. ### Welcher Tarifvertrag gilt für Ärztinnen und Ärzte? Es kommt auf den Arbeitgeber an, nicht auf die Fachrichtung. An kommunalen Krankenhäusern gilt der TV-Ärzte/VKA, an den Universitätsklinika der Länder der TV-Ärzte der Tarifgemeinschaft deutscher Länder. Beide sind eigenständige Tarifverträge neben dem TVöD und dem TV-L, mit eigener Tabelle, eigener Arbeitszeit und eigener Systematik der Eingruppierung. Der Geltungsbereich des TV-Ärzte/VKA ist in § 1 eng gefasst: Krankenhäuser einschließlich psychiatrischer Kliniken, medizinische Institute von Krankenhäusern wie pathologische oder Röntgeninstitute sowie sonstige Einrichtungen und Heime, in denen die betreuten Personen in teilstationärer oder stationärer ärztlicher Behandlung stehen und die Behandlung in der Einrichtung selbst stattfindet. Für Chefärztinnen und Chefärzte gilt der Tarifvertrag nicht, deren Verträge sind außertariflich. Was daraus folgt, überrascht viele Bewerberinnen und Bewerber: Ein Gesundheitsamt fällt unter keinen der beiden Verträge. Dazu unten mehr. Freie Stellen im ärztlichen Bereich stehen unter [Gesundheit und Pflege](/jobs/berufsfeld/gesundheit-pflege). ### Was verdiene ich an der kommunalen Klinik und an der Uniklinik? Beide Tarifverträge kennen nur vier Entgeltgruppen. Der TV-Ärzte/VKA nennt sie I bis IV, in Stellenanzeigen und in der Fachpresse tauchen sie oft als Ä 1 bis Ä 4 auf. Die Stufen zählen nicht nach Jahren im Betrieb, sondern nach Jahren ärztlicher oder fachärztlicher Tätigkeit. | Entgeltgruppe | Stufe | TV-Ärzte/VKA ab 1.6.2026 | TV-Ärzte TdL ab 1.4.2026 | | --- | --- | --- | --- | | I (Ärztin, Arzt) | 1. Jahr | 5.722,05 € | 5.792,90 € | | I | letzte Stufe | 7.355,29 € | 7.436,05 € | | II (Fachärztin, Facharzt) | 1. Jahr | 7.552,19 € | 7.645,72 € | | II | letzte Stufe | 9.698,91 € | 9.576,69 € | | III (Oberärztin, Oberarzt) | 1. Jahr | 9.459,56 € | 9.576,69 € | | III | letzte Stufe | 10.810,95 € | 11.265,33 € | | IV (ständige Vertretung) | 1. Jahr | 11.127,50 € | 11.265,33 € | | IV | letzte Stufe | 11.922,95 € | 12.711,58 € | Die Tabelle der Länder liegt in den oberen Gruppen deutlich vorn, in der letzten Facharztstufe dagegen leicht hinten. Für die Länder ist zudem schon die nächste Erhöhung vereinbart: ab 1. September 2027 steigen die Werte um weitere 2,45 v.H., in Entgeltgruppe I dann auf 5.934,83 € im ersten Jahr. Die VKA-Tabelle läuft zunächst bis zum 31. Dezember 2026. ### Wie komme ich von Entgeltgruppe I nach III? Die Eingruppierung hängt an drei Tatbeständen, die § 16 TV-Ärzte/VKA genau beschreibt. Fachärztin oder Facharzt im Sinne der Entgeltgruppe II ist, wer aufgrund abgeschlossener Facharztweiterbildung im eigenen Fachgebiet tätig ist. Der Titel allein genügt also nicht, die Tätigkeit muss dazu passen. Entgeltgruppe III verlangt mehr als Erfahrung: Die medizinische Verantwortung für selbstständige Teil- oder Funktionsbereiche der Klinik muss vom Arbeitgeber ausdrücklich übertragen worden sein. Ohne diese ausdrückliche Übertragung bleibt es bei Entgeltgruppe II, auch nach vielen Jahren. Entgeltgruppe IV setzt die ausdrücklich übertragene ständige Vertretung der leitenden Ärztin oder des leitenden Arztes voraus, und zwar in der Gesamtheit ihrer Dienstaufgaben. Der Tarifvertrag stellt in einer Protokollerklärung klar, dass dieses Merkmal in einer Klinik in der Regel nur von einer Person erfüllt werden kann. Für die Stufen zählt Zeit, nicht Betriebszugehörigkeit allein. In Entgeltgruppe I wird jedes Jahr eine Stufe erreicht, in Entgeltgruppe II erst nach drei, sechs, acht, zehn und zwölf Jahren fachärztlicher Tätigkeit. Bei Vorbeschäftigungen werden Zeiten ärztlicher Tätigkeit in Entgeltgruppe I angerechnet, fachärztliche Zeiten in Entgeltgruppe II in der Regel. Auslandszeiten zählen nur, wenn eine Ärztekammer im Inland sie als gleichwertig anerkannt hat. Die allgemeinen Regeln dazu erklärt der Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). Wer vorübergehend höherwertig arbeitet und das mindestens einen Monat getan hat, erhält nach § 17 rückwirkend ab dem ersten Tag eine persönliche Zulage in Höhe des Unterschiedsbetrags. Für Ärztinnen und Ärzte der Entgeltgruppen III und IV erlaubt § 18 Abs. 2 außerdem ein außertarifliches Entgelt, sobald sie eine angemessene Zeit in der letzten tariflichen Stufe verbracht haben. ### Welche Zulagen gibt es zusätzlich? Der größte Posten ist der Bereitschaftsdienst, der nach § 45 und § 46 BT-K je nach Stufe unterschiedlich als Arbeitszeit gewertet und gesondert vergütet wird. Daneben steht eine Funktionszulage: Wer die medizinische Verantwortung für einen selbstständigen Funktionsbereich innerhalb einer Fachabteilung ausdrücklich übertragen bekommen hat, erhält nach § 51 Abs. 4 BT-K ab 1. Mai 2026 monatlich 844,56 €. Der Tarifvertrag nennt als Beispiele Kardiologie, Unfallchirurgie, Neuroradiologie und Intensivmedizin. Diese Funktionszulage ist dynamisch und entfällt mit dem Wegfall der Funktion. Sind die Voraussetzungen für mehrere Funktionszulagen erfüllt, wird nur die höhere gezahlt. Auf Apothekerinnen, Apotheker sowie Tierärztinnen und Tierärzte findet die Regelung keine Anwendung. Eine Übersicht über die übrigen Zulagenarten steht im Beitrag zu den [Zulagen im öffentlichen Dienst](/infocenter/zulagen-oeffentlicher-dienst-uebersicht). ### Warum zahlt das Gesundheitsamt anders? Der öffentliche Gesundheitsdienst ist Verwaltung, nicht Krankenhaus. Damit greift der Geltungsbereich beider Ärztetarifverträge nicht. Angestellte Ärztinnen und Ärzte im Gesundheitsamt fallen unter den TVöD, wenn der Landkreis oder die kreisfreie Stadt Träger ist, und unter den TV-L bei Landesbehörden. Verbeamtete Amtsärztinnen und Amtsärzte richten sich nach dem Besoldungsrecht ihres Landes. Das ist kein Versehen, sondern ein bekanntes Problem. Der Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, den Bund und Länder am 29. September 2020 geschlossen haben, benennt es ausdrücklich: Der ÖGD konkurriert bei der Besetzung von Stellen mit anderen Bereichen des Gesundheitssystems. Die Länder haben darin zugesagt, für das ärztliche Personal im ÖGD eine attraktive Bezahlung anzustreben, etwa im Rahmen bestehender Tarifverträge, und im Besoldungsrecht entsprechende Verbesserungen für verbeamtete Ärztinnen und Ärzte herbeizuführen. Bis das geschehen ist, sollen sie mit in der Wirkung gleichen Maßnahmen nachhelfen und dürfen dafür bis zu zehn Prozent ihres Paktanteils einsetzen. Der Bund stellt für den Pakt insgesamt 4 Milliarden Euro bis 2026 bereit, davon 3,1 Milliarden in sechs Tranchen für Personalaufwuchs und Attraktivität. Bund und Länder wollten bis Ende 2022 mindestens 5.000 neue, unbefristete Vollzeitstellen schaffen, davon rund 90 Prozent in den unteren Gesundheitsbehörden. Zugleich begrenzen Tarifautonomie und kommunale Selbstverwaltung, was die Länder bei der Bezahlung kommunaler Tarifbeschäftigter überhaupt durchsetzen können. Genau deshalb unterscheiden sich die Angebote der Gesundheitsämter von Land zu Land so stark. Was dort inhaltlich zu tun ist, beschreibt der Beitrag [Arbeiten im Gesundheitsamt](/infocenter/gesundheitsamt-oegd-berufe). Der häufigste Fehler beim Wechsel aus der Klinik ins Amt ist der Vergleich der Bruttozahl allein. Die Ärztetabellen gelten für 40 Wochenstunden, der TVöD für 39. Der Bereitschaftsdienst fällt im Gesundheitsamt weg, dafür auch dessen Vergütung. Rechnen Sie deshalb den Stundenlohn und die Eingruppierung nach der Entgeltordnung durch, bevor Sie zusagen; wie das geht, zeigt der Beitrag zur [Eingruppierung nach Tätigkeitsmerkmalen](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). Die Tabellenwerte stehen unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) und [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l). ### Häufige Fragen **Was verdient ein Assistenzarzt im öffentlichen Dienst?** An einem kommunalen Krankenhaus nach TV-Ärzte/VKA im ersten Jahr 5.722,05 € monatlich, gültig ab 1. Juni 2026. An einer Universitätsklinik nach dem TV-Ärzte der Länder 5.792,90 € ab 1. April 2026. Beide Beträge gelten für eine regelmäßige Arbeitszeit von 40 Wochenstunden. Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft und Zeitzuschläge kommen gesondert dazu. **Welche Entgeltgruppen gibt es im TV-Ärzte?** Vier. Entgeltgruppe I ist die Ärztin oder der Arzt, Entgeltgruppe II die Fachärztin oder der Facharzt nach abgeschlossener Weiterbildung im eigenen Fachgebiet. Entgeltgruppe III setzt die ausdrücklich übertragene medizinische Verantwortung für einen selbstständigen Teil- oder Funktionsbereich voraus, Entgeltgruppe IV die ausdrücklich übertragene ständige Vertretung der leitenden Ärztin oder des leitenden Arztes. **Wann steige ich im TV-Ärzte in die nächste Stufe auf?** In Entgeltgruppe I jährlich, also Stufe 2 nach einem Jahr ärztlicher Tätigkeit bis Stufe 6 nach fünf Jahren. In Entgeltgruppe II sind die Abstände länger: Stufe 2 nach drei Jahren fachärztlicher Tätigkeit, danach nach sechs, acht, zehn und zwölf Jahren. In Entgeltgruppe III gibt es drei Stufen nach drei und sechs oberärztlichen Jahren, in Entgeltgruppe IV zwei Stufen. **Werden Zeiten aus einer früheren Klinik angerechnet?** In Entgeltgruppe I werden Zeiten ärztlicher Tätigkeit angerechnet, eine Tätigkeit als Arzt im Praktikum gilt dabei als ärztliche Tätigkeit. In Entgeltgruppe II werden Zeiten fachärztlicher Tätigkeit in der Regel angerechnet. Zeiten anderer beruflicher Tätigkeit können angerechnet werden, wenn sie förderlich sind. Auslandszeiten zählen nur, wenn eine deutsche Ärztekammer sie als gleichwertig anerkannt hat. **Nach welchem Tarifvertrag werde ich im Gesundheitsamt bezahlt?** Weder nach TV-Ärzte/VKA noch nach dem TV-Ärzte der Länder. Beide gelten nach ihrem Geltungsbereich für Krankenhäuser, medizinische Institute und Einrichtungen mit stationärer Behandlung. Ein Gesundheitsamt ist eine Verwaltungsbehörde. Angestellte Ärztinnen und Ärzte fallen dort unter den TVöD oder den TV-L, verbeamtete unter das Besoldungsrecht ihres Landes. ### Quellen - TV-Ärzte/VKA i. d. F. des 10. Änderungstarifvertrags, § 1, § 8, § 16 bis § 19 und Anlage zu § 18 (Marburger Bund): https://www.marburger-bund.de/sites/default/files/tarifvertraege/2026-06/26-06-04%20TV-%C3%84rzte%20VKA%20i.d.F.%2010.%20%C3%84ndTV%20NEU.pdf (Fassung vom 4.6.2026, Tabelle gültig ab 1.6.2026) - Entgelttabellen TV-Ärzte an den Universitätsklinika (TdL), Tarifrunde 2026 (Marburger Bund): https://www.marburger-bund.de/sites/default/files/tarifvertraege/2026-09/26-06-09%20Entgelttabellen.pdf (Fassung vom 9.6.2026, gültig ab 1.4.2026) - TVöD Besonderer Teil Krankenhäuser (BT-K), § 51 Funktionszulage (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/BT-K_AETV_15_Lesefassung_Stand-01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 15 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, Abschnitte 3 und 6 (Bundesministerium für Gesundheit): https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/O/OEGD/Pakt_fuer_den_OEGD.pdf (Beschluss vom 29.9.2020, Laufzeit bis 31.12.2026) --- ## Verwaltungslehrgang I und II: Zugang, Dauer, Entgeltgruppen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/verwaltungslehrgang-1-2-erklaert Kategorie: Quereinstieg Themen: Verwaltungslehrgang, Weiterbildung, Eingruppierung, Kommunen Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** In acht kommunalen Arbeitgeberverbänden setzt die Entgeltordnung für Beschäftigte im Innen- und Außendienst eine Prüfung voraus: die Erste Prüfung für die Entgeltgruppen 5 bis 9a, die Zweite Prüfung für 9b bis 12. Darauf bereiten der Verwaltungslehrgang I und II vor, in Bayern höchstens 390 beziehungsweise 760 Unterrichtsstunden, in Nordrhein-Westfalen rund 550 beziehungsweise 820 Stunden. Zwischen E 9a und E 9b liegen im TVöD VKA Stufe 3 105,89 € brutto im Monat. „Voraussetzung ist der Abschluss des Verwaltungslehrgangs II“ steht in vielen kommunalen Ausschreibungen ab Entgeltgruppe 9b. Das ist kein Wunsch der Personalstelle, sondern eine tarifliche Pflicht: Die Entgeltordnung (VKA) verlangt in acht kommunalen Arbeitgeberverbänden für die Entgeltgruppen 9b bis 12 eine Zweite Prüfung und für die Gruppen 5 bis 9a eine Erste Prüfung. Zwischen E 9a und E 9b liegen im TVöD VKA in Stufe 3 105,89 € brutto im Monat, zwischen E 9a und E 11 dagegen 948,36 €. ### Warum verlangen Kommunen diese Prüfung? Weil die Entgeltordnung sie zur Voraussetzung der Eingruppierung macht. Die Regelung steht in Nummer 7 der grundsätzlichen Eingruppierungsregelungen und gilt im Bereich der kommunalen Arbeitgeberverbände Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saar und Schleswig-Holstein. Betroffen sind Beschäftigte im Büro-, Buchhalterei-, sonstigen Innendienst und Außendienst sowie im Kassen- und Rechnungswesen, die nicht die Anforderungen der Entgeltgruppe 5 Fallgruppe 1 oder der Entgeltgruppe 9b Fallgruppe 1 erfüllen, also nicht über eine dreijährige Ausbildung beziehungsweise eine Hochschulbildung verfügen. Die Prüfungspflicht ersetzt damit den fehlenden formalen Abschluss. Wer die Ausbildung zur oder zum Verwaltungsfachangestellten mitbringt, braucht die Erste Prüfung nicht; wer einen einschlägigen Bachelor hat, kommt ohne Zweite Prüfung nach E 9b. Für alle anderen ist der Lehrgang der Weg. Die Lehrgänge und Prüfungen führen die von den Ländern oder den kommunalen Spitzenverbänden anerkannten Verwaltungsschulen und Studieninstitute durch; Sonderlehrgänge nur für Beschäftigte zählen ausdrücklich dazu. ### Welche Prüfung öffnet welche Entgeltgruppen? Die Zuordnung ist zweistufig und in Absatz 2 der Vorbemerkung festgelegt. Die Beträge stammen aus der Tabelle TVöD VKA ab 1.5.2026. | Abschluss | Bezeichnung in Bayern | Öffnet die Entgeltgruppen | Stufe 3, TVöD VKA | | --- | --- | --- | --- | | Erste Prüfung nach Verwaltungslehrgang I | Fachprüfung I, Berufsbezeichnung Verwaltungsfachkraft | E 5 bis E 9a | 3.449,05 € bis 4.097,67 € | | Zweite Prüfung nach Verwaltungslehrgang II | Fachprüfung II, Berufsbezeichnung Verwaltungsfachwirtin oder Verwaltungsfachwirt | E 9b bis E 12 | 4.203,56 € bis 5.359,50 € | Wichtig ist die Einschränkung in Satz 3: Die Prüfungspflicht gilt nur für Eingruppierungen, die auf der Fallgruppe 2 der Entgeltgruppen 5 beziehungsweise 9b aufbauen. Wer die Fallgruppe 1 erfüllt, also die dreijährige Ausbildung oder die Hochschulbildung, ist außen vor. Und die Prüfung allein reicht nicht: Sie müssen zusätzlich die der Entgeltgruppe entsprechende Tätigkeit ausüben. Welche Merkmale das sind, erklärt der Beitrag zur [Eingruppierung nach Tätigkeitsmerkmalen](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Wie lange dauern die Lehrgänge? Der Umfang unterscheidet sich zwischen den Ländern erheblich, weil jede Verwaltungsschule ihre eigene Satzung hat. In Bayern regelt § 5 der Lehrgangs- und Prüfungssatzung der Bayerischen Verwaltungsschule die Dauer, in Nordrhein-Westfalen setzen die kommunalen Studieninstitute eigene Zuschnitte. | Lehrgang | Bayern (BVS) | Nordrhein-Westfalen (Studieninstitut Soest) | | --- | --- | --- | | Verwaltungslehrgang I | in der Regel ein Jahr, höchstens 390 Unterrichtsstunden | rund zwei Jahre, etwa 550 Unterrichtsstunden, davon 150 im Basis- und 400 im Aufbaulehrgang | | Verwaltungslehrgang II | in der Regel zwei Jahre, höchstens 760 Unterrichtsstunden | rund drei Jahre, etwa 820 Unterrichtsstunden | | Unterrichtsform | dezentrale Ortslehrgänge mit Teilzeitunterricht an ein bis zwei Tagen je Woche oder Vollzeitlehrgang im Internatsbetrieb; Distanzunterricht zulässig | berufsbegleitend, 9 Unterrichtsstunden zu je 45 Minuten wöchentlich | | Leistungsnachweise | mindestens 10 und höchstens 20 je Lehrgangsjahr | Verwaltungslehrgang II mit 10 Modulprüfungen, Präsentation und Hausarbeit | Die Bayerische Verwaltungsschule benennt ihre Lehrgänge derzeit um: Aus dem Beschäftigtenlehrgang II wird ab September 2026 der Verwaltungslehrgang II, aus dem Beschäftigtenlehrgang I ab 2027 der Verwaltungslehrgang I. Laufende Jahrgänge schließen nach den bisherigen Regeln ab. Inhaltlich decken beide Lehrgänge dieselben Gebiete ab: Kommunalrecht, allgemeines Verwaltungsrecht, Staats- und Verfassungsrecht, bürgerliches Recht, Sozialrecht, öffentliches Baurecht, Personalwesen, kommunale Finanzwirtschaft sowie Digitalisierung und E-Government. ### Was gilt, solange die Prüfung fehlt? Sie bekommen die Differenz trotzdem, allerdings als persönliche Zulage statt als Entgeltgruppe. Die Entgeltordnung verpflichtet den Arbeitgeber, Ihnen alsbald die Möglichkeit zu geben, Ausbildung und Prüfung nachzuholen. Ist das aus Gründen, die Sie nicht zu vertreten haben, nicht möglich, oder befinden Sie sich bereits in der Ausbildung, erhalten Sie mit Beginn der maßgebenden Beschäftigung eine Zulage in Höhe des Unterschieds zwischen Ihrem bisherigen Entgelt und dem Entgelt der Gruppe, die Ihrer Tätigkeit entspricht. Auch alle anderen entgeltgruppenabhängigen Ansprüche richten sich in dieser Zeit nach der höheren Gruppe. Der Weg zum Lehrgangsplatz folgt vier Schritten. 1. Die eigene Fallgruppe klären. Erfüllen Sie die Fallgruppe 1 der Entgeltgruppe 5 oder 9b, brauchen Sie keine Prüfung. Andernfalls prüfen Sie, welche der beiden Prüfungen Ihre Zielgruppe verlangt. 2. Die Entsendung beantragen. Der Arbeitgeber darf die Entsendung nicht von Vorbildungsvoraussetzungen abhängig machen. Macht die Schule die Zulassung davon abhängig, haben Sie das nach der Protokollerklärung nicht zu vertreten, und die Zulage bleibt bestehen. 3. Die persönliche Zulage schriftlich geltend machen, sobald Sie die höherwertige Tätigkeit ausüben. Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verfallen nach § 37 TVöD, wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit in Textform geltend gemacht werden. 4. Die Rückzahlungsklausel lesen. Kommunen tragen die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren üblicherweise, verbinden das aber mit einer Bindungsfrist. Prüfen Sie Dauer und Staffelung, bevor Sie unterschreiben. Vier Gruppen sind ganz befreit: Beschäftigte mit mindestens zwanzigjähriger Berufserfahrung bei einem TVöD-Arbeitgeber oder einem anderen öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber, Beschäftigte mit befristetem oder auflösend bedingtem Vertrag, Beschäftigte mit besonders herausragenden Fachkenntnissen in einem Spezialgebiet und Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflege- und Betreuungseinrichtungen sowie Versorgungs-, Nahverkehrs- und Hafenbetrieben. Wird ein befristeter Vertrag entfristet, lebt die Prüfungspflicht wieder auf. ### Warum die bestandene Prüfung allein die Entgeltgruppe nicht ändert Die bestandene Zweite Prüfung hebt Sie nicht automatisch nach E 9b. Sie beseitigt nur ein Hindernis. Die Entgeltgruppe folgt weiterhin aus der Tätigkeit, und die muss sich zeitlich mindestens zur Hälfte aus Arbeitsvorgängen zusammensetzen, die die Merkmale der Zielgruppe erfüllen. Wer nach dem Lehrgang dieselben Aufgaben erledigt wie vorher, bleibt in derselben Gruppe. Der praktische Schritt ist deshalb die Bewerbung auf eine höher bewertete Stelle oder ein Antrag auf Überprüfung der Stellenbewertung, wenn die Aufgaben bereits gewachsen sind. Der zweite Irrtum betrifft die Stufe. Bei einer Höhergruppierung starten Sie nicht wieder in Stufe 1; die Zuordnung in der höheren Gruppe richtet sich nach § 17 Abs. 4 TVöD. Wie sich Berufserfahrung auf die Stufe auswirkt, zeigt der Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung), und was sich beim Gehalt sonst noch bewegen lässt, steht in [Gehalt verhandeln im öffentlichen Dienst](/infocenter/gehalt-verhandeln-oeffentlicher-dienst). Offene Stellen bei Städten und Landkreisen listet [die Übersicht der kommunalen Arbeitgeber](/jobs/arbeitgebertyp/kommune), weitere Einstiegswege beschreibt der Beitrag zum [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst). ### Häufige Fragen **Welche Entgeltgruppe erreiche ich mit dem Verwaltungslehrgang II?** Die Zweite Prüfung ist nach der Entgeltordnung (VKA) Voraussetzung für die Eingruppierung in die Entgeltgruppen 9b bis 12. Sie eröffnet diese Gruppen aber nicht automatisch. Zusätzlich müssen Sie eine Tätigkeit ausüben, die den Merkmalen der jeweiligen Gruppe entspricht, also etwa gründliche und umfassende Fachkenntnisse mit selbständigen Leistungen für E 9b. Prüfung ohne passende Aufgabe führt nicht zur Höhergruppierung. **Wer wird zum Verwaltungslehrgang II zugelassen?** In Bayern regelt § 4 der Lehrgangs- und Prüfungssatzung vier Wege: die bestandene Fachprüfung I, die Abschlussprüfung als Verwaltungsfachangestellte, eine beamtenrechtliche Anstellungsprüfung mit mindestens der Befähigung für die zweite Qualifikationsebene oder die Vorbildung nach Art. 16 Abs. 1 des Gesetzes über die Hochschule für den öffentlichen Dienst. Die Verwaltungsschule kann andere Beschäftigte mit vergleichbarer Vorbildung zulassen. **Wie lange dauert der Verwaltungslehrgang I?** In Bayern dauert er nach § 5 der Lehrgangs- und Prüfungssatzung in der Regel ein Jahr und umfasst höchstens 390 Unterrichtsstunden, wahlweise als Teilzeit-Ortslehrgang oder als Vollzeitlehrgang im Internatsbetrieb. In Nordrhein-Westfalen ist der Zuschnitt anders: Das Studieninstitut Soest nennt rund zwei Jahre und etwa 550 Unterrichtsstunden, aufgeteilt in einen Basislehrgang von 150 und einen Aufbaulehrgang von 400 Stunden. **Was passiert, wenn ich die Prüfung noch nicht habe?** Die Entgeltordnung verpflichtet den Arbeitgeber, Ihnen alsbald die Möglichkeit zu geben, Ausbildung und Prüfung nachzuholen. Besteht dazu aus Gründen, die Sie nicht zu vertreten haben, keine Möglichkeit, oder befinden Sie sich in der Ausbildung, erhalten Sie eine persönliche Zulage in Höhe der Differenz zwischen Ihrer bisherigen Entgeltgruppe und der Gruppe, die Ihrer Tätigkeit entspricht. Der Arbeitgeber darf die Entsendung nicht von Vorbildungsvoraussetzungen abhängig machen. **Kann ich von der Prüfungspflicht befreit werden?** Ja, in vier Fällen. Befreit sind Beschäftigte mit mindestens zwanzigjähriger Berufserfahrung bei einem Arbeitgeber im Geltungsbereich des TVöD oder eines vergleichbaren Tarifvertrags, Beschäftigte mit befristetem oder auflösend bedingtem Vertrag, Beschäftigte mit besonders herausragenden Fachkenntnissen in einem Spezialgebiet sowie Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Versorgungs-, Nahverkehrs- oder Hafenbetrieben. Gleichwertige Prüfungen außerhalb des kommunalen Bereichs können angerechnet werden. ### Quellen - Anlage 1 zum TVöD, Entgeltordnung (VKA), grundsätzliche Eingruppierungsregelungen Nr. 7 Ausbildungs- und Prüfungspflicht sowie Teil A Abschnitt I Ziffer 3 (VKA-Broschüre Verwaltung, 10. Auflage 2025): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/250406_TVoeD_Verwaltung.pdf (Stand 1.1.2025, einschließlich Tarifeinigung vom 6.4.2025) - Satzung der Bayerischen Verwaltungsschule über die Lehrgänge und Prüfungen für Beschäftigte (LPSB), §§ 2 bis 6 und § 30: https://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/produkte/Ausbildung/BL_II/Lehrgangs-_und_Pruefungssatzung_fuer_Beschaeftigte_LPSB_konsolidierte_Fassung.pdf (konsolidierte Fassung, abgerufen 7.9.2026) - Bayerische Verwaltungsschule, Beschäftigtenlehrgang I und Beschäftigtenlehrgang II mit Umstellung auf Verwaltungslehrgang I und II: https://www.bvs.de/ausbildung/verwaltung/verwaltungsfachwirte-bl-ii/ (abgerufen 7.9.2026) - Studieninstitut Soest, Verwaltungslehrgang I und Verwaltungslehrgang II: https://www.studieninstitut-soest.de/Ausbildung/Berufliche-Weiterbildung/Verwaltungslehrgang-II (abgerufen 7.9.2026) - TVöD Allgemeiner Teil, § 12 (VKA), § 14, § 17 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22, Stand 1.1.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) --- ## Warum Auswahlverfahren so lange dauern und was Sie tun können URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/dauer-auswahlverfahren-oeffentlicher-dienst Kategorie: Bewerbung Themen: Auswahlverfahren, Personalrat, Bewerbung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Dauer eines Auswahlverfahrens ergibt sich aus gesetzlichen Beteiligungsfristen. Der Personalrat hat nach § 70 Abs. 3 BPersVG zehn Arbeitstage, die Gleichstellungsbeauftragte nach § 32 Abs. 2 BGleiG ebenfalls zehn, und ihre Beteiligung geht der des Personalrats nach § 27 Abs. 3 BGleiG voraus. Scheitert die Einigung, kommt das Stufenverfahren nach § 71 BPersVG hinzu. Bei Beamtenernennungen gilt nach BVerwG, Urteil vom 13.12.2018, 2 A 5.18, eine Wartefrist von zwei Wochen ab Zugang der Absage. Nach dem Vorstellungsgespräch beginnt das, was Sie nicht sehen. Der Personalrat hat für seinen Beschluss über die Einstellung nach § 70 Abs. 3 BPersVG zehn Arbeitstage Zeit. Die Gleichstellungsbeauftragte hat für ihr Votum nach § 32 Abs. 2 BGleiG ebenfalls zehn Arbeitstage. Und weil ihre Beteiligung nach § 27 Abs. 3 BGleiG der des Personalrats vorausgeht, laufen diese Fristen nacheinander, nicht parallel. Allein daraus werden vier Wochen, bevor jemand Ihnen zusagen darf. ### Welche Schritte liegen zwischen Gespräch und Zusage? Sechs, und nur der erste betrifft Sie direkt. karriere.bund.de nennt als Grund für die Dauer, der öffentliche Dienst sei „an viele rechtliche Vorgaben und Verfahrensvorschriften gebunden“, weshalb ein „erhöhter Abstimmungsbedarf“ bestehe. Das ist keine Ausrede, sondern eine Beschreibung der Rechtslage. | Schritt | Rechtsgrundlage (Bund) | Frist | | --- | --- | --- | | Auswertung der Gespräche, Auswahlvermerk | Art. 33 Abs. 2 GG, Dokumentationspflicht | keine gesetzliche Frist | | Votum der Gleichstellungsbeauftragten | § 27 Abs. 1 Nr. 1, § 32 Abs. 2 BGleiG | 10 Arbeitstage, in besonders dringenden Fällen 3 | | Anhörung der Schwerbehindertenvertretung | § 178 Abs. 2 SGB IX | vor der Entscheidung, Nachholung binnen 7 Tagen | | Zustimmung des Personalrats zur Einstellung | § 78 Abs. 1 Nr. 1, § 70 Abs. 3 BPersVG | 10 Arbeitstage, in dringenden Fällen 3 | | Stufenverfahren, falls der Personalrat die Zustimmung verweigert | § 71 Abs. 1 und 2 BPersVG | 5 Arbeitstage zur Vorlage, dann bis zu 6 Wochen | | Absage an die übrigen Bewerbenden, dann Ernennung oder Vertrag | Art. 19 Abs. 4, Art. 33 Abs. 2 GG | bei Ernennungen 2 Wochen Wartefrist | Die vorletzte Zeile ist der Grund für die Ausreißer nach oben. Verweigert der Personalrat die Zustimmung, etwa weil die Maßnahme nach seiner Auffassung gegen ein Gesetz oder einen Tarifvertrag verstößt (§ 78 Abs. 5 Nr. 1 BPersVG), geht die Sache an die übergeordnete Dienststelle. Die soll die Angelegenheit nach § 71 Abs. 2 BPersVG innerhalb von sechs Wochen der dortigen Stufenvertretung vorlegen, und dann beginnen die Fristen des § 70 erneut. Was der [Personalrat](/infocenter/glossar#personalrat) dabei prüft und warum er nicht über die Auswahl selbst entscheidet, steht im Beitrag zum [Vorstellungsgespräch in der Behörde](/infocenter/vorstellungsgespraech-behoerde-auswahlkommission). ### Warum dauert es bei manchen Stellen noch länger? Weil vor oder nach dem eigentlichen Verfahren zusätzliche Schritte liegen, die keine der genannten Fristen kennt. Bei sicherheitsempfindlichen Stellen kommt eine Sicherheitsüberprüfung hinzu. Der Bundesnachrichtendienst schreibt dazu, man prüfe angehende Mitarbeitende „sehr sorgfältig im Rahmen einer umfassenden Sicherheitsüberprüfung, was auch eine bestimmte Zeit beansprucht“. Diese Prüfung folgt dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz und läuft erst an, wenn Ihre Unterlagen vollständig sind. Bei Einstellungen kommt außerdem die Meldepflicht nach § 165 Satz 1 SGB IX hinzu: Dienststellen öffentlicher Arbeitgeber melden neu zu besetzende Arbeitsplätze frühzeitig den Agenturen für Arbeit, und zwar nach einer erfolglosen Prüfung zur internen Besetzung. Wer sich extern bewirbt, wartet also unter Umständen darauf, dass zuerst intern geklärt wird, ob jemand aus dem Haus die Stelle übernimmt. Schwerbehinderte Menschen, die sich beworben haben oder von der Bundesagentur vorgeschlagen wurden, sind nach § 165 Satz 3 SGB IX zum Vorstellungsgespräch einzuladen, sofern die fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt; auch das erweitert den Kreis der Gespräche. Hinzu kommt der Haushalt. Eine Stelle muss finanziert sein, und Sammelausschreibungen mit mehreren Positionen werden häufig gebündelt entschieden. Bei der Ausschreibung THW-2026-258 der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk für eine Sachbearbeitung Haushalt und Beschaffung endet die Bewerbungsfrist am 5. Oktober 2026; die Beteiligungsschritte beginnen erst nach den Gesprächen, also frühestens im November. ### Was heißt die Wartefrist nach einer Absage? Wenn Sie eine Absage bekommen, obwohl das Verfahren noch nicht abgeschlossen scheint, ist das kein Versehen. Bei Beamtenstellen muss die Behörde die Auswahlentscheidung den unterlegenen Bewerberinnen und Bewerbern vor der Ernennung mitteilen und danach warten. Das Bundesverwaltungsgericht hat dazu im Urteil vom 13. Dezember 2018 (Aktenzeichen 2 A 5.18) festgehalten: „In der Praxis der Verwaltungsgerichte hat sich eine Wartezeit von zwei Wochen ab Zugang der Mitteilung über die Ablehnung der Bewerbung als angemessen herausgebildet.“ Der Sinn ist Rechtsschutz. Wer die Auswahl für fehlerhaft hält, kann in dieser Zeit beim Verwaltungsgericht eine einstweilige Anordnung beantragen. Geschieht das rechtzeitig, darf die Behörde erst nach Abschluss des gerichtlichen Verfahrens ernennen. Im entschiedenen Fall war der ausgewählte Bewerber bereits neun Tage nach dem Hinweis befördert worden, also vor Ablauf der Frist; das Gericht sah darin eine Verkürzung des Rechtsschutzes. Für Tarifbeschäftigte gilt diese Wartefrist nicht in gleicher Weise, weil es dort keine Ernennung gibt. Wer sich benachteiligt sieht, muss stattdessen die Frist des § 15 Abs. 4 AGG beachten: Ein Entschädigungsanspruch ist innerhalb von zwei Monaten ab Zugang der Ablehnung schriftlich geltend zu machen. ### Wann und wie fragen Sie sinnvoll nach? 1. Nach der Bewerbung nichts unternehmen. Eine Eingangsbestätigung kommt nach Angaben von karriere.bund.de üblicherweise kurz nach dem Versand und beschreibt oft schon das weitere Vorgehen. 2. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist etwa zwei Wochen abwarten. Vorher ist die Sichtung der Unterlagen in der Regel nicht abgeschlossen. 3. Nach dem Vorstellungsgespräch den Zeitpunkt notieren, den die Kommission genannt hat. Fast jede Kommission sagt am Ende, wann mit einer Rückmeldung zu rechnen ist. 4. Erst nach Ablauf dieses Zeitpunkts nachfragen, in Textform, bei der in der Ausschreibung genannten Kontaktperson. In der Ausschreibung BVA-2026-090 des Bundesverwaltungsamts ist das die Personalgewinnung mit Telefonnummer und Mailkontakt. 5. Die Nachricht kurz halten: Kennziffer, Stellenbezeichnung, Datum des Gesprächs, die Frage nach dem voraussichtlichen Entscheidungszeitpunkt und ein Satz zum fortbestehenden Interesse. Mehr braucht die Personalstelle nicht, um den Vorgang zu finden. 6. Parallel weiterbewerben. Ein laufendes Verfahren bindet Sie zu nichts; die aktuellen [Stellen beim Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund), bei [Ländern](/jobs/arbeitgebertyp/land) und bei [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) stehen jederzeit offen. Eine Formulierung, die Sie anpassen können: > „Sehr geehrte Frau Berger, am 14. Oktober 2026 habe ich mich bei Ihnen für die Stelle als Sachbearbeitung Haushalt und Beschaffung (Kennziffer THW-2026-258) vorgestellt. Sie hatten eine Rückmeldung bis Ende November in Aussicht gestellt. Ich bewerbe mich weiterhin gern und wollte fragen, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist. Falls noch Unterlagen fehlen, reiche ich sie umgehend nach.“ ### Der Fehler, der Bewerbungen tatsächlich kostet Nicht das Warten schadet, sondern das Aufgeben während des Wartens. Wer nach vier Wochen ohne Antwort davon ausgeht, abgelehnt zu sein, und auf eine spätere Nachfrage der Behörde nicht mehr reagiert oder eine kurzfristige Einladung ausschlägt, scheidet aus einem Verfahren aus, in dem er noch im Rennen war. Behörden melden sich nach der Beteiligung aller Vertretungen häufig kurzfristig, weil sie dann eine Frist im Rücken haben. Der zweite Fehler ist wöchentliches Nachfragen. Die Fristen des § 70 BPersVG und des § 32 BGleiG laufen unabhängig davon, wie oft Sie anrufen, und ein Personalrat entscheidet nicht schneller, weil jemand drängt. Wer die Wartezeit nutzen will, bereitet lieber die Unterlagen für die [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung) vor, denn die wird nach der Zusage in wenigen Tagen entschieden. Wie das Verfahren insgesamt abläuft, steht im Beitrag zur [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren), die Regeln für den Beginn im Beitrag zu den [Bewerbungsfristen](/infocenter/bewerbungsfristen-oeffentlicher-dienst). ### Häufige Fragen **Wie lange dauert ein Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst?** Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht; karriere.bund.de schreibt ausdrücklich, es gebe darauf keine pauschale Antwort. Belegbar sind nur die Einzelfristen: zehn Arbeitstage für den Personalrat nach § 70 Abs. 3 BPersVG, zehn Arbeitstage für das Votum der Gleichstellungsbeauftragten nach § 32 Abs. 2 BGleiG und sieben Tage für die Nachholung einer versäumten Beteiligung der Schwerbehindertenvertretung nach § 178 Abs. 2 SGB IX. **Warum melden sich Behörden nach dem Vorstellungsgespräch so lange nicht?** Weil nach dem Gespräch das eigentliche Verfahren beginnt. Die Kommission wertet aus, die Dienststelle trifft die Auswahlentscheidung, danach werden Gleichstellungsbeauftragte, Personalrat und gegebenenfalls Schwerbehindertenvertretung beteiligt. Diese Schritte laufen nacheinander, weil die Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten nach § 27 Abs. 3 BGleiG dem Verfahren nach dem Bundespersonalvertretungsgesetz vorausgeht. **Darf ich bei der Behörde nachfragen, wie es um meine Bewerbung steht?** Ja, und zwar bei der Kontaktperson, die in der Ausschreibung genannt ist. Sinnvoll ist eine kurze Nachricht in Textform mit Kennziffer und Datum des Gesprächs sowie der Frage nach dem voraussichtlichen Zeitpunkt der Entscheidung. Eine Rechtspflicht zur Antwort besteht nicht, eine Zwischennachricht ist aber üblich. Häufigeres Nachfragen beschleunigt nichts, weil die Fristen gesetzlich vorgegeben sind. **Wie lange muss eine Behörde nach der Absage mit der Einstellung warten?** Bei Beamtenernennungen hat sich nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Dezember 2018, Aktenzeichen 2 A 5.18, in der Praxis der Verwaltungsgerichte eine Wartezeit von zwei Wochen ab Zugang der Ablehnung als angemessen herausgebildet. Sie dient dazu, unterlegenen Bewerberinnen und Bewerbern einstweiligen Rechtsschutz zu ermöglichen. Beantragt jemand rechtzeitig eine einstweilige Anordnung, darf erst nach Abschluss des Gerichtsverfahrens ernannt werden. **Kann ich eine Bewerbung zurückziehen, wenn ich ein anderes Angebot habe?** Jederzeit und formlos. Sinnvoll ist eine kurze Nachricht an die Kontaktperson mit Kennziffer, damit die Behörde die Stelle weiterbesetzen kann. Ein Rückzug hat keine Folgen für spätere Bewerbungen bei derselben Behörde. Wer parallel bewerben will, sollte das ohnehin tun: Zwischen Gespräch und Zusage liegen mehrere Beteiligungsschritte mit eigenen Fristen. ### Quellen - Bundespersonalvertretungsgesetz § 70 Abs. 3 (zehn Arbeitstage) und § 71 (Stufenverfahren): https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__70.html (Abruf 7.9.2026) - Bundespersonalvertretungsgesetz § 78 (Mitbestimmung in Personalangelegenheiten): https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__78.html (Abruf 7.9.2026) - Bundesgleichstellungsgesetz § 27 (Beteiligung) und § 32 Abs. 2 (Votum in zehn Arbeitstagen): https://www.gesetze-im-internet.de/bgleig_2015/__32.html (Abruf 7.9.2026) - SGB IX § 178 Abs. 2 (Beteiligung, Nachholung binnen sieben Tagen) und § 165 (Meldung an die Agentur für Arbeit): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__178.html (Abruf 7.9.2026) - BVerwG, Urteil vom 13.12.2018 - 2 A 5.18 (Wartefrist von zwei Wochen nach Konkurrentenmitteilung, Rn. 27 und 39): https://www.bverwg.de/131218U2A5.18.0 (Urteil vom 13.12.2018) - AGG § 15 Abs. 4 (zwei Monate zur schriftlichen Geltendmachung): https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__15.html (Abruf 7.9.2026) - karriere.bund.de: Bewerben in der Bundesverwaltung (Bearbeitungsdauer, Eingangsbestätigung): https://www.karriere.bund.de/arbeiten-bei-uns/alles-zur-bewerbung (Abruf 7.9.2026) - Bundesnachrichtendienst: Bewerbungsprozess (Sicherheitsüberprüfung als Verfahrensschritt): https://www.bnd.bund.de/DE/Karriere/Bewerbungsprozess/bewerbungsprozess_node.html (Abruf 7.9.2026) - service.bund.de, Ausschreibung Technisches Hilfswerk, Kennziffer THW-2026-258, Bewerbungsfrist 5.10.2026: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/editor/BVA-THW/2026/09/6631137.html (Abruf 7.9.2026) - service.bund.de, Ausschreibung Bundesverwaltungsamt, Kennziffer BVA-2026-090, Bewerbungsfrist 28.9.2026: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/editor/Bundesverwaltungsamt/2026/09/6631185.html (Abruf 7.9.2026) --- ## Seiteneinstieg als Lehrkraft: Programme der Länder URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/seiteneinstieg-lehrkraft-bundeslaender Kategorie: Quereinstieg Themen: Quereinstieg, Lehrkräfte, Länder, Verbeamtung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Der Seiteneinstieg ist Ländersache, und schon der Begriff wechselt die Bedeutung: In Nordrhein-Westfalen und Sachsen meint er den berufsbegleitenden Weg, in Rheinland-Pfalz dagegen der Quereinstieg den Vorbereitungsdienst. Die Bezahlung folgt bundesweit der Entgeltordnung Lehrkräfte: Wer eine wissenschaftliche Hochschulbildung und ein Schulfach mitbringt, kommt bei einer Vergleichsgruppe A 13 in E 12 statt in E 13, also in Stufe 1 auf 4.310,90 € statt 4.759,37 €. Verbeamtung nach der Qualifizierung ist in mehreren Ländern möglich, in Brandenburg bis zum vollendeten 47. Lebensjahr. Wer in Rheinland-Pfalz „Quereinstieg“ liest, meint den regulären Vorbereitungsdienst im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Wer dasselbe Wort in Niedersachsen liest, meint einen Arbeitsvertrag mit Unterricht ab dem ersten Tag. In Nordrhein-Westfalen heißt der zweite Weg wiederum „Seiteneinstieg“. Der Begriff sagt also nichts; entscheidend sind Status, Dauer und Abschluss des jeweiligen Programms. ### Welche zwei Grundmodelle gibt es? Alle Landesprogramme lassen sich auf zwei Muster zurückführen. Das erste ist der Vorbereitungsdienst für Menschen ohne Lehramtsstudium: Sie beginnen mit einer Ausbildung, häufig im Beamtenverhältnis auf Widerruf, und schließen mit der Zweiten Staatsprüfung ab. Bayern und der rheinland-pfälzische Quereinstieg funktionieren so, ebenso der Hamburger Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst über 18 Monate. Das zweite Muster ist die berufsbegleitende Qualifizierung: Sie unterrichten sofort mit einem Arbeitsvertrag nach TV-L und absolvieren die pädagogische Ausbildung nebenher. Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und der nordrhein-westfälische Seiteneinstieg arbeiten so. Der praktische Unterschied ist erheblich: Im ersten Modell lernen Sie zuerst und tragen später Verantwortung, im zweiten stehen Sie ab der ersten Woche allein vor der Klasse. Innerhalb des zweiten Modells trennen mehrere Länder noch einmal nach Abschluss. Nordrhein-Westfalen unterscheidet die berufsbegleitende Ausbildung OBAS, die zur Lehramtsbefähigung führt, von der einjährigen Pädagogischen Einführung, die nur eine Unterrichtserlaubnis vermittelt; für Letztere hält das Schulministerium ausdrücklich fest, dass eine Verbeamtung nicht möglich ist. In Brandenburg führt der Weg mit Bachelor zu einer Zertifikatsqualifizierung ohne Lehramtsbefähigung, der Weg mit Master über den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst zur gleichgestellten Lehramtsbefähigung. ### Was zahlen die Länder während der Qualifizierung? Die Entgeltgruppe folgt nicht dem Landesermessen, sondern der Entgeltordnung Lehrkräfte im TV-L. Deren Abschnitt 2 gilt für Lehrkräfte, bei denen die fachlichen und pädagogischen Voraussetzungen für die Übernahme in das Beamtenverhältnis nicht erfüllt sind. Die Zuordnung läuft über eine fiktive Vergleichs-Besoldungsgruppe: Gefragt wird, in welches Eingangsamt Sie kämen, wenn Sie ein einschlägiges Lehramtsstudium mit zwei Fächern und den Vorbereitungsdienst abgeschlossen hätten. | Ihre Qualifikation | Vergleichsgruppe A 12 oder A 12a | Vergleichsgruppe A 13 | | --- | --- | --- | | Lehramtsstudium an einer wissenschaftlichen Hochschule, mindestens zwei Fächer (Ziffer 1) | E 11 mit Angleichungszulage | E 13 | | wissenschaftliche Hochschulbildung oder Kunst- und Musikhochschule mit Mastergrad, mindestens ein Schulfach (Ziffer 2) | E 10 mit Angleichungszulage | E 12 | | Hochschulbildung oder Bachelorgrad, mindestens ein Schulfach (Ziffer 3) | E 10 | E 11 | | darunter (Ziffer 4) | E 9b | E 10 | Das ist keine pauschale Abschlagsregel, sondern eine eigene Zuordnungstabelle. Für den typischen Fall bedeutet sie: Wer mit einem Master und einem Schulfach am Gymnasium unterrichtet, kommt in E 12 statt E 13. In der TV-L-Tabelle sind das in Stufe 1 4.310,90 € statt 4.759,37 €, also 448,47 € brutto im Monat weniger. Die Landesprogramme bestätigen diese Systematik. Brandenburg nennt E 10 als Mindestgruppe, E 11 mit Bachelor und Fachbefähigung, E 12 mit Master und E 13 erst nach bestandener Staatsprüfung. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nennen für ihren berufsbegleitenden Weg am Gymnasium E 12, Bremen für das Programm Back-to-school E 12 Stufe 1. Alle Werte der Länder stehen in der [Entgelttabelle des TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l); wie sich die Stufe bei der Einstellung ergibt, erklärt der Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). ### Was bieten die einzelnen Länder an? Die Tabelle nennt je Land das Programm, die Dauer der Qualifizierung und die Bezahlung, soweit die abgerufene Landesseite sie ausweist. Wo eine Angabe dort fehlt, steht sie hier nicht. | Land | Programm | Dauer und Abschluss | Bezahlung, Verbeamtung | | --- | --- | --- | --- | | Nordrhein-Westfalen | OBAS, daneben Pädagogische Einführung | OBAS zwei Jahre berufsbegleitend, führt zur Lehramtsbefähigung; Pädagogische Einführung ein Jahr, nur Unterrichtserlaubnis | TV-L; Verbeamtung nach OBAS möglich bis 42 Jahre, nach Pädagogischer Einführung ausgeschlossen | | Bayern | Quereinstieg und Sondermaßnahmen, schulartspezifisch | Vorbereitungsdienst 24 Monate, Zweite Staatsprüfung | kein TV-L, Aufnahme ins Beamtenverhältnis auf Widerruf | | Baden-Württemberg | Direkteinstieg | zwei Jahre berufsbegleitende pädagogische Schulung mit Abschlussprüfung, danach Probejahr | E 12 am Gymnasium; danach Beamtenverhältnis A 13 im höheren Dienst | | Niedersachsen | direkter Quereinstieg, daneben Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst | 18 Monate berufsbegleitende Qualifizierung, danach in der Regel Entfristung | nach TV EntgO-L, im Merkblatt beispielhaft E 10 mit Angleichungszulage und E 12; Verbeamtung als Ausnahme | | Hessen | QuiSGS, QuiSHR, QuiSBS | bis zu dreieinhalb Jahre, Abschluss ist eine einem Lehramt gleichgestellte Qualifikation | QuiSGS mit Master E 11, mit Bachelor E 10; anschließend Verbeamtung in A 12 mit Anhebung auf A 13 | | Berlin | berufsbegleitender Vorbereitungsdienst | volle Laufbahnbefähigung, unbefristeter Vertrag | Entgeltgruppe auf der Landesseite nicht genannt; Verbeamtung bei Vorliegen der Voraussetzungen | | Brandenburg | Seiteneinstieg mit PGQ, Zertifikatsqualifizierung oder berufsbegleitendem Vorbereitungsdienst | PGQ 13 Monate, Zertifikat 18 Monate ohne Lehramtsbefähigung, Vorbereitungsdienst 24 Monate mit zwei Fächern | mindestens E 10, mit Bachelor E 11, mit Master E 12, nach Staatsprüfung E 13; Verbeamtung bis 47 Jahre | | Sachsen | Seiteneinstieg | drei Monate Einstiegsfortbildung, danach wissenschaftliche Ausbildung über drei bis fünf Semester | mindestens E 10, zunächst zwei Jahre befristet; Verbeamtung bis 42 Jahre | | Sachsen-Anhalt | Seiteneinstieg, daneben berufsbegleitender Vorbereitungsdienst | Seiteneinstieg mit 200 Qualifizierungsstunden im ersten Jahr ohne Lehramtsbefähigung; Vorbereitungsdienst 24 Monate mit Laufbahnbefähigung | E 9b bis E 12; im Vorbereitungsdienst Entgelt in Höhe der Anwärterbezüge | | Thüringen | Seiteneinstieg mit Nachqualifizierung | zwölf Wochen Vorkurs, danach 12 bis 18 Monate, staatliche Prüfung | an der Regelschule E 12, mit Fachhochschulabschluss zwei Stufen niedriger; Verbeamtung nach einem Jahr Bewährung | | Schleswig-Holstein | Seiteneinstieg für alle Schularten | vier Jahre befristet: zwei Jahre Ausbildung, zwei Jahre Bewährung | nach TV-L ohne Angabe der Gruppe; Verbeamtung möglich bis zum 50. Geburtstag | | Hamburg | Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst, daneben Seiteneinstieg | Vorbereitungsdienst 18 Monate bis zur Zweiten Staatsprüfung; Seiteneinstieg 100 Zeitstunden in einem Jahr mit Festeinstellung | keine Angabe | | Bremen | Back-to-school, daneben Seiteneinstieg A und B | Back-to-school 1,5 Jahre in Vollzeit, Lehrbefähigung in einem Fach; Seiteneinstieg B zwei Jahre mit staatlicher Prüfung | E 12 Stufe 1; Verbeamtung nur mit Lehramtsbefähigung in zwei Fächern | | Rheinland-Pfalz | Seiteneinstieg berufsbegleitend, daneben Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst | Seiteneinstieg 24 Monate mit sechs Monaten Probezeit; Quereinstieg 24 Monate im Beamtenverhältnis auf Widerruf | Seiteneinstieg E 12, danach unbefristet und in der Regel mit Beamtenstatus | | Mecklenburg-Vorpommern | Seiteneinstiegsqualifizierung, daneben berufsbegleitender Vorbereitungsdienst | keine Angabe auf der abgerufenen Landesseite | keine Angabe | | Saarland | keine Angabe | keine Angabe | keine Angabe | ### Zählt der Abschluss auch in einem anderen Land? Nur, wenn dort ein Mangel im selben Fach besteht. Der KMK-Beschluss vom 5. Dezember 2013 verpflichtet die Länder, Absolventinnen und Absolventen von Sondermaßnahmen den Berufszugang für den ihrem Abschluss entsprechenden Lehramtstyp zu ermöglichen, ausdrücklich aber nur, wenn ein fachspezifischer Mangel im Sinne der Nummer 2 des Beschlusses besteht. Der Beschluss vom 13. Juni 2024 formuliert dieselbe Bedingung für den Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst und ergänzt, dass eine entsprechende Ausbildung im aufnehmenden Land bestehen muss. Beide Beschlüsse enden mit demselben Satz: Landesspezifische beamten- und tarifrechtliche Regelungen bleiben unberührt. Die Anerkennung des Abschlusses ist damit etwas anderes als ein Anspruch auf dieselbe Besoldung oder auf Verbeamtung. Wer einen Wechsel plant, klärt beides getrennt beim aufnehmenden Land. Die Altersgrenzen dafür unterscheiden sich erheblich, wie der Beitrag zur [Verbeamtung und dem Höchstalter der Länder](/infocenter/verbeamtung-altersgrenze-bundeslaender) zeigt. ### Worauf Sie vor der Bewerbung achten sollten Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Abschluss überhaupt einem Schulfach zugeordnet werden kann. Die konkreten Schwellen unterscheiden sich: Baden-Württemberg verlangt für den Direkteinstieg mindestens 90 ECTS im Erstfach und 75 ECTS im Zweitfach für den Einsatz bis zur Oberstufe. Berlin nennt für Integrierte Sekundarschulen, Gymnasien und berufliche Schulen mindestens 60 Semesterwochenstunden oder 90 Leistungspunkte im Hauptfach und lässt ein fehlendes Zweitfach berufsbegleitend nachholen. Rheinland-Pfalz fordert für den Quereinstieg mindestens 270 ECTS für Realschule plus und Förderschule und mindestens 300 ECTS für Gymnasien und berufsbildende Schulen. 1. Das Zielprogramm anhand der Beschreibung auswählen, nicht anhand des Namens. Entscheidend sind Status, Dauer und ob am Ende eine Lehramtsbefähigung steht. 2. Die Fächerzuordnung vorab klären lassen. Ohne zuordenbares Fach scheitert die Bewerbung unabhängig von der Berufserfahrung. 3. Die Entgeltgruppe anhand der Entgeltordnung Lehrkräfte selbst nachrechnen, bevor Sie kündigen. Zwischen E 10 und E 11 liegen in Stufe 1 nur 139,93 €, zwischen E 12 und E 13 dagegen 448,47 €. 4. Die Altersgrenze für die Verbeamtung prüfen, wenn sie Ihr Ziel ist. Sie reicht von 42 Jahren in Nordrhein-Westfalen und Sachsen bis zum 50. Geburtstag in Schleswig-Holstein. Der häufigste Fehler ist die Annahme, der Seiteneinstieg sei ein Notprogramm mit gesenkten Anforderungen. Er ist ein regulärer Weg mit eigener Ausbildung und eigener Prüfung, nur ohne das vorgelagerte Lehramtsstudium. Wer die Qualifizierung abbricht, verliert je nach Land die Weiterbeschäftigung; Sachsen und Sachsen-Anhalt stellen zunächst befristet ein, Schleswig-Holstein befristet auf vier Jahre. Offene Stellen im Schuldienst und in der Bildungsverwaltung listet die Übersicht der [Landesbehörden als Arbeitgeber](/jobs/arbeitgebertyp/land), weitere Wege ohne Verwaltungsausbildung beschreibt der Beitrag zum [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst). ### Häufige Fragen **Was ist der Unterschied zwischen Seiteneinstieg und Quereinstieg?** Es gibt keine bundesweit einheitliche Bedeutung. In Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt heißt der berufsbegleitende Weg mit sofortigem Unterricht Seiteneinstieg. In Niedersachsen, Hessen und Berlin heißt derselbe Weg Quereinstieg. In Rheinland-Pfalz meint Quereinstieg den regulären Vorbereitungsdienst im Beamtenverhältnis auf Widerruf und Seiteneinstieg die berufsbegleitende Variante nach TV-L. Prüfen Sie deshalb immer die Beschreibung, nicht den Namen. **Was verdiene ich als Seiteneinsteiger im Schuldienst?** Die Entgeltordnung Lehrkräfte ordnet Sie über eine fiktive Vergleichs-Besoldungsgruppe zu. Wer eine wissenschaftliche Hochschulbildung abgeschlossen hat und in mindestens einem Schulfach unterrichten kann, kommt bei einer Vergleichsgruppe A 13 in die Entgeltgruppe 12, bei A 12 in die Entgeltgruppe 10 mit Angleichungszulage. Mit einem Bachelor sind es E 11 beziehungsweise E 10, ohne Hochschulabschluss E 10 beziehungsweise E 9b. **Kann ich als Seiteneinsteiger verbeamtet werden?** In mehreren Ländern ja, aber erst nach der Qualifizierung und innerhalb einer Altersgrenze. Belegt ist die Verbeamtung unter anderem für Baden-Württemberg nach dem Probejahr in A 13 des höheren Dienstes, für Hessen in A 12 mit Anhebung auf A 13, für Brandenburg bis zum vollendeten 47. Lebensjahr und für Sachsen bis zum vollendeten 42. Lebensjahr. In Bremen setzt sie eine Lehramtsbefähigung in zwei Fächern voraus. **Brauche ich zwei Fächer für den Seiteneinstieg?** Für den berufsbegleitenden Weg oft nur eines, für den Vorbereitungsdienst meist zwei. Die Entgeltordnung Lehrkräfte knüpft ihre Zuordnung an mindestens ein Schulfach. Der KMK-Beschluss vom 5. Dezember 2013 verlangt für den Zugang zu einem Vorbereitungsdienst oder einer vergleichbaren Ausbildung dagegen einen universitären Masterabschluss, aus dem sich mindestens zwei lehramtsbezogene Fächer ableiten lassen. Einzelne Länder lassen ein fehlendes Zweitfach berufsbegleitend nachholen. **Wird meine Qualifizierung in anderen Bundesländern anerkannt?** Nur unter einer Bedingung. Die Länder haben sich im KMK-Beschluss vom 5. Dezember 2013 verpflichtet, Absolventinnen und Absolventen von Sondermaßnahmen den Berufszugang für den entsprechenden Lehramtstyp zu ermöglichen, wenn ein fachspezifischer Mangel besteht. Der Beschluss vom 13. Juni 2024 wiederholt das für den Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst. Beide halten ausdrücklich fest, dass landesspezifische beamten- und tarifrechtliche Regelungen unberührt bleiben. ### Quellen - Anlage zum TV EntgO-L, Entgeltordnung Lehrkräfte, Abschnitt 1 Ziffer 1 und Abschnitt 2 Ziffern 1 bis 4 (TdL): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/Entgeltordnung_Lehrkr%C3%A4fte/TV_EntgO-L_Anlage_i.d.F._%C3%84TV_Nr._3_Homepage.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 3, Rahmenvertrag vom 28.3.2015) - Kultusministerkonferenz, Gestaltung von Sondermaßnahmen zur Gewinnung von Lehrkräften zur Unterrichtsversorgung, Ziffern 3.1 und 4: https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2013/2013_12_05-Gestaltung-von-Sondermassnahmen-Lehrkraefte.pdf (Beschluss vom 5.12.2013) - Kultusministerkonferenz, Gestaltung von zusätzlichen Wegen ins Lehramt, Ziffer 2.4.2: https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/PresseUndAktuelles/2024/2024_06_13-Zusaetzliche-Wege-ins-Lehramt.pdf (Beschluss vom 13.6.2024) - Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen, Seiteneinstieg (OBAS, Pädagogische Einführung): https://www.schulministerium.nrw/seiteneinstieg (abgerufen 8.9.2026) - Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Quereinstieg und Sondermaßnahmen: https://www.lehrer-werden.bayern/quereinstieg-und-sondermassnahmen (abgerufen 8.9.2026) - Kultusministerium Baden-Württemberg, Direkteinstieg (Lehrer Online BW): https://lehrer-online-bw.de/,Lde/Startseite/lobw/Direkteinstieg-Informationen (abgerufen 8.9.2026) - Niedersächsisches Kultusministerium, Merkblatt für den direkten Quereinstieg: https://www.mk.niedersachsen.de/download/203884/Merkblatt_fuer_den_direkten_Quereinstieg.pdf (Stand Februar 2024) - Hessisches Kultusministerium, Quereinstieg (QuiSGS, QuiSHR, QuiSBS): https://kultus.hessen.de/schuldienst/einstellung-in-den-schuldienst/quereinstieg (abgerufen 8.9.2026) - Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin, Quereinstieg: https://www.berlin.de/sen/bildung/fachkraefte/einstellungen/lehrkraefte/quereinstieg/ (abgerufen 8.9.2026) - Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg, Seiteneinstieg in den Schuldienst: https://mbjs.brandenburg.de/bildung/lehrerin-lehrer-in-brandenburg/seiteneinstieg-in-den-schuldienst.html (abgerufen 8.9.2026) - Sächsisches Staatsministerium für Kultus, Infos zum Seiteneinstieg: https://lehrer-werden-in-sachsen.de/infos-zum-seiteneinstieg/ (abgerufen 8.9.2026) - Landesschulamt Sachsen-Anhalt, Seiteneinstieg und berufsbegleitender Vorbereitungsdienst: https://landesschulamt.sachsen-anhalt.de/personalgewinnung/seiteneinstieg (abgerufen 8.9.2026) --- ## TVöD Pflege: P-Tabelle, Zulagen und Wechselschicht URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/tvoed-pflege-p-tabelle-zulagen Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: TVöD Pflege, Pflege, Kliniken Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Pflegekräfte in kommunalen Kliniken und Pflegeeinrichtungen werden nicht nach der allgemeinen E-Tabelle bezahlt, sondern nach der Anlage E des TVöD, der P-Tabelle. Sie umfasst P 5 bis P 16 und gilt in der Fassung ab 1. Mai 2026. Eine examinierte Pflegefachkraft startet in P 7 Stufe 2 mit 3.701,21 €. Dazu kommen 141,82 € Pflegezulage und 25 € nach § 51a Abs. 4 BT-B. Wer ständig Wechselschicht leistet, erhält im Krankenhaus 250 € statt der allgemeinen 200 €. Eine Pflegefachkraft mit dreijähriger Ausbildung, die an einer kommunalen Klinik anfängt, steht ab 1.5.2026 bei 3.701,21 € brutto im Monat. Dazu kommen 141,82 € Pflegezulage und 25,00 € nach § 51a Abs. 4 BT-B, zusammen 3.868,03 €. Wer ständig Wechselschicht leistet, hat weitere 250 € im Monat. Diese Beträge stehen nicht in der Entgelttabelle, die die meisten Behörden zeigen, sondern in einer eigenen Tabelle. ### Was ist die P-Tabelle im TVöD? Die P-Tabelle ist die Anlage E zum TVöD. Sie gilt für Beschäftigte im Pflegedienst, die nach Teil B Abschnitt XI der Entgeltordnung (VKA) in eine der Entgeltgruppen P 5 bis P 16 eingruppiert sind. Wer unter diese Anlage fällt, wird nicht nach der allgemeinen Tabelle mit E 1 bis E 15 bezahlt. Angewendet wird sie über zwei Besondere Teile des TVöD: den BT-K für Krankenhäuser und den BT-B für Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Beide verweisen in § 52 Abs. 1 beziehungsweise § 51a Abs. 1 auf die Anlage E. Für Angebote und Formulierungen in Ausschreibungen bedeutet das: „Vergütung nach TVöD-K, P 8“ meint die P-Tabelle, nicht E 8. Weil der allgemeine Teil des TVöD an vielen Stellen auf E-Gruppen verweist, etwa bei der Höhe des Überstundenzuschlags oder bei der Jahressonderzahlung, ordnet der Tarifvertrag jeder P-Gruppe eine E-Gruppe zu. P 5 entspricht E 3, P 7 entspricht E 7, P 9 und P 10 entsprechen E 9a, P 11 entspricht E 9b, P 12 entspricht E 9c, P 13 entspricht E 10, P 14 und P 15 entsprechen E 11 und P 16 entspricht E 12. Wie Tätigkeitsmerkmale überhaupt zu einer Entgeltgruppe führen, steht im Beitrag zur [Eingruppierung nach der Entgeltordnung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Wie viel verdiene ich in welcher P-Gruppe? Die folgenden Beträge sind die Anlage E in der Fassung ab 1. Mai 2026, also nach der zweiten Stufe der Tarifeinigung vom 6. April 2025. Gegenüber der Tabelle vom 1. April 2025 sind alle Werte um 2,8 v.H. gestiegen. In P 7 bis P 16 ist die Stufe 1 nicht besetzt, dort beginnt die Bezahlung in Stufe 2. | Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | P 16 | nicht besetzt | 5.240,04 € | 5.415,90 € | 5.983,76 € | 6.645,71 € | 6.937,70 € | | P 15 | nicht besetzt | 5.132,29 € | 5.293,23 € | 5.695,60 € | 6.177,16 € | 6.361,06 € | | P 14 | nicht besetzt | 5.013,53 € | 5.170,59 € | 5.563,22 € | 6.096,68 € | 6.194,02 € | | P 13 | nicht besetzt | 4.894,78 € | 5.047,94 € | 5.430,82 € | 5.707,28 € | 5.778,68 € | | P 12 | nicht besetzt | 4.657,22 € | 4.802,61 € | 5.166,04 € | 5.389,29 € | 5.493,13 € | | P 11 | nicht besetzt | 4.419,71 € | 4.557,30 € | 4.901,27 € | 5.129,69 € | 5.233,54 € | | P 10 | nicht besetzt | 4.184,40 € | 4.312,38 € | 4.675,42 € | 4.850,63 € | 4.960,96 € | | P 9 | nicht besetzt | 3.992,39 € | 4.184,40 € | 4.312,38 € | 4.558,59 € | 4.662,42 € | | P 8 | nicht besetzt | 3.701,21 € | 3.862,80 € | 4.075,58 € | 4.247,92 € | 4.488,98 € | | P 7 | nicht besetzt | 3.510,30 € | 3.701,21 € | 3.998,33 € | 4.149,59 € | 4.305,40 € | | P 6 | 3.012,49 € | 3.187,41 € | 3.363,47 € | 3.737,95 € | 3.833,41 € | 4.013,41 € | | P 5 | 2.907,18 € | 3.146,33 € | 3.216,62 € | 3.334,09 € | 3.422,22 € | 3.629,25 € | Der Sprung von P 7 nach P 8 bringt in der Eingangsstufe rund 191 € im Monat. Er hängt nicht an Berufsjahren, sondern an der Tätigkeit. ### Welche Tätigkeit führt in welche P-Gruppe? Die Zuordnung folgt Teil B Abschnitt XI der Entgeltordnung (VKA). Ausbildung allein genügt nicht; der Tarifvertrag verlangt jeweils eine „entsprechende Tätigkeit“. | Entgeltgruppe | Tätigkeitsmerkmal | | --- | --- | | P 5 | Pflegehelferinnen und Pflegehelfer ohne einschlägige Ausbildung | | P 6 | Pflegehelferinnen und Pflegehelfer mit mindestens einjähriger Ausbildung | | P 7 | Pflegefachkräfte mit mindestens dreijähriger Ausbildung; operations- und anästhesietechnische Assistenz | | P 8 | Tätigkeit, die sich durch besondere Schwierigkeit erheblich aus P 7 heraushebt; Praxisanleitung mit berufspädagogischer Zusatzqualifikation; Hebammen mit dreijähriger Ausbildung | | P 9 | abgeschlossene Fachweiterbildung, etwa Intensivpflege oder Hygienefachkraft; ständige Vertretung von Gruppen- oder Teamleitungen | | P 10 | Gruppenleitung oder Teamleitung | | P 11 | Gruppen- oder Teamleitung mit höherem Maß an Verantwortung oder großen Teams; Hebammen mit Hochschulabschluss; ständige Vertretung der Stationsleitung | | P 12 | Stationsleitung | | P 13 | Stationsleitung mit höherem Maß an Verantwortung oder großer Station | | P 14 bis P 16 | Bereichs- und Abteilungsleitung, gestaffelt nach Umfang, Bedeutung und Verantwortung | Die Fachweiterbildung ist damit der klarste Weg von P 7 nach P 9: rund 480 € mehr in der Eingangsstufe. Freie Stellen listet [Gesundheit und Pflege](/jobs/berufsfeld/gesundheit-pflege), Arbeitgeber sortiert nach [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune). ### Welche Zulagen kommen zur P-Tabelle dazu? Die Pflegezulage beträgt seit dem 1. Mai 2026 monatlich 141,82 € für alle in P 5 bis P 16. Dazu kommt die nicht dynamische Zulage von 25,00 € nach § 51a Abs. 4 BT-B, bei Mitgliedern des kommunalen Arbeitgeberverbands Baden-Württemberg 35,00 €. Beide werden ohne Antrag gezahlt. Die dritte Zulage hängt an der Station. Beschäftigte in P 5 bis P 9, die zeitlich überwiegend in Einheiten für Intensivmedizin pflegen, erhalten 100,00 € monatlich. Für Infektionsabteilungen, geschlossene oder halbgeschlossene psychiatrische Abteilungen, geriatrische Stationen sowie für Patientinnen und Patienten nach Organtransplantation oder unter Chemotherapie sind es 46,02 € monatlich. Die vierte ist die Wechselschichtzulage, und hier weicht die Pflege nach oben ab. § 49a Abs. 2 BT-B und BT-K setzen bei ständiger Wechselschichtarbeit 250,00 € monatlich an, wo der allgemeine Teil des TVöD 200 € vorsieht. Bei nicht ständiger Wechselschichtarbeit sind es 1,47 € je Stunde nach BT-B und 1,49 € nach BT-K. Die Schichtzulage bleibt bei 100 € monatlich. Eine Übersicht über alle Zulagenarten gibt der Beitrag zu den [Zulagen im öffentlichen Dienst](/infocenter/zulagen-oeffentlicher-dienst-uebersicht). Wechselschichtarbeit ist im BT-B enger definiert als sonst: nach § 48 Abs. 2 genügt es, wenn der Dienstplan einen regelmäßigen Wechsel vorsieht und Sie längstens nach Ablauf eines Monats erneut zu mindestens zwei Nachtschichten herangezogen werden. Die gesetzlichen Pausen zählen bei Wechselschichtarbeit nicht zur Arbeitszeit. ### Wie rechnen sich Nachtdienst und Feiertag? Zeitzuschläge nach § 8 Abs. 1 TVöD bemessen sich am Stundenanteil des Tabellenentgelts der Stufe 3 Ihrer Entgeltgruppe, nicht an Ihrer eigenen Stufe. Der Stundenanteil ergibt sich nach § 24 Abs. 3 Satz 3 aus dem Monatsbetrag geteilt durch das 4,348-fache der Wochenarbeitszeit von 39 Stunden. In P 7 liegt die Stufe 3 bei 3.701,21 €, der Stundenanteil damit bei 21,83 €. Daraus folgen 4,37 € je Nachtstunde bei einem Zuschlag von 20 v.H. und 5,46 € je Sonntagsstunde bei 25 v.H. In P 12 liegt der Stundenanteil bei 27,46 €, die Nachtstunde also bei 5,49 €. Für Feiertage gilt im BT-B und BT-K eine eigene Regel. Nach § 49 Abs. 1 wird die Arbeitszeit an einem gesetzlichen Feiertag zunächst durch Freistellung bis zum Ende des dritten Kalendermonats ausgeglichen. Ist das nicht möglich, gibt es je Stunde 100 v.H. des Stundenanteils, und zwar aus Ihrer eigenen Entgeltgruppe und Stufe. Der Zeitzuschlag nach § 8 Abs. 1 Buchst. d bleibt daneben bestehen. Wer regelmäßig an Sonn- und Feiertagen arbeitet, erhält nach § 49 Abs. 3 innerhalb von zwei Wochen zwei arbeitsfreie Tage, davon möglichst einen an einem Sonntag. ### Stufenzuordnung und Jahressonderzahlung in der Pflege Von den allgemeinen Stufenregeln weicht die Pflege zweimal ab. Erstens ist Eingangsstufe in P 7 bis P 16 nach § 51a Abs. 2 BT-B nicht die Stufe 1, sondern die Stufe 2. Zweitens wird in P 7 und P 8 die Stufe 3 bereits nach drei Jahren in Stufe 2 erreicht statt nach den sonst üblichen längeren Laufzeiten. Diese Verkürzung greift allerdings nicht, wenn Sie mindestens zur Hälfte bestimmte Tätigkeiten ausüben, etwa Pflegeaufgaben an ambulanten Patientinnen und Patienten psychiatrischer oder neurologischer Krankenhäuser oder die Leitung des zentralen Sterilisationsdienstes. Wie Vorbeschäftigungen angerechnet werden, steht im Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). Die Jahressonderzahlung ist in § 52a BT-B eigens geregelt und liegt über den allgemeinen Sätzen: 90 Prozent des durchschnittlichen Monatsentgelts aus Juli, August und September für P 5 bis P 8, 85 Prozent für P 9 bis P 16. Überstundenentgelt bleibt dabei unberücksichtigt, mit Ausnahme der im Dienstplan vorgesehenen Überstunden und Mehrarbeit. Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung von Zulage und Eingruppierung. Wer eine Fachweiterbildung abschließt und weiter Intensivzulage bezieht, aber in P 7 bleibt, verschenkt die Höhergruppierung nach P 9. Die Fachweiterbildung wirkt nur, wenn Sie auch eine entsprechende Tätigkeit ausüben. Prüfen Sie deshalb nach jeder Weiterbildung und nach jedem Stationswechsel die Entgeltgruppe im Arbeitsvertrag gegen die Tätigkeitsmerkmale, und machen Sie Ansprüche binnen sechs Monaten nach § 37 TVöD in Textform geltend. Die allgemeine Tabelle zum Vergleich steht unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). ### Häufige Fragen **Wie viel verdient eine examinierte Pflegefachkraft nach TVöD?** Eine Pflegefachkraft mit dreijähriger Ausbildung ist in P 7 eingruppiert. Eingangsstufe ist dort nach § 51a Abs. 2 BT-B nicht die Stufe 1, sondern die Stufe 2. Nach der Anlage E ab 1. Mai 2026 sind das 3.701,21 € monatlich. Dazu kommen die Pflegezulage von 141,82 € und die Zulage von 25,00 € nach § 51a Abs. 4, bei Mitgliedern des kommunalen Arbeitgeberverbands Baden-Württemberg 35,00 €. **Was ist der Unterschied zwischen der P-Tabelle und der E-Tabelle?** Die P-Tabelle ist die Anlage E des TVöD und gilt nur für Beschäftigte im Pflegedienst, die nach Teil B Abschnitt XI der Entgeltordnung eingruppiert sind. Sie hat eigene Beträge und eigene Stufenregeln. Wo der allgemeine Teil des TVöD auf E-Gruppen verweist, ordnet § 51a Abs. 1 BT-B jeder P-Gruppe eine E-Gruppe zu: P 7 entspricht E 7, P 12 entspricht E 9c, P 16 entspricht E 12. **Wie hoch ist die Pflegezulage im TVöD 2026?** Beschäftigte in P 5 bis P 16 erhalten seit dem 1. Mai 2026 eine Pflegezulage von 141,82 € monatlich zusätzlich zum Tabellenentgelt. Davor waren es 137,96 €, bis zum 31. März 2025 waren es 133,80 €. Die Zulage steht in § 51a Abs. 5 BT-B und in § 52 Abs. 6 BT-K. Sie verändert sich erst bei allgemeinen Entgeltanpassungen nach dem 31. März 2027. **Bekomme ich in der Pflege mehr Wechselschichtzulage als in der Verwaltung?** In Krankenhäusern und in Pflege- und Betreuungseinrichtungen ja. § 49a Abs. 2 BT-B und BT-K setzen die Wechselschichtzulage bei ständiger Wechselschichtarbeit auf 250,00 € monatlich, während der allgemeine Teil des TVöD 200 € vorsieht. Bei nicht ständiger Wechselschichtarbeit sind es 1,47 € je Stunde im BT-B und 1,49 € im BT-K. Die Schichtzulage bleibt bei 100 € monatlich. **In welche Entgeltgruppe komme ich als Stationsleitung?** Stationsleiterinnen und Stationsleiter sind nach der Entgeltordnung in P 12 eingruppiert, ab 1. Mai 2026 also 4.657,22 € in der Eingangsstufe 2. Mit einem höheren Maß an Verantwortung oder bei großen Stationen ist es P 13 mit 4.894,78 €. Bereichs- und Abteilungsleitungen liegen in P 14, deren Herausheben in P 15 und P 16. Gruppen- und Teamleitungen stehen darunter in P 10 und P 11. ### Quellen - TVöD Besonderer Teil Pflege- und Betreuungseinrichtungen (BT-B), § 48, § 49, § 49a, § 51a, § 52a und Anlage E (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/BT-B_AETV_19_Lesefassung_Stand-01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 19 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - TVöD Besonderer Teil Krankenhäuser (BT-K), § 49a Abs. 2 und § 52 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/BT-K_AETV_15_Lesefassung_Stand-01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 15 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - TVöD Allgemeiner Teil, § 6, § 8, § 24 sowie Anlage 1 Entgeltordnung (VKA) Teil B Abschnitt XI (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA, allgemeine Tabelle (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) --- ## Aufstieg vom mittleren in den gehobenen Dienst URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/aufstieg-mittlerer-gehobener-dienst Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Aufstieg, Laufbahn, Weiterbildung, Bund, Länder Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Der Aufstieg beim Bund setzt nach § 43 der Bundeslaufbahnverordnung vom 11. März 2026 ein bestandenes Auswahlverfahren und entweder eine fachspezifische Qualifizierung, einen Vorbereitungsdienst oder ein Hochschulstudium mit berufspraktischer Einführung voraus. Zum Auswahlverfahren zugelassen wird, wer sich nach der Probezeit drei Jahre bewährt hat und das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Die fachspezifische Qualifizierung für den gehobenen Dienst dauert mindestens zwei Jahre. Der gehobene Dienst reicht beim Bund von A 9 bis A 13. Eine Amtsinspektorin in A 9 hat im mittleren Dienst beim Bund das Ende der Fahnenstange erreicht. Wechselt sie in den gehobenen Dienst, beginnt sie dort wieder bei A 9 als Inspektorin, kann aber bis A 13 aufsteigen. Nach der Grundgehaltstabelle der Bundesbesoldungsordnung A ab 1. Mai 2026 trennt die Endstufe von A 9 mit 4.535,33 Euro und die Endstufe von A 13 mit 6.806,11 Euro ein Abstand von rund 2.271 Euro im Monat. Der Weg dorthin ist seit dem 17. März 2026 neu geregelt. ### Welche Aufstiegswege gibt es beim Bund? Alle drei Wege setzen dasselbe Auswahlverfahren voraus. § 43 Absatz 1 der Bundeslaufbahnverordnung vom 11. März 2026 nennt als Voraussetzung zunächst die erfolgreiche Teilnahme an einem Auswahlverfahren nach § 44 BLV. Erst danach unterscheiden sich die Wege. | Weg | Was Sie absolvieren | Mindestdauer | Rechtsgrundlage | | --- | --- | --- | --- | | Fachspezifische Qualifizierung | Fachtheoretische Ausbildung und berufspraktische Einführung | zwei Jahre, davon acht Monate Theorie | § 43 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a, § 46 BLV | | Vorbereitungsdienst | Regulärer Vorbereitungsdienst der Zielaufbahn | nach den Ausbildungsvorschriften | § 43 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a, § 45 BLV | | Hochschulstudium | Bachelorabschluss und berufspraktische Einführung | ein Jahr Einführung nach dem Studium | § 43 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b, § 47 BLV | | Praxisweg nach § 36 BLV | Auswahlverfahren mit schriftlichem und mündlichem Teil | keine Qualifizierung, aber drei Jahre im Endamt | § 36 BLV | Die fachspezifische Qualifizierung ist der klassische Aufstiegsweg. Sie besteht nach § 46 Absatz 2 BLV aus zwei Teilen: einer fachtheoretischen Ausbildung von mindestens acht Monaten und einer berufspraktischen Einführung, in der Sie nach § 46 Absatz 5 BLV die Aufgaben der nächsthöheren Laufbahn tatsächlich wahrnehmen. Die Theorie kann für den gehobenen Dienst zum Teil berufsbegleitend stattfinden. Inhaltlich schreibt § 46 Absatz 4 BLV neun Wissensgebiete vor, darunter Verfassungs- und Europarecht, allgemeines Verwaltungsrecht, Recht des öffentlichen Dienstes, Haushaltsrecht und bürgerliches Recht. Die Teilnahme ist durch Leistungstests zu belegen. Wer einen Leistungstest endgültig nicht besteht, für den ist das Aufstiegsverfahren beendet. ### Wer wird zum Auswahlverfahren zugelassen? Nach § 44 Absatz 2 BLV müssen Sie sich nach Ablauf der Probezeit in einer Dienstzeit von mindestens drei Jahren bewährt haben. Hinzu kommt eine Altersgrenze: Bei Ablauf der Ausschreibungsfrist darf das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet sein. Die Probezeit selbst dauert nach § 37 Absatz 1 BLV grundsätzlich drei Jahre. 1. Ausschreibung abwarten: Die oberste Dienstbehörde gibt nach § 44 Absatz 1 BLV bekannt, welche Vorbereitungsdienste, Studiengänge und Qualifizierungen für den Aufstieg angeboten werden. 2. Amtsvoraussetzung prüfen: Für die fachspezifische Qualifizierung in den gehobenen Dienst müssen Sie nach § 44 Absatz 3 Nummer 1 BLV das erste Beförderungsamt erreicht haben, für den höheren Dienst das zweite. 3. Vorauswahl passieren: Die Dienstbehörde kann nach § 44 Absatz 6 BLV auf Grundlage der dienstlichen Beurteilungen eine Vorauswahl treffen. 4. Auswahlverfahren bestehen: Ein strukturiertes oder halbstrukturiertes Interview vor einer Auswahlkommission ist Pflicht. Für den gehobenen und den höheren Dienst kommen nach § 44 Absatz 5 Satz 3 BLV schriftliche Aufgaben hinzu. 5. Rangfolge abwarten: Aus den Gesamtergebnissen wird eine Rangfolge gebildet, die für die Zulassung zum Aufstiegsverfahren maßgeblich ist. Die Auswahlkommission besteht aus mindestens zwei Mitgliedern, die einer höheren Laufbahn angehören müssen als die Bewerberinnen und Bewerber. Auch Tarifbeschäftigte können mitwirken, für den gehobenen Dienst allerdings nur mit mindestens einem Bachelorabschluss oder einer gleichwertigen Qualifikation. Die Mitglieder sind unabhängig und an Weisungen nicht gebunden. Wie solche Verfahren ablaufen, zeigt der Beitrag [Beamter werden](/infocenter/beamter-werden-voraussetzungen-ablauf). ### Was ändert sich bei der Besoldung? Der gehobene Dienst beginnt nach Anlage 1 der BLV in A 9 mit der Amtsbezeichnung Inspektorin oder Inspektor. Das ist dieselbe Besoldungsgruppe, in der der mittlere Dienst mit dem Amt der Amtsinspektorin endet. Der Aufstieg bringt also zunächst kein höheres Grundgehalt, sondern Zugang zu vier weiteren Besoldungsgruppen. | Laufbahngruppe | Besoldungsgruppen | Amtsbezeichnungen im Verwaltungsdienst | | --- | --- | --- | | Mittlerer Dienst | A 6 bis A 9 | Sekretärin bis Amtsinspektorin | | Gehobener Dienst | A 9 bis A 13 | Inspektorin, Oberinspektorin, Amtfrau, Amtsrätin, Oberamtsrätin | | Höherer Dienst | A 13 bis A 16 und Besoldungsordnung B | Rätin, Oberrätin, Direktorin, Ministerialrätin | Nach dem Erwerb der Befähigung wird Ihnen nach § 48 BLV im Rahmen der besetzbaren Planstellen ein Amt der neuen Laufbahn verliehen. Das erste Beförderungsamt folgt frühestens nach einer Dienstzeit von einem Jahr seit dieser Verleihung. Eine Beförderung mit höherwertiger Funktion setzt nach § 22 Absatz 2 BBG eine mindestens sechsmonatige Erprobungszeit voraus; § 42 Absatz 1 BLV deckelt sie auf in der Regel ein Jahr. Die Besoldungsstruktur erklärt der Beitrag [Besoldung verstehen](/infocenter/besoldung-aufbau-grundgehalt-familienzuschlag), die Tabelle steht unter [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). ### Wie regeln Bayern und Nordrhein-Westfalen den Aufstieg? Beide Länder haben eigene Systeme mit eigener Begrifflichkeit. Bayern kennt keine Dienste, sondern vier Qualifikationsebenen. Der Aufstieg von der zweiten in die dritte Qualifikationsebene entspricht dem Weg vom mittleren in den gehobenen Dienst. Das Bayerische Leistungslaufbahngesetz bietet dafür zwei Wege. Die Ausbildungsqualifizierung nach Art. 37 LlbG verlangt beim Einstieg in der zweiten Qualifikationsebene eine Bewährung in einer Dienstzeit von mindestens drei Jahren, eine positive Feststellung in der periodischen Beurteilung und ein bestandenes Zulassungsverfahren. Dieses Verfahren kann als Prüfung oder als Assessment-Center stattfinden. Bei besonders geeigneten Beamtinnen und Beamten kann die oberste Dienstbehörde die Dienstzeit um höchstens ein Jahr kürzen. Die modulare Qualifizierung nach Art. 20 LlbG ist der zweite Weg. Sie setzt auf vorhandener Berufserfahrung auf, erstreckt sich über mehrere Ämter und schließt mit Prüfungen oder anderen Erfolgsnachweisen ab. Der Landespersonalausschuss genehmigt die einzelnen Systeme. Der Preis dieses Weges steht in Art. 17 Absatz 6 Satz 2 LlbG: Wer über die modulare Qualifizierung aufsteigt, darf frühestens nach einer Dienstzeit von zehn Jahren in ein Amt der Besoldungsgruppe A 10 befördert werden. Nordrhein-Westfalen spricht seit der Laufbahnverordnung von 2025 von Laufbahngruppe 1 und Laufbahngruppe 2. Der Ausbildungsaufstieg nach § 20 LVO NRW setzt mindestens ein Amt der Besoldungsgruppe A 6 voraus und dauert drei Jahre, in technischen Laufbahnen unter bestimmten Voraussetzungen ein Jahr. Er führt über fachpraktische und fachwissenschaftliche Studienzeiten an einer Fachhochschule. Der Qualifizierungsaufstieg nach § 21 LVO NRW verlangt dagegen, dass Ihnen seit mindestens zwei Jahren ein Amt der Besoldungsgruppe A 9 verliehen wurde. Alternativ genügt ein Amt in A 8, wenn Sie seit mindestens zwei Jahren die Aufgaben eines A-9-Amtes wahrnehmen. Die Qualifizierung dauert mindestens zehn Monate und umfasst einen mindestens dreimonatigen Lehrgang; bei mindestens ausreichender Bewertung folgt ein weiterer dreimonatiger Aufstiegslehrgang mit Abschlussprüfung. Beamtenstellen der Länder finden Sie unter [Land](/jobs/arbeitgebertyp/land), Stellen beim Bund unter [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund). ### Der Praxisweg nach § 36 BLV ohne Qualifizierung Über der Altersgrenze von 60 Jahren aus § 44 Absatz 2 BLV oder ohne die Bereitschaft zu zwei Jahren Qualifizierung gilt der Aufstieg schnell als erledigt. § 36 BLV eröffnet einen zweiten Zugang, der ohne Qualifizierungsmaßnahme auskommt. Voraussetzung sind drei Jahre im Endamt der bisherigen Laufbahn, Bewährung in mindestens zwei Verwendungen und die höchste oder zweithöchste Note in den letzten zwei Regelbeurteilungen. Der Weg hat Grenzen. Geeignet sind nach § 36 Absatz 2 BLV nur Dienstposten bis zum zweiten Beförderungsamt der höheren Laufbahn, bei denen lange Berufserfahrung ein wesentliches Merkmal des Anforderungsprofils ist. In obersten Bundesbehörden kann im Einzelfall auch das dritte Beförderungsamt in Betracht kommen. Weitere Beförderungen sind nach § 36 Absatz 4 Satz 3 BLV ausgeschlossen. Eine zweite Regel wird oft unterschätzt: § 49 BLV. Beamtinnen und Beamte, die nach der Qualifizierung entlassen werden, müssen die Kosten erstatten, sofern die anschließende Dienstzeit nicht mindestens dreimal so lang war wie die Ausbildung. Bei zwei Jahren fachspezifischer Qualifizierung bindet Sie das rechnerisch sechs Jahre. Ein Wechsel zu einem anderen Dienstherrn ist keine Entlassung im Sinne der Vorschrift, ein Ausscheiden in die Privatwirtschaft dagegen schon. Wer parallel über eine Weiterbildung im Tarifbereich nachdenkt, findet die Alternative im Beitrag [Pension berechnen](/infocenter/pension-beamte-berechnen-ruhegehalt), weil sich der Laufbahnwechsel auch auf die spätere Versorgung auswirkt. ### Häufige Fragen **Wie komme ich vom mittleren in den gehobenen Dienst?** Über ein Auswahlverfahren und danach über einen von drei Qualifizierungswegen. § 43 Absatz 1 der Bundeslaufbahnverordnung nennt für den gehobenen Dienst den erfolgreichen Abschluss eines Vorbereitungsdienstes, einer fachspezifischen Qualifizierung oder eines Hochschulstudiums mit anschließender berufspraktischer Einführung in der nächsthöheren Laufbahn. Ohne bestandenes Auswahlverfahren nach § 44 BLV geht keiner dieser Wege. **Welche Voraussetzungen muss ich für das Aufstiegsverfahren erfüllen?** Nach § 44 Absatz 2 BLV zwei Bedingungen: Sie müssen sich nach Ablauf der Probezeit in einer Dienstzeit von mindestens drei Jahren bewährt haben und dürfen bei Ablauf der Ausschreibungsfrist das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Für die fachspezifische Qualifizierung in den gehobenen Dienst kommt nach Absatz 3 hinzu, dass Sie das erste Beförderungsamt erreicht haben müssen. **Wie lange dauert die Aufstiegsqualifizierung?** Für den gehobenen Dienst mindestens zwei Jahre, wenn Sie den Weg der fachspezifischen Qualifizierung gehen (§ 46 Absatz 1 Nummer 2 BLV). Davon entfallen mindestens acht Monate auf die fachtheoretische Ausbildung, der Rest auf die berufspraktische Einführung. Beim Weg über ein Hochschulstudium verlangt § 47 Absatz 1 BLV einen Bachelorabschluss und eine berufspraktische Einführung von einem Jahr in der nächsthöheren Laufbahn. **Muss ich die Kosten zurückzahlen, wenn ich kündige?** Unter Umständen ja. Nach § 49 BLV müssen Sie die vom Dienstherrn getragenen Kosten der fachspezifischen Qualifizierung oder der Hochschulausbildung erstatten, wenn Sie entlassen werden und keine Dienstzeit geleistet haben, die mindestens dreimal so lang war wie die Ausbildung. Bei zwei Jahren Qualifizierung sind das sechs Jahre. Auf Antrag kann ganz oder teilweise verzichtet werden, wenn die Erstattung eine besondere Härte bedeuten würde. **Gibt es einen Aufstieg ohne Studium und ohne Lehrgang?** Beim Bund gibt es einen praxisorientierten Sonderweg. § 36 BLV erlaubt die Besetzung geeigneter Dienstposten der höheren Laufbahn mit Beamtinnen und Beamten, die seit mindestens drei Jahren das Endamt ihrer Laufbahn erreicht, sich in zwei Verwendungen bewährt und in den letzten zwei Regelbeurteilungen die höchste oder zweithöchste Note erhalten haben. Auch hier ist ein Auswahlverfahren zu durchlaufen. ### Quellen - § 43 BLV Voraussetzungen für den Aufstieg (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__43.html (Fassung vom 11.3.2026, BGBl. 2026 I Nr. 67) - § 44 BLV Auswahlverfahren für den Aufstieg; Auswahlkommission (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__44.html (Fassung vom 11.3.2026, BGBl. 2026 I Nr. 67) - § 46 BLV Fachspezifische Qualifizierungen (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__46.html (Fassung vom 11.3.2026, BGBl. 2026 I Nr. 67) - § 47 BLV Hochschulstudium und berufspraktische Einführung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__47.html (Fassung vom 11.3.2026, BGBl. 2026 I Nr. 67) - §§ 48 und 49 BLV Verleihung eines Amtes, Kostenerstattung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__49.html (Fassung vom 11.3.2026, BGBl. 2026 I Nr. 67) - § 36 BLV Besetzung geeigneter Dienstposten durch besonders leistungsstarke Beamtinnen und Beamte (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__36.html (Fassung vom 11.3.2026, BGBl. 2026 I Nr. 67) - Anlage 1 BLV, zu den Laufbahnen gehörende Ämter (Gesamtausgabe als PDF, gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/BLV.pdf (Fassung vom 11.3.2026, BGBl. 2026 I Nr. 67, S. 29 bis 30) - Art. 20 Bayerisches Leistungslaufbahngesetz, Modulare Qualifizierung (gesetze-bayern.de): https://www.gesetze-bayern.de/Content/Pdf/BayLlbG-20 (Abruf 8.9.2026) - Art. 37 Bayerisches Leistungslaufbahngesetz, Ausbildungsqualifizierung (gesetze-bayern.de): https://www.gesetze-bayern.de/Content/Pdf/BayLlbG-37 (Abruf 8.9.2026) - Art. 17 Bayerisches Leistungslaufbahngesetz, Beförderungen (gesetze-bayern.de): https://www.gesetze-bayern.de/Content/Pdf/BayLlbG-17 (Abruf 8.9.2026) - §§ 19 bis 22 Laufbahnverordnung Nordrhein-Westfalen (recht.nrw.de): https://recht.nrw.de/system/files/pdf/state-law-and-regulations/2026/08/04/8deaac/04-08-2026-lvo-laufbahnverordnung.pdf (Fassung gültig ab 4.8.2026) - § 22 BBG Beförderungen (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__22.html (Abruf 8.9.2026) --- ## Amtsärztliche Untersuchung vor der Verbeamtung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/amtsaerztliche-untersuchung-verbeamtung Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Verbeamtung, Schwerbehinderung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach den Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. Juli 2013 (2 C 12.11 und 2 C 18.12) ist die gesundheitliche Eignung nicht gegeben, wenn eine vorzeitige dauernde Dienstunfähigkeit vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze überwiegend, also zu mehr als 50 Prozent wahrscheinlich ist. Der Dienstherr muss diese Prognose auf eine fundierte medizinische Tatsachengrundlage stützen; die Entscheidung ist gerichtlich voll überprüfbar. Für schwerbehinderte Menschen gilt nach § 5 Abs. 1 BLV nur das Mindestmaß an körperlicher Eignung. Genetische Untersuchungen sind nach § 19 GenDG unzulässig. Bis 2013 reichte ein Bandscheibenvorfall in der Krankenakte, um eine Verbeamtung zu verhindern. Der Dienstherr musste die Möglichkeit einer dauernden Dienstunfähigkeit vor der Altersgrenze mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit ausschließen können, und schon geringe gesundheitliche Einschränkungen genügten für eine Ablehnung. Am 25. Juli 2013 kippte das Bundesverwaltungsgericht diesen Maßstab in zwei Verfahren, 2 C 12.11 und 2 C 18.12. Seither fehlt die gesundheitliche Eignung erst, wenn eine vorzeitige dauernde Dienstunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich ist, also zu mehr als 50 Prozent. ### Was prüft der Amtsarzt eigentlich? Nicht, ob Sie gesund sind, sondern ob Sie voraussichtlich bis zur Altersgrenze dienstfähig bleiben. Die gesundheitliche Eignung ist Teil der Eignung im Sinne von Art. 33 Abs. 2 GG und § 9 BeamtStG. Sie ist damit eine Prognose über einen Zeitraum, der bei einer Einstellung mit 30 Jahren 37 Jahre umfasst. Genau das war der Grund für die Kehrtwende von 2013. Das Bundesverwaltungsgericht führte nach der Auswertung des Bundesministeriums des Innern an, dass angesichts des sich über Jahrzehnte erstreckenden Prognosezeitraums und der Komplexität medizinischer Prognosen Entscheidungen über die gesundheitliche Eignung mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind und die Anforderungen an den Nachweis deshalb nicht überspannt werden dürfen. Ein zweiter Punkt kam hinzu: Die Feststellung des Dienstherrn ist keine nur eingeschränkt überprüfbare Ermessensentscheidung mehr. Der Dienstherr muss die Prognose auf eine fundierte medizinische Tatsachengrundlage stützen, und diese Entscheidung ist gerichtlich voll überprüfbar. Das Bundesministerium des Innern erklärte den neuen Maßstab mit Rundschreiben vom 2. Dezember 2013 für sofort anwendbar und stellte fest, dass gesetzliche Änderungen nicht erforderlich seien, weil weder das Bundesbeamtengesetz noch die Bundeslaufbahnverordnung nähere Regelungen zur Beurteilung der gesundheitlichen Eignung enthalten. ### Wie läuft die Untersuchung ab? Der Ablauf ist in fünf Schritten weitgehend einheitlich, auch wenn der medizinische Umfang je nach Laufbahn schwankt. Für Polizeivollzug, Feuerwehr und Justizvollzug kommen körperliche Anforderungen hinzu, die in der Verwaltung keine Rolle spielen. 1. Aufforderung durch die Behörde mit Terminvorschlag und Fragebogen zur Krankheitsvorgeschichte. Beim Bund kann die Untersuchung nach § 48 Abs. 1 BBG einer Amtsärztin oder einem Amtsarzt übertragen werden oder Ärztinnen und Ärzten, die von der obersten Dienstbehörde als Gutachter zugelassen sind. 2. Hinweis zu Beginn der Untersuchung. Nach § 48 Abs. 3 Satz 1 BBG sind Sie auf den Zweck der Untersuchung und auf die Mitteilungspflicht nach Absatz 2 hinzuweisen, bevor sie beginnt. 3. Anamnese und körperliche Untersuchung. Der Fragebogen erfasst Vorerkrankungen, Operationen, Medikamente und Behandlungen. Falschangaben sind riskant: Wird die Ernennung durch arglistige Täuschung erwirkt, kann sie zurückgenommen werden. 4. Erstellung des Gutachtens. Die Behörde erhält das Ergebnis. Nach § 48 Abs. 2 BBG werden die tragenden Gründe nur auf Anforderung im Einzelfall mitgeteilt, nur soweit sie für die Entscheidung erforderlich sind, in einem gesonderten und versiegelten Umschlag, und sie dürfen nur für diese Entscheidung verwendet werden. 5. Übermittlung an Sie. Nach § 48 Abs. 3 Satz 2 BBG erhalten Sie oder, wenn ärztliche Gründe entgegenstehen, eine bevollmächtigte Person ein Doppel der Mitteilung. Fordern Sie es an, bevor Sie über einen Widerspruch entscheiden. Zeitlich liegt die Untersuchung meist zwischen Zusage und Ernennung. Sie ist damit einer der Gründe, warum zwischen beiden Terminen Monate vergehen; weitere Schritte des Verfahrens beschreibt [Beamter werden](/infocenter/beamter-werden-voraussetzungen-ablauf). ### Was bedeutet der Maßstab bei chronischen Erkrankungen? Die Diagnose allein entscheidet nichts. Maßgeblich ist die Frage, wie wahrscheinlich sie zu einer dauernden Dienstunfähigkeit vor der Altersgrenze führt. Für gut eingestellte, medikamentös beherrschbare Erkrankungen liegt diese Wahrscheinlichkeit typischerweise unter der Schwelle von 50 Prozent, für progrediente Verläufe mit absehbarer Verschlechterung kann sie darüber liegen. | Aspekt | Alter Maßstab (bis 2013) | Geltender Maßstab (seit 25.7.2013) | | --- | --- | --- | | Prognoseschwelle | Möglichkeit dauernder Dienstunfähigkeit vor der Altersgrenze musste mit hohem Grad an Wahrscheinlichkeit auszuschließen sein | Eignung fehlt erst, wenn vorzeitige dauernde Dienstunfähigkeit überwiegend, also zu mehr als 50 Prozent wahrscheinlich ist | | Folge geringer Einschränkungen | konnten bereits zur Ablehnung führen | reichen für sich genommen nicht aus | | Rechtsnatur der Entscheidung | gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbare Ermessensentscheidung | Prognose auf fundierter medizinischer Tatsachengrundlage, gerichtlich voll überprüfbar | | Schwerbehinderte Menschen | bereits zuvor geringere gesundheitliche Anforderungen | weiterhin geringere Anforderungen; der abgesenkte Maßstab gilt für alle übrigen Bewerberinnen und Bewerber | Praktisch heißt das: Wer eine chronische Erkrankung hat, sollte den Befund nicht verschweigen, sondern belegen, dass er stabil ist. Ein fachärztlicher Bericht über einen mehrjährigen kontrollierten Verlauf, dokumentierte Therapietreue und ein aktueller Status wiegen schwerer als eine Diagnose ohne Kontext. Der Amtsarzt trifft die Prognose auf Grundlage der ihm vorliegenden Unterlagen; was Sie nicht beibringen, kann er nicht berücksichtigen. ### Ist eine Psychotherapie ein Hindernis? Sie ist zunächst nur eine Behandlung, keine Diagnose. Der Maßstab bleibt derselbe: Führt der zugrunde liegende Zustand überwiegend wahrscheinlich zur dauernden Dienstunfähigkeit vor der Altersgrenze? Eine abgeschlossene Therapie wegen einer situationsbedingten Belastung, etwa nach Trauerfall oder Trennung, unterscheidet sich in dieser Frage grundlegend von einer wiederkehrenden schweren Erkrankung mit mehreren stationären Aufenthalten. Es gibt bundesweit keine Norm, die Psychotherapie als Ausschlussgrund benennt, und keinen Grenzwert an Sitzungen. Wer eine Therapie hinter sich hat, sollte einen Abschlussbericht der behandelnden Praxis vorlegen, der Anlass, Verlauf und Ergebnis darstellt. Das nimmt dem Amtsarzt die Aufgabe ab, aus einer Abrechnungsziffer eine Prognose zu bauen. Zu verschweigen ist die Behandlung nicht ratsam: Abrechnungsdaten der Krankenversicherung sind zwar nicht ohne Weiteres zugänglich, eine spätere Aufdeckung berührt aber die Frage der arglistigen Täuschung. ### Welche Rechte haben schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber? Der Maßstab ist ausdrücklich abgesenkt. § 5 Abs. 1 BLV bestimmt für Bundesbeamte, dass von schwerbehinderten Menschen nur das Mindestmaß an körperlicher Eignung verlangt werden darf. Die Länder haben gleichlautende Vorschriften, etwa § 12 Abs. 1 der Hessischen Laufbahnverordnung, der auf das für die Laufbahn erforderliche Mindestmaß abstellt. Das Rundschreiben des Bundesministeriums des Innern vom 2. Dezember 2013 nimmt schwerbehinderte Menschen ausdrücklich vom abgesenkten Prognosemaßstab aus, weil für sie ohnehin geringere gesundheitliche Anforderungen gelten. Schwerbehindert ist nach § 2 Abs. 2 SGB IX, wer einen Grad der Behinderung von wenigstens 50 hat. Gleichgestellt werden sollen nach § 2 Abs. 3 SGB IX Menschen mit einem Grad der Behinderung von wenigstens 30, die ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder behalten können. Die Gleichstellung ist bei der Agentur für Arbeit zu beantragen und wirkt auch im Beamtenrecht, etwa bei den erhöhten Altersgrenzen in [Verbeamtung: Höchstalter in Bund und Ländern](/infocenter/verbeamtung-altersgrenze-bundeslaender). Hinzu kommt die Einladungspflicht. Nach § 165 Satz 3 SGB IX sind schwerbehinderte Menschen, die sich bei einem öffentlichen Arbeitgeber beworben haben, zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen; entbehrlich ist die Einladung nur, wenn die fachliche Eignung offensichtlich fehlt. Weitere Rechte im Verfahren behandelt [Bewerbung mit Schwerbehinderung](/infocenter/bewerbung-schwerbehinderung-oeffentlicher-dienst). ### Was der Amtsarzt nicht darf Genetische Untersuchungen sind tabu. § 19 GenDG verbietet dem Arbeitgeber, vor oder nach Begründung des Beschäftigungsverhältnisses die Vornahme genetischer Untersuchungen oder die Mitteilung von Ergebnissen bereits vorgenommener Untersuchungen zu verlangen, solche Ergebnisse entgegenzunehmen oder zu verwenden. § 20 Abs. 1 GenDG erstreckt das auf arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, mit einer engen Ausnahme in Absatz 2 für diagnostische Genproduktanalysen bei arbeitsplatzbezogenen schweren Erkrankungen. Mehrere Länder ordnen die entsprechende Anwendung auf Beamtenverhältnisse ausdrücklich an, etwa § 14 Abs. 12 LBG NRW für Bewerberinnen und Bewerber um ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis. Ebenfalls unzulässig ist die ungefilterte Weitergabe der Krankengeschichte an die Personalstelle. § 48 Abs. 2 BBG erlaubt die Mitteilung tragender Gründe nur auf Anforderung im Einzelfall, nur soweit erforderlich, versiegelt und ausschließlich zum Zweck der konkreten Entscheidung. Wer erfährt, dass Details seiner Krankenakte in der Personalakte offen einsehbar sind, sollte die Löschung verlangen. Ein negatives Gutachten ist keine Endstation. Fordern Sie das Doppel nach § 48 Abs. 3 BBG an, prüfen Sie, auf welcher Tatsachengrundlage die Prognose beruht, und legen Sie ein fachärztliches Gegengutachten vor. Weil die Entscheidung seit 2013 gerichtlich voll überprüfbar ist, muss der Dienstherr die überwiegende Wahrscheinlichkeit tragfähig belegen. Wer den Rechtsweg nicht gehen will, kann auch als Tarifbeschäftigter im öffentlichen Dienst arbeiten; dort findet keine solche Prognose statt. Die Unterschiede beider Wege zeigt [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede), offene Stellen listet [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte). ### Häufige Fragen **Welcher Maßstab gilt bei der amtsärztlichen Untersuchung?** Seit den Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. Juli 2013 (2 C 12.11, 2 C 18.12) fehlt die gesundheitliche Eignung erst, wenn eine vorzeitige dauernde Dienstunfähigkeit vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze überwiegend wahrscheinlich ist, also zu mehr als 50 Prozent. Zuvor musste diese Möglichkeit mit hohem Grad an Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen sein. Das Bundesministerium des Innern hat den neuen Maßstab mit Rundschreiben vom 2. Dezember 2013 für sofort anwendbar erklärt. **Darf der Amtsarzt meine Diagnosen an die Behörde weitergeben?** Nur eingeschränkt. Die Behörde erhält das Ergebnis, also die Einschätzung zur Eignung. Nach § 48 Abs. 2 BBG teilt die Ärztin oder der Arzt auf Anforderung im Einzelfall die tragenden Gründe des Gutachtens mit, soweit deren Kenntnis unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit für die Entscheidung erforderlich ist. Diese Mitteilung ist in einem gesonderten, versiegelten Umschlag zu übersenden und versiegelt zur Personalakte zu nehmen. Sie erhalten nach § 48 Abs. 3 BBG ein Doppel dieser Mitteilung. **Kann ich mit einer chronischen Erkrankung verbeamtet werden?** Ja, wenn die Erkrankung nicht überwiegend wahrscheinlich zur vorzeitigen dauernden Dienstunfähigkeit führt. Entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern die Prognose über den gesamten Zeitraum bis zur Altersgrenze. Das Bundesverwaltungsgericht hat 2013 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Anforderungen an den Nachweis wegen der Länge des Prognosezeitraums und der Komplexität medizinischer Prognosen nicht überspannt werden dürfen. Der Dienstherr braucht eine fundierte medizinische Tatsachengrundlage. **Welcher Maßstab gilt für schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber?** Ein niedrigerer. § 5 Abs. 1 BLV bestimmt für Bundesbeamte, dass von schwerbehinderten Menschen nur das Mindestmaß an körperlicher Eignung verlangt werden darf; die Länder haben gleichlautende Vorschriften. Das Rundschreiben des Bundesministeriums des Innern vom 2. Dezember 2013 stellt klar, dass der abgesenkte Prognosemaßstab von 2013 für alle Bewerberinnen und Bewerber mit Ausnahme schwerbehinderter Menschen gilt, weil für diese ohnehin geringere gesundheitliche Anforderungen bestehen. **Kann ich gegen ein negatives Gutachten vorgehen?** Ja. Das Bundesverwaltungsgericht hat 2013 klargestellt, dass die Feststellung des Dienstherrn zur gesundheitlichen Eignung keine nur eingeschränkt überprüfbare Ermessensentscheidung mehr ist. Die Verwaltungsgerichte müssen die gesundheitliche Eignung abschließend klären; die Entscheidung ist voll überprüfbar. Verlangen Sie zunächst über § 48 Abs. 3 BBG das Doppel der Mitteilung, legen Sie Widerspruch ein und stützen Sie sich auf ein fachärztliches Gegengutachten. ### Quellen - Rundschreiben des BMI vom 2.12.2013 zum Prognosemaßstab bei der gesundheitlichen Eignung, GMBl. 2014 S. 277: https://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_02122013_D23010118.htm (Fassung vom 2.12.2013) - § 48 BBG Ärztliche Untersuchung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__48.html (Abruf 7.9.2026) - § 9 BeamtStG Kriterien der Ernennung: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__9.html (Abruf 7.9.2026) - § 7 BeamtStG Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__7.html (Abruf 7.9.2026) - § 11 BBG Voraussetzungen der Ernennung auf Lebenszeit: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__11.html (Abruf 7.9.2026) - § 5 BLV Schwerbehinderte Menschen: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__5.html (Abruf 7.9.2026) - § 37 BLV Dauer der Probezeit und Feststellung der Bewährung: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__37.html (Abruf 7.9.2026) - § 2 SGB IX Begriffsbestimmungen (Schwerbehinderung, Gleichstellung): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__2.html (Abruf 7.9.2026) - § 165 SGB IX Besondere Pflichten der öffentlichen Arbeitgeber: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__165.html (Abruf 7.9.2026) - § 19 GenDG Genetische Untersuchungen vor und nach Begründung des Beschäftigungsverhältnisses: https://www.gesetze-im-internet.de/gendg/__19.html (Abruf 7.9.2026) - § 20 GenDG Genetische Untersuchungen und Analysen zum Arbeitsschutz: https://www.gesetze-im-internet.de/gendg/__20.html (Abruf 7.9.2026) - § 14 LBG NRW Einstellung, Abs. 12 zur Anwendung des Gendiagnostikgesetzes (recht.nrw.de): https://recht.nrw.de/lrgv/gesetz/04082026-landesbeamtengesetz-lbg-nrw/ (Fassung vom 4.8.2026) --- ## VBL und Zusatzversorgung: Beiträge, Punkte, Erstattung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/vbl-zusatzversorgung-erklaert Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: VBL / Zusatzversorgung, Rente, TVöD Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Zusatzversorgung ist die Betriebsrente der Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst. Im Abrechnungsverband West der VBL beträgt die Umlage 2026 insgesamt 7,30 Prozent des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts, davon trägt der Arbeitgeber 5,49 und die oder der Beschäftigte 1,81 Prozent. Aus dem Entgelt entstehen Versorgungspunkte, die mit dem Messbetrag von 4 Euro multipliziert die monatliche Betriebsrente ergeben. Anspruch besteht erst nach einer Wartezeit von 60 Kalendermonaten; wer vorher ausscheidet, kann nur die eigenen Beiträge erstattet bekommen. Auf der ersten Gehaltsabrechnung im öffentlichen Dienst steht ein Posten, den viele nicht erwarten: ein Abzug von 1,81 Prozent des Bruttoentgelts für die Zusatzversorgung. Bei E 9b Stufe 3 im TVöD VKA sind das ab 1. Mai 2026 76,08 Euro im Monat. Der Arbeitgeber legt 5,49 Prozent oben drauf, also 230,78 Euro. Zusammen fließen 306,86 Euro monatlich in die Betriebsrente. ### Was ist die Zusatzversorgung? Die Zusatzversorgung ist die betriebliche Altersversorgung der Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst. Sie kommt zur gesetzlichen Rente hinzu und ist Pflicht, keine freiwillige Zusatzleistung. Für Beschäftigte des Bundes und der Länder ist die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) zuständig, für kommunale Beschäftigte je nach Region eine kommunale Zusatzversorgungskasse. Rechtsgrundlage ist ein eigener Tarifvertrag: der Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K) für den kommunalen Bereich und der Tarifvertrag Altersversorgung (ATV) für Bund und Länder. Beide sind inhaltlich weitgehend gleich aufgebaut. Auch Spartentarifverträge verweisen darauf; § 18 TV-V etwa gibt Beschäftigten von Stadtwerken einen Anspruch auf Versicherung unter eigener Beteiligung nach ATV-K oder ATV. Sie ist einer der Gründe, warum ein Wechsel aus der Privatwirtschaft sich rechnen kann, obwohl das Tarifbrutto oft niedriger liegt. Der Vergleich in Zahlen steht im Beitrag [Wechsel aus der Privatwirtschaft](/infocenter/wechsel-privatwirtschaft-oeffentlicher-dienst-lohnt-sich). ### Wie hoch sind Umlage und Eigenanteil? Im Abrechnungsverband West der VBL beträgt die Umlage 2026 insgesamt 7,30 Prozent des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts. Davon entfallen 5,49 Prozent auf den Arbeitgeber und 1,81 Prozent auf die oder den Beschäftigten. Ein Sanierungsgeld wird nicht erhoben, der Satz liegt bei 0,00 Prozent. | Monatliches Bruttoentgelt | Eigenanteil 1,81 % | Arbeitgeberanteil 5,49 % | Summe 7,30 % | | --- | --- | --- | --- | | 3.240,30 € (E 6 Stufe 1) | 58,65 € | 177,89 € | 236,54 € | | 3.580,46 € (E 6 Stufe 3) | 64,81 € | 196,57 € | 261,37 € | | 4.203,56 € (E 9b Stufe 3) | 76,08 € | 230,78 € | 306,86 € | | 5.359,50 € (E 12 Stufe 3) | 97,01 € | 294,24 € | 391,24 € | | 6.900,18 € (E 12 Stufe 6) | 124,89 € | 378,82 € | 503,71 € | Zusatzversorgungspflichtiges Entgelt ist nach § 15 ATV-K grundsätzlich der steuerpflichtige Arbeitslohn. Dazu gehört auch die Jahressonderzahlung, weshalb im November ein deutlich höherer Betrag abgeführt wird. Nach oben gibt es eine Grenze: Das zusatzversorgungspflichtige Entgelt ist 2026 auf den 2,5-fachen Wert der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung gedeckelt, also 21.125,00 Euro im Monat. Der Eigenanteil mindert das Bruttoentgelt und damit auch die Steuerlast. Die Umlage des Arbeitgebers ist bis 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei, 2026 also bis 338,00 Euro monatlich. Wie sich der Posten in der Abrechnung auswirkt, zeigt der Beitrag [Vom Tarifbrutto zum Netto](/infocenter/brutto-netto-oeffentlicher-dienst-abzuege). ### Wie entstehen Versorgungspunkte? Die Zusatzversorgung rechnet nicht in Euro, sondern in Punkten. Die Formel steht in § 8 Abs. 2 ATV-K: Ein Zwölftel des zusatzversorgungspflichtigen Jahresentgelts wird durch das Referenzentgelt von 1.000 Euro geteilt und mit dem Altersfaktor multipliziert. Das entspricht rechnerisch einer Beitragsleistung von 4 Prozent des Entgelts. Der Altersfaktor berücksichtigt eine jährliche Verzinsung von 3,25 Prozent in der Ansparphase und 5,25 Prozent im Rentenbezug. Er fällt mit steigendem Alter, weil jüngere Beiträge länger arbeiten. Als Alter gilt die Differenz zwischen Kalenderjahr und Geburtsjahr. | Alter | Altersfaktor | Punkte bei 4.203,56 € Monatsentgelt | Rentenwert je Jahr | | --- | --- | --- | --- | | 20 | 2,8 | 11,77 | 47,08 € | | 30 | 2,0 | 8,41 | 33,63 € | | 40 | 1,5 | 6,31 | 25,22 € | | 50 | 1,1 | 4,62 | 18,50 € | | 60 | 0,9 | 3,78 | 15,13 € | | 64 und älter | 0,8 | 3,36 | 13,45 € | Ein Beispiel: Wer mit 30 Jahren in E 9b Stufe 3 arbeitet und 4.203,56 Euro brutto verdient, sammelt in diesem Jahr 8,41 Versorgungspunkte. Multipliziert mit dem Messbetrag von 4 Euro ergibt das 33,63 Euro monatliche Betriebsrente allein aus diesem einen Beschäftigungsjahr. Dieselbe Person würde mit 50 Jahren beim gleichen Entgelt nur 4,62 Punkte erhalten, also 18,50 Euro. Ein früher Einstieg in den öffentlichen Dienst wirkt sich damit deutlich stärker aus. Zu den Punkten aus dem Entgelt kommen zwei weitere Quellen. Soziale Komponenten nach § 9 ATV-K rechnen Elternzeit an: Für jeden vollen Monat, in dem das Arbeitsverhältnis wegen Elternzeit ruht, werden Punkte aus einem fiktiven Entgelt von 500 Euro gutgeschrieben, je Kind höchstens 36 Monate. Mutterschutzzeiten werden ebenfalls berücksichtigt. Bonuspunkte nach § 19 ATV-K können aus Überschüssen vergeben werden; sie setzen eine Wartezeit von 120 Umlage- oder Beitragsmonaten voraus und werden jährlich neu entschieden. ### Wann bekomme ich die Betriebsrente? Die monatliche Betriebsrente ergibt sich nach § 7 ATV-K aus der Summe aller Versorgungspunkte multipliziert mit dem Messbetrag von 4 Euro. Bei 150 gesammelten Punkten sind das 600 Euro im Monat. Voraussetzung ist die Wartezeit von 60 Kalendermonaten nach § 6 ATV-K und § 34 der VBL-Satzung. Für die Wartezeit gilt ein weiter Maßstab. Ein Kalendermonat zählt bereits, wenn für mindestens einen Tag Umlagen oder Beiträge gezahlt wurden. Versicherungszeiten bei verschiedenen Arbeitgebern und verschiedenen Zusatzversorgungskassen werden zusammengerechnet, also auch ein Wechsel von einer Kommune zum Land. Bei einem Arbeitsunfall als Versicherungsfall gilt die Wartezeit sofort als erfüllt. Neben der Altersrente gibt es Renten wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung, wobei die Rente bei teilweiser Erwerbsminderung die Hälfte beträgt. Hinterbliebene erhalten je nach Fall 60 oder 55 Prozent für Witwen und Witwer, 20 Prozent für Vollwaisen und 10 Prozent für Halbwaisen. Nach Rentenbeginn steigt die Betriebsrente zum 1. Juli jedes Jahres um 1,0 Prozent. Wer vorzeitig in Rente geht, verliert 0,3 Prozent je Monat, für den auch die gesetzliche Rente gekürzt ist, höchstens 10,8 Prozent. ### Was passiert beim Ausscheiden vor der Wartezeit? Wer den öffentlichen Dienst verlässt, bevor 60 Kalendermonate zusammengekommen sind, hat keinen Anspruch auf Betriebsrente. § 24 ATV-K erlaubt in diesem Fall die Beitragserstattung. 1. Prüfen Sie, ob die Wartezeit tatsächlich unerfüllt ist. Zählen Sie alle Monate mit Umlagen bei allen Arbeitgebern zusammen, auch aus früheren Beschäftigungen. Auch eine Unverfallbarkeit nach dem Betriebsrentengesetz kann die Wartezeit ersetzen und schließt die Erstattung aus. 2. Stellen Sie den Antrag bei Ihrer Zusatzversorgungskasse, spätestens bis zur Vollendung des 69. Lebensjahres. 3. Beachten Sie den Umfang: Erstattet werden ausschließlich die von Ihnen selbst getragenen Beiträge, also der Eigenanteil an der Umlage. Die Arbeitgeberanteile bleiben bei der Kasse. Zinsen werden nicht gezahlt. 4. Rechnen Sie mit der Endgültigkeit. Der Antrag gilt für alle eigenen Beiträge, lässt sich nicht widerrufen, und mit der Antragstellung erlöschen alle Rechte aus der Versicherung für die erstatteten Zeiten. In vielen Fällen ist es günstiger, die Anwartschaft ruhen zu lassen, statt sich rund ein Viertel der eingezahlten Summe zinslos auszahlen zu lassen. Wer später in den öffentlichen Dienst zurückkehrt, füllt die Wartezeit auf und behält die alten Punkte. Wie sich eine gemischte Erwerbsbiografie insgesamt auswirkt, behandelt der Beitrag [Rente und Pension kombiniert](/infocenter/rente-und-pension-gemischte-erwerbsbiografie). ### Was die Zusatzversorgung im Angebotsvergleich wert ist Wer ein privatwirtschaftliches Angebot gegen eine Tarifstelle hält, vergleicht meist Bruttogehälter. Die Zusatzversorgung bleibt dabei unberücksichtigt, obwohl der Arbeitgeber 5,49 Prozent des Bruttos zusätzlich einzahlt. Bei E 9b Stufe 3 sind das 2.769,31 Euro im Jahr, ohne den Anteil aus der Jahressonderzahlung. Ein privates Angebot müsste diesen Betrag als Zuschuss zur Altersvorsorge erst einmal spiegeln. Ein zweiter Punkt betrifft Beamtinnen und Beamte. Sie sind nicht zusatzversorgt, weil sie keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen und stattdessen Pension erhalten. Wer aus dem Tarifverhältnis in ein Beamtenverhältnis wechselt, wird in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert; die Zusatzversorgungsanwartschaft bleibt gesondert bestehen oder wird erstattet. Die Unterschiede beider Statusgruppen erklärt der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). Tarifstellen mit Zusatzversorgung finden Sie unter [Tarifstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif), die zugehörigen Tabellen unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). ### Häufige Fragen **Wie viel zahle ich selbst in die VBL ein?** Im Abrechnungsverband West beträgt die Umlage 2026 insgesamt 7,30 Prozent des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts. Davon trägt der Arbeitgeber 5,49 Prozent, Ihr Eigenanteil liegt bei 1,81 Prozent. Bei einem Bruttoentgelt von 4.203,56 Euro sind das 76,08 Euro im Monat, die Ihnen vom Brutto abgezogen werden. Der Arbeitgeber führt beide Anteile zusammen an die Kasse ab. Ein Sanierungsgeld wird seit 2023 nicht mehr erhoben. **Wie werden die Versorgungspunkte berechnet?** Ein Zwölftel Ihres zusatzversorgungspflichtigen Jahresentgelts wird durch das Referenzentgelt von 1.000 Euro geteilt und mit dem Altersfaktor Ihres Lebensalters multipliziert. Der Altersfaktor sinkt mit steigendem Alter, von 3,1 mit 17 Jahren auf 0,8 ab 64 Jahren, weil jüngere Jahrgänge länger verzinst werden. Die Punkte werden zum Jahresende festgestellt und auf zwei Nachkommastellen gerundet dem Versorgungskonto gutgeschrieben. **Was ist die Wartezeit von 60 Monaten?** Eine Betriebsrente wird erst gezahlt, wenn bis zum Rentenbeginn 60 Kalendermonate mit Umlagen oder Beiträgen zusammengekommen sind. Ein Monat zählt bereits, wenn für mindestens einen Tag gezahlt wurde. Zeiten bei verschiedenen Arbeitgebern und verschiedenen Zusatzversorgungskassen werden zusammengerechnet. Bei einem Arbeitsunfall als Versicherungsfall gilt die Wartezeit sofort als erfüllt. Auch eine Unverfallbarkeit nach dem Betriebsrentengesetz kann die Wartezeit ersetzen. **Bekomme ich meine Beiträge zurück, wenn ich den öffentlichen Dienst verlasse?** Nur wenn Sie die Wartezeit von 60 Kalendermonaten nicht erfüllt haben. Dann können Sie bis zur Vollendung des 69. Lebensjahres die Erstattung der von Ihnen selbst getragenen Beiträge beantragen. Die Umlagen des Arbeitgebers werden nicht erstattet, und Zinsen gibt es nicht. Der Antrag gilt für alle eigenen Beiträge, ist nicht widerruflich, und mit der Antragstellung erlöschen alle Rechte aus der Versicherung für diese Zeiten. **Steigt meine Betriebsrente nach Rentenbeginn noch?** Ja, aber nur um einen festen Satz. Nach § 11 ATV-K werden die Betriebsrenten zum 1. Juli jedes Jahres um 1,0 Prozent dynamisiert. Das ist unabhängig von der Entwicklung der gesetzlichen Rente und unabhängig von der Inflation. Wer vor der Regelaltersgrenze in Rente geht, muss zusätzlich Abschläge einkalkulieren: 0,3 Prozent für jeden Monat, für den auch der Zugangsfaktor der gesetzlichen Rente herabgesetzt ist, höchstens 10,8 Prozent. ### Quellen - VBL, Rechengrößen in der Zusatzversorgung 2026, Abrechnungsverband West (Umlage nach § 63 Abs. 1 VBLS, Höchstgrenzen, steuerliche Grenzbeträge): https://www.vbl.de/documents/d/vbl/rechengroessen_2026_west (Stand 11.2025, Jahr 2026) - Tarifvertrag über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (Altersvorsorge-TV-Kommunal, ATV-K), §§ 6, 7, 8, 9, 11, 15 und 24: https://zvk.meinezvk.de/wp-content/uploads/sites/2/2015/03/ATV-K.pdf (Fassung mit Änderungstarifverträgen, abgerufen 8.9.2026) - VBL, Die Leistungen der VBLklassik (Wartezeit § 34 VBL-Satzung, Renten wegen Alters und Erwerbsminderung, Hinterbliebenenrenten): https://www.vbl.de/de/leistungen1 (abgerufen 8.9.2026) - VBL, Finanzierung in der VBLklassik (Abrechnungsverband West und Ost): https://www.vbl.de/de/finanzierung (abgerufen 8.9.2026) - VBL, Beitragserstattung: https://www.vbl.de/de/beitrags-erstattung (abgerufen 8.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/vka/a/4410-vka-2026.html (Stand 1.5.2026) --- ## Besoldung verstehen: Grundgehalt, Stufen, Familienzuschlag URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/besoldung-aufbau-grundgehalt-familienzuschlag Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Besoldung, Stufen, Bund Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Zur Besoldung gehören nach § 1 Absatz 2 BBesG Grundgehalt, Familienzuschlag, Zulagen, Vergütungen, Auslandsbesoldung und Leistungsbezüge für Professoren. Das Grundgehalt bemisst sich nach Erfahrungsstufen: zwei Jahre in Stufe 1, je drei Jahre in den Stufen 2 bis 4, je vier Jahre in den Stufen 5 bis 7 (§ 27 Absatz 3 BBesG). A 11 Stufe 1 liegt beim Bund ab 1.5.2026 bei 4.295,50 Euro, Stufe 8 bei 5.611,55 Euro. Der Familienzuschlag der Stufe 1 beträgt nach Anlage V BBesG 171,28 Euro. In einer Ausschreibung des Bundes steht „Besoldung nach A 11“. Das ist keine Zahl, sondern eine Spanne: von 4.295,50 € in der Erfahrungsstufe 1 bis 5.611,55 € in der Stufe 8, nach der Grundgehaltstabelle der Bundesbesoldungsordnung A ab 1. Mai 2026. Zwischen beiden Enden liegen 1.316,05 € und 23 Dienstjahre. Welchen Betrag Sie tatsächlich bekommen, entscheidet sich aus vier Bausteinen, die jeweils eigenen Regeln folgen. ### Woraus besteht die Besoldung? § 1 Absatz 2 BBesG zählt sechs Dienstbezüge auf: Grundgehalt, Leistungsbezüge für Professoren und Hochschulleitungen, Familienzuschlag, Zulagen, Vergütungen und Auslandsbesoldung. Als sonstige Bezüge nennt Absatz 3 die Anwärterbezüge und die vermögenswirksamen Leistungen. Anders als im Tarifbereich gibt es keinen Tarifvertrag, der diese Beträge aushandelt; sie stehen im Gesetz, und der Gesetzgeber ändert sie durch ein Besoldungsanpassungsgesetz. | Baustein | Wovon hängt er ab | Rechtsgrundlage | Ruhegehaltfähig | | --- | --- | --- | --- | | Grundgehalt | Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe | § 27 BBesG, Anlage IV | ja | | Familienzuschlag | Familienstand und Kinderzahl | §§ 39 bis 41 BBesG, Anlage V | nur Stufe 1 | | Amtszulage | herausgehobenes Amt innerhalb der Besoldungsgruppe | § 42 Abs. 2 BBesG | ja, gilt als Teil des Grundgehalts | | Stellenzulage | bestimmte Verwendung, etwa Vollzugs- oder Schichtdienst | § 42 Abs. 3 BBesG | nur wenn gesetzlich bestimmt | | Vergütungen | Mehrarbeit, Erschwernisse | § 1 Abs. 2 Nr. 5 BBesG | nein | Die letzte Spalte ist der Grund, warum zwei Kolleginnen mit gleichem Monatsbrutto sehr unterschiedliche Pensionen bekommen können. Die Formel dazu steht im Beitrag [Pension berechnen](/infocenter/pension-beamte-berechnen-ruhegehalt). ### Wie funktionieren die Erfahrungsstufen? Das Grundgehalt wird nach Stufen bemessen; der Aufstieg erfolgt nach Erfahrungszeiten, in denen anforderungsgerechte Leistungen erbracht wurden (§ 27 Absatz 1 BBesG). Die Laufzeiten sind gesetzlich fixiert und werden nicht verhandelt. | Stufe | Verweildauer bis zur nächsten Stufe | A 11 Bund ab 1.5.2026 | | --- | --- | --- | | Stufe 1 | 2 Jahre | 4.295,50 € | | Stufe 2 | 3 Jahre | 4.524,81 € | | Stufe 3 | 3 Jahre | 4.752,65 € | | Stufe 4 | 3 Jahre | 4.981,98 € | | Stufe 5 | 4 Jahre | 5.139,35 € | | Stufe 6 | 4 Jahre | 5.296,74 € | | Stufe 7 | 4 Jahre | 5.454,13 € | | Stufe 8 | Endstufe | 5.611,55 € | In den Laufbahnen des einfachen Dienstes verkürzt § 27 Absatz 3 Satz 2 BBesG die Stufen 5 bis 7 auf jeweils drei Jahre. Zeiten ohne Anspruch auf Dienstbezüge, etwa eine Beurlaubung, verzögern den Aufstieg um genau diese Dauer; die Zeiten werden auf volle Monate abgerundet. Die vollständige Tabelle aller Besoldungsgruppen steht unter [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Von den festen Laufzeiten weicht das Gesetz in zwei Richtungen ab. Bleiben die Leistungen hinter den Anforderungen des Amtes zurück, verbleibt die Person nach § 27 Absatz 4 BBesG in ihrer bisherigen Stufe; Grundlage muss eine Leistungseinschätzung sein, die höchstens zwölf Monate alt ist, und auf die Mängel muss vorher hingewiesen worden sein. Umgekehrt erlaubt Absatz 6 bei dauerhaft herausragenden Leistungen die Zahlung der nächsthöheren Stufe als Leistungsstufe. Deren Zahl ist auf 15 Prozent der Beschäftigten eines Dienstherrn begrenzt, die das Endgrundgehalt noch nicht erreicht haben. ### Welche Vorerfahrung wird bei der Einstellung anerkannt? Mit der ersten Ernennung setzt der Dienstherr Stufe 1 fest, soweit keine Erfahrungszeiten nach § 28 BBesG anerkannt werden. Anerkannt werden müssen Zeiten einer gleichwertigen hauptberuflichen Tätigkeit, die nicht Voraussetzung für die Laufbahnbefähigung war, außerdem Wehr- und Zivildienstzeiten sowie Verfolgungszeiten. Kindererziehung zählt bis zu drei Jahren je Kind, die Pflege von Angehörigen bis zu drei Jahren je pflegebedürftiger Person. Darüber hinaus kann der Dienstherr nach § 28 Absatz 2 und 3 BBesG weitere förderliche Berufserfahrung anerkennen; das ist Ermessen, kein Anspruch. Ein Masterabschluss bringt zwei Jahre. Derselbe Zeitraum darf nur einmal angerechnet werden, und alle anerkannten Zeiten werden zusammengerechnet und auf volle Monate abgerundet. Die Stufenfestsetzung ist schriftlich mitzuteilen; sie ist der Punkt, an dem sich beim Berufseinstieg noch etwas bewegen lässt. Wie das im Tarifbereich läuft, zeigt der Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). ### Wer bekommt welchen Familienzuschlag? Der Familienzuschlag richtet sich nach § 39 Absatz 1 BBesG nach der Besoldungsgruppe und nach der Stufe, die den Familienverhältnissen entspricht; die Beträge stehen in Anlage V. Nach der Fassung mit Gültigkeit ab 1. März 2024 beträgt die Stufe 1 monatlich 171,28 € und die Stufe 2 monatlich 317,66 €. Für die Besoldungsgruppen A 3 bis A 5 kommen Erhöhungsbeträge hinzu. Die Stufe 1 erhalten nach § 40 Absatz 1 BBesG verheiratete und verwitwete Beamtinnen und Beamte, geschiedene mit Unterhaltspflicht gegenüber dem früheren Ehegatten und Alleinstehende, die ein kindergeldberechtigtes Kind oder eine hilfsbedürftige Person in ihren Haushalt aufgenommen haben. Höhere Stufen setzen den Anspruch auf Kindergeld nach dem Einkommensteuergesetz oder dem Bundeskindergeldgesetz voraus; die Stufe steigt mit der Kinderzahl. Stehen beide Ehegatten im öffentlichen Dienst, halbiert § 40 Absatz 4 BBesG die Stufe 1 für jeden von ihnen. Gezahlt wird der Zuschlag nach § 41 BBesG vom Ersten des Monats an, in den das maßgebende Ereignis fällt, und er entfällt für einen Monat, in dem die Voraussetzungen an keinem Tag vorlagen. Wer im September heiratet, bekommt ihn also für den ganzen September. ### Rechenbeispiel A 11 und warum der Bruttovergleich in die Irre führt Eine Regierungsoberinspektorin beim Bund, A 11, Erfahrungsstufe 3, verheiratet, ein Kind, das Kindergeld bezieht, der Ehemann arbeitet in der Privatwirtschaft. Ihr Grundgehalt beträgt 4.752,65 € nach der Bundesbesoldungstabelle ab 1. Mai 2026. Hinzu kommt der Familienzuschlag der Stufe 2 mit 317,66 € nach Anlage V. Zusammen ergibt das 5.070,31 € brutto im Monat, vor Zulagen. Weil der Ehemann nicht im öffentlichen Dienst arbeitet, wird nichts halbiert. Dieser Bruttobetrag lässt sich nicht mit einem Tarifgehalt vergleichen. Beamtinnen und Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und gesetzlichen Krankenversicherung; dafür tragen sie die Restkosten ihrer Krankenversicherung neben der Beihilfe selbst. Was das konkret bedeutet, steht im Beitrag zur [Beihilfe für Beamte](/infocenter/beihilfe-beamte-erklaert-pkv-pauschale-beihilfe). Der Vergleich beider Statusgruppen gehört deshalb auf die Nettoebene und nicht auf die Bruttoebene; die Unterschiede im Einzelnen behandelt [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). Ebenso wenig gelten die Werte der Bundesbesoldung außerhalb von Bundesbehörden. Jedes Land hat seit der Föderalismusreform ein eigenes Besoldungsgesetz mit eigenen Tabellen und eigenen Anpassungszeitpunkten. Eine A 11 in Bayern und eine A 11 beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verdienen deshalb nicht dasselbe. Wer sich orientieren will, sollte die Ausschreibung immer daraufhin lesen, welcher Dienstherr zahlt. ### Häufige Fragen **Woraus setzt sich die Besoldung eines Beamten zusammen?** § 1 Absatz 2 BBesG zählt sechs Dienstbezüge auf: Grundgehalt, Leistungsbezüge für Professoren und Hochschulleitungen, Familienzuschlag, Zulagen, Vergütungen und Auslandsbesoldung. Hinzu kommen als sonstige Bezüge nach Absatz 3 die Anwärterbezüge und vermögenswirksame Leistungen. Den weitaus größten Teil macht das Grundgehalt aus; es richtet sich nach Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe. Eine Jahressonderzahlung wie im Tarifbereich sieht das Bundesbesoldungsgesetz nicht als eigenen Bestandteil vor. **Wie lange dauert der Aufstieg in die nächste Erfahrungsstufe?** Beim Bund steigt das Grundgehalt nach § 27 Absatz 3 BBesG nach zwei Jahren in Stufe 1, nach jeweils drei Jahren in den Stufen 2 bis 4 und nach jeweils vier Jahren in den Stufen 5 bis 7. Im einfachen Dienst verkürzen sich die Stufen 5 bis 7 auf jeweils drei Jahre. Von Stufe 1 bis Stufe 8 vergehen damit 23 Jahre. Zeiten ohne Anspruch auf Dienstbezüge verzögern den Aufstieg um genau diese Dauer. **Wie hoch ist der Familienzuschlag?** Nach Anlage V BBesG in der Fassung mit Gültigkeit ab 1. März 2024 beträgt die Stufe 1 monatlich 171,28 Euro und die Stufe 2 monatlich 317,66 Euro. Die Stufe 1 erhalten nach § 40 Absatz 1 BBesG verheiratete und verwitwete Beamte, geschiedene mit Unterhaltspflicht sowie Alleinstehende, die ein kindergeldberechtigtes Kind aufgenommen haben. Ab dem ersten Kind kommt die nächsthöhere Stufe hinzu. Für die Besoldungsgruppen A 3 bis A 5 gelten Erhöhungsbeträge. **Sind Zulagen später Teil der Pension?** Nur zum Teil. Amtszulagen sind nach § 42 Absatz 2 BBesG unwiderruflich und ruhegehaltfähig; sie gelten als Bestandteil des Grundgehalts. Stellenzulagen sind dagegen widerruflich und nur dann ruhegehaltfähig, wenn ein Gesetz das ausdrücklich bestimmt. Für die Versorgung zählen nach § 5 Absatz 1 BeamtVG ohnehin nur das Grundgehalt und der Familienzuschlag der Stufe 1, multipliziert mit dem Faktor 0,9901. **Was passiert mit dem Familienzuschlag, wenn beide Ehegatten Beamte sind?** Dann wird die Stufe 1 geteilt. § 40 Absatz 4 BBesG bestimmt, dass eine beamtete oder richterliche Person den Betrag der Stufe 1 des für sie maßgebenden Familienzuschlags zur Hälfte erhält, wenn auch der Ehegatte im öffentlichen Dienst steht und einen entsprechenden Anspruch hat. Jeder bekommt also die Hälfte, in der Summe einmal den vollen Betrag. Die kinderbezogenen Anteile richten sich nach dem Kindergeldbezug. ### Quellen - § 1 BBesG Geltungsbereich und Bestandteile der Besoldung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__1.html (Abruf 7.9.2026) - § 27 BBesG Bemessung des Grundgehaltes (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__27.html (Abruf 7.9.2026) - § 28 BBesG Berücksichtigungsfähige Zeiten (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__28.html (Abruf 7.9.2026) - § 39 BBesG Grundlage des Familienzuschlages (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__39.html (Abruf 7.9.2026) - § 40 BBesG Stufen des Familienzuschlages (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__40.html (Abruf 7.9.2026) - § 41 BBesG Änderung des Familienzuschlages (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__41.html (Abruf 7.9.2026) - § 42 BBesG Amtszulagen und Stellenzulagen (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__42.html (Abruf 7.9.2026) - Anlage V BBesG Familienzuschlag (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/anlage_v.html (gültig ab 1.3.2024) - Anlage IV BBesG Grundgehaltssätze Bundesbesoldungsordnung A (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/anlage_iv.html (gültig ab 1.3.2024) - § 5 BeamtVG Ruhegehaltfähige Dienstbezüge (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__5.html (Abruf 7.9.2026) - Grundgehaltstabelle Bundesbesoldungsordnung A, data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/anlage_iv.html (Stand 1.5.2026, vorläufig nach BMI-Rundschreiben vom 3.9.2025) --- ## TVöD-SuE: S-Tabelle, SuE-Zulage und Regenerationstage URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/tvoed-sue-s-tabelle-erzieher-sozialarbeit Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: TVöD-SuE, Sozial- und Erziehungsdienst, Kommunen Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Der Sozial- und Erziehungsdienst wird nach der Anlage C des TVöD bezahlt, der S-Tabelle mit den Gruppen S 2 bis S 18. Eine Erzieherin in S 8a Stufe 3 erhält ab 1. Mai 2026 3.976,82 Euro monatlich, eine Sozialarbeiterin in S 11b Stufe 3 4.368,13 Euro. Hinzu kommt eine SuE-Zulage von 130 Euro in den Gruppen S 2 bis S 11a und 180 Euro in S 11b bis S 12 sowie in S 14 und S 15 bei bestimmten Tätigkeiten. Jede und jeder Beschäftigte hat Anspruch auf zwei Regenerationstage im Kalenderjahr. Steht in einer Kita-Ausschreibung „Entgeltgruppe S 8a TVöD-SuE“, meint das ab 1. Mai 2026 in Stufe 1 3.509,44 Euro monatlich, in Stufe 3 3.976,82 Euro und in Stufe 6 4.668,84 Euro. Dazu kommen 130 Euro SuE-Zulage im Monat und zwei Regenerationstage im Jahr. Der Sozial- und Erziehungsdienst hat im TVöD eine eigene Tabelle, eigene Stufenregeln und eigene Freistellungstage. ### Was ist die Anlage C und für wen gilt sie? Die Anlage C ist die S-Tabelle des TVöD für Kommunen, benannt nach dem Anhang zum Besonderen Teil Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Sie gilt für Beschäftigte, die nach Teil B Abschnitt XXIV der Entgeltordnung (VKA) eingruppiert sind. Das sind Kinderpflegerinnen, Erzieher, Heilerziehungspflegerinnen, Heilpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen sowie Leitungen von Kindertagesstätten. § 52 Abs. 1 TVöD BT-B stellt klar: Wer unter diesen Abschnitt fällt, erhält abweichend von § 15 Abs. 2 Entgelt nach der Anlage C, nicht nach der allgemeinen E-Tabelle. Die S-Gruppen reichen von S 2 bis S 18, die Gruppen S 5, S 6 und S 10 sind nicht besetzt. Alle Gruppen haben sechs Stufen. Offene Stellen finden Sie unter [Soziales und Pädagogik](/jobs/berufsfeld/soziales-paedagogik). Wo der Allgemeine Teil des TVöD auf E-Gruppen verweist, etwa bei Fristen oder Zuschlägen, ordnet § 52 Abs. 3 die S-Gruppen einer E-Gruppe zu: S 2 entspricht E 2, S 3 der E 4, S 4 der E 5, S 6 bis S 8b der E 8, S 9 bis S 11a der E 9a, S 11b bis S 13 der E 9b, S 14 der E 9c, S 15 und S 16 der E 10, S 17 der E 11 und S 18 der E 12. ### Welche S-Gruppe passt zu welchem Beruf? Die Eingruppierung folgt der Tätigkeit, nicht dem Abschluss allein. Ein staatlich anerkannter Abschluss ist bei den meisten Tätigkeitsmerkmalen Voraussetzung, entscheidend bleibt aber, welche Aufgaben tatsächlich übertragen sind. | S-Gruppe | Typische Tätigkeit | Stufe 1 ab 1.5.2026 | Stufe 3 | Stufe 6 | | --- | --- | --- | --- | --- | | S 2 | Tätigkeit von Kinderpflegerinnen, Sozialassistenten, Heilerziehungspflegehelfern | 2.908,36 € | 3.121,67 € | 3.441,69 € | | S 4 | Kinderpflege mit schwierigen fachlichen Tätigkeiten; Tätigkeit von Erzieherinnen mit staatlicher Anerkennung | 3.291,46 € | 3.698,06 € | 4.156,33 € | | S 7 | Gruppenleitung in Werkstätten für behinderte Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung | 3.426,93 € | 3.871,14 € | 4.528,02 € | | S 8a | Erzieherinnen und Heilerziehungspfleger mit staatlicher Anerkennung und entsprechender Tätigkeit | 3.509,44 € | 3.976,82 € | 4.668,84 € | | S 8b | Dieselben mit besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten; Tätigkeit von Sozialarbeiterinnen mit staatlicher Anerkennung | 3.578,87 € | 4.091,94 € | 5.190,90 € | | S 9 | Fachlich koordinierende Aufgaben für mindestens drei Beschäftigte aus S 8b; Leitung einer Kindertagesstätte; Heilpädagoginnen | 3.648,68 € | 4.166,69 € | 5.272,60 € | | S 11b | Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen mit staatlicher Anerkennung und entsprechender Tätigkeit | 3.915,12 € | 4.368,13 € | 5.440,57 € | | S 12 | Dieselben mit schwierigen Tätigkeiten | 3.967,57 € | 4.590,75 € | 5.454,65 € | | S 14 | Entscheidungen zur Abwehr einer Kindeswohlgefährdung, Zusammenarbeit mit dem Familiengericht, Sozialpsychiatrischer Dienst | 4.073,39 € | 4.682,24 € | 5.652,06 € | | S 15 | Leitung einer Kindertagesstätte mit mindestens 70 Plätzen Durchschnittsbelegung | 4.112,68 € | 4.691,87 € | 5.823,86 € | | S 18 | Leitungen mit erheblich herausgehobener Verantwortung gegenüber S 17 | 4.720,52 € | 5.436,63 € | 6.963,31 € | Von S 8a nach S 8b geht es über die „besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten“, die die Protokollerklärung Nr. 6 der Entgeltordnung mit Beispielen füllt: Arbeit in Integrationsgruppen mit einem Anteil von mindestens einem Drittel Menschen mit Behinderung im Sinne des § 2 SGB IX oder Arbeit in Gruppen von Kindern und Jugendlichen mit wesentlichen Erziehungsschwierigkeiten. In Stufe 6 liegen zwischen beiden Gruppen 522,06 Euro im Monat. Der zweite Sprung betrifft Kita-Leitungen. S 9 gilt allgemein für Leitungen, S 13 ab einer Durchschnittsbelegung von 40 Plätzen, S 15 ab 70 Plätzen und S 17 in noch größeren Einrichtungen. Ständige Vertretungen liegen jeweils eine Stufe darunter und müssen ausdrücklich angeordnet sein. Wie Tätigkeitsmerkmale grundsätzlich funktionieren, erklärt der Beitrag [Eingruppierung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Welche Stufe steht mir bei Einstellung zu? Der Sozial- und Erziehungsdienst hat eine eigene Stufenregel, die günstiger ist als der allgemeine § 16 TVöD. Nach § 52 Abs. 2 gilt: ohne einschlägige Berufserfahrung Stufe 1, ab einem Jahr einschlägiger Berufserfahrung Stufe 2, ab drei Jahren in der Regel Stufe 3. Ein Berufspraktikum nach dem Tarifvertrag für Praktikantinnen und Praktikanten des öffentlichen Dienstes gilt grundsätzlich als Erwerb einschlägiger Berufserfahrung. Dasselbe gilt für die fachpraktische Ausbildung im Rahmen einer abgeschlossenen praxisintegrierten Ausbildung zur Erzieherin oder zur Heilerziehungspflegerin nach Landesrecht. Wer eine solche Ausbildung absolviert hat, startet also nicht in Stufe 1. Darüber hinaus kann der Arbeitgeber zur Deckung des Personalbedarfs förderliche Zeiten einer vorherigen beruflichen Tätigkeit ganz oder teilweise anrechnen. Beim Wechsel aus einem anderen Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst kann die dort erreichte Stufe ganz oder teilweise übernommen werden. Beides sind Kann-Regeln; fragen Sie ausdrücklich danach, wie es der Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung) beschreibt. Bei einer Höhergruppierung innerhalb der Anlage C bleibt die Stufe erhalten. Wächst das Entgelt dabei um weniger als 77,37 Euro in den Gruppen S 2 bis S 8b oder weniger als 123,79 Euro in den Gruppen S 9 bis S 18, wird stattdessen dieser Garantiebetrag gezahlt. Die Stufenlaufzeit beginnt in der höheren Gruppe neu. ### SuE-Zulage: 130 oder 180 Euro im Monat Neben dem Tabellenentgelt zahlt der Arbeitgeber eine monatliche SuE-Zulage nach § 52 Abs. 6. Sie beträgt 130,00 Euro in den Entgeltgruppen S 2 bis S 11a und 180,00 Euro in den Gruppen S 11b und S 12 sowie in S 14 und S 15 bei Tätigkeiten der Fallgruppe 6. Anspruch hat, wer nach Teil B Abschnitt XXIV der Entgeltordnung eingruppiert ist. Für eine Erzieherin in S 8a Stufe 3 ergibt das ab 1. Mai 2026 3.976,82 Euro Tabellenentgelt plus 130,00 Euro Zulage, also 4.106,82 Euro brutto im Monat. Eine Sozialarbeiterin in S 11b Stufe 3 kommt auf 4.368,13 Euro plus 180,00 Euro, also 4.548,13 Euro. Was davon nach Steuern, Sozialabgaben und Zusatzversorgung übrig bleibt, zeigt der Beitrag [Vom Tarifbrutto zum Netto](/infocenter/brutto-netto-oeffentlicher-dienst-abzuege). ### Regenerationstage und Umwandlungstage § 53a TVöD BT-B gibt Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes Anspruch auf zwei Arbeitstage Arbeitsbefreiung im Kalenderjahr unter Fortzahlung des Entgelts. Diese Regenerationstage sind ausdrücklich kein Urlaub und kein Zusatzurlaub, sie kommen zu den 30 Urlaubstagen hinzu. 1. Prüfen Sie Ihren Anspruch. Bei fünf Arbeitstagen pro Woche sind es zwei Tage. Bei weniger Arbeitstagen vermindert sich der Anspruch anteilig, Bruchteile ab einem halben Tag werden auf einen vollen Tag aufgerundet. Wer im Kalenderjahr nicht mindestens vier Monate Entgeltanspruch hatte, erhält einen Tag. 2. Beantragen Sie den Tag mindestens vier Wochen vor dem gewünschten Termin in Textform, also per E-Mail oder Schreiben. 3. Der Arbeitgeber entscheidet spätestens zwei Wochen vor dem Termin und teilt die Entscheidung in Textform mit. Im Einvernehmen sind auch kurzfristigere Termine möglich. 4. Nicht genommene Regenerationstage verfallen zum Jahresende. Nur wenn dringende betriebliche Gründe die Gewährung verhindert haben, verfallen sie erst am 30. September des Folgejahres. Zusätzlich lässt sich die SuE-Zulage tauschen. Wer bis zum 31. Oktober in Textform erklärt, kann statt der Zulage im Folgejahr bis zu zwei Umwandlungstage nehmen. Die Zulage wird dann nach jeder Arbeitsbefreiung gekürzt, und zwar um das Stundenentgelt für die an diesem Tag dienstplanmäßig festgelegten Arbeitsstunden. Wer erstmals Anspruch auf die Zulage erwirbt, kann die Umwandlung nach drei Kalendermonaten auch für das laufende Jahr erklären. Zusammen mit den Regenerationstagen sind also bis zu vier freie Tage jährlich möglich. ### Warum die S-Gruppen nicht in der allgemeinen Tabelle stehen Wer „S 8a“ liest und den Betrag in der allgemeinen TVöD-Tabelle sucht, findet nichts Passendes, weil die S-Gruppen eine eigene Tabelle haben. Umgekehrt ist die Zuordnung aus § 52 Abs. 3 keine Umrechnung des Entgelts, sondern nur eine Verweisungsregel für Bestimmungen des Allgemeinen Teils. S 11b entspricht dort E 9b, das Tabellenentgelt beider Gruppen unterscheidet sich aber deutlich. Ein zweiter Fehler betrifft die Trägerschaft. Die Anlage C gilt für kommunale Arbeitgeber im Geltungsbereich des TVöD. Kirchliche Kitas rechnen nach den Arbeitsvertragsrichtlinien von Caritas oder Diakonie ab, freie Träger teils nach Haustarif oder ohne Tarifbindung, Landeseinrichtungen nach dem TV-L mit eigener S-Tabelle. Die Formulierung „Vergütung in Anlehnung an TVöD-SuE“ bedeutet keine Tarifbindung: Sie begründet keinen Anspruch auf künftige Tariferhöhungen, auf die SuE-Zulage oder auf Regenerationstage. Fragen Sie deshalb vor dem Gespräch nach Tarifvertrag, Fassung und Eingruppierung; welche Träger es gibt, zeigt die Übersicht [Kommunale Arbeitgeber](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) und die Liste der [öffentlichen Unternehmen](/jobs/oeffentliche-unternehmen). ### Häufige Fragen **In welche S-Gruppe komme ich als Erzieherin?** Erzieherinnen und Erzieher mit staatlicher Anerkennung und entsprechender Tätigkeit sind nach der Entgeltordnung in S 8a eingruppiert. Bei besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten greift S 8b, etwa in Integrationsgruppen mit mindestens einem Drittel Kindern mit Behinderung oder in Gruppen mit wesentlichen Erziehungsschwierigkeiten. Wer fachlich koordinierende Aufgaben für mindestens drei Beschäftigte aus S 8b übernimmt, kommt in S 9. Leitungen von Kindertagesstätten beginnen ebenfalls bei S 9. **Wie hoch ist die SuE-Zulage 2026?** Die SuE-Zulage beträgt nach § 52 Abs. 6 TVöD BT-B monatlich 130,00 Euro in den Entgeltgruppen S 2 bis S 11a. In den Gruppen S 11b und S 12 sowie in S 14 und S 15 bei Tätigkeiten der Fallgruppe 6 sind es 180,00 Euro. Die Zulage ist an die Eingruppierung nach Teil B Abschnitt XXIV der Entgeltordnung gebunden. Sie lässt sich bis zum 31. Oktober gegen bis zu zwei Umwandlungstage im Folgejahr tauschen. **Wie viele Regenerationstage stehen mir zu?** Zwei Arbeitstage im Kalenderjahr bei einer Verteilung der Arbeitszeit auf fünf Wochentage. Wird an weniger Tagen gearbeitet, vermindert sich der Anspruch entsprechend; Bruchteile ab einem halben Tag werden aufgerundet. Wer im Kalenderjahr nicht mindestens vier Monate Entgeltanspruch hatte, erhält nur einen Tag. Regenerationstage sind kein Urlaub und kein Zusatzurlaub, sondern Arbeitsbefreiung unter Fortzahlung des Entgelts. **Welche Stufe bekomme ich mit drei Jahren Berufserfahrung?** In der Regel Stufe 3. § 52 Abs. 2 TVöD BT-B regelt das abweichend vom allgemeinen § 16: Bei mindestens einem Jahr einschlägiger Berufserfahrung erfolgt die Einstellung in Stufe 2, bei mindestens drei Jahren in der Regel in Stufe 3. Ein Berufspraktikum nach dem TVPöD gilt grundsätzlich als einschlägige Berufserfahrung, ebenso die fachpraktische Ausbildung einer abgeschlossenen praxisintegrierten Erzieherausbildung nach Landesrecht. **Wie hoch ist die Jahressonderzahlung im Sozial- und Erziehungsdienst?** Nach § 52a TVöD BT-B beträgt sie 90 Prozent in den Entgeltgruppen S 2 bis S 8b und 85 Prozent in den Gruppen S 9 bis S 18. Bemessungsgrundlage ist das durchschnittlich gezahlte monatliche Entgelt der Monate Juli, August und September. Nicht mitgerechnet werden Überstunden- und Mehrarbeitsentgelt außerhalb des Dienstplans, Leistungszulagen sowie Leistungs- und Erfolgsprämien. Voraussetzung ist ein Arbeitsverhältnis am 1. Dezember. ### Quellen - TVöD Besonderer Teil Pflege- und Betreuungseinrichtungen (BT-B), Lesefassung der VKA in der Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 19, §§ 52, 52a, 53a und Anlage C (VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/BT-B_AETV_19_Lesefassung_Stand-01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026, S-Tabelle ab 1.5.2026) - TVöD und andere Tarifverträge für den Dienstleistungsbereich Pflege- und Betreuungseinrichtungen (VKA), Entgeltordnung Anlage 1 Teil B Abschnitt XXIV Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/250406_TVoeD_Pflege-und-Betreuungseinrichtungen.pdf (Broschürenfassung vom 6.4.2025) - VKA, Sparte Pflege und Betreuung: Tarifverträge für Pflege- und Betreuungseinrichtungen: https://vka.de/sparten/pflege-betreuung/ (abgerufen 8.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/vka/a/4410-vka-2026.html (Stand 1.5.2026) --- ## Bewerbung im öffentlichen Dienst: Ablauf, Fristen, Auswahlverfahren URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren Kategorie: Bewerbung Themen: Bewerbung, Auswahlverfahren, Bewerbungsfrist, Schwerbehinderung, Personalrat Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Behörden müssen nach Art. 33 Abs. 2 GG die Person mit der besten Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung auswählen und diese Entscheidung begründen können. Deshalb zählt die Aktenlage: Ein Kriterienkatalog wird vor der Sichtung festgelegt, das Gespräch läuft strukturiert und Sympathie wird nicht bepunktet. Die Bewerbungsfrist ist fast immer eine Ausschlussfrist. Zwischen Bewerbungsschluss und Zusage vergehen üblicherweise sechs bis zwölf Wochen, weil Personalrat und Gleichstellungsbeauftragte beteiligt werden. Eine Behörde darf nicht den Kandidaten nehmen, der ihr am besten gefällt. Nach Art. 33 Abs. 2 GG hat jeder Deutsche „nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte“, und die Auswahlentscheidung muss später begründbar sein, notfalls vor Gericht. Aus diesem einen Satz folgt fast alles, was Bewerberinnen und Bewerber am Verfahren irritiert: der Kriterienkatalog, die starre Frist, das Gespräch nach Schema und die Dauer. ### Die Ausschreibung als Rechtstext lesen Der Ausschreibungstext legt die Maßstäbe fest, an die sich die Auswahlkommission später halten muss. Vier Stellen entscheiden darüber, ob eine Bewerbung überhaupt in die engere Wahl kommt. Die **Kennziffer** ist das Aktenzeichen des Verfahrens, etwa 2026-047-IT. Ohne sie lässt sich eine Bewerbung intern nicht zuordnen, deshalb gehört sie in den Betreff und ins Anschreiben. Die **Entgelt- oder Besoldungsgruppe** beschreibt die Bewertung der Stelle, nicht Ihren Spielraum: Was hinter „E 11 TVöD“ steht, können Sie vorab in der [Entgelttabelle des TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) oder in der [Besoldungstabelle des Bundes](/infocenter/tabellen/besoldung-bund) nachsehen. E 11 Stufe 3 sind dort ab 1. Mai 2026 monatlich 5.046,03 € brutto. Im **Anforderungsprofil** trennt die Behörde zwingende von erwünschten Merkmalen. Wer ein zwingendes Merkmal nicht erfüllt, scheidet in der Vorauswahl aus, unabhängig davon, wie gut der Rest passt. Und die Standardsätze am Ende sind keine Höflichkeit: Sind Frauen in einem Bereich unterrepräsentiert, hat die Dienststelle sie nach § 8 BGleiG bei gleicher Qualifikation bevorzugt zu berücksichtigen, sofern nicht schutzwürdige Interessen eines Mitbewerbers überwiegen. Für schwerbehinderte Bewerber gilt § 165 SGB IX. Ob eine Stelle für [Beamte](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte), [Tarifbeschäftigte](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) oder beide Gruppen offen ist, steht meist in der Überschrift. ### Unterlagen: Was nicht belegt ist, zählt nicht Die Vorauswahl läuft nach Aktenlage, ohne Nachfragen. Eine vollständige Bewerbung enthält deshalb: 1. Anschreiben mit Bezug auf das Anforderungsprofil, eine Seite, Kennziffer im Betreff. 2. Tabellarischer Lebenslauf ohne Lücken; Elternzeit, Arbeitslosigkeit und Weiterbildungen gehören hinein. 3. Schul- und Abschlusszeugnisse, bei Studienabschlüssen mit Notenübersicht. 4. Arbeitszeugnisse der bisherigen Arbeitgeber; fehlt eines, erklären Sie den Grund kurz im Anschreiben. 5. Bei Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zusätzlich die aktuelle dienstliche Beurteilung und, falls verlangt, das Einverständnis zur Einsicht in die Personalakte. Die meisten Arbeitgeber nehmen Bewerbungen nur über ein Portal an. Laden Sie PDF-Dateien mit nachvollziehbaren Namen hoch und halten Sie die angegebene Größengrenze ein. Eine Mail an die Sachbearbeiterin persönlich ersetzt das Portal nicht. Wie Anschreiben und Lebenslauf für eine Auswahlkommission aufgebaut sein sollten, steht in [Anschreiben und Lebenslauf für Behörden](/infocenter/anschreiben-lebenslauf-oeffentlicher-dienst). ### Die Frist ist eine Ausschlussfrist Maßgeblich ist der Eingang bei der Behörde, nicht der Poststempel und nicht der Moment, in dem Sie auf Absenden geklickt haben. Eine Nachfrist gibt es nicht, weil sie die übrigen Bewerber benachteiligen würde; laden Sie deshalb nicht in der letzten Stunde hoch. Welche Fristlängen üblich sind, wie Behörden mit verspätetem Eingang umgehen und wann ausnahmsweise nachgereicht werden darf, behandelt [der Beitrag zu den Bewerbungsfristen](/infocenter/bewerbungsfristen-oeffentlicher-dienst). ### Was nach Fristende passiert #### Sichtung und Vorauswahl Die Fachabteilung prüft alle Bewerbungen gegen einen Kriterienkatalog, der vor der Sichtung festgelegt und dokumentiert wird. Diese Dokumentation ist kein Bürokratieselbstzweck: Sie ist das, was einer gerichtlichen Überprüfung standhalten muss. Anschließend wird der Personalrat beteiligt, der nach § 78 Abs. 1 BPersVG bei Einstellung sowie bei Eingruppierung, Höher- und Rückgruppierung mitbestimmt. Hinzu kommen die Gleichstellungsbeauftragte und, bei schwerbehinderten Bewerbern, die Schwerbehindertenvertretung. #### Das Auswahlgespräch Das Gespräch ist strukturiert: Alle Kandidaten bekommen dieselben Fragen in derselben Reihenfolge, die Antworten werden nach einem Punkteschema bewertet. Sympathie wird nicht bepunktet. Wer gewinnt, ist die Person, deren Beispiele am genauesten zu den Punkten des Anforderungsprofils passen. Bereiten Sie deshalb zu jedem Merkmal einen konkreten Fall aus Ihrer Praxis vor und rechnen Sie mit Fragen zu den Rechtsgrundlagen der Stelle. Wer dort ist, wie die Kommission zusammengesetzt ist und welche Fragen typisch sind, steht in [Vorstellungsgespräch in der Behörde](/infocenter/vorstellungsgespraech-behoerde-auswahlkommission). #### Tests, Arbeitsproben, Assessment-Center Für den gehobenen und höheren Dienst sind Assessment-Center mit Postkorbübung, Gruppendiskussion und Kurzvortrag verbreitet; die Übungen und ihre Bewertungslogik erklärt [der Beitrag zum Assessment-Center](/infocenter/assessment-center-oeffentlicher-dienst). Fachstellen verlangen häufig eine Arbeitsprobe: einen Bescheid entwerfen, einen Vermerk schreiben, ein Fachkonzept vorstellen. Für Ausbildungs- und Anwärterstellen gibt es standardisierte schriftliche Tests. ### Wie lange es dauert und woran das liegt Von Bewerbungsschluss bis Zusage vergehen üblicherweise sechs bis zwölf Wochen. Länger wird es, wenn mehrere Gremien nacheinander tagen, ein Amtsarzt eingeschaltet wird oder die Stelle haushaltsrechtlich noch nicht freigegeben ist. Fragen Sie am Ende des Gesprächs nach dem Zeitplan; die Auskunft ist verlässlicher als in der Privatwirtschaft, weil der Ablauf intern vorgezeichnet ist. Was Sie tun können, wenn nichts mehr kommt, steht in [Warum Auswahlverfahren so lange dauern](/infocenter/dauer-auswahlverfahren-oeffentlicher-dienst). ### Nach der Absage Weil die Auswahl an Art. 33 Abs. 2 GG gebunden ist, kann ein unterlegener Bewerber sie überprüfen lassen: bei Beamtenstellen per Eilantrag beim Verwaltungsgericht, bei Tarifstellen beim Arbeitsgericht. Deshalb verschickt die Behörde Absagen vor der Ernennung der ausgewählten Person und lässt danach Zeit verstreichen, bevor sie besetzt. Sie dürfen nach den Gründen fragen, und Sie bekommen eine Antwort, wenn auch eine knappe. Welche Fristen dabei laufen und wann Akteneinsicht sinnvoll ist, behandelt [der Beitrag zur Konkurrentenmitteilung](/infocenter/absage-konkurrentenklage-akteneinsicht). ### Die Fehler, die Bewerbungen am häufigsten aus dem Verfahren nehmen Der teuerste Fehler ist die fehlende Kennziffer, dicht gefolgt von einer Bewerbung, die gleich mehrere Ausschreibungen gleichzeitig meint. Beides landet im falschen Vorgang oder in keinem. Ebenso oft scheitern Bewerbungen an einem überlesenen zwingenden Merkmal: Wer die geforderte Ausbildung nicht hat, wird auch mit zwanzig Jahren Praxis in der Vorauswahl aussortiert, weil die Kommission an ihren eigenen Katalog gebunden ist. Dahinter kommen die fehlenden Nachweise. Der Lebenslauf behauptet eine Weiterbildung, das Zertifikat fehlt, und die Aussage ist damit für die Bewertung nicht vorhanden. Und schließlich der Griff zur Gehaltsverhandlung im Gespräch: Die Entgeltgruppe steht mit der Stellenbewertung fest und ist kein Verhandlungsgegenstand. Beweglich ist allein die Stufe. Nach § 16 Abs. 2 TVöD führt mindestens ein Jahr einschlägiger Berufserfahrung zu Stufe 2, mindestens drei Jahre in der Regel zu Stufe 3, und der Arbeitgeber kann zur Deckung des Personalbedarfs weitere förderliche Zeiten anrechnen. Wer das anspricht, sollte es vor der Vertragsunterschrift tun und mit Tätigkeitsnachweisen belegen; wie das im Einzelnen läuft, zeigt [die Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). ### Häufige Fragen **Was passiert, wenn meine Bewerbung nach Fristende eingeht?** Sie wird meist nicht mehr berücksichtigt, denn Bewerbungsfristen bei Behörden sind in aller Regel Ausschlussfristen. Der Grund liegt in der Gleichbehandlung: Wer nachreichen dürfte, hätte mehr Zeit als alle anderen. Maßgeblich ist der Eingang bei der Behörde, nicht das Absendedatum. Bei Online-Portalen endet die Frist üblicherweise um 23:59 Uhr des genannten Tages, bei Postbewerbungen mit Dienstschluss. **Warum dauert das Verfahren so lange?** Nach Fristende sichtet die Fachabteilung alle Bewerbungen anhand eines vorab festgelegten Kriterienkatalogs. Danach wird der Personalrat beteiligt, der nach § 78 Abs. 1 BPersVG bei Einstellung und Eingruppierung mitbestimmt, dazu die Gleichstellungsbeauftragte und bei schwerbehinderten Bewerbern die Schwerbehindertenvertretung. Jeder Schritt hat eigene Fristen. Sechs bis zwölf Wochen zwischen Bewerbungsschluss und Zusage sind normal. **Muss ich ein Anschreiben schreiben?** Wenn die Ausschreibung eines verlangt, ja, und dann mit Bezug auf das Anforderungsprofil. Einige Portale arbeiten inzwischen mit strukturierten Formularen statt mit freiem Text. Wichtiger als das Anschreiben sind vollständige Nachweise, weil die Vorauswahl nach Aktenlage erfolgt: Was der Lebenslauf behauptet und kein Zeugnis belegt, kann die Auswahlkommission nicht bewerten. **Werde ich mit Schwerbehinderung automatisch eingeladen?** Öffentliche Arbeitgeber müssen schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber nach § 165 SGB IX zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Die Einladung entfällt nur, wenn die fachliche Eignung offensichtlich fehlt. Damit die Pflicht greift, muss die Schwerbehinderung aus der Bewerbung hervorgehen, also im Anschreiben oder im Lebenslauf stehen und mit einer Kopie des Ausweises belegt sein. Ein Anspruch auf die Stelle folgt daraus nicht. **Kann ich über die Entgeltgruppe verhandeln?** Nein. Die Entgeltgruppe ergibt sich aus der Bewertung der Stelle und den Tätigkeitsmerkmalen der Entgeltordnung, nicht aus dem Verhandlungsgeschick. Verhandelbar ist die Stufe: Nach § 16 Abs. 2 TVöD führt ein Jahr einschlägiger Berufserfahrung zu Stufe 2, drei Jahre in der Regel zu Stufe 3, und der Arbeitgeber kann zur Deckung des Personalbedarfs weitere förderliche Zeiten anrechnen. ### Quellen - Art. 33 GG (gleicher Zugang zu jedem öffentlichen Amt nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_33.html (abgerufen 7.9.2026) - § 165 SGB IX (Einladungspflicht öffentlicher Arbeitgeber gegenüber schwerbehinderten Bewerbern): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__165.html (abgerufen 7.9.2026) - § 8 BGleiG (bevorzugte Berücksichtigung von Frauen bei Unterrepräsentanz): https://www.gesetze-im-internet.de/bgleig_2015/__8.html (abgerufen 7.9.2026) - § 78 BPersVG (Mitbestimmung des Personalrats bei Einstellung, Eingruppierung und Versetzung): https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__78.html (abgerufen 7.9.2026) - TVöD Allgemeiner Teil (§ 16 Abs. 2 Stufenzuordnung bei Einstellung), Lesefassung der VKA: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) --- ## Absage im öffentlichen Dienst: Rechtsschutz und Akteneinsicht URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/absage-konkurrentenklage-akteneinsicht Kategorie: Bewerbung Themen: Konkurrentenklage, Auswahlverfahren, Bewerbung, Personalrat Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Vor der Ernennung müssen Dienstherren unterlegene Bewerber informieren und danach eine angemessene Zeit zuwarten. Das Bundesverwaltungsgericht hat 2010 festgestellt, dass sich dafür in der Praxis zwei Wochen ab Zugang der Mitteilung herausgebildet haben. In dieser Zeit können Sie Akteneinsicht nach § 29 VwVfG verlangen und beim Verwaltungsgericht eine einstweilige Anordnung nach § 123 VwGO beantragen. Bei Tarifstellen gilt stattdessen das AGG mit zwei Monaten für die Geltendmachung. Zwei Wochen. So lange wartet ein Dienstherr in der Praxis, nachdem er den unterlegenen Bewerbern mitgeteilt hat, wen er nehmen will. Das Bundesverwaltungsgericht hat diese Frist im Urteil vom 4. November 2010 (2 C 16.09) so beschrieben: In der Praxis der Verwaltungsgerichte habe sich eine Wartezeit von zwei Wochen ab Zugang der Mitteilung über die Ablehnung der Bewerbung als angemessen herausgebildet. Danach wird ernannt. Und mit der Aushändigung der Ernennungsurkunde ist die Stelle für alle anderen weg, selbst wenn die Auswahl rechtswidrig war. Der Grundsatz der Ämterstabilität schützt die vollzogene Ernennung. ### Was ist eine Konkurrentenmitteilung? Die Nachricht, dass die Stelle an eine andere Person gehen soll, regelmäßig unter Nennung ihres Namens, versandt vor der Ernennung. Sie ist keine Höflichkeit, sondern die Voraussetzung dafür, dass Art. 19 Abs. 4 GG überhaupt greift. Diese Norm garantiert den Rechtsweg, wenn jemand durch die öffentliche Gewalt in seinen Rechten verletzt wird. Das Recht, um das es geht, folgt aus Art. 33 Abs. 2 GG: gleicher Zugang zu jedem öffentlichen Amt nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung. Daraus leitet die Rechtsprechung den **Bewerbungsverfahrensanspruch** ab. Er gibt Ihnen keinen Anspruch auf die Stelle, sondern auf ein fehlerfreies Verfahren: dass ein Anforderungsprofil zugrunde gelegt, dass nach Eignung, Befähigung und Leistung verglichen und dass die Entscheidung dokumentiert wird. Im Urteil vom 4. November 2010 hat das Bundesverwaltungsgericht die Reihenfolge so festgehalten: Zunächst muss der Dienstherr die Auswahlentscheidung vor der Ernennung den unterlegenen Bewerbern mitteilen. Danach muss er eine angemessene Zeit zuwarten, damit die Unterlegenen das Verwaltungsgericht anrufen können. Beantragt ein Bewerber rechtzeitig den Erlass einer einstweiligen Anordnung, darf der Dienstherr die Ernennung erst nach Abschluss des gerichtlichen Verfahrens vornehmen. ### Woran erkenne ich eine angreifbare Auswahl? An Widersprüchen zwischen Ausschreibung, Verfahren und Begründung. Vier Muster tauchen regelmäßig auf. Das **nachträglich verschobene Anforderungsprofil**: Die Ausschreibung verlangt Merkmal A, in der Begründung entscheidet plötzlich Merkmal B, das nirgends stand. Der **Vergleich ohne aktuelle Grundlage**: Bei Beamten stützt sich die Auswahl auf dienstliche Beurteilungen, die aktuell und vergleichbar sein müssen; eine vier Jahre alte Beurteilung gegen eine frische ist keine tragfähige Basis. Die **fehlende Dokumentation**: Ohne nachvollziehbaren Auswahlvermerk kann das Gericht nicht prüfen, ob nach Art. 33 Abs. 2 GG entschieden wurde. Und die **unterbliebene Beteiligung**: Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte und, sobald schwerbehinderte Bewerber im Verfahren sind, die Schwerbehindertenvertretung. Was daraus folgen kann, steht im Beitrag [Bewerbung mit Schwerbehinderung](/infocenter/bewerbung-schwerbehinderung-oeffentlicher-dienst). Ein schlechteres Auswahlergebnis allein ist kein Fehler. Die Behörde darf sich gegen Sie entscheiden, solange sie es auf zulässiger Grundlage tut und begründet. ### Wie komme ich an die Auswahlakte? Über § 29 Abs. 1 VwVfG. Die Behörde hat den Beteiligten Einsicht in die das Verfahren betreffenden Akten zu gestatten, soweit deren Kenntnis zur Geltendmachung oder Verteidigung ihrer rechtlichen Interessen erforderlich ist. Ausgenommen sind bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens die Entwürfe zu Entscheidungen und die Arbeiten zu ihrer unmittelbaren Vorbereitung. § 29 Abs. 2 VwVfG erlaubt der Behörde, die Einsicht zu verweigern, soweit dadurch die ordnungsgemäße Aufgabenerfüllung beeinträchtigt würde oder soweit Vorgänge wegen der berechtigten Interessen Beteiligter oder dritter Personen geheim gehalten werden müssen. In der Praxis führt das zu Schwärzungen bei personenbezogenen Daten der Mitbewerber, nicht zur pauschalen Ablehnung. Interessant ist für Sie der Auswahlvermerk: die Rangfolge, die Kriterien, die Punktbewertung und die Begründung, warum die ausgewählte Person vorn liegt. Wer bereits im Dienst des Bundes steht, kommt über § 110 Abs. 1 BBG zusätzlich an die eigene vollständige Personalakte, einschließlich der dienstlichen Beurteilungen, die in den Vergleich eingeflossen sind. Formulieren Sie den Antrag knapp, nennen Sie die Ausschreibung mit Kennziffer und bitten Sie um kurzfristige Terminierung unter Hinweis auf die laufende Wartefrist. ### Der Ablauf nach der Konkurrentenmitteilung Es sind wenige Schritte, aber sie greifen ineinander und laufen parallel. 1. **Zugangsdatum festhalten.** Umschlag oder E-Mail mit Zeitstempel sichern. Von diesem Tag an rechnet die Wartefrist, an die sich der Dienstherr hält. 2. **Akteneinsicht beantragen.** Schriftlich nach § 29 VwVfG, am selben Tag. Warten Sie die Antwort nicht ab, bevor Sie Schritt 3 vorbereiten. 3. **Eilantrag stellen.** Der Antrag nach § 123 Abs. 1 VwGO beim zuständigen Verwaltungsgericht zielt darauf, dem Dienstherrn die Besetzung vorläufig zu untersagen. Der Antrag ist auch schon vor Klageerhebung zulässig; er muss den Anordnungsanspruch, also den verletzten Bewerbungsverfahrensanspruch, und den Anordnungsgrund, also die drohende Ernennung, glaubhaft machen. 4. **Entscheidung abwarten oder Beschwerde einlegen.** Gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts ist die Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht statthaft. Sie ist nach § 147 Abs. 1 VwGO binnen zwei Wochen nach Bekanntgabe einzulegen und nach § 146 Abs. 4 VwGO binnen eines Monats zu begründen. 5. **Hauptsache führen.** Obsiegt der Dienstherr im Eilverfahren endgültig, bleibt die Klage auf Feststellung der Rechtswidrigkeit oder auf Schadensersatz. Die Stelle ist dann besetzt. Rechnen Sie damit, dass Schritt 3 anwaltliche Hilfe braucht. Die Zwei-Wochen-Frist ist knapp und das Verfahren formalisiert. ### Tarifstelle statt Beamtenstelle: anderer Weg, andere Fristen Bei einer Tarifstelle wird kein Amt verliehen, sondern ein Arbeitsvertrag geschlossen. Das Verwaltungsgericht ist dafür nicht zuständig, und den Bewerbungsverfahrensanspruch macht niemand vor der Kammer für Beamtenrecht geltend. Praktisch bleibt der Weg über das Benachteiligungsverbot, wenn Anhaltspunkte für eine Anknüpfung an einen der in § 1 AGG genannten Gründe bestehen. | Merkmal | Beamtenstelle | Tarifstelle | | --- | --- | --- | | Mitteilung vor Besetzung | Konkurrentenmitteilung vor der Ernennung | Absageschreiben, keine Vorabmitteilung nötig | | Erster Schritt | Eilantrag nach § 123 VwGO | Schriftliche Geltendmachung nach § 15 Abs. 4 AGG | | Frist | zwei Wochen ab Zugang (Praxis der Verwaltungsgerichte) | zwei Monate ab Zugang der Ablehnung | | Gericht | Verwaltungsgericht | Arbeitsgericht, Klage binnen drei Monaten nach § 61b ArbGG | | Ziel | vorläufige Freihaltung der Stelle | Entschädigung in Geld, kein Anspruch auf die Stelle | Die Beweislast ist im AGG-Verfahren günstiger, als viele erwarten. Nach § 22 AGG genügt es, Indizien zu beweisen, die eine Benachteiligung vermuten lassen; danach trägt der Arbeitgeber die Beweislast dafür, dass kein Verstoß vorlag. Die Entschädigung darf bei einer Nichteinstellung nach § 15 Abs. 2 Satz 2 AGG drei Monatsgehälter nicht übersteigen, wenn Sie auch bei benachteiligungsfreier Auswahl nicht eingestellt worden wären. ### Wann sich der Aufwand nicht lohnt Wenn Sie nur den Eindruck haben, die andere Person sei schwächer gewesen. Verwaltungsgerichte prüfen nicht nach, wer besser geeignet ist, sondern ob der Dienstherr die Grenzen seines Beurteilungsspielraums eingehalten hat. Ohne konkreten Verfahrensfehler endet der Eilantrag mit Kosten und ohne Stelle. Sinnvoll ist er, wenn die Akteneinsicht ein verschobenes Anforderungsprofil, eine fehlende Dokumentation, veraltete Beurteilungen oder eine übergangene Beteiligung zeigt. Realistischer ist in vielen Fällen der zweite Anlauf. Behörden schreiben vergleichbare Stellen regelmäßig neu aus, oft dasselbe Haus unter neuer Kennziffer. Eine sachliche Rückfrage nach den Auswahlgründen bringt Ihnen dabei mehr als eine Klage, weil Sie die Kriterien für die nächste Bewerbung erfahren. Warum Verfahren so lange dauern und wann eine Nachfrage angebracht ist, erklärt der Beitrag [Dauer von Auswahlverfahren](/infocenter/dauer-auswahlverfahren-oeffentlicher-dienst). Wie das Verfahren insgesamt abläuft, steht im Beitrag [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren), die Fristenlage vorab im Beitrag [Bewerbungsfristen im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbungsfristen-oeffentlicher-dienst). ### Häufige Fragen **Wie lange habe ich nach einer Konkurrentenmitteilung Zeit?** Das Bundesverwaltungsgericht hat im Urteil vom 4. November 2010 (2 C 16.09) festgestellt, dass sich in der Praxis der Verwaltungsgerichte eine Wartezeit von zwei Wochen ab Zugang der Mitteilung über die Ablehnung als angemessen herausgebildet hat. Innerhalb dieser Zeit sollte der Antrag auf einstweilige Anordnung beim Verwaltungsgericht eingehen. Eine gesetzliche Frist ist das nicht, verlassen Sie sich deshalb nicht auf eine Verlängerung. **Was ist eine Konkurrentenmitteilung?** Die Nachricht des Dienstherrn an die unterlegenen Bewerber, dass die Stelle mit einer anderen Person besetzt werden soll, regelmäßig unter Nennung ihres Namens. Sie ergeht vor der Ernennung, damit Rechtsschutz überhaupt noch möglich ist. Ohne sie könnte der Dienstherr vollendete Tatsachen schaffen, denn nach dem Grundsatz der Ämterstabilität ist eine vollzogene Ernennung im Regelfall nicht mehr rückgängig zu machen. **Bekomme ich Einsicht in die Auswahlakte?** Ja, soweit die Kenntnis zur Geltendmachung oder Verteidigung Ihrer rechtlichen Interessen erforderlich ist. Das steht in § 29 Abs. 1 VwVfG. Entwürfe zu Entscheidungen und die Arbeiten zu ihrer unmittelbaren Vorbereitung sind bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens ausgenommen. Beantragen Sie die Einsicht schriftlich und sofort nach der Mitteilung, denn die Frist für den Eilantrag läuft unabhängig davon weiter. **Was gilt bei einer Absage auf eine Tarifstelle?** Dort geht es nicht um eine Ernennung, sondern um einen Arbeitsvertrag. Der Weg über § 123 VwGO steht nur bei Beamtenstellen offen. Sehen Sie Anhaltspunkte für eine Benachteiligung wegen eines in § 1 AGG genannten Grundes, müssen Sie den Anspruch nach § 15 Abs. 4 AGG binnen zwei Monaten ab Zugang der Ablehnung schriftlich geltend machen und danach nach § 61b ArbGG binnen drei Monaten klagen. **Bekomme ich die Stelle, wenn ich gewinne?** Nein, jedenfalls nicht unmittelbar. Ein erfolgreicher Eilantrag untersagt dem Dienstherrn nur die Besetzung, bis über Ihren Bewerbungsverfahrensanspruch entschieden ist. Der Dienstherr muss dann die fehlerhaften Schritte wiederholen, meist die Auswahlentscheidung neu treffen und begründen. Das Ergebnis kann erneut gegen Sie ausfallen, diesmal aber auf verfahrensfehlerfreier Grundlage. ### Quellen - Art. 33 Abs. 2 Grundgesetz (Bestenauslese): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_33.html (Abruf 7.9.2026) - Art. 19 Abs. 4 Grundgesetz (Rechtsweggarantie): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_19.html (Abruf 7.9.2026) - § 123 VwGO (Einstweilige Anordnung): https://www.gesetze-im-internet.de/vwgo/__123.html (Abruf 7.9.2026) - § 147 VwGO (Beschwerdefrist von zwei Wochen): https://www.gesetze-im-internet.de/vwgo/__147.html (Abruf 7.9.2026) - § 146 Abs. 4 VwGO (Begründung der Beschwerde binnen eines Monats): https://www.gesetze-im-internet.de/vwgo/__146.html (Abruf 7.9.2026) - § 29 VwVfG (Akteneinsicht durch Beteiligte): https://www.gesetze-im-internet.de/vwvfg/__29.html (Abruf 7.9.2026) - BVerwG, Urteil vom 4. November 2010, 2 C 16.09 (Wartezeit von zwei Wochen ab Zugang der Mitteilung): https://www.bverwg.de/041110U2C16.09.0 (Abruf 7.9.2026) - § 15 AGG (Entschädigung, Zwei-Monats-Frist): https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__15.html (Abruf 7.9.2026) - § 22 AGG (Beweislast): https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__22.html (Abruf 7.9.2026) - § 61b ArbGG (Klage wegen Benachteiligung, Drei-Monats-Frist): https://www.gesetze-im-internet.de/arbgg/__61b.html (Abruf 7.9.2026) - § 110 BBG (Auskunft und Einsicht in die vollständige Personalakte): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__110.html (Abruf 7.9.2026) --- ## Anwärterbezüge: Was Sie im Vorbereitungsdienst verdienen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/anwaerterbezuege-2026-vorbereitungsdienst Kategorie: Ausbildung & Studium Themen: Anwärterbezüge, Ausbildung, Laufbahn, Bund Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Anwärterbezüge bestehen nach § 59 BBesG aus dem Anwärtergrundbetrag, gegebenenfalls einem Erhöhungsbetrag, Sonderzuschlägen, dem Familienzuschlag und vermögenswirksamen Leistungen. Der Grundbetrag richtet sich nach Anlage VIII BBesG und liegt in deren geltender Fassung bei 1.407,63 € im einfachen, 1.473,37 € im mittleren, 1.744,22 € im gehobenen und 2.624,08 € im höheren Dienst. Er steigt während der Ausbildung nicht. Bei Bewerbermangel kann die oberste Dienstbehörde nach § 63 BBesG einen Sonderzuschlag von bis zu 90 Prozent des Grundbetrags zahlen, verbunden mit einer fünfjährigen Bindung. Wer beim Zoll, bei der Bundespolizei oder in einer Bundesbehörde eine Laufbahnausbildung beginnt, wird nicht angestellt, sondern ernannt: zur Beamtin oder zum Beamten auf Widerruf. Damit endet das Arbeitsrecht und beginnt das Besoldungsrecht. Sie erhalten keine Ausbildungsvergütung, sondern Anwärterbezüge, und deren Höhe steht nicht in einem Tarifvertrag, sondern in Anlage VIII des Bundesbesoldungsgesetzes. ### Woraus bestehen Anwärterbezüge? Aus fünf Bestandteilen, die § 59 Abs. 2 BBesG abschließend aufzählt: dem Anwärtergrundbetrag, dem Anwärtererhöhungsbetrag, den Anwärtersonderzuschlägen, dem Familienzuschlag und den vermögenswirksamen Leistungen. Zulagen und Vergütungen gibt es nur, wenn ein Gesetz sie ausdrücklich vorsieht. Der Regelfall ist also schlank: Grundbetrag plus Familienzuschlag, sonst nichts. Der Anwärtergrundbetrag ist der Kern. Er bemisst sich nach § 61 BBesG allein nach der Laufbahngruppe, für die Sie ausgebildet werden. Das unterscheidet ihn grundlegend von einer Ausbildungsvergütung nach dem TVAöD, die nach Ausbildungsjahren gestaffelt ist. Eine Anwärterin im dritten Jahr des gehobenen Dienstes bekommt denselben Grundbetrag wie am ersten Tag. Wie die tarifliche Alternative aussieht, zeigt der Beitrag [Ausbildung im öffentlichen Dienst](/infocenter/ausbildung-oeffentlicher-dienst-berufe-bewerbung). Der Anwärtererhöhungsbetrag nach § 62 BBesG betrifft eine kleine Gruppe: Anwärterinnen und Anwärter, deren Zulassung zum Vorbereitungsdienst eine erweiterte Sicherheitsüberprüfung mit Sicherheitsermittlungen nach § 10 Nr. 3 des Sicherheitsüberprüfungsgesetzes voraussetzt. Sie erhalten zusätzlich 10 Prozent des Anwärtergrundbetrags. ### Wie hoch ist der Anwärtergrundbetrag? Die geltende Fassung der Anlage VIII BBesG nennt vier Beträge, einen je Laufbahngruppe. Sie ist mit dem Gültigkeitsdatum 1. März 2024 veröffentlicht (BGBl. 2023 I Nr. 414, S. 18). | Laufbahngruppe | Anwärtergrundbetrag im Monat | Typischer Einstieg | Eingangsamt nach der Prüfung | | --- | --- | --- | --- | | Einfacher Dienst | 1.407,63 € | Hauptschulabschluss | A 2 bis A 4 | | Mittlerer Dienst | 1.473,37 € | Mittlerer Schulabschluss | A 6 oder A 7 | | Gehobener Dienst | 1.744,22 € | Abitur oder Fachhochschulreife, duales Studium | A 9 oder A 10 | | Höherer Dienst | 2.624,08 € | Master, Diplom oder Erstes Staatsexamen | A 13 | Die Beträge des Bundes werden derzeit vorläufig als Abschlag auf Grundlage eines Rundschreibens des Bundesinnenministeriums höher ausgezahlt als in der veröffentlichten Anlage VIII. Ein Anpassungsgesetz, das die Tarifergebnisse 2025 und 2026 in die Anlage einarbeitet, ist auf gesetze-im-internet.de noch nicht abgebildet. Fragen Sie deshalb vor Dienstantritt bei der Bezügestelle nach dem aktuell ausgezahlten Betrag; die Tabelle oben nennt den Rechtsstand, nicht zwingend die Überweisung. Die 16 Länder haben eigene Besoldungsgesetze und damit eigene Anwärtergrundbeträge. Für Lehramtsreferendariat, Polizeianwärterdienst oder die Finanzverwaltung eines Landes stehen die Zahlen im jeweiligen Landesbesoldungsgesetz, nicht in der Anlage VIII des Bundes. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind spürbar; sie folgen denselben Mustern wie bei der Besoldung selbst. ### Wann gibt es einen Anwärtersonderzuschlag? Nur bei einem Mangel an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern. § 63 BBesG erlaubt der obersten Dienstbehörde dann einen Zuschlag von bis zu 90 Prozent des Anwärtergrundbetrags. Bei einem zusätzlichen Erhöhungsbetrag nach § 62 BBesG sind es bis zu 80 Prozent. In beiden Fällen gilt eine Obergrenze: Der Zuschlag darf nicht dazu führen, dass die Anwärterbezüge das Anfangsgrundgehalt des künftigen Eingangsamts erreichen. Der Zuschlag ist kein Geschenk. § 63 BBesG knüpft ihn an eine Bindung von mindestens fünf Jahren als Beamtin oder Beamter des Bundes oder als Soldatin oder Soldat, unmittelbar im Anschluss an die bestandene Laufbahnprüfung. Wer vorher ausscheidet, die Prüfung schuldhaft nicht besteht oder die fünf Jahre nicht erfüllt und das zu vertreten hat, muss den Zuschlag in voller Höhe zurückzahlen. Rechnen Sie deshalb nach, bevor Sie den Zuschlag in Ihre Kalkulation aufnehmen: Fünf Jahre Bindung sind ein Preis, kein Bonus. Welche Behörden derzeit zahlen, ist nicht zentral veröffentlicht. In der Praxis tauchen Sonderzuschläge dort auf, wo der Bewerbermarkt eng ist, etwa in technischen und IT-nahen Laufbahnen. Ob eine Ausschreibung ihn vorsieht, steht im Ausschreibungstext; fehlt der Hinweis, gibt es ihn nicht. ### Was kommt zum Grundbetrag dazu? 1. Familienzuschlag: Verheiratete und Anwärterinnen und Anwärter mit Kindern erhalten ihn nach denselben Regeln wie andere Beamte. Er ist der einzige Bestandteil, der sich während des Vorbereitungsdienstes durch Heirat oder Geburt ändern kann. 2. Vermögenswirksame Leistungen: ein fester Monatsbetrag, den der Dienstherr auf einen Sparvertrag zahlt. Ohne Vertrag verfällt er, deshalb lohnt der Abschluss in den ersten Wochen. 3. Beihilfe: Der Dienstherr übernimmt einen Prozentsatz der Krankheitskosten. Den Rest deckt eine private Krankenversicherung ab, die für Anwärterinnen und Anwärter besonders günstige Tarife anbietet. Die Systematik erklärt [Beihilfe für Beamte](/infocenter/beihilfe-beamte-erklaert-pkv-pauschale-beihilfe). 4. Keine Sozialabgaben: Das Beamtenverhältnis auf Widerruf ist in der gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei. Vom Brutto gehen nur Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag ab, dazu die private Krankenversicherung. Deshalb führt der reine Bruttovergleich mit einer Ausbildungsvergütung in die Irre. Ein Anwärtergrundbetrag von 1.473,37 € im mittleren Dienst kommt netto in eine andere Größenordnung als ein tariflicher Bruttobetrag derselben Höhe, weil rund ein Fünftel an Arbeitnehmerbeiträgen entfällt. Was von einem Tarifbrutto übrig bleibt, rechnet [Brutto und Netto im öffentlichen Dienst](/infocenter/brutto-netto-oeffentlicher-dienst-abzuege) vor. ### Wie lange dauert der Vorbereitungsdienst und was folgt danach? Die Bundeslaufbahnverordnung wurde am 11. März 2026 neu gefasst (BGBl. 2026 I Nr. 67, S. 2) und ist seit dem 17. März 2026 in Kraft. Sie regelt die Dauer je Laufbahngruppe: mindestens sechs Monate im einfachen Dienst (§ 14 BLV), mindestens ein Jahr und in der Regel zwei Jahre im mittleren Dienst (§ 15 BLV), in der Regel drei Jahre im gehobenen Dienst (§ 16 BLV) und mindestens 14 Monate, in der Regel zwei Jahre im höheren Dienst (§ 17 BLV). Verkürzungen sind möglich, wenn Sie einschlägige Vorbildung mitbringen. Mit dem Bestehen der Laufbahnprüfung endet das Beamtenverhältnis auf Widerruf kraft Gesetzes. Übernommene Anwärterinnen und Anwärter werden zur Beamtin oder zum Beamten auf Probe ernannt und erhalten ab diesem Tag das Grundgehalt des Eingangsamts. Der Sprung ist erheblich: Im gehobenen Dienst des Bundes liegt das Grundgehalt der Besoldungsgruppe A 9 in der ersten Erfahrungsstufe deutlich über dem doppelten Anwärtergrundbetrag. Die aktuellen Sätze stehen in der Tabelle [Bundesbesoldung A](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Eine Übernahmegarantie gibt es nicht. § 7 BBG verlangt für die Ernennung auf Probe dieselben Voraussetzungen wie für den Widerrufsdienst, dazu die im Vorbereitungsdienst erworbene Laufbahnbefähigung. Der Weg vom Widerruf über die Probe zur Lebenszeit ist in [Beamter werden](/infocenter/beamter-werden-voraussetzungen-ablauf) Schritt für Schritt beschrieben. ### Was Bewerberinnen und Bewerber vorher klären sollten Drei Punkte entscheiden über die Finanzplanung der Ausbildungsjahre. Erstens die Unterkunft: Viele Vorbereitungsdienste finden an zentralen Bildungseinrichtungen statt, oft weit vom Wohnort entfernt. Ob der Dienstherr Unterkunft stellt oder Trennungsgeld zahlt, steht in der Einstellungszusage und macht mehrere hundert Euro im Monat aus. Zweitens die private Krankenversicherung: Der Anwärtertarif ist günstig, endet aber mit dem Vorbereitungsdienst. Klären Sie beim Abschluss, ob eine Option auf den späteren Normaltarif ohne erneute Gesundheitsprüfung enthalten ist. Drittens die Rückzahlungsklauseln. Neben dem Sonderzuschlag nach § 63 BBesG enthalten manche Einstellungszusagen eigene Regelungen für den Fall des vorzeitigen Ausscheidens. Lesen Sie diesen Abschnitt vor der Unterschrift, nicht danach. Wer nach zwei Jahren merkt, dass die Laufbahn nicht passt, steht sonst mit einer vierstelligen Forderung da. Welche Laufbahnen der Bund derzeit ausbildet, zeigen die [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) und die [Stellen beim Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund). ### Häufige Fragen **Wie hoch sind die Anwärterbezüge im gehobenen Dienst?** Der Anwärtergrundbetrag für den gehobenen Dienst des Bundes beträgt nach der geltenden Fassung der Anlage VIII des Bundesbesoldungsgesetzes 1.744,22 € im Monat. Dazu können ein Familienzuschlag, vermögenswirksame Leistungen und bei Bewerbermangel ein Anwärtersonderzuschlag kommen. Die Länder haben eigene Besoldungsgesetze mit abweichenden Beträgen. Der Grundbetrag hängt nur von der Laufbahngruppe ab, nicht vom Ausbildungsjahr. **Steigen die Anwärterbezüge im zweiten und dritten Jahr?** Nein. Anders als eine Ausbildungsvergütung nach dem TVAöD kennt der Anwärtergrundbetrag keine Ausbildungsjahre. Er ist über den gesamten Vorbereitungsdienst gleich hoch und ändert sich nur, wenn der Gesetzgeber die Anlage VIII des Bundesbesoldungsgesetzes anpasst oder wenn sich Ihr Familienzuschlag ändert, etwa durch Heirat oder die Geburt eines Kindes. Nach bestandener Laufbahnprüfung greift die Regelung des § 60 BBesG. **Was ist ein Anwärtersonderzuschlag?** Ein Aufschlag auf den Anwärtergrundbetrag, den die oberste Dienstbehörde nach § 63 BBesG nur bei einem Mangel an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern gewähren darf. Er beträgt höchstens 90 Prozent des Anwärtergrundbetrags, bei Anwärtern mit Erhöhungsbetrag höchstens 80 Prozent. Wer ihn erhält, muss nach bestandener Laufbahnprüfung mindestens fünf Jahre beim Bund bleiben, sonst wird der Zuschlag in voller Höhe zurückgefordert. **Zahlen Anwärterinnen und Anwärter Steuern und Sozialabgaben?** Anwärterbezüge sind steuerpflichtiger Arbeitslohn. Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen dagegen nicht an, weil das Beamtenverhältnis auf Widerruf versicherungsfrei ist. Statt einer Krankenkasse tragen Sie die Beiträge einer privaten Krankenversicherung, deren Kosten die Beihilfe des Dienstherrn zum Teil ersetzt. Netto bleibt deshalb mehr übrig, als der Bruttovergleich mit einer Ausbildungsvergütung vermuten lässt. **Wie lange dauert ein Vorbereitungsdienst beim Bund?** Nach der Bundeslaufbahnverordnung in der Fassung vom 11. März 2026 dauert der Vorbereitungsdienst für den einfachen Dienst mindestens sechs Monate, für den mittleren Dienst mindestens ein Jahr und in der Regel zwei Jahre, für den gehobenen Dienst in der Regel drei Jahre und für den höheren Dienst mindestens 14 Monate, in der Regel zwei Jahre. Verkürzungen sind bei einschlägiger Vorbildung möglich. ### Quellen - § 59 BBesG Anwärterbezüge (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__59.html (Abruf 8.9.2026) - § 61 BBesG Anwärtergrundbetrag: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__61.html (Abruf 8.9.2026) - § 62 BBesG Anwärtererhöhungsbetrag: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__62.html (Abruf 8.9.2026) - § 63 BBesG Anwärtersonderzuschläge: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__63.html (Abruf 8.9.2026) - Anlage VIII BBesG Anwärtergrundbetrag: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/anlage_viii.html (Fassung gültig ab 1.3.2024, BGBl. 2023 I Nr. 414, S. 18) - BBesG Gesamtausgabe (zuletzt geändert durch Gesetz vom 4.2.2026): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/BJNR011740975.html (Abruf 8.9.2026) - § 6 BBesG Teilzeitbeschäftigung: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/__6.html (Abruf 8.9.2026) - § 7 BBG Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__7.html (Abruf 8.9.2026) - § 14 BLV Vorbereitungsdienst für den einfachen Dienst: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__14.html (Fassung vom 11.3.2026) - § 15 BLV Vorbereitungsdienst für den mittleren Dienst: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__15.html (Fassung vom 11.3.2026) - § 16 BLV Vorbereitungsdienst für den gehobenen Dienst: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__16.html (Fassung vom 11.3.2026) - § 17 BLV Vorbereitungsdienst für den höheren Dienst: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__17.html (Fassung vom 11.3.2026) --- ## TVöD oder TV-L: Unterschiede bei Bund, Kommunen und Ländern URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/tvoed-oder-tv-l-unterschiede Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: TVöD, TV-L, TV-H, Bund, Länder, Kommunen Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Der TVöD gilt für Bund und Kommunen, der TV-L für 15 Länder, der TV-H für Hessen. Die TVöD-Tabelle liegt in E 9b Stufe 1 um 159,74 € über dem TV-L (3.779,84 € gegen 3.620,10 €), in Stufe 6 um 298,50 €. Größer ist der Unterschied bei der Jahressonderzahlung: 85 Prozent bei den Kommunen, 75 bis 95 Prozent beim Bund, 32,53 bis 88,14 Prozent im TV-L. Der TVöD hat 39 Wochenstunden, ab 2027 31 Urlaubstage und das Wahlmodell für freie Tage; der TV-L rechnet die Arbeitszeit je Land aus und bleibt bei 30 Tagen. Hessen erhöht zum 1. Juli 2026 um 3,0 Prozent und hat das LandesTicket. E 9b Stufe 3 bringt bei einer Stadtverwaltung 4.203,56 € im Monat, in einer Landesbehörde 4.035,07 €. Der Unterschied von 168,49 € entsteht, weil für Kommunen und Bund der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gilt, für die Länder der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L), und beide getrennt verhandelt werden. Hessen steht mit dem TV-H noch einmal daneben. Wer zwischen einer Stelle beim Landkreis, beim Bundesamt und beim Landesamt wählt, sollte die Unterschiede bei Tabelle, Jahressonderzahlung, Arbeitszeit und Zulagen kennen. Alle Beträge stammen aus den Tabellen TVöD VKA und TVöD Bund (gültig seit 1. Mai 2026) und TV-L (gültig seit 1. April 2026). ### Wer fällt unter TVöD, TV-L und TV-H? Der TVöD gilt für die Bundesverwaltung und für die Mitglieder der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA): Städte, Landkreise, Gemeinden, kommunale Krankenhäuser, Sparkassen und Entsorgungsbetriebe; Stadtwerke und Verkehrsbetriebe haben eigene Spartentarife. Der TV-L gilt für die 15 Länder der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL): Ministerien, Landesämter, Polizei- und Justizverwaltung, Hochschulen, Universitätskliniken und Landesbetriebe. Hessen ist 2004 aus der TdL ausgetreten und schließt mit dem TV-H eigene Tarifverträge. Beamtinnen und Beamte fallen unter keinen dieser Verträge; sie werden nach Besoldungsgesetzen bezahlt ([Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede)). ### Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick | Merkmal | TVöD Bund | TVöD VKA | TV-L | | --- | --- | --- | --- | | Aktuelle Tabelle | seit 1.5.2026 (+2,8 %) | seit 1.5.2026 (+2,8 %) | seit 1.4.2026 (+2,8 %, mindestens 100 €) | | Laufzeit | bis 31.3.2027 | bis 31.3.2027 | bis 31.1.2028; +2,0 % ab 1.3.2027, +1,0 % ab 1.1.2028 | | Wochenarbeitszeit | 39 Stunden | 39 Stunden | je Land berechnet; 38,5 Stunden bei Schichtarbeit und in Kliniken, 40 Stunden im Tarifgebiet Ost, 42 Stunden für Ärzte an Unikliniken | | Freiwillige Erhöhung bis 42 Stunden | ja, § 6 Abs. 1a | ja, § 6 Abs. 1a | nein | | Jahressonderzahlung | 95 % (E 1 bis 8), 90 % (E 9a bis 12), 75 % (E 13 bis 15) | 85 % in allen Gruppen | 87,43 % (E 1 bis 4), 88,14 % (E 5 bis 8), 74,35 % (E 9a bis 11), 46,47 % (E 12 und 13), 32,53 % (E 14 und 15) | | Jahressonderzahlung in freie Tage | bis zu 3 Tage (§ 29a) | bis zu 3 Tage, nicht in Krankenhäusern und Pflege | nein | | Entgeltgruppe 9c | ja | ja | nein | | Leistungsentgelt | LeistungsTV-Bund | § 18 (VKA): 2 % der ständigen Monatsentgelte | § 18 gestrichen | | Wechselschichtzulage | 200 € | 200 €, Kliniken 250 € | 105 €, ab 1.7.2026 200 €, Unikliniken 250 € | | Urlaub | 30 Tage, ab 2027 31 Tage | 30 Tage, ab 2027 31 Tage | 30 Tage | ### Wie groß ist der Unterschied in der Tabelle? In den unteren Gruppen liegen TVöD und TV-L nah beieinander, ab E 9 öffnet sich die Schere, vor allem in den Endstufen. Der Vergleich zeigt Stufe 1 und Stufe 6, brutto im Monat, TVöD VKA gegen TV-L: | Entgeltgruppe | TVöD VKA Stufe 1 | TV-L Stufe 1 | TVöD VKA Stufe 6 | TV-L Stufe 6 | | --- | --- | --- | --- | --- | | E 5 | 3.124,08 € | 3.073,97 € | 3.783,33 € | 3.720,25 € | | E 8 | 3.486,40 € | 3.419,52 € | 4.230,97 € | 4.158,27 € | | E 9b | 3.779,84 € | 3.620,10 € | 5.313,37 € | 5.014,87 € | | E 11 | 4.269,64 € | 4.178,35 € | 6.326,77 € | 6.050,95 € | | E 13 | 4.901,11 € | 4.759,37 € | 7.025,87 € | 6.764,69 € | Der Bund weicht von der VKA nur in E 9a bis E 9c ab: E 9b beginnt beim Bund mit 3.833,50 € und endet mit 5.297,75 €. Der TV-L hat kein E 9c. Der TV-L erhöht am 1. März 2027 um weitere 2,0 Prozent und am 1. Januar 2028 um 1,0 Prozent, während für den TVöD ab April 2027 neu verhandelt wird; der Abstand kann sich 2027 also verschieben. Die vollständigen Tabellen: [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka), [TVöD Bund](/infocenter/tabellen/tvoed-bund), [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l). Was die Tarifrunde der Länder sonst geändert hat, steht im Beitrag zur [Tarifeinigung TV-L 2026](/infocenter/tv-l-2026-tarifrunde-tabelle). ### Wo ist die Jahressonderzahlung am höchsten? Die Jahressonderzahlung macht den größeren Unterschied als die Tabelle. Beispiel Stufe 3, Bemessungsgrundlage Tabellenentgelt ohne Zulagen: In E 9b zahlt der Bund 90 Prozent von 4.267,03 €, also 3.840,33 €; die Kommune 85 Prozent von 4.203,56 €, also 3.573,03 €; das Land 74,35 Prozent von 4.035,07 €, also 3.000,07 €. In E 13 dreht sich das Bild zwischen Bund und Kommune: Der Bund zahlt 75 Prozent (4.282,40 €), die Kommune 85 Prozent (4.853,39 €), das Land 46,47 Prozent (2.493,99 €). Aufs Jahr gerechnet, zwölf Monatsentgelte plus Jahressonderzahlung, kommt E 13 Stufe 3 bei der Kommune auf 73.371,83 €, beim Bund auf 72.800,84 € und beim Land auf 66.896,67 € brutto. In E 5 Stufe 3 liegen alle drei mit 44.665,20 € (Bund), 44.320,29 € (Kommune) und 44.195,95 € (Land) fast gleichauf, weil der TV-L in den unteren Gruppen 88,14 Prozent zahlt. Die Sätze im Detail: [Jahressonderzahlung im TVöD und TV-L](/infocenter/jahressonderzahlung-tvoed-tv-l-hoehe). ### Arbeitszeit, Urlaub und Stufen im Vergleich Der TVöD legt 39 Stunden fest. Seit 1. Januar 2026 können Beschäftigte und Arbeitgeber frühestens nach der Probezeit eine Erhöhung auf bis zu 42 Stunden vereinbaren, befristet auf höchstens 18 Monate, mit einem Zuschlag von 25 Prozent (E 1 bis 9b) oder 10 Prozent (ab E 9c) je Erhöhungsstunde. Der TV-L rechnet die Arbeitszeit für jedes westdeutsche Land nach dem Anhang zu § 6 einzeln aus, setzt 38,5 Stunden für Schichtarbeit und Kliniken, 40 Stunden im Tarifgebiet Ost und 42 Stunden für Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken. Die Arbeitszeit an ostdeutschen Universitätskliniken sinkt ab 2027 in drei Schritten auf 38,5 Stunden. Einzelheiten stehen im Beitrag zur [Arbeitszeit im öffentlichen Dienst](/infocenter/arbeitszeit-gleitzeit-ueberstunden-arbeitszeitkonto). Beim Urlaub liegen beide bei 30 Arbeitstagen; der TVöD hebt ab 2027 auf 31 Tage an, der TV-L bleibt bei 30 ([Urlaub im öffentlichen Dienst](/infocenter/urlaub-tvoed-tv-l-30-tage)). Die Stufenzuordnung bei Einstellung ist in § 16 nahezu gleich: Stufe 2 nach einem Jahr, Stufe 3 nach drei Jahren einschlägiger Berufserfahrung bei einem anderen Arbeitgeber. Der TV-L rechnet Erfahrung aus einem früheren Arbeitsverhältnis beim selben Arbeitgeber vollständig an, sofern die Unterbrechung höchstens sechs Monate betrug, bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ab E 13 zwölf Monate. Beim Leistungsentgelt schütten Kommunen nach § 18 (VKA) ein Volumen von 2 Prozent der ständigen Monatsentgelte aus, der Bund zahlt nach dem LeistungsTV-Bund; im TV-L ist § 18 gestrichen. Einzelheiten zur Stufe bei Einstellung: [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). ### Hessen: Was im TV-H anders läuft Die Tarifeinigung für Hessen vom 27. März 2026 erhöht die Tabellenentgelte des TV-H zum 1. Juli 2026 um 3,0 Prozent, mindestens 110 €, und zum 1. Oktober 2027 um weitere 2,8 Prozent; die Mindestlaufzeit endet am 29. Februar 2028. Wechselschicht- und Schichtzulage steigen zum 1. Oktober 2026 auf 200 € und 100 €, die Kinderzulage nach § 23a TV-H bleibt als hessische Besonderheit erhalten. Zwei Regelungen gibt es nur in Hessen: Das LandesTicket Hessen erlaubt Tarifbeschäftigten seit 2018 die Nutzung des Nah- und Regionalverkehrs im ganzen Land, verlängert bis Ende 2028 und ab 2027 als digitales Ticket. Nach § 6a TV-H können Beschäftigte durch Kürzung der Jahressonderzahlung zwei zusätzliche freie Tage nehmen, letztmalig beantragbar bis 30. September 2027. Die hessischen Tabellenwerte veröffentlicht das Innenministerium mit dem Bezügerechner; sie liegen nicht in unserer Datenbasis und fehlen deshalb hier. ### Wechsel zwischen TVöD und TV-L: Was mitgenommen wird Wer von einer Landesbehörde zu einer Kommune wechselt oder umgekehrt, wird neu eingestellt. § 16 Abs. 2a beider Verträge erlaubt dem neuen Arbeitgeber, die beim vorherigen Arbeitgeber erworbene Stufe ganz oder teilweise zu übernehmen, wenn der Wechsel unmittelbar aus einem Arbeitsverhältnis des öffentlichen Dienstes erfolgt; eine Pflicht ist das nicht. Häufiger Fehler beim Vergleich zweier Angebote: Nur der Tabellenwert wird verglichen. Rechnen Sie immer zwölf Monatsentgelte plus Jahressonderzahlung plus regelmäßige Zulagen, und prüfen Sie, welche Stufe der neue Arbeitgeber schriftlich zusagt. Offene Stellen nach Arbeitgeberebene: [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund), [Länder](/jobs/arbeitgebertyp/land), [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune). ### Häufige Fragen **Ist der TVöD besser bezahlt als der TV-L?** In der Tabelle liegt der TVöD in allen verglichenen Gruppen über dem TV-L, in E 5 Stufe 1 um 50,11 €, in E 13 Stufe 6 um 261,18 € im Monat. Dazu kommt die höhere Jahressonderzahlung: 85 Prozent bei den Kommunen gegen 74,35 Prozent im TV-L in E 9b bis E 11 und 46,47 Prozent in E 12 und E 13. Der TV-L erhöht dafür 2027 und 2028 noch zweimal, während der TVöD ab April 2027 neu verhandelt wird. **Gilt der TV-L für alle Bundesländer?** Für 15 der 16 Länder, die in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder organisiert sind, einschließlich Berlin. Hessen ist 2004 ausgetreten und schließt eigene Tarifverträge (TV-H) mit eigenen Tabellen und Terminen; die Tarifeinigung vom 27. März 2026 erhöht dort zum 1. Juli 2026 um 3,0 Prozent, mindestens 110 €. Kommunen in allen Ländern wenden den TVöD an, nicht den TV-L. **Welche Wochenarbeitszeit gilt im TVöD und im TV-L?** Im TVöD 39 Stunden bei Bund und Kommunen, seit 2026 mit der Möglichkeit, freiwillig und befristet bis 42 Stunden zu vereinbaren. Im TV-L wird die Arbeitszeit für jedes westdeutsche Land nach dem Anhang zu § 6 berechnet; für Schichtarbeit, Krankenhäuser und einige weitere Bereiche gelten 38,5 Stunden, im Tarifgebiet Ost 40 Stunden, für Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken 42 Stunden. **Kann ich meine Stufe beim Wechsel vom Land zur Kommune mitnehmen?** Nicht automatisch. Ein Wechsel zwischen TV-L und TVöD ist eine Neueinstellung mit Stufenzuordnung nach § 16. Der neue Arbeitgeber kann nach § 16 Abs. 2a die zuvor erworbene Stufe ganz oder teilweise berücksichtigen, wenn Sie unmittelbar aus einem Arbeitsverhältnis des öffentlichen Dienstes kommen. Sicher ist nur die Anrechnung einschlägiger Berufserfahrung: mindestens ein Jahr ergibt Stufe 2, mindestens drei Jahre in der Regel Stufe 3. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil (§§ 6, 8, 16, 18, 20, 26, 29a), Lesefassung der VKA: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - TVöD (Bund), § 16 (Bund) und § 20 (Bund), Lesefassung des BMI: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/themen/oeffentlicher-dienst/tarifvertraege/tvoed.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, gültig ab 1.1.2026) - BMI: Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen vom 6. April 2025: https://www.bmi.bund.de/DE/themen/oeffentlicher-dienst/tvoed/tarifverhandlungen/tarifverhandlungen-2025-node.html (Rundschreiben vom 11.4.2025, abgerufen 7.9.2026) - TV-L in der Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 14 (§§ 6, 8, 16, 18, 20, 26 und Anhang zu § 6), TdL: https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - Tarifeinigung für die Beschäftigten der Länder vom 14. Februar 2026, TdL: https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/tarifrunden/Einigungspapier_2026_-_v._14.2.2026__02.55_Uhr__final.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - Tarifeinigung für die Beschäftigten des Landes Hessen (Hessentarif) vom 27. März 2026: https://innen.hessen.de/sites/innen.hessen.de/files/2026-03/tarifeinigung_2026-03-27.pdf (Fassung vom 27.3.2026) - LandesTicket Hessen, Hessisches Ministerium des Innern: https://innen.hessen.de/buerger-staat/arbeits-und-dienstrecht/landesticket-fuer-hessen-unterwegs (abgerufen 7.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TVöD Bund (data/pay-tables/TVoeD_Bund-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-bund (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TV-L (data/pay-tables/TV_L-2026-04-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tv-l (Stand 1.4.2026) --- ## TV-V, TV-N, TVöD-K und TVöD-S: Tarife öffentlicher Unternehmen URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/tarifvertraege-oeffentliche-unternehmen-tv-v-tv-n Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: TV-V, TV-N, Öffentliche Unternehmen, Stadtwerke, Verkehrsbetriebe, Kliniken, Sparkassen Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Öffentliche Unternehmen wenden Spartentarifverträge an, nicht den TVöD der Verwaltung. Der TV-V hat 15 Entgeltgruppen mit sechs Stufen und einer Sonderzahlung von mindestens 100 Prozent des Oktoberentgelts; in Gruppe 9 zahlt er ab 1. Juni 2026 zwischen 4.618,94 und 5.725,69 Euro. Die TV-N werden regional von den Mitgliedverbänden der VKA vereinbart und unterscheiden sich je Land. Sparkassen zahlen nach TVöD-S eine Sparkassensonderzahlung aus 96 Prozent garantiertem Anteil plus leistungs- und erfolgsbezogenen Teilen. Eine Ausschreibung der Stadtwerke nennt „Entgeltgruppe 9“, eine der Stadtverwaltung nebenan ebenfalls. Die eine meint 4.618,94 Euro in Stufe 1, die andere 3.779,84 Euro. Beide Zahlen stimmen, weil zwei verschiedene Tarifverträge dahinterstehen: der TV-V für Versorgungsbetriebe und der TVöD für die Verwaltung. Wer bei einem öffentlichen Unternehmen anfängt, muss zuerst wissen, welches Tarifwerk gilt. ### Welcher Tarifvertrag gilt in welcher Sparte? Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) unterteilt ihre Mitglieder in acht Sparten, und jede hat eigene Tarifverträge. Für die Kernverwaltung gilt der TVöD mit dem Besonderen Teil Verwaltung. Öffentliche Unternehmen fallen dagegen unter Spartentarifverträge oder unter Besondere Teile des TVöD mit abweichenden Regelungen. | Sparte | Typische Arbeitgeber | Tarifvertrag | Besonderheit | | --- | --- | --- | --- | | Versorgung | Stadtwerke, Wasserversorger, Netzgesellschaften | TV-V | Eigene Tabelle mit 15 Entgeltgruppen, Sonderzahlung mindestens 100 Prozent | | Nahverkehr | Verkehrsbetriebe, Bus- und Bahngesellschaften | TV-N, regional vereinbart | Je Tarifgebiet eigene Fassung und eigene Tabelle | | Krankenhäuser | Städtische Kliniken, Klinikverbünde | TVöD-K (BT-K), TV-Ärzte/VKA | Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft eigenständig geregelt | | Pflege und Betreuung | Pflegeheime, Kitas, Behindertenhilfe | TVöD-B (BT-B) | Anlage C für den Sozial- und Erziehungsdienst, Anlage E für die Pflege | | Sparkassen | Sparkassen, Verbände | TVöD-S (BT-S) | Sparkassensonderzahlung statt Jahressonderzahlung | | Entsorgung | Abfallwirtschaft, Stadtreinigung | TVöD-E (BT-E) | Meist Eigenbetrieb, deshalb TVöD-Tabelle | | Flughäfen | Flughafengesellschaften | TVöD-F (BT-F), teils Haustarif | Schicht- und Wechselschichtdienst im 24-Stunden-Betrieb | Die Sparte allein entscheidet nicht. Maßgeblich ist, in welchem Arbeitgeberverband der Betrieb Mitglied ist und welche Rechtsform er hat. Ein Abfallwirtschaftsbetrieb als Eigenbetrieb der Stadt bleibt beim TVöD, dieselbe Aufgabe in einer GmbH kann unter einen Haustarifvertrag fallen. Welche Rechtsformen es gibt und was sie für den Status bedeuten, steht im Beitrag zu [Stadtwerken und kommunalen Unternehmen](/infocenter/stadtwerke-jobs-kommunale-unternehmen). ### Wie funktioniert der TV-V bei Stadtwerken? Der TV-V hat 15 Entgeltgruppen, von denen die Gruppen 2 bis 15 in sechs Stufen aufgeteilt sind; Gruppe 1 kennt nur einen Betrag. Eingruppiert wird nach der Tätigkeit, die mindestens zur Hälfte regelmäßig auszuüben ist. Anders als im TVöD richtet sich der Stufenaufstieg nach der Betriebszugehörigkeit beim selben Arbeitgeber, nicht nach allgemeiner Berufserfahrung. Der Geltungsbereich ist eng gefasst. § 1 Abs. 1 TV-V verlangt einen rechtlich selbstständigen Versorgungsbetrieb mit in der Regel mehr als 20 wahlberechtigten Arbeitnehmern, der mindestens 90 Prozent seines Personals in der Energie- oder Wasserversorgung einsetzt. Netz- und Netzservicegesellschaften zählen ausdrücklich dazu. Betriebe, die diese Schwelle nicht erreichen, können durch landesbezirklichen Tarifvertrag einbezogen werden. Für den Bereich der Arbeitsrechtlichen Vereinigung Hamburg gilt der TV-V nicht. | Entgeltgruppe TV-V | Stufe 1 | Stufe 3 | Stufe 6 | | --- | --- | --- | --- | | 15 | 6.813,22 € | 8.246,81 € | 9.922,08 € | | 13 | 5.984,29 € | 7.135,05 € | 8.245,12 € | | 11 | 5.252,83 € | 6.085,01 € | 6.862,07 € | | 9 | 4.618,94 € | 5.282,91 € | 5.725,69 € | | 7 | 3.988,65 € | 4.343,09 € | 4.674,56 € | | 5 | 3.505,59 € | 3.812,80 € | 4.134,75 € | | 2 | 2.922,27 € | 3.178,31 € | 3.386,63 € | | 1 | 2.604,51 € (keine Stufen) | | | Die Werte gelten ab 1. Juni 2026 nach Anlage 2 des TV-V. Bis Stufe 6 vergehen 15 Jahre: zwei Jahre bis Stufe 2, zwei weitere bis Stufe 3, drei bis Stufe 4, vier bis Stufe 5 und vier bis Stufe 6. Förderliche Zeiten können bei der Zuordnung berücksichtigt werden, und bei Leistungen erheblich über dem Durchschnitt kann die Laufzeit verkürzt werden. Beides sind Kann-Regeln ohne Anspruch, weshalb Sie die Anrechnung im Einstellungsgespräch ansprechen sollten. Weitere TV-V-Regeln, die vom TVöD abweichen: Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 39 Stunden wöchentlich ohne Pausen. Der Erholungsurlaub liegt bei 30 Arbeitstagen in der Fünf-Tage-Woche, dazu kommt Zusatzurlaub für je vier zusammenhängende Monate Schichtarbeit oder je zwei Monate Wechselschichtarbeit. Die Sonderzahlung nach § 16 beträgt mindestens 100 Prozent des Oktoberentgelts und wird mit dem Novemberentgelt ausgezahlt; über die Höhe darüber hinaus entscheidet der Arbeitgeber jährlich neu. Bis zu drei Arbeitstage lassen sich nach § 15a in Tauschtage umwandeln. ### Warum es keine einheitliche TV-N-Tabelle gibt Die Tarifverträge Nahverkehr werden nicht zentral abgeschlossen, sondern von den Mitgliedverbänden der VKA regional vereinbart. Es gibt deshalb keine bundesweite Lesefassung und keine bundesweite Entgelttabelle. Jedes Tarifgebiet hat eine eigene Fassung mit eigenen Entgeltgruppen, eigenen Stufenlaufzeiten und eigenen Zuschlägen. Für Bewerberinnen und Bewerber sagt die Angabe „TV-N“ in einer Ausschreibung ohne Länderzusatz deshalb nichts über die Höhe des Entgelts aus; verlangen Sie die Fassung Ihres Tarifgebiets. Angebote aus zwei Bundesländern lassen sich auch nicht am Tabellenwert vergleichen, weil die Zuschlagssystematik abweicht. Im Fahrdienst macht der Anteil aus Nacht-, Sonntags-, Feiertags- und Wechselschichtzuschlägen einen erheblichen Teil des Monatsentgelts aus, der in keiner Grundtabelle steht. Neben den TV-N nennt die VKA für die Sparte Nahverkehr einen Tarifvertrag Demografie sowie eigene Verträge für Auszubildende und dual Studierende. Offene Stellen im Fahrdienst, in Werkstätten und Leitstellen finden Sie unter [Verkehr und Logistik](/jobs/berufsfeld/verkehr-logistik) und in der Übersicht [Jobs bei öffentlichen Unternehmen](/jobs/oeffentliche-unternehmen). ### Kliniken, Pflege und Sozialdienst: TVöD-K und TVöD-B Kommunale Krankenhäuser wenden den TVöD mit dem Besonderen Teil Krankenhäuser an. Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt dort je nach Mitgliedverband 38,5 oder 39 Stunden wöchentlich, für Ärztinnen und Ärzte gilt eine eigene Regelung mit elektronischer Zeiterfassung. Bereitschaftsdienst wird nach Stufen bewertet und anteilig als Arbeitszeit gewertet; die tägliche Arbeitszeit kann bei erheblichem Bereitschaftsanteil über acht Stunden hinaus verlängert werden, höchstens bis 24 Stunden. Für ärztliches Personal gilt statt des TVöD der TV-Ärzte/VKA. Pflegekräfte werden nach der Anlage E des TVöD vergütet, der P-Tabelle mit den Gruppen P 5 bis P 16. Hinzu kommt eine Pflegezulage, die ab 1. Mai 2026 monatlich 141,82 Euro beträgt. Die Jahressonderzahlung ist im Pflegebereich nach § 52a eigenständig geregelt: 90 Prozent in den Gruppen P 5 bis P 8, 85 Prozent in den Gruppen P 9 bis P 16. Der Sozial- und Erziehungsdienst nutzt die Anlage C mit den Gruppen S 2 bis S 18, dazu eine monatliche SuE-Zulage und zwei Regenerationstage im Kalenderjahr. Die Einzelheiten stehen im Beitrag zur [S-Tabelle im Sozial- und Erziehungsdienst](/infocenter/tvoed-sue-s-tabelle-erzieher-sozialarbeit). Wie aus einer Tätigkeit überhaupt eine Entgeltgruppe wird, erklärt der Beitrag [Eingruppierung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Sparkassen: Sonderzahlung statt Weihnachtsgeld Sparkassen wenden den TVöD mit dem Besonderen Teil Sparkassen an. Der auffälligste Unterschied liegt bei der Sonderzahlung: Statt der Jahressonderzahlung des § 20 TVöD gilt § 44 BT-S mit der Sparkassensonderzahlung, die aus einem garantierten und einem variablen Anteil besteht. | Anteil | Höhe | Auszahlung | | --- | --- | --- | | Garantierter Anteil | 96 Prozent eines Monatstabellenentgelts (Oktober) | mit dem Novemberentgelt | | Leistungsbezogener Anteil | Budget von 64 Prozent eines Monatsentgelts, verteilt über Leistungszulagen und Leistungsprämien | spätestens mit dem Aprilentgelt des Folgejahres | | Unternehmenserfolgsbezogener Anteil | Budget von einem halben Monatsentgelt, abhängig von den Geschäftszielen der Sparkasse | nach Zielerreichung, meist nach der Schlussbesprechung | Voraussetzung ist ein Arbeitsverhältnis am 1. Dezember. Für jeden Kalendermonat ohne Entgeltanspruch entfällt ein Zwölftel. Fehlt eine Dienstvereinbarung über die Verteilung, sinkt der jeweilige variable Anteil auf 25 Prozent eines Monatsentgelts; beim unternehmenserfolgsbezogenen Teil verfällt der Rest. Alle ausgezahlten Anteile sind zusatzversorgungspflichtiges Entgelt und erhöhen damit die Betriebsrente, wie der Beitrag zur [Zusatzversorgung](/infocenter/vbl-zusatzversorgung-erklaert) zeigt. ### Angebote über Tarifgrenzen hinweg vergleichen Ein Angebot der Stadtwerke gegen eines der Stadtverwaltung zu halten, heißt meist Tabellenwert gegen Tabellenwert zu rechnen. Das führt in die Irre, weil die Spartentarifverträge unterschiedliche Sonderzahlungen, Arbeitszeiten und Zuschläge kennen. Im TV-V beträgt die Sonderzahlung mindestens ein volles Oktoberentgelt, im TVöD VKA dagegen 85 Prozent eines Monatsdurchschnitts. Die Wochenarbeitszeit ist mit 39 Stunden in beiden Verträgen gleich; der Unterschied liegt bei Sonderzahlung und Zuschlägen. Ein sauberer Vergleich braucht deshalb Jahresbrutto, Arbeitszeit und Zuschläge nebeneinander. Prüfen Sie außerdem, ob die Ausschreibung überhaupt einen Tarifvertrag nennt. Bleibt sie bei „Vergütung in Anlehnung an den TVöD“, gilt kein Tarifvertrag, sondern eine vertragliche Bezugnahme, die der Arbeitgeber ändern kann und die Tariferhöhungen nicht automatisch mitmacht. Fragen Sie in diesem Fall nach Tarifbindung, Fassung und Stand, bevor Sie über die Stufe verhandeln. Was danach vom Bruttobetrag übrig bleibt, zeigt der Beitrag [Vom Tarifbrutto zum Netto](/infocenter/brutto-netto-oeffentlicher-dienst-abzuege); die Tabellen der Verwaltung stehen unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). ### Häufige Fragen **Welcher Tarifvertrag gilt bei Stadtwerken?** In den meisten Fällen der Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V). Er gilt nach § 1 Abs. 1 für rechtlich selbstständige Versorgungsbetriebe, die in der Regel mehr als 20 wahlberechtigte Arbeitnehmer beschäftigen, Mitglied in einem kommunalen Arbeitgeberverband sind und mindestens 90 Prozent ihres Personals in der Energie- oder Wasserversorgung einsetzen. Netz- und Netzservicegesellschaften gelten ausdrücklich als Versorgungsbetriebe. Eigenbetriebe ohne eigene Rechtsform bleiben dagegen beim TVöD. **Warum gibt es keine bundesweite TV-N-Tabelle?** Weil die Tarifverträge Nahverkehr nicht von der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände selbst abgeschlossen werden, sondern von ihren Mitgliedverbänden regional vereinbart werden. Jedes Tarifgebiet hat deshalb eine eigene Fassung mit eigener Entgelttabelle, eigenen Stufenlaufzeiten und eigenen Zuschlägen für Nacht-, Wochenend- und Schichtarbeit. Wer eine Stelle im Fahrdienst oder in der Werkstatt prüft, braucht die Fassung des jeweiligen Landes, nicht eine bundesweite Übersicht. **Ist EG 9 TV-V dasselbe wie E 9b TVöD?** Nein. Der TV-V hat eine eigene Systematik mit den Entgeltgruppen 1 bis 15 und einer eigenen Tabelle. Die Entgeltgruppe 9 TV-V beginnt ab 1. Juni 2026 bei 4.618,94 Euro, die Entgeltgruppe E 9b TVöD VKA bei 3.779,84 Euro ab 1. Mai 2026. Die Zahlen lassen sich nicht ineinander umrechnen, weil beide Tarifverträge unterschiedliche Tätigkeitsmerkmale, Stufenzahlen und Laufzeiten verwenden. Prüfen Sie immer, welches Tarifwerk die Ausschreibung nennt. **Wie hoch ist die Sonderzahlung bei Sparkassen?** Die Sparkassensonderzahlung nach § 44 TVöD BT-S besteht aus drei Teilen. Garantiert sind 96 Prozent eines Monatstabellenentgelts, gemessen am Oktoberentgelt. Hinzu kommen ein individuell leistungsbezogener Teil aus einem Budget von 64 Prozent eines Monatsentgelts und ein unternehmenserfolgsbezogener Teil aus einem halben Monatsentgelt. Der garantierte Anteil wird mit dem Novemberentgelt gezahlt, der leistungsbezogene spätestens mit dem Aprilentgelt des Folgejahres. **Bekomme ich bei einem kommunalen Unternehmen die Zusatzversorgung?** Ja, wenn der Betrieb einen der kommunalen Tarifverträge anwendet. § 18 TV-V verweist ausdrücklich auf den Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K) oder den Tarifvertrag Altersversorgung (ATV). Die Beschäftigten werden dann bei einer kommunalen Zusatzversorgungskasse oder bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder pflichtversichert. Bei Haustarifverträgen, etwa an Flughäfen oder Messen, muss der Vertrag eine eigene Regelung enthalten. ### Quellen - Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V), Lesefassung der VKA in der Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 18, §§ 1, 5, 6, 14, 16, 18 und Anlage 2: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TV-V_AETV_18_Lesefassung_Stand-01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026, Entgelttabelle ab 1.6.2026) - TVöD Besonderer Teil Sparkassen (BT-S), Lesefassung der VKA in der Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 9, § 44 Sparkassensonderzahlung: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/BT-S_AETV-9_Lesefassung_Stand-01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - TVöD Besonderer Teil Krankenhäuser (BT-K), Lesefassung der VKA in der Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 15, Arbeitszeit und Bereitschaftsdienst: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/BT-K_AETV_15_Lesefassung_Stand-01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - TVöD Besonderer Teil Pflege- und Betreuungseinrichtungen (BT-B), Lesefassung der VKA, Anlage C (Sozial- und Erziehungsdienst) und Anlage E (Pflegedienst): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/BT-B_AETV_19_Lesefassung_Stand-01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026, Tabellen ab 1.5.2026) - VKA, Sparte Nahverkehr: Tarifverträge TV-N und TV Demografie Nahverkehr: https://vka.de/sparten/nahverkehr/ (abgerufen 8.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/vka/a/4410-vka-2026.html (Stand 1.5.2026) --- ## Jahressonderzahlung in freie Tage tauschen: Wahlmodell im TVöD URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/jahressonderzahlung-freie-tage-umwandlung-tvoed Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: Jahressonderzahlung, Urlaub, TVöD, Tarifrunde Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach § 29a TVöD können Tarifbeschäftigte des Bundes und der kommunalen Verwaltungen, Sparkassen, Flughäfen und Entsorgungsbetriebe bis zum 1. September in Textform verlangen, einen Teil der Jahressonderzahlung in bis zu drei bezahlte freie Tage im Folgejahr umzuwandeln. Ein Tauschtag kostet das Tabellenentgelt dieses Tages: bei E 9b Stufe 3 (TVöD VKA) 193,36 €, drei Tage 580,07 € von 3.573,03 € Jahressonderzahlung. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und der TV-L sind ausgenommen; Hessen hat mit § 6a TV-H ein eigenes Modell mit zwei Tagen. Nicht genommene Tage verfallen, beim Bund mit Geldausgleich. Bis zum 1. September 2026 können Tarifbeschäftigte des Bundes und der kommunalen Verwaltungen erstmals verlangen, einen Teil ihrer Jahressonderzahlung in bis zu drei freie Tage für das Jahr 2027 umzuwandeln. Grundlage ist § 29a TVöD, den die Tarifeinigung vom 6. April 2025 eingeführt hat. Ein Tauschtag kostet bei E 9b Stufe 3 (TVöD VKA, gültig seit 1. Mai 2026) 193,36 € brutto von der Jahressonderzahlung, drei Tage kosten 580,07 €. Wer den Antrag verpasst, muss ein Jahr warten. ### Was regelt das Zeit-statt-Geld-Wahlmodell? Beschäftigte tauschen einen Teil des Weihnachtsgeldes gegen bis zu drei bezahlte freie Tage im folgenden Kalenderjahr. Der Bund nennt das Modell in § 29a (Bund) „Zeit-statt-Geld-Wahlmodell“, die kommunalen Arbeitgeber in § 29a (VKA) „Teilweise Umwandlung der Jahressonderzahlung“. Die Jahressonderzahlung wird mit dem Novemberentgelt ausgezahlt und beträgt bei den Kommunen 85 Prozent, beim Bund je nach Entgeltgruppe 95, 90 oder 75 Prozent des durchschnittlichen Monatsentgelts der Monate Juli bis September (§ 20). Die Höhe im Einzelnen erklärt der Beitrag zur [Jahressonderzahlung im TVöD und TV-L](/infocenter/jahressonderzahlung-tvoed-tv-l-hoehe). Die freien Tage sind keine Urlaubstage. Sie kommen zu den 30 Urlaubstagen hinzu, die 2027 im TVöD auf 31 steigen, und unterliegen eigenen Verfallregeln. Nach der Tarifeinigung besteht die Möglichkeit ab dem Kalenderjahr 2026; die ersten Tauschtage fallen damit in das Jahr 2027. ### Wer darf die Umwandlung beantragen? Beim Bund alle Beschäftigten, die im laufenden Jahr Anspruch auf mindestens fünf Zwölftel der Jahressonderzahlung haben, also mindestens fünf Monate mit Entgeltanspruch. Bei den Kommunen gilt § 29a (VKA) nur für Beschäftigte, die unter die Besonderen Teile Verwaltung, Sparkassen, Flughäfen und Entsorgung fallen. Beschäftigte kommunaler Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen (BT-K und BT-B) sind nicht erfasst. Der TV-L kennt kein Wahlmodell; Landesbeschäftigte außerhalb Hessens können ihre Jahressonderzahlung nicht in freie Tage tauschen. Hessen hat mit § 6a TV-H ein eigenes Modell mit bis zu zwei Tagen, das die Tarifeinigung vom 27. März 2026 bis Ende 2028 verlängert hat; der letzte Antrag ist dort bis 30. September 2027 möglich. Die Unterschiede der Tarifwerke zeigt der Beitrag [TVöD oder TV-L](/infocenter/tvoed-oder-tv-l-unterschiede). ### Wie läuft der Antrag ab? 1. **Anzahl der Tauschtage festlegen.** Zulässig sind ein, zwei oder drei volle Arbeitstage. Beim Bund darf die Zahl die wöchentlichen Arbeitstage nicht übersteigen; wer an zwei Tagen pro Woche arbeitet, kann höchstens zwei Tage tauschen. 2. **Antrag in Textform bis zum 1. September stellen.** Eine E-Mail an die Personalstelle genügt, ein Formular ist nicht vorgeschrieben. Ein späterer Antrag wirkt erst für das übernächste Jahr. 3. **Umwandlungsbetrag prüfen.** Die Personalstelle berechnet den Wert der Tauschtage nach den Verhältnissen am 1. September und zieht ihn von der Novemberzahlung ab. Reicht die Jahressonderzahlung nicht für alle beantragten Tage, verringert sich bei der VKA die Zahl der Tage. 4. **Tauschtage im Folgejahr terminieren.** Die Wünsche der Beschäftigten sind zu berücksichtigen, sofern keine dringenden dienstlichen Gründe entgegenstehen. Die VKA erwartet die Terminmeldung spätestens vier Wochen vor dem Tag. 5. **Verfall vermeiden.** Nicht genommene Tauschtage verfallen mit dem Jahresende. Beim Bund entsteht dann ein Geldanspruch in Höhe des Umwandlungsbetrags, auszuzahlen bis 31. März des Folgejahres. Bei der VKA gibt es Geld nur, wenn ein bewilligter Tag wegen attestierter Arbeitsunfähigkeit oder auf Veranlassung des Arbeitgebers ausfiel und keine Ersatzfreistellung möglich war. ### Was kostet ein Tauschtag? Der Wert eines Tauschtages wird auf Stundenbasis berechnet. Zuerst wird die vereinbarte Wochenarbeitszeit durch die Zahl der Arbeitstage je Woche geteilt, bei 39 Stunden an fünf Tagen also 7,8 Stunden je Tag. Dann wird das durchschnittliche Monatsentgelt aus Juli bis September durch das 4,348-Fache der Wochenarbeitszeit geteilt, bei 39 Stunden durch 169,572. Stundenentgelt mal Stunden je Tag mal Anzahl der Tage ergibt den Umwandlungsbetrag. | Entgeltgruppe, Stufe 3 (TVöD VKA) | Monatsentgelt | Stundenentgelt | Wert eines Tauschtages | Jahressonderzahlung (85 %) | Rest nach drei Tauschtagen | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | E 5 | 3.449,05 € | 20,34 € | 158,65 € | 2.931,69 € | 2.455,74 € | | E 9b | 4.203,56 € | 24,79 € | 193,36 € | 3.573,03 € | 2.992,96 € | | E 13 | 5.709,87 € | 33,67 € | 262,64 € | 4.853,39 € | 4.065,46 € | Die Tabelle rechnet mit dem Tabellenentgelt ohne Zulagen; tatsächlich zählt das durchschnittlich gezahlte Monatsentgelt einschließlich regelmäßiger Zulagen wie der Wechselschichtzulage. Beim Bund gilt dieselbe Formel mit dem Bundestabellenwert, in E 9b Stufe 3 sind das 4.267,03 € und ein Tauschtag von 196,28 €. Ein Tauschtag kostet damit genau das, was der Arbeitgeber für diesen Tag an Entgelt zahlt; es gibt weder Aufschlag noch Abschlag. Bei Teilzeit ändert sich das Verhältnis nicht. Eine halbe Stelle in E 9b Stufe 3 mit 19,5 Stunden an drei Tagen hat 6,5 Stunden je Arbeitstag und ein Monatsentgelt von 2.101,78 €; der Tauschtag kostet 161,13 €, die Jahressonderzahlung beträgt 1.786,51 €. Beim Bund wären hier höchstens drei Tauschtage möglich, weil drei Arbeitstage pro Woche vereinbart sind; bei zwei Arbeitstagen wären es zwei. ### Lohnt sich der Tausch? Finanziell ist der Tausch neutral: Sie verzichten auf Bruttoentgelt in Höhe des Tageswerts und erhalten dafür einen bezahlten freien Tag zum selben Preis. Der Vorteil liegt in der Planbarkeit. Ein Sonderurlaub nach § 28 ist unbezahlt und steht im Ermessen des Arbeitgebers, ein Tauschtag ist ein tariflicher Anspruch, dessen Lage nur aus dringenden dienstlichen Gründen abgelehnt werden darf. Wer ohnehin jedes Jahr Resturlaub verfallen lässt, gewinnt durch zusätzliche Tage nichts; wer für Brückentage, Kinderbetreuung oder Pflege regelmäßig unbezahlt fehlt, spart mit dem Tausch den Entgeltausfall dieser Tage nicht, verteilt ihn aber auf die Novemberzahlung statt auf den laufenden Monat. Nettoeffekte hängen von Steuerklasse und Freibeträgen ab und lassen sich nur mit dem eigenen Lohnsteuerabzug bestimmen. ### Sonderfälle: Krankheit, Ausscheiden, Elternzeit Wird ein bewilligter Tauschtag wegen Krankheit nicht genommen, muss die Arbeitsunfähigkeit unverzüglich angezeigt und ärztlich attestiert sein; dann ist der Tag innerhalb des Jahres zu verlegen, soweit dienstliche Erfordernisse es zulassen. Für das Ausscheiden vor dem Tauschtag enthält § 29a keine eigene Regel; nach dem Wortlaut greift beim Bund der Ausgleichsanspruch für nicht genommene Tage, bei der VKA der Verfall ohne Abgeltung. Wer im Antragsjahr weniger als fünf Monate Entgelt bezogen hat, etwa wegen Elternzeit, ist beim Bund ausgeschlossen. Kündigen die Tarifparteien § 29a später, bleiben bereits verlangte Tauschtage bestehen; kündbar ist die Vorschrift frühestens zum 31. Dezember 2029. Wer die Frist verpasst hat, kann kurzfristigen Bedarf über in Zeit umgewandelte Zeitzuschläge oder ein Arbeitszeitkonto decken ([Arbeitszeit, Gleitzeit und Arbeitszeitkonto](/infocenter/arbeitszeit-gleitzeit-ueberstunden-arbeitszeitkonto)). Stellen bei Bund und Kommunen, für die das Wahlmodell gilt, finden Sie unter [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund) und [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune); die Tabellen stehen unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) und [TVöD Bund](/infocenter/tabellen/tvoed-bund). ### Häufige Fragen **Bis wann muss ich die Umwandlung der Jahressonderzahlung beantragen?** Bis zum 1. September des laufenden Kalenderjahres, in Textform, also auch per E-Mail an die Personalstelle. Der Antrag nennt die Zahl der gewünschten Tauschtage, höchstens drei. Die freien Tage werden im folgenden Kalenderjahr gewährt. Wer den 1. September verpasst, kann erst im nächsten Jahr wieder beantragen; eine Nachfrist sehen weder § 29a (Bund) noch § 29a (VKA) vor. **Wie viel Jahressonderzahlung verliere ich pro freiem Tag?** Genau den Wert eines Arbeitstages nach Ihrem durchschnittlichen Monatsentgelt aus Juli bis September. Bei 39 Wochenstunden an fünf Tagen sind das 7,8 Stunden mal Stundenentgelt, das Monatsentgelt geteilt durch 169,572. In E 9b Stufe 3 der TVöD-VKA-Tabelle kostet ein Tag 193,36 €, in E 5 Stufe 3 158,65 €, in E 13 Stufe 3 262,64 €. Zulagen, die Sie regelmäßig beziehen, erhöhen den Wert entsprechend. **Gilt das Wahlmodell auch im Krankenhaus oder in der Pflege?** Nein. § 29a (VKA) gilt nur für Beschäftigte, die unter die Besonderen Teile Verwaltung, Sparkassen, Flughäfen und Entsorgung fallen. Beschäftigte kommunaler Krankenhäuser (BT-K) und Pflege- und Betreuungseinrichtungen (BT-B) sind nicht erfasst. Beim Bund gilt das Modell für alle Beschäftigten mit Anspruch auf mindestens fünf Zwölftel der Jahressonderzahlung. Im TV-L gibt es kein vergleichbares Modell, in Hessen § 6a TV-H mit bis zu zwei Tagen. **Was passiert mit Tauschtagen, die ich nicht nehme?** Sie verfallen mit Ablauf des Kalenderjahres, für das sie gewährt wurden. Beim Bund entsteht dann ein Ausgleichsanspruch in Höhe des Umwandlungsbetrags, auszuzahlen bis 31. März des Folgejahres. Bei den Kommunen ist eine Abgeltung ausgeschlossen; Geld gibt es nur, wenn ein bewilligter Tag wegen attestierter Arbeitsunfähigkeit oder auf Veranlassung des Arbeitgebers ausfiel und keine Ersatzfreistellung im selben Jahr möglich war. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, § 20 (VKA), § 24, § 29a (Bund) und § 29a (VKA), Lesefassung der VKA: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - TVöD (Bund), § 20 (Bund) und § 29a (Bund), Lesefassung des BMI: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/themen/oeffentlicher-dienst/tarifvertraege/tvoed.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, gültig ab 1.1.2026) - BMI: Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen vom 6. April 2025: https://www.bmi.bund.de/DE/themen/oeffentlicher-dienst/tvoed/tarifverhandlungen/tarifverhandlungen-2025-node.html (Rundschreiben vom 11.4.2025, abgerufen 7.9.2026) - Tarifeinigung für die Beschäftigten des Landes Hessen (Hessentarif) vom 27. März 2026, Abschnitt IX Nr. 1 (§ 6a TV-H): https://innen.hessen.de/sites/innen.hessen.de/files/2026-03/tarifeinigung_2026-03-27.pdf (Fassung vom 27.3.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TVöD Bund (data/pay-tables/TVoeD_Bund-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-bund (Stand 1.5.2026) --- ## Auswahlverfahren beim Zoll: Ablauf, Fristen, Bezüge URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/auswahlverfahren-zoll-ablauf Kategorie: Bewerbung Themen: Einstellungstest, Zoll, Anwärterbezüge, Auswahlverfahren, Bund Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Der Zoll stellt einmal jährlich ein. Für den Start am 1. September 2027 endet die Bewerbungsfrist am 15. Oktober 2026, für Ausbildung und Studium gleichermaßen. Das Auswahlverfahren hat einen schriftlichen Teil von bis zu 3,5 Stunden im mittleren und bis zu vier Stunden im gehobenen Dienst, danach folgt ein mündlicher Teil mit Gruppenübung, Rollenspiel und Interview. Die Anwärterbezüge nennt der Zoll mit 1.560,06 Euro im mittleren und 1.846,85 Euro im gehobenen Dienst, ausdrücklich vorläufig und ohne Gewähr. Ein Datum, zwei Laufbahnen: Bis zum 15. Oktober 2026 nimmt der Zoll Bewerbungen für den Einstieg zum 1. September 2027 entgegen, für die Ausbildung im mittleren Dienst wie für das Studium im gehobenen Dienst. Wer diesen Tag verpasst, wartet ein Jahr. Und wer sich fragt, ob er mit 45 noch anfangen kann: Die Altersgrenze liegt bei grundsätzlich 49 Jahren bei Ausbildungs- oder Studienbeginn, deutlich höher als bei jeder Landespolizei. ### Wer kann sich beim Zoll bewerben? Die Zollverwaltung ist eine Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesfinanzministeriums. Sie stellt in beiden Laufbahnen ins Beamtenverhältnis auf Widerruf ein, mit Anwärterbezügen vom ersten Tag an. Die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich vor allem beim Schulabschluss. | Merkmal | Mittlerer Dienst (Ausbildung) | Gehobener Dienst (Studium) | | --- | --- | --- | | Schulabschluss | Realschulabschluss oder gleichwertig anerkannter Bildungsstand; auch Hauptschulabschluss mit mindestens zweijähriger Berufsausbildung | Abitur oder ein zu einem Hochschulstudium berechtigender Bildungsabschluss | | Höchstalter | grundsätzlich nicht älter als 49 Jahre bei Ausbildungsbeginn | grundsätzlich nicht älter als 49 Jahre bei Studienbeginn | | Dauer | zwei Jahre, Abschluss mit der Laufbahnprüfung | drei Jahre, sechs Semester, davon drei Fach- und drei Praxissemester | | Schriftlicher Test | bis zu 3,5 Stunden | bis zu vier Stunden | | Anwärtergrundgehalt | 1.560,06 € brutto im Monat, vorläufig | 1.846,85 € brutto im Monat, vorläufig | | Bewerbungsschluss | 15. Oktober 2026 für den 1. September 2027 | 15. Oktober 2026 für den 1. September 2027 | Für beide Laufbahnen gilt dieselbe Staatsangehörigkeitsregel: Deutsche im Sinne des Artikels 116 Grundgesetz oder Staatsangehörige eines anderen EU-Mitgliedstaats sowie Islands, Liechtensteins, Norwegens oder der Schweiz. Verlangt werden außerdem keine Vorstrafen, geordnete wirtschaftliche Verhältnisse und die Bereitschaft zu Dienstkleidung, zum Tragen einer Waffe und zum Schichtdienst. Die gesundheitliche Eignung stellt eine amts- oder betriebsärztliche Untersuchung fest. ### Was steht im schriftlichen Teil? Beide Laufbahnen prüfen dieselben Grundfähigkeiten, der gehobene Dienst legt eine Ebene darauf. Im **mittleren Dienst** dauert der schriftliche Teil bis zu 3,5 Stunden und deckt Sprach-, Logik- und Zahlenverständnis, Textanalyse, eine Arbeitsprobe und Allgemeinbildung als Wissenstest ab. Beim **gehobenen Dienst** sind es bis zu vier Stunden, und zusätzlich kommen Rechtsfälle hinzu. Im Rechenteil geht es nicht um höhere Mathematik. Abgefragt werden mathematische Grundregeln, Dreisatzrechnung, Prozentrechnen und Zinsberechnungen. Ein nicht programmierbarer Taschenrechner ist bei der Lösung der Aufgaben zugelassen. Bei Rechtschreibung und Grammatik hilft kein Hilfsmittel, hier zählt Vorbereitung. Die Arbeitsprobe unterscheidet den Zolltest von reinen Intelligenztests: Statt abstrakter Aufgaben bearbeiten Sie eine Aufgabe, wie sie im Dienst vorkommt. Mit dem Unterschied zwischen einem Wissenstest und einem Eignungstest im Kopf bereiten Sie sich gezielter vor. Wie andere Behörden ihre schriftlichen Verfahren aufbauen, zeigt der Beitrag [Einstellungstest Polizei](/infocenter/einstellungstest-polizei-vorbereitung). ### Was passiert im mündlichen Teil? Zum mündlichen Verfahren wird in der Regel eingeladen, wer den schriftlichen Teil bestanden hat. Es besteht aus mehreren Bausteinen, in denen Sie in Gruppen und einzeln beobachtet werden. 1. **Gruppenübung mit Diskussionsbeiträgen.** Beobachtet werden Argumentation, Zuhören und der Umgang mit abweichenden Meinungen, nicht die Durchsetzung um jeden Preis. 2. **Rollenspiel.** Eine gespielte Gesprächssituation, in der Sie eine Rolle übernehmen und auf ein Gegenüber reagieren. 3. **Kurzvortrag.** Nur im gehobenen Dienst: Sie stellen einen Sachverhalt dar und erläutern ihn. 4. **Interview.** Fragen zur Person und zur Motivation, dazu Wissen über den Zoll selbst. Wer nicht sagen kann, welche Aufgaben die Zollverwaltung neben der Grenzkontrolle hat, fällt hier auf. Der letzte Punkt ist der am leichtesten vorzubereitende und der am häufigsten unterschätzte. Die Zollverwaltung erhebt Einfuhrabgaben und Verbrauchsteuern, bekämpft Schmuggel und Produktpiraterie, kontrolliert mit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Mindestlohn und Sozialabgaben und vollstreckt Forderungen des Bundes. Grundsätzliches zu strukturierten Interviews in Behörden steht im Beitrag [Vorstellungsgespräch in der Behörde](/infocenter/vorstellungsgespraech-behoerde-auswahlkommission). ### Wie viel verdienen Anwärterinnen und Anwärter? Der Zoll beziffert das Anwärtergrundgehalt für den mittleren Vorbereitungsdienst mit **1.560,06 Euro** und für den gehobenen Dienst mit **1.846,85 Euro** brutto im Monat, gezahlt monatlich im Voraus. Beide Beträge stehen unter einem ausdrücklichen Vorbehalt: Der Zoll bezeichnet sie als vorläufig unter Vorbehalt einer späteren gesetzlichen Regelung und ohne Gewähr. Hintergrund ist, dass die Bundesbesoldung derzeit auf Grundlage eines Rundschreibens als Abschlag gezahlt wird und das Anpassungsgesetz noch aussteht. Kalkulieren Sie mit diesen Zahlen, rechnen Sie deshalb mit Korrekturen. Zur Einordnung nach der Ausbildung: Das Grundgehalt der Besoldungsgruppe **A 9 in Stufe 1** liegt beim Bund bei rund 3.552 Euro brutto im Monat, gerundet und ohne Zulagen und Familienzuschlag. Die vollständige Tabelle steht unter [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). Was Besoldung von Tarifentgelt unterscheidet, erklärt der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Welche Unterlagen gehören in die Bewerbung? Beworben wird online über das Bewerbungsportal des jeweiligen Hauptzollamts; ausnahmsweise ist eine schriftliche Bewerbung möglich. Das Anschreiben lässt sich während der Online-Bewerbung unmittelbar digital ausfüllen. Dazu kommen ein tabellarischer Lebenslauf und Kopien sämtlicher Schulabgangs- und Berufsabschlusszeugnisse. Für die Ausbildung im mittleren Dienst gehört der **Nachweis des Deutschen Sportabzeichens mindestens in Bronze** zu den einzureichenden Unterlagen. Für den gehobenen Dienst verlangt der Zoll ihn nur bei Bewerbungen auf Positionen auf einem Zollboot oder Zollschiff bei den Hauptzollämtern Itzehoe und Stralsund; dort ist er bis spätestens zum 15. Juni des Einstellungsjahres vorzulegen und darf zum Vorlagezeitpunkt nicht älter als zwölf Monate sein. Minderjährige Bewerberinnen und Bewerber legen eine Einverständniserklärung des gesetzlichen Vertreters bei. Ein Schwerbehindertenausweis oder Gleichstellungsbescheid und Zeugnisse beruflicher Tätigkeiten kommen hinzu, soweit vorhanden. ### Der Fehler, der ein ganzes Jahr kostet Der Zoll stellt einmal jährlich ein, und die Frist endet fast elf Monate vor dem Einstellungstag. Wer im Frühjahr 2027 auf die Idee kommt, sich zu bewerben, findet keinen offenen Zugang mehr für September 2027, sondern erst wieder für September 2028. Das Sportabzeichen verschärft das: Eine Prüfung im Sportverein braucht Termine, Trainingszeit und eine berechtigte Prüfstelle. Wer im September mit dem Training beginnt und die Bewerbung bis Mitte Oktober abgeben will, hat sich verrechnet. Ebenfalls unterschätzt wird das Höchstalter von 49 Jahren. Es klingt großzügig und ist es auch, hat aber eine Kehrseite: Der Vorbereitungsdienst dauert zwei beziehungsweise drei Jahre, und die Verbeamtung auf Lebenszeit setzt eine anschließende Probezeit voraus. Wer spät einsteigt, sollte prüfen, welche Auswirkungen das auf die spätere Versorgung hat. Der Beitrag [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst) ordnet die Alternativen für Berufserfahrene ein. ### Häufige Fragen **Wie läuft das Auswahlverfahren beim Zoll ab?** In zwei Teilen. Zuerst schreiben Sie einen schriftlichen Test, im mittleren Dienst bis zu 3,5 Stunden, im gehobenen Dienst bis zu vier Stunden. Geprüft werden Sprach-, Logik- und Zahlenverständnis, Textanalyse, eine Arbeitsprobe und Allgemeinbildung, im gehobenen Dienst zusätzlich Rechtsfälle. Bei bestandenem Test folgt in der Regel die Einladung zum mündlichen Teil. **Wie viel verdient man als Zollanwärter?** Der Zoll nennt für den mittleren Vorbereitungsdienst ein Anwärtergrundgehalt von 1.560,06 Euro und für den gehobenen Dienst 1.846,85 Euro brutto im Monat. Beide Beträge sind auf zoll.de ausdrücklich als vorläufig unter Vorbehalt einer späteren gesetzlichen Regelung und ohne Gewähr gekennzeichnet. Gezahlt wird monatlich im Voraus. **Welchen Schulabschluss brauche ich für den Zoll?** Für die Ausbildung im mittleren Dienst genügt mindestens der Realschulabschluss oder ein gleichwertig anerkannter Bildungsstand. Auch ein Hauptschulabschluss reicht, wenn eine mindestens zweijährige Berufsausbildung hinzukommt. Für das Studium im gehobenen Dienst brauchen Sie das Abitur oder einen anderen Bildungsabschluss, der zu einem Hochschulstudium berechtigt. **Wie alt darf ich beim Zoll höchstens sein?** Der Zoll setzt eine ungewöhnlich hohe Grenze: Sie dürfen bei Ausbildungs- oder Studienbeginn grundsätzlich nicht älter als 49 Jahre sein. Damit steht der Einstieg auch Menschen offen, die bei Landespolizeien wegen Altersgrenzen zwischen 30 und 40 Jahren längst ausscheiden. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist keine Voraussetzung, wenn der Schulabschluss passt. **Bis wann muss ich mich beim Zoll bewerben?** Bis zum 15. Oktober 2026 für den Einstieg zum 1. September 2027, und zwar für die Ausbildung im mittleren Dienst wie für das Studium im gehobenen Dienst. Beworben wird online über das Bewerbungsportal des jeweiligen Hauptzollamts. Das Deutsche Sportabzeichen in Bronze reichen Sie im mittleren Dienst mit den Bewerbungsunterlagen ein. ### Quellen - Zoll, Auswahlverfahren Ausbildung mittlerer Dienst (schriftlicher Teil bis zu 3,5 Stunden, Inhalte, mündlicher Teil mit Gruppenübung, Rollenspiel und Interview): https://www.zoll.de/DE/Karriere/Ausbildung-Studium/Zolldienst/Ausbildung-mittlerer-Dienst/Auswahlverfahren/auswahlverfahren_node.html (abgerufen 7.9.2026) - Zoll, Auswahlverfahren Studium gehobener Dienst (schriftlicher Teil bis zu vier Stunden, Rechtsfälle, mündlicher Teil mit Kurzvortrag): https://www.zoll.de/DE/Karriere/Ausbildung-Studium/Zolldienst/Studium-gehobener-Dienst/Auswahlverfahren/auswahlverfahren_node.html (abgerufen 7.9.2026) - Zoll, Voraussetzungen Ausbildung mittlerer Dienst (Realschulabschluss, Hauptschulabschluss mit Ausbildung, Höchstalter 49 Jahre, Staatsangehörigkeit, Deutsches Sportabzeichen bis 15. Juni): https://www.zoll.de/DE/Karriere/Ausbildung-Studium/Zolldienst/Ausbildung-mittlerer-Dienst/Voraussetzungen/voraussetzungen_node.html (abgerufen 7.9.2026) - Zoll, Voraussetzungen Studium gehobener Dienst (Abitur oder gleichwertiger Abschluss, Höchstalter 49 Jahre, gesundheitliche Eignung, Bereitschaft zu Dienstkleidung, Waffe und Schichtdienst): https://www.zoll.de/DE/Karriere/Ausbildung-Studium/Zolldienst/Studium-gehobener-Dienst/Voraussetzungen/Voraussetzungen_node.html (abgerufen 7.9.2026) - Zoll, Bewerbungsverfahren Ausbildung mittlerer Dienst (Frist 15. Oktober 2026 für den 1. September 2027, Unterlagen, Online-Bewerbung): https://www.zoll.de/DE/Karriere/Ausbildung-Studium/Zolldienst/Ausbildung-mittlerer-Dienst/Bewerbungsverfahren-Zoll-m/bewerbungsverfahren-zoll-m_node.html (abgerufen 7.9.2026) - Zoll, Bewerbungsverfahren Studium gehobener Dienst (Frist 15. Oktober 2026 für den 1. September 2027, Unterlagen): https://www.zoll.de/DE/Karriere/Ausbildung-Studium/Zolldienst/Studium-gehobener-Dienst/Bewerbungsverfahren-Zoll-g/bewerbungsverfahren-zoll-g_node.html (abgerufen 7.9.2026) - Zoll, Besoldung und Vergütung (Anwärtergrundgehälter 1.560,06 € und 1.846,85 €, vorläufig unter Vorbehalt einer späteren gesetzlichen Regelung, ohne Gewähr): https://www.zoll.de/DE/Karriere/Ausbildung-Studium/Zolldienst/Besoldung-Verguetung/besoldung-verguetung_node.html (abgerufen 7.9.2026, Angabe vom Zoll als vorläufig gekennzeichnet) - Zoll, Ausbildung mittlerer Dienst (Dauer zwei Jahre, Abschluss mit der Laufbahnprüfung) und Studium gehobener Dienst (drei Jahre, sechs Semester): https://www.zoll.de/DE/Karriere/Ausbildung-Studium/Zolldienst/zolldienst_node.html (abgerufen 7.9.2026) - Bundesbesoldungsordnung A, Grundgehaltssätze (A 9 Stufe 1), Tabelle in data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json: https://www.bmi.bund.de/DE/themen/oeffentlicher-dienst/besoldung/besoldung-node.html (vorläufige Tabelle, gültig ab 1.5.2026) --- ## Zulagen im öffentlichen Dienst: Schicht, Erschwernis, Fachkräfte URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/zulagen-oeffentlicher-dienst-uebersicht Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: Zulagen, TVöD, IT, Pflege Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Neben dem Tabellenentgelt zahlt der öffentliche Dienst Zeitzuschläge und Zulagen. Ständige Wechselschichtarbeit bringt nach § 8 Abs. 5 TVöD 200 € im Monat, ständige Schichtarbeit 100 €; im TV-L gelten dieselben Beträge seit 1. Juli 2026. Nachtarbeit wird mit 20 v.H., Sonntagsarbeit mit 25 v.H. und Feiertagsarbeit ohne Freizeitausgleich mit 135 v.H. des Stundenanteils der Stufe 3 vergütet. Erschwerniszuschläge liegen bei 5 bis 15 v.H. Kommunale Arbeitgeber können bis 31. Dezember 2028 eine Fachkräftezulage von bis zu 1.500 € monatlich zahlen. Eine Pflegefachkraft in E 9b Stufe 3 bei einer Kommune verdient nach der Tabelle ab 1.5.2026 monatlich 4.203,56 € brutto. Arbeitet sie in ständiger Wechselschicht, kommen 200 € dazu. Für jede Nachtstunde gibt es zusätzlich 20 v.H. des Stundenanteils, für einen Feiertagsdienst ohne Freizeitausgleich 135 v.H. Zulagen und Zeitzuschläge sind der Teil des Gehalts, den die Entgelttabelle nicht zeigt, und sie stehen auf sehr unterschiedlichen Rechtsgrundlagen. ### Welche Zulagen gibt es im öffentlichen Dienst? Der Tarifvertrag unterscheidet drei Gruppen. Zeitzuschläge nach § 8 TVöD hängen an der Lage der Arbeitszeit, also an Nacht, Sonntag, Feiertag oder Samstagnachmittag. Zulagen nach § 8 Abs. 5 und 6 hängen an der Form der Arbeit, also an Wechselschicht oder Schicht. Erschwerniszuschläge nach § 19 hängen an den Bedingungen der Arbeit, etwa an Gefahr, Hitze oder Strahlenexposition. Daneben stehen Zulagen für bestimmte Tätigkeiten in den Anlagen der Entgeltordnung und die außertarifliche Fachkräftezulage der kommunalen Arbeitgeber. | Zulage oder Zuschlag | Rechtsgrundlage | Höhe | Voraussetzung | | --- | --- | --- | --- | | Überstunden E 1 bis E 9b | § 8 Abs. 1 Buchst. a TVöD | 30 v.H. je Stunde | angeordnete Überstunde | | Überstunden E 9c bis E 15 | § 8 Abs. 1 Buchst. a TVöD | 15 v.H. je Stunde | im TV-L gilt die Grenze zwischen E 9b und E 10 | | Nachtarbeit | § 8 Abs. 1 Buchst. b TVöD | 20 v.H. je Stunde | Arbeit in der Nacht | | Sonntagsarbeit | § 8 Abs. 1 Buchst. c TVöD | 25 v.H. je Stunde | Dienst am Sonntag | | Feiertagsarbeit ohne Freizeitausgleich | § 8 Abs. 1 Buchst. d TVöD | 135 v.H. je Stunde | mit Freizeitausgleich 35 v.H. | | 24. und 31. Dezember ab 6 Uhr | § 8 Abs. 1 Buchst. e TVöD | 35 v.H. je Stunde | Dienst an diesen Tagen | | Samstag 13 bis 21 Uhr | § 8 Abs. 1 Buchst. f TVöD | 20 v.H. je Stunde | nicht im Rahmen von Schichtarbeit | | Wechselschichtzulage | § 8 Abs. 5 TVöD | 200 € monatlich, sonst 1,18 € je Stunde | ständige Wechselschichtarbeit | | Schichtzulage | § 8 Abs. 6 TVöD | 100 € monatlich, sonst 0,59 € je Stunde | ständige Schichtarbeit | | Erschwerniszuschlag | § 19 Abs. 4 TVöD | 5 bis 15 v.H. je Stunde | außergewöhnliche Erschwernis | | Persönliche Zulage | § 14 TVöD | Unterschiedsbetrag zur höheren Entgeltgruppe | höherwertige Tätigkeit ab einem Monat | | Fachkräftezulage (Kommunen) | Fachkräfte-RL der VKA | bis 1.500 € monatlich in E 9a bis E 15 | Personalbedarf oder Bindung, befristet | ### Wie viel bringt ein Nachtdienst konkret? Die Zeitzuschläge rechnen sich nicht aus Ihrem eigenen Entgelt, sondern aus dem Tabellenentgelt der Stufe 3 Ihrer Entgeltgruppe. Wer in Stufe 1 steht, bekommt also denselben Zuschlag wie eine Kollegin in Stufe 6. Der Stundenanteil ergibt sich nach § 24 Abs. 3 Satz 3, indem der Monatsbetrag durch das 4,348-fache der regelmäßigen Wochenarbeitszeit geteilt wird; diese beträgt nach § 6 Abs. 1 TVöD 39 Stunden. Ein Beispiel in E 9b nach TVöD VKA, Tabelle ab 1.5.2026: Stufe 3 liegt bei 4.203,56 €, geteilt durch das 4,348-fache von 39 ergibt einen Stundenanteil von 24,79 €. Daraus folgen 4,96 € für jede Nachtstunde, 6,20 € für jede Sonntagsstunde und 33,47 € für jede Feiertagsstunde ohne Freizeitausgleich. In E 6 liegt der Stundenanteil bei 21,11 €, die Nachtstunde also bei 4,22 €. Zwei Regeln begrenzen die Summe. Treffen die Zuschläge für Sonntag, Feiertag, 24. und 31. Dezember sowie Samstagnachmittag zusammen, wird nur der höchste gezahlt; der Nachtzuschlag bleibt daneben bestehen. Und für Feiertagsarbeit ohne Freizeitausgleich sind einschließlich des Tabellenentgelts höchstens 235 v.H. zu zahlen. Auf Wunsch lassen sich die Zuschläge in Zeit umwandeln, wenn ein Arbeitszeitkonto nach § 10 besteht. Mehr dazu steht im Beitrag zu [Arbeitszeit, Gleitzeit und Überstunden](/infocenter/arbeitszeit-gleitzeit-ueberstunden-arbeitszeitkonto). ### Wechselschicht oder Schicht: was ist der Unterschied? Wechselschichtarbeit setzt einen ständigen Wechsel der Schichten mit Nachtarbeit voraus, Schichtarbeit nicht. Deshalb ist die Wechselschichtzulage doppelt so hoch. Ständige Wechselschichtarbeit bringt 200 € im Monat, ständige Schichtarbeit 100 €. Wer nicht ständig in dieser Form arbeitet, erhält stundenbezogene Beträge: 1,18 € je Stunde Wechselschicht und 0,59 € je Stunde Schicht. Der TV-L hat lange deutlich weniger gezahlt. Bis zum 30. Juni 2026 galten dort 105 € monatlich für ständige Wechselschicht und 40 € für ständige Schichtarbeit. Seit dem 1. Juli 2026 sind es 200 € und 100 € monatlich, bei nicht ständiger Ausübung 1,19 € und 0,60 € je Stunde. Die Protokollerklärung zu den Absätzen 5 und 6 des TVöD sieht vor, dass sich die Beträge bei allgemeinen Entgeltanpassungen nach dem 31. Dezember 2026 um den vereinbarten Vomhundertsatz verändern. An der Wechselschicht- und Schichtzulage hängt mehr als Geld. Wer die Wechselschichtzulage bezieht und ständig Wechselschichtarbeit leistet, erhält nach § 27 TVöD einen Arbeitstag Zusatzurlaub je zwei zusammenhängende Monate. Die Einzelheiten stehen im Beitrag zum [Urlaub im öffentlichen Dienst](/infocenter/urlaub-tvoed-tv-l-30-tage). Stellen im Schichtdienst finden Sie unter [Gesundheit und Pflege](/jobs/berufsfeld/gesundheit-pflege) sowie [Polizei, Sicherheit und Feuerwehr](/jobs/berufsfeld/polizei-sicherheit-feuerwehr). ### Erschwerniszuschläge: wofür genau? Erschwerniszuschläge zahlt der Arbeitgeber für Arbeiten mit außergewöhnlichen Erschwernissen. Ausdrücklich ausgenommen sind Erschwernisse, die zum Berufs- oder Tätigkeitsbild gehören, das der Eingruppierung zugrunde liegt. Eine Straßenreinigerin bekommt für den Schmutz ihres Berufs keinen Zuschlag, weil er bereits in der Entgeltgruppe steckt. § 19 Abs. 2 nennt fünf Fallgruppen: besondere Gefährdung, extreme nicht klimabedingte Hitzeeinwirkung, besonders starke Schmutz- oder Staubbelastung, besonders starke Strahlenexposition und sonstige vergleichbar erschwerte Umstände. Wird der Erschwernis durch Arbeitsschutz ausreichend Rechnung getragen, entfällt der Zuschlag. Die Höhe liegt nach Absatz 4 in der Regel bei 5 bis 15 v.H. des Stundenanteils des Tabellenentgelts der Stufe 2 der Entgeltgruppe 2, in besonderen Fällen auch abweichend. Nach der Tabelle TVöD VKA ab 1.5.2026 sind das je Stunde zwischen 0,88 € und 2,63 €. Welche Arbeiten zuschlagspflichtig sind, vereinbaren die Tarifparteien im Bereich der VKA landesbezirklich, für den Bund in einem Bundestarifvertrag. Für Beamtinnen und Beamte gilt stattdessen die Erschwerniszulagenverordnung des Bundes. Sie arbeitet mit festen Beträgen statt mit Prozentsätzen: 6,31 € je Stunde für Dienst an Sonn- und Feiertagen, 2,97 € je Stunde zwischen 20 und 6 Uhr, 35,78 € je Einsatz für Sprengstoffentschärfer im unmittelbaren Gefahrenbereich. Die Unterschiede zwischen beiden Statusgruppen beschreibt der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Zulagen für bestimmte Tätigkeiten Die Entgeltordnung enthält Zulagen, die an eine konkrete Aufgabe geknüpft sind. In der Pflege erhalten Beschäftigte der Entgeltgruppen P 5 bis P 9 für die überwiegende Tätigkeit in Einheiten für Intensivmedizin 100,00 € monatlich. Für die Pflege in Infektionsabteilungen, geschlossenen oder halbgeschlossenen psychiatrischen Abteilungen, geriatrischen Stationen sowie bei Transplantations- und Chemotherapiepatienten sind es 46,02 € monatlich. Im Sozial- und Erziehungsdienst gibt es eine Zulage von 100,00 € monatlich für die Tätigkeit in einer besonderen Wohnform oder in der Heimerziehung nach § 34 SGB VIII, wenn dort überwiegend Menschen mit durchgängigem Unterstützungsbedarf betreut werden; überwiegt dieser Anteil nicht, sind es 50,00 €. Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter in der Ausbildung von Erzieherinnen, Kinderpflegern oder Heilerziehungspflegern erhalten 70,00 € monatlich, wenn die Anleitung mindestens 15 Prozent ihrer Gesamttätigkeit ausmacht. Im TV-L zahlen Berlin, Bremen und Hamburg eigene Zulagen im Sozial- und Erziehungsdienst von 130 € oder 180 € monatlich. Eine eigene Kategorie ist die persönliche Zulage nach § 14 TVöD. Wer vorübergehend eine höherwertige Tätigkeit übernimmt und sie mindestens einen Monat ausgeübt hat, erhält rückwirkend ab dem ersten Tag den Unterschiedsbetrag zu dem Entgelt, das bei dauerhafter Übertragung zugestanden hätte. Das ist keine Belohnung, sondern der Ausgleich einer höheren Eingruppierung auf Zeit. Wie die dauerhafte [Höhergruppierung](/infocenter/hoehergruppierung-stellenbewertung-antrag) läuft, steht in einem eigenen Beitrag. ### Fachkräftezulage und Vorweggewährung: der verhandelbare Teil Kommunale Arbeitgeber können bis zum 31. Dezember 2028 die Fachkräfte-Richtlinie der VKA anwenden, wenn es zur Deckung des Personalbedarfs oder zur Bindung von Fachkräften notwendig ist. Einzelnen Beschäftigten in den Entgeltgruppen 9a bis 15 kann danach eine Fachkräftezulage von bis zu 1.500 € monatlich gewährt werden, in E 7 und E 8 bis zu 1.000 €, in E 5 und E 6 bis zu 500 €. Die Zulage fließt in die Bemessungsgrundlage für die Entgeltfortzahlung und für die Jahressonderzahlung ein, sie ist auf höchstens zehn Jahre zu befristen und kann mehrfach verlängert werden. Künftige Entgelterhöhungen dürfen darauf angerechnet werden. Die zweite Möglichkeit ist die Vorweggewährung von Stufen. Beim Bund erlaubt § 16 Abs. 6 TVöD ein bis zu zwei Stufen höheres Entgelt, im TV-L § 16 Abs. 5. Für die Kommunen fehlt eine solche Regelung im Tarifvertrag; dort greift Nummer 2 der Fachkräfte-Richtlinie, nach der neu eingestellte Fachkräfte der Entgeltgruppen 5 bis 15 auch ohne Berufserfahrung der Stufe 2 oder 3 zugeordnet werden können, in besonderen Fällen der Stufe 4. Beides ist eine Ermessensentscheidung, beides gehört vor die Vertragsunterschrift. Der Beitrag [Gehalt verhandeln im öffentlichen Dienst](/infocenter/gehalt-verhandeln-oeffentlicher-dienst) zeigt, wie Sie das ansprechen. Ein häufiger Fehler ist das Warten auf die Abrechnung. Zeitzuschläge und Schichtzulagen laufen automatisch über den Dienstplan, aber Fehler im Dienstplan setzen sich in der Abrechnung fort. Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verfallen nach § 37 TVöD, wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit in Textform geltend gemacht werden. Prüfen Sie deshalb jede Entgeltabrechnung gegen den Dienstplan, besonders in den ersten Monaten und nach jedem Wechsel des Arbeitsbereichs. Alle Tabellenwerte stehen unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka) und [TV-L](/infocenter/tabellen/tv-l). ### Häufige Fragen **Wie hoch ist die Wechselschichtzulage im öffentlichen Dienst?** Wer ständig Wechselschichtarbeit leistet, erhält nach § 8 Abs. 5 TVöD 200 € im Monat. Bei nicht ständiger Wechselschichtarbeit sind es 1,18 € pro Stunde. Im TV-L gelten seit dem 1. Juli 2026 dieselben 200 € monatlich und 1,19 € pro Stunde; davor waren es 105 € und 0,63 €. Die Beträge verändern sich bei allgemeinen Entgeltanpassungen nach dem 31. Dezember 2026 um den vereinbarten Vomhundertsatz. **Was bekomme ich für Nachtarbeit und Sonntagsarbeit im TVöD?** Nachtarbeit wird mit einem Zeitzuschlag von 20 v.H. vergütet, Sonntagsarbeit mit 25 v.H., Arbeit an Samstagen zwischen 13 und 21 Uhr mit 20 v.H. Bezugsgröße ist immer der auf eine Stunde entfallende Anteil des Tabellenentgelts der Stufe 3 Ihrer Entgeltgruppe, nicht Ihrer eigenen Stufe. Treffen mehrere dieser Zuschläge zusammen, wird nur der höchste gezahlt. Nacht- und Sonntagszuschlag lassen sich dagegen kombinieren. **Gibt es eine Fachkräftezulage im öffentlichen Dienst?** Bei kommunalen Arbeitgebern ja. Nach der Fachkräfte-Richtlinie der VKA können neu eingestellte oder zu bindende Beschäftigte in den Entgeltgruppen 9a bis 15 bis zu 1.500 € monatlich zusätzlich erhalten, in E 7 und E 8 bis zu 1.000 €, in E 5 und E 6 bis zu 500 €. Die Zulage ist auf höchstens zehn Jahre zu befristen und kann verlängert werden. Die Richtlinie gilt bis zum 31. Dezember 2028. **Muss ich Zulagen beantragen oder werden sie automatisch gezahlt?** Zeitzuschläge und Schichtzulagen entstehen unmittelbar aus dem Tarifvertrag und werden über den Dienstplan abgerechnet. Prüfen Sie trotzdem jede Abrechnung, denn Ansprüche verfallen nach § 37 TVöD, wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit in Textform geltend gemacht werden. Die Fachkräftezulage und die Vorweggewährung von Stufen sind dagegen Ermessensentscheidungen und werden vor der Einstellung ausgehandelt. **Welche Zulagen gibt es in der Pflege?** Beschäftigte der Entgeltgruppen P 5 bis P 9, die zeitlich überwiegend in Einheiten für Intensivmedizin pflegen, erhalten 100,00 € monatlich. Für die Pflege in Infektions-, geschlossenen psychiatrischen oder geriatrischen Abteilungen sowie bei Transplantations- und Chemotherapiepatienten sind es 46,02 € monatlich. Dazu kommen Wechselschicht- und Schichtzulage sowie die Zeitzuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, § 6 Abs. 1, § 8, § 14, § 19, § 23, § 24 Abs. 3 sowie Anlagen (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - TV-L i. d. F. des Änderungstarifvertrags Nr. 14, § 8, § 19, § 19a (TdL): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - Richtlinie der VKA zur Gewinnung und zur Bindung von Fachkräften (Fachkräfte-RL): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/VKA-Fachkraefte-RL.pdf (Beschluss vom 10.11.2023, gültig bis 31.12.2028) - Erschwerniszulagenverordnung (EZulV) für Beamtinnen und Beamte des Bundes: https://www.gesetze-im-internet.de/ezulv_1976/BJNR011010976.html (zuletzt geändert durch Artikel 23 des Gesetzes vom 22.12.2023, abgerufen 7.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) --- ## Versetzung, Abordnung, Umsetzung: Wie Beamte den Dienstort wechseln URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/versetzung-abordnung-umsetzung-dienstherrenwechsel Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Versetzung, Laufbahn, Länder, Bund Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Versetzung überträgt auf Dauer ein anderes Amt bei einer anderen Dienststelle, auch bei einem anderen Dienstherrn (§ 28 BBG, § 15 BeamtStG). Die Abordnung ist vorübergehend; zu einem anderen Dienstherrn ist sie ohne Zustimmung nur bei gleichwertigem Amt und höchstens fünf Jahren zulässig (§ 27 BBG, § 14 BeamtStG). Die Umsetzung bleibt innerhalb der Dienststelle und braucht keine Zustimmung. Beim Dienstherrenwechsel wird das Beamtenverhältnis mit dem neuen Dienstherrn fortgesetzt; die Freigabe des bisherigen Dienstherrn ist der entscheidende Schritt. Eine Regierungsinspektorin aus Nürnberg will nach Hamburg, ein Zollbeamter soll für zwei Jahre ein Projekt in Bonn übernehmen, eine Sachbearbeiterin wird im selben Landratsamt in ein anderes Sachgebiet geschickt. Alle drei wechseln den Arbeitsplatz, rechtlich handelt es sich um drei verschiedene Maßnahmen. Ob Sie zustimmen müssen, wer Ihre Bezüge zahlt und ob Sie am Ende einen neuen Dienstherrn haben, entscheidet die Einordnung. Das Bundesbeamtengesetz regelt sie in den §§ 27 bis 29 BBG, für Landes- und Kommunalbeamte gelten die Landesbeamtengesetze; beim Wechsel zwischen Ländern oder zum Bund greifen zusätzlich die §§ 13 bis 15 BeamtStG. ### Was unterscheidet Versetzung, Abordnung, Umsetzung und Zuweisung? Die Versetzung ist dauerhaft und überträgt ein anderes Amt bei einer anderen Dienststelle. Die Abordnung ist vorübergehend und lässt Ihre Zugehörigkeit zur bisherigen Dienststelle bestehen. Die Umsetzung wechselt nur den Dienstposten innerhalb derselben Dienststelle. Die Zuweisung schickt Sie zu einer Einrichtung, die selbst keine Beamtinnen und Beamten haben darf, etwa eine GmbH der öffentlichen Hand. | Maßnahme | Dauer | Was wechselt | Zustimmung nötig | Rechtsgrundlage Bund / Länder | | --- | --- | --- | --- | --- | | Versetzung | auf Dauer | Amt und Dienststelle, auf Wunsch auch der Dienstherr | nein, wenn Endgrundgehalt gleich und Tätigkeit zumutbar | § 28 BBG / § 15 BeamtStG, Landesbeamtengesetze (z. B. Art. 48 BayBG) | | Abordnung | vorübergehend | Tätigkeit und Dienststelle, Zugehörigkeit bleibt | ja ab zwei Jahren bei amtsfremder Tätigkeit; zu anderem Dienstherrn ja, außer gleichwertiges Amt bis fünf Jahre | § 27 BBG / § 14 BeamtStG, Art. 47 BayBG | | Umsetzung | beliebig | nur der Dienstposten innerhalb der Dienststelle | nein | keine eigene Norm; Organisationsgewalt des Dienstherrn | | Zuweisung | vorübergehend | Tätigkeit bei einer Einrichtung ohne Dienstherrnfähigkeit | ja, außer bei Umwandlung der eigenen Dienststelle | § 29 BBG / § 20 BeamtStG | Der Begriff [Dienstherr](/infocenter/glossar#dienstherr) bezeichnet die juristische Person, mit der Ihr Beamtenverhältnis besteht: den Bund, ein Land, eine Gemeinde oder eine Körperschaft mit Dienstherrnfähigkeit. Die Dienststelle ist dagegen nur die Behörde, in der Sie arbeiten. Eine Versetzung vom Finanzamt Nürnberg-Süd zum Finanzamt Fürth bleibt beim Dienstherrn Freistaat Bayern. Erst der Wechsel nach Hamburg ist ein Dienstherrenwechsel. ### Wann darf der Dienstherr mich ohne meine Zustimmung versetzen? Wenn das neue Amt mindestens dasselbe Endgrundgehalt hat wie das bisherige und die Tätigkeit nach Ihrer Vorbildung oder Berufsausbildung zumutbar ist. So formuliert es § 28 Absatz 2 BBG, und § 15 Absatz 2 BeamtStG stellt für den Wechsel zwischen Dienstherren auf dasselbe Grundgehalt ab. Stellenzulagen zählen dabei nicht zum Grundgehalt. Wer als Regierungsinspektorin in A 9 arbeitet, kann also in ein anderes Amt der Besoldungsgruppe A 9 versetzt werden, ohne gefragt zu werden. Für die Länder gilt das Landesrecht. Bayern erlaubt in Art. 48 Absatz 1 BayBG die Versetzung ohne Zustimmung, wenn das neue Amt zum Bereich desselben Dienstherrn gehört, derselben Fachlaufbahn und demselben fachlichen Schwerpunkt angehört und mit mindestens demselben Endgrundgehalt verbunden ist. Aus dienstlichen Gründen ist nach Absatz 2 sogar der Wechsel in eine andere Fachlaufbahn oder zu einem anderen Dienstherrn ohne Zustimmung möglich. Eine Ausnahme nach unten gibt es bei Behördenreformen. Wird eine Behörde aufgelöst, verschmolzen oder in Aufbau und Aufgaben wesentlich verändert, darf der Bund Betroffene nach § 28 Absatz 3 BBG ohne Zustimmung in ein Amt mit geringerem Endgrundgehalt versetzen, wenn keine gleichwertige Verwendung möglich ist. Das Endgrundgehalt muss dann mindestens dem des Amtes entsprechen, das Sie vor dem bisherigen Amt hatten. Sie sind in diesem Fall verpflichtet, an Qualifizierungsmaßnahmen für eine andere Laufbahn teilzunehmen. In allen anderen Fällen brauchen Versetzungen Ihre Zustimmung (§ 28 Absatz 4 BBG). ### Wie lange darf eine Abordnung dauern? Das Gesetz nennt keine Obergrenze, sondern Schwellen, ab denen Sie zustimmen müssen. Eine Abordnung zu einer Tätigkeit, die Ihrem Amt entspricht, kann der Dienstherr innerhalb seines Bereichs ohne Zustimmung verfügen. Aus dienstlichen Gründen darf er Sie nach § 27 Absatz 2 BBG auch zu einer nicht dem Amt entsprechenden Tätigkeit abordnen, sogar zu einer mit anderem Endgrundgehalt, wenn sie nach Ihrer Ausbildung zumutbar ist. Dauert eine solche amtsfremde Abordnung länger als zwei Jahre, brauchen Sie ein Mitspracherecht (§ 27 Absatz 3 BBG). Bei einer Abordnung zu einem anderen Dienstherrn ist Ihre Zustimmung im Grundsatz nötig. Ohne sie geht es nur, wenn die neue Tätigkeit einem Amt mit demselben Endgrundgehalt entspricht und die Abordnung fünf Jahre nicht übersteigt. Diese Fünfjahresgrenze steht wortgleich in § 14 Absatz 3 BeamtStG für den Wechsel zwischen Ländern und in Art. 47 Absatz 3 BayBG. Ihre Bezüge zahlt weiter der abgebende Dienstherr; der aufnehmende haftet nach § 27 Absatz 6 BBG mit. Diensteid, Amtsbezeichnung, Bezüge, Krankenfürsorge und Versorgung richten sich während der Abordnung nach dem bisherigen Recht, die übrigen Pflichten und Rechte nach dem Recht der aufnehmenden Stelle (§ 27 Absatz 5 BBG, § 14 Absatz 4 BeamtStG). In der Praxis ist die Abordnung häufig der erste Schritt eines Dienstherrenwechsels. Bund und Länder ordnen Bewerberinnen und Bewerber zunächst für sechs oder zwölf Monate ab und versetzen sie danach. Beide Seiten prüfen so, ob die Verwendung passt, ohne dass die Freigabe sofort endgültig sein muss. Ausschreibungen für [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) nennen deshalb oft beide Wege. ### Wie läuft ein Dienstherrenwechsel ab? Der Wechsel in ein anderes Bundesland oder zum Bund ist rechtlich eine Versetzung nach § 15 BeamtStG. Sie werden nicht entlassen und nicht neu ernannt; das Beamtenverhältnis wird mit dem neuen Dienstherrn fortgesetzt (§ 15 Absatz 3 Satz 2 BeamtStG). Voraussetzung ist ein Amt einer Laufbahn, für die Sie die Befähigung besitzen. Der Ablauf hat sich in Bund und Ländern eingespielt: 1. Eine Stelle beim Wunschdienstherrn finden. Viele Ausschreibungen von [Landesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/land) und [Bundesbehörden](/jobs/arbeitgebertyp/bund) enthalten den Satz, dass Bewerbungen von Beamtinnen und Beamten im Wege der Versetzung möglich sind. Fehlt er, lohnt eine Nachfrage vor der Bewerbung. 2. Sich regulär bewerben. Auch beim Dienstherrenwechsel gilt die Bestenauslese nach Art. 33 Absatz 2 GG; Sie konkurrieren mit internen und externen Bewerbungen. Beizufügen sind die letzte dienstliche Beurteilung und die Ernennungsurkunde. 3. Die Freigabe des bisherigen Dienstherrn einholen. Die Versetzung wird vom abgebenden im Einverständnis mit dem aufnehmenden Dienstherrn verfügt (§ 28 Absatz 5 BBG, § 15 Absatz 3 Satz 1 BeamtStG). Das Einverständnis muss schriftlich oder elektronisch erklärt werden. Einen Rechtsanspruch auf Freigabe gibt es nicht; die abgebende Behörde darf dienstliche Belange wie Personalmangel geltend machen. 4. Den Personalrat beteiligen. Beim Bund bestimmt der Personalrat bei der Versetzung zu einer anderen Dienststelle mit (§ 78 Absatz 1 Nummer 5 BPersVG); die Landespersonalvertretungsgesetze enthalten entsprechende Tatbestände. Was der Personalrat prüfen darf, steht im Beitrag [Der Personalrat bei Einstellung und Eingruppierung](/infocenter/personalrat-erklaert-bewerber). 5. Die Versetzungsverfügung erhalten. Ab dem darin genannten Stichtag gelten Besoldungs-, Beihilfe- und Laufbahnrecht des neuen Dienstherrn. Die Höhe des Grundgehalts kann sich dadurch ändern, weil jedes Land eigene Tabellen hat; die Unterschiede zeigt der Beitrag [Besoldung im Ländervergleich](/infocenter/besoldung-bundeslaender-vergleich). Die Versorgungsansprüche gehen beim Wechsel nicht verloren. Die ruhegehaltfähige Dienstzeit läuft weiter, und die Dienstherren regeln die Verteilung der Versorgungslasten untereinander. Für Sie sichtbar wird der Wechsel vor allem im Amtstitel, wenn das neue Land andere Amtsbezeichnungen führt, und in der Erfahrungsstufe, die das neue Besoldungsgesetz aus Ihren bisherigen Zeiten neu festsetzt. ### Was ist eine Umsetzung und kann ich mich dagegen wehren? Die Umsetzung ist der Wechsel des Dienstpostens innerhalb derselben Dienststelle, etwa vom Sachgebiet Bauaufsicht in das Sachgebiet Liegenschaften eines Landratsamts. Weder das BBG noch das BeamtStG regeln sie ausdrücklich; sie folgt aus der Organisationsgewalt des Dienstherrn und der Folgepflicht nach § 35 BeamtStG. Ihre Zustimmung ist nicht nötig, das Ermessen der Behörde ist weit. Grenzen setzt das Amt im statusrechtlichen Sinn: Der neue Dienstposten muss Ihrer Besoldungsgruppe entsprechen und darf Sie nicht unterwertig beschäftigen. Gegen eine Versetzung stehen Widerspruch und Klage beim Verwaltungsgericht offen, denn sie ist ein Verwaltungsakt. Bei der Umsetzung ist der Rechtsschutz schwächer, weil sie als innerdienstliche Weisung gilt. Angreifbar ist sie, wenn sachfremde Erwägungen, Willkür oder eine Verletzung der Fürsorgepflicht vorliegen. Beim Bund bestimmt der Personalrat bei einer Umsetzung erst mit, wenn sie länger als drei Monate dauert und mit einem Wechsel des Dienstorts verbunden ist (§ 78 Absatz 1 Nummer 6 BPersVG). Die Landesgesetze ziehen ähnliche Grenzen; Bayern nennt in Art. 75 BayPVG ebenfalls den Dienstortwechsel. ### Was gilt für Tarifbeschäftigte? Für Beschäftigte nach TVöD und TV-L gibt es dieselben Begriffe, aber ein anderes Fundament: den Arbeitsvertrag. § 4 TV-L erlaubt Versetzung und Abordnung aus dienstlichen oder betrieblichen Gründen. Beide bleiben beim selben Arbeitgeber, wie die Protokollerklärungen zu § 4 Absatz 1 ausdrücklich festhalten. Sollen Sie an eine Dienststelle außerhalb des bisherigen Arbeitsorts versetzt oder voraussichtlich länger als drei Monate abgeordnet werden, muss der Arbeitgeber Sie vorher anhören. Eine Zuweisung zu einem Dritten braucht nach § 4 Absatz 2 Ihre Zustimmung, die Sie nur aus wichtigem Grund verweigern dürfen; die Personalgestellung nach Absatz 3 folgt einer Aufgabenverlagerung und lässt das Arbeitsverhältnis bestehen. Einen Dienstherrenwechsel im Sinn des Beamtenrechts gibt es für Tarifbeschäftigte nicht. Wer von der Stadt zum Land wechselt, schließt einen neuen Arbeitsvertrag. Dabei wird die Stufe nach § 16 TVöD oder TV-L neu zugeordnet; wie Berufserfahrung dabei zählt, steht im Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). Die grundsätzlichen Unterschiede beider Statusgruppen erläutert [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Warum die Entlassung auf eigenen Antrag den Status kostet Wer eine Stelle bei einem anderen Dienstherrn annimmt, ohne die Freigabe abzuwarten, und stattdessen die Entlassung auf eigenen Antrag beantragt, verliert den Beamtenstatus. Der neue Dienstherr müsste dann neu ernennen, mit erneuter Probezeit, erneuter amtsärztlicher Untersuchung und Prüfung der Altersgrenze. Dieser Weg ist nur sinnvoll, wenn der neue Dienstherr ohnehin eine Neuernennung vorsieht, etwa beim Wechsel in eine andere Laufbahn. Ebenfalls unterschätzt wird der Zeitbedarf. Zwischen Auswahlentscheidung und Versetzungsverfügung vergehen häufig mehrere Monate, weil zwei Behörden, zwei Personalräte und oft ein Ministerium beteiligt sind. Lehrkräfte wechseln meist nicht über einzelne Ausschreibungen, sondern über das Tauschverfahren der Kultusministerien, das feste Antragstermine im Schuljahr kennt. Für Beamtinnen und Beamte anderer Laufbahnen bleibt die reguläre Ausschreibung der Normalfall; passende Angebote finden Sie in der Stellensuche nach [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte), gefiltert nach Bundesland. ### Häufige Fragen **Kann ich als Beamter gegen meinen Willen versetzt werden?** Ja, unter zwei Bedingungen. Das neue Amt muss mindestens dasselbe Endgrundgehalt haben wie das bisherige, und die Tätigkeit muss Ihnen nach Vorbildung oder Berufsausbildung zumutbar sein (§ 28 Absatz 2 BBG). Bei Auflösung oder Umbau einer Behörde ist sogar ein Amt mit geringerem Endgrundgehalt möglich, wenn keine gleichwertige Verwendung existiert. Eine Versetzung zu einem anderen Dienstherrn ohne Zustimmung erlaubt § 15 Absatz 2 BeamtStG ebenfalls, wenn das Grundgehalt gleich bleibt. **Wie lange darf eine Abordnung dauern?** Das Gesetz nennt keine allgemeine Höchstdauer, sondern Schwellen für die Zustimmung. Beim Bund brauchen Sie ab zwei Jahren ein Mitspracherecht, wenn die Tätigkeit nicht Ihrem Amt entspricht. Eine Abordnung zu einem anderen Dienstherrn ist ohne Zustimmung nur zulässig, wenn die Tätigkeit einem Amt mit demselben Endgrundgehalt entspricht und fünf Jahre nicht überschritten werden (§ 27 Absatz 3 BBG, § 14 Absatz 3 BeamtStG). Länger nur mit Ihrem Einverständnis. **Was ist der Unterschied zwischen Versetzung und Umsetzung?** Die Versetzung führt Sie auf Dauer an eine andere Dienststelle und überträgt ein anderes Amt; sie ist ein Verwaltungsakt, gegen den Widerspruch und Klage möglich sind. Die Umsetzung wechselt nur den Dienstposten innerhalb derselben Dienststelle. Sie ist eine innerdienstliche Weisung im Ermessen der Behörde. Der Personalrat bestimmt bei der Umsetzung erst mit, wenn sie länger als drei Monate dauert und den Dienstort wechselt (§ 78 Absatz 1 Nummer 6 BPersVG). **Verliere ich beim Wechsel in ein anderes Bundesland meine Dienstzeiten?** Nein. Bei einer Versetzung zu einem anderen Dienstherrn wird das Beamtenverhältnis mit dem neuen Dienstherrn fortgesetzt (§ 15 Absatz 3 BeamtStG). Sie werden nicht entlassen und nicht neu ernannt. Ihre ruhegehaltfähige Dienstzeit läuft weiter, die Probezeit muss nicht wiederholt werden. Es ändern sich aber Besoldungsgesetz, Beihilfeverordnung und Laufbahnrecht, weil ab dem Stichtag das Recht des neuen Landes gilt. **Gilt das auch für Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst?** Nur eingeschränkt. § 4 TV-L erlaubt Versetzung und Abordnung aus dienstlichen oder betrieblichen Gründen; bei einem Wechsel des Arbeitsorts oder einer Abordnung von voraussichtlich mehr als drei Monaten müssen Sie vorher angehört werden. Beide Maßnahmen bleiben beim selben Arbeitgeber. Ein Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber ist immer ein neuer Arbeitsvertrag mit neuer Stufenzuordnung. Eine Zuweisung an einen Dritten braucht Ihre Zustimmung. ### Quellen - § 27 BBG Abordnung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__27.html (Abruf 7.9.2026) - § 28 BBG Versetzung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__28.html (Abruf 7.9.2026) - § 29 BBG Zuweisung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__29.html (Abruf 7.9.2026) - § 13 BeamtStG Grundsatz (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__13.html (Abruf 7.9.2026) - § 14 BeamtStG Abordnung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__14.html (Abruf 7.9.2026) - § 15 BeamtStG Versetzung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__15.html (Abruf 7.9.2026) - Art. 47 BayBG Abordnung (gesetze-bayern.de): https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayBG-47 (Stand 1.1.2026) - Art. 48 BayBG Versetzung (gesetze-bayern.de): https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayBG-48 (Stand 1.1.2026) - § 78 BPersVG Mitbestimmung in Personalangelegenheiten (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bpersvg_2021/__78.html (Abruf 7.9.2026) - Art. 33 GG (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_33.html (Abruf 7.9.2026) - TV-L in der Fassung des ÄTV Nr. 14, § 4 (tdl-online.de): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) --- ## Leistungsentgelt nach § 18 TVöD: Wer es bekommt und wie viel URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/leistungsentgelt-tvoed-paragraf-18 Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: Leistungsentgelt, TVöD, Kommunen Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Das Leistungsentgelt nach § 18 TVöD ist eine variable Zahlung zusätzlich zum Tabellenentgelt. Im Bereich der VKA beträgt das Gesamtvolumen 2,00 Prozent der ständigen Monatsentgelte des Vorjahres aller Beschäftigten des Arbeitgebers, und es besteht die Pflicht zur jährlichen Auszahlung. Beim Bund können bis zu 1,00 Prozent bereitgestellt werden, ein Anspruch besteht nicht. Im TV-L ist § 18 gestrichen, Landesbeschäftigte erhalten kein Leistungsentgelt. Für eine Beschäftigte in E 9b Stufe 3 nach TVöD VKA entsprechen 2,00 Prozent rund 1.008,85 € im Jahr. Städte, Landkreise und Gemeinden müssen jedes Jahr 2,00 Prozent der ständigen Monatsentgelte des Vorjahres für Leistungsentgelte ausschütten. So steht es in § 18 Abs. 3 TVöD in der Fassung für den Bereich der VKA. Beim Bund darf die Dienststelle bis zu 1,00 Prozent bereitstellen, muss es aber nicht. Beschäftigte der Länder bekommen gar nichts: § 18 TV-L ist gestrichen. Wer im öffentlichen Dienst über Leistungsbezahlung spricht, muss deshalb zuerst wissen, wer sein Arbeitgeber ist. ### Was ist das Leistungsentgelt nach § 18 TVöD? Das Leistungsentgelt ist eine variable, leistungsorientierte Bezahlung zusätzlich zum Tabellenentgelt. Es tritt neben das Entgelt aus Entgeltgruppe und Stufe und ersetzt es nicht. Der Tarifvertrag nennt als Zweck, die öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern sowie Motivation, Eigenverantwortung und Führungskompetenz zu stärken. Die Zahlung hängt nicht an Ihrer Person, sondern an einem betrieblichen System. § 18 Abs. 6 verlangt, dass das jeweilige System der leistungsbezogenen Bezahlung betrieblich vereinbart wird, durch Betriebsvereinbarung oder einvernehmliche Dienstvereinbarung. Darin stehen die zulässigen Kriterien für Zielvereinbarungen, die Methoden der Leistungsbewertung, die Verteilungsgrundsätze und der Umgang mit Auswertungen. Ohne dieses System gibt es keine differenzierte Vergabe, wohl aber eine Auffangzahlung. Wichtig ist die Abgrenzung zum leistungsbezogenen Stufenaufstieg. Nach § 17 Abs. 2 kann die Zeit bis zu den Stufen 4 bis 6 verkürzt werden, wenn Ihre Leistungen erheblich über dem Durchschnitt liegen. Die Protokollerklärung zu Absatz 2 stellt klar, dass beide Instrumente unabhängig voneinander bestehen und unterschiedlichen Zielen dienen. Wie die Stufen selbst funktionieren, steht im Beitrag zum [Stufenaufstieg im TVöD und TV-L](/infocenter/stufenlaufzeit-stufenaufstieg-tvoed-tv-l). ### Wie hoch ist das Gesamtvolumen bei Bund, Kommunen und Ländern? Es gibt drei verschiedene Regelungen, obwohl zwei davon im selben Tarifvertrag stehen. | Arbeitgeber | Rechtsgrundlage | Gesamtvolumen | Auszahlung | | --- | --- | --- | --- | | Kommunen (VKA) | § 18 Abs. 3 TVöD (VKA) | 2,00 v.H. der ständigen Monatsentgelte des Vorjahres, Zielgröße 8 v.H. | Pflicht zur jährlichen Auszahlung | | Bund | § 18 Abs. 2 TVöD (Bund) | bis zu 1 v.H. der ständigen Monatsentgelte des Vorjahres der Dienststelle | Kann-Regelung, Umsetzung über den LeistungsTV-Bund | | Länder (außer Hessen) | § 18 TV-L | gestrichen | kein Leistungsentgelt | Die 2,00 Prozent sind bei den Kommunen ein Zwischenschritt. Der Tarifvertrag nennt eine vereinbarte Zielgröße von 8 v.H., die bis heute nicht erreicht ist; bis zur Vereinbarung eines höheren Vomhundertsatzes gilt der Wert von 2,00 Prozent. Bemessungsgrundlage sind die ständigen Monatsentgelte aller unter den TVöD fallenden Beschäftigten des Arbeitgebers im Vorjahr, nicht Ihr eigenes Gehalt allein. Was zu den ständigen Monatsentgelten zählt, definiert die Protokollerklärung zu Absatz 3 Satz 1: das Tabellenentgelt ohne Arbeitgeberanteile, die in Monatsbeträgen festgelegten Zulagen einschließlich Besitzstandszulagen sowie Entgelt im Krankheitsfall und bei Urlaub. Nicht einbezogen sind Abfindungen, Aufwandsentschädigungen, Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen, Leistungsentgelte, Strukturausgleiche und unständige Entgeltbestandteile. Zeitzuschläge für Nacht- oder Sonntagsarbeit fallen also grundsätzlich heraus, können aber betrieblich einbezogen werden. ### Was bedeuten 2 Prozent in Euro? Die folgenden Werte zeigen, welches Volumen rechnerisch auf eine einzelne Vollzeitstelle entfällt, gerechnet mit dem Tabellenentgelt der Stufe 3 nach der Entgelttabelle TVöD VKA ab 1.5.2026 und zwölf Monaten. | Entgeltgruppe, Stufe 3 | Monatsentgelt | Jahresentgelt | 2,00 Prozent | 1,00 Prozent | | --- | --- | --- | --- | --- | | E 6 | 3.580,46 € | 42.965,52 € | 859,31 € | 429,66 € | | E 9b | 4.203,56 € | 50.442,72 € | 1.008,85 € | 504,43 € | | E 11 | 5.046,03 € | 60.552,36 € | 1.211,05 € | 605,52 € | | E 13 | 5.709,87 € | 68.518,44 € | 1.370,37 € | 685,18 € | Diese Zahlen sind kein Anspruch. Sie zeigen nur, wie groß der Topf ist, wenn man ihn rechnerisch auf einen einzelnen Arbeitsplatz herunterbricht. Verteilt wird nach dem betrieblichen System: Wer die Ziele übertrifft, bekommt mehr als den rechnerischen Anteil, wer sie verfehlt, weniger. Das eigene Tabellenentgelt finden Sie in der [Entgelttabelle TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka); wie Entgeltgruppe und Stufe zustande kommen, erklären die Beiträge zur [Eingruppierung nach der Entgeltordnung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale) und zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). ### In welchen Formen wird das Leistungsentgelt gezahlt? § 18 Abs. 4 TVöD VKA kennt drei Formen, die auch kombiniert werden dürfen. Die Leistungsprämie ist in der Regel eine einmalige Zahlung auf Grundlage einer Zielvereinbarung; sie kann auch in zeitlicher Abfolge gezahlt werden. Die Erfolgsprämie hängt von einem bestimmten wirtschaftlichen Erfolg ab und kommt neben dem vereinbarten Startvolumen. Die Leistungszulage ist eine zeitlich befristete, widerrufliche und in der Regel monatlich wiederkehrende Zahlung. Leistungsentgelte können auch an Gruppen von Beschäftigten gewährt werden, und sie müssen grundsätzlich allen Beschäftigten zugänglich sein. Sparkassen sind nach der Protokollerklärung Nr. 4 zu § 18 ausdrücklich ausgenommen. Leistungsgeminderte dürfen nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden; ihre Leistungsminderung soll angemessen berücksichtigt werden. Seit der Tarifrunde gibt es mit § 18a eine Alternative. Das Gesamtvolumen kann durch Betriebs- oder einvernehmliche Dienstvereinbarung ganz oder teilweise in ein alternatives Entgeltanreiz-System fließen, also in Maßnahmen zur Arbeitsplatzattraktivität, Gesundheitsförderung oder Nachhaltigkeit. Der Tarifvertrag nennt als Beispiele Zuschüsse für Fitnessstudios, Fahrtkostenzuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr, Sachbezüge, Kita-Zuschüsse und Wertgutscheine. Nicht verbrauchte Teile des Budgets erhöhen das Gesamtvolumen im Folgejahr. ### Wie wird die Leistung gemessen? § 18 Abs. 5 lässt zwei Wege zu. Beim ersten wird die Zielerreichung mit den Zielen einer Zielvereinbarung verglichen. Eine Zielvereinbarung ist eine freiwillige Abrede zwischen Führungskraft und Beschäftigten über objektivierbare Leistungsziele und die Bedingungen ihrer Erfüllung. Beim zweiten Weg steht eine systematische Leistungsbewertung nach möglichst messbaren oder anderweitig objektivierbaren Kriterien. Die Übergangsvorschrift Nr. 15 zu § 18 Abs. 5 stellt klar, dass die systematische Leistungsbewertung nicht der Regelbeurteilung entspricht. Zwei Grenzen schützen Sie dabei. Die individuellen Leistungsziele müssen beeinflussbar und in der regelmäßigen Arbeitszeit erreichbar sein; ein Ziel, das nur mit Überstunden zu schaffen ist, ist tarifwidrig. Und die Freiwilligkeit der Zielvereinbarung ist ausdrücklich gewollt, so die Übergangsvorschrift Nr. 14 zu § 18 Abs. 5 Satz 2. Vorgegebene oder übergeordnete Ziele, etwa aus gesetzlichen oder haushaltsrechtlichen Vorgaben, dürfen aber Teil einer solchen Vereinbarung sein. Für die Entwicklung und das laufende Controlling des Systems ist eine betriebliche Kommission zuständig, deren Mitglieder je zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Betriebs- oder Personalrat aus dem Betrieb benannt werden. Wie der [Personalrat](/infocenter/personalrat-erklaert-bewerber) sonst mitbestimmt, steht in einem eigenen Beitrag. ### Was tun, wenn nichts ausgezahlt wird? Zuerst prüfen, ob überhaupt eine Betriebs- oder Dienstvereinbarung existiert. Fehlt sie, greift die Protokollerklärung Nr. 1 zu § 18 Abs. 4: Die Beschäftigten erhalten mit dem Tabellenentgelt des Monats Dezember 6 v.H. des für den Monat September jeweils zustehenden Tabellenentgelts, und der Restbetrag des Gesamtvolumens erhöht das Leistungsentgelt im Folgejahr. Solange keine Einigung zustande kommt, wiederholt sich das. Besteht in der Dienststelle weder Personal- noch Betriebsrat, hat die Dienststellenleitung diese jährliche Ausschüttung selbst sicherzustellen, solange keine Kommission besteht. Bemängeln Sie das System oder seine Anwendung, ist die betriebliche Kommission der richtige Adressat. Sie berät schriftlich begründete Beschwerden. Der Arbeitgeber entscheidet auf Vorschlag der Kommission, ob und in welchem Umfang abgeholfen wird, und muss seine Gründe darlegen, wenn er dem Vorschlag nicht folgt. Die Mitwirkung der Kommission erfasst nach der Übergangsvorschrift Nr. 16 zu § 18 Abs. 7 allerdings nicht die Vergabeentscheidung im Einzelfall, sondern nur das System. Ein häufiger Irrtum betrifft die Wirkung auf andere Zahlungen. Das Leistungsentgelt ist zusatzversorgungspflichtiges Entgelt und erhöht damit Ihre spätere Betriebsrente. Auf die [Jahressonderzahlung](/infocenter/jahressonderzahlung-tvoed-tv-l-hoehe) wirkt es nicht, weil es bei den ständigen Monatsentgelten ausdrücklich nicht mitgerechnet wird. Wer in einer Kommune arbeitet und die eigene Dienstvereinbarung nicht kennt, findet sie meist im Intranet oder beim Personalrat. Offene Stellen bei kommunalen Arbeitgebern listet [Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune), beim Bund [Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund). ### Häufige Fragen **Wie viel Leistungsentgelt bekomme ich im TVöD?** Einen festen Betrag nennt der Tarifvertrag nicht. Bei Kommunen steht ein Gesamtvolumen von 2,00 Prozent der ständigen Monatsentgelte des Vorjahres aller Beschäftigten des Arbeitgebers zur Verfügung, das jährlich ausgezahlt werden muss. Wie viel davon auf Sie entfällt, regelt die Betriebs- oder Dienstvereinbarung. Rechnerisch entsprechen 2,00 Prozent in E 9b Stufe 3 nach TVöD VKA etwa 1.008,85 € im Jahr, verteilt wird aber nach Leistung, nicht nach Kopf. **Habe ich einen Anspruch auf Leistungsentgelt?** Auf das Gesamtvolumen und dessen jährliche Auszahlung besteht bei den Kommunen ein tariflicher Anspruch, auf einen bestimmten Betrag für Sie persönlich nicht. Beim Bund ist schon die Bereitstellung des Volumens eine Kann-Regelung. Wer die Leistungsziele nicht erreicht, bekommt weniger oder nichts; arbeitsrechtliche Folgen darf das für sich genommen nicht haben, so die Protokollerklärung zu § 18. **Was passiert, wenn meine Kommune keine Dienstvereinbarung hat?** Dann greift die tarifliche Auffangregelung: Die Beschäftigten erhalten mit dem Tabellenentgelt des Monats Dezember 6 v.H. des für den Monat September jeweils zustehenden Tabellenentgelts. Der Restbetrag des Gesamtvolumens erhöht das Leistungsentgelt im Folgejahr. Gibt es weder Personal- noch Betriebsrat, muss die Dienststellenleitung die Ausschüttung in diesem Umfang selbst sicherstellen. **Bekommen Landesbeschäftigte nach TV-L ein Leistungsentgelt?** Nein. § 18 TV-L ist gestrichen; ein Leistungsentgelt kennt der Tarifvertrag der Länder nicht. Leistung wirkt im TV-L nur über § 17 Abs. 2: Bei erheblich überdurchschnittlichen Leistungen kann die Zeit bis zu den Stufen 4 bis 6 verkürzt werden. Auch das ist eine Ermessensentscheidung des Arbeitgebers und keine jährliche Zahlung. **Ist das Leistungsentgelt zusatzversorgungspflichtig?** Ja. § 18 Abs. 8 TVöD VKA und § 18 Abs. 3 TVöD Bund bestimmen ausdrücklich, dass ausgezahlte Leistungsentgelte zusatzversorgungspflichtiges Entgelt sind. Es fließen also Umlagen und Beiträge an die Zusatzversorgungskasse, und die Zahlung erhöht Ihre spätere Betriebsrente. Auf die Jahressonderzahlung wirkt sich das Leistungsentgelt dagegen nicht aus, weil es bei den ständigen Monatsentgelten ausdrücklich nicht mitgerechnet wird. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, § 18 (Bund), § 18 (VKA), § 18a, § 17 Abs. 2, § 24 Abs. 3 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - TV-L i. d. F. des Änderungstarifvertrags Nr. 14, § 18 (gestrichen), § 17 Abs. 2 (TdL): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) --- ## Assessment-Center im öffentlichen Dienst: Übungen und Bewertung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/assessment-center-oeffentlicher-dienst Kategorie: Bewerbung Themen: Assessment-Center, Auswahlverfahren Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Ein Assessment-Center im öffentlichen Dienst ist ein Auswahlverfahren aus mehreren Übungen, das dieselbe Rechtsbindung hat wie das Vorstellungsgespräch: Bewertet werden nach Art. 33 Abs. 2 GG nur Eignung, Befähigung und fachliche Leistung. Der Zoll prüft im schriftlichen Teil des Auswahlverfahrens für die Verwaltungsinformatik 2,5 Stunden lang fünf Module und im mündlichen Teil Rollenspiel, Präsentation und Interview. Jede Übung ist einem Merkmal aus der Ausschreibung zugeordnet; mehrere Beobachter bewerten getrennt. Beim Zoll dauert der schriftliche Teil des Auswahlverfahrens für den Studiengang Verwaltungsinformatik 2,5 Stunden und besteht aus fünf Modulen: Mathematik, Logik, Deutschkenntnisse, Englischkenntnisse sowie Allgemeinwissen und IT-Basiswissen. Ein Taschenrechner ist nicht zugelassen. Bestandene Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden „nach dem Prinzip der Bestenauslese“ zum mündlichen Teil geladen und stellen sich dort „in einem Rollenspiel, bei einer Präsentation sowie in einem Interview“ vor. Das ist kein Persönlichkeitsraten, sondern ein Messinstrument mit festen Skalen. ### Was ist ein Assessment-Center und wann setzen Behörden es ein? Ein Assessment-Center ist ein Auswahlverfahren aus mehreren Übungen, in denen mehrere geschulte Beobachterinnen und Beobachter dasselbe Verhalten unabhängig voneinander bewerten. karriere.bund.de spricht von einem „strukturierten Auswahlverfahren“ und nennt Gruppendiskussionen, schriftliche Aufgaben und Rollenspiele als Bestandteile. Behörden greifen dazu, wenn viele Bewerbungen auf wenige Plätze treffen oder wenn die Stelle Verhalten verlangt, das sich im Gespräch nicht prüfen lässt. Typisch ist das bei Sammelausschreibungen für Ausbildung und duales Studium sowie bei Führungspositionen. Beim Bund entwirft und moderiert das Servicezentrum Personalgewinnung des Bundesverwaltungsamts solche Verfahren für andere Bundesbehörden. Das erklärt, warum Sie in Bonn oder Köln denselben Aufgabentyp treffen können wie bei einer ganz anderen Behörde. Der rechtliche Rahmen ist derselbe wie beim [Vorstellungsgespräch in der Behörde](/infocenter/vorstellungsgespraech-behoerde-auswahlkommission). Art. 33 Abs. 2 GG erlaubt nur Eignung, Befähigung und fachliche Leistung als Maßstab; § 9 BBG schließt Geschlecht, Herkunft, Behinderung, Religion, politische Anschauung und „Beziehungen“ ausdrücklich aus. Deshalb bekommen alle dieselben Übungen in derselben Reihenfolge. ### Welche Übung misst welche Kompetenz? Jede Übung im Verfahren hat genau einen Zweck: ein Merkmal aus dem Anforderungsprofil sichtbar zu machen. Die Zuordnung steht vor dem Verfahren fest. | Übung | Gemessene Kompetenz | Worauf die Beobachtung zielt | Belegt bei | | --- | --- | --- | --- | | Schriftlicher Test (Mathematik, Logik, Sprache) | Grundfähigkeiten, Sprachverständnis | Rechenwege ohne Hilfsmittel, Zahlenreihen, Textanalyse, Umgang mit Rechtsvorschriften | Zoll | | Kurzvortrag oder Präsentation | Strukturierungsvermögen, Auftreten | Ob Sie ein Thema in begrenzter Zeit gliedern und für Laien verständlich machen | Zoll, Bundesnachrichtendienst | | Gruppendiskussion | Teamfähigkeit, Kommunikation | Ob Sie andere einbeziehen, Ergebnisse festhalten und beim Thema bleiben | Bundesnachrichtendienst, karriere.bund.de | | Rollenspiel (Bürgergespräch, Konfliktgespräch) | Konfliktverhalten, Serviceorientierung | Ob Sie zuhören, den Sachverhalt vom Ton trennen und eine Entscheidung begründen | Zoll, Bundesnachrichtendienst | | Fallbearbeitung oder Aufsatz | Urteils- und Entscheidungsvermögen | Ob Sie einen Sachverhalt ordnen, die Rechtsgrundlage benennen und eine Folge ableiten | Bundesnachrichtendienst | | Strukturiertes Interview | Motivation, fachliche Leistung | Ob Sie Verhaltensbeispiele aus Ihrer Praxis nennen statt Absichtserklärungen | Zoll, Bundesnachrichtendienst | Eine Postkorbübung, bei der Sie unter Zeitdruck eingehende Vorgänge sortieren und begründen, ist als Format verbreitet, wird aber auf den Karriereportalen des Bundes nicht regelmäßig ausgewiesen. Wenn sie im Verfahren steht, misst sie Arbeitsorganisation und Delegationsverhalten, nicht Geschwindigkeit. ### Wie kommt die Bewertung zustande? Nach Merkmalen und getrennt. Für jede Übung existiert ein Bogen mit den Merkmalen, die diese Übung prüfen soll, und einer Skala je Merkmal. Jeder Beobachter füllt zunächst allein aus, danach werden die Bewertungen zusammengeführt und Abweichungen besprochen. Der Sinn dieser Trennung ist, dass ein starker erster Eindruck nicht alle weiteren Urteile färbt. Für Sie folgen daraus zwei Konsequenzen. Erstens zählt jede Übung neu: Ein missratener Kurzvortrag ist keine Vorentscheidung für die Gruppendiskussion, weil andere Merkmale bewertet werden. Zweitens ist Verhalten, das kein Merkmal trifft, wertlos. Wer in der Gruppendiskussion die beste Fachlösung hat, sie aber gegen die Gruppe durchdrückt, verliert bei Teamfähigkeit genau das, was er bei Fachwissen gewinnt. Ein Beispiel für die Wirkung dieser Trennung: In einer Gruppendiskussion sollen sechs Personen eine Rangfolge für die Vergabe knapper Mittel festlegen. Bewertet werden hier nicht die Argumente selbst, sondern das Verhalten dazu. Wer eine Vorrednerin aufgreift und ihren Punkt weiterführt, füllt das Merkmal Kooperation. Eine Zusammenfassung des Zwischenstands nach zwanzig Minuten füllt Strukturierungsvermögen. Stille Zustimmung füllt nichts, auch wenn die Person der Gruppe innerlich folgt. Der Beobachter darf nur bewerten, was er gesehen hat. Was nicht bewertet werden darf, steht in § 9 Abs. 2 BGleiG: Unterbrechungen der Berufstätigkeit wegen Familien- oder Pflegeaufgaben, eine geringere Anzahl aktiver Dienstjahre aus demselben Grund, reduzierte Arbeitszeit und die Absicht, künftig die Arbeitszeit zu reduzieren. Fragen nach Familienstand, Schwangerschaft oder Pflegeaufgaben sind nach § 7 Abs. 2 BGleiG in Vorstellungsgesprächen und besonderen Auswahlverfahren unzulässig, das Assessment-Center eingeschlossen. ### Wie bereiten Sie sich sinnvoll vor? 1. Die Ausschreibung nach Kompetenzbegriffen durchsuchen. Steht dort „Team- und Kommunikationsfähigkeit“, kommt eine Gruppenübung; steht dort „Diversity- und Gender-Kompetenz“, kommt eine Frage danach. In der Ausschreibung des Bundesverwaltungsamts unter der Kennziffer BVA-2026-103 für eine Sachgebietsleitung im Bereich Kultur stehen etwa Workshops, Führungskräftedialoge und Befragungen im Aufgabenprofil; das Verfahren wird Moderation und Gesprächsführung prüfen. 2. Je Kompetenz zwei Situationen aus Ihrer Berufspraxis notieren, mit Ausgangslage, Ihrem Vorgehen und dem Ergebnis. Diese Beispiele tragen im Interview und im Rollenspiel. 3. Einen Kurzvortrag üben, mit Uhr. Fünf Minuten sind kürzer, als sie klingen; drei Gliederungspunkte sind das Maximum, das Zuhörer behalten. 4. Die Grundrechenarten ohne Taschenrechner auffrischen, wenn ein schriftlicher Test angekündigt ist. Der Zoll prüft ausdrücklich Dreisatz, Prozentrechnen sowie Rechnen mit Potenzen und Logarithmen. 5. Nachteilsausgleiche früh beantragen, nicht am Prüfungstag. Zuständig ist die Stelle, die in der Ausschreibung als Kontakt genannt ist. 6. Die Anreise so planen, dass ein verspäteter Zug das Verfahren nicht kostet. Ein Assessment-Center wird für eine Gruppe terminiert und selten wiederholt. ### Was viele unterschätzt: die Übungen hängen nicht zusammen Der häufigste Fehler ist, aus einer schwachen Übung auf das Gesamtergebnis zu schließen und danach abzubauen. Genau dafür ist das Verfahren nicht gebaut. Weil jede Übung eigene Merkmale prüft und jeder Beobachter zunächst allein bewertet, kann eine schwache Gruppendiskussion durch eine überzeugende Fallbearbeitung ausgeglichen werden. Ein innerliches Aufgeben nach der ersten Übung verschenkt die restlichen Merkmale. Der zweite Punkt betrifft die Zeit danach. Beim Bundesnachrichtendienst folgt auf das Auswahlverfahren eine Sicherheitsüberprüfung, die nach eigener Angabe „eine bestimmte Zeit beansprucht“; bei anderen Behörden kommen Beteiligung der Vertretungen und haushaltsrechtliche Freigabe hinzu. Warum sich das über Wochen zieht, steht im Beitrag zur [Dauer von Auswahlverfahren](/infocenter/dauer-auswahlverfahren-oeffentlicher-dienst). Wer parallel weitersuchen will, findet die aktuellen [Stellen beim Bund](/jobs/arbeitgebertyp/bund) und die [Stellen bei Kommunen](/jobs/arbeitgebertyp/kommune); die Regeln zu den Terminen davor stehen im Beitrag zu den [Bewerbungsfristen](/infocenter/bewerbungsfristen-oeffentlicher-dienst). ### Häufige Fragen **Was ist ein Assessment-Center im öffentlichen Dienst?** Ein Auswahlverfahren aus mehreren aufeinanderfolgenden Übungen, in denen mehrere geschulte Beobachter dasselbe Verhalten getrennt bewerten. karriere.bund.de nennt als Beispiele Gruppendiskussionen, schriftliche Aufgaben und Rollenspiele. Anders als beim einzelnen Gespräch soll die Behörde Verhalten sehen statt Behauptungen hören. Jede Übung ist vorher einem Anforderungsmerkmal aus der Ausschreibung zugeordnet. **Welche Übungen kommen in einem Auswahlverfahren beim Bund vor?** Der Zoll nennt für das Auswahlverfahren zur Verwaltungsinformatik einen schriftlichen Teil von 2,5 Stunden mit den Modulen Mathematik, Logik, Deutsch, Englisch sowie Allgemein- und IT-Basiswissen und einen mündlichen Teil mit Rollenspiel, Präsentation und Interview. Der Bundesnachrichtendienst nennt je nach Ausschreibung Persönlichkeitstest, Aufsatz, Sprachtest, Kurzvortrag, Gruppendiskussion oder Rollenspiel. **Wie werde ich im Assessment-Center bewertet?** Nach Merkmalen, nicht nach Gesamteindruck. Für jede Übung gibt es einen Bogen mit den Merkmalen, die diese Übung messen soll, und jeder Beobachter füllt ihn zunächst allein aus. Erst danach werden die Bewertungen zusammengeführt. Maßstab ist Art. 33 Abs. 2 GG: Eignung, Befähigung und fachliche Leistung. Sympathie, Herkunft oder Beziehungen sind nach § 9 BBG ausdrücklich unzulässig. **Muss ich mich in der Gruppendiskussion durchsetzen?** Nein. Gemessen wird Kooperation, nicht Dominanz. Wer andere unterbricht, verliert bei den Merkmalen Teamfähigkeit und Kommunikation, auch wenn er inhaltlich richtig liegt. Wirksam sind Beiträge, die auf einen Vorredner Bezug nehmen, ein Ergebnis festhalten oder eine ruhige Teilnehmerin einbeziehen. Schweigen führt allerdings ebenfalls zu keiner Bewertung. **Kann ich als schwerbehinderte Person Nachteilsausgleiche verlangen?** Ja. Öffentliche Arbeitgeber müssen schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber nach § 165 Satz 3 SGB IX einladen, wenn die fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt. Nachteilsausgleiche wie verlängerte Bearbeitungszeiten oder barrierefreie Aufgabenformate beantragen Sie vorab bei der ausschreibenden Stelle. Die Schwerbehindertenvertretung hat nach § 178 Abs. 2 Satz 4 SGB IX das Recht, am Verfahren teilzunehmen. ### Quellen - Zoll: Auswahlverfahren Verwaltungsinformatik (schriftlicher und mündlicher Teil): https://www.zoll.de/DE/Karriere/Ausbildung-Studium/Verwaltungsinformatik/Auswahlverfahren/auswahlverfahren_node.html (Abruf 7.9.2026) - karriere.bund.de: Bewerben in der Bundesverwaltung (strukturiertes Auswahlverfahren, Bestenauslese): https://www.karriere.bund.de/arbeiten-bei-uns/alles-zur-bewerbung (Abruf 7.9.2026) - Bundesnachrichtendienst: Bewerbungsprozess (Übungsformen, Sicherheitsüberprüfung): https://www.bnd.bund.de/DE/Karriere/Bewerbungsprozess/bewerbungsprozess_node.html (Abruf 7.9.2026) - Bundesverwaltungsamt: Servicezentrum Personalgewinnung (Konzeption und Moderation von Assessment-Centern): https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Aufgaben/DE/P/personalgewinnung.html (Abruf 7.9.2026) - Grundgesetz Art. 33 Abs. 2 (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_33.html (Abruf 7.9.2026) - Bundesbeamtengesetz § 9 (Auswahlkriterien): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__9.html (Abruf 7.9.2026) - Bundesgleichstellungsgesetz §§ 7 und 9 (Bewerbungsgespräche, Qualifikation): https://www.gesetze-im-internet.de/bgleig_2015/__7.html (Abruf 7.9.2026) - SGB IX § 165 (Einladungspflicht) und § 178 Abs. 2 (Schwerbehindertenvertretung): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__165.html (Abruf 7.9.2026) - service.bund.de, Ausschreibung Bundesverwaltungsamt, Kennziffer BVA-2026-103, Bewerbungsfrist 28.9.2026: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/editor/Bundesverwaltungsamt/2026/09/6631455.html (Abruf 7.9.2026) --- ## Urlaub im öffentlichen Dienst: 30 Tage, Zusatzurlaub, Übertragung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/urlaub-tvoed-tv-l-30-tage Kategorie: Arbeitsalltag & Recht Themen: Urlaub, TVöD, TV-L, Arbeitszeit Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Tarifbeschäftigte nach TVöD und TV-L haben bei einer Fünf-Tage-Woche 30 Arbeitstage Urlaub im Jahr, im TVöD ab 1. Januar 2027 31 Tage, unabhängig von Alter und Entgeltgruppe. Bei anderer Verteilung wird umgerechnet: vier Arbeitstage je Woche ergeben 24 Tage, drei ergeben 18. Übertragener Urlaub muss bis 31. März, bei Krankheit oder aus dienstlichen Gründen bis 31. Mai angetreten werden. Ständige Wechselschicht bringt einen Tag Zusatzurlaub je zwei Monate, Schichtarbeit einen je vier Monate; schwerbehinderte Menschen erhalten fünf Tage nach § 208 SGB IX. Tarifbeschäftigte bei Bund, Ländern und Kommunen haben bei einer Fünf-Tage-Woche Anspruch auf 30 Arbeitstage Erholungsurlaub im Kalenderjahr, unabhängig von Alter und Entgeltgruppe (§ 26 TVöD, § 26 TV-L). Im TVöD steigt der Anspruch ab dem 1. Januar 2027 auf 31 Arbeitstage; der TV-L bleibt bei 30. Wer den Urlaub nicht bis zum Jahresende nimmt, muss ihn bis 31. März, bei Krankheit oder aus dienstlichen Gründen bis 31. Mai des Folgejahres antreten. Dazu kommen Zusatzurlaub für Schichtarbeit, fünf Tage für schwerbehinderte Menschen und bezahlte Freistellungen für bestimmte Anlässe. ### Wie viele Urlaubstage habe ich im TVöD und TV-L? 30 Arbeitstage bei fünf Arbeitstagen je Woche, im TVöD ab 2027 31 Tage. Arbeitstage sind alle Kalendertage, an denen Sie dienstplanmäßig oder betriebsüblich arbeiten müssen, gesetzliche Feiertage ohne Freizeitausgleich ausgenommen. Altersstaffeln gibt es nicht; eine 25-jährige Sachbearbeiterin in E 6 hat denselben Anspruch wie ein 58-jähriger Ingenieur in E 12. Der 24. und der 31. Dezember sind keine Urlaubstage: Nach § 6 Abs. 3 werden Beschäftigte an diesen Tagen unter Fortzahlung des Entgelts freigestellt, soweit die dienstlichen Verhältnisse es zulassen; sonst gibt es innerhalb von drei Monaten Freizeitausgleich. Beginnt oder endet das Arbeitsverhältnis im Laufe des Jahres, erhalten Sie für jeden vollen Monat ein Zwölftel des Jahresurlaubs; Bruchteile ab einem halben Tag werden aufgerundet. Wer am 1. Oktober 2026 anfängt, hat für 2026 drei Zwölftel von 30 Tagen, also 7,5 und aufgerundet 8 Tage. Ruht das Arbeitsverhältnis, etwa bei Sonderurlaub ohne Bezüge, sinkt der Anspruch je vollem Kalendermonat ebenfalls um ein Zwölftel. Der Urlaub soll zusammenhängend genommen werden, ein Teil von zwei Wochen wird angestrebt; ein Anspruch auf eine bestimmte Lage besteht nicht, die Wünsche der Beschäftigten sind aber nach § 7 Bundesurlaubsgesetz zu berücksichtigen, soweit keine dringenden dienstlichen Belange oder sozial vorrangige Wünsche anderer entgegenstehen. ### Wie wird der Urlaub bei Teilzeit umgerechnet? Teilzeit mit fünf Arbeitstagen je Woche ändert nichts: Wer täglich vier Stunden arbeitet, hat weiterhin 30 Urlaubstage, jeder Tag ist eben kürzer. Erst wenn die Arbeitszeit auf weniger oder mehr als fünf Tage verteilt ist, wird umgerechnet: Urlaubstage geteilt durch fünf, multipliziert mit den eigenen Arbeitstagen je Woche. Bruchteile ab einem halben Tag werden aufgerundet, kleinere Bruchteile entfallen. | Arbeitstage je Woche | Urlaub bei 30 Tagen (TVöD bis 2026, TV-L) | Urlaub bei 31 Tagen (TVöD ab 2027) | | --- | --- | --- | | 2 | 12 Tage | 12 Tage (rechnerisch 12,4) | | 3 | 18 Tage | 19 Tage (rechnerisch 18,6) | | 4 | 24 Tage | 25 Tage (rechnerisch 24,8) | | 5 | 30 Tage | 31 Tage | | 6 | 36 Tage | 37 Tage (rechnerisch 37,2) | Dieselbe Umrechnung gilt für den Zusatzurlaub und für die fünf Tage schwerbehinderter Menschen. Wie Sie Teilzeit beantragen und später wieder aufstocken, steht im Beitrag zur [Teilzeit im öffentlichen Dienst](/infocenter/teilzeit-oeffentlicher-dienst-anspruch). ### Wer bekommt Zusatzurlaub? Zusatzurlaub gibt es im Tarifvertrag für Wechselschicht- und Schichtarbeit, gesetzlich für schwerbehinderte Menschen. Wer ständig Wechselschichtarbeit leistet und die Wechselschichtzulage bezieht, erhält nach § 27 einen Arbeitstag je zwei zusammenhängende Monate, also bis zu sechs Tage im Jahr. Bei ständiger Schichtarbeit ist es ein Tag je vier Monate, höchstens drei Tage. Nicht ständige Wechselschichtarbeit, zum Beispiel als ständige Vertretung, bringt beim Bund und im TV-L einen Tag je drei Monate mit überwiegend Wechselschicht, bei Schichtarbeit einen Tag je fünf Monate; die Kommunen regeln diesen Fall per Dienstvereinbarung. Der Anspruch entsteht im laufenden Jahr, sobald die Monate voll sind; Urlaub, Krankheit und Freizeitausgleich unterbrechen die Zählung nicht. Zusatzurlaub aus dem Tarifvertrag ist auf sechs Arbeitstage im Jahr begrenzt, und Erholungsurlaub plus Zusatzurlaub dürfen 35 Tage nicht überschreiten, ab dem 50. Lebensjahr 36 Tage. Diese Obergrenze von 35 Tagen gilt nicht für den Schichtzusatzurlaub nach § 27 Abs. 1 und 2 und nicht für den gesetzlichen Zusatzurlaub: Schwerbehinderte Menschen erhalten nach § 208 SGB IX fünf zusätzliche Arbeitstage, bei abweichender Tagewoche anteilig, bei unterjähriger Feststellung ein Zwölftel je vollem Monat. Der TV-L verweist für weitere Zusatzurlaube auf das Beamtenrecht des jeweiligen Landes. Was bei der Bewerbung mit Schwerbehinderung gilt, beschreibt der Beitrag zur [Bewerbung mit Schwerbehinderung](/infocenter/bewerbung-schwerbehinderung-oeffentlicher-dienst); die Zulagen für Schichtarbeit erklärt der Beitrag zu den [Zulagen im öffentlichen Dienst](/infocenter/zulagen-oeffentlicher-dienst-uebersicht). ### Bis wann muss ich Resturlaub nehmen? Der Urlaub muss im laufenden Kalenderjahr gewährt werden. Im Übertragungsfall ist er in den ersten drei Monaten des Folgejahres anzutreten, also bis 31. März; anzutreten heißt begonnen, nicht beendet. Konnte er wegen Arbeitsunfähigkeit oder aus dienstlichen Gründen nicht bis 31. März angetreten werden, verlängert sich die Frist bis 31. Mai. Das Bundesurlaubsgesetz verlangt in § 7 Abs. 3 für die Übertragung dringende betriebliche oder persönliche Gründe; die Tarifverträge übernehmen diese Regel mit den genannten Fristen. Für lange Krankheit und für die Frage, ob der Arbeitgeber vorher auf den drohenden Verfall hinweisen musste, gilt die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, die hier nicht mit Aktenzeichen belegt und deshalb nicht im Einzelnen dargestellt wird. Sprechen Sie Resturlaub spätestens im Januar mit der Dienststelle ab und lassen Sie sich die Übertragung schriftlich bestätigen. Ein häufiger Fehler: Der Zusatzurlaub für Schichtarbeit wird wie Erholungsurlaub stillschweigend ins Folgejahr geschoben. § 27 Abs. 5 erklärt § 26 für entsprechend anwendbar, die Übertragungsfristen gelten also auch hier. Wer zum Jahresende die Schicht verlässt, sollte den angesammelten Zusatzurlaub vorher nehmen. Endet das Arbeitsverhältnis, ist nicht genommener Urlaub nach § 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz abzugelten. ### Sonderurlaub und bezahlte Freistellung für bestimmte Anlässe Neben dem Erholungsurlaub gibt es zwei weitere Instrumente. Sonderurlaub nach § 28 ist unbezahlt, setzt einen wichtigen Grund voraus und liegt im Ermessen des Arbeitgebers. Arbeitsbefreiung nach § 29 ist bezahlt und auf einen abschließenden Katalog begrenzt: ein Arbeitstag bei der Niederkunft der Ehefrau oder Lebenspartnerin, zwei Arbeitstage beim Tod von Ehepartner, Kind oder Elternteil, ein Tag beim Umzug aus dienstlichem Grund, ein Tag beim 25- und 40-jährigen Arbeitsjubiläum, bis zu vier Tage im Jahr bei schwerer Erkrankung eines Kindes unter zwölf Jahren, wenn kein Anspruch auf Kinderkrankengeld nach § 45 SGB V besteht, und ein Tag bei schwerer Erkrankung eines Angehörigen im selben Haushalt. Ärztliche Behandlungen während der Arbeitszeit gelten mit der nachgewiesenen Abwesenheit einschließlich Wegezeit. Für andere dringende Fälle kann der Arbeitgeber bis zu drei Tage bezahlt freistellen; der Umzug aus privaten Gründen fällt nur unter die unbezahlte Freistellung. Ein Sabbatjahr ist kein Sonderurlaub, sondern ein Arbeitszeitmodell mit angespartem Entgelt ([Sabbatical im öffentlichen Dienst](/infocenter/sabbatical-sabbatjahr-oeffentlicher-dienst)). Zusätzliche freie Tage lassen sich im TVöD seit 2026 aus der Jahressonderzahlung gewinnen: bis zu drei Tage im Folgejahr gegen einen Abzug in Höhe des Tageswerts ([Jahressonderzahlung in freie Tage tauschen](/infocenter/jahressonderzahlung-freie-tage-umwandlung-tvoed)). Für Beamtinnen und Beamte gelten die Urlaubsverordnungen von Bund und Ländern, die den Anspruch eigenständig regeln ([Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede)). Stellen im Schichtdienst mit Zusatzurlaub finden Sie unter [Gesundheit und Pflege](/jobs/berufsfeld/gesundheit-pflege) sowie [Polizei, Sicherheit und Feuerwehr](/jobs/berufsfeld/polizei-sicherheit-feuerwehr). ### Häufige Fragen **Wie viele Urlaubstage habe ich im öffentlichen Dienst?** 30 Arbeitstage im Kalenderjahr bei einer Fünf-Tage-Woche, gleich für alle Entgeltgruppen und Altersstufen, nach § 26 TVöD und § 26 TV-L. Im TVöD, also bei Bund und Kommunen, steigt der Anspruch ab dem 1. Januar 2027 auf 31 Arbeitstage. Der 24. und 31. Dezember sind arbeitsfrei, ohne dass Urlaub angerechnet wird. Wer im Laufe des Jahres anfängt, erhält für jeden vollen Monat ein Zwölftel. **Wie viel Urlaub bekomme ich bei Teilzeit mit vier Tagen pro Woche?** 24 Arbeitstage bei 30 Tagen Jahresurlaub, ab 2027 im TVöD 25 Tage. Gerechnet wird Jahresurlaub geteilt durch fünf, multipliziert mit den eigenen Arbeitstagen je Woche; Bruchteile ab einem halben Tag werden aufgerundet. Bei drei Arbeitstagen sind es 18 Tage, bei zwei 12 Tage. Teilzeit mit fünf kürzeren Arbeitstagen lässt den Anspruch von 30 Tagen unverändert. **Bis wann muss ich Resturlaub aus dem Vorjahr nehmen?** Übertragener Urlaub muss in den ersten drei Monaten des Folgejahres angetreten werden, also bis 31. März. Konnte er wegen Arbeitsunfähigkeit oder aus dienstlichen Gründen nicht bis dahin angetreten werden, gilt der 31. Mai. Angetreten heißt begonnen; der Urlaub darf über die Frist hinausreichen. Das gilt nach § 27 Abs. 5 auch für den Zusatzurlaub aus Schichtarbeit. **Wie viel Zusatzurlaub gibt es für Wechselschicht?** Einen Arbeitstag für je zwei zusammenhängende Monate ständiger Wechselschichtarbeit, also bis zu sechs Tage im Jahr, sofern die Wechselschichtzulage bezogen wird. Bei ständiger Schichtarbeit ist es ein Tag je vier Monate, höchstens drei Tage. Nicht ständige Wechselschicht bringt beim Bund und im TV-L einen Tag je drei Monate, bei Schichtarbeit je fünf Monate; Kommunen regeln das per Dienstvereinbarung. **Bekommen schwerbehinderte Beschäftigte zusätzlichen Urlaub?** Ja, fünf Arbeitstage im Urlaubsjahr nach § 208 SGB IX bei einer Fünf-Tage-Woche, bei anderer Verteilung anteilig. Wird die Schwerbehinderung erst im Laufe des Jahres festgestellt, gibt es für jeden vollen Monat ein Zwölftel. Dieser gesetzliche Zusatzurlaub zählt nicht auf die tarifliche Obergrenze von sechs Tagen Zusatzurlaub und nicht auf die Höchstgrenze von 35 Tagen Gesamturlaub. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil (§ 6 Abs. 3, §§ 26 bis 29), Lesefassung der VKA: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - TVöD und andere Tarifverträge für den Dienstleistungsbereich Verwaltung, 10. Auflage 2025 (§ 26 in der Fassung ab 1. Januar 2027), VKA: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/250406_TVoeD_Verwaltung.pdf (Fassung vom 6.4.2025) - BMI: Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen vom 6. April 2025: https://www.bmi.bund.de/DE/themen/oeffentlicher-dienst/tvoed/tarifverhandlungen/tarifverhandlungen-2025-node.html (Rundschreiben vom 11.4.2025, abgerufen 7.9.2026) - TV-L in der Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 14 (§§ 26 bis 29), TdL: https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - § 7 Bundesurlaubsgesetz (Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs): https://www.gesetze-im-internet.de/burlg/__7.html (abgerufen 7.9.2026) - § 5 Bundesurlaubsgesetz (Teilurlaub): https://www.gesetze-im-internet.de/burlg/__5.html (abgerufen 7.9.2026) - § 208 SGB IX (Zusatzurlaub für schwerbehinderte Menschen): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__208.html (abgerufen 7.9.2026) --- ## Ausbildungsvergütung im öffentlichen Dienst 2026 (TVAöD) URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/ausbildungsverguetung-tvaoed-2026 Kategorie: Ausbildung & Studium Themen: TVAöD, Ausbildung, Pflege, Kommunen, Jahressonderzahlung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Nach § 8 des TVAöD, Besonderer Teil BBiG, beträgt das monatliche Ausbildungsentgelt seit 1. Mai 2026 im ersten Jahr 1.368,26 Euro, im zweiten 1.418,20 Euro, im dritten 1.464,02 Euro und im vierten 1.527,59 Euro. Hinzu kommen 50,00 Euro Lernmittelzuschuss je Ausbildungsjahr, 13,29 Euro vermögenswirksame Leistungen im Monat, eine Jahressonderzahlung von 90 Prozent des Novemberentgelts und eine Abschlussprämie von 400 Euro. Der Urlaub beträgt 30 Ausbildungstage. 1.368,26 Euro im ersten Ausbildungsjahr: So viel steht seit dem 1. Mai 2026 in § 8 Abs. 1 des Tarifvertrags für Auszubildende des öffentlichen Dienstes. Der Satz gilt bundesweit gleich, bei der Stadtverwaltung Passau genauso wie beim Bundesamt in Köln, und er hängt nicht vom Ausbildungsberuf ab. Offene Plätze stehen unter [Ausbildung im öffentlichen Dienst](/ausbildung). ### Wie hoch ist das Ausbildungsentgelt nach TVAöD? Der TVAöD nennt für jedes Ausbildungsjahr einen festen Monatsbetrag. Er gilt für alle Auszubildenden nach dem Berufsbildungsgesetz, deren Ausbildender unter den TVöD fällt. | Ausbildungsjahr | bis 31.3.2025 | ab 1.4.2025 | ab 1.5.2026 | | --- | --- | --- | --- | | Erstes | 1.218,26 € | 1.293,26 € | 1.368,26 € | | Zweites | 1.268,20 € | 1.343,20 € | 1.418,20 € | | Drittes | 1.314,02 € | 1.389,02 € | 1.464,02 € | | Viertes | 1.377,59 € | 1.452,59 € | 1.527,59 € | *§ 8 Abs. 1 TVAöD, Besonderer Teil BBiG, Lesefassung der VKA.* Die letzte Erhöhung um 75 Euro je Stufe stammt aus der Tarifeinigung vom April 2025 und wirkt seit dem 1. Mai 2026. Ein viertes Ausbildungsjahr kommt in der Verwaltung nur nach einer Verlängerung vor, weil § 5 Abs. 1 Nr. 2 BBiG die Ausbildungsdauer auf höchstens drei Jahre begrenzt. Zwei Sonderfälle stehen direkt darunter im Tarifvertrag. Wird die Ausbildungszeit wegen eines schulischen Vorlaufs verkürzt, gilt der verkürzte Zeitraum nach § 8 Abs. 4 als bereits abgeleistete Ausbildungszeit: Wer mit Abitur ein Jahr verkürzt, startet also im zweiten Jahr und damit bei 1.418,20 Euro. Wird die Ausbildung dagegen verlängert, etwa nach nicht bestandener Prüfung, zahlt der Ausbildende nach § 8 Abs. 5 weiter den Satz des letzten regelmäßigen Ausbildungsabschnitts. Für den Bereich des TVöD Besonderer Teil Sparkassen gilt nach § 8 Abs. 3 eine eigene Regelung. ### Was kommt zum Monatsentgelt dazu? Vier weitere Leistungen sind tariflich zugesagt und stehen nicht im Ermessen der Behörde. Zusammen machen sie im ersten Ausbildungsjahr gut 1.400 Euro brutto zusätzlich aus. - **Jahressonderzahlung:** 90 Prozent des Ausbildungsentgelts, das für November zusteht, ausgezahlt mit dem Novemberentgelt (§ 14 Abs. 1). Voraussetzung ist ein bestehendes Ausbildungsverhältnis am 1. Dezember. - **Lernmittelzuschuss:** 50,00 Euro brutto in jedem Ausbildungsjahr, fällig spätestens mit der Septemberabrechnung (§ 11 Abs. 3). Die eigentlichen Ausbildungsmittel für Ausbildung und Prüfung stellt der Ausbildende ohnehin kostenlos. - **Vermögenswirksame Leistungen:** 13,29 Euro monatlich nach § 13 des Allgemeinen Teils, für Auszubildende der Sparkassen abweichend geregelt. - **Abschlussprämie:** 400 Euro als Einmalzahlung nach bestandener Prüfung (§ 17 Abs. 1 des Allgemeinen Teils, geprüfte Fassung von 2012), nicht jedoch nach einer Wiederholungsprüfung. Auszubildende, die im erheblichen Umfang mit erschwerten Arbeiten beschäftigt werden, können nach § 8b ab dem zweiten Ausbildungsjahr einen monatlichen Pauschalzuschlag von 10 Euro erhalten; für bestimmte Zulagen der Beschäftigten sieht dieselbe Vorschrift die Hälfte des jeweiligen Satzes vor. Beides ist eine Kann-Regelung und deshalb vor Vertragsschluss zu klären. ### Wie viel Urlaub und welche Arbeitszeit gelten? 30 Ausbildungstage Urlaub im Kalenderjahr bei einer Fünftagewoche, so steht es in § 9 Abs. 1. Damit liegen Auszubildende auf demselben Niveau wie Tarifbeschäftigte nach dem TVöD. Der Urlaub soll zusammenhängend in der unterrichtsfreien Zeit genommen werden, was in der Praxis die Sommerferien der Berufsschule bedeutet. Die wöchentliche Ausbildungszeit richtet sich nach § 7 Abs. 1 nach den Arbeitszeitvorschriften, die für die Beschäftigten des Ausbildenden gelten. In einer kommunalen Verwaltung im Westen sind das 39 Wochenstunden. Unterrichtszeiten samt Pausen zählen als Ausbildungszeit, und an Tagen mit mindestens 270 Minuten theoretischem betrieblichem Unterricht darf niemand zusätzlich zur praktischen Ausbildung herangezogen werden. Mehrarbeit über die geregelte Ausbildungszeit hinaus ist nach § 7 Abs. 6 unzulässig. Vor der Abschlussprüfung stehen nach § 12a des Allgemeinen Teils fünf bezahlte Ausbildungstage zur Prüfungsvorbereitung zur Verfügung, bei einer Sechstagewoche sechs. Die Probezeit beträgt nach § 3 drei Monate. In dieser Zeit kann das Ausbildungsverhältnis von beiden Seiten jederzeit fristlos gekündigt werden. Danach ist eine Kündigung durch den Ausbildenden nur noch aus wichtigem Grund möglich, während Auszubildende mit einer Frist von vier Wochen kündigen können. Wie das nach der Ausbildung im Arbeitsverhältnis weitergeht, steht im Beitrag zu [Kündigungsfristen und Unkündbarkeit](/infocenter/kuendigungsfristen-unkuendbarkeit-tvoed). ### Was gilt für die Pflegeausbildung und für Praktika? Für die Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz gibt es einen eigenen Besonderen Teil des TVAöD mit abweichenden Entgeltsätzen. Rechtlich verpflichtet ist der Träger der praktischen Ausbildung ohnehin: § 19 Abs. 1 des Pflegeberufegesetzes schreibt eine angemessene Ausbildungsvergütung für die gesamte Dauer der Ausbildung vor und stellt Auszubildende sozialversicherungsrechtlich den zur Berufsausbildung Beschäftigten gleich. Sachbezüge dürfen nach § 19 Abs. 2 höchstens 75 Prozent der Bruttovergütung ausmachen und nur dann angerechnet werden, wenn der Ausbildungsvertrag das ausdrücklich vorsieht. Der Geltungsbereich zieht klare Grenzen. Nach § 1 Abs. 2 des Allgemeinen Teils gilt der TVAöD nicht für Schülerinnen und Schüler in der Krankenpflegehilfe und Altenpflegehilfe, nicht für Heilerziehungspflege und auch nicht für Praktikantinnen, Praktikanten, Volontärinnen und Volontäre. Wer ein Anerkennungspraktikum in einer kommunalen Einrichtung absolviert, wird also nicht nach diesen Sätzen bezahlt, sondern nach dem gesonderten Tarifvertrag für Praktikantinnen und Praktikanten. Fragen Sie die konkrete Höhe vor Vertragsschluss beim Personalamt ab, denn die Beträge weichen von der Tabelle oben ab. Stellen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen listet [Gesundheit und Pflege](/jobs/berufsfeld/gesundheit-pflege). ### Was verdiene ich nach der Ausbildung? Der Sprung ist deutlich. Wer nach der Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten in E 5 Stufe 1 des TVöD VKA übernommen wird, kommt seit dem 1. Mai 2026 auf rund 3.124 Euro brutto im Monat, also mehr als das Doppelte des dritten Ausbildungsjahres. Die vollständigen Werte stehen unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka), die Zuordnung zur Entgeltgruppe erklärt der Beitrag zur [Eingruppierung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). Ob es überhaupt weitergeht, entscheidet § 16a des Allgemeinen Teils. Danach werden Auszubildende nach bestandener Abschlussprüfung bei dienstlichem oder betrieblichem Bedarf für zwölf Monate in ein Arbeitsverhältnis übernommen, sofern keine personen-, verhaltens-, betriebsbedingten oder gesetzlichen Gründe entgegenstehen; danach folgt bei Bewährung ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Der Bedarf setzt eine freie und besetzbare Stelle voraus, und bei einer Auswahl zwischen mehreren Ausgelernten zählen Prüfungsergebnis und persönliche Eignung. Plant der Ausbildende keine Übernahme, muss er das nach § 16 Abs. 3 drei Monate vor dem voraussichtlichen Ende schriftlich mitteilen. ### Der Fehler, der Geld kostet Ansprüche aus dem Ausbildungsverhältnis verfallen nach § 19 des Allgemeinen Teils, wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit schriftlich geltend gemacht werden. Das trifft in der Praxis vor allem drei Posten: den Lernmittelzuschuss, der bei Neueinstellungen im Herbst gern untergeht, die Fahrtkostenerstattung für eine auswärtige Berufsschule und den Verpflegungszuschuss beim Blockunterricht. Wer die Abrechnung erst am Ende der Ausbildung durchsieht, bekommt für das erste Jahr nichts mehr. Bei der Fahrtkostenerstattung lohnt ein Blick auf die Schwelle: Nach § 10 Abs. 3 werden die notwendigen Fahrtkosten zur auswärtigen Berufsschule nur erstattet, soweit sie monatlich 6 Prozent des Ausbildungsentgelts für das erste Ausbildungsjahr übersteigen, also derzeit rund 82 Euro. Und die Erstattung entfällt, wenn das Land die Kosten ohnehin trägt. Familienheimfahrten sind nach § 10a einmal im Monat erstattungsfähig, aber nicht bei kurzer Entfernung oder einem Aufenthalt unter vier Wochen. Wer nach der Ausbildung nicht in der Verwaltung bleiben will, findet Alternativen unter [Ausbildung im öffentlichen Dienst](/infocenter/ausbildung-oeffentlicher-dienst-berufe-bewerbung) und im Beitrag zum [dualen Studium in der Verwaltung](/infocenter/duales-studium-oeffentliche-verwaltung). ### Häufige Fragen **Wie viel verdient man in der Ausbildung im öffentlichen Dienst?** Nach § 8 Abs. 1 des TVAöD, Besonderer Teil BBiG, beträgt das monatliche Ausbildungsentgelt seit dem 1. Mai 2026 im ersten Ausbildungsjahr 1.368,26 Euro, im zweiten 1.418,20 Euro, im dritten 1.464,02 Euro und im vierten 1.527,59 Euro. Der Betrag hängt nicht vom Beruf ab: Eine angehende Verwaltungsfachangestellte bekommt genauso viel wie ein Fachinformatiker beim selben Arbeitgeber. Nur im Bereich des TVöD Besonderer Teil Sparkassen gilt eine abweichende Regelung. **Bekommen Auszubildende im öffentlichen Dienst Weihnachtsgeld?** Ja. § 14 des TVAöD Besonderer Teil BBiG gibt Auszubildenden, die am 1. Dezember in einem Ausbildungsverhältnis stehen, Anspruch auf eine Jahressonderzahlung in Höhe von 90 Prozent des ihnen für November zustehenden Ausbildungsentgelts. Ausgezahlt wird sie mit dem Novemberentgelt. Der Anspruch sinkt um ein Zwölftel für jeden Monat ohne Entgeltanspruch, wobei Mutterschutz und Elternzeit im Geburtsjahr des Kindes ausgenommen sind. **Was ist die Abschlussprämie im TVAöD?** Eine Einmalzahlung von 400 Euro, die § 17 des TVAöD Allgemeiner Teil bei Beendigung des Ausbildungsverhältnisses aufgrund einer erfolgreich abgelegten Abschlussprüfung vorsieht. Sie ist kein zusatzversorgungspflichtiges Entgelt und wird nach dem Bestehen der Prüfung fällig. Wer die Ausbildung erst über eine Wiederholungsprüfung abschließt, hat keinen Anspruch darauf, der Ausbildende kann im Einzelfall aber davon abweichen. **Wie viele Urlaubstage haben Auszubildende im öffentlichen Dienst?** Bei einer Verteilung der wöchentlichen Ausbildungszeit auf fünf Tage in der Woche beträgt der Urlaubsanspruch nach § 9 Abs. 1 des TVAöD Besonderer Teil BBiG in jedem Kalenderjahr 30 Ausbildungstage. Der Urlaub soll nach Möglichkeit zusammenhängend in der unterrichtsfreien Zeit genommen werden. In Betrieben, auf deren Beschäftigte der TV-V oder ein TV-N angewendet wird, gelten stattdessen die dortigen Regelungen. **Gilt der TVAöD auch für die Pflegeausbildung?** Für die Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz bei einem kommunalen Klinikum oder einer kommunalen Pflegeeinrichtung gilt ein eigener Besonderer Teil des TVAöD mit abweichenden Entgeltsätzen. § 19 Abs. 1 des Pflegeberufegesetzes verpflichtet den Träger der praktischen Ausbildung ohnehin zu einer angemessenen Ausbildungsvergütung für die gesamte Ausbildungsdauer. Für Krankenpflegehilfe, Altenpflegehilfe und Heilerziehungspflege gilt der TVAöD nach § 1 Abs. 2 nicht. ### Quellen - TVAöD Besonderer Teil BBiG, Lesefassung der VKA (§ 8 Ausbildungsentgelt, § 9 Urlaub, § 11 Lernmittelzuschuss, § 14 Jahressonderzahlung): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVAOED_BT-BBiG_AETV_14_Lesefassung_Stand_01_07_2025.pdf (Änderungstarifvertrag Nr. 14 vom 6.4.2025, Fassung vom 1.7.2025) - TVAöD Allgemeiner Teil, Lesefassung (§ 13 vermögenswirksame Leistungen, § 16a Übernahme, § 17 Abschlussprämie, § 19 Ausschlussfrist): https://www.bib-info.de/fileadmin/public/Dokumente_und_Bilder/Komm_KEB/Tarif_Azubis/TVAoeD_Allg_Teil.pdf (Fassung vom 13.9.2005, zuletzt geändert durch Änderungstarifvertrag Nr. 3 vom 31.3.2012) - § 19 Pflegeberufegesetz (Ausbildungsvergütung): https://www.gesetze-im-internet.de/pflbg/__19.html (Abruf 7.9.2026) - § 5 Berufsbildungsgesetz (Ausbildungsordnung, Ausbildungsdauer): https://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/__5.html (Abruf 7.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/vka/a/4410-vka-2026.html (Tarifeinigung 6.4.2025, Tabelle ab 1.5.2026) --- ## Wechsel aus der Privatwirtschaft: Was Sie gewinnen und verlieren URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/wechsel-privatwirtschaft-oeffentlicher-dienst-lohnt-sich Kategorie: Quereinstieg Themen: Quereinstieg, Brutto und Netto, VBL / Zusatzversorgung, Pension Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Im öffentlichen Dienst ist das Gehalt eine Tabellenfrage. E 12 Stufe 3 bringt im TVöD VKA ab 1.5.2026 monatlich 5.359,50 € brutto, dazu eine Jahressonderzahlung von 85 Prozent des Durchschnittsentgelts aus Juli bis September. Der Arbeitgeber zahlt im Abrechnungsverband West der VBL 5,49 Prozent des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts, die Beschäftigten 1,81 Prozent. Ab 40 Jahren und mehr als 15 Jahren Beschäftigungszeit ist die Kündigung nur noch aus wichtigem Grund möglich. Eine Projektleiterin aus einem Industrieunternehmen bewirbt sich auf eine Stelle der Entgeltgruppe 12 bei einer Stadt. Mit drei Jahren einschlägiger Berufserfahrung landet sie in Stufe 3 und damit bei 5.359,50 € brutto im Monat nach der Tabelle TVöD VKA ab 1.5.2026. Ihr bisheriges Fixgehalt lag darüber, ihr Bonus kam obendrauf. Trotzdem ist die Rechnung nicht entschieden, denn das öffentliche Angebot besteht aus vier Bausteinen, von denen nur einer in der Tabelle steht. ### Was steht im Angebot des öffentlichen Dienstes? Vier Bestandteile, alle tariflich festgelegt und deshalb nachprüfbar. | Bestandteil | Rechtsgrundlage | Höhe | | --- | --- | --- | | Tabellenentgelt | § 15 TVöD in Verbindung mit der Entgelttabelle | E 12 Stufe 3: 5.359,50 € im TVöD VKA, 5.210,41 € im TV-L | | Jahressonderzahlung | § 20 (VKA) TVöD | 85 Prozent des durchschnittlichen Entgelts aus Juli, August und September, ausgezahlt bei Beschäftigung am 1. Dezember | | Zusatzversorgung | § 25 TVöD, Tarifvertrag Altersversorgung | Umlage im Abrechnungsverband West der VBL 2026 insgesamt 7,30 Prozent, davon 5,49 Prozent Arbeitgeber und 1,81 Prozent Beschäftigte | | Fachkräftezulage bei Kommunen | Fachkräfte-Richtlinie der VKA vom 10.11.2023 | bis zu 1.500 € monatlich in E 9a bis E 15, bis zu 1.000 € in E 7 und E 8, befristet auf höchstens zehn Jahre | Was fehlt, ist ebenso wichtig. Es gibt keine Boni, keine Erfolgsbeteiligung, keine Firmenwagenregelung und keine übertarifliche Zulage nach Verhandlungsgeschick. Der Tabellenbetrag ist der Betrag. Die Tabelle endet bei E 15; darüber liegen nur außertarifliche Positionen und Beamtenämter. Und die Entgeltgruppe selbst ist nicht verhandelbar, weil sie sich nach § 12 TVöD aus der Tätigkeit ergibt und vor der Ausschreibung festgelegt wurde. Wie das funktioniert, erklärt der Beitrag zur [Eingruppierung nach Tätigkeitsmerkmalen](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Wo liegt der verhandelbare Teil? Bei der Stufe und, im kommunalen Bereich, bei der Fachkräftezulage. § 16 Abs. 2 TVöD ordnet Neueingestellte ohne einschlägige Berufserfahrung der Stufe 1 zu, mit mindestens einem Jahr der Stufe 2 und mit mindestens drei Jahren in der Regel der Stufe 3. Einschlägig heißt, dass die frühere Tätigkeit der neuen fachlich entspricht. Darüber hinaus erlaubt Satz 3 dem Arbeitgeber, zur Deckung des Personalbedarfs Zeiten einer früheren beruflichen Tätigkeit ganz oder teilweise zu berücksichtigen, wenn sie für die vorgesehene Tätigkeit förderlich sind. Bei Kommunen kommt Nummer 2 der Fachkräfte-Richtlinie hinzu: Neu eingestellte Fachkräfte der Entgeltgruppen 5 bis 15 können abweichend von § 16 Abs. 2 auch ohne Berufserfahrung der Stufe 2 oder 3 zugeordnet werden, in besonderen Fällen der Stufe 4. Eine gewährte Fachkräftezulage wird davon nicht berührt, beides lässt sich also kombinieren. In E 12 macht der Sprung von Stufe 3 auf Stufe 4 im TVöD VKA 564,32 € brutto im Monat aus. Wie Sie das ansprechen, steht in [Gehalt verhandeln im öffentlichen Dienst](/infocenter/gehalt-verhandeln-oeffentlicher-dienst), die Einzelheiten der Anrechnung in der [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). ### Was ist die Sicherheit wert? Sie entsteht in Stufen und hängt an der Beschäftigungszeit. Nach § 34 Abs. 1 TVöD beträgt die Kündigungsfrist in den ersten sechs Monaten zwei Wochen zum Monatsschluss, danach je nach Beschäftigungszeit einen Monat bis sechs Monate zum Quartalsende. Der eigentliche Einschnitt kommt später: Nach Absatz 2 können Arbeitsverhältnisse von Beschäftigten, die das 40. Lebensjahr vollendet haben, nach einer Beschäftigungszeit von mehr als 15 Jahren nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden. Das gilt im Tarifgebiet West für Beschäftigte kommunaler Arbeitgeber und für Beschäftigte des Bundes. | Beschäftigungszeit | Kündigungsfrist durch den Arbeitgeber | | --- | --- | | bis zum Ende des sechsten Monats | zwei Wochen zum Monatsschluss | | bis zu einem Jahr | ein Monat zum Monatsschluss | | mehr als ein Jahr | sechs Wochen zum Quartalsende | | mindestens fünf Jahre | drei Monate zum Quartalsende | | mindestens zehn Jahre | fünf Monate zum Quartalsende | | mindestens zwölf Jahre | sechs Monate zum Quartalsende | | ab 40 Jahren und mehr als 15 Jahren | nur noch aus wichtigem Grund | Beschäftigungszeit ist die bei demselben Arbeitgeber zurückgelegte Zeit, auch wenn sie unterbrochen war. Beim Wechsel zwischen Arbeitgebern, die vom TVöD erfasst werden, oder von einem anderen öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber werden die Zeiten anerkannt; Jahre in der Privatwirtschaft zählen nicht mit. Wer mit 45 wechselt, erreicht die Unkündbarkeit also mit 60, nicht sofort. Die Fristen im Detail behandelt der Beitrag zu [Kündigungsfristen und Unkündbarkeit](/infocenter/kuendigungsfristen-unkuendbarkeit-tvoed). ### Wie steht es um Arbeitszeit und Altersvorsorge? Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt nach § 6 Abs. 1 TVöD im kommunalen Bereich durchschnittlich 39 Stunden wöchentlich ohne Pausen. Seit dem Änderungstarifvertrag Nr. 22 können Beschäftigte und Arbeitgeber im gegenseitigen Einvernehmen und frühestens nach der Probezeit eine Erhöhung auf bis zu durchschnittlich 42 Stunden vereinbaren, befristet auf höchstens 18 Monate und mit einer Kündigungsmöglichkeit aus wichtigem Grund. Der Urlaub liegt bei 30 Arbeitstagen bei einer Fünf-Tage-Woche, nach der ab 1. Januar 2027 geltenden Fassung des § 26 Abs. 1 bei 31 Arbeitstagen. Die Zusatzversorgung ist der Posten, den Wechselnde am häufigsten übersehen. § 25 TVöD gibt einen Anspruch auf Versicherung zum Zweck einer zusätzlichen Alters- und Hinterbliebenenversorgung nach dem Tarifvertrag Altersversorgung beziehungsweise dem Altersvorsorge-TV-Kommunal. Im Abrechnungsverband West der VBL liegt die Umlage 2026 bei 7,30 Prozent des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts, davon 5,49 Prozent Arbeitgeber- und 1,81 Prozent Arbeitnehmeranteil; ein Sanierungsgeld fällt nicht an. Der Arbeitgeberanteil entspricht damit in E 12 Stufe 3 einem Betrag von knapp 300 € im Monat, der nicht auf der Gehaltsabrechnung als Nettozuwachs erscheint, aber die spätere Betriebsrente aufbaut. Wie viel vom Brutto tatsächlich ankommt, ordnet der Beitrag [Vom Tarifbrutto zum Netto](/infocenter/brutto-netto-oeffentlicher-dienst-abzuege) ein. ### Was Sie aufgeben Drei Dinge, die in keiner Ausschreibung stehen. Erstens die Geschwindigkeit: Eine Beförderung setzt eine freie und bewertete Planstelle voraus, und Höhergruppierung setzt eine geänderte Stellenbewertung voraus. Gute Arbeit allein bewegt nichts, weil die Tarifautomatik an der Tätigkeit hängt, nicht an der Leistung. Zweitens die Verhandelbarkeit: Nach der Unterschrift ist der einzige verbliebene Hebel der Antrag auf Überprüfung der Eingruppierung. Drittens die Werkzeuge: Beschaffungen laufen über Vergabeverfahren, Entscheidungen über Gremien, und der Personalrat ist bei Einstellung und Eingruppierung zu beteiligen. Der häufigste Fehler beim Wechsel ist die Reihenfolge. Wer zusagt und danach über Stufe, Zulage oder Verbeamtung sprechen will, verhandelt gegen eine Personalstelle, die den Vorgang bereits abgeschlossen hat. Klären Sie vor der Unterschrift drei Punkte schriftlich: die Stufenzuordnung samt anerkannter förderlicher Zeiten, eine mögliche Fachkräftezulage mit Höhe und Befristung und, wenn eine Verbeamtung in Betracht kommt, ob für die Stelle eine Planstelle ausgebracht ist. Offene Stellen für Wechselnde listet [die Übersicht der Quereinstiegsstellen](/jobs?quereinstieg=1), die Wege ohne Verwaltungsausbildung beschreibt der Beitrag zum [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst), und die Unterschiede der Statusarten erklärt [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). ### Häufige Fragen **Verdiene ich im öffentlichen Dienst weniger als in der Privatwirtschaft?** Beim Grundgehalt oft ja, beim Gesamtpaket nicht zwingend. Der Tabellenbetrag ist das ganze Angebot; Boni, Aktienpakete und übertarifliche Zulagen gibt es nicht, und die Tabelle endet bei E 15. Dagegen stehen eine Jahressonderzahlung von 85 Prozent des Durchschnittsentgelts aus Juli bis September, eine arbeitgeberfinanzierte Zusatzversorgung und 30 Urlaubstage, ab 2027 nach § 26 TVöD 31 Tage. Wer nur Bruttosummen vergleicht, rechnet falsch. **Welche Stufe bekomme ich beim Wechsel aus der Wirtschaft?** Ohne einschlägige Berufserfahrung Stufe 1, mit mindestens einem Jahr Stufe 2, mit mindestens drei Jahren in der Regel Stufe 3. Einschlägig heißt fachlich gleichartig, nicht nur irgendwie beruflich. Unabhängig davon kann der Arbeitgeber nach § 16 Abs. 2 Satz 3 TVöD zur Deckung des Personalbedarfs Zeiten einer früheren Tätigkeit anrechnen, wenn sie für die neue Aufgabe förderlich sind. Ein Anspruch darauf besteht nicht. **Wie viel zahlt der Arbeitgeber in die Zusatzversorgung ein?** Im Abrechnungsverband West der VBL beträgt die Umlage 2026 insgesamt 7,30 Prozent des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts. Davon trägt der Arbeitgeber 5,49 Prozent und die beschäftigte Person 1,81 Prozent; ein Sanierungsgeld wird nicht erhoben. Der Anspruch auf diese Versicherung folgt aus § 25 TVöD und dem Tarifvertrag Altersversorgung. Kommunale Zusatzversorgungskassen haben eigene Sätze. **Ab wann bin ich im öffentlichen Dienst unkündbar?** Nach § 34 Abs. 2 TVöD können Arbeitsverhältnisse von Beschäftigten, die das 40. Lebensjahr vollendet haben, nach einer Beschäftigungszeit von mehr als 15 Jahren durch den Arbeitgeber nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden. Im Tarifgebiet West gilt das für Beschäftigte kommunaler Arbeitgeber und für Beschäftigte des Bundes. Zeiten bei einem anderen TVöD-Arbeitgeber zählen als Beschäftigungszeit mit. **Kann ich als Wechslerin später noch verbeamtet werden?** Das hängt an drei Bedingungen: der Laufbahnbefähigung, der Altersgrenze des jeweiligen Dienstherrn und einer freien, bewerteten Planstelle. Die Laufbahnbefähigung kann auch ohne Vorbereitungsdienst anerkannt werden; nach § 24 der Bundeslaufbahnverordnung genügt für den gehobenen Dienst ein Bachelor mit mindestens eineinhalb Jahren hauptberuflicher Tätigkeit. Fragen Sie im Auswahlgespräch nach der Planstelle, nicht nach der Möglichkeit. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, § 6 Abs. 1, § 16 (VKA), § 20 (VKA), § 25, § 26, § 34 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22, Stand 1.1.2026) - VBL, Rechengrößen in der Zusatzversorgung 2026, Abrechnungsverband West: https://www.vbl.de/documents/d/vbl/rechengroessen_2026_west (Stand 11.2025, für das Jahr 2026) - Richtlinie der VKA zur Gewinnung und zur Bindung von Fachkräften (Fachkräfte-RL), Nummern 1 und 2: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/VKA-Fachkraefte-RL.pdf (Beschluss vom 10.11.2023, anwendbar bis 31.12.2028) - Bundeslaufbahnverordnung (BLV), § 24 und § 25: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/BLV.pdf (Ausfertigung vom 11.3.2026, abgerufen 7.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TV-L (data/pay-tables/TV_L-2026-04-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tv-l (Stand 1.4.2026) --- ## IT-Quereinstieg in Behörden: Eingruppierung und Zulage URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/quereinstieg-it-oeffentlicher-dienst Kategorie: Quereinstieg Themen: Quereinstieg, IT, Eingruppierung, Zulagen Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** IT-Beschäftigte werden nicht nach den allgemeinen Verwaltungsmerkmalen eingruppiert, sondern nach einem eigenen Abschnitt der Entgeltordnung. Eine einschlägige Berufsausbildung führt zu E 6, eine einschlägige Hochschulbildung zu E 10, besondere Leistungen zu E 11, Spezialaufgaben zu E 12 und die Leitung einer IT-Gruppe zu E 13. In E 11 Stufe 3 sind das 5.046,03 € brutto im TVöD VKA. Kommunale Arbeitgeber können bis Ende 2028 zusätzlich bis zu 1.500 € Fachkräftezulage monatlich zahlen. Eine Fachinformatikerin, die in der Systemintegration einer Stadtverwaltung anfängt, ist in E 6 eingruppiert. Ihr Kollege am Nebentisch, gleiche Aufgaben, aber mit einem Bachelor in Informatik, sitzt in E 10. In Stufe 3 des TVöD VKA sind das 3.580,46 € gegenüber 4.794,69 € brutto im Monat. Der Grund ist nicht Willkür, sondern ein eigener Abschnitt der Entgeltordnung, der für IT-Tätigkeiten andere Regeln aufstellt als für die Verwaltung. ### Warum gilt für IT eine eigene Entgeltordnung? Weil die allgemeinen Verwaltungsmerkmale IT-Arbeit nicht abbilden. Die Entgeltordnung ordnet Beschäftigte, deren Tätigkeit in einem speziellen Tätigkeitsmerkmal aufgeführt ist, ausschließlich diesem zu; die allgemeinen Merkmale des Verwaltungsdienstes gelten dann weder in derselben noch in einer höheren Entgeltgruppe. Wer IT macht, wird deshalb nicht nach „gründlichen und vielseitigen Fachkenntnissen“ bewertet, sondern nach Gestaltungsspielraum, besonderen Leistungen und Spezialaufgaben. Der Anwendungsbereich ist weit gefasst. Erfasst sind alle Beschäftigten, die sich mit Systemen der Informations- und Kommunikationstechnik befassen, ohne Rücksicht auf ihre organisatorische Eingliederung. Dazu zählen Hard- und Softwaresysteme, Anwendungsprogramme, Datenbanken und Netzkomponenten, und zwar über den gesamten Lebenszyklus: Planung, Design, Implementierung, Test, Betrieb, Optimierung, Fehlerbeseitigung, Qualitätssicherung. Auch die Informationssicherheit, die Produktionssteuerung und das IKT-Servicemanagement fallen darunter. Ausgenommen sind nur Beschäftigte, die IT-Systeme lediglich anwenden oder sich die technischen Spezifikationen zuarbeiten lassen. Die Grundlagen der Bewertung erklärt der Beitrag zur [Eingruppierung nach Tätigkeitsmerkmalen](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). ### Welche Rolle führt zu welcher Entgeltgruppe? Die Merkmale bauen aufeinander auf und starten an zwei Einstiegspunkten: bei der Berufsausbildung in E 6 und beim Hochschulabschluss in E 10. Die Tabelle zeigt die Fallgruppen des TVöD VKA mit den Beträgen der Stufe 3 ab 1.5.2026; der TV-L verwendet in Teil II Abschnitt 11 nahezu denselben Wortlaut. | Entgeltgruppe | Tätigkeitsmerkmal der Entgeltordnung | Typische Rolle | TVöD VKA, Stufe 3 | TV-L, Stufe 3 | | --- | --- | --- | --- | --- | | E 6 | einschlägige abgeschlossene Berufsausbildung, etwa als Fachinformatikerin, IT-Systemelektroniker oder IT-System-Kauffrau, und entsprechende Tätigkeit | Anwendungsbetreuung, First Level Support | 3.580,46 € | 3.547,20 € | | E 7 | Beschäftigte der E 6, die ohne Anleitung tätig sind | eigenständiger Second Level Support | 3.682,69 € | 3.645,69 € | | E 8 | Tätigkeit, die über die Standardfälle hinaus Gestaltungsspielraum erfordert | Systemadministration mit eigenen Entscheidungen | 3.843,36 € | 3.795,52 € | | E 9a | Tätigkeit, die zusätzliche Fachkenntnisse erfordert | Fachadministration einer Anwendung | 4.097,67 € | 3.925,58 € | | E 9b | Tätigkeit, die umfassende Fachkenntnisse erfordert, also eine Steigerung der Tiefe und der Breite nach | Betreuung mehrerer Systeme, Netzadministration | 4.203,56 € | 4.035,07 € | | E 10 | einschlägige abgeschlossene Hochschulbildung, etwa Informatik, und entsprechende Tätigkeit; oder Gestaltungsspielraum über E 8 hinaus | Softwareentwicklung, IT-Projektarbeit | 4.794,69 € | 4.599,41 € | | E 11 | besondere Leistungen, also besondere Fachkenntnisse und besondere praktische Erfahrung oder fachliche Weisungsbefugnis | Architektur, IT-Sicherheitsbeauftragung | 5.046,03 € | 4.748,43 € | | E 12 | drei Jahre praktische Erfahrung und besondere Schwierigkeit und Bedeutung oder Spezialaufgaben | Projektleitung, Spezialistin für Verfahren | 5.359,50 € | 5.210,41 € | | E 13 | erheblich herausgehobenes Maß der Verantwortung; oder Leitung einer IT-Gruppe mit mindestens zwei Unterstellten ab E 12 oder drei ab E 11 | Leitung einer IT-Gruppe, Referatsleitung | 5.709,87 € | 5.366,89 € | Der Sprung von E 9b auf E 10 ist der größte der Reihe und hängt am Abschluss oder am Gestaltungsspielraum, nicht an Berufsjahren. Und E 12 wie E 13 lassen sich über die Leitungsfallgruppen erreichen, die keine besondere Schwierigkeit verlangen, sondern eine ausdrückliche Anordnung und eine bestimmte Zahl unterstellter Beschäftigter. Wer eine IT-Gruppe führt, sollte deshalb prüfen, ob die Unterstellung schriftlich angeordnet ist; ohne diese Anordnung greift die Fallgruppe nicht. ### Was zählt als einschlägige Hochschulbildung? Ein Bachelor, ein FH-Diplom oder ein gleichwertiger Abschluss nach § 18 Hochschulrahmengesetz, jeweils aus einem Studiengang mit mindestens sechs Semestern Regelstudienzeit und mit der Hochschulreife als Zugangsvoraussetzung. Abschlüsse an akkreditierten Bachelorausbildungsgängen von Berufsakademien stehen dem gleich; das Akkreditierungserfordernis ist bis zum 31. Dezember 2029 ausgesetzt. Ein ausländischer Abschluss gilt, wenn ihn die zuständige staatliche Stelle als vergleichbar bewertet hat. Einschlägig heißt fachlich passend, nicht zwingend Informatik. Die Entgeltordnung nennt Informatik nur als Beispiel; Wirtschaftsinformatik, Medieninformatik oder ein technisches Studium mit IT-Schwerpunkt kommen ebenso in Betracht, wenn die Tätigkeit dazu passt. Fehlt der Abschluss ganz, greift die Klausel der sonstigen Beschäftigten, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben. Sie steht in jeder Einstiegsfallgruppe der IT-Merkmale und ist der eigentliche Quereinstieg. Wer sie nutzen will, muss die Gleichwertigkeit belegen, und zwar vor der Vertragsunterschrift. Brauchbar sind Arbeitszeugnisse mit konkreter Aufgabenbeschreibung, Projektlisten mit Rolle und Verantwortung, Herstellerzertifikate und Nachweise über Weiterbildungen. Fehlt der Nachweis, ordnet die Entgeltordnung die Eingruppierung in der nächstniedrigeren Entgeltgruppe an, also E 9b statt E 10. Weitere [Stellen für Quereinsteiger](/jobs?quereinstieg=1) und die [offenen IT-Stellen](/jobs/berufsfeld/it-digitalisierung) zeigen, wie Behörden diese Klausel in Ausschreibungen formulieren. ### Wie viel Zulage ist möglich? Bei kommunalen Arbeitgebern bis zu 1.500 € im Monat. Grundlage ist die Fachkräfte-Richtlinie der VKA vom 10. November 2023, die Mitglieder der kommunalen Arbeitgeberverbände bis zum 31. Dezember 2028 anwenden können, soweit es zur Deckung des Personalbedarfs oder zur Bindung von Fachkräften notwendig ist. Sie sieht drei Stufen vor. | Entgeltgruppe | Fachkräftezulage monatlich | Bedingungen | | --- | --- | --- | | E 9a bis E 15 | bis zu 1.500 € | auf höchstens zehn Jahre zu befristen, Verlängerung mehrfach möglich | | E 7 und E 8 | bis zu 1.000 € | fließt in Entgeltfortzahlung und Jahressonderzahlung ein | | E 5 und E 6 | bis zu 500 € | bei Teilzeit anteilig, künftige Entgelterhöhungen anrechenbar | Die Zulage ist kein Anspruch, sondern eine Ermessensentscheidung. Sie gilt für neu eingestellte Beschäftigte und, wenn Bindungsbedarf besteht, auch für den Bestand. Daneben erlaubt Nummer 2 der Richtlinie, neu eingestellte Fachkräfte der Entgeltgruppen 5 bis 15 auch ohne Berufserfahrung der Stufe 2 oder 3 zuzuordnen, in besonderen Fällen der Stufe 4. Beide Instrumente lassen sich kombinieren; eine Vorweggewährung von Stufen berührt die Fachkräftezulage nicht. Welche Zulagen es sonst gibt, listet die [Übersicht der Zulagen](/infocenter/zulagen-oeffentlicher-dienst-uebersicht), und wie Sie das Gespräch führen, steht im Beitrag [Gehalt verhandeln im öffentlichen Dienst](/infocenter/gehalt-verhandeln-oeffentlicher-dienst). ### Homeoffice und Verbeamtung in der Behörden-IT Mobiles Arbeiten ist in der IT verbreitet, steht aber nicht im Tarifvertrag. Es beruht auf Dienstvereinbarungen der einzelnen Behörde, die Umfang, Erreichbarkeit und Ausstattung regeln. IT-Dienstleister des Bundes und der Länder werben damit in ihren Ausschreibungen, meist mit der Einschränkung, dass der Anteil vom Aufgabenbereich abhängt; Betrieb und Rechenzentrumsdienste sind stärker an den Ort gebunden als Entwicklung oder Projektarbeit. Lassen Sie sich die geltende Dienstvereinbarung vor der Zusage zeigen. Wie die Rechtslage insgesamt aussieht, erklärt der Beitrag [Homeoffice im öffentlichen Dienst](/infocenter/homeoffice-oeffentlicher-dienst), und offene Stellen mit dieser Zusage finden Sie unter [IT-Stellen mit Homeoffice](/jobs?homeoffice=homeoffice). Eine Verbeamtung ist auch in der IT möglich. Beim Bund führt der Weg in den gehobenen technischen Verwaltungsdienst; nach § 24 Abs. 2 der Bundeslaufbahnverordnung besitzt dessen Befähigung auch, wer den gehobenen Verwaltungsinformatikdienst oder den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst in der Fachrichtung digitale Verwaltung und IT-Sicherheit abgeschlossen hat. Ohne Vorbereitungsdienst genügt nach § 24 Abs. 1 ein an einer Hochschule erworbener Bachelor aus einem Studiengang mit mindestens drei Jahren Regelstudienzeit, verbunden mit einer hauptberuflichen Tätigkeit von mindestens einem Jahr und sechs Monaten. Für den höheren Dienst verlangt § 25 einen Master und je nach Leistungspunkten zwischen zweieinhalb und drei Jahren hauptberufliche Tätigkeit. Der häufigste Fehler beim IT-Quereinstieg ist die Fixierung auf das Gehalt der letzten Stelle. Verhandelbar sind Stufe und Fachkräftezulage, nicht die Entgeltgruppe; diese folgt aus der Stellenbewertung, die vor der Ausschreibung abgeschlossen wurde. Prüfen Sie deshalb die Aufgabenbeschreibung: Nennt sie Gestaltungsspielraum, fachliche Weisungsbefugnis oder Spezialaufgaben, während die Ausschreibung nur E 9b anbietet, ist die Bewertung angreifbar. Die passende Stufe leitet der Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung) her. ### Häufige Fragen **Welche Entgeltgruppe bekomme ich als Softwareentwickler im öffentlichen Dienst?** Mit einschlägiger Hochschulbildung, etwa einem Bachelor in Informatik, und entsprechender Tätigkeit sind Sie in E 10 eingruppiert. Hebt sich die Tätigkeit durch besondere Leistungen heraus, also durch besondere Fachkenntnisse, besondere praktische Erfahrung oder fachliche Weisungsbefugnis, folgt E 11. Mit dreijähriger praktischer Erfahrung und Spezialaufgaben ist E 12 möglich. Mit einer Ausbildung als Fachinformatiker beginnt die Kette dagegen bei E 6. **Komme ich ohne Informatikstudium in die IT einer Behörde?** Ja. Jede Fallgruppe der IT-Merkmale nennt neben dem Abschluss auch sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben. Wer die Aufgaben einer E 10 tatsächlich erfüllt, kann so ohne Abschluss dorthin gelangen. Der Nachweis liegt bei Ihnen: Projektlisten, Zertifikate und Zeugnisse müssen belegen, dass Ihre Kenntnisse denen eines einschlägigen Studiums entsprechen. **Gibt es eine IT-Zulage im öffentlichen Dienst?** Bei kommunalen Arbeitgebern ja, allerdings nicht als IT-Zulage, sondern als allgemeine Fachkräftezulage. Nach der Fachkräfte-Richtlinie der VKA können Beschäftigte der Entgeltgruppen 9a bis 15 bis zu 1.500 € monatlich zusätzlich erhalten, in E 7 und E 8 bis zu 1.000 €. Die Zulage ist auf höchstens zehn Jahre zu befristen, sie ist eine Ermessensentscheidung des Arbeitgebers und die Richtlinie gilt bis zum 31. Dezember 2028. **Wer fällt überhaupt unter die IT-Tätigkeitsmerkmale?** Alle Beschäftigten, die sich mit Systemen der Informations- und Kommunikationstechnik befassen, unabhängig von ihrer organisatorischen Eingliederung. Erfasst ist der gesamte Lebenszyklus eines Systems von der Planung bis zur Qualitätssicherung, ebenso die Informationssicherheit, die Produktionssteuerung und das IKT-Servicemanagement. Nicht erfasst sind Beschäftigte, die IT-Systeme lediglich anwenden oder sich die technischen Spezifikationen von Fachleuten zuarbeiten lassen. **Kann ich als IT-Fachkraft verbeamtet werden?** Beim Bund führt der Weg über den gehobenen technischen Verwaltungsdienst. Nach § 24 Abs. 2 der Bundeslaufbahnverordnung hat dessen Befähigung auch, wer den gehobenen Verwaltungsinformatikdienst des Bundes oder den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst in der Fachrichtung digitale Verwaltung und IT-Sicherheit abgeschlossen hat. Ohne Vorbereitungsdienst genügt nach § 24 Abs. 1 ein Bachelor mit mindestens eineinhalb Jahren hauptberuflicher Tätigkeit. ### Quellen - Anlage 1 zum TVöD, Entgeltordnung (VKA), Teil A Abschnitt II Ziffer 2 sowie grundsätzliche Eingruppierungsregelungen Nr. 2 bis 4 (VKA-Broschüre Verwaltung, 10. Auflage 2025): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/250406_TVoeD_Verwaltung.pdf (Stand 1.1.2025, einschließlich Tarifeinigung vom 6.4.2025) - Anlage A zum TV-L, Entgeltordnung, Teil II Abschnitt 11 Beschäftigte in der Informations- und Kommunikationstechnik (TdL): https://www.tdl-online.de/fileadmin/user_upload/Anlage_A_i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._13_Homepage.pdf (Fassung des ÄTV Nr. 13) - Richtlinie der VKA zur Gewinnung und zur Bindung von Fachkräften (Fachkräfte-RL), Nummern 1 und 2: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/VKA-Fachkraefte-RL.pdf (Beschluss der Mitgliederversammlung vom 10.11.2023, anwendbar bis 31.12.2028) - TVöD Allgemeiner Teil, § 6, § 16 (VKA), § 34 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22, Stand 1.1.2026) - Bundeslaufbahnverordnung (BLV), § 16, § 24, § 25: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/BLV.pdf (Ausfertigung vom 11.3.2026, abgerufen 7.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TV-L (data/pay-tables/TV_L-2026-04-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tv-l (Stand 1.4.2026) --- ## Befristung im öffentlichen Dienst: Sachgrund und Entfristung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/befristung-entfristung-oeffentlicher-dienst Kategorie: Arbeitsalltag & Recht Themen: Befristung, Hochschule, Kündigung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Ohne Sachgrund darf ein Vertrag nach § 14 Abs. 2 TzBfG höchstens zwei Jahre laufen, mit höchstens drei Verlängerungen, und nur wenn zuvor kein Arbeitsverhältnis mit demselben Arbeitgeber bestand. Mit Sachgrund sind längere Ketten zulässig, im TVöD und TV-L aber je Vertrag höchstens fünf Jahre (§ 30 Abs. 2). An Hochschulen gilt das WissZeitVG mit sechs Jahren vor und sechs Jahren nach der Promotion, in der Medizin neun. Wer die Befristung angreifen will, muss binnen drei Wochen nach dem Vertragsende klagen (§ 17 TzBfG). In der Ausschreibung stand „befristet für die Dauer der Mutterschutzfrist und einer sich anschließenden Elternzeit“. Das ist ein Sachgrund nach § 14 Abs. 1 Nr. 3 TzBfG, die Vertretung einer anderen Person. Steht dort dagegen nur „zunächst befristet auf zwei Jahre“, arbeitet die Behörde mit § 14 Abs. 2 TzBfG, und dann hängt die Wirksamkeit an einer einzigen Frage: Hat mit diesem Arbeitgeber schon einmal ein Arbeitsverhältnis bestanden? ### Wann ist eine Befristung ohne Sachgrund zulässig? Bis zu zwei Jahren, mit höchstens dreimaliger Verlängerung innerhalb dieser Gesamtdauer, und nur wenn zuvor kein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis mit demselben Arbeitgeber bestand. § 14 Abs. 2 TzBfG formuliert das als Verbot der Vorbeschäftigung. Arbeitgeber ist dabei die juristische Person, nicht das Amt. Wer 2019 ein halbes Jahr als studentische Aushilfe bei derselben Stadt gearbeitet hat, kann 2026 nicht mehr sachgrundlos befristet werden, auch wenn es damals ein anderes Amt und eine ganz andere Tätigkeit war. Für Beschäftigte des Bundes und für kommunale Beschäftigte im Tarifgebiet West, deren Tätigkeit vor dem 1. Januar 2005 der Rentenversicherung der Angestellten unterlegen hätte, kommen die Besonderheiten des § 30 Abs. 2 bis 5 TVöD hinzu. Der wichtigste: Ein sachgrundlos befristeter Vertrag soll zwölf Monate in der Regel nicht unterschreiten und muss mindestens sechs Monate dauern (§ 30 Abs. 3). Verträge über drei Monate, wie sie in der Privatwirtschaft üblich sind, sind im TVöD-Bereich also tarifwidrig. Zwei Sonderfälle erweitern den Rahmen, spielen im öffentlichen Dienst aber kaum eine Rolle. § 14 Abs. 2a TzBfG erlaubt vier Jahre in den ersten vier Jahren nach Gründung eines Unternehmens, was Behörden nicht betrifft. § 14 Abs. 3 TzBfG erlaubt fünf Jahre, wenn die Person bei Vertragsbeginn das 52. Lebensjahr vollendet hat und unmittelbar davor mindestens vier Monate beschäftigungslos war, Transferkurzarbeitergeld bezogen oder an einer öffentlich geförderten Beschäftigungsmaßnahme teilgenommen hat. ### Welche Sachgründe erlaubt das Gesetz? § 14 Abs. 1 TzBfG zählt acht Gründe auf, und die Liste ist nicht abschließend. Im öffentlichen Dienst tauchen vor allem vier davon auf. | Befristungsart | Rechtsgrundlage | Höchstdauer | Typischer Fall | | --- | --- | --- | --- | | ohne Sachgrund | § 14 Abs. 2 TzBfG | 2 Jahre, max. 3 Verlängerungen | Ersteinstellung, keine Vorbeschäftigung | | Vertretung | § 14 Abs. 1 Nr. 3 TzBfG | je Vertrag 5 Jahre (§ 30 Abs. 2 TVöD) | Elternzeit- oder Krankheitsvertretung | | vorübergehender Bedarf | § 14 Abs. 1 Nr. 1 TzBfG | je Vertrag 5 Jahre (§ 30 Abs. 2 TVöD) | befristetes Förderprojekt | | Haushaltsmittel | § 14 Abs. 1 Nr. 7 TzBfG | je Vertrag 5 Jahre (§ 30 Abs. 2 TVöD) | Stelle mit kw-Vermerk im Haushaltsplan | | Erprobung | § 14 Abs. 1 Nr. 5 TzBfG | an der Erprobungsdauer orientiert | Quereinstieg ohne Verwaltungsausbildung | | Wissenschaft, vor Promotion | § 2 Abs. 1 Satz 1 WissZeitVG | 6 Jahre | Promotionsstelle | | Wissenschaft, nach Promotion | § 2 Abs. 1 Satz 2 WissZeitVG | 6 Jahre, Medizin 9 Jahre | Postdoc-Stelle | | Drittmittel | § 2 Abs. 2 WissZeitVG | Projektzeitraum | DFG-Projekt | Der Haushaltsgrund in Nummer 7 ist die Eigenart des öffentlichen Dienstes und zugleich der wackeligste. Er verlangt, dass die Mittel haushaltsrechtlich für eine befristete Beschäftigung bestimmt sind und die Person entsprechend beschäftigt wird. Eine allgemeine Stelleneinsparung oder ein pauschaler Sparbeschluss genügt nicht; nötig ist eine konkrete haushaltsrechtliche Zweckbestimmung. Bei einer Kettenbefristung mit diesem Grund lohnt ein Blick in den Haushaltsplan, worauf sich der Vermerk tatsächlich bezieht. Unabhängig vom Grund gilt § 4 Abs. 2 TzBfG: Befristet Beschäftigte dürfen wegen der Befristung nicht schlechter behandelt werden. Sie erhalten dieselbe [Eingruppierung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale) nach denselben Tätigkeitsmerkmalen, dieselbe Jahressonderzahlung anteilig und dieselbe Stufenlaufzeit. Ein befristeter Einstieg in E 9b Stufe 1 führt nach denselben Regeln zu Stufe 2 wie bei einer unbefristet beschäftigten Person; die Systematik erklärt der Beitrag zu [Stufenlaufzeit und Stufenaufstieg](/infocenter/stufenlaufzeit-stufenaufstieg-tvoed-tv-l). ### Was gilt an Hochschulen und Forschungseinrichtungen? Ein eigenes Gesetz. Für wissenschaftliches und künstlerisches Personal an staatlichen Hochschulen verdrängt das WissZeitVG die Regeln des TzBfG, und § 30 Abs. 1 TVöD nimmt diese Arbeitsverhältnisse ausdrücklich von seinen Besonderheiten aus. Die Rechnung läuft in zwei Blöcken. Vor der Promotion sind nach § 2 Abs. 1 Satz 1 WissZeitVG bis zu sechs Jahre zulässig, wenn die Beschäftigung der eigenen wissenschaftlichen Qualifizierung dient. Nach abgeschlossener Promotion kommen sechs weitere Jahre hinzu, in der Medizin neun. Wer die erste Phase nicht ausgeschöpft hat, kann das teilweise nachholen: Die zulässige Dauer nach der Promotion verlängert sich in dem Umfang, in dem die Beschäftigung vor der Promotion und die Promotionszeiten ohne solche Beschäftigung zusammen weniger als sechs Jahre betragen haben. Drei Verlängerungstatbestände sind wichtig. Bei der Betreuung eines oder mehrerer Kinder unter 18 Jahren verlängert sich die zulässige Befristungsdauer um zwei Jahre je Kind. Bei einer Behinderung nach § 2 Abs. 1 SGB IX oder einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung kommen zwei Jahre hinzu. Und nach § 2 Abs. 5 WissZeitVG verlängert sich die Dauer des laufenden Vertrages im Einverständnis mit der beschäftigten Person unter anderem um Zeiten der Elternzeit und um Beschäftigungsverbote nach dem Mutterschutzgesetz. Auf die Höchstdauer angerechnet werden nach § 2 Abs. 3 alle befristeten Arbeitsverhältnisse mit mehr als einem Viertel der regelmäßigen Arbeitszeit an einer deutschen Hochschule oder Forschungseinrichtung, ebenso entsprechende Beamtenverhältnisse auf Zeit. Ausgenommen sind Hilfstätigkeiten nach § 6 WissZeitVG, für die Studierende mit einem eigenen Kontingent von insgesamt sechs Jahren beschäftigt werden können. Der praktische Fallstrick steckt in § 2 Abs. 4: Im Arbeitsvertrag muss stehen, dass die Befristung auf dem WissZeitVG beruht. Fehlt diese Angabe, kann die Befristung nicht auf dieses Gesetz gestützt werden, und es bleibt nur der Weg über das TzBfG. Stellen an [Hochschulen und Forschungseinrichtungen](/jobs/arbeitgebertyp/hochschule) nennen die Rechtsgrundlage deshalb meist schon in der Ausschreibung. ### Wie kommt man aus der Befristung heraus? Über die Entfristungsklage, und dafür gibt es genau drei Wochen. § 17 Satz 1 TzBfG verlangt die Klage innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Ende des befristeten Arbeitsvertrages. Wird die Arbeit über dieses Ende hinaus fortgesetzt, beginnt die Frist erst mit dem Zugang der schriftlichen Erklärung des Arbeitgebers, dass der Vertrag wegen der Befristung beendet sei. 1. Vertrag und Ausschreibung darauf prüfen, welche Rechtsgrundlage genannt ist. Ohne Schriftform ist die Befristung nach § 14 Abs. 4 TzBfG von vornherein unwirksam, das Arbeitsverhältnis dann unbefristet. 2. Alle früheren Verträge mit demselben Arbeitgeber zusammenstellen, auch Aushilfen und studentische Tätigkeiten. Sie entscheiden über § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG. 3. Vor Vertragsende schriftlich nach einer Weiterbeschäftigung fragen. § 30 Abs. 3 Satz 2 TVöD verpflichtet den Arbeitgeber ohnehin, vor Ablauf zu prüfen, ob eine unbefristete oder befristete Weiterbeschäftigung möglich ist. 4. Auf die Bevorzugung nach § 30 Abs. 2 Satz 2 TVöD hinweisen: Wer mit Sachgrund befristet beschäftigt ist, ist bei der Besetzung von Dauerarbeitsplätzen bevorzugt zu berücksichtigen, wenn die sachlichen und persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind. 5. Bei Zweifeln an der Wirksamkeit innerhalb von drei Wochen nach dem Vertragsende Klage beim Arbeitsgericht erheben. Die Frist läuft unabhängig von laufenden Gesprächen über eine Verlängerung. Ein zweiter Weg entsteht ohne Zutun. Wird das Arbeitsverhältnis nach dem Ablauf mit Wissen des Arbeitgebers fortgesetzt, gilt es nach § 15 Abs. 6 TzBfG als auf unbestimmte Zeit verlängert, wenn der Arbeitgeber nicht unverzüglich widerspricht. Wer am 1. Oktober weiterarbeitet, obwohl der Vertrag am 30. September endete, sollte das dokumentieren, aber die Klagefrist trotzdem im Blick behalten. ### Welche Rechte haben befristet Beschäftigte im laufenden Vertrag? Dieselben wie unbefristet Beschäftigte, mit zwei Abweichungen bei Kündigung und Probezeit. Eine ordentliche Kündigung ist nach § 15 Abs. 4 TzBfG nur zulässig, wenn sie einzelvertraglich oder tariflich vereinbart ist. TVöD und TV-L enthalten diese Vereinbarung in § 30 Abs. 5, allerdings nur für Verträge von mindestens zwölf Monaten Dauer und erst nach der Probezeit. Die Fristen sind kürzer als beim unbefristeten Vertrag: vier Wochen bei insgesamt mehr als sechs Monaten und sechs Wochen bei mehr als einem Jahr, jeweils zum Schluss eines Kalendermonats; drei Monate bei mehr als zwei Jahren und vier Monate bei mehr als drei Jahren, dann zum Quartalsende. Aneinandergereihte Verträge beim selben Arbeitgeber werden zusammengerechnet, wobei eine Unterbrechung bis zu drei Monaten unschädlich ist, sofern das Ausscheiden nicht von der beschäftigten Person verschuldet oder veranlasst war; die Unterbrechungszeit selbst zählt nicht mit. Ein Vergleich mit den Fristen unbefristeter Verträge steht im Beitrag zu [Kündigungsfristen und Unkündbarkeit im TVöD](/infocenter/kuendigungsfristen-unkuendbarkeit-tvoed). Bei der Probezeit gilt die Staffel des § 30 Abs. 4: sechs Wochen ohne Sachgrund, sechs Monate mit Sachgrund, in beiden Fällen mit zwei Wochen Kündigungsfrist zum Monatsschluss. Der Hintergrund steht in § 15 Abs. 3 TzBfG, wonach eine vereinbarte Probezeit im Verhältnis zur erwarteten Vertragsdauer stehen muss; die Details vergleicht der Beitrag zur [Probezeit im öffentlichen Dienst](/infocenter/probezeit-oeffentlicher-dienst-tarif-beamte). Beim Urlaub greift die Zwölftelung nach § 26 Abs. 2 Buchst. b TVöD: für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses ein Zwölftel des Jahresanspruchs, bei 30 Tagen also 2,5 Tage je Monat. Was sonst noch beim [Urlaub im öffentlichen Dienst](/infocenter/urlaub-tvoed-tv-l-30-tage) gilt, unterscheidet sich nicht nach Vertragsart. Auf der Suche nach einer unbefristeten Stelle filtern Sie die [Stellenangebote](/jobs) am besten nach Arbeitgebertyp und lesen die Formulierung zur Vertragsdauer in der Ausschreibung, bevor Sie sich bewerben. ### Häufige Fragen **Wie lange darf ein Vertrag im öffentlichen Dienst befristet werden?** Ohne sachlichen Grund höchstens zwei Jahre, innerhalb derer der Vertrag höchstens dreimal verlängert werden darf (§ 14 Abs. 2 TzBfG). Mit einem sachlichen Grund gibt es keine gesetzliche Obergrenze, im TVöD und TV-L darf ein einzelner Vertrag aber nach § 30 Abs. 2 fünf Jahre nicht übersteigen. An Hochschulen gilt stattdessen das WissZeitVG mit sechs Jahren vor und sechs Jahren nach der Promotion. **Was sind sachliche Gründe für eine Befristung?** § 14 Abs. 1 TzBfG nennt acht Beispiele, darunter der nur vorübergehende betriebliche Bedarf, die Vertretung einer anderen Person, die Erprobung, die Eigenart der Arbeitsleistung und die Vergütung aus Haushaltsmitteln, die haushaltsrechtlich für eine befristete Beschäftigung bestimmt sind. Der Haushaltsgrund ist eine Besonderheit des öffentlichen Dienstes. Die Aufzählung ist nicht abschließend, andere gleichwertige Gründe sind möglich. **Wie lange habe ich Zeit, eine Befristung anzugreifen?** Drei Wochen ab dem vereinbarten Ende des befristeten Arbeitsvertrages, so § 17 Satz 1 TzBfG. Die Klage geht als Entfristungsklage zum Arbeitsgericht und lautet auf die Feststellung, dass das Arbeitsverhältnis nicht beendet ist. Wird die Beschäftigung über das vereinbarte Ende hinaus fortgesetzt, beginnt die Frist erst mit dem Zugang der schriftlichen Erklärung des Arbeitgebers. Versäumen Sie die drei Wochen, gilt die Befristung als wirksam. **Kann ein befristeter Vertrag vorzeitig gekündigt werden?** Nur wenn das einzelvertraglich oder im Tarifvertrag vereinbart ist (§ 15 Abs. 4 TzBfG). TVöD und TV-L enthalten diese Vereinbarung in § 30 Abs. 5, allerdings nur für Verträge mit einer Dauer von mindestens zwölf Monaten und erst nach der Probezeit. Die Fristen reichen dort von vier Wochen bei mehr als sechs Monaten bis zu vier Monaten bei mehr als drei Jahren. **Wird mein Vertrag automatisch unbefristet, wenn ich weiterarbeite?** Ja, unter einer Bedingung. Wird das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der vereinbarten Zeit mit Wissen des Arbeitgebers fortgesetzt, gilt es nach § 15 Abs. 6 TzBfG als auf unbestimmte Zeit verlängert, sofern der Arbeitgeber nicht unverzüglich widerspricht. Entscheidend ist die Kenntnis der Person, die für den Vertragsschluss zuständig ist, nicht die der unmittelbaren Führungskraft. ### Quellen - § 14 TzBfG Zulässigkeit der Befristung: https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__14.html (Abruf 7.9.2026) - § 15 TzBfG Ende des befristeten Arbeitsvertrages: https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__15.html (Abruf 7.9.2026) - § 17 TzBfG Anrufung des Arbeitsgerichts: https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__17.html (Abruf 7.9.2026) - § 4 TzBfG Verbot der Diskriminierung: https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__4.html (Abruf 7.9.2026) - § 2 WissZeitVG Befristungsdauer, Drittmittelbefristung: https://www.gesetze-im-internet.de/wisszeitvg/__2.html (Abruf 7.9.2026) - § 6 WissZeitVG Wissenschaftliche und künstlerische Hilfstätigkeiten: https://www.gesetze-im-internet.de/wisszeitvg/__6.html (Abruf 7.9.2026) - TVöD Allgemeiner Teil, VKA-Lesefassung (§ 30, § 31, § 32): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - TV-L in der Fassung des ÄTV Nr. 14 (§ 30): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) --- ## Probezeit im öffentlichen Dienst: Tarif und Beamte auf Probe URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/probezeit-oeffentlicher-dienst-tarif-beamte Kategorie: Arbeitsalltag & Recht Themen: Probezeit, Kündigung, Verbeamtung Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Für Tarifbeschäftigte gelten nach § 2 Abs. 4 TVöD und TV-L die ersten sechs Monate als Probezeit, kündbar mit zwei Wochen zum Monatsschluss (§ 34 Abs. 1 TVöD). Bei sachgrundlos befristeten Verträgen sind es nur sechs Wochen (§ 30 Abs. 4). Beamtinnen und Beamte auf Probe durchlaufen dagegen eine Bewährungszeit: beim Bund grundsätzlich drei Jahre, mindestens ein Jahr (§ 37 BLV), in den Ländern nach § 10 BeamtStG zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Nach spätestens fünf Jahren muss der Bund verbeamten oder entlassen. Ein Sachbearbeiter tritt am 1. März 2026 bei einem Landratsamt an. Sein Arbeitsvertrag nennt keine Probezeit. Trotzdem läuft eine: § 2 Abs. 4 TVöD macht die ersten sechs Monate automatisch zur Probezeit, hier also bis zum 31. August 2026. Kündigt die Behörde am 12. Mai, endet sein Arbeitsverhältnis am 31. Mai. Eine Kollegin, die am selben Tag als Beamtin auf Probe beim Bund anfängt, steht unter einer ganz anderen Uhr: Ihre Bewährungszeit dauert grundsätzlich drei Jahre. ### Wie lang ist die Probezeit für Tarifbeschäftigte? Sechs Monate, gerechnet ab Beginn der Beschäftigung. § 2 Abs. 4 Satz 1 TVöD und die wortgleiche Regelung im TV-L bestimmen das, sofern der Arbeitsvertrag keine kürzere Zeit vereinbart. Eine längere Probezeit können die Vertragsparteien nicht wirksam verabreden, weil der Tarifvertrag die Obergrenze setzt. Zwei Ausnahmen verkürzen oder streichen die Frist. Bei einer Übernahme im unmittelbaren Anschluss an die Ausbildung entfällt die Probezeit nach § 2 Abs. 4 Satz 2 ganz; die Behörde kennt die Person bereits. Und bei befristeten Verträgen greift § 30 Abs. 4 TVöD mit einer eigenen Staffel: sechs Wochen bei einer Befristung ohne sachlichen Grund, sechs Monate bei einer Befristung mit Sachgrund. Die kürzere Frist bei sachgrundloser Befristung ist kein Versehen, sondern folgt dem Gedanken des § 15 Abs. 3 TzBfG, wonach eine Probezeit im Verhältnis zur erwarteten Vertragsdauer stehen muss. Bei einem Jahresvertrag wären sechs Monate Erprobung die Hälfte der Laufzeit. | Vertragsart | Dauer der Probezeit | Rechtsgrundlage | Kündigungsfrist in dieser Zeit | | --- | --- | --- | --- | | unbefristeter Vertrag | 6 Monate | § 2 Abs. 4 TVöD / TV-L | 2 Wochen zum Monatsschluss | | Übernahme nach Ausbildung | keine | § 2 Abs. 4 Satz 2 | reguläre Frist nach § 34 Abs. 1 | | Befristung ohne Sachgrund | 6 Wochen | § 30 Abs. 4 TVöD / TV-L | 2 Wochen zum Monatsschluss | | Befristung mit Sachgrund | 6 Monate | § 30 Abs. 4 TVöD / TV-L | 2 Wochen zum Monatsschluss | | Führungsposition auf Probe | bis 2 Jahre befristet | § 31 TVöD | beiderseitige Kündigungsrechte bleiben | Die letzte Zeile beschreibt etwas anderes als die übrigen: § 31 TVöD erlaubt, eine Führungsposition ab Entgeltgruppe 10 für höchstens zwei Jahre befristet zu übertragen, mit höchstens zweimaliger Verlängerung innerhalb dieser Gesamtdauer. Das ist eine Erprobung der Funktion, nicht des Arbeitsverhältnisses. Bewährt sich die Person nicht, bleibt sie beschäftigt und erhält eine Tätigkeit, die ihrer bisherigen [Eingruppierung](/infocenter/glossar#eingruppierung) entspricht. ### Wie wird in der Probezeit gekündigt? Mit zwei Wochen Frist zum Monatsschluss, für beide Seiten. § 34 Abs. 1 Satz 1 TVöD und § 30 Abs. 4 Satz 2 für befristete Verträge sagen dasselbe. Der Endtermin ist immer das Monatsende, nie ein beliebiger Tag: Eine Kündigung, die am 20. Juni zugeht, wirkt zum 30. Juni; eine, die am 25. Juni zugeht, erst zum 31. Juli, weil die zwei Wochen bis zum 30. Juni nicht mehr reichen. Ein Kündigungsgrund ist nicht nötig. Das Kündigungsschutzgesetz verlangt in § 1 Abs. 1 eine Wartezeit von mehr als sechs Monaten ohne Unterbrechung im selben Betrieb oder Unternehmen, und diese Wartezeit läuft parallel zur Probezeit ab. Wer am 1. März anfängt, ist ab dem 1. September geschützt. Danach braucht die Behörde einen Grund in der Person, im Verhalten oder in dringenden betrieblichen Erfordernissen. Wie sich die Fristen danach staffeln, steht im Beitrag zu [Kündigungsfristen und Unkündbarkeit im TVöD](/infocenter/kuendigungsfristen-unkuendbarkeit-tvoed). Vier Schutzrechte gelten trotzdem vom ersten Tag an und werden regelmäßig übersehen. Die Kündigung braucht nach § 623 BGB die eigenhändige Unterschrift auf Papier; eine Mail ist unwirksam. Der Personalrat ist zu beteiligen, auch in der Probezeit. Ein Verlangen nach Elternzeit löst den Schutz des § 18 BEEG aus, und zwar frühestens acht Wochen vor Beginn einer Elternzeit bis zum dritten Geburtstag des Kindes. Und wer die Kündigung angreifen will, muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang Klage erheben, auch wenn er in der Wartezeit steht: Sonst wird selbst eine formunwirksame Kündigung wirksam. ### Was bedeutet Probezeit bei Beamtinnen und Beamten auf Probe? Etwas völlig anderes. Das Beamtenverhältnis auf Probe ist ein eigener Status, keine Anlaufphase eines Arbeitsvertrags. Nach dem Erwerb der Laufbahnbefähigung folgt zunächst die Ernennung auf Probe, und in dieser Zeit muss sich die Person für die Lebenszeitverbeamtung bewähren. Beim Bund dauert die Probezeit nach § 37 Abs. 1 BLV grundsätzlich drei Jahre, die Mindestprobezeit ein Jahr. Diese Untergrenze greift, wenn gleichwertige Tätigkeiten angerechnet werden; § 11 Abs. 1 BBG erlaubt die Anrechnung ausdrücklich bis zu einer Mindestprobezeit von einem Jahr. Für die Länder setzt § 10 BeamtStG den Rahmen: mindestens sechs Monate, höchstens fünf Jahre, die genaue Dauer regeln die Landeslaufbahnverordnungen. Die Zahl fällt je nach Land und Laufbahn unterschiedlich aus, weshalb die Ausschreibung oder das Personalamt die verbindliche Auskunft geben muss. | Merkmal | Tarifbeschäftigte | Beamtinnen und Beamte auf Probe (Bund) | | --- | --- | --- | | Dauer | 6 Monate | grundsätzlich 3 Jahre, mindestens 1 Jahr | | Rechtsgrundlage | § 2 Abs. 4 TVöD / TV-L | § 37 Abs. 1 BLV, § 11 Abs. 1 BBG | | Beendigung | Kündigung, 2 Wochen zum Monatsschluss | Entlassung durch Verwaltungsakt | | Begründung nötig | nein (§ 1 Abs. 1 KSchG greift noch nicht) | ja, fehlende Bewährung ist festzustellen | | Beurteilung | tariflich nicht vorgeschrieben | mindestens zweimal (§ 37 Abs. 4 BLV) | | Verlängerung | nicht möglich | bei besonderen Umständen (§ 37 Abs. 5 BLV) | | Rechtsweg | Arbeitsgericht, 3 Wochen | Widerspruch und Verwaltungsgericht | Die Verlängerung ist der Punkt, an dem Betroffene am häufigsten stolpern. Sie ist nach § 37 Abs. 5 BLV nur zulässig, wenn die Bewährung wegen besonderer Umstände des Einzelfalls bis zum Ablauf der regelmäßigen Probezeit nicht abschließend festgestellt werden kann, etwa nach langer Krankheit. Sie ist kein Instrument, um eine schwache Leistung noch einmal zu beobachten. Unabhängig davon zieht § 11 Abs. 2 BBG eine harte Linie: Spätestens nach fünf Jahren ist das Probebeamtenverhältnis in eines auf Lebenszeit umzuwandeln, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Frist verlängert sich um Elternzeit und um Beurlaubungen ohne Besoldung. ### Wie läuft die Bewährungsfeststellung ab? Über Beurteilungen, deren Takt § 37 Abs. 4 BLV vorgibt. Beim Bund ist erstmals spätestens nach der Hälfte der festgesetzten Probezeit zu beurteilen und mindestens ein zweites Mal vor deren Ablauf. Bei drei Jahren Regelprobezeit fällt die erste Beurteilung also spätestens nach 18 Monaten an. 1. Einsatz in mindestens zwei Verwendungsbereichen, sofern keine dienstlichen Gründe entgegenstehen (§ 37 Abs. 3 BLV). Bleibt der Dienstposten die ganze Probezeit über derselbe, entsteht ein Ansatzpunkt gegen eine negative Bewertung. 2. Erste Beurteilung spätestens nach der Hälfte der Probezeit, in der Regel durch mindestens zwei Personen. 3. Hinweis auf besondere Eignungen und auf bestehende Mängel; beides gehört ausdrücklich in den Text der Beurteilung. 4. Eröffnung der Beurteilung im vollen Wortlaut, auf Verlangen mit Besprechung. Die Eröffnung wird aktenkundig gemacht und zur Personalakte genommen. 5. Zweite Beurteilung vor Ablauf der Probezeit, dann Entscheidung über die Ernennung auf Lebenszeit oder die Entlassung. Der Maßstab ist streng, das sagt § 11 Abs. 1 BBG wörtlich. Bewährung heißt nach § 37 Abs. 2 BLV, dass die Person nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung die wechselnden Anforderungen ihrer [Laufbahn](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) erfüllen kann, nicht nur die Aufgaben des aktuellen Dienstpostens. Wer sich nicht in vollem Umfang bewährt hat, wird nach § 37 Abs. 6 BLV spätestens mit Ablauf der Probezeit entlassen; in den Ländern stützt sich die Entlassung auf § 23 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 BeamtStG. Beruht die fehlende Eignung allein auf gesundheitlichen Gründen, ist § 26 Abs. 2 BeamtStG entsprechend anzuwenden, also zuerst nach einer anderen Verwendung zu suchen. ### Welche Folgen hat die Probezeit für Stufe, Urlaub und Wechsel? Für die Erfahrungsstufe keine. Die Probezeit läuft parallel zur Stufenlaufzeit, sie unterbricht nichts. Wer am 1. März 2026 in Stufe 1 einer Entgeltgruppe startet, erreicht Stufe 2 ein Jahr später, unabhängig davon, ob die Probezeit gut lief. Details zu Laufzeiten und Verkürzungen stehen im Beitrag zu [Stufenlaufzeit und Stufenaufstieg](/infocenter/stufenlaufzeit-stufenaufstieg-tvoed-tv-l), die Systematik der [Stufen](/infocenter/glossar#stufe) im Glossar. Beim Urlaub gilt die Zwölftelung. Wer im Laufe des Jahres anfängt, erhält nach § 26 Abs. 2 Buchst. b TVöD für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses ein Zwölftel des Jahresurlaubs; bei 30 Tagen sind das 2,5 Tage je Monat. Ein Dienstantritt am 1. März bringt also 25 Tage für 2026. Bruchteile ab einem halben Tag werden nach § 26 Abs. 1 Satz 4 aufgerundet. Was daneben an Zusatzurlaub und Übertragungsregeln gilt, steht im Beitrag zu [30 Tagen Urlaub im öffentlichen Dienst](/infocenter/urlaub-tvoed-tv-l-30-tage). Der teuerste Fehler passiert beim Wechsel während der Probezeit. Wer eine unbefristete Stelle bei einer [Kommune](/jobs/arbeitgebertyp/kommune) antritt und nach vier Monaten zu einer anderen TVöD-Behörde wechselt, beginnt dort erneut mit sechs Monaten Probezeit, denn § 2 Abs. 4 knüpft an den Beginn der Beschäftigung beim neuen Arbeitgeber an. Die Beschäftigungszeit für die spätere Kündigungsfrist wird nach § 34 Abs. 3 Satz 3 TVöD zwar mitgenommen, die Probezeit selbst nicht. Wer nach vier Monaten geht, hat also nicht zwei Monate Probezeit übrig, sondern wieder sechs vor sich. Bei Beamtinnen und Beamten ist die Lage günstiger: § 11 Abs. 1 BBG erlaubt die Anrechnung gleichwertiger Tätigkeit auf die Probezeit bis zur Mindestprobezeit von einem Jahr, was einen Dienstherrenwechsel deutlich weniger teuer macht. Diese Anrechnung wird nicht automatisch vorgenommen, sondern muss beantragt und mit Tätigkeitsnachweisen belegt werden. ### Häufige Fragen **Wie lang ist die Probezeit im öffentlichen Dienst?** Bei Tarifbeschäftigten gelten nach § 2 Abs. 4 TVöD und § 2 Abs. 4 TV-L die ersten sechs Monate der Beschäftigung als Probezeit, wenn im Arbeitsvertrag keine kürzere Zeit steht. Bei Beamtinnen und Beamten auf Probe ist es keine Probezeit im arbeitsrechtlichen Sinn, sondern eine Bewährungszeit: beim Bund grundsätzlich drei Jahre nach § 37 Abs. 1 BLV, in den Ländern nach § 10 BeamtStG zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. **Welche Kündigungsfrist gilt in der Probezeit nach TVöD?** Bis zum Ende des sechsten Monats seit Beginn des Arbeitsverhältnisses beträgt die Kündigungsfrist nach § 34 Abs. 1 Satz 1 TVöD zwei Wochen zum Monatsschluss. Geht die Kündigung am 12. Mai zu, endet das Arbeitsverhältnis am 31. Mai. Die Frist gilt für beide Seiten. Danach richtet sich die Frist nach der Beschäftigungszeit und beträgt zunächst einen Monat zum Monatsschluss. **Gilt in der Probezeit schon Kündigungsschutz?** Das Kündigungsschutzgesetz greift erst, wenn das Arbeitsverhältnis ohne Unterbrechung länger als sechs Monate bestanden hat (§ 1 Abs. 1 KSchG). Diese Wartezeit läuft unabhängig von der vereinbarten Probezeit. Der Arbeitgeber braucht in den ersten sechs Monaten also keinen Kündigungsgrund. Der Personalrat wird trotzdem beteiligt, und der besondere Schutz für Schwangere, Schwerbehinderte und Beschäftigte in Elternzeit gilt vom ersten Tag an. **Entfällt die Probezeit nach der Ausbildung?** Ja. Werden Auszubildende im unmittelbaren Anschluss an das Ausbildungsverhältnis in ein Arbeitsverhältnis übernommen, entfällt die Probezeit nach § 2 Abs. 4 Satz 2 TVöD und TV-L vollständig. Entscheidend ist der lückenlose Anschluss. Nach einer Pause von drei Monaten zwischen Prüfung und Dienstantritt beginnen die regulären sechs Monate Probezeit. **Was passiert, wenn man sich als Beamter auf Probe nicht bewährt?** Wer sich in der Probezeit nicht in vollem Umfang bewährt hat, wird nach § 37 Abs. 6 BLV spätestens mit Ablauf der Probezeit entlassen. Für die Länder erlaubt § 23 Abs. 3 BeamtStG die Entlassung wegen fehlender Bewährung ebenfalls. Vorher muss beurteilt werden: erstmals spätestens nach der Hälfte der Probezeit, mindestens ein zweites Mal vor deren Ablauf. Auf Mängel ist in der Beurteilung ausdrücklich hinzuweisen. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, VKA-Lesefassung (§ 2 Abs. 4, § 30, § 34): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Stand 1.1.2026) - TV-L in der Fassung des ÄTV Nr. 14 (§ 2 Abs. 4, § 30): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - § 1 KSchG Sozial ungerechtfertigte Kündigungen (Wartezeit): https://www.gesetze-im-internet.de/kschg/__1.html (Abruf 7.9.2026) - § 10 BeamtStG Voraussetzung der Ernennung auf Lebenszeit: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__10.html (Abruf 7.9.2026) - § 23 BeamtStG Entlassung durch Verwaltungsakt: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__23.html (Abruf 7.9.2026) - § 11 BBG Voraussetzungen der Ernennung auf Lebenszeit: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__11.html (Abruf 7.9.2026) - § 37 BLV Dauer der Probezeit und Feststellung der Bewährung: https://www.gesetze-im-internet.de/blv_2026/__37.html (Fassung vom 11.3.2026, in Kraft ab 17.3.2026) - § 15 TzBfG Ende des befristeten Arbeitsvertrages (Absatz 3): https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__15.html (Abruf 7.9.2026) - § 18 BEEG Kündigungsschutz: https://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__18.html (Abruf 7.9.2026) --- ## Gehalt verhandeln im öffentlichen Dienst: Was möglich ist URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/gehalt-verhandeln-oeffentlicher-dienst Kategorie: Gehalt & Tarif Themen: Gehaltsverhandlung, Stufen, Zulagen, TVöD Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Über die Entgeltgruppe lässt sich im öffentlichen Dienst nicht verhandeln: Sie folgt nach § 12 TVöD zwingend aus der Tätigkeit. Verhandelbar sind die Stufenzuordnung, die Anerkennung förderlicher Zeiten, die Vorweggewährung von bis zu zwei Stufen nach § 16 Abs. 6 TVöD Bund und § 16 Abs. 5 TV-L sowie bei Kommunen eine Fachkräftezulage von bis zu 1.500 € monatlich. In E 11 TVöD VKA liegen zwischen Stufe 1 und Stufe 3 monatlich 776,39 € brutto. Alle diese Entscheidungen fallen vor der Vertragsunterschrift. Eine Stadtverwaltung schreibt eine Stelle „nach Entgeltgruppe 11 TVöD“ aus. Die Zahl steht bereits im Text, und sie ist nicht verhandelbar. Was zwischen 4.269,64 € und 5.046,03 € brutto im Monat entscheidet, ist die Stufe: In E 11 nach der Tabelle TVöD VKA ab 1.5.2026 liegen zwischen Stufe 1 und Stufe 3 monatlich 776,39 €. Wer im öffentlichen Dienst über Geld spricht, spricht deshalb über vier ganz bestimmte Stellschrauben und nicht über eine Summe. ### Was kann eine Behörde zusagen und was nicht? Die Entgeltgruppe folgt der Tätigkeit. Nach § 12 Abs. 2 TVöD sind Sie in der Entgeltgruppe eingruppiert, deren Tätigkeitsmerkmalen die gesamte nicht nur vorübergehend auszuübende Tätigkeit entspricht; maßgeblich ist, ob zeitlich mindestens zur Hälfte Arbeitsvorgänge anfallen, die die Anforderungen erfüllen. Die Personalstelle bewertet also die Stelle, nicht die Person. Ein besseres Angebot der Privatwirtschaft ändert daran nichts. | Gegenstand | Verhandelbar? | Rechtsgrundlage | Entscheidungsart | | --- | --- | --- | --- | | Entgeltgruppe | nein | § 12 TVöD, § 12 TV-L mit Entgeltordnung | zwingende Folge der Tätigkeit | | Stufe 2 ab 1 Jahr, Stufe 3 ab 3 Jahren einschlägiger Erfahrung | nachweisen, nicht verhandeln | § 16 Abs. 2 TVöD, § 16 Abs. 2 TV-L | tariflicher Anspruch | | Förderliche Zeiten | ja | § 16 Abs. 2 Satz 3 TVöD, § 16 Abs. 2 Satz 4 TV-L | Ermessen bei Neueinstellung | | Mitnahme der Stufe aus dem öffentlichen Dienst | ja | § 16 Abs. 3 TVöD Bund, § 16 Abs. 2a TVöD VKA und TV-L | Ermessen | | Vorweggewährung von bis zu zwei Stufen | ja | § 16 Abs. 6 TVöD Bund, § 16 Abs. 5 TV-L | Ermessen, widerruflich | | Vorweggewährung bei Kommunen | ja | Nr. 2 Fachkräfte-RL der VKA | Ermessen, bis 31.12.2028 | | Fachkräftezulage bei Kommunen | ja | Nr. 1 Fachkräfte-RL der VKA | Ermessen, befristet | | Zeitzuschläge und Schichtzulagen | nein | § 8 TVöD | ergibt sich aus dem Dienstplan | | Jahressonderzahlung, Jubiläumsgeld | nein | § 20, § 23 TVöD | tariflich festgelegt | | Leistungsentgelt | nein | § 18 TVöD | betriebliches System, nicht individuell | Die Tabelle zeigt das Muster: Alles, was an der Stelle hängt, ist gesetzt. Alles, was an Ihrer Erfahrung oder am Personalbedarf der Behörde hängt, ist beweglich. Deshalb ist die entscheidende Vorbereitung kein Argumentationstraining, sondern eine Aktenmappe. ### Welche Stufe steht mir zu? Ohne einschlägige Berufserfahrung Stufe 1, mit mindestens einem Jahr Stufe 2, mit mindestens drei Jahren in der Regel Stufe 3. Einschlägig ist nach der Protokollerklärung zu § 16 Abs. 2 eine berufliche Erfahrung in der übertragenen oder einer auf die Aufgabe bezogen entsprechenden Tätigkeit. Nicht der Beruf zählt, sondern die Aufgabe. Der Unterschied im Wortlaut zwischen den Tarifverträgen ist bares Geld. Im TVöD heißt es bei drei Jahren „in der Regel“, im TV-L fehlt diese Einschränkung. Stufe 2 ist überall ein Anspruch. Mehr als Stufe 3 erreichen Sie über Berufserfahrung allein nicht; dafür braucht es einen der anderen drei Wege. Die Einzelheiten stehen im Beitrag zur [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung), die Laufzeiten bis zur nächsten Stufe im Beitrag zum [Stufenaufstieg im TVöD und TV-L](/infocenter/stufenlaufzeit-stufenaufstieg-tvoed-tv-l). Was eine Stufe wert ist, hängt stark von der Entgeltgruppe ab. Die folgenden Werte stammen aus der Entgelttabelle TVöD VKA ab 1.5.2026. | Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 3 | Unterschied im Monat | Unterschied im Jahr | | --- | --- | --- | --- | --- | | E 6 | 3.240,30 € | 3.580,46 € | 340,16 € | 4.081,92 € | | E 9b | 3.779,84 € | 4.203,56 € | 423,72 € | 5.084,64 € | | E 11 | 4.269,64 € | 5.046,03 € | 776,39 € | 9.316,68 € | | E 13 | 4.901,11 € | 5.709,87 € | 808,76 € | 9.705,12 € | ### Was sind förderliche Zeiten und wie begründe ich sie? Förderliche Zeiten sind Zeiten einer früheren beruflichen Tätigkeit, die nicht einschlägig war, aber für die vorgesehene Tätigkeit nützlich ist. Der Arbeitgeber kann sie nach § 16 Abs. 2 Satz 3 TVöD bei Neueinstellungen zur Deckung des Personalbedarfs ganz oder teilweise berücksichtigen. Zwei Bedingungen müssen zusammenkommen: Die Behörde muss die Stelle schwer besetzen können, und Ihre frühere Tätigkeit muss der neuen nutzen. Beide Punkte gehören in den Antrag. Den Personalbedarf belegen Sie nicht selbst, aber Sie können darauf hinweisen, wenn die Stelle wiederholt ausgeschrieben wurde oder wenn im Gespräch von Besetzungsschwierigkeiten die Rede war. Den Nutzen Ihrer früheren Tätigkeit belegen Sie mit Zeugnissen, in denen die Aufgaben konkret beschrieben sind. Eine Berufsbezeichnung allein reicht der Personalstelle nicht, weil sie die Tätigkeit an den Tätigkeitsmerkmalen der Entgeltordnung spiegeln muss. Der Weg über förderliche Zeiten führt weiter als die Berufserfahrung, weil die Zuordnung nicht bei Stufe 3 endet. Wie Tätigkeitsmerkmale gelesen werden, erklärt der Beitrag zur [Eingruppierung nach der Entgeltordnung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). Wer aus der Privatwirtschaft kommt, findet die typischen Fälle im Beitrag zum [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst). ### Vorweggewährung und Fachkräftezulage Beim Bund und in den Ländern gibt es die Vorweggewährung von Stufen. § 16 Abs. 6 TVöD Bund erlaubt, zur Deckung des Personalbedarfs oder zur Bindung qualifizierter Fachkräfte abweichend von der tariflichen Einstufung ein bis zu zwei Stufen höheres Entgelt ganz oder teilweise vorweg zu gewähren. § 16 Abs. 5 TV-L nennt zusätzlich die regionale Differenzierung und den Ausgleich höherer Lebenshaltungskosten als Gründe. Wer bereits Stufe 5 oder die Endstufe erreicht hat, kann bis zu 20 v.H. der Stufe 2 seiner Entgeltgruppe zusätzlich erhalten. Die Zulage kann befristet werden, sie ist jederzeit widerruflich und gilt als Tabellenentgelt. Für kommunale Arbeitgeber fehlt eine solche Regelung im Tarifvertrag. Sie stützen sich stattdessen auf die Fachkräfte-Richtlinie der VKA vom 10. November 2023, die bis zum 31. Dezember 2028 gilt. Danach können neu eingestellte Fachkräfte der Entgeltgruppen 5 bis 15 auch ohne Berufserfahrung der Stufe 2 oder 3 zugeordnet werden, in besonderen Fällen der Stufe 4. Zusätzlich erlaubt die Richtlinie eine Fachkräftezulage von bis zu 1.500 € monatlich in den Entgeltgruppen 9a bis 15, bis zu 1.000 € in E 7 und E 8 und bis zu 500 € in E 5 und E 6. Diese Zulage fließt in die Bemessungsgrundlage für die Entgeltfortzahlung und für die Jahressonderzahlung ein, ist auf höchstens zehn Jahre zu befristen und kann verlängert werden. Künftige Entgelterhöhungen dürfen darauf angerechnet werden. Eine Übersicht aller Zulagenarten steht im Beitrag zu den [Zulagen im öffentlichen Dienst](/infocenter/zulagen-oeffentlicher-dienst-uebersicht). Ein Punkt wird oft übersehen: Vorweggewährung und Fachkräftezulage schließen einander nicht aus. Nummer 2 der Richtlinie stellt ausdrücklich klar, dass eine gewährte Fachkräftezulage von einer Vorweggewährung von Stufen oder einer Anrechnung von Zeiten nicht berührt wird. Fragen Sie deshalb nach beidem, nicht nur nach einem. ### In sechs Schritten zur besseren Einstufung 1. Vor der Bewerbung klären, welcher Tarifvertrag gilt. Bund, Kommune und Land haben unterschiedliche Instrumente; bei Kommunen ist die Fachkräfte-Richtlinie der entscheidende Hebel. 2. Zeugnisse und Tätigkeitsbeschreibungen aller früheren Stellen zusammenstellen. Fehlt in einem Zeugnis die Aufgabenbeschreibung, beim alten Arbeitgeber ein ergänzendes Zeugnis anfordern. 3. Eine Aufstellung anfertigen mit Arbeitgeber, Zeitraum, Tätigkeit und dem Bezug zur ausgeschriebenen Stelle. Einschlägige und förderliche Zeiten getrennt ausweisen. 4. Im Vorstellungsgespräch nur den Hinweis geben, dass Sie einschlägige Berufserfahrung nachweisen können. Eine Wunschsumme gehört nicht in dieses Gespräch, weil die Auswahlkommission über das Entgelt nicht entscheidet. 5. Nach der Zusage und vor der Unterschrift den Antrag in Textform an die Personalstelle richten, Nachweise beifügen und um Mitteilung der vorgesehenen Stufe bitten. 6. Das Einstellungsschreiben prüfen. Die Entgeltgruppe muss beim Bund nach § 12 Abs. 3 TVöD im Arbeitsvertrag stehen. Bei Ablehnung eine Begründung erbitten und die Ausschlussfrist von sechs Monaten nach § 37 TVöD im Blick behalten. Eine Formulierung, die Sie an Ihren Fall anpassen können: > „Sehr geehrte Frau Weber, für die Stelle als Anwendungsbetreuerin Fachverfahren (Kennziffer 2026-207) danke ich für die Zusage. Vor Abschluss des Arbeitsvertrags beantrage ich die Berücksichtigung meiner Vorbeschäftigung: vom 1. Juli 2021 bis 31. August 2026 als Systemadministratorin bei der Musterland GmbH mit Betreuung einer Fachanwendung für 400 Nutzerinnen und Nutzer. Sollten Sie diese Zeit nicht als einschlägig ansehen, bitte ich um Anerkennung als förderliche Zeit nach § 16 Abs. 2 Satz 3 TVöD. Ergänzend bitte ich zu prüfen, ob für die Besetzung dieser Stelle die Fachkräfte-Richtlinie der VKA angewendet werden kann. Zeugnis und Tätigkeitsbeschreibung liegen bei.“ ### Warum der Zeitpunkt vor der Unterschrift entscheidet Förderliche Zeiten, die Mitnahme einer Stufe von einem anderen öffentlichen Arbeitgeber, die Vorweggewährung und die Fachkräftezulage sind Entscheidungen „bei Neueinstellung“. Nach Vertragsschluss fehlt der Behörde für eine Nachbesserung meist die Rechtsgrundlage, weil eine höhere Stufe ohne Neueinstellung tariflich nicht vorgesehen ist. Was Sie später noch korrigieren können, ist allein der tarifliche Anspruch auf Stufe 2 oder 3 bei nachgewiesener einschlägiger Erfahrung, und auch der nur innerhalb der Ausschlussfrist von sechs Monaten nach Fälligkeit. Ebenso wenig trägt die Fixierung auf das Monatsbrutto. Eine höhere Stufe wirkt auf die Jahressonderzahlung, auf die Zusatzversorgung und auf jede spätere Tariferhöhung, weil diese prozentual auf den Tabellenwert wirkt. Eine Fachkräftezulage wirkt auf Entgeltfortzahlung und Jahressonderzahlung, ist aber befristet und widerruflich. Die Vorweggewährung nach § 16 Abs. 6 gilt als Tabellenentgelt, ist aber ebenfalls jederzeit widerruflich. Welche Rolle die Sonderzahlung spielt, steht im Beitrag zur [Jahressonderzahlung im TVöD und TV-L](/infocenter/jahressonderzahlung-tvoed-tv-l-hoehe). Passende Stellen listen [E 11 nach TVöD VKA](/jobs?eg=e11&tarif=tvoed-vka) und [Tarifbeschäftigung](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif). ### Häufige Fragen **Kann man im öffentlichen Dienst überhaupt über das Gehalt verhandeln?** Über die Entgeltgruppe nicht. Sie richtet sich nach § 12 TVöD zwingend nach der Tätigkeit und den Tätigkeitsmerkmalen der Entgeltordnung, nicht nach Verhandlungsgeschick. Verhandelbar sind die Stufe innerhalb der Entgeltgruppe, die Anerkennung förderlicher Zeiten, eine Vorweggewährung von bis zu zwei Stufen und bei kommunalen Arbeitgebern eine Fachkräftezulage. Das entscheidet die Personalstelle vor der Einstellung. **Wann spreche ich das Gehalt im Bewerbungsverfahren an?** Nach der mündlichen Zusage und vor der Vertragsunterschrift. Im Vorstellungsgespräch genügt der Hinweis, dass Sie einschlägige Berufserfahrung nachweisen können. Sobald die Stelle Ihnen angeboten wird, stellen Sie den Antrag in Textform mit Zeugnissen und Tätigkeitsbeschreibungen. Nach der Unterschrift fehlt der Behörde für Ermessensentscheidungen wie förderliche Zeiten oder Vorweggewährung meist die Rechtsgrundlage. **Was ist eine Vorweggewährung von Stufen?** Der Arbeitgeber zahlt ein Entgelt, das bis zu zwei Stufen über der tariflichen Einstufung liegt, um Personalbedarf zu decken oder qualifizierte Fachkräfte zu binden. Grundlage ist § 16 Abs. 6 TVöD Bund und § 16 Abs. 5 TV-L. Wer bereits die Endstufe erreicht hat, kann bis zu 20 v.H. der Stufe 2 zusätzlich erhalten. Die Zulage kann befristet werden und ist jederzeit widerruflich. **Wie viel bringt eine höhere Stufe in Euro?** Das hängt von der Entgeltgruppe ab. In E 11 nach TVöD VKA liegt Stufe 1 bei 4.269,64 € und Stufe 3 bei 5.046,03 €, ein Unterschied von 776,39 € brutto im Monat. In E 6 sind es zwischen Stufe 1 und Stufe 3 nur 340,16 €. Der Abstand bleibt bei jedem weiteren Stufenaufstieg erhalten und wirkt sich auch auf Jahressonderzahlung und Zusatzversorgung aus. **Kann ich die Stufe nach der Unterschrift noch korrigieren lassen?** Nur den tariflichen Teil. Auf Stufe 2 ab einem Jahr und Stufe 3 ab drei Jahren einschlägiger Berufserfahrung besteht ein Anspruch, den Sie nachträglich geltend machen können. Ansprüche verfallen aber nach § 37 TVöD, wenn sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit in Textform geltend gemacht werden. Förderliche Zeiten, Vorweggewährung und Fachkräftezulage sind reine Einstellungsentscheidungen. ### Quellen - TVöD Allgemeiner Teil, § 8, § 12, § 14, § 16 (Bund), § 16 (VKA), § 17, § 18, § 23, § 37 (Lesefassung VKA): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - TV-L i. d. F. des Änderungstarifvertrags Nr. 14, § 16 Abs. 5, § 17 Abs. 2 (TdL): https://www.tdl-online.de/fileadmin/downloads/TV-L/260812_TV-L__i.d.F._des_%C3%84TV_Nr._14_VT.pdf (Fassung vom 14.2.2026) - Richtlinie der VKA zur Gewinnung und zur Bindung von Fachkräften (Fachkräfte-RL): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/VKA-Fachkraefte-RL.pdf (Beschluss vom 10.11.2023, gültig bis 31.12.2028) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TVöD Bund (data/pay-tables/TVoeD_Bund-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-bund (Stand 1.5.2026) - Entgelttabelle TV-L (data/pay-tables/TV_L-2026-04-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tv-l (Stand 1.4.2026) --- ## Quereinstieg in den öffentlichen Dienst: Wege, Gehalt, Verbeamtung URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst Kategorie: Quereinstieg Themen: Quereinstieg, Eingruppierung, Stufen, Verbeamtung, Verwaltungslehrgang Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Dem öffentlichen Dienst fehlen nach dem dbb Monitor 2026 rund 600.000 Beschäftigte, deshalb öffnen Behörden viele Stellen für Fachkräfte ohne Verwaltungslaufbahn. Eingruppiert wird nach der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit, nicht nach dem Abschluss. Nach § 16 Abs. 2 TVöD führt ein Jahr einschlägiger Berufserfahrung zu Stufe 2, drei Jahre in der Regel zu Stufe 3; E 11 Stufe 3 im TVöD VKA sind 5.046,03 € brutto. Für die Kernverwaltung folgt die Nachqualifizierung über den Verwaltungslehrgang, für die Verbeamtung entscheidet beim Bund nach § 19 BBG der Bundespersonalausschuss. Nach dem dbb Monitor öffentlicher Dienst vom 14. Januar 2026 fehlen Bund, Ländern und Kommunen rund 600.000 Beschäftigte, um die übertragenen Aufgaben zu erfüllen. Gegenüber dem Vorjahr sind das etwa 30.000 Vollzeitkräfte mehr. Aus den eigenen Ausbildungsgängen lässt sich diese Lücke nicht schließen, und deshalb sind Stellen offen, die vor zehn Jahren nur mit Verwaltungslaufbahn zu bekommen waren. ### Wo Behörden tatsächlich ohne Verwaltungslaufbahn einstellen Der Bedarf ist dort am größten, wo der private Arbeitsmarkt die Gehälter nach oben getrieben hat. In der IT betrifft das Administration, Softwareentwicklung, Informationssicherheit und Projektleitung; die Rechenzentren des Bundes und der Länder sowie kommunale IT-Dienstleister schreiben laufend aus. Im Bauwesen bleiben Ingenieurstellen für Straßen- und Wasserbau, Hochbau und Vermessung in Bauämtern und Landesbetrieben oft monatelang unbesetzt. Für Mangelfächer an Schulen führen alle Länder Seiteneinstiegsprogramme mit berufsbegleitender pädagogischer Qualifizierung; welche Fächer und Bedingungen gelten, ordnet [der Beitrag zum Seiteneinstieg als Lehrkraft](/infocenter/seiteneinstieg-lehrkraft-bundeslaender). Dazu kommen kommunale Kliniken und Gesundheitsämter, die Pflegekräfte und Ärztinnen nach eigenen Tabellen bezahlen, sowie Personal-, Haushalts- und Vergabestellen, die kaufmännische Abschlüsse akzeptieren. Passende Ausschreibungen liegen unter [Stellen mit Quereinstieg](/jobs?quereinstieg=1). Achten Sie im Anforderungsprofil auf die Formulierung „oder vergleichbare Qualifikation“: Sie ist der Hebel, mit dem die Personalstelle einen Abschluss außerhalb des Verwaltungswegs anerkennen kann. ### Wie die Entgeltgruppe ohne Verwaltungsausbildung entsteht Bei [Tarifbeschäftigten](/jobs/dienstverhaeltnis/tarif) gilt die Tarifautomatik: Eingruppiert wird nach der Tätigkeit, die Sie tatsächlich ausüben, nicht nach dem Abschluss in Ihrer Mappe. Der Abschluss bleibt die Eintrittskarte, weil die Tätigkeitsmerkmale der Entgeltordnung für die höheren Gruppen eine bestimmte Ausbildung oder gleichwertige Fähigkeiten und Erfahrungen verlangen. Wie aus einer Aufgabenbeschreibung eine Entgeltgruppe wird, zeigt [der Beitrag zur Eingruppierung](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). | Abschluss | Typische Eingruppierung im TVöD | | --- | --- | | Berufsausbildung (3 Jahre) | E 5 bis E 8, je nach Schwierigkeit der Tätigkeit | | Meister, Techniker, Fachwirt | E 9a bis E 9b | | Bachelor oder Diplom (FH) | E 9b bis E 12 | | Master, Diplom (Uni), Staatsexamen | E 13, in Leitungsfunktionen E 14 bis E 15 | Die Beträge dazu stehen in der [Entgelttabelle des TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). Eine Stelle in E 11 Stufe 3 bringt dort ab 1. Mai 2026 monatlich 5.046,03 € brutto, in Stufe 1 sind es 4.269,64 €. Der Abstand zwischen den Stufen einer Gruppe ist also größer als das, was in einem Vorstellungsgespräch je verhandelbar wäre. ### Welche Stufe Ihre Berufserfahrung bringt Neben der Entgeltgruppe entscheidet die Stufe über den Betrag, und dort liegt der einzige echte Spielraum bei der Einstellung. § 16 Abs. 2 TVöD regelt drei Fälle. 1. Ohne einschlägige Berufserfahrung werden Sie der Stufe 1 zugeordnet. 2. Mit mindestens einem Jahr einschlägiger Berufserfahrung erfolgt die Einstellung in Stufe 2. 3. Mit mindestens drei Jahren einschlägiger Berufserfahrung erfolgt in der Regel die Zuordnung zu Stufe 3. Einschlägig heißt, dass die frühere Tätigkeit der neuen fachlich entspricht. Eine Softwareentwicklerin, die als Fachanwendungsbetreuerin anfängt, kann das belegen; wer aus dem Vertrieb in die Personalverwaltung wechselt, kann es nicht. Unabhängig davon erlaubt § 16 Abs. 2 Satz 3 dem Arbeitgeber, zur Deckung des Personalbedarfs Zeiten einer früheren beruflichen Tätigkeit ganz oder teilweise zu berücksichtigen, wenn diese für die vorgesehene Tätigkeit förderlich ist. Ein Anspruch entsteht daraus nicht. Sprechen Sie die Stufe deshalb im Auswahlgespräch an, bevor der Vertrag geschrieben wird; die Feinheiten der Anrechnung erklärt [die Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). Wer aus dem öffentlichen Dienst kommt, hat es leichter: Bei unmittelbarem Anschluss an ein Arbeitsverhältnis bei einem anderen TVöD-Arbeitgeber kann die dort erreichte Stufe nach § 16 Abs. 2a ganz oder teilweise übernommen werden. ### Nachqualifizierung über den Verwaltungslehrgang Für hoheitliche Sachbearbeitung erwarten viele Kommunen die Verwaltungsprüfung. Der Verwaltungslehrgang I führt zum Abschluss auf dem Niveau der Verwaltungsfachangestellten, der Verwaltungslehrgang II zur Verwaltungsfachwirtin. Beim Studieninstitut des Landes Niedersachsen umfasst der Lehrgang II einen Grundlehrgang von 380 Stunden über rund vier Monate und einen Abschlusslehrgang von 750 Stunden über rund sieben Monate; er endet mit einer Fortbildungsprüfung nach § 54 Berufsbildungsgesetz. Andere Studieninstitute strecken denselben Umfang berufsbegleitend auf zwei bis drei Jahre. Zugelassen wird, wer die Ausbildung zur oder zum Verwaltungsfachangestellten oder die Verwaltungsprüfung I abgeschlossen hat, in Niedersachsen daneben Beamtinnen und Beamte der Laufbahngruppe 1, die zum Aufstieg zugelassen sind. Die Kosten trägt üblicherweise der Arbeitgeber, oft mit Rückzahlungsklausel bei vorzeitigem Ausscheiden. Welche Entgeltgruppen der Abschluss öffnet, steht in [der Übersicht zu Verwaltungslehrgang I und II](/infocenter/verwaltungslehrgang-1-2-erklaert). ### Verbeamtung ohne Vorbereitungsdienst Eine [Verbeamtung](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte) ist auch ohne Vorbereitungsdienst möglich, hängt aber an drei Bedingungen. § 7 BeamtStG verlangt die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines anderen EU-Mitgliedstaats, eines EWR-Staats oder eines Drittstaats mit entsprechendem Vertrag, die Laufbahnbefähigung und die Gewähr, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung einzutreten. Bei dringendem dienstlichen Interesse sind Ausnahmen von der Staatsangehörigkeit möglich. Die Laufbahnbefähigung ist die eigentliche Hürde. Wer die vorgeschriebene Vorbildung nicht hat, kann sie durch Lebens- und Berufserfahrung erworben haben; beim Bund stellt das nach § 19 BBG der Bundespersonalausschuss oder ein von ihm bestimmter unabhängiger Ausschuss fest. In den Ländern übernimmt das der jeweilige Landespersonalausschuss oder die oberste Dienstbehörde. Typisch ist dieser Weg für Ingenieurinnen, IT-Fachleute und Ärzte im gehobenen und höheren Dienst. Dazu kommt das Höchstalter, das nicht im Statusgesetz steht, sondern in den Landesbeamten- und Laufbahngesetzen; die Werte der einzelnen Dienstherren listet [die Übersicht zur Altersgrenze](/infocenter/verbeamtung-altersgrenze-bundeslaender). Vor der Ernennung steht die amtsärztliche Untersuchung, danach die Probezeit als Beamter auf Probe, auf die Zeiten im Tarifverhältnis angerechnet werden können. ### Womit Sie im Alltag rechnen müssen Die Vorteile stehen in jeder Ausschreibung: unbefristete Stellen mit wachsendem Kündigungsschutz, 30 Tage Urlaub, Jahressonderzahlung, Zusatzversorgung über die VBL oder eine kommunale Kasse, Gleitzeit und ein Teilzeitanspruch, der auch durchgesetzt wird. Was nicht in der Ausschreibung steht, ist der Preis dafür. Der Tabellenbetrag ist der Betrag; Bonusmodelle gibt es nicht, und der Tarif endet praktisch bei E 15. Eine Beförderung setzt eine freie und bewertete Planstelle voraus, nicht nur gute Arbeit. Entscheidungen laufen über Gremien, Beschaffungen über Vergabefristen, und Software ist oft älter als Ihre letzte Arbeitgeberin. Der häufigste Fehler beim Wechsel ist die Reihenfolge. Wer erst zusagt und dann über Stufe, Zulage oder Verbeamtung reden will, verhandelt gegen eine Personalstelle, die den Vorgang bereits abgeschlossen hat. Klären Sie Entgeltgruppe, Stufenzuordnung und, falls relevant, die Planstellenfrage vor der Unterschrift; alles danach ist eine Bitte, kein Anspruch. ### Häufige Fragen **Kann ich ohne Verwaltungsausbildung in den öffentlichen Dienst wechseln?** Ja. Bei Tarifbeschäftigten richtet sich die Eingruppierung nach der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit, nicht nach einer bestimmten Ausbildung. Stellen in IT, Technik, Pflege und im Sozial- und Erziehungsdienst werden gezielt für Fachkräfte ohne Verwaltungshintergrund ausgeschrieben. Der Abschluss bleibt trotzdem wichtig, weil die Tätigkeitsmerkmale der Entgeltordnung für höhere Entgeltgruppen eine bestimmte Ausbildung oder gleichwertige Fähigkeiten und Erfahrungen verlangen. **Wird meine Berufserfahrung aus der Privatwirtschaft beim Gehalt angerechnet?** Teilweise. Nach § 16 Abs. 2 TVöD führt mindestens ein Jahr einschlägiger Berufserfahrung zur Stufe 2, bei mindestens drei Jahren erfolgt in der Regel die Zuordnung zur Stufe 3. Einschlägig heißt: Die frühere Tätigkeit muss der neuen fachlich entsprechen. Unabhängig davon kann der Arbeitgeber nach § 16 Abs. 2 Satz 3 zur Deckung des Personalbedarfs förderliche Zeiten ganz oder teilweise anrechnen. Das ist eine Kann-Regelung ohne Anspruch. **Bis zu welchem Alter ist eine Verbeamtung möglich?** Das Höchstalter steht nicht im Beamtenstatusgesetz, sondern in den Landesbeamten- und Laufbahngesetzen, es fällt daher je nach Dienstherr anders aus. Ausnahmen gibt es unter anderem für Kinderbetreuungszeiten und Wehrdienst. Wer knapp an einer Grenze liegt, sollte die Altersfrage vor der Bewerbung mit der Personalstelle klären, weil sich daran entscheidet, ob überhaupt eine Planstelle in Betracht kommt. **Wie lange dauert der Verwaltungslehrgang II?** Beim Studieninstitut des Landes Niedersachsen besteht der Verwaltungslehrgang II aus einem Grundlehrgang von 380 Stunden über etwa vier Monate und einem Abschlusslehrgang von 750 Stunden über etwa sieben Monate. Er endet mit der Fortbildungsprüfung zur Verwaltungsfachwirtin oder zum Verwaltungsfachwirt nach § 54 Berufsbildungsgesetz. Andere Studieninstitute verteilen denselben Stoff berufsbegleitend über zwei bis drei Jahre. **Verdiene ich im öffentlichen Dienst weniger als in der Privatwirtschaft?** In den unteren und mittleren Entgeltgruppen ist der Abstand gering, in gefragten Fachberufen kann er groß sein. Der Tarif endet praktisch bei E 15, ohne Bonusmodelle und ohne Firmenwagen. Dafür ist die Bezahlung transparent und steigt automatisch mit der Stufenlaufzeit. Wer aus einer gut bezahlten IT- oder Ingenieurstelle kommt, sollte den Tabellenbetrag der Zielgruppe vor der Bewerbung nachschlagen und nicht auf spätere Verhandlungen setzen. ### Quellen - dbb Monitor öffentlicher Dienst 2026 (rund 600.000 fehlende Beschäftigte): https://www.dbb.de/artikel/immer-neue-aufgaben-abnehmende-personalstaerke.html (veröffentlicht 14.1.2026) - TVöD Allgemeiner Teil (§ 16 Abs. 2 und 2a, § 17 Abs. 2), Lesefassung der VKA: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVoeD_AT_AETV_22_Lesefassung_Stand_01_01_2026.pdf (Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 22 vom 6.4.2025, Stand 1.1.2026) - § 7 BeamtStG (Voraussetzungen des Beamtenverhältnisses): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__7.html (abgerufen 7.9.2026) - § 19 BBG (Feststellung der Laufbahnbefähigung durch den Bundespersonalausschuss): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__19.html (abgerufen 7.9.2026) - Verwaltungslehrgang II, Studieninstitut des Landes Niedersachsen (Stundenumfang, Zugang, Abschluss): https://sin.niedersachsen.de/ausbildung/lehrgaenge/verwaltungslehrgang-ii-86518.html (abgerufen 7.9.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://staatsjobs.com/infocenter/tabellen/tvoed-vka (Stand 1.5.2026) --- ## Anschreiben und Lebenslauf: Was die Kommission wirklich liest URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/anschreiben-lebenslauf-oeffentlicher-dienst Kategorie: Bewerbung Themen: Bewerbung, Bewerbungsfrist Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Behörden prüfen Bewerbungen zuerst formal gegen die Muss-Kriterien der Ausschreibung. Nur was durch Zeugnis oder Nachweis belegt ist, zählt; Selbstbeschreibungen im Anschreiben ersetzen keinen Beleg. Ein Bewerbungsfoto darf nach Angaben von karriere.bund.de nicht verlangt werden, eine Gehaltsvorstellung ist überflüssig, weil die Entgeltgruppe in der Ausschreibung steht. Der Lebenslauf braucht lückenlose Zeiträume und Tätigkeitsbeschreibungen statt Berufsbezeichnungen, weil daraus später die Stufe folgt. Die Ausschreibung THW-2026-258 der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk für eine Sachbearbeitung Haushalt und Beschaffung in Bonn nennt im Anforderungsprofil unter anderem ein abgeschlossenes Bachelorstudium, „Vertiefte Kenntnisse im Bundeshaushaltsrechts und in Vergabeverfahren“ und „Sehr gute MS-Office-Kenntnisse“. Genau diese Zeilen werden in der Vorauswahl abgehakt. Ihre Bewerbung wird nicht gelesen wie eine Geschichte, sondern abgeglichen wie eine Liste. ### Was passiert mit meiner Bewerbung in der Vorauswahl? Sie wird gegen das Anforderungsprofil geprüft, Kriterium für Kriterium, meist von der Personalstelle zusammen mit dem Fachbereich. Was nicht belegt ist, gilt als nicht vorhanden. Wer die Muss-Kriterien nicht erfüllt, scheidet vor jeder inhaltlichen Würdigung aus. Der Grund ist rechtlich, nicht bürokratische Marotte. Art. 33 Abs. 2 GG erlaubt als Maßstab nur Eignung, Befähigung und fachliche Leistung; § 9 BBG und der gleichlautende § 9 BeamtStG für die Länder verbieten die Berücksichtigung von Herkunft, Beziehungen, Religion oder Geschlecht. Eine Behörde, die von der Ausschreibung abweicht und jemanden ohne das geforderte Muss-Kriterium einlädt, macht ihre Auswahlentscheidung angreifbar. Nach § 6 Abs. 3 BGleiG muss jede Ausschreibung des Bundes die Anforderungen des Arbeitsplatzes ausdrücklich festlegen. Diese Bindung schützt Sie auch: Kein anderes Kriterium darf zählen. karriere.bund.de unterscheidet dabei Muss- und Kann-Kriterien. Muss-Kriterien sind zwingend, Kann-Kriterien erkennen Sie an „idealerweise“, „wünschenswert sind“ oder „von Vorteil sind“. Wer ein Kann-Kriterium nicht erfüllt, kann sich trotzdem bewerben; wer ein zwingendes Kriterium nicht erfüllt, scheidet in der Vorauswahl aus. ### Wie baue ich das Anschreiben auf? Nach den Kriterien der Ausschreibung, nicht nach Ihrer Zeitachse. Ein Anschreiben, das chronologisch von der Ausbildung bis heute erzählt, zwingt die Lesenden dazu, die Zuordnung selbst zu leisten. In einem Verfahren mit vielen Bewerbungen leistet sie niemand. | Abschnitt | Umfang | Inhalt | Häufiger Fehler | | --- | --- | --- | --- | | Bezugszeile | eine Zeile | Stellenbezeichnung und Kennziffer wörtlich aus der Ausschreibung | Kennziffer fehlt, Zuordnung im Posteingang scheitert | | Einstieg | 2 bis 3 Sätze | Warum diese Aufgabe bei dieser Behörde, mit Bezug zu deren gesetzlichem Auftrag | Lob des öffentlichen Dienstes im Allgemeinen | | Kriterienteil | je Muss-Kriterium ein Absatz | Tätigkeit, Zeitraum, Ergebnis und die Anlage, die es belegt | Eigenschaftswörter statt Tätigkeiten | | Kann-Kriterien | ein kurzer Absatz | Was Sie zusätzlich mitbringen, sofern es in der Ausschreibung steht | Fähigkeiten, nach denen niemand gefragt hat | | Formalien | 1 bis 2 Sätze | Frühester Eintrittstermin, Teilzeitwunsch, Hinweis auf Nachteilsausgleich | Gehaltsvorstellung, obwohl die Entgeltgruppe feststeht | Zur letzten Zeile ausdrücklich: karriere.bund.de schreibt, eine Gehaltsvorstellung brauche man nicht anzugeben, weil Gehalt und Besoldung an die Tabellen gebunden sind und die Gruppe in der Ausschreibung steht. Was danach noch verhandelbar ist, betrifft die [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung) und gehört in das Gespräch nach der Zusage, nicht ins Anschreiben. Die Beträge zur genannten Gruppe stehen in den Tabellen zu [TVöD Bund](/infocenter/tabellen/tvoed-bund) und [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). ### Was macht einen Lebenslauf für Behörden brauchbar? Tätigkeitsbeschreibungen statt Berufsbezeichnungen und lückenlose Zeiträume mit Monat und Jahr. „Sachbearbeiterin“ sagt der Personalstelle nichts; „Prüfung von Bauanträgen nach der Landesbauordnung, eigenständige Bescheiderteilung“ sagt ihr alles. Das hat einen zweiten, oft übersehenen Zweck. Nach § 16 TVöD und § 16 TV-L entscheidet einschlägige Berufserfahrung über die Stufe, und einschlägig ist nach den Protokollerklärungen die Erfahrung in der übertragenen oder einer entsprechenden Tätigkeit. Maßgeblich ist die Aufgabe, nicht der Titel. Wer die Aufgaben im Lebenslauf und in den Arbeitszeugnissen konkret beschrieben hat, kann die Anrechnung nach der Zusage belegen. Wer nur Stationen aufzählt, muss Zeugnisse nachfordern, wenn es um Geld geht. Zeitraumangaben sollten Monate enthalten, weil die Stufenzuordnung nach Jahren einschlägiger Erfahrung rechnet. Ehrenamtliches Engagement kann nach karriere.bund.de angegeben werden. Ein Foto darf nicht verlangt werden. Nach § 9 Abs. 2 BGleiG dürfen Unterbrechungen wegen Familien- oder Pflegeaufgaben, eine daraus folgende geringere Zahl aktiver Dienstjahre sowie reduzierte Arbeitszeit nicht in die vergleichende Bewertung einfließen; auch die Absicht, künftig Arbeitszeit zu reduzieren, darf nicht gegen Sie zählen. Wer in [Teilzeit](/jobs?arbeitszeit=teilzeit) einsteigen will, kann das offen schreiben. ### Prüfliste vor dem Absenden 1. Jedes Muss-Kriterium der Ausschreibung durchgehen und daneben notieren, welche Anlage es belegt. Bleibt ein Feld leer, fehlt entweder ein Nachweis oder die Voraussetzung. 2. Kennziffer und Stellenbezeichnung wörtlich übernehmen. In der Ausschreibung BVA-2026-090 des Bundesverwaltungsamts für eine Sachbearbeitung im Bereich Travel Management System ist die Kennziffer Teil des Stellentitels; ohne sie landet die Mail im falschen Vorgang. 3. Abschluss- und Arbeitszeugnisse vollständig beilegen, nicht nur das letzte. Bei ausländischen Abschlüssen vorab prüfen, ob eine Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen verlangt wird. 4. Dateiformat und Größenbegrenzung des Bewerbungsportals prüfen. Mehrere Behörden verlangen PDF-Dateien mit einer Obergrenze; eine abgewiesene Datei ist eine nicht eingegangene Bewerbung. 5. Bei Schwerbehinderung oder Gleichstellung den Nachweis beilegen und den gewünschten Nachteilsausgleich benennen. Öffentliche Arbeitgeber müssen nach § 165 Satz 3 SGB IX einladen, sofern die fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt. 6. Den Eingang vor Fristablauf sicherstellen. Die Frist ist in der Regel eine Ausschlussfrist; die Einzelheiten stehen im Beitrag zu den [Bewerbungsfristen im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbungsfristen-oeffentlicher-dienst). ### Was die Kommission nicht bewertet Design, Layoutideen und Deckblätter tragen nichts. Es gibt kein Merkmal „gestalterischer Eindruck“, weil es keine Rechtsgrundlage dafür gäbe. Ebenso wertlos sind Eigenschaftswörter ohne Beleg: „teamfähig“, „belastbar“ und „engagiert“ sind Behauptungen, die niemand prüfen kann und die deshalb kein Feld füllen. Ersetzen Sie jede solche Zuschreibung durch eine Situation mit Zeitangabe und Ergebnis. Umgekehrt schadet ein Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot der Behörde, nicht Ihnen: Nach § 22 AGG genügen im Streitfall Indizien für eine Benachteiligung, dann trägt der Arbeitgeber die Beweislast dafür, dass kein Verstoß vorlag. Ein Entschädigungsanspruch nach § 15 Abs. 2 AGG muss allerdings innerhalb von zwei Monaten ab Zugang der Ablehnung schriftlich geltend gemacht werden. Wie das gesamte Verfahren von der Ausschreibung bis zur Absage abläuft, steht im Beitrag zur [Bewerbung im öffentlichen Dienst](/infocenter/bewerbung-oeffentlicher-dienst-ablauf-fristen-auswahlverfahren); wer aus der Wirtschaft kommt, findet die Besonderheiten im Beitrag zum [Quereinstieg](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst). Passende Ausschreibungen listet die Übersicht der [Stellen in der Verwaltung](/jobs/berufsfeld/verwaltung). ### Häufige Fragen **Wie schreibe ich ein Anschreiben für den öffentlichen Dienst?** Ordnen Sie es nach den Kriterien der Ausschreibung, nicht chronologisch nach Ihrem Lebenslauf. Zu jedem Muss-Kriterium gehört ein Absatz mit einer belegbaren Tätigkeit und dem Hinweis, welche Anlage das nachweist. karriere.bund.de erwartet zusätzlich, dass Motivation und Bezug zum Arbeitgeber erkennbar sind. Eine Gehaltsvorstellung brauchen Sie nicht anzugeben, weil Entgelt- oder Besoldungsgruppe in der Ausschreibung stehen. **Muss ich ein Bewerbungsfoto beilegen?** Nein. karriere.bund.de stellt ausdrücklich fest, dass ein Bewerbungsbild nicht verlangt werden darf; die Beigabe ist Ihre Entscheidung. Der Hintergrund ist § 7 Abs. 1 AGG: Ein Foto liefert Hinweise auf Alter, ethnische Herkunft oder Religion, also auf Merkmale, wegen derer niemand benachteiligt werden darf. Wer kein Foto beilegt, hat dadurch keinen Nachteil im Verfahren. **Welche Unterlagen gehören in eine Bewerbung bei einer Behörde?** Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf sowie die in der Ausschreibung genannten Nachweise, in der Regel Abschluss- und Arbeitszeugnisse. karriere.bund.de nennt zusätzlich Nachweise über Sprachkenntnisse, Zertifikate und ehrenamtliches Engagement. Bei ausländischen Abschlüssen kann eine Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen verlangt werden. Was in der Ausschreibung aufgeführt ist, muss vollständig vorliegen. **Wie gehe ich mit Lücken im Lebenslauf um?** Benennen Sie den Zeitraum und den Grund knapp, statt ihn zu verschweigen. Nicht bewertet werden dürfen nach § 9 Abs. 2 BGleiG Unterbrechungen wegen Familien- oder Pflegeaufgaben, eine dadurch geringere Zahl aktiver Dienstjahre und reduzierte Arbeitszeit. Eine unerklärte Lücke fällt dagegen in der Vorauswahl auf und kostet Rückfragen, die in einem Verfahren mit vielen Bewerbungen selten gestellt werden. **Zählt Berufserfahrung aus meiner Bewerbung später für das Gehalt?** Ja, deshalb ist der Lebenslauf mehr als eine Übersicht. Nach § 16 TVöD und § 16 TV-L führt einschlägige Berufserfahrung zu einer höheren Stufe. Maßgeblich ist die ausgeübte Tätigkeit, nicht die Berufsbezeichnung. Wer im Lebenslauf und in den Arbeitszeugnissen Aufgaben konkret beschreibt, kann die Anrechnung später belegen; wer nur Stellenbezeichnungen nennt, muss nacharbeiten. ### Quellen - karriere.bund.de: Bewerben in der Bundesverwaltung (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Bewerbungsfoto): https://www.karriere.bund.de/arbeiten-bei-uns/alles-zur-bewerbung (Abruf 7.9.2026) - Grundgesetz Art. 33 Abs. 2 (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_33.html (Abruf 7.9.2026) - Bundesbeamtengesetz § 9 (Auswahlkriterien) und § 8 (Stellenausschreibung): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__9.html (Abruf 7.9.2026) - Beamtenstatusgesetz § 9 (Kriterien der Ernennung): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__9.html (Abruf 7.9.2026) - Bundesgleichstellungsgesetz § 6 (Arbeitsplatzausschreibung) und § 9 (Qualifikation): https://www.gesetze-im-internet.de/bgleig_2015/__9.html (Abruf 7.9.2026) - AGG §§ 7, 11, 15 und 22 (Benachteiligungsverbot, Ausschreibung, Frist, Beweislast): https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__7.html (Abruf 7.9.2026) - SGB IX § 165 Satz 3 (Einladungspflicht öffentlicher Arbeitgeber): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__165.html (Abruf 7.9.2026) - service.bund.de, Ausschreibung Technisches Hilfswerk, Kennziffer THW-2026-258, Bewerbungsfrist 5.10.2026: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/editor/BVA-THW/2026/09/6631137.html (Abruf 7.9.2026) - service.bund.de, Ausschreibung Bundesverwaltungsamt, Kennziffer BVA-2026-090, Bewerbungsfrist 28.9.2026: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/editor/Bundesverwaltungsamt/2026/09/6631185.html (Abruf 7.9.2026) --- ## Sachbearbeitung: Aufgaben, Eingruppierung, Einstieg URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/sachbearbeiter-verwaltung-aufgaben-gehalt Kategorie: Berufe & Bereiche Themen: Verwaltung, Eingruppierung, Kommunen, Entgeltgruppe, TVöD VKA Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Die Entgeltgruppe einer Sachbearbeitungsstelle folgt aus vier Anforderungen der Entgeltordnung: gründliche Fachkenntnisse (E 5), gründliche und vielseitige Fachkenntnisse (E 6), selbständige Leistungen zu einem Fünftel (E 7), zu einem Drittel (E 8) oder vollständig (E 9a). Gründliche, umfassende Fachkenntnisse führen zu E 9b. Bei den Kommunen reicht die Spanne damit von 3.124 Euro in E 5 Stufe 1 bis 6.900 Euro in E 12 Stufe 6. „Sachbearbeiter (m/w/d) Bauaufsicht, TVöD-VKA E 10“ schreibt der Landkreis Rostock im September 2026 aus. Wenige Zeilen darunter steht die Bedingung: abgeschlossenes technisch-ingenieurwissenschaftliches Hochschulstudium. Dieselbe Berufsbezeichnung findet sich in anderen Ausschreibungen mit E 6 und ohne Studium. Der Titel sagt über das Gehalt nichts aus, die Aufgabenbeschreibung alles. ### Was macht ein Sachbearbeiter in der Verwaltung? Sachbearbeitung heißt: einen Vorgang von der Eingangsprüfung bis zur Entscheidung führen. Antrag entgegennehmen, Sachverhalt ermitteln, Rechtsnorm anwenden, Bescheid fertigen, Widerspruch bearbeiten. Der Unterschied zwischen einer E-6-Stelle und einer E-11-Stelle liegt nicht in der Zahl der Vorgänge, sondern darin, wie viel eigenes Urteil sie verlangen. Im Ordnungsamt bedeutet das Gewerbeuntersagungen und Bußgeldverfahren, in der Bauaufsicht die Prüfung von Bauanträgen nach Landesbauordnung, im Sozialamt Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch, im Personalamt Eingruppierungen und Stellenausschreibungen. Die Rechtsgebiete unterscheiden sich stark, die Arbeitsweise kaum. Rechtlich handelt es sich fast immer um Verwaltungsakte im Sinne des Verwaltungsverfahrensgesetzes: Regelungen eines Einzelfalls mit Außenwirkung. Für Begründung und Fristen haftet die erlassende Person dienstrechtlich. Das erklärt die Aktenkultur, über die Außenstehende sich wundern. ### Wie entsteht die Entgeltgruppe aus der Tätigkeit? Die Entgeltordnung der kommunalen Arbeitgeber stapelt vier Anforderungen aufeinander. Jede höhere Gruppe setzt die darunterliegende voraus und fügt ein Merkmal hinzu. Die Systematik dahinter, insbesondere den Begriff des Arbeitsvorgangs, erläutert der Beitrag [Eingruppierung und Tätigkeitsmerkmale](/infocenter/eingruppierung-entgeltordnung-taetigkeitsmerkmale). | Anforderung der Entgeltordnung | Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 6 | | --- | --- | --- | --- | | Eingehende fachliche Einarbeitung | E 3 | 2.953 € | 3.502 € | | Gründliche Fachkenntnisse, oder abgeschlossene dreijährige Ausbildung mit entsprechender Tätigkeit | E 5 | 3.124 € | 3.783 € | | Zusätzlich vielseitige Fachkenntnisse | E 6 | 3.240 € | 3.926 € | | Zu mindestens einem Fünftel selbständige Leistungen | E 7 | 3.295 € | 4.045 € | | Zu mindestens einem Drittel selbständige Leistungen | E 8 | 3.486 € | 4.231 € | | Durchgehend selbständige Leistungen | E 9a | 3.659 € | 4.980 € | | Gründliche, umfassende Fachkenntnisse und selbständige Leistungen, oder Hochschulbildung mit entsprechender Tätigkeit | E 9b | 3.780 € | 5.313 € | | Besonders verantwortungsvoll | E 9c | 4.011 € | 5.528 € | | Besondere Schwierigkeit und Bedeutung zu einem Drittel | E 10 | 4.125 € | 5.753 € | | Besondere Schwierigkeit und Bedeutung durchgehend | E 11 | 4.270 € | 6.327 € | | Erheblich herausgehobenes Maß an Verantwortung | E 12 | 4.416 € | 6.900 € | *Anforderungen nach Anlage 1 zum TVöD, Entgeltordnung VKA, Teil A Abschnitt I Ziffer 3. Beträge TVöD VKA ab 1. Mai 2026, brutto pro Monat, auf volle Euro gerundet.* Die vollständige Tabelle mit allen Stufen steht unter [TVöD VKA](/infocenter/tabellen/tvoed-vka). ### Was heißt „selbständige Leistungen“ konkret? Die Entgeltordnung definiert den Begriff selbst: Er verlangt ein den vorausgesetzten Fachkenntnissen entsprechendes selbständiges Erarbeiten eines Ergebnisses unter Entwicklung einer eigenen geistigen Initiative. Ausdrücklich ausgeschlossen ist leichte geistige Arbeit. Praktisch heißt das: Wer eine Norm anwendet, deren Ergebnis feststeht, erbringt keine selbständige Leistung. Wer Ermessen ausübt, unbestimmte Rechtsbegriffe ausfüllt oder zwischen mehreren vertretbaren Lösungen abwägt, schon. Die Prüfung eines Wohngeldantrags nach Tabelle ist das eine, die Entscheidung über eine Härtefallregelung das andere. Für den Sprung von E 6 auf E 8 genügt bereits ein Drittel solcher Arbeit. Das ist die häufigste Höhergruppierung in Kommunalverwaltungen und der Grund, warum die Formulierung der Stellenbeschreibung so viel Streit erzeugt. Gründliche und vielseitige Fachkenntnisse müssen sich dabei nicht auf die gesamte Verwaltung beziehen; der Aufgabenkreis muss nur so zugeschnitten sein, dass er ohne sie nicht ordnungsgemäß bearbeitet werden kann. ### Wie lese ich eine Ausschreibung richtig? Dieselbe Bezeichnung deckt im September 2026 alles von E 2 bis E 10 ab. 1. **Landkreis Rostock, Sachbearbeiter Bauaufsicht, E 10:** Prüfung von Bauanträgen nach Landesbauordnung, bauordnungsrechtliche Stellungnahmen, Baustellenüberwachung. Gefordert ist ein ingenieurwissenschaftliches Hochschulstudium. Bewerbungsfrist 6. Oktober 2026. 2. **Niedersächsisches Sozialministerium, Bearbeiterin im Referat Krankenhaus-Finanzierung, A 9g bis A 12 beziehungsweise TV-L E 9b bis E 11:** Verwaltungsstudium, Verwaltungsprüfung II oder erstes juristisches Staatsexamen, dazu zwei Jahre Berufserfahrung. Die Doppelangabe zeigt, dass die Stelle für Beamte und Tarifbeschäftigte offen ist. 3. **Rheingau-Taunus-Kreis, Werkstudent im Fachdienst Schulen, E 2:** Recherche und Zuarbeit, höchstens 20 Wochenstunden. Keine eigenständige Fallbearbeitung, entsprechend niedrig die Gruppe. Die Doppelangabe im zweiten Beispiel ist typisch für Landes- und Bundesbehörden und markiert die Grenze zwischen den Statusgruppen; die Unterschiede erklärt der Beitrag [Beamte oder Tarifbeschäftigte](/infocenter/beamte-oder-tarifbeschaeftigte-unterschiede). Wo eine Spanne wie E 9b bis E 11 steht, entscheidet die spätere Aufgabenzuweisung, nicht die Verhandlung. ### Welche Stufe bekomme ich beim Einstieg? Die Entgeltgruppe beantwortet nur die halbe Frage. Innerhalb der Gruppe bestimmt die Stufe das Gehalt, und der Abstand ist erheblich: In E 9a liegen zwischen Stufe 1 und Stufe 6 rund 1.320 Euro im Monat. Ohne einschlägige Berufserfahrung beginnen Neueingestellte in Stufe 1. Einschlägige Berufserfahrung aus einer vorherigen Tätigkeit kann zu Stufe 2 oder 3 führen, und bei Fachkräftemangel dürfen Arbeitgeber Zeiten darüber hinaus anerkennen. Welche Zeiten zählen und wie Sie den Antrag formulieren, steht im Beitrag [Stufenzuordnung bei Neueinstellung](/infocenter/stufenzuordnung-neueinstellung-berufserfahrung). Wer bereits im öffentlichen Dienst arbeitet und den Arbeitgeber wechselt, sollte die Stufe vor der Zusage schriftlich klären lassen. ### Wege in die Sachbearbeitung ohne Verwaltungsausbildung Der klassische Weg führt über die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten, beschrieben im Beitrag [Verwaltungsfachangestellte](/infocenter/verwaltungsfachangestellte-beruf-gehalt-einstieg). Er ist nicht der einzige. Kommunen und Landesbehörden besetzen Sachbearbeitungsstellen regelmäßig mit Kaufleuten für Büromanagement, Rechtsanwaltsfachangestellten, Bankkaufleuten oder Steuerfachangestellten und lassen den Verwaltungslehrgang I nachholen. Eingruppiert wird auch dann nach der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit. Wer die Anforderungen der E 8 erfüllt, bekommt E 8, unabhängig davon, ob der Abschluss aus der Verwaltung stammt. Die Fallgruppe der sonstigen Beschäftigten mit gleichwertigen Fähigkeiten und Erfahrungen öffnet bei E 9b und E 13 sogar die akademischen Gruppen für Bewerber ohne passenden Abschluss. Den Ablauf beschreibt der Beitrag [Quereinstieg in den öffentlichen Dienst](/infocenter/quereinstieg-oeffentlicher-dienst). Ein häufiger Fehler bei der Bewerbung: die eigene Vortätigkeit mit Branchenvokabular zu beschreiben. Die Auswahlkommission sucht nach den Merkmalen der Entgeltordnung. Die Formulierung „Anträge nach festen Vorgaben bearbeitet“ sortiert die eigene Erfahrung in E 5 ein. „Einzelfälle geprüft, abgewogen und entschieden“ trifft dagegen die Sprache der Eingruppierung. Offene Stellen stehen unter [Verwaltung](/jobs/berufsfeld/verwaltung) und [Arbeitgeber Kommune](/jobs/arbeitgebertyp/kommune). ### Häufige Fragen **Welche Entgeltgruppe bekomme ich als Sachbearbeiter in der Verwaltung?** Das hängt allein von der übertragenen Tätigkeit ab, nicht vom Titel der Stelle. Nach der Entgeltordnung der kommunalen Arbeitgeber gilt E 5 für Tätigkeiten mit gründlichen Fachkenntnissen, E 6 zusätzlich mit vielseitigen Fachkenntnissen und E 8, sobald die Tätigkeit zu mindestens einem Drittel selbständige Leistungen erfordert. E 9b setzt gründliche, umfassende Fachkenntnisse voraus oder eine abgeschlossene Hochschulbildung mit entsprechender Tätigkeit. **Was verdient ein Sachbearbeiter im öffentlichen Dienst?** Bei den Kommunen zahlt der TVöD VKA seit dem 1. Mai 2026 in E 6 zwischen 3.240 Euro in Stufe 1 und 3.926 Euro in Stufe 6. In E 9a sind es 3.659 bis 4.980 Euro, in E 9b 3.780 bis 5.313 Euro und in E 11 zwischen 4.270 und 6.327 Euro brutto im Monat. Hinzu kommen Jahressonderzahlung und betriebliche Zusatzversorgung. **Was bedeuten selbständige Leistungen in der Entgeltordnung?** Die Entgeltordnung definiert sie als selbständiges Erarbeiten eines Ergebnisses unter Entwicklung einer eigenen geistigen Initiative, das den vorausgesetzten Fachkenntnissen entspricht. Eine leichte geistige Arbeit erfüllt diese Anforderung ausdrücklich nicht. Entscheidend ist der Anteil an der Gesamttätigkeit: ein Fünftel führt zu E 7, ein Drittel zu E 8, eine durchgehend so geprägte Tätigkeit zu E 9a. **Brauche ich ein Studium für eine Stelle als Sachbearbeiter?** Nein. Die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten oder ein Verwaltungslehrgang genügt für den überwiegenden Teil der Stellen bis E 9a. Ein Studium wird erst relevant, wenn die Ausschreibung E 9b oder höher nennt, denn dort greift die Fallgruppe abgeschlossene Hochschulbildung. Auch dann öffnet die Formulierung sonstige Beschäftigte mit gleichwertigen Fähigkeiten und Erfahrungen den Weg ohne Abschluss. **Wie erkenne ich in einer Ausschreibung, ob die Entgeltgruppe stimmt?** Vergleichen Sie die Aufgabenbeschreibung mit den Anforderungen der Entgeltordnung. Wenn die Stelle eigene Entscheidungen, Ermessensausübung oder die Bearbeitung schwieriger Einzelfälle nennt, spricht das für selbständige Leistungen und damit mindestens für E 8. Steht dort nur die Anwendung feststehender Regeln, passt E 5 oder E 6. Bei Zweifeln lohnt eine Nachfrage beim Personalamt vor der Bewerbung. ### Quellen - Anlage 1 zum TVöD, Entgeltordnung (VKA), Teil A Abschnitt I Ziffer 3, Entgeltgruppen 2 bis 12 (VKA-Lesefassung Verwaltung): https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/250406_TVoeD_Verwaltung.pdf (Lesefassung Stand 6.4.2026) - Entgelttabelle TVöD VKA ab 1. Mai 2026 (data/pay-tables/TVoeD_VKA-2026-05-01.json): https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/vka/a/4410-vka-2026.html (Stand 1.5.2026, Laufzeit bis 31.3.2027) - Landkreis Rostock, Ausschreibung Sachbearbeiter (m/w/d) Bauaufsicht, Güstrow, TVöD-VKA E 10, Kennziffer 080-AV-2026-1: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/interamt/2026/09/1489210.html (abgerufen am 8.9.2026, Bewerbungsfrist 6.10.2026) - Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, Ausschreibung Bearbeiterin/Bearbeiter (w/m/d) Referat 404 Krankenhaus-Finanzierung, A 9g bis A 12 / TV-L E 9b bis E 11: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/interamt/2026/09/1489316.html (abgerufen am 8.9.2026, Bewerbungsfrist 4.10.2026) - Deutsche Rentenversicherung Bund, Ausschreibung Ärztin/Arzt für Reha-Qualitätssicherung, Berlin, TVöD-Bund E 14 bis E 15, Kennziffer 04-012-2026: https://www.service.bund.de/IMPORTE/Stellenangebote/interamt/2026/09/1489301.html (abgerufen am 8.9.2026, Bewerbungsfrist 4.10.2026) --- ## Pension berechnen: Ruhegehaltssatz, Höchstsatz, Beispiel URL: https://www.staatsjobs.com/infocenter/pension-beamte-berechnen-ruhegehalt Kategorie: Beamte & Besoldung Themen: Pension, Besoldung, Rente Zuletzt geprüft: 2026-09-10 **Das Wichtigste in Kürze:** Das Ruhegehalt beträgt nach § 14 BeamtVG für jedes Jahr ruhegehaltfähiger Dienstzeit 1,79375 Prozent, höchstens 71,75 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge. Den Höchstsatz erreicht man nach 40 anrechenbaren Jahren. Ruhegehaltfähig sind Grundgehalt und Familienzuschlag der Stufe 1, multipliziert mit dem Faktor 0,9901. Wer vor der Altersgrenze geht, verliert 3,6 Prozent je Jahr, höchstens 10,8 oder 14,4 Prozent. Anspruch entsteht erst nach fünf Jahren Dienstzeit (§ 4 BeamtVG). Eine Regierungsamtsrätin in A 11, letzte Erfahrungsstufe, 40 anrechenbare Dienstjahre: Ihr Ruhegehalt liegt bei rund 3.986 Euro im Monat, brutto, ohne Familienzuschlag. Das sind 71,75 Prozent ihres letzten Grundgehalts, gekürzt um den gesetzlichen Faktor 0,9901. Die Rechnung dahinter ist kurz und hat nur drei Größen: die Dienstzeit, die letzten Bezüge und einen Abschlag, falls Sie früher gehen. ### Wie hoch ist der Ruhegehaltssatz? Jedes Jahr ruhegehaltfähiger Dienstzeit bringt 1,79375 Prozent, in der Summe höchstens 71,75 Prozent. So steht es in § 14 Absatz 1 BeamtVG für Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte. Der Höchstsatz ist damit nach genau 40 Jahren erreicht, denn 40 mal 1,79375 ergibt 71,75. Ein 41. Dienstjahr erhöht die Pension nicht mehr. | Ruhegehaltfähige Dienstzeit | Ruhegehaltssatz | | --- | --- | | 5 Jahre (Wartezeit erfüllt) | 8,9688 Prozent | | 20 Jahre | 35,875 Prozent | | 25 Jahre | 44,8438 Prozent | | 30 Jahre | 53,8125 Prozent | | 35 Jahre | 62,7812 Prozent | | 40 Jahre und mehr | 71,75 Prozent (Höchstsatz) | Nach unten begrenzt § 14 Absatz 4 BeamtVG das Ergebnis. Die Mindestversorgung beträgt 35 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge; alternativ gelten 65 Prozent der Bezüge aus der Endstufe der Besoldungsgruppe A 4, jeweils zuzüglich eines Betrags von 30,68 Euro. Maßgeblich ist der höhere der beiden Werte. ### Welche Bezüge sind ruhegehaltfähig? Nicht Ihr gesamtes Monatsbrutto, sondern nur zwei Bestandteile. § 5 Absatz 1 BeamtVG nennt das Grundgehalt und den Familienzuschlag der Stufe 1, dazu weitere Bezüge, soweit das Besoldungsrecht sie ausdrücklich als ruhegehaltfähig bezeichnet. Auf die Summe wird der Faktor 0,9901 angewendet, sie sinkt also um knapp ein Prozent. Der Unterschied zwischen Amtszulage und Stellenzulage entscheidet hier über spürbare Beträge. Amtszulagen sind nach § 42 Absatz 2 BBesG unwiderruflich und ruhegehaltfähig; sie gelten als Bestandteil des Grundgehalts. Stellenzulagen sind widerruflich und nur dann ruhegehaltfähig, wenn ein Gesetz das ausdrücklich bestimmt. Eine Zulage für den Schichtdienst oder eine Ballungsraumzulage fällt beim Eintritt in den Ruhestand also regelmäßig weg. Welche Zulagen es gibt, zeigt der Beitrag [Zulagen im öffentlichen Dienst](/infocenter/zulagen-oeffentlicher-dienst-uebersicht). Eine zweite Hürde ist die Zwei-Jahres-Frist des § 5 Absatz 3 BeamtVG. Werden Sie kurz vor dem Ruhestand befördert, zählt das neue Amt nur, wenn Sie dessen Bezüge mindestens zwei Jahre erhalten haben. Sonst bleibt das vorherige Amt maßgeblich. Eine Beförderung 18 Monate vor der Pensionierung erhöht das laufende Gehalt, aber nicht die Versorgung. ### Rechenbeispiel: A 11 mit 40 Dienstjahren Grundlage ist die Grundgehaltstabelle der Bundesbesoldungsordnung A ab 1. Mai 2026, hinterlegt als Pay-Table im Repository. Die Werte werden derzeit als Abschlag auf Grundlage eines Rundschreibens des Bundesinnenministeriums gezahlt, ein Anpassungsgesetz ist noch nicht in Kraft. Die vollständige Tabelle finden Sie unter [Besoldung Bund](/infocenter/tabellen/besoldung-bund). 1. Grundgehalt bestimmen: A 11, Erfahrungsstufe 8, Bundesbesoldungsordnung A ab 1.5.2026: 5.611,55 € brutto im Monat. 2. Ruhegehaltfähige Dienstbezüge bilden: 5.611,55 € mal Faktor 0,9901 nach § 5 Absatz 1 BeamtVG ergibt 5.556,00 €. Der Familienzuschlag der Stufe 1 bleibt in diesem Beispiel außen vor. 3. Ruhegehaltssatz bestimmen: 40 anrechenbare Jahre mal 1,79375 Prozent ergibt 71,75 Prozent, den Höchstsatz. 4. Multiplizieren: 5.556,00 € mal 71,75 Prozent ergibt 3.986,43 € Ruhegehalt im Monat, brutto und vor Abschlag. Mit nur 30 anrechenbaren Jahren sinkt der Ruhegehaltssatz auf 53,8125 Prozent, das Ruhegehalt auf rund 2.990 Euro. Ein Jahrzehnt Dienstzeit ist in dieser Größenordnung also etwa 1.000 Euro Monatsrente wert. Wer aus der Privatwirtschaft spät in den öffentlichen Dienst wechselt, erreicht die 40 Jahre häufig nicht mehr; welche Folgen das hat, behandelt der Beitrag [Rente und Pension kombiniert](/infocenter/rente-und-pension-gemischte-erwerbsbiografie). ### Wann kann ich gehen und was kostet der frühe Ausstieg? Die Regelaltersgrenze liegt beim Bund bei 67 Jahren; für vor 1964 Geborene steigt sie nach § 51 BBG stufenweise vom 65. Lebensjahr an. Auf Antrag können Sie nach § 52 Absatz 3 BBG mit 63 in den Ruhestand treten, bei anerkannter Schwerbehinderung nach § 52 Absatz 1 BBG bereits mit 62. Für die Bundespolizei und andere Vollzugsdienste gelten eigene, niedrigere Altersgrenzen. Jeder vorgezogene Ruhestand kostet 3,6 Prozent des Ruhegehalts je Jahr, um das Sie die maßgebliche Altersgrenze unterschreiten (§ 14 Absatz 3 BeamtVG). Die Kappungsgrenzen liegen bei 10,8 Prozent beim Antragsruhestand und bei Dienstunfähigkeit vor Vollendung des 65. Lebensjahres, bei 14,4 Prozent, wenn eine besondere Altersgrenze unterschritten wird. Zwei Ausnahmen streichen den Abschlag ganz: 45 Jahre berücksichtigungsfähige Zeiten bei Ruhestand ab 65, oder 40 Jahre bei Ruhestand ab 63. Im Beispiel von oben bedeutet ein Antragsruhestand mit 63 statt 67 einen Abschlag von 14,4 Prozent, gekappt auf 10,8 Prozent. Aus 3.986,43 € werden dann rund 3.555,89 €. Hinzu kommt, dass die vier fehlenden Jahre auch die Dienstzeit verkürzen, sofern der Höchstsatz noch nicht erreicht ist. Beide Effekte wirken zusammen. ### Welche Zeiten zählen und welche nicht? Die ruhegehaltfähige Dienstzeit beginnt nach § 6 Absatz 1 BeamtVG mit dem Tag der ersten Berufung in ein Beamtenverhältnis bei einem öffentlich-rechtlichen Dienstherrn. Zeiten als Richterin oder Richter zählen ebenso. Nicht angerechnet werden Nebentätigkeiten von geringem Umfang, ehrenamtliche Tätigkeiten und unerlaubtes Fernbleiben vom Dienst. Ausbildungszeiten kommen über § 12 BeamtVG hinzu, wenn sie vorgeschrieben waren. Für eine Fachschulausbildung sind bis zu 1.095 Tage möglich, für eine Hochschulausbildung bis zu 855 Tage, zusammen höchstens 1.095 Tage. Angerechnet wird nur, soweit die Regelstudienzeit einschließlich Prüfungszeit nicht überschritten wurde. Wer zwölf Semester für ein Studium mit acht Semestern Regelstudienzeit gebraucht hat, verliert die Differenz. Teilzeit halbiert die Anrechnung im Verhältnis der Arbeitszeiten. Das trifft vor allem Beschäftigte mit langen Familienphasen; die Kombination mit Elternzeit behandelt der Beitrag [Teilzeit, Elternzeit und Beurlaubung für Beamte](/infocenter/beamte-teilzeit-elternzeit-beurlaubung). Wer vor Ablauf der fünfjährigen Wartezeit des § 4 BeamtVG ausscheidet, bekommt kein Ruhegehalt, sondern wird in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Aktuelle Beamtenstellen mit Aussicht auf ein volles Erwerbsleben im Dienst finden Sie unter [Beamtenstellen](/jobs/dienstverhaeltnis/beamte). ### Häufige Fragen **Wie berechnet sich die Pension eines Beamten?** Die Formel steht in § 14 Absatz 1 BeamtVG: ruhegehaltfähige Dienstbezüge mal Ruhegehaltssatz. Der Ruhegehaltssatz beträgt für jedes Jahr ruhegehaltfähiger Dienstzeit 1,79375 Prozent, insgesamt höchstens 71,75 Prozent. Ruhegehaltfähig sind nach § 5 BeamtVG das Grundgehalt und der Familienzuschlag der Stufe 1, vervielfältigt mit dem Faktor 0,9901. Bei 30 anrechenbaren Jahren ergibt das einen Ruhegehaltssatz von 53,8125 Prozent. **Wie viele Dienstjahre brauche ich für die volle Pension?** Vierzig Jahre ruhegehaltfähige Dienstzeit. Rechnerisch ergeben 40 mal 1,79375 Prozent exakt 71,75 Prozent, also den Höchstsatz nach § 14 Absatz 1 BeamtVG. Jedes weitere Dienstjahr erhöht das Ruhegehalt nicht mehr. Angerechnet werden nicht nur Jahre im Beamtenverhältnis, sondern nach § 12 BeamtVG auch vorgeschriebene Ausbildungszeiten, für eine Hochschulausbildung bis zu 855 Tage. **Wie hoch ist der Abschlag bei vorzeitigem Ruhestand?** 3,6 Prozent für jedes Jahr, um das Sie die für Sie geltende Altersgrenze unterschreiten. Der Abschlag ist gedeckelt: auf 10,8 Prozent beim Antragsruhestand und bei Dienstunfähigkeit vor 65, auf 14,4 Prozent bei Unterschreitung einer besonderen Altersgrenze. Wer 45 Jahre an berücksichtigungsfähigen Zeiten hat und mit 65 geht, zahlt keinen Abschlag; dasselbe gilt bei 40 Jahren und Ruhestand ab 63. **Ab wann habe ich überhaupt Anspruch auf Ruhegehalt?** Nach § 4 Absatz 1 BeamtVG erst, wenn Sie eine Dienstzeit von mindestens fünf Jahren abgeleistet haben. Diese Wartezeit läuft ab der ersten Berufung ins Beamtenverhältnis. Ohne sie besteht kein Anspruch, außer die Dienstunfähigkeit beruht auf einer Krankheit oder Verletzung, die Sie im Dienst erlitten haben. Wer vorher ausscheidet, wird in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. **Zählt Teilzeit voll für die Pension?** Nein. Nach § 6 Absatz 1 BeamtVG sind Zeiten einer Teilzeitbeschäftigung nur zu dem Teil ruhegehaltfähig, der dem Verhältnis der ermäßigten zur regelmäßigen Arbeitszeit entspricht. Zehn Jahre mit halber Stelle zählen also wie fünf Jahre. Altersteilzeit wird günstiger behandelt und mit neun Zehnteln angesetzt. Beurlaubung ohne Dienstbezüge zählt nur, wenn sie dienstlichen Interessen dient und ein Versorgungszuschlag gezahlt wird. ### Quellen - § 4 BeamtVG Entstehen und Berechnung des Ruhegehalts (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__4.html (Abruf 7.9.2026) - § 5 BeamtVG Ruhegehaltfähige Dienstbezüge (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__5.html (Abruf 7.9.2026) - § 6 BeamtVG Regelmäßige ruhegehaltfähige Dienstzeit (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__6.html (Abruf 7.9.2026) - § 12 BeamtVG Ausbildungszeiten (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__12.html (Abruf 7.9.2026) - § 14 BeamtVG Höhe des Ruhegehalts (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/beamtvg/__14.html (Abruf 7.9.2026) - § 51 BBG Ruhestand wegen Erreichens der Altersgrenze (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__51.html (Abruf 7.9.2026) - § 52 BBG Ruhestand auf Antrag (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__52.html (Abruf 7.9.2026) - Anlage IV BBesG Grundgehaltssätze Bundesbesoldungsordnung A (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/anlage_iv.html (gültig ab 1.3.2024) - Grundgehaltstabelle Bundesbesoldungsordnung A, data/pay-tables/BBesO_A-2026-05-01.json: https://www.gesetze-im-internet.de/bbesg/anlage_iv.html (Stand 1.5.2026, vorläufig nach BMI-Rundschreiben vom 3.9.2025) ---